1922 Nr. 47 Samstag, 2S. November 8 Kpliy RÄUJj'i Ml LLLLZZLIuZLZLL W'.t - ,.scS W8U das 5<|iäs[al der deutschen Sprache in der Gegenwart. Von Prof. Dr. Alfred Götze. (Fortsetzung.) s. und treu gegen volksfremde .Uebrnnacht stehen auch vte Deutschen Bo h me ns tm Kampf um Sprache und Bolkstum. fchon lange Jahrzehnte. Seit drei Jahren nun leben dort fast vrer Millionen Deutsch» unter tschechischer Fremdherrschaft, und das Ergebnis dort ist trauriger als fite alles andere Deutsche ^=lt- Dl« Sudetendeutschm sind Foemdlinge geworden auf der Scholle ihrer Pater, Fremdlinge in dem Land, das viel- «^ÄÄ^^iger deutscher Fleiß zum Blühen gebracht hat. Di« tschechifch-stowallich« Republik — auch sprachlich eine Mißgeburt, die mit neun Silben sagt, was mit den zwei Silben Böhmen wert besser zu sagen wäre — ist ein Kind nicht der Liebe, sondern, des Hasses, und zwar des französischen Has.es gegen alles Deutschs. Darum hat der Versailler Frieden die Sudetendeutschm um ihr Selbflbestlmmungs.-echt gVracht. das sie zweifellos den natürlichen Ritschluß an die benachbarten and blutsverwandten Stamms des Reichs hatte finden lassm, und sie einem unbarmherzigen „Sieger"- ®!®at ausgeliefert, dessen schwere Hand fte Tag für Tag spüren müssen, vor, allem im Sprachkainpf. Der Rückblick auf die vergangenen v'xibre ist eine Heerschau über ein Heer von Unbill auch auf dein sprachlichen Gebiet. Da.s Sprachengeseh tont 29. Februar 1920 ist erlassen, ohne daß das deutsche Drittel der Bevölkerung auch nur gefragt worden wäre. Deutsche Dörfer und Städte werden aus die roheste Art vertschocht. Verträge miß- achtet. Versprechen gebrochen. Dor der entscheidenden Volksabstimmung werden in die sprachlich umstrittenen Bezirke Regimenter tschechischer Soldaten gelegt, die heute hier, ein paar Wvchm später im deutschen Rachbarbezirk eine tschechische Mehrheit tor ä asch:n. Der deutschen Bevölkerung wird jeder Schuh gegen solche Vergewaltigung versagt, und fortan gilt der Landsinch für tschechisch. Ortsnamen. Straßenschilder, Geschüsts- mschnsten werden umgewandelt, die deutsche Amtssprache muh der tsch'chtschen weichen, vom Gericht wird kein deutscher Schrift- ,.,.anecnDmmC1’’ ^e deutschen Schulen werden gesperrt, zahlreiche tschechische Schulen in rein deutschen Gebieten neu eröffnet und mit hiiteingepreßten deutschen Kindern gefüllt. Die deutschen Hochschulen, vor allem die deutsche Universität Prag (die immer noch 6000 Hörer zählt), werden durch lächerlich geringe Zuwendungen geschädigt, die tschechischen auf all« Weise begünstigt. Dabet dringt der deutsche Volksteil noch heute die runde Hälfte aller Steuern im Lande, der unmittelbaren wie der mittelbaren, aus seiner überlegenen Wirtschaftskraft in die Kass« eines Staats, der ihm die einfachsten Rechte vorenthält. Vor allem ist in Prag des Deutschtum völlig an die Wand gedruckt. Alle deutschen Aufschriften sind verschwunden, und man öatf auf der Strafte kein deutsches Wort reden, wenn man nicht «"SNtempelt sein will. Aengstlichr Gemüter versuchen Auskünfte ‘?P,e dieG^ sellschaft unter Gelächter ausgefahren war. Ws wolle er sagen. „Was werden die mir aus dem Joch Weizen machen! Der Pfarrer war mit dem Feld und seiner Lage wohl- vertraut, er tourte sogleich wie und wo. „Die Wasseckru^ i die Furchen stellen, in den Schatten!" befayl er. „Die Rocke und Hcmdkragen ablegeii, den Hals frei machen! Und dann teilte er seine Truppe, fünf Mann sollten an einem, fünf am andern Ende des schmalen langen Feldes nut der Arbeit beginnen. Aber Ähe er sie entlieh, gab er Einzelunterricht. Zuerst denen, die mit der Sichel umzuge'hen hatteii. „Aufgepatzt! Man nimmt eine tüchtige Handvoll Getreide-Halme, so wie ichi* mache, ziemlich tief in die Linke, fährt mit der Sichel dahinter und biegt die Halme mit einem kräftigen Ruck gegen dta Schneide. Gleichzeitig, ja nicht früher, schneidet man zu. vo und so 'und so . . . Was man abschneidet, auch wenn em Finger dabei ist, legt man hinter sich. Fraulein Rosina, probieren Sie's." „ , Die Lehrerin probierte. „Ra, es geht. Und es wird stw - von Minute zu Minute bessern, wenn Sie recht Proben. W^nr Ihnen das Kreuz wehtut, strecken Sie sich halt. Es gewöhnt sich . In zshu Minuten hatte er die Sichellsute oorgenonnnen s uud sie msGen «s nicht «ÜM dumm. Und letzt Hntettotee « 187 — Der Schwarzwaldbauer sünschts guten Appetit unS ging wieder. „Jetzt kimmt freilich 'S schwerste noch", sagte er. „Es ischt noch nir aller Tag Abend, Hochwürde." „Freilich, freilich," erwiderte der Pfarrer, „aber wir haben noch acht Stunden vor uns." „Mas nutze acht Stunde, wann m'r so hin ischt, wie der Oberlehrer. Diel Glück!" spottete er. Sie blickten dem Höhnischen Dauer bedenklich nach der sie in ihrer schwächsten Minute, am Ende des Schnitts, knapp vor dem ersehnten Mittagessen, gesehen hatte. Aber sie legten sich auf die mitgebrachten Getreidesäcke und stärkten sich Sie dursten sogar ruhen und ein bißchen schlafen. Auch der Pfarrer nickte ein, nachdem er ein paar Züge aus seiner Pfeife getan. Doch er war zuerst wach and rüttelte einen nach dem anderen auf; nur den Oberlehrer ließen sie weiter sagen. Erst als man ihm den Schatten nahm, als der Wagen fortfuhr, erwachte auch er langsam. Die Schnitter begleiteten die beiden Wagen, einer führte von oben, einer von unten die'Garben nach dem Tret- plah nebenan und sie setzten sie rundum. Der Doktor und der Apotheker legten die erste Schicht ihrer wieder aufgelösten Garben auf den reingefegten Platz, denn die LeHrersfrau und die Pfarrersköchin waren auch gekommen und taten ihre Schuldigkeit. Mit den Aehren nach der Rkitte zu, nrit dem Stroh nach außen, wurden die Garben im Kreise gelegt, zwei Schichten übereinander. Das Zentrum blieb frei. And alsbald stand der Pfarrer in diesem, Chatte die vier Pserde an langen Seilen und trieb sie in der lRunde. Sie waren ohne Visen, mit natürlichen Hufen liefen sie auf den Aehren Rumde um Aunde wie im Zirkus und traten das Getreide aus. Die Aehren entleerten sich aus den Halmen wurde weiches Stroh. And immer wieder wurde eine Pause gemacht, wurden die Pserde beiseite geführt, das Stroh mit Heugabeln aufgebeutelt, abgeräumt und neue Garben aufgelegt. Es war eine heikle, heiße, aber auch eine lustige Arbeit, denn man sah die Früchte seiner Tätigkeit und es gab die mannigfachsten Zwischenfälle, die zum Spaß herausforderten und erfrischend wirkten. Wehe, wenn ein Pferd seine Aotdurft in daS Getreide abgelassen hätte; der Herr Pfarrer würde lieber seinen eigenen StröhHut untergehalten haben. Aber diese Aufsicht hatte der Herr Oberlehrer übernommen. Dafür reichte es noch And es glückte alles. Mit vereinten Kräften führten die Herrischen Leut' da ein Stück aus aus der landwirtschaftlichen Bergangenh.'it und es sammelten sich sogar bäuerliche Zuschauer von den Nachbarfeldern. Die junge Generation kannte dieses Aus- treteu des Getreides gar nicht mehr. Endlich war die letzte Schicht aufgelegt, ausgetreten und ausgebeutelt, das Stroh wurde abgeräumt und da lag, vermengt mit dichter Spreu, der goldige Weizen. „Was jetzt?" fragten alle. „Geduld, jetzt wird endlich gevespert!" sagte der Pfarrer. And die Zwischenmahlzeit war vergnügter als die früheren. And dann kam des Pfarrers Bravourstück, auf das er sich den ganzen Tag schon freute. Er chatte sich ja gerade dafür am gründlichsten vorbereitet. Es herrschte vollständige Windstille, aber er wußte, daß der leise Ost nicht ausbleiben würde vom Wasser 'her, sobald die Sonne sank. Er ließ das ganze Getreide, sc unrein wie es war, an den Südrand des Tretplatzes schaufeln und rauchte gemütlich sein Pfeifchen. Dabei liebäugelte er mit zwei schönen, langstieligen Schaufeln, die jede aus einem Stück Tannenholz geschnitzt waren. Sie hatten sich noch auf dem Kornboden des Richters vorgefunden aus früheren Zeiten. Ein halbes Dutzend davon besaß einst sein Vater und der wußte gut damit nmzugehen. Aber der Sohn hatte es ihm abgeguckt und sich auch versucht im „Worfeln". Gr kannte keinen anderen Ausdruck für dieses Verfahren als das schwäbische Dialektwort. Das Korn wird geworfelt, das heißt, es wird gegen den Wind geworfen. Zu stark darf der Wind nicht sein, ein leiser Zephyr genügt, er bläst die Spreu fort und das schwere Getreide fallt gereinigt nieder. Plötzlich schnellte der Pfarvherr auf. Die Abkühlung im Osten Hatte begonnen, der Abendwind war da. Gr trat mit einer der Schaufeln bewaffnet zu dem stattlichen Getreidehaufen hin. die anderen blieben im Rückhalt, falls etwas geschah. Sv ei» Stiel konnte ja brechen. Alle schauten auf. And er begann. Er schöpfte eine 'Halbe Schaufel, beim der Wind war noch schwach, und warf sie gegen Osten in die Luft. Hei, wk.e es da auf d n harten Tretplatz niederprasselte, die Spreu aber flog nach Westem Gut war der Wind, genügend stark für das Worfeln. And Schaufel um Schaufel flog in die Luft, es entstand ein goldiger Vera aus Getreide in der Mitte des Platzes und ein Berg von Spreu am westliche!, Rand desselben. Ging manchmal eine Schaufel weiter als sie sollte, waren die drei weiblichen Teil» nehmerinnen mit ihren Besen zur Hand. Sie fegten alle versprengten Körner wieder herzu. Der Wind hob sich prächtig, di« Haare des alten Pfarrherrn flatterten und die Schaufel flog Hurtig. Sv arbeitete er unter der staunenden und bewundernden Anteilnahme seiner Genossen und einiger Bauern eine Stunde lang. Der Schweiß troff ihn, von der Stirn, er schaute nicht links und nicht rechts und nutzte den Wind, der schon schwächer Ex war fertig und ries nach den Säcken. Während die snder«n jubelnd Weizen «infüllten, Hing feine Wirtschafterin Sen einen Gymnasiast«». Er habe all di« abgeschnittenen 2k&ren M sammeln und auf größere Hausen zu legen. And hinter ihm mm der Mann, der sie zu Garben band. Auch das Garbenbinder; machte er dem Apotheker und dem Doktor vor, die sich dazu anboten. Als die erste Garbe dastand, riefen alle „Bravo!" und waren sehr vergnügt. And jetzt schickte der Pfarrer die Sichelleute an das obere Ende. Frisch los, in zwei Stunden wird gefrühstückt, sagte er. Gr selber und der Oberlehrer wollten mähen, der zweite Gymnasiast sollte hinter ihnen alles zusammentragen, der Doktor binden. Den 'Apotheker hatte er der anderen Gruppe mitgegeben. And er gab dem dicken Oberlehrer zuerst Anterricht im Mähen. Wer es galt auch die Probe auf sich selbst zu machen. Gr 'Hatte sich's wohl zugetraut, obwohl er seit vielen Jahren keine Sense mehr in den Fäusten gehalten hatte. Als Student mähte er oft bei feinem Vater und half in allem aus, und das Lob der Knechte freute ihn mehr als eine Eminenz im Seminar. Wer Das war lange 'her. Die Geschmeidigkeit des Körpers war dahin, steif und Hölzern kam er sich vor, es gab keinen Schwung. Doch nach zehn festen Schnitten schon löste sich die Gebund-enheitz. es ging. Der Oberlehrer sah den Pfarrer mähen und stürzte sich auch gleich ins Gefecht. „Geduld!" ries Stefan Meinhardt. „Ruhe! Haltung! Rur um Gottes willen keine Eile. Das nützt gar nichts, ßie sind in einer Halben Stunde hin." And er zeigte ihm jeden Griff, jeden Schritt, den er zu machen habe. Aus- fahren, ansetzen und fest zuschneiden. Schneiden! Schneiden! Richt rupfen!" Es wollte nicht gehen. Schon dachte der Pfarrer daran, denl Dicken eine andere Rolle zuzuteilen. Wer der Oberlehrer wollte nicht. Aeberall waren die Leute in den Feldern und guckten Her. Gr durfte nicht zurücktreten. And er mähte und rupfte das Getreide mit den Wurzeln aus, schwitzte und keuchte, aber er setzte sich durch. Der gleichmäßige, ruhige Schnitt seines Nachbars wirkte auch auf ihn, er getvann immer mehr Haltung. Aird der Pfarrer lobte ihn. . Als man in zwei Stunden zum Frühstück ging, gab es manchen Seufzer. Kreuzlahm war der eine, mit blutenden, von Stoppeln und Ankraut zerstochenen Händen stand der andere da, aber etwas Ernsthaftes war keinem geschehen. Siegessicher machte alle der Anblicr der stattlichen Reihen von Garben, die schon 'Hinter ihnen standen. Es ging unglaublich rasch Schon gebunden und dauer'Haft waren die Garben nicht, aber das war auch gar nicht nötig, da sie noch 'heute gedroschen werden sollten. Das 'Frühstück schmeckte wie nie. Der Pfarrer schritt essend das Feld ab — ein Drittel war geschnitten. Aber er zankte, es lagen zu viele Aehren in den Stoppeln, die Gymnasiasten müßten sorgsamer arbeiten. Die Sichelleute durften die Hand nicht zu voll nehmen, nichts fallen lassen. „Sonst bringen sie nur Schande,' sagte er. „Mr die AeHvenleser wollen wir nicht arbeiten." And sie merkten sich's. Er aber trieb nach einer 'Halben Stunde mit.den Worten zur Arbeit: „Mittagspause erst, wenn der Schnitt beendet ist! Der jüngste Söhn des Richters, der die vier Pferde auf der nahen Hutweide hütete, wollte einen Wagen einspannen und die Garben zum Tretplatz führen. Ganz schüchtern sagte er's dem Pfarrer. Wer Lieser führ den Versucher an: „Was? Bischt Du ein Herrischer? Du kommst erst und bringst mir alle vier Pferd', wenn wir mit dem Schritt fertig sind. Du fütterst sie und tränkst sie aber vovher. And jetzt marsch fort!" Verdutzt lief der Bub davon. „Das könnte ich brauchen!" brummte der Pfarrer und seine Sense flog. Der Oberlehrer auf der anderen Seite ächzte und stöhnte, er kam nicht nach. Wer das war auch gar nicht nötig, denn die beiden Hintermänner konnten das kaum aufarbeiten, was der Pfarrer niederlegte. And schließlich tauschte dieser mit seinem Rachbar ßen Platz und stellte die gleiche Linie 'Her. Die Sonne stieg. Es war ein besonders schwüler Sommertag, man konnte vergehen vor Hitze und alles lechzte nach einer Ab- küUung, nach einem Gewitter. Aengstlich sah der Pfarrer nach allen Weltgegenöen aus, denn das hätte besondere Vorsicht erfordert, aber es zeigte sich nichts. Am elf IWjfc entband £ec Pfarrer seinen dicken Oberlehrer vom Mächen, er gab ihm eine Pause und bat ihn, dann seinen Hintermännern zu Helfen, damit die Garben gebunden wurden. Er mähte allein und näherte sich den drei Sichlern auf der oberen Seite mit jedem Hieb. And 'cks die Glocke im Dorf die zwölfte Stunde schlug, waren sie beisammen, war das Joch geschnitten. In sechs Stunden hatten sie die große Arbeit hinter sich gebracht. Der Schwarzwaldbauer, der in der Rühe auf seinen Feldern war, kam 'herüber und bestaunte die Arbeit der Herrischen Leut'. „Ja, so kmmt Ihr schaffe?!" rief er aus. „Wir sein aber auch Hin, hin, hin", sprach der Oberlehrer und legte sich in eine kühle Mrche zu einem Wasserkrug. Das viele Bücken und Getreide- zusammentragen hatte ihm den Rest gegeben. „In meinem Leben tu ' ich's nicht wieder." „Wer, aber!" sagte Stefan Wein'hardt, der rüstige Pfarr- Herr. „Wir essen jetzt. Sie werden sich eine Stunde erholen und nach einem Schläfchen geht es weiter . . . Fraulein Rosina, wir essen im Schatten der beiden Wagen! Geben Sie uns, was wir Gutes Haden, Heraus mit bem G'selchten!" ihm sorglich ehren Mantel um utnö rieb Wm forrt nassen Kvsü mit einem Tuche ab. Erkälten durste der Herr Pfarrer ftch nicht. 2m Triumph brachten die herrischen Leut vor Einbruch der Dämmerung auf ihren zwei Wagen den Ertrag eines Joches Weizen heim, sie hatten ihre Wette gewonnen. Und es gab Pallatschinke«, Hub der Richter konnte sich vor Staunen nicht fassen, er trug diesen Schnittern den beiten Wem auf, den er im Keller Hatte. Rachbarn kamen zu Besuch, um zu erfahren, wie es gegangen. Am Margen dachten sie, es gäbe am Abend ein gwtz' Gelachter, aber damit war es nichts. Und der Schwarzwald bauer kam nicht. Aber er zahlte am nächsten Sonntag im Grasten Wir^haus, vereint mit dem Richter, alles, was gegessen und getrun^n wurde. .ftnd sie hatten ihre Wette gern verloren, sagten sre, he waren stolz auf ihre herrischen Seist’ besonders auf ihren Murrer. Sie Hielten sogar Reden auf ihn. HiW endlich antwortete der Pfarrer. Es sei Vorn nicht um das Bier des Richters gewesen und nicht um die Backhühner des Schtvarzwalübauern, sagte er, sondern um den Beweis, daß jeder gesunde Men ich rmt ernrgM -Verstand sich in der Landwirtschaft betätigen könne. Aber wrM ihr. liebe Lent', warum wir die Wette gewonnen hab«i £ W wir alle von Bauern abstammen. Ich bin ein Bcmernsv'hn uns Habe noch als Student in allem rnitgehvlfen. llnb meine Schnitter werden auch nicht weit her sein, sind ja alle unsere Landsleute. And ich Hab' euch auch beweisen wollen, datz trot alte, einfache Wirtschaft unserer Ellern gar nicht so, schlecht wie sie jetzt gemacht wird. Ihr pflügt rmt Maschinen, chr sät mit Maschinen, ihr mäht und drescht mit Maschinen. In Gottes Aameni Aber ich bitt euch, tiergeBt die alte Weise chchtganz. Ein rechter Dauer muh sich selber Helfen können. Jry «chlietze. Ihr habt gesehen, was die herrischen Leut' können wenn es einen Spatz gilt. Ruft sie. wenn ihr sie im Ernst einmal bvauchM solltet, wovor aber Gott uns bewahre« möge. And der Erzähler Mietzt also: Diese schalkhafte Geschichte Hat sich Amw 1913 begeben in einem schwäbischen ®otfe Se£ Banats, zur Zeit, als die serbische Frage schon brannte. And sie schien ihm wert, in heutig«- Zeit mitgeteilt za werden. Die Rätsel Äes WinrerMKsK. Don Franz Wichmann. 2n dieser harten Zeit wird's einem deutlich: Gar manches hat das Tier vor der Krone der Schöpfung voraus. So auch den Winterschlaf. „Ein Ziel aufs innigste zu wünschen," möchte man mit Hamlet rufen. Ja, wenn man diese herbe Wintersnot mit allen ihren Sorgen durchschlafen könntel Am dann im Frühjahr tote das Tier dis Tafel der Aatur vom Schöpfer neu gedeckt zu finden! Sv einfach sieht sich das an, und doch ist's ein kompliziertes Ding um den rätselhaften Scheintod in der Tierwelt. Schon der Anfang ist dunkel. Wodurch entsteht der Winterschlaf? Schläfert das Sier sich durch die Kraft seines Willens selbst ein? Das heißt, enthält es sich freiwillig der Nahrung. um dadurch allmählich zu ermatten? Oder ist es der Einfluß der Kalte, der das Leben langsam erstarren läßt? Wahrscheinlich wirkt beides zusammen, nachdem eine Umwandlung im Wesen des Tieres schon im Herbste den Boden bereitet hat. Die Temperatur des Mutes hat allmählich so abgenvmmen, dab sie jetzt ohne Schaden auf 2 Grad Wärme zurückgehen kann. 3m Sommer wäre das der Tod. Ebenso tote die Verringerung 6er Atemzüge von 60—TO bis auf 3—8 in der Minute, der Herzschläge von 200 and mehr auf kaum ein Fünftel. Zugleich- stumpfen alle Verven ab, Rüge und Ohr versagen ihren Dienst, einzig das Rückenmark behält seine Reizbarkeit. Warmblütige Geschöpfe erwachen, wenn übermäßige Kälte den schwachen Rest ihres Ledens bedroht, um sich ein wärmeres Versteck zu suchen. Insekten, Fische, Frösche trotzen dem Tode, auch wenn ihr Mut gefriert. Rur darf dieser Zustand nicht allzu lange Muern. Sonst tauscht der Schlaf mit feinem Bruder Tod die Rolle. Sine Erwärmung von wenigen Minuten genügt, sie ins Leben zurückzurufen, wie auch ihr Winterschlaf fast plötzlich beginnt. Daher das verwunderliche Auftauchen von Muckenschwärmen an schönen, warmen Wintertagen und ihr ebenso rasches Wieberverschwinden. Ob Fische schlafen, hat die Wissenschaft bis heute noch nicht feststellen Wimen. Dagegen weist man, datz manche von ihnen einen Winterschlaf halten. So Aale und Karpfen, die längere Zeit scheintvd tief im Schlamm eingewühlt liegen. Durch das Eis hindurch hat man sie in diesem Zustand gefangen. Ist bä allen diesen schwächer gearteten Tieren der Winterschlaf ein notwendiger Schutz zur Erhaltung der Gattung, so scheint er dagegen bet manchen anderen nur eine Laune der Natur zu sein. Denn wozu bedürfen warmblütige Säugetiere, tote Bär, Dachs, Hamster, Murmeltier und Siebenschläfer, die ein dichter Pelz schützt und die sich in ihren Bauen reichlich mit Rahrnngsmitteln verproviantieren, eines solchen Schuhes? Höchstens um sicher auszukommen und sich das Leben möglichst bequem zu machen. So scheint denn ihr Winterschlaf auch keine todähnliche Erstarrung zu sein, sondern nur ein tiefes Ausruhen zum Zweck verminderter Rahrungsaufnahme. Das beweist nm besten die Tatsache, dah sie ihr dumpfes Hindämmern bisweilen unterbrechen, um etwas zu fressen und zu trinken, oder gar wie Bär und Dachs, um Junge zur Welt zu bringen. Dem Bogel hat die Natur den Winterschlaf versagt. Dafür lieh sie ihm Schwingen, der Gefahr des Frostes zu entfliehen. Nicht so frei den fliegenden Saugetieren, den Handflüglern. Bei ihrem typischsten Dertreter, unserer heimischen Fledermaus, kann man am leichtesten die Rätsel und Wunder des Winterschlafes beobachten. Wie ein Kerze verbrennt sie ihr im Sommer angesetztes Fett und hält sich damit am Leben. Fest in ihren warmen Flugmantel eingehüllt hängt sie, mit den Hinterfühen eingehakt und den Kopf nach unten, völlig erstarrt da, in einer Lage, die ebenso seltsam ist wie die wundersame Rückkehr neuen Lebens. Zuerst rührt sich der Puls wieder, langsam, in Pausen von Sekunden. Ein dem Schnurren der Katze ähnliches Geräusch begleitet die Erwärmung des Körpers, der schließlich bei stürmischem Puttschkag ganz Heist wird. Dann räuspert sich der Schläfer, macht eine schwache Bewegung und beginnt mit noch geschlossener Flughaut tastend herumzukriechen. Offenbar berühren sich in &3fn dunklen Rätseln des Winterschlafes Tier und Pflanze am nächste«. Beide weckt aus ihrem dumpfen Hinvegetieren die erlösende, belebende Wärme. Wie eine Erinnerung an solche Zu- stäiche klingen auch in der Seele des Menschen beseligende Frühlings gefuhle nach. Können Vogel fefffrier en? Hebet die Bedrohungen der Böge! durch atmosphärische Kräfte, wie z. B. Hitze, Blitzschlag, Sturm, Regen, Hagel und Kälte, ist schon von a(terSl5er viel geschrieben morden. Alte Chroniken berichten nicht selten von so strengen Wintern, das) die Vögel vor Kälte tot aus der Luft 'herabsieten. H. Krohn- Hamburg führt nun in der «Ornithologischen Monatsschrift" diese alten Heberlieferungen auf das gebotene Mast von WaHr- schllnlichkeit zurück. Kro'An kommt dabei zu dem Schlaft, Last die Möglichkeit eines Festfrierens der Vögel aus dem Eise nutzt besteht. Vögel können sich innerhalb allerkürzester Zeit, um nicht zu sagen innerhalb von Minuten, aus eisigen Lufthöhen in tropische Gluthitze herablasfen. Man-che Vögel können auch beträchtliche Kälte ertragen. So verlassen ja zahlreiche Vögel ihre Heimat, wie bas u. a. Swen Hedin für Tibet mehrfach fest» stellt, überhaupt nicht, sondern trotzen grimmigster und lang- anhaltender Kälte. .Auch ist bekannt, dast ungezählte nordische Vögel (See) in dein unsere Küsten zuweilen umschließenden Treibeisgürtel ohne Gefährdung durch Festfrieren manchmal wochenlang ihr Wesen treiben, tote man denn auch Möwen, über Stunden aus der Eisdecke liegend, ru'hen sieht. Alles dies beweist, dast, der Vogel vielen Kältegraden genügenden Widerstand zu leisten vermag. Das Gefieder und die dieses ost frei Säuberungen durchwühlenden ober streifenden Ständer 6er Wasservögel sind ausreichend geölt, damit kein Wasser daran haften and die überhaupt hohe Bbutwärme der Vögel tut wohl ihr übriges, Kälte abzuwenden. So wird mithin nur dasjenige Tier, dessen Konstitution feine normale, das also krank ist, sestsneren können, nicht aber das gesunde; denn diese Möglichkeit würde geradezu zur Vernichtung alles dessen süh.en müssen, was sich der Wirkung ausgesprochener Kältozoven