Der Millionenschatz in der Asche. Man schreibt uns aus Butzbachs Am einen sagenhaften Schatz, dessen leichte Hebung ßoye- nannte Schatzgräber dem Leichtgläubigen anbieten, soll es hier nicht gelben, sondern um wirkliche MillioneMoert«, an deren Hebung unser gesamtes Volk interessiert ist. Wenn wir hinausgehen vor die Städte, dann sehen wir auf den Wogen, die mit den aus den Steuerungen entfallenden Schlacken aufgesüllt sind, dah da ungezählte KoK- und Kohlenteile nicht zu ihrer eigentlichen Bestimmung gekommen finb und was noch schlimmer ist, ungenutzt hier zur Wegausfüllung verwendet werden, oder sogar auf Schutthalden gelangen. Wissenschaftlich hat man fest gestellt, dah 50 und mehr vom Hundert noch brennbare Bestandteile in den Schlacken enthalten sind. Das ist aller» dings ein Luxus, den wir uns heute nicht mehr leisten dürfen und aus national-wirtschaftlichen Gründen vermeiden müssen. Die meiste und beste Kohle erhält die Entente, die Saarkohle können wir zu Frankenpreisen nicht kaufen. Eine Tonne kostet heute fas! 200maI so viel wie in der Zeit vor 1914 und finanziell sind die Aussichten so trübe, dah nur die wirtschaftliche Nutzbarmachung aller Erfindungen und Kräfte der Industrie und Technik uns unser trauriges Los erleichtern werden. Es wurden und werden Millionenwerte mit der Asche hinausaefchüttet auf die Schutthaufen — das ist der Millwnenschatz in der Asche. Diese heute wirtschaftlich hochwichtige Frage der Rückge» wimiung der unverbrannten Bestandteile aus der Asche ist schon viele Jähre vor der Kriegszeit gelöst worden, und swar hat die Kvhlenaufbereitungsfirma „Megutn A.-G. Butzbach" damals bereits einige Aschenaufbereitungsanlagen gebaut und in Betrieb gesetzt. Diese jahrzehntelangen Erfahrungen hat sich dieses Werk unter fortwährenden Berbesferungen so zunutze gemacht, dah man heute sagen tann, dah das Problem der Scheidung von brennbaren Teilen und reiner Schlacke vollkommen gÄöst ist. Die Scheidung von Schlacken und Brennstoffen ist im Prinzip sehr einfach Reine Schlacken sinken unter, 'während unverbrannte Teile im bewegten Wasser fchwimmen. Die nach diesem Prinzip arbeitende, patentierte Setzmaschine „Megnin", die in den Kohlenwäschen der Bergwerke das Herz der Kohlenaufbereitung darstellt, ist heute bei der Aschenirsnnung ebenso zu bewerten. Deutschlands größte Kohlenverbraucher sind die Reichseisenbahnen. Die Eigenart des Betriebes und der Derfeuerung auf beschränktem dauernd bewegtem Raum, brachte es schon früher mit sich, dah sie trotzdem derjenige Derbraucher waren, bei dem die Kohle am wenigsten ausgenuht wurde, und die veränderten Derhältnisse bei der Eisenbahn selbst, ebenso wie die Berschlechte- rung des Brennstoffes und der Zwang zur Benutzung auch weniger geeigneter Sorten und Grotzen 'haben den Ausnutzungsgrad noch weiter sinken lassen. Rur etwa ein Viertel bis ein Fünftel der verbrannten Wärmewerte erscheinen als Zugkraft wieder, aber es verbrennen, wie sich herausgestellt hat, nur 55 bis 70 vom Hundert der Kohle überhaupt. Der Rest bleibt als Abfall in den Feuevungsrückständen. Mit ähnlichen, wenn auch prozentual geringeren Verlusten kämpft seit langem jeder Köhlen- gvvhverbraucher und es ist natürlich, dah außer dem am Eingang genannten Meguinschen Scheideverfwhren eine Reihe von weiteren Verfahren ausgeprvbt wurde, von denen sich aber keines im gröberen Umfange durchsetzte, weil diese sich nur für bestimmte, besonders günstige Verhältnisse als anwendbar erwiesen, während bet anderen die geretteten Brennstoffe teurer als gleichwertige SLMstcrg, 15. Juli »SSI WZ 1922 — Nr. 28 frische Kohle zu flehen kamen und schkiehlich keines eine restlose Rückgewinnung ermöglichte. Zuweilen wurden zwar Brennstoffe und Rebenerz-eugnisfe gewonnen, aber in einer Form, die bis zur Verwendbarkeit noch eine kostspielige Verarbeitung erforderte. Sv hat sich die Eisenbahnverwaltung bereits vor zwei Jahren durch Köhlemnangel und Defizit veranlaht gesehen, ihre Bemühungen zur Erhöhung der Kohlenausnutzung in den Lokomotiven auch auf die Drennstosfrückgew-imiung auszudehnen, was anfänglich auf die denkbar unrentabelste Art durch Auslesen der brauchbaren Stücke aus der Asche geschah. Run hat die Bahn auf btefem Gebiete einen gewaltigen Schritt vorwärts getan, indem sie das Meguinsche Verfahren einführte, das durch Verbesserungen und Verbindungen mit anderen Kohlenrückgewinnungsverfahren durch den Hainburger Grvtzinduftriellen Generaldirektor Leopold auf eine nicht mehr überbietbare Ausnutzung gebracht wurde. So werden gegenwärtig nach diesenr System 13 grobe Anlagen zur Verarbeitung von jährlich ungefähr 420 000 Tonnen Feuerungsrückständen betrieben und gebaut. Die Menge des hierbei gewonnenen reinen Kokses schätzt man auf 164 000 Tonnen, dessen mittlerer Heizwert 5500 Wärmeeinheiten betragen wird, während für gute Steinkohle 7000 Einheiten berechnet .verden. Durch die Verarbeitung des feinen Kokses bis zu 8 Millimeter Gröhe unter Zusatz von Fe in kohle und Hartpech, zu Briketts, werden statt 63000 Tonnen Kvksgrus etwa 74 000 Tonnen Kvks- briketts mit einem Heizwert von etwa 6500 'Wärmeeinheiten erstell, Anher den brennbaren Rückständen werden noch 256'000 Tonnen nicht brennbare, als Reinschlacke gewonnen, die zur Herstellung Don 130 Millionen Schlackensteinen ausreichen. Es tritt also nicht nur eine Verwertung der wiedergewonnenen Kohle ein, sondern auch eine Verwertung der Schlacke zu Schlackensternen. Die Anlagen arbeiten auf gemischt-wirtschaftlicher Grundlage, d. h. die Eisenbahnverwaltung liefert nicht nur gegen gute Bezahlung ihre Feuerungsrückstände, sondern sie ist auch mit vier Zehnteln am Gewinn beteiligt. Aus genannten Ziffern geht hervor, dah die erste oben genannter 13 Anlagen, die für die Eisenbahnverwaltung in der Hauptsache arbeitet und in Eidelstedt bei Hamburg errichtet wurde und die im Lause der nächsten Wochen und Monate in Betrieb kommenden weiteren Anlagen gvvtze wirtschaftliche Bedeutung besitzen für die Gesundung der inneren deutschen Wirtschaft und der Finanzen unserer Staatsbahnen. Für die seither bet der Eisenbahn nur älnkvsten machende wertlose Asche erhält dieselbe einen Preis, der sich nach dem Kohlenpreis richtet, und die Frachtgebühren für die Anfuhr ersetzt. Was die hergestellten Schlackensteine betrifft, so sagt man von ihnen, dah sie vom Schwemmstein sowohl wie vom Ziegel die guten Eigenschaften in sich vereinigen. 'Diese Schlackensteine werden vielfach heute als Bausteine für 'Wohnhauskolonien, Beamten- und Arbeiterhäuser verwendet. Der Frachtersparnis halber können die Schlackensteine an Ort und Stelle verbraucht werden. Bei der Herstellung der Schlackensteine tritt eine bedeutende Ersparnis an Kohle in die Erscheinung, was sehr wesentlich ist. Erfindung, Technik und Industrie haben hier meisterhaft zusammengearbeitet. Dreizehn Aschenscheidungsanlagen „Meguin- Levpvld" werden in diesem Jahre noch, so hoffen wir, in Betrieb kommen und die Kohlennot etwas beheben. Diese geringe Zahl wird jedoch zur Aufbereitung 5er Millionenschätze, die in der Asche ungehoben liegen, nicht genügen; die Eisenbahnen und di« Industrie werden eine weitere Anzahl derartiger Brennstoff- rückgewinmingsanlagen, die zum Wohle ger Allgemeinheit dienen, schr bald errichten muffen (Eine AMagsgefchichLe 1916. Bon Walter von Molo*). Aus Walter von Molos „3m Zwielicht der Zeit lVerlag von Albert Langen in München). Das Bändchen, dem der Untertitel gegeben ist „Bilder laus unseren Tagen" bringt in guter Auswahl die besten modernen Novellen und Skizzen, die Molo in sechzehn dichterischen Jahren geschrieben hat. Es sind wirklich scharf umriffene, aber in ihlrer Stimmung lebensvolle, 1300 Jahre Islam. Mohammeds Hedschra, 16. Juli 622. fern einst schien, die Aussicht ist ni.m bTtff p,c. ii. ^revve hinan schreitet I Ptntscher und wirft ihn an die Hausmauer, daß er fliehend ein qestrichmen^Mauer' sind die Mig^Klagegeheule anstimmt; unwillig, schmerzlich kläffend ver- E Frau auf der hingen, die der schwindet er hinkend im Vorderhaus. Gemessen, in der vollen ^fr^ tnmS? i>te « fo Iiebte Me gestern verlaust Schönheit seiner vornehm gezüchteten Limen, drohmrd Jchrettet Tote sv ta ch-r Diele in der der letzte Weih- Rolf Hinter der stillen Frau und den Kindern tm Schwarz drein. Ä Durcheinander ®« Möbelwagen gerät in Bewegung, er rumpelt der Groß- L" I w w«- Salon sind die verkauften Möbel ineinander geschichtet, un Glasausbau trauern die Blumen und der alte Efeu, für dre m der Hintertreppenwv'hnung, die nun bezogen werden muh, kein Platz ist Die zffelierten Türklinken, die sie aus alten Hausern mühsam sammelten bleiben da, auch der weihgestrichene Tisch mit den weiß lackierten Sesseln im Frühstücksplätzchen. Baumgrun und Neugier starren durch bte aufgeriffenen Fenster. Frau gM die Treppe Hinan, am Badezimmer vorbei, vor dem Rolf gemütlich jaulend sein Nachtquartier Hatte, ins Zimmer deS Gestorbenen. 3m Alkoven in dem das Bett stand, hängt die Klrngelleitung lose nieder, das kleine Mädchen Hat sie mitnehmen wollen, doch sie ift: eingemauert, die schwachen Kräfte, noch schwacher durchs das Weinen, Haben versagt. 3n der Mitte des Zimmers,- dort wo die Bücherschränke standen, sticht gedruckt der üutz- kontakt der verloschenen Schreibtischlampe in die Vereinsamung. Die blaugrüne Tapete zeigt einen hellen ^Fleck: Dort hing die Totenmaske von des Toten Vater. Der Schrank mit der Eckbank bleibt da der Balkon, von dem der Herr des Hauses oft scherzend ans Erkerfenster seiner Frau nebenan Köpfte, zeigt werte Aussicht tn das Grün der Landschaft mit dem silberig schimmernden Strom tn der Ferne, auf die Dächer und Schlote der Stadt, die so ofcihorihriTfi der aroßen Stadt wo die Villen und Einfamitten- Khxta“Ä® Ögn aus frischer Luft und einem feinen Balkonen, Loagien und Gartenplätzen Lgenen -Erdbesitzes, dem Besitzer b'^en Hanges ein ^us^ür^ieSein^i W^bauew Dieses Haus zeigt persönlichen I ^sGi^flückchen" die letzte Köchin hat die Büste der töten Mutter ^vmi ü^r^deö Liebe spricht der umgebende Garten^von ^^gM, die Trümmer sind wertlos, die zerrissenen Krnder- Aneö bealü^d Egen Sicherheit, das Dasein verlchonern M M^ch. w alles bleibt da. Langsam schreitet die Frau Q3TeiTfüIn{ ein Kiesweg am Vorderhaus vorbei, von der | Bodenluke, abschieöneHmend sieht sie ins Freie. Tröstend ?tta^e Man ein fchöngeschmiedetes Gitter trennt das Vorder- ^e[t &fe duftende Luft die Stirn der Einsamen Sonnen- m der' Dehaglchkeit des Eigenheims uberdem hellblauer | durchglüht schwimmen die Wölkchen hoch über ihr im blauen 8lwasKmmel ist. Rechts und links bücht Wein^ er duftet H^/iautlos verdampfen sie im All. Tiefe Stills dumpf mtt dem Odun der Nachbargärten, mit-deren blühenden Däunien Großstadt von fern, dünn läuten m der Weite ein selia berauschend zusammen. | paar Kirchenglocken. Zwitschernd schießen Schvxilben vorbei die 9nr ( K ßpbt ein Möbelwagen; gefüllt mit den Möbel- I Pfirsichbäume im Garten leuchten rosa mtt ihrem Blutenblust w ^rSvnne andere stehen noch I empor. Der Schlüffel zur rückwärtigen Gartentüre, den m fiuaen des v^ dem VorderMis die letzten werden | Mann immer wie ein Heiligtum in der Tasche trug, für den Fall wirr auf dem Gehsteig vor ^.lJ°d^Jdgeschleppt. Die Mäd- ^nn sie einmal allein, ohne die Kinder spazieren gingen, ist mm Mobeftackei - Bv'derHauses flehen an den Fenstern; dem neuen Besitzer übergeben; auf dem Rafenfleck, auf dem st« H-n und Hausfrauen Barüchm dem Qliilgug der Witwe zu. Sonnenbilder nahmen, schießt das FrÄhgras hoch Fremde werden wohlig gesichert sehen die Parteien »4 * schneiden. Das Grasstück, unter- dem die Kinder dem Lauw Offen Kafft die schwere, grüngestrichene^ustureiNll oem ?ein Grab bauten, ist häßlich. Langsam, trauend glettend schmiedeeisernen Türbeschlag. 3hn brachte der Tote früher aus ' ^rau den Blick die Dachrinne entlang . em Ruck einem Freisassen-Hof im Gebirge, wo ihn erstand damabS ^gt M die Hände; in der- DaEmne liegt ein Stuck gerade dessen Besitzer gestorben war. Wütend bellt der Schafer I wm tiorigcn Frühjahr, als der Blitzableiter aufgesetzt Hund Rolf. Sein vornehmer Stammbaum I^t das Dorderhaus s wurde. „Run kann uns nichts mehr geschehen, hat damals ihr geärgert wenn der Tote soviel Aufhebens mit ihm machte wen ^Ncmn gesagt. Schmäler wird der Frauenmund, tief unter sich er sündig und stolz das schöne-Tier über bm Stock spring«! ließ, | grau 6ag letzte Möbelstück, das noch vor dem Hause wenn Rolf jedem Fremden, der von unten ^vi.^n Sinttitt ver . ' Wagen hinabtragen. Möbelpackerfäuste umkrampfen wehrte. Immer vLtender bellt Rott, ein linder Mann schlagt ^rlegteS Bett. Sie wendet sich, sie geht langsam durch über der Haustüre Las Wappen seines Herrn aus Der Jiiauer. i dämmrigen Bodenraum, die Treppe nieder, an ihrem Zimmer Bank auf der das Ehepaar I vorbei, Hinunter durch die Diele, aus dem Haus. Die Kinder nr’,$ ”*** gestrichenen Bank, aus oer uu . I .... _> Das Mädchen trägt, bei gesenktem Kopf, die an die Brust gepreßt, der Bub schleppt ein Tännchen — 111 — ren Vaterland Mekka nichts aalt und dem ft, Ähr Söhne Keilahsl Euer Gluck ist angekommen." „Wir gingen hinauf", so berichtet der älteste Biograph Mohammed Ibn 3shak, „und fanden Mohammed im Schatten eines Dattelbaumes und bei ihm war Abu Bekr, der ihm an Jahren gleich war. Da 'die meisten von uns Mohammed früher nie gesehen hatten, so wußten sie, indem sie auf ihn zu- gingen, auch nicht, welcher von beiden Abu Bekr war, bis der Schatten von Mohammed wich und Abu Bekr ihn mit seinem Oberkleid beschattete; dadurch erkannten wir ihn. Mohammed kam nach Medina, atö die Sonne heiß brannte. Gr war damals 53 Jahre alt, und es waren 13 Jahre, seit er als Prophet gesandt worden war." In Medina erst stellte Mohammed den Islam Mm Juden- und Christentum in einen strengen Gegensatz. Die Vorschrift, beim Gebet fortan nicht mehr gegen Jerusalem sondern gegen MeNa zu Bilden, war das äußere Zeichen der Abkehr des Islam von den anderen Religionen. Als der Prophet zehn Jahre später starb, hatte er seine Heimatstadt Mekka bezwungen, die neue Lehre unter den Arabern fest begründet und mit dem Kamps gegen das byzantinische Reich ihr« Weltmisfion eröffnet. Die Schulferien im Wandel der gelten häuslichen Freuden, wie z. D. einem Schweine- m die Kinder „selbstverständlich" beim Unterricht. bis auf Den heutigen Tag erhalten. Durch Einführung der Reformation fielen nun viele Feiertage weg. Dadurch wurde die Zahl der freien Tage in den Schulen, die inzwischen schon mehr und 'mehr geregelte Anstalten geworben waren, bedeutend verringert: in dem Hiave, daß es den Herren Lehrern zuviel wurde. Go liest man in der Gchul- älns wird geschrieben: Im Mittelalter, wenn die Schwalben wieder kamen, oder der Storch war Freude in der ganzen deutschen Welt. Der Turmwächter stieß ins Horn und holte sich dann im Rathause einen Taler zu einem Ehrentrunk, weil er zuerst Ben Sommeranfang durch Stadt und Laich verkündet hatte. Am allermeisten aber jubelt« die Jugend, Berat den ganzen Sommer lang hatte sie schulfrei. Ja schtlsrÄi - weil es nämlich für Lehrer und Kinder jetzt allerlei anderes zu tun gab! Wer waren denn die ersten Lehrer wenigstens in der Kleinstadt und auf dem flachen Lande? Das waren die Imker, Hirten und Schäfer, die sommersüber mit dem ganzen Gemeindebesitz an Bleiten, Rindern, Schweinen, Ziegen und Schafen Mw- schen Wald und Weide herumschweiften und erst: wieder Wim- kehrten wenn eS draußen nichts mehr zu füttern gab. Dafür mußten' sie aber im Winter selber mit durchgesüttert werden. Das geschah sehr einfach. Wochen- und tageweise waren sie bald in diesem, 6att> in jenem Hofe zu Gaste und wo fk „einlagen Welten sie für die jeweilige ganze Rachbattchast Schule, wobei tonen nicht nur alle Kinder, sondern auch die Alten gerne zu- hörten soweit es ihre Zett erlaubte. Denn diese Männer, dte bei ihren sommerlichen Streifen Muße hatten, mehr auf alle Erscheinungen der Ratur zu achten, waren vor Ändern wind- und Wetter- quellen-, pflanzen- und heilkundig, tteberdtes hatten sie draußen Zeit zum Lesen. Hinterher teilten sie dann aus dem reichen Schatze ihrer Erfahrungen mit. Aus allen diesen Gründen ergab es sich> gewissermaßen von- selbst daß das Sommerhalbjahr schulfrei, das Winterhalbiahr aber' ferienlos war, — abgerechnet die kirchlichen Feiertage. Rur etwa bei häuslichen Freuden, wie z. B. einem Schtveme- schlachten fehlten die Kinder „selbstverständltch" beim Unterricht. Zur Entschuldigung diente dann Wohl eine Wurst. Aur um Weihnachten wurden kurze Ferien gemacht. 3m Duderstadter Urkundenbuche vom Jahre 1434 heißt es darüber: .Thomas avend wan men de Khndere ut drivet", nämlich aus der Schule. Auch 'in größeren Städten wußte man sich kaum anders zu helfen Sv Wurde beispielsweise noch im Jahre 1532 zu Frankfurt a. M als erster deutscher „Leremeister" ein früher Schuhmacher Jakob Medenbach angestellt. Diese älnterrichtsmechode - ein Halbjahr Praxis, ein Halbjahr Theorie — hat sich in einigen Fächern, z. B. in den Landwirtschasts- und Schlsferschulen, " heutigen Tag erhalten. vrdnung des Ghmnasiums zu Rordhausen b. I. 1583: „Ob man wvll den Praeceptvrlbus gerne gönnet, daß sie bisweilen ruhe haben und remifsiones mus doch solches auch seine maße haben, damit die knaben nicht verment oder zu sehr verseumet werden. Demnach sollen alle Ferien, die inen die Cvllegae gemacht, (lentzlichen abgeschnitten fein, vhn allein folgende, welche inen ollen vergunnet werden, nemlich. . ." ülnd nun folgen einige freie Tage: die Zeit der Faschingsfreuden, das Er tedankfefl, die Kirmeßfeler und andere allgemeine Freudentage, — in Dresden die ganze Vvgelschteßenwvchen. Später wurden hier auch alle Mittwoch- 'und Sonnabendnachmittage schulfrei gelassen; ebenso in Berlin, so daß die bekannte Anekdote vom Alten Fritz und den Rangen, die den König 'auslachten, weil er nicht wisse, daß am Dvnnabendnachmlttag keine Schule sei, ins Reich der Fabel ge'hörte. Desgleichen schrieb schon die älteste Schulordnung Be8 Grauen Klosters zu Berlin vor, daß auch während des Jahrmarkts der ülnterricht ausfallen solle. Das waren die ersten eigentlichen Ferien, von denen wir wissen. 3m allgemeinen scheint es schulfreie Sommerwvchen, die Lehrern und Schülern ein Ausruhen und Erholung brachten, in Ben größeren Städten bis zum 17. Jahrhundert nicht gegeben zu haben; eine geregelte Ferlenvrdnung für das ganze Jahr brachte Wohl erst das vergangene Jahrhundert. Und wie stand es mit den Serienreifen? Solche mußten die meisten Zöglinge der Oatemschulen und Universitäten, weil von auswärts kommend, an jedem Semesterende, also zu Ostern und Michaeli notgedrungen machen. Tagelanges, mühsames, entbehrungsreiches 'Wandern hin und her durchs Land für viele, und mancher, der frisch und fröhlich auszog, kehrte nicht gesund, überhaupt nicht wieder heim. Da ist Denn neben Ferienlust zugleich von Ferienleid zu reden. 3m Jahre 1598 hielten sich in der Leipziger Pflege alle Ortschaften wegen der Pest verschlossen und so fand man denn, als diese Landplage vorüber war, bei Dolsenhain einen fahrenden Schüler tot am Wege, den sie zu Grandstein nicht eingelassen Ktten. Der hatte noch in sein Wanderbuch geschrieben: „Ja, ülich, ich bin krank. 3d) bin nun vierzehn Tage unter den tlmmel gelegen und Bat mich niemand wollen Herbergen. Der als ist sehr dick, ich kann nicht schlingen, ich habe die Bräune gekriegt von der Rachtluft und bin die Zelt über Immer In nasse . Kleidern gelegen und weiß mich niemand zu trösten, denn meines Herrn Jesu Christi, der wird mir Helsen." So ist wohl nich mancher derzeit unterwegs verdorben, einer aber sogar bei Serien» beginn in der Schule selbst, den sein Rektor ins Karzer sperrte^ weil er sich gar zu stürmisch darauf gefreut hatte, auf Eltern und Sreiheit. Die Altenburger Ghmnasialchronik vermeldet davon: „Alle anBern jungen Vögel flogen aus. Der Schulregent vergrub sich in seine Bücher, wobei ihn wieder und wieder der Gedanke quälte, daß er irgendetwas vergessen hatte. Erst ein Mahnbrief der Eltern des armen Jungen brachte ihn auf den richtigen Gedanken. Da aber war es zu spät. Wohl stürzte der Alte ins Gewölbe der nahen Brüderkirche, in das er Ben lustigen Vogel eingeschlvssen hatte. Der war inzwischen ganz still geworden, qualvoll verhungert," Roch lange verwahrte man sein Skelett in der Bibliothek des Ghmnasiums, vielleicht heute noch. Dr. T. Rh Gaben des Waldes. Don Amtsgerichtsrat Dr. Hartmann, Mainz. Mlllivnenwerte gehen Jahr für Jahr ungenutzt zu Grund«. Weder die eifrigste Aufklärungsarbeit unermüdlicher Ratur« freunde noch die furchtbare Rot des Krieges haben eine wesentliche Wandlung bringen können. Gleichgültig sichen die Meisten Den Wunderwerken der Ratur gegenüber, die diese In unerschöpflicher Fülle alljährlich hervorbringt. 3n feuchtwarmen Sommern, wenn Wald und Flur ihr prächtiges Sommerkleid anlegen, entwickelt sich vielgestaltig und farbenprächtig das Prlzreich Die Set säst mißachteten, neuerdings aber doch immer mehr und r in Rus kommenden Pilz« verdienen es wahrlich, aufmerksam beachtet zu werden. Sind sie doch ein köstliches, wohlschmeckendes Lebensmittel, das in großer Wenge vorkommt, gratis zu haben und geeignet ist, manches Haushaltsbudget recht fühlbar zu entlasten und in angenehmster Weise Abwechslung In das tägliche Einerlei der Küche zu Bringen. Pilze sind nicht nur schlechthin Rährungsmittel, die an Nährwert den besten Gemüsen gleichzustellen sind und dem Fleische nähekommen, sondern sie sind auch! in besonderem Maße Leckerbissen von köstlichem Geschmack. Vermöge ihrer Mlligkeit sind sie namentlich in unserer Zett unaufhaltsamer Teuerung ein Volksnahrungsmittel allerersten Ranges. ES gibt kein größeres Vergnügen für den Raturfreund, als Den tannendustenden Wald zu durchwandern und mit reichster Ausbeute an Ben prächtigsten Pilzen beladen heimzukehren. 2,618 3 Tage ttaxfj. starken Riederschlägen sproßt das Pilzreich in üppiger Pracht und keine Wanderung wird erfolglos werden, wenn man feine Jagdreviere erst einmal kennt und die Pilze erkundet Hatz hie dtese oder jene Art der Pilze bevorzugt. Erfahrungsgemäß kommen die einzelnen Arten an bestimmten Stellen vor, an denen sie sich oft Jahre lang halten, und der Kenner vermag schon im voraus zu sagen, welche Pilzarten er vermutlich da oder dort finden wird. Fs ist grundfalsch, wenn behauptet wirb, alle Pihe, dw beim Zerschneiden aber auf Druck die Farbe ändern, oder die MiichMst absondecn, seien giftig oder ungenießbar. Eine ganze Reche von köstlichen Speisepilzen sind gerade an diesem untrüglichen Merkmal der Farbenänderung oder des Milchsaftes «m- wandsfrei zu erkennen. Eine weitverbreitete, aber durchaus falsche Auslassung ist es auch, daß es Mittel gäbe, die Glftrgkmt der Pilze beim Kochen selbst zu erkennen, wie z. B am -versarven der Pilze oder am Schwarzwerden eines mitgekochten suvernen Lössels oder einer Zwiebel. Alles das sind Märchen Es gibt nur ein einziges Mittel, um die irrtümliche Verwendung von schädlichen Pilzen zu vermeiden, lerne die Pilze kennen! Die übertriebene Furcht vor Pilzvergiftungen ist ganz unangebracht. Die allermeisten in der Presse bekanntgegebenen Pik Vergiftungen sind entweder auf Leichtsinn oder auf den Gen ß verdorbener Pilze zurückzuführen. Vergiftungen swd ausgeschlossen, wenn man nachstehendes beachtet. Vor allem verwende man _ Pilze, die man sicher als genießbar kennt. Wcm Hute sich vor »er dorbenen Pilzen Pilze sind wegen ihres großen Gehalts anEv- weitz, wie alle Vahrusgsmiitel, leicht der Fäulnis ausgesetzt Wan verwende nur gesunde und junge Exemplare. Zu alte, zu wässrige oder gar verschimmelte Pilze sind zum Genuß ungeeignet. Tanz besonders wichtig ist es aber, ein zu langes Ausbewahren der Pltze zu vermeiden. Am besten ist es, die Pilze an dem --age, an dem sie gesam'.nekt wurden, zu reinigen und zu putzen Ist die^ Verwertung nicht am gleichen Tage möglich — sie hat aber spätestens am zweiten Tage zu erfolgen — dann nehme man die Pilze aus den Sammelbehältern und schichte sie auf Unterwgen luftig, von einander getrennt, in der Weise auf, daß dre S-iele mich oben stehen. Läßt man die Pilze im warmen Raume über Aacht stehen, so kann man die unliebsame Erfahrung machen, daß bereits nach 24 Stunden die ganze schöne Ernte von Pilzmaden zerfressen rst. Zubereitete Pilzgerichte genieße man grundsätzlich noch am Tage der Zubereitung. Die allermeisten Pilzvergiftungen mit tötl. Ausgang find dem Genuß des sehr giftigen Knollenblütterschwammes zuzuschreiben, einem sehr häufig vorkommenden Dlätterprk Dieser Pilz enthält ein geschmackloses Gift, das beim Kochen nicht zerstört wird und im Körper außerordentlich langsam und schleichend wirkt Meist erst nach sechs oder mehr Stunden, also in einem Zeitpunkt, in dem die Anwendung von Gegenmitteln keinerlei Erfolg mehr verspricht. Das Gift zerstört die roten Blutkörperchen, greift insbesondere Herz und Leber an, die es verfetten läßt und außer Tätigkeit setzt. Diese außerordentliche Gefährlichkeit des Pilzes, die Häufigkeit seines Vorkommens lassen es ratsam erscheinen, auch im Rahmen dieses kurzen Aufsatzes auf seine Merkmale hinzuweisen. Verwechslungen können mit dem fv sehr geschätzten Champignon, einem unserer besten Speisepilze, Vorkommen, jedoch nur dann, wenn man die charakteristischen Merkmale, die beide unterscheiden, nicht kennt. Der Knollenblätterschwamm heißt deshalb so, weil sein Stiel am Boden eine knollige Verdickung hat. Seine Blätter — Lamellen — unter dem Hut sind stets rein weiß, während der eßbare Champignon Blätter hat, die rosa, violett bis dunkelbraun sind. Die Farbe der Blätter unterscheidet die beiden Pilze so bestimmt, daß man sich mir wundern kann, daß immer wieder Verwechslungen Vorkommen, die allerdings sämtlich auf mangelhafte Pilzkenntnis zurückzuführen sind. War bei ganz jungen Pilzen ist die Färbung der Blätter noch nicht so ausgeprägt. Man verzichte deshalb in Zweiselssällen auf die ganz jungen Pilze. Ein weiteres untrügliches Merkmal ist der Geruch, der beim Champignon angenehm würzig, mandel- oder anisartig, beim Knollenblätterschwamm ein unangenehmer, an keimende Kartoffeln erinnernder Geruch ist. Man beobachte beide Arten nebeneinander in der Vatur, studiere die Pilze möglichst unter Anleitung tüchtiger Pilzkenner und vergleiche naturgetreue Abbildungen guter Pilzbücher. Sehr bald wird man die unterscheidenden Merkmale sehr genau kennen und mit größter Seelenruhe sammeln und die herrlichsten Pilzgerichte genießen. ' Die Freundschaft mit den Pilzen, das dadurch bedingte Wandern im Walde, stählen die Verven und vermitteln, wie alle die vielen, bei denen es mir gelungen ist, Lust und Liebe zur Pilzjagd zu wecken, mir immer wieder bestätigen, einen dankbaren Vaturgenuß, wie er fesselnder und anregender nicht gedacht werden kamt. Der Verbrauch Deutschlands an heimischen Drogen. Bor dem Kriege waren zahlenmäßige Angaben über den Verbrauch an Arzneipflanzen in Deutschland sehr spärlich. Daher hat, als im Laufe des Krieges die Aufforderung zu einer Vermehrung der Drogengewinnung in Deutschland ernsehte, die „Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft" versucht, wenigstens einige Hinweise zu erhalten, welche Mengen von Drogen, die in Deutschland erzeugt werden können, in Deutschland alljährlich konsumiert werden. Es wurden von Dr. Theodor Sabalitsthka-Berlin in der Zeitschrift „Heil- und Gewürzpflanzen", dem Organ der Deut« scheu Hormsgesellschaft, aus, zu.diesem Zwecke von sieben Drogen- Wufern zahlenmäßige Angaben ihres jährlichen Drogenverbrauches erbeten. Das Grgebnis dieser Erhebungen läßt erkennen, daß der Umfaß an manchem Drogen gewaltig ist, weit Höher, als man Wohl gewöhnlich annimmt. Dabei ist es nicht zu übersehen, daß große Mengen von Heil- und Gewürzpflanzen it» den Fabriken verbraucht werden, die im Umfaß der Drogenhäuser überhaupt nicht erscheinen. So benötigte eine einzige deutsche Fabrikzur Herstellung ätherischer Oele jährlich 900 000 Kg. Fenchel und 500 000 Kg. Kümmel. Eine Firma verarbeitete im Durchschnitt jährlich 100 000 Kg. Iriswurzel, ,300 000 Kg. Pfeffer* minzkraut, 250 000 Kg. Rosenblatter usw. Der Bedarf an Drogen, den man heute zwar infolge ihres hohen Preises enrzuschränken versucht, wird in Zukunft voraussichtlich noch größer fein als vor dem Kriege. Auch jene einheimischen Pflanzen, die Ersatzstoffe liefern für die aus dem Auslands eingeführten Genußmittel Tee und Kaffee, werden in Zukunft mehr Beachtung verdienen. Ein nicht geringer Teil der Bevölkerung wird auch heute, wo diese ausländischen Vegetabilien wieder zu haben sind, bei den heimischen Vaturprodukten aus finanziellen Gründen bleiben. Sicher wird auch die Vachfrage nach'einheimischen Gewürzen sehr erheblich sein, da die Gewürz aus fernen Ländern sehr teuer, wenn überhaupt erhältlich sein werden. Ein Jubiläum dsr deutschen Schafzucht. Eine der besten deutschen Kammwoll-Merino-Herden, die von Gutspächter Hermann Schumacher - Zarchlin gegründet wurde, kann in diesem Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Im Jahre 1872, also vor 50 Jahren, wurde dort eine Stamm* schäferei geschaffen und der Dchäsereidirektor Rudolf Thilo in Freienwalde a. O. zum Beirat bestellt. Aus diesem Anlaß widmet die „Deutsche Landwirtschaftliche Presse" der Stammschäferei Zarchlin einen mit schönen Abbildungen über das Zuchtmaterial der Schäferei geschmückten Auffaß. Sehr bald erwarb sich die Stammschäferei Zarchlin, die bei Karow in Mecklenburg liegt und 1750 Morgen umfaßt, einen guten Ruf, so daß das Ausland bald aus der Herde Böcke bezog und sie auch bereits vor Jahrzehnten auf Ausstellungen, so z. B. der D. L. G.-Wanderausstel* lung in Breslau im Jahre 1888, seitens kompetenter Beurteiler sowohl hinsichtlich der Wollbeschaffenheit tote der Ausgeglichen- heil der Tiere ungeteilte Anerkennung fand. 3m Jahre 1893 übernahm C. Dteinkopf zu Zähren die Pachtung Zarchlin: damit ging auch die Stammschäferei in sein Eigentum über. Auch di« züchterische Beratung und 'Zuchtleistung wechselte. Vach ThilrÄ Tode ging sie an Schäfereidirektor Strecker den Aelteren und nach dessen Ableben im Jahre 1909 an Schäfereidirektor F. Arnold, Berlin-Friedenau, über, in dessen bewährten Händen sie heut, noch ruht. Es werden hier jährlich von 250 Müttern etwa 220 bis 225 Lämmer geboren. Das.Zuchtziel ist, auf grvßwüchstgen und muskulösen Körpern von leichter Grnährbarkeit, höchster Frühreif, und Fleischfülle eine edle, kräftige, möglichst lange Kammwolle mit ausgiebigem Rendement und hohem Schurgewicht zu erziele«. Cs darf behauptet werden, daß dieses Ziel vollauf erreicht worden ist. Seit wann wird der Hund als Jagdhund verwandt? Der Hund als Wächter, schreibt Dr. Max Hilzheimer, ber sich durch seine Studien über die Geschichte unserer Haustier, einen Vaamen gemacht hat, in der „Vatur", scheint älter zu sei» wie als Jagbgsnosfe. Bezeichnend für diese Annahme scheint u. a. die Tatsache, daß dem großen Jäger Vimrod selbst in der ältesten Form der Sage, der Jzdubarlegende, der sonst keinem Weidmann mangelnde Jagdhund fehlt. Dem sucht dann eine spätere altorientalische Fabel abzuhelfen, die uns erzählt, wie Vimrod sich vergeblich bemühte, die Frevler der Herden feinet Vaters und Bruders, den Löwen, den Wolf und den Schakal, u» vernichten. Da findet er einst von einem Jagdzug zurückkehrend, den ihm bis dahin unbekannten Hund, welcher die elterliche Herde bewacht. Vimrod erkennt sofort, welche Hilfe er im Hunoe beim Kampf gegen wilde Tiere hätte. Er bemüht sich, den Hund von der Herde weg zur Jagd zu verlocken, lange Zeit vergeblich^ bis er ihn mit dem Blut einer Gazelle und eines Hafen verlockte, ihm zu folgen. Die ältesten Schädel, die wir auf Jagdhunde beziehen können, finden sich in Europa erst im bronzezeitlichen Ablagerungen. Vs ist dies ein kleiner Laufhund-ähnltcher Typus, Da es aber im Orient, schon früher in Aegypten sicher schon Jagdhunde gab, und diese höchst wahrscheinlich von dem größten der drei in Aegypten einheimischen Schakale abstammen, und da ferner der europäische Stammvater der Jagdhunde auf einem ieinzeitlichen Hund zurückgeführt wird, der höchstwahrscheinlich von einem kleinen nordeuropaischen Wolfe abstammt, so sind vermutlich in verschiedenen Ländern selbständig Wachhunde verschiedener Abstammung zur Jagd herangezogen worden, so daß die Jagdhundgruppe nicht einheitlicher Herkunft ist. Sehen wir doch auch heute noch Hunde anderer Abstammung, wie Terrier» und Windhunde, zu Jagdzwecken dienen. Schriftleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.