m wjireTengg 'MMk Samstag, 16. Dezemver 1922 — Nr- SO Bismarck in den Erinnerungen seines Oberförsters. Bei einem großen Manne ist auch das Unbedeutendste wichtig, denn diese kleinen Züge des alltäglichen Lebens eröffnen nicht selten Ausblicke in die Liefen seines Charakters. Gewinnen so bei Goethe Erinnerungen feiner Diener und Abschreiber besondere Bedeutung, so ist dies nicht minder bei Bismarck der Fall. Deshalb ist es eine wahre Bereicherung unserer Kenntnis vom Wesen des ersten deutschen Reichskanzlers, das sein Oberförster und langjähriger Verwalter in Darzin, E r n st Westphal, noch als Sechsundachtzigjähriger seine Erinnerungen an den Fürsten ausgezeichnet hat, dije soeben unter dem Titel „B i s m a r ck als Gutsherr" bei K. F. Köhler in Leipzig erscheinen. Bismarck befaß die altgermanischr Liebe zum Wald. Die weiten Forsten und der prächtige Park haben ihn hauptsächlich dazu veranlaßt, gerade V a r z i n zu kaufen, und wenn er sich geärgert hatte, hob er wohl die Faust gegen die alten starken Eichen, Buchen und Kiefern und sagte drohend: „Ihr seid schuld daran, daß ich Darzin gekauft habe." 3m Walde fühlte er sich wohl und frei. „Hier erreicht mich kein Depeschenbote!" sagte er dann wohl ausatmend. „Wenn ich gefrühstückt und gezeitungt habe " so hat er sein Leben in Darzin beschrieben, „wandere ich mit Jagdstiefeln in die Wälder, bergsteigend und sumpfwatend, lerne Geographie und entwerfe Schonungen." Das Pflanzen von Bäumen war eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, und der Oberförster erzählt uns davon, wie der Anblick einer gutstehenden Schonung den in ärgster Verstimmung aus Berlin kommenden Fürsten plötzlich aufheiterte, so daß er in bester Laune nach der Fahrt vom Bahnhof auf seinem Gute ankam. Aach der Rückkehr aus dem Feldzuge von 1870 erzählte er Westphal: „Wie die Franzosen herausgekriegt haben, wo Var» 8In liegt, ist mir wunderbar. Denn sie haben in die Ostsee eine Flotte geschickt mit dem besonderen Auftrage, Darzin zu zerstören. !M>er was hätte ich mir daraus gemacht, wenn sie den alten Kasten abgebrannt hätten?! Darm hätte mir der Kaiser sicherlich ein schönes neues Haus aufbauen lassen." Als aber darauf der Förster leise erinnerte: „Durchlaucht, der Park!", da fuhr Bismarck ganz erregt auf: „Was? Meinen Park hätten die verfluchten Kerls abgesengt? Das wäre freilich ein harter Schlag für mich gewesen. Auch als Jäger stand Bismarck in jüngeren Jahren feinen Mann, und besonders gern ging er auf die Saujagd. „Zu seinem Leidwesen traf er in späteren Jahren immer schlechter," erzählt Westphal. „Es ging ihm wie seinem Oberförster: in der freien Luft wurden ihm die Augen feucht. Und das '-Anstehen auf Sauen wurde ihm zu sauer. Aergerlich gab er das Jagen auf." Als Landwirt kümmerte sich Bismarck um alles. Er hatte das Gut in ziemlich schlechtem Zustande übernommen, und je genauer er die Forsten und Ländereien kennen lernte, desto reichlicher flössen seine mündlichen Befehle; fast täglich gab er neue Anweisungen. Daß dabei auch Irrtümer vorkamen, war natürlich, aber er ließ sich auch belehren. Zunächst stöhnte er so über die großen Ausgaben für künstlichen Dünger; als er aber dann den Unterschied gesehen hatte, der zwischen der Wirkung des künstlichen und des Stalldüngers auf Roggen bestand, sagte er: „Westphal, säen Sie keine Wetze Roggen mehr ohne künstlichen Dünger." W i e hoch er die Landwirts cha f t stellte, geht aus einer Aeußerung hervor, die er wiederholt zu feinem Oberförster tat: „Wenn ein Landmann zwei Söhne hat, von denen der eine dumm, der andere klug ist, dann läßt er den Dummen Landwirt und den Klugen Geheimrat werd«;. Aber was tue ich Mit einem dummen Landwirt, der doch der Mann der Situation sein muß?! DiÄ weiter komme ich mit einem dummen Geheimrat, der einfach nach feiner Instruktion arbeitet." Auf feine landwirtschaftlichen Kenntnisse war er stolz. „Westphal, ich bin doch der einzige Minister, der weiß, wie es auf dem Lande eigentlich zugeht," äußerte er öfters. Als er dem Reichstag das Spiritusmonopolgefeh vorlegte, sammelte er im Varziner Krug seine Erfahrungen, und als die Dampfkesselrevisionen in Darzin Mißstände zeigten, sorgte er dafür, haß ein Gesetz zur Gründung eines Dampfkesselrevisionsvereins erlassen wurde. Ebenso wurde das Freizügigkeitsgesetz durch dis Erkundigungen beeinflußt, die er bei den Varziner Arbeitern und Handwerkern einholte. Äeberhaupt stand er mit seinen Leuten auf gutem Fuß, sorgte für ihr Wohlergehen und war auch im Kleinen em „praktischer Sozialreformer". Als ein rechter Gutsherr dachte Bismarck an sein Darzin nicht bloß, wenn er da war, sondern auch mitten in den Aegierungsgeschäften. Da Darzin Erträge abwarf und Friedrichsruh nur kostete, klagte er oft über den „verdammten Fürstentitel" und meinte im Juni 1871 zu Westphal: „Als Graf wäre ich jetzt wohlhabend, aber als Fürst bin ich arm. Ich brauche ja nicht zu repräsentieren, aber mein Sohn muß das doch einmal können." Ein Zeugnis dafür, wie eng ihm Darzin ans Herz gewachsen war, ist eine Aeußerung des Grasen Lehndorff, die dieser nach der Beisetzung der Fürstin 1899 zu Westphal tat: „Sie wissen sehr viel von der Familie Bismarck, aber eins wissen Sie nicht, was Ihre Person betrifft. Ich bin sehr oft beim Fürsten in Berlin gewesen, wenn gerade ein Bericht von Ihnen ankam. Sofort legte er alle anderen Sachen zur Seite, .und wenn es die wichtigsten Staatsgeschäfte waren, und las Ihren Bericht. Oesters sagte er dazu: „Ich werde mich den Teufel hier länger mit den Sozialdemokraten und greif innigen herumärgern, ich werde nach Darzin gehe« und Westphals Stelle einnehmen." Aus dem Göttinger Musenalmanach auf 1323. Dem diesjährigen Göttinger Musenalmanach (Hochschul- Verlag G.m.b. H. Göttingen), den BörrieS Frhr. v. Münchhausen vor 25 Jahren zum ersten Male herausgab, gibt der Herausgeber ein interessantes Borwort mit, in dem er über die Seele des deutschen Studenten von heute einige, sozusagen urkundlich beglaubigte Angaben machen zu können glaubt. Wir geben das Wesentliche hier wieder: Es waren zur Mitarbeit die Jahrgänge von 1914 bis 1922 aufgefordert, d. h. also zum großen Teil Herren, die in Friedenszeiten kaum noch, oder überhaupt n i ch t Studenten gewesen wären. Dadurch war der Altersdurchschnitt ein höherer als bei unseren früheren Almanachen, und die Kriegs-- und .Umsturz-Ichre müssen auch hier doppelt zählen. Gedichte von Männern, die so viel durchgemacht haben, sind dunkler durchschattet, als die von Unerfahrenen. Sehr bemerkenswert war mir zunächst die gewaltige Glaubensbewegung der Jugend. Heinesche Spöttelei, die früher gang und gäbe war, ist völlig erloschen. Bedeutsam scheint mir auch eine gewisse Abkehr von Wittenberg und Hinneigung nach Rom, — bei einigen der Herren, die ich aus ihren Liedern unbedingt für katholisch hielt, belehrte mich erst der Briefwechsel über ihr Luthertum. Die politische Einstellung der Studentenschaft ist nicht schwer zu errate«. Eih. — 198 — Deutschbewußtsein ist bei gebildeten Männern.nur natürlich. Das durch die wirtschaftlich äußerst schwierigen Verhältnisse bedingte wiederholte Zusammenarbeiten mit Fabrikarbeitern, Grubenarbeitern und landwirtschaftlichen Arbeitern hat allgemein die trübe unwirkliche Betrachtung der Arbeiter auf eine klare Erkenntnis zurückgeführt. Dor 25 Jahren war die Studentenschaft überwiegend liberal, ja, selbst Jünglinge, von denen man es kaum erwartet hätte, neigten zur Sozialdemokratie. Das hat sich geändert, seit der Student die Arbeiterschaft genauer kennt, und diese in manchen Hochschulen einen erbitterten Kampf gegen die — an Einkomnien tief unter ihnen stehenden! — Gevilderen ausgenommen hat. Das hat natürlich auch Einfluß auf die Stellung des Studenten »um heutigen Staate, dessen Ketten manchem Studenten so schmerzhaft um die Gelenke scheuern, daß er ihn kaum sonderlich lieben kann. Ich bedauere tief, daß die gebildete Jugend augenblicklich so erbittert über ihr Los klagt. Ob diese Klagen berechtigt sind, entzieht sich meiner Beurteilung, — ich bin ja nicht Politiker, son- derii Berichterstatter über Gedichte. Strömungen im Schrifttume der Studenten feflzuftellen ist nicht leicht, und ich muh da auch die persönlichen Erlebnisse und die vielen Gespräche pon meinen Vortragreisen _ auf ein Dutzend deutschen Hochschulen zu Hilfe ziehen. Viele Götter und Halbgötter der Moderne (1885—1905 etwa) sind für die Mehrheit der gebildeten Jugend von ihren Altären heruntergefallen — Namen, die für uns damals Brennpunkte der Dichtung waren, stehen nicht mehr iin Mittelpunkte der Anteilnahme, sondern sind geschichtlich geworden. Don den älteren wirken wieder sehr stark Hölderlin und M ö r i k e, überraschenderweise auch G e i b e l. Ganz wunderlich schien mir die völlige Llnbekanntheit mit den allerjüngsten Stürmern und Drängerii, die anscheinend nur in engen, dafür aber um so lauteren Kreisen gelesen werden. Wesentlich ist das Aufleben der Freude an strengen Formen. An manchen Tagen glaubte ich Einsendungen zu einem Preisausschreiben für Sonette auf dem Schreibtische zu haben! Reimlosigkeit war fast nur in einigen durch Hölderlin beinfluhten Gesängen zu finden, eine Helle Reimfreude klang überall durch. Die häufigen Oden-Versmahe sind heute wie früher wohl als Nachklang der erst eben überwundenen Schule zu werten. Die Ballade scheint ihre Blütezeit hinter sich zu haben. Nach einem unerhörten Siegeszuge, nach einer Beliebtheit ohnegleichen, nach einem Sommer, als dessen Blüten ich nur die Namen des Almanachs von 1901 zu nennen brauche, ergab der diesjährige Aufruf so gut wie gar keine Ballade von Wert. Die Stimmung der Einsendungen war, trotz aller Trauer über die staatliche Verhältnisse der Gegenwart, durchaus hoffnungsfreudig. Man sage nicht' Das ist eben die Jugend, — vor zwei Jahrzehnten war die dichtende Jugend in ihrer Mehrheit Welt- schmerzlerisch und düster gestimmt. Heute schallt ein Heller und starker Ton von den Hochschulen her. Mir fiel auf, wie häufig diese lebenbejahende Stimmung selbst in den vielen Liebes-Gedichten durchklang, in denen ein Verzicht auf die Vereinigung ausgesprochen wurde. Die Liebenden wollen bisweilen gar keine Verbindung und finden in der Herbheit dieses Verzichtes eine Art feinsten Reizes. Alles in allem ist die gebildete Jugend in ihrer Mehrheit leidenschaftlich deutsch, zum Gottesglauben geneigt, ausgesprochen romantisch und von einer gelegentlich bis zur Verständnislosigkeit gehenden Ablehnung neuzeitlicher Experimentierkunst. In dem Almanach sind genau einDutzend Dichter vertreten, die manches poetisch und menschlich Wertvolles bringen. Am wirkungsvollsten scheinen uns die folgenden Beiträge zu sein: Der Spiegel. Von Fritz Hasselwander. Du gingst von mir in jenen frühen Jahrein Da ich noch schnell vom Leben Abschied nahm, Da ich noch hoffte, daß die andere kam, Die überbot, was vor ihr alle waren. So trieb mein Leben fern in fremden Scharen — Die schnelle Freude wurde schneller Gram. Denn alles, was von dir mich überkam, Sin Spiegelbild nur war's, das ich erfahren! Denn ach ich stand Idem Dunkel zugewendet, AuS welchem mich ein Spiegel schnöd' belog, Lind als die Narretei zu spät geendet, Da fand ich alles meiner Hand entwendet; Was vor mir schien, ward hinter mir vollendet — ©in Spiegel war's, der dich und mich betrog, * Dieheiligendrei Könige. Von Moritz Jahn. Lieber den Heidhang nieder eisig stürmte der Ost, Irrten drei greise Wandrer droben in Nacht und Frost Lieber den Heidhang droben führte der Pfad ins Land ' Weib und verschneit, dab der sinkende Fuß seine Spur nicht fand Müde hinter der weihen Düne hielten sie Rast, Rückten im Schnee zusammen, Hand in Hand gefaßt, Fragten, wie fremde WandrSr fragen: Wohin? Woher? Ach, wie rang aus bereiften Bärten Las Wort sich schwer: „Könige beugten den Nacken, bebend vor meinem Gebot, Jeder Wink meiner Hand Tausenden Lod oder Brot. Doch vom juwelenen Tisch, von den goldenen Dechern der WächL Riß mich ein Starker gewaltig in Dunkel und Nacht." — -■ „Torheit türmte mir Tempel Weihrauch wölkte empor. Da ich forschenden Blicks die heimlichen Kräfte beschwor: Ä-bern entgötterte» Ml, dem ich Rätsel um Rätsel entrafft Fühlt ich mich selber geführt von unfaßbarer Kraft." — ". -^ser dem Dettlergewand war ich euch Königen gleich, Kuhn hinter Schläfen und Stirn baut' ich mein funkelndes Reicht Lausende fanden der Seele seligste Labe bei mir Mir blieb die bittere Myrrhe allein. Ich suche, wie ihr., Aber die schweigende Heide spähten sie unverwandt Flogs wie ein Flimmern und Schimmern über den HügelrE Blinkte die Straße wie Silber, winkte ein Hüttlein fern: Strahlend darüber stand Bethlehems Stern. Roland. Von Hanns Jvhfl. In der Stunde der Scham Der Schande — mein Volk Will ich deiner Monstranz Dienender Diener sein.... Ich bekenne frohlockend: Deiner Jahrhunderte Blut, Deiner Wandlungen Wesen Hat mich zum Jünger bestimmt! 1 <- In dem höllischen Feuer Marternder Läuterung, Mit den Skorpionen von Stunden Tiefster Erniedrigung Geißle die schwärenden Wunden! Lind leide pinge heuer! Du mein gekreuzigtes Volk, Schweige zum Spotte der Schächer! Siehe, die Berge stehn schwarz. Lieber den Bergen der Sprecher Sammelt die brüllenden Wolken, l Speichert den zornigen Donner, Bündelt den silbernen Blitz. Fühle, mein Volk, des Sturmes Dunkle Verkündigung: Wahrlich, — du wirst mit geballten Fäusten Himmelfahrt halten! * L_ Vergessen. Von Martin v. Katte. Ich lehne an der Schulterwehr Lind weiß das kleine Lied nicht mehr. Em kleines Lied wie Glockenspiel — Ich fang es doch als Junge viel. Wie kam es mir nur aus dem Sinn, Ging kaum ein Jahr darüber hin? — Ich lehne an der Lehmwand schwer Lind weiß mein kleines Lied nicht mehr. * Mutter. Von Alfred Kunze. Solang schon ließ sie uns allein, Mußten wir Kinder einsam sein, Mußten, vom leersten Weh zerrissen Mütterchen unter den Narren wissen. Suchte mein Herz sie fern und nah — Aber Mutter war nicht mehr da. Keine Antwort, wie wir auch lauschten, Lind die Jahre rannen und rauschten ... Langsam ist sie wiedergekommen, Hat mein Herz in die Hände genommen. Alles gelöst, was mich beschwert Hat mich wieder das Kindsein gelehrt. Ad am Abend, wenn zwischen den Dinge» Einende Drücken der Dämmerung schwingen, Wunsch und Sehnsucht müde sich neigen ,.. Dann hör ich meine Mutter schweige». * Gebet. Von Dogislav v. Selchow. Lieber allem irdischen Geschehe» Ewig, ohne Sei» und ohne Art, Neue Untersuchungen über Sonnenstrahlung Daß die Ausnutzung der Wasserkräfte in größerem Umfang und in modernem Sinne in Deutschland erst jetzt von allgemeinem Interesse wird, liegt daran, daß im Lande der Kohlen bisher die mit Kohlenfeuerung betriebenen Dampfkraftanlagen im allgemeinen wesentlich billiger arbeiten konnten als Wasserkraftanlagen. Die Wasserkraftanlagen erfordern für den Bau, insbesondere durch die umfangreichen wasserbaulichen Anlagen, bedeutend höhere einmalige Anlagekosten, jedoch geringere dauernde Betriebskosten, die Dampfkraftbetriebe geringere Anlage-, aber höhere Betriebskosten. gemeinen bedeutend geringer als bei Wassserkraslwerken. Der Erpressungsfriede von Versailles, der ans die „schwarzen Kohlen" entzieht und ständig verteuert, ist die Ursache, daß die Wasserkraftanlagen, die Ausnutzung der „weißen Kohle", im Werte steigen und mit den Dampfkraftanlagen in Wettbewerb treten können, zumal bei ihnen die jährlichen Kosten nicht von im Preise steigenden Betriebsmitteln (Kohlen) abhängig sind. Alle nur verfügbaren Wasserkräfte müssen deshalb ausgebaut werden, um die uns in IW — „ Lung das ganze Jahr hindurch Haden. Äm deutschen Tiefland und I an der Küste ist die Ausnützung der Sonnenstrahlung zu Heil- I zwecken nur im Frühjahr, Sommer und Frühherbst möglich, wäh- | rend sie im Spätherbst und Winter auf nur noch 50—60 Prozent I der Gebirgsstrahlung heruntersinkt. Walket einer, den wir nicht verstehW, Der sich nie und nirgend offenbart. Emer, von dem alle F uer brennen. Und den doch kein Feuer je ermißt, Dem wir keinen (Hamen geben können. Weil er ohne Wort und Aamen ist. Einer, von dem alle Welten stammen, Und der doch von keinem Stoffe weiß, Einer, von dem alle Leben flammen, Aln& der jenseits doch von Fluch und Preu». Du, der ohne Anfang, ohne Ende In der Sphären reiner Harmonie. Sieh, ich hebe betend meine Hände, Sieh, ich beuge betend meine Knie. Aicht um deine Allmacht zu verehren Wie der Stunde steter Glockenschlag, Aicht um dich zu bitten, mich zu hören, Nur um rein zu bleiben — einen Sag. * Demonstrationszug. Bon Franz Thierfelder. Ich sah sie am Vvlkshaus vvrüberziehn, Als rot über Dächern die Sonne schien. Ein müder, harter, zorniger schritt .. And Haß und Elend zog höhnend mit. Wie wilde Flüche und zuckende Klmgen Die roten Fahnen darüber schwingen. Was steht auf der aschfahlen Stirn geschrieben. Der fremd die Küsse der Liebe geblieben? „Cs gibt ein Ziel, doch wir kennen es nicht, Es gibt ein Feuer — wir brennen es nicht. Was Väter uns lehrten, verachten wir. Den tröstenden Christus verlachter wir Wir können uns selbst nicht zum Glucke fuhren. Wir — können — nur — noch — demonstrieren! ... Und alle schrieen, daß hilflos zerbrach Dem Kantor im Dome das Vorspiel von Bach, Man wird bestrebt sein, möglichst viel Gefall in einem Kraft- werk auszunutzen, um die Baukosten möglichst auf ein Maschmen- haus und eine Maschinenanlage zu konzentrieren. Diese Grenzen zu suchen und sachgemäß zu ziehen unter Erzielung möglichst groDec Die Größe einer Wasserkraft ist abhängig von der zur Verfügung stehenden zufließenden Wassernienge und von der Höhe, aus der diese auf die Wasserkraftmaschine auffällt bzw. drückt dem „Gefälk", und wächst mit beiden Größen. Die Wassermenge ist abhängig von dem Umfang des „Einzugsgebiets" oder „Aiederschlags- gebiets", d. h. der Landfläche, die mit cen auf sie fallenden Aieder- schlagen (Äegen, Schnee) den Wasserlauf bis zu der Wasserkraftanlage speist und von der Menge und Stärke der auf dieses Aieder- schlagsgebiet fallenden Aiederschläge. Das Gefall und die Zusammenfassung von Gefäll ist abhängig und begrenzt von der von der Aatur geschaffenen Geländegestaltung. Die größeren Aiederschläge fallen im Hochgebirge, die kleineren im Tiefland. Die größten Gefälle find im Gebirge, die kleinsten im Tiefland. Das kleinste Einzugsgebiet des Wasserlaufs ist im Oberlauf, also im Gebirge, das größte Einzugsgebiet ist an der Mündung jeden Wasserlaufs. Sie größere Wassermenge hat also ein Hauvlfluß nach Aufnahme der Aebenflüsse in der Aiederung, dafür dort ober wenig Gefall. Das größere Gefall, das kleinere Einzugsgebiet und die größere Wassermenge im Verhältnis zum Einzugsgebiet haben die Einze.wasfer- läufe im Gebirge. Hieraus erhellt, daß in der Aiederung d^s Niederdruckwerke, inn Gebirge die Hochdruckwerke zu Hause sind. Wafferkrastanlagen und das „Nidderkrastrverk" bei Litzberg. Man liest in letzter Z-it gar manches mehr oder weniger Zutreffende über Wafserkraftanlagen und im Zusammenhang damit über das Nidderkraftwerk bei Lißberg, so daß einige Aufklärung nicht unangebracht sein dürfte. I. Wasserkraftanlagen im allgemeinen. Eine Wasserkraftanlage ist eine technische Einrichtung, die die Schwerkraftenergie des fallenden Wassers ausnutzt, d. h. die abwärts gerichtete Fallbewegung oder den sich bei dieser äußernden Druck des Wassers bi andere Energieformen umwandelt, die zur Arbeitsleistung 1 * 3 geeigneter find, wobei besondere Wasserkraft- Maschinen verwendet werden (z. B. Mühlräder und Turbinen), die eine drehende Bewegung vermitteln und damit Arb itsmaschi» nen ober Elektrizität erzeugende Maschinen (Dynamos) treiben. So Ist also jede gewöhnliche Mühle schon eine „Wasserkraftanlage". Unter einem modernen „Wasserkraftwerk" versteht man nun jedoch nur eine Anlage, die eine Wasserkraft mit Turbinen ausnutzi zur Erzeugung elektrischen Stromes. Wasserkraftmaschinen sind in Form von Wasserrädern wohl die ältesten Maschinen zum Ersatz von Menschen- und Tierkraft und schon seit Jahrtausenden befai nt. 3n Form von Turbinen, die vor mehr als 100 Jahren erfunden wurden, dienten und dienen sie 'größeren Mühlenbetrieben, und in der modernsten Form in den letzten Jahrzehnten den größten Kraftwerken zur Erzeugung elektrischer Energie. Die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung der Wasserkraftausnutzung zur Erzeugung von elektrischer Energie in großen Zentralen moderner Art war der Fortschritt der Elektrotechnik und besonders die Möglichkeit der Fernleitung elektrischen Stromes. Hatte man früher Wasserkräfte nur in kleineren ©efallen und für kleinere Wafferrnengen in Mühlen usw. ausgenutzt, so konnte man jetzt durch Zusammenfassen von kleinen Gefällstufen In große Gefälle und durch Anlagen für -roße Wassermengen in großen Zentralen große Leistungen erzielen und großen Gebieten nutzbar machen. Die Sonnenstrahlung ist erst neuerdings, nachdem manihre Bedeutung als Heilsaktor erkannt Hat, als wichtigstes Element in die meteorologifcßen Beobachtungen aufgenommen worden. Lieber die Unterschiede in der Stärke dieser Strahlung in den verschiedenen Jahreszeiten und Gegenden hat neuerdings Dr Franz Baur Untersuchungen angestellt, die er in der ,,klinischen Wochenschrift" veröffentlicht. Baur hat die bisher gemachten ^o^chtungen im Hv^ebirge Kolberg I Die jährlichen Aufwendungen für Betrieb und Kapitaldienst waren Sb To? itf in ©Ä ergibt 4 I jedoch seither bei den DampfkraftweSn w Deutschland stn Äl- daraus, daß die höchste Strahlungsintensität in allm Klimatypen Mitteleuropas nicht im Sommer, zur Zeit des ^chtstandes der Sonne, sondern im April eintritt. Die höchsten Strahlungswerte hat das Hochgebirge, dann kommt das Mittelgebirge, dann Küste, dann Tiefland: doch sind die Unterschiede zwischen den Höchst- I Stäflqudlen ,u ^r Luft eine"deutliche Wnahme der Strahlung. Die niedrigsten ' -■ - - - -......- ----- Werte fallen überall in den Dezember die Zett des Sonnentief- stcmdes. Aber während an der Küste die Strahlung Mttce Dezember durchschnittlich 42 Prozent geringer ist als Mitte Astrril, beträgt dieser Unterschied im norddeutschen Tiefland 32Prozent, im Mittelgebirge gar nur 14 Prozent und im Hochgebirge nur 10 Prozent. Das Hochgebirge hat also außer der absolut größten Strahlung auch die gleichmäßigste Verteilung über das ganze Jahr. Das Strahlungsklima des Mittelgebirges steht dem des Hochgebirges sehr viel näher als dem des Tieflandes. Dies Ergebnis ist für den deutschen Arzt von besonderer Wichtigkeit. Denn Mitte Dezember ist die Sonnenintenfität in St. Blasien um die Mittagszeit durchschnittlich um 50 Prozent größer als in Kolberg, während die in Davos nur um 13 Prozent größer ist als in St. Blasien Im Januar beträgt der Unterschied zwischen St. Blasien und Kolberg um die Mittagszeit 38 Prozent, um 9 Uhr vormittags und 3 Uhr nachmittags sogar beinahe 100 Prozent. Heber die Art der Strahlungen d. h. inwieweit die sichtbare und die ultraviolette Strahlung mit dem Aufstieg in die Höhe wächst, läßt sich noch nichts Genaues sagen. Doch ist die ultraviolette Strahlung in größeren Höhen zweifellos stärker. Aus dieser vergleichenden Beurteilung der Strahlungsklimate ergibt sich für die Heilkunde, daß die günstigsten Verhältnisse im Hochgebirge liegen und bann im Mittelgebirge. Es ist sehr wichtig, daß wir im deutschen Mittelgebirge, dessen klimatischen Verhältnissen sich die meisten Kranken güt anzupassen vermögen, eine ausreichend starke Sonnenstrahl 200 — Wirtschaftlichkeit, ist Aufgabe des Ingenieurs. Er muß unter günstigster (Ausnutzung der von der Ratur gegebenen Verhältnisse und möglichst billiger, dabei jedoch vollkommener Planung und Ausführung der nötigen technischen .Anlagen eine Möglichst billige Erzeugung der Kraft im Kraftwerk erzielen. Dazu gehört, die zur Verfügung stehenden Wassermengen zu ermitteln, diese dem Bedarf und den Dedarfszeiten in der Abgabe anzupassen, sie dem Wasserlauf durch geeignete Anlagen zu entnehmen aufzuspeichern und dem Krafthaus zuführen, dabei dem natürlichen Wasserlaus möglichst viel Gefall mit künstlichem Seitenlaus in Kanälen, Stollen usw. abzugewinnen, im Krafttverk an günstiger Stelle auszu» nutzen und alte Anlagen und Einrichtungen genau den auszunutzenden Wasfermengen in Größe und Stärke anzupassen. Die zur Verfügung stehenden Wasfermengen einigermaßen genau „u bestimmen, erfordert jahrelange Beobachtungen und Messungen der Riederschläge im Einzugsgebiet, der im Wasserlauf herrschenden Wasserslände und der dazu gehörenden Absluhmengen. Hierzu dienen die Beobachtungen der meteorologischen Stationen (Regenstationeu usw.) mit ihren Regenmessungen, die Beobachtungen der an den Bächen und Flüssen sitzenden Pegel, an denen die stets wechselnden Wasserstände abgelesen werden, und die zu diesen gehörigen Messungen der im Wasserlaus bei den verschiedenen Pegelständen abfließenden Wassermengen. AuS den Ergebnissen mehrerer Jahre läßt sich dann ein Schluß ziehen aus die in den verschiedenen Jahreszeiten usw. zur Verfügung stehenden Wassermengen. Hm eine Wasserkraft auSzunuhen, wird da» Wasser dem Lauf an einer möglichst günstigen Stelle entnommen. Wo es sich nicht um die Ausnutzung der Wasserkraft eines natürlichen Watser- falles handelt, bei dem die Ratur ohne weiteres das Grfäck, die Oertlichkeiten der Wasserentnahme und des Kraftwerks verschreibt, wird das Tal an einer möglichst engen Stelle .gesperrt" buixß ein Wehr, einen Sperrdamm, eine Sperrmauer, eine Talsperre. Je enger das Tal, desto kleiner und billiger das Bauwerk. Die Höhe des Sperrwerkes, der (Aufstau, ist bedingt durch örtliche Verhältnisse, Dahnhöhen, Ortslagen, Straßen usw. Auch ist der für den Zweck des Kraftwerkes nötige Inhalt des Stauraumes maßgebend. Große Staubecken werden nötig, wenn ein Werk im ganzen Jahr möglichst gleichmäßig täglich stets dieselbe Krast abgeben soll. Dias trifft zu bei den selbständigen, unabhängigen Wercken, die dauewrd ohne Unterbrechung im Betrieb sind, „Laufwerken". Hier muß möglichst alles Wasser, das im ganzen Jahr zusließt, also Rieder- und Hochwässer, ausgefangen und zu gleichmäßiger Verteilung ausgespeichert und abgegeben werden. Es entstehen die großen Talsperren. Bei Werken jedoch, die mit anderen bestehenden Kraftwerken, insbesondere mit Dampfkraftwerken zusammenarbeiten sollen, ist es oft von größter Bedeutung, nur zu gewissen Zeiten bestimmte Wassermengen abzugeben, und den während eines Tages in bestimmten Stunden austretenden besonders hohen Bedarf an Kraft die „Spitzen" zu decken, um damit dem „Laufwerk" einen gleichmäßigen Betrieb und Dampfkraftwerken eine gleichmäßigere Belastung der Kraftmaschinen und Kessel zu gewährleisten. Wo besonders viel Wasser zur 'Beifügung siebt, kann auch über den Spitzenbedarf h naus währei d teS Tages Kraft abgegeben werden, wodurch bestehende Dampfkraftwerke entlastet und damit der Strom verbilligt werden kann. Bei solchen „Spitzenwerken" genügen kleinere Staumauern, da weniger Wert auf größeren Ausgleich gelegt wird. Don den Sperrbauwerken ist das Wasser unter möglichst vollkommener Ausnutzung des Gefälles dem Kraftwerk zuzusühr-en. Bei größeren, hohen Talsperren und bei natürlichen Wasserfällen ist dies u. 11. unmittelbar «rn Fuß der Sperrmauer bzw. des Wasserfalles selbst möglich. 3n anderen Fällen muß das Gefäll jedoch dem Wasserlauf erst abgewonnen werden. Der natürliche Wasserlauf wird zu diesem Zweck an dem Sperrbauwerk verlassen, um in einen künstlichen Kanal geführt zu werden, der unter sorgsamster Ausnutzung der Geländegestaltung angelegt wird: er darf nur schwaches und soviel Gefäll haben, als zur Beförderung des zur (Ausnutzung vorgesehenen Wassers nötig ist. Zwischen dem steilen Lauf des Gewässers und dem flacheren Lauf des Werkkanals wird aus diese Weise Höhe gewonnen. An einer meist von der Ratur gewiesenen Stelle wird bann die zwischen bem alten Wasserlauf und dem künstlichen WerkLinal gewonnene Höhe, das „Gefäll" au genutzt und das Wasser von der Höhe in einer Druckleitung. (Triebrohrleitung) auf die Turbinen des Krafthauses im Tal geschickt. Damit ist dem alten Wasserlauf zwischen dem Sperrbauwerk und dem Krafthaus gewöhnlich das Wasser entzogen. Rur bei großen Hochwässern, die der Werkkanal nicht abführen und das Staubecken nicht fassckn kamt, fließt der Ileberschuß über den Heberfall des Sperrwerkes durch das alte Bett ab. Zwischen Sperr- und Kraftwerk können also keine Mühlen und keine Dewässerungs» einrichtungen mehr bestehen. Der von dem mit Absperrschieber Hochwasserüberlauf Leerlaus, Rechen und Tauchwänden gegen Geröll und Schwimmstvffe versehenen Sperrmauerwerk abzweigende chmstliche Kanal kann offen (meist bei „Laufwerken", wenn eS das Gelände gestattet) oder als geschlossene Rohrleitung (bei steilen Talhängen und meist bei „Spitzenwerken") oder auch im Berginner» als Stollen ausgeführt werden. An der Stelle, wo das Wasser vom künstlichen Kanal durch die Triebrohrleitung auf die Turbinen geleitet wird, wird bei größeren Gefällen das sogenannte „Wasserschloß" errichtet, (ein Ausgleichsraum, offenes Decken oder geschlossener Turm), das nicht etwa den Zweck hat, als Sammel- raum zu dienen und das Wasser aufzuspcichern, sondern durch den Betrieb verursachte Wasserschläge aufzunehmen 'und unschädlich zu lmachen, die als wellerförmige Anschwellungen und Stöße der Rohrleitung außerordentlich gefährlich sind, z. B. wenn bei einem durch Kurzschluß der Dynamos eintretenden Plötzlichen Stillstand der Antriebs-Turbinen die im Anfließen befindliche Wassermasse plötzlich aufgehalten wird. Oft ist es möglich, in einem Kraftwerk auch noch das Wasser eines Seitentales auszunuhen: die Lösung dieser Aufgabe wird dann meist gefunden durch Anlage eines Stollens durch den die Täler trennenden Bergrücken, der das Wasser des Seitentales von dem auch dort errichteten Sperrwerk nach dem künstlichen Werkkanal des Haupttales oder öem Wasserschloß führt. Eine vergleichende Berechnung muß die Wirtschaftlichkeit dieser Erweiterung erst prüfen. Das zum Wasserschloß geleitete Wasser passiert, durch die Triebleitung strömend, die Turbinen, setzt diese in älmdrehung und fließt, seiner Kraft beraubt, dem „Unterwasser" d. h. dem alten 'Wasserlaus wieder zu. Mit den Turbinen auf einer Welle gekuppelt drehen sich die Dynamomaschinen (Generatoren) und erzeugen elektrischen Strom. Die Art deS Stromes (Gleichstrom. Wechselstrom, Drehstrom), und seine Spannung ist abhängig von etwa bestehenden Stromnetzen, in die das Werk speisen soll, und von der Größe des zu versorgenden Gebietes. Meist sind Umformungen hinter der Schaltanlage o sie hvhe Preise erzielten, In Andernach wirb Manbelblütenseise erzeugt. UeberaU wo die Mandel reift, gedeiht auch die Edelkastanie, am Rande deS Haardtgebirges in ausgedehnten Wäldern. Die rheinischen Edelkastanien werden nicht so groß wie die Maronen aus Italien, Sudtirol und dem Görzischen, sind ihnen aber an Aroma überlegen. Edelkastanien reifen auch bei Kvmvtau In Böhmen, zwischen 2lußtg und Lobositz im Elbtal, im unteren Rahetal, hier und da an der Mosel, vereinzelt in den Weinbergen von Meißen und Gruuberg in Schlesien, sowie in Wernigerode im Harz. Echrlftleitung: August Goetz. - Druck und Verlag der Brühl'lche« Huiv^Vuch. und Steiudruckerei. R Lauge, Gießen,