[hing chiffe 2D- Uhr cIkSk erakt tgen* tauer ennk- rgie- x sie mpf. bung tigen Zug. ichen Managen Ge-- $ ein einen n sie igem De. nur tauf* inen- Leiter Die frenb einer aus* u'fyen, mehr ihre und einer traft- die Der« mehr iScet- t ab- und ator, daS i der ; und ahlte 2luf. nben, De. verladen und Venn itirm, will hung > der , die er. die i der aben. rchen um« durch Pro« [enaia Tiere egen, jeuge auch ider» >gen« Samstag, 4. November WWW! 1922 — Nr. 44 KrW |M=2 fflfv EU gesi MM Felix Mendelssohn bei Goethe. (Zur Erinnerung an seinen 75. Todestag.) Am 4. Aovember sind Dreivierteljahrhundert vergangen seit dem Tage, an dem Felix Mendelssv h n«Darth oldi seine Augen für immer schloß. Der große Komponist ist in der letzten Zeit in gewisser Hinsicht vernachlässigt worden, aber die harmonische Kraft und Schönheit seiner Kunst sichert ihm eine Aeublüte seiner Werke. Nicht minder anziehend als der Schöpfer ist der Mensch Mendelssohn, dessen Wesen sich so anmutig und bedeutend in den Familienbriefen spiegelt. Er war es auch, der dem alten Goethe die letzten großen musikalischen Genüsse bereitete, nachdem er bei seinem Besuch in Weimar mit seinem Lehrer, dem Gvethefreund Zelter, wie ein Sohn ausgenommen war. Am 4. Oktober 1821 betrat der 12jährige Knabe, der damals schon ein großer Klaviervirtuose war, mit Zelter das Haus am Kmuenplan und mußte dem Olympier Vorspielen, zuerst kleine Liedchen, dann eine Dachsche Fuge, dann aus Mozarts „Don Juan", zuletzt Beethoven. An einem späteren Tage kamen dann drei Musiker der Weimarer Hofkapelle, um mit dem kleinen Komponisten zusammen ein Werk von ihm selbst vorzutragen. Goethe hörte mit größtem 'Beifall zu, und als ihn Zelter daran erinnerte, daß er auch schon Mozart in feinem 7. Jahre in Frankfurt angehört habe, meinte er: „Ja, damals zählte ich selbst erst 12 Jahre und war allerdings wie alle Welt höchstlichst erstaunt Über die außerordentliche Fertigkeit,' was .'aber deins Schüler jetzt schon leistet, mag sich zum damaligen Mozart verhalten, wie die ausgebildete Sprache eines Erwachsenen zu dem Lallen eines Kindes." Felix berichtete auf das Drängen seiner Eltern hin fleißig von seinen Erlebnissen nach Hause und schrieb 3. 23.: „Jeden Morgen erhalte ich vom Autor des „Faust" und des „Werther" einen Kuh und jeden Nachmittag vom Baier und Freund Goethe zwei Küsse. Nachmittags spiele ich Goethe über zwei Stunden vor, teils Fugen von Dach, teils phantasiere ich. Alle Nachmittage macht er das Streichersche Instrument mit den Worten aus: „Ich habe dich heute noch gar nicht gehört, mache mir ein wenig Lärm vor ", und dann Pflegt er sich neben mich zu sehen, und wenn ich fertig bin, so bitte ich mir einen Kuß aus oder nehme mir einen.“ Und ein andermal: „Bon seiner Güte und Freundlichkeit macht Ähr Euch gar keinen Begriff, ebenso von dem Neichtum, den der Polarstern der Poeten an Mineralien, Büsten, Kupferstichen, kleinen Statuen, großen Handzeichnungen hat. Daß seine Figur imposant ist, kann ich nicht finden,' er ist eben nicht viel größer als der Vater. Doch seine Haltung, seine Sprache, sein Name, die sind imposant. Einen ungeheuren Klang der Stimme hat er, und schreien kann er wie 10 000 Streiter. Sein Haar ist noch nicht weiß, sein Oanjg ist fest, seine Rede sanft." Nach dem Abschied des jungen Felix fühlte sich der alte Dichter vereinsamt. „Wenn der talentvolle, fähige und fertige Knabe mich manchmal beim Nachtisch den Kopf umwenden und nach dem Flügel schauen sähe," schrieb er an den Vater Abraham Mendelssohn, „so würde er fühlen, wie sehr ich ihn vermisse und welches Vergnügen mir seine Gegenwart gewährte. Denn seit dem Scheiden der fo willkommenen Freunde ist es wieder ganz still und stumm bei mir geworden, und wenn es höchst genußreich war, gleich beim Empfang nach langer Abwesenheit meine Wohnung in dem Grade belebt zu finden, so ist der Kontrast an trüben und kurzen Wintertagen leider allzu fühlbar. Als der junge Mendelssohn, 21 Jahre alt, nun schon ein Fertiger, der bereits so wundervolle Kompositionen wie die Ouvertüre zum „Sommernachtstraum" und „Meeresstille und glückliche Fahrt" geschaffen hatte, im Mai 1830 seine große Reise nach Jtalietzx antrat, da blieb er ein paar Tage in WsinMr, und Goethe wollte ihn gar nicht fortlassen. Damals spielte er dem Achtzigjährigen den ersten Teil der Deethovenschen OMoll-Sinfonie vor und berichtete darüber den Seinen: „Dabei sitzt er in einer dunklen Ecke, wie ein Jupiter tvnans, und blitzt mit den alten Augen. An den Beethoven wollte er gar nicht heran. Ich sagte ihm aber, ich könne ihm nicht helfen, und spielte ihm nun das erste Stück der L-Mvll-Sinfonie. Das berührte ihn ganz seltsam. Er sagte erst: „Das bewegt aber gar nichts — das macht nur staunen — das ist grandios!" Und dann brummte er so weiter und fing nach langer Zeit wieder an: „Das ist sehr groß, gang toll: man möchte sich fürchten, das Haus fiele ein — und wenn das nun alle Menschen zusammen spielen!" And bei Tisch, mitten in einem anderen Gespräch, fing er wieder damit an.“ In den letzten Briesen nannte ihn Goethe stets „Mein lieber Sohn". Al- Felix in Paris die Nachricht von Goethes Tod erhielt, da war es ihm, wie wenn ihm ein Vater gestorben wäre. . . Sin Jubiläum bss ZÄndholISZ. Die Zündhölzer find heute so selten und teuer, daß wir sie wieder mit besonderer Behutsamkeit und Andacht behandeln, fast so wie in jenen Tagen, da sie zuerst die Menschheit erfreuten und vom Feuerstein erlösten. Ein Jubiläum, das in diese Kindheit des Zündholzes zurücksührt, kann in diesem Jahr gefeiert werden, denn die ersten Phosphorzündhölzchen tauchten im Jahre 1 8 3 2 auf. .lieber den Erfinder dieses so wichtigen Gegenstandes, der bald zu einer großen Industrie führte, werden in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" nähere Mitteilungen gemacht. Es war ein Deutscher namens Johann Friedrich Äammerer, von dem berichtet wird, er habe als politischer Gefangener auf dem Hohenasperg seine Erfindung gemacht: es sei bann dem politischen Verbrecher verboten worden, die Erfindung wegen ihrer Feuergefährlichkeit auszunützen, und deshalb sei er irrsinnig geworden. Wahr ist an dieser Erzählung nur das traurige Ende Kammerers, der ursprünglich Siebmacher war und sich dann der Hutsabrikation zuwandte, daneben einen Handel mit Feuerzeugen betrieb. Er wurde 1832 in die revolutionäre Bewegung verwickelt, am 1. Juli 1833 verhaftet und auf dem Hohenasperg in Untersuchungshaft gehalten, bis er am 17. Februar 1838 vom Kammergericht in Eßlingen zu zweijähriger Festungshaft verurteilt wurde. Der Vollstreckung des Urteil- entzog er sich durch die Flucht. Kammerer hat nun sicherlich di« Phosphorzündhölzer nicht während der Hast erfunden, denn er hat sie schon vorher hergestellt. Das große Handelshaus Leuchberichtet, daß es schon 1833 Zündhölzer von ihm bezogen habe, und fügt ausdrücklich hinzu: „Wir waren die ersten, die seinen Zündhölzchen größeren Absatz verschafften." Es machen freilich auch andere Erfinder auf diesen Ruhm Anspruch, nämlich Preshel in Wien, Mayer in Eßlingen und Link in Darmstadt, die ebenfalls vor 1833 keine Phosphorhölzer hergestellt haben. Nun weiß man, daß Link nicht als erstev phosphvrhaltige Streichhölzer in Darmstadt verkaufte, sondern der Zinngießer Krätzinger. Seine Zündhölzer, die schon 1832 im Kandel waren, stammten nach dem einwandfreien Zeugnis von Prof, Thiel von Kammerer. Dieser war also zweifellos der erst«, der eine PhvSphormasse verwendete und deshaD auch als Erfinder der Phosphorhölzer angesehen werdem muß. Bon der 174 — Mühe hatte, ihr zu folgen. In zitternder Erregung trat sie an des Meisters Bett, Er streckte ihr die Hand entgegen. „Ich Lin sehr froh, dah du gekommen bist," sagte er kaum hörbar. Die ganze Nacht wich sie nicht von seinem Lager. Seme Stirn war mit kaltem Schweiß bedeckt. Er klagte, seine Brust werde wie von eisernen Klammern zusammengepreht. Sie flöhte ihm Wein ein und starken Kaffee. ^"^Der^Meister hielt in seiner Arbeit inne, schritt mit strahlen- *" sTä W<«fc 3« MM ich °E hier zu suchen? Nichts. Mach alles in Ordnung. Ich geh mit! „Alach alles in Ordnung," wiederholte Herma, „das ist leicht S^g^älnd.Aer E>mis?^eide dabei spinnen. Wend dich an den Friedrich Buttron in der Augustinergasse. Der vermittelt sowas. Bei dem sind wir in guten Händen!' Herma kannte den Makler. Sie wollte mit ihm Rücksprache Den Vater nicht aufzuregen, hatte sie ihrer Mutter bis dahin mit keiner Silbe Erwähnung getan. Nun lenkte der Meister selbst das Gespräch auf seine Frau. Eh sie das Haus ver! e ), erzählte er, hatte sie seine Sachen zurechtgelegt daß er nur danach zu greifen brauchte Sie hatte Frau Fliedner m allem unterwiesen, was sich auf die Führung des kleinen Haue-yalts bezog. Wie man auch über sie urteilen mochte, diese Fuiloige! Am andern Morgen fuhr der Medizinalrat vor. Gr nahm des Meisters wist nicht mehr. Man muh damit iv-dnen daß es zum Schlimmsten kommt!" e bereute den Vater mit all der Liebe, von der ihr Herz überwallte. Atemnot peinigte den Meister. Henna bettete Mi"höher, machte ihm kühle Umschläge auf den schmerzenden Firma Leuchs wurde er später in einem Nachruf ausdrücklich als Erfinder bezeichnet und ebenso in der ^rauembe des Pfarrers. Kammerer flüchtete nach Zurich, gründete dort eine neue Fabrik, uxir aber gegen politische Flüchtlinge aus Deutschland so gastfrei, dah er in finanzielle Schwierigkeiten geriet und 1833 in eine württembergische Nervenheilanstalt wurde. Nach jahrelangen Qualen ist er in e'ner Privatanstalt seiner Vaterstadt Ludwigsburg am 4. Dezember 1837 an einer Lungenlähmung gestorben. ^°^'Du muht ganz ruhig liegen, Väterchen« ermahnte sie ihn. „Hab nur Geduld, 's wird alles gut!" Er ergriff ihre Hand und lächelte leise. Nachts, wenn die Schwester Philippiane sie abloste, gönnte sich Herma ein paar Stunden Schlaf. Dämmerte der Morgen, nxtv ste schon wieder auf den Steinen. Nachbarn kamen, sich zu erkundigen, wie es dem Leidenden flC$C;,@r ist sehr krank," gab Herma Bescheid, „aber ich hab das Gefühl, er erholt sich wieder!" . „ „ Dach acht Lagen trat ein Umschwung un befinden des Meisters ein. Die beunruhigenden Erscheinungen blieben aus. Die Herztätigkeit war minder gestört. Der Kopf wurde frei. Der "Meister selbst Sicherte: „Ich glaub, ich Pack's!" @r verlangte nach seinem Lieblingsgencht. ürau ü-iedner bereitete es ihm mit Erlaubnis des Arztes, wohlschmeckend und fein. Er verzehrte es unter allerlei Späßchm. n „Von jetzt ab," scherzte Herma, „mach ich den Küchenzettel. Du sollst nicht nur dem Leckerzahnchen hofieren, du sollst auch essen, was dir Kraft gibt!" f .. Q .. Sie setzte sich zu ihm, zeigte ihm zum erstenmal die Zeit schrist, worin ihre Arbeiten veröffentlicht waren. Er war starr. Was sein Kmd da geicho.ffen hatte, dünkte ihn geradezu' märchenhaft. Die zarten duftigen Gebilde waren vom Handwerksmähigen sternwert entfernt. Dichterkunste, Wunoe. des Orients wurden in diesen Stickereien wach Kind, Kind," stammelte er, „woher hast du das/ „Das fragst du, Väterchen?" lachte'sie. „Von wem hab ich s (ja Herma," sagte er feierlich, „man muh an die Macht Ä'Ä «*. w» «. Mange. Es war ihm Bedürfnis, von seinen eigenen Arbeiten zu sprechen. Der gute Heribert Sanien in Jamburg toarb Monaten auf den „Kindertanz" und „Die Heimkehr des ^arers Noch harrten beide Stücke der Vollendung Sobald ^r wieder hergestellt war, nahm sich Fabn vor, wurde er die letzte Hand I Paar Tage vergingen. Der Meister fühlte sich so ivol>, I bah er das Bett verlassen konnte. Auch das Augenflimmern, das das ihn verwirrt hatte, war verschwunden. Zuerst sah er ein I Stündchen in seinem Sessel, dann langer, immer langer Zuletzt aesckah's, dah er mit kleinen schlurrenden Schritten in die Werk- I fjzrtt nhxQ nUiTi StidycE griff unt> AU f<£ Tuffen begunn. I Stet der relieffigürlichen Darstellung „Kindertanz traten die 1 Gestalten zweier Mägdlein aus der Fläche, Sie hatten'Einander I bei den Händen gefaßt und tanzten Die Sllrmut der Bewegung I war auss glücklichste festgehalten. Die Röckchen flogen, >n den I Gesichtern der Kleinen malte sich Hugendlust. Die Senregruppe I Heimkehr des Vaters" führte einen sehnigen Mann vor, den I man als Landbewohner ansprechen konnte. Er hatte einen ^Skubeii I Qirni ein Atocitcr biett bbö Cßiuteriö Aniö iiinfd)iLingen. I Die.Mruppe atmete gesunde Natürlichkeit, stellte die bildhaue- I rische Begabung des Schnitzers eigenartig heraus I Mü Rastlosigkeit betrieb der Meister sem Werk Die un- I fruchtbare Zeitspanne, die ihn niedergedrückt hatte, ,chien überwunden. Etwas jugendlich Lebhaftes befeuerte 'hwHerniaschaute ihm zu. Energiesiröme sprangen von ihr auf aen Schassenden I über Er fühlte das, aber es entflog ihm kem Wort. I Indes sich seine schlanken Hände regten, hielt Herma die I Stunde für gekommen, ihm zu sagen, was Frau Sieuenroder ihr ans Herz gelegt hatte. Der Meister solle seine Tochter begleiten, | solle in Frankfurt seine Werkstatt aufschlagen, solle in andrer j Umgebung eine Wandlung, wenn nicht gar eme neue Entwick- „Der Elfenbeiner". Nachdem über den neuesten Aoman Al- j f r c b Bocks in der letzten Mittwoch-Nummer des I Lietzener Anzeigers" eine Besprechung veröffentlich i wurde, mag hier das Kapitel vom o d de I Nssenbeiners Abdruck finden, als Beleg dafür, da ■ I SS* in der Geschlossenheit seines Stiles der Früsche und Natürlichkeit .seiner Darste- lungsweise, wirklich eine packende Wirkung erreicht. I nr,. ser Werkstätte des Frankfurter Stickereigeschäfts hatte I Herma voi ihren Kolleginnen einen großen Vorsprung gewonnen überraschten durch poetische Erfindung durch Klarbeit und Schönheit der Formengebung. Ihren schöpferischen I Geist entsprangen unaufhörlich neue SKottoe Einige chrer ' r- I beiten von bewundernswerter Feinheit h«t-e eine sachzeitiing wtederaegeben Daraufhin waren Herma aus dem LZerkreis I Briese zugegangen, die von Lob widerhallten ia em namhastes Sllckereiachchcht in Köln bot ihr die gut bezahlte Stelle als erste Zeichnerin an. Herma dachte nicht daran, sich zu verändern. Ihr I Brotherr trug Leid um seine Frau. Die war m der Mute der '■'Vtßre nachdem sie ihm ein Töchterchen geboren, hingeschieden. Er batte in Eintracht mit ihr gelebt. Om Geschäft war sie ihm I Helferin und Beraterin gewesen, so dah er sie stüudlich vermißte | Dim er vollgültige Beweise von Hermas Kunstfertigkeit ihier | Aufsassungskrast und ihrem Scharfsinn hatte, sprach, er alle Ge- ! schäftsvorgänge mit ihr durch. Sie wuhte, daß nn Bet b Verdruß und Schaden nicht zu umgehen waren. Sw drängte ihre Meinung nicht auf, aber sie redete zur rechten Zmt em kluges Wort. Neid, der ihren Ausstieg benagte, brachw sie mch, aus I dem Gleickgewicht. Sie wollte niemand Drucken abbauen. Ihr Ehrgeiz war: das Zutrauen, das der Geschaftsherr ihr schenkte, I mit Redlichstem Wollen und hingebendem Fleiß zu vergelten. In dieser beglückenden Tätigkeit traf sie wie ein Butz aus i heitrem Himmel die Nachricht von der Erkrankung ihres Aattrs^ Frau Sabri, schrieb Georg Fliedner, der treue Freund, habe, da der Fortbestand ihres Geschäfts unmöglich geworden war, m Homburg eine Stelle angenommen und bereits angetreten Der Meister liege schwer darnieder. Der Medizmalrat Moser, de, den Patienten zweimal am Lag besuche, schüttle den Kops Herma erbat sich sofort -Urlaub. Der wurde ihr ohne weiteres &CiÜ Srau Neuenröder, ihre Beschützerin, gab ihr die Worte mit OUf ^PstE^Sie Ohren Vater gesund. Dann bringen Sie ihn । hierher Er ist Künstler, das sagt mir sein Herkules. Wir richten ihm eine Werkstatt ein. Soviel Trauriges er auch erlebt haben mag, vielleicht, daß doch noch ein Glanz auf fein Leben fallt. Sorge machte Herma das Herz schwer. Sie wehrte sich gegen den Gedanken, immer wieder stieg er quälend m ihr auf. ste würde den Vater nicht mehr am Leben treffen. Aus ihren Augen quollen Tränen, gleichwohl zieh sie sich keiner Schuld. Noch einmal vor die Frage gestellt, was sie zu tun und zu lassen habe, sie würde ben gleichen Weg beschreiten. 3n dunkler Nacht langte sie in der Heimatstadt «n Sturm brauste, trieb Negenschauer herab. Die Gassen und Gäßchen lagen verengt in ungewissem Licht. Vor dem „Wetterauer Ho, standen ungeachtet des gräßlichen Wetters Professor ©eulberger unb Herr von Porvenius mit hochgeklappten Nockkragen in offenbar wichtigem Gespräch. Durch die Schnurgasse taumelten zwei Bezechte. Die grölten: Wann Fastnacht is, wann Fastnacht is. Dann schlacht der Hannes ein Schwein, Und seine QHümmet hopst rundherum Mit ihre dicke Dein!" In der Kaiferstrabe kam Georg Fliedner auf Herma zu. „Was macht der Vater?" brachte sie angstvoll hervor, „'s ist immer das selbe," antwortete er. „Eben ist die Schwester Philippiane bei ihm." „Gott sei Dank!" rief Herma aufatmend, „er lebt! Sie hastete vorwärts, daß Fliedner mit seinem Hinkebein — 175 - muhte man anerkennen. Der Frau war halt nicht gegeben, sich zu zügeln. Wenn sie hundert Jahre alt wurde, sie zerrih wie ein Füllen die Halfter. Keine Sekunde hatte der Meister Gewalt über sie gehabt. Brach das Ausschierige durch, war ihr mit Dernunftgründen nicht beizukommen. Alles wurzelte in einer krankhaften Reizsamkeit. Dessenthalben konnte man sie nur bedauern. So rückte der Meister seiner Frau Gebaren in ein milderes Licht. Herma hatte ihre Gedanken für sich. Sie hatte mit ihrer Mutter, die sich jedes Gefühls für Pflicht und Verantwortung ledig sprach, nichts mehr gemein. Es war ihr peinlich, dem Ausdruck zu geben, sie schwieg. Gesegnete Stunden führten des Meisters Arbeit dem Ende zu. Da der Schaber das Letzte vollbracht, stand Fabri innerstl befriedigt vor seinem Werk. Die Figuren in ihrer edlen Einfachheit waren dem Besten beizuzählen, das er geschnitzt. Run brannte er darauf, dah seinem Gönner Heribert Hansen in Hamburg die Stücke unverzüglich zugesandt wurden. Herma verpackte sie kunstgerecht, brachte sie selbst zur Post. Der Meister hatte seine Kräfte doch wohl überschätzt, iln» bezwingliche Müdigkeit fiel ihn an. Er begab sich in das Schlafzimmer, sank in seinen Sessel. Er überlegte, ob es nicht besser sei, wenn er ins Bett ging. Rein, entschied er, er blieb auf. Er streckte sich aus. Die Augen fielen ihm zu. Es war ihm, als wandre er durch unermeßlich grohen Wald auf sanft ansteigendem Pfad einer Höhe zu. Ein Wasserfall rauschte, er hörte den Schlag von Aexten, das Krachen! stürzender Bäume. Endlich hatte er den Gipfel erklommen. An ferne Seite trat unversehens ein fremder Mann. Er war in einen blauen Mantel gehüllt. Der Frühling in goldner Heiterkeit schüttete Blütenpracht über das Land, Schwirrfliegen schossen vorbei. Eine Drossel sang. Tief drunten aus einem Meer von Farben hob sich in festtäglichem Glanz die alte Kaiserstadt am Main. Und der Fremde im blauen Mantel sprach: „Ich bin Heribert Hansen! Meister, gehen Sie nicht in der Plattheit Ihres Krähwinkels unter. Aprilblut tut selten gut. Sie haben etwas davon in Ihren Adern. Ich warne Sie, ändern Sie nichts an Ihrem Entschluß. Dort in der großen Stadt ist Ihr Platz. Da haben Sie lausend Möglichkeiten, daß man Ihre Kunst sieht und wertet. Gerhard Fabri, spulen Sie sich!" Heriberl ckmnsen warf seinen Mantel über den Meister. 3m selben Augenblick flog dieser talab, war blitzschnell in Frankfurt, mitten auf der Zeil. Bor dem Laden eines Kunsthändlers dränaten sich die Menschen. Ei du lieber Himmel! Was war denn das? Der Meister sah seine Schnitzwerke auf blausamtenem Grund ausgestellt: den Bettler, die Sphinx, die Schäferin, den Herkules, die Hoffnung, die Heimkehr des Vaters, den Kindertanz. Der Kunsthändler winkte, lud Gerhard Fabri ein, in den Laden zu kommen. Viele Leute drückten dem Weister die Hand. Ein kleiner Herr mit der prüfenden Miene des Gelehrten sagte: Alle Lichtung vor 3hnen, Meister! Das größte Lob, das ich Ihnen spenden kann, ist: Sie holen aus dem Elfenbein das wirkliche Leben heraus!" Der Meister dankte nach allen Seiten. So große Schätzung, so unendliches Glück hatte er nie erfahren. Liebliche Bilder umspielten ihn, ein Lächeln um den Mund, lag er in tiefem Schlaf. — Währenddessen hatte Herma das Paket nach Hamburg befördert und gedachte, in der Stadt noch, einige Besorgungen zu machen. Eine dunkle Ahnung, der sie nicht gebieten konnte, trieb sie heim. , , Sie eilte in die Werkstatt. Der Vater war nicht da. Sie ging in sein Schlafzimmer. Er saß in seinem Sessel, behaglich angelehnt, und schlief. 3hn nicht zu stören, schlich sie auf den Zehen hinaus. . Aach einer guten Stunde — es war Essenszeit — sah sie wieder nach ihm.-Er schlief noch immer. Sie trat näher. Ihre Brauen spannten sich. Jäher Schreck durchzuckte sie. Das Gesicht des Vaters war von wächserner Blässe. Seine Kinnlade war herabgesunken. Herma beugte sich zu ihm nieder. Behorchte sein Herz. Das schlug nicht mehr. Der Meister war tot! Di6En1wickrlNNgderÄraLhlossrrTS!egeaphie im Deutschen Reich. Die drahtlose Telegraphie, deren erstmalige praktische Durchführung vor 25 Jahren erfolgte, hat auch in Deutschland eine beachtenswert schnelle Entwicklung erfahren. Ein anschauliches Bild hiervon ergeben die nachfolgenden Angaben, die wir der Zeitschrift „Wirtschaft und Technik" entnehmen. Die beiden Großfunkstellen Nauen bei Berlin und Eilvese bei Hannover arbeiten als Sende- und Empfangsstellen bei einer Reichweite von 6000 bis 11 000 Kilometer im Weltfunkverkehr. Die Sendezeichen können sogar noch in Aeu-Seeland (20 000 Km.) aufgenommen werden. Die Großfunkstelle Aauen arbeitet nach einer bestimmten Zeiteinteilung hauptsächlich mit den Vereinigten Staaten von Amerika, mit Moskau (Rußland). Aranjuez (Spanien), Rom (Italien), Bukarest und Oradeamare (Rumänien). Die Funkstelle bedient auch den Lleberseepresse- dienst und gibt das Zeitsignal. Die Großfunkstelle Eilvese ergänzt sich mit ihr und gibt den Europa-Pressedienst. Die jährlichen Wortzahlleistungen der Aauener Funkstelle betrugen: im Jahre 1914 9? 300 Worte, 1915 807 500 Worte, 1916 1654 700 Worte, 1917 2 721 100 Worte, 1918 4 653 700 Worte. im Jahre 1919 1920 1921 Telegramme 136 200 315 500 618 300 Die Großfunkstelle Eilvese bewältigte in der letzten Zeit des Krieges im Verkehr mit der amerikanischen Gegensunkstelle Tuckerten täglich bis zu 8000 Worte. lieber die Groß- und Hauptsunkstellen sind im Auslandsverkehr befördert worden: mit . . . Worten 4 820 800 7 759 500 11 972 600 es im in der Richtung erneutem Ansteigen begriffen: m Deutschen Telegramme: im Jahre 1913 1919 1920 1921 im Jahre 1919 1920 1921 zusammen 26 704 7 594 15 735 15 996 Telegramme 334 600 1 445 500 2 180 900 mit . . . Worten 5 019 700 21 682 200 32 713 900 von See v. H. 19169 7 366 14 654 14 211 nach See v. H. 7 535 228 1081 1785 funkst eilen, Leitfunkstellen, Funkstellen. Es bestehen: 1. 3 Haupt stellen in Berlin, Königswusterhausen, Norddeich. Bon diesen arbeitet Berlin hauptsächlich für den deutschen Inlandsverkehr, Königswusterhausen für Europa mit Ausnahme des Verkehrs, den Aauen vermittelt, Norddeich vorwiegend im Verkehr mit den Bordfunkstellen (Wettertelegramme, Sturmwarnungen und Nachrichten für Seefahrer). 2. 9 Leitfunkstellen in Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt a. M„ Hamburg, Hannover, Königsberg i. Pr., Leipzig, München, Stuttgart. Die Leitfunkstellen verkehren mit der Hauptfunkstelle Berlin, Dortmund, außerdem mit Rotterdam. 3. 9 Funkstellen in Bremen, Breslau, Darmstadt, Dresden, Elbing, Erfurt, Friedrichshafen Konstanz, Stettin. Die 7 5 Rund fu n kemp fa n gs st el l e n haben keine drahtlose Telephonie, ---------- dienst, da bei ihr infolge unmittelbarer Hörabnahme Auch der Inlandsverkehr zeigt eine steigende Entwicklung. Von besonderer Wichtigkeit ist der Dvrdfunkdienst, der „ gestattet, jederzeit von den K ü st e n f u n k st e l l e n auch mit den außer Sehweite befindlichen Seeschiffen in telegraphischer Verbindung zu bleiben. Er dient dem Lieberseenachrichtendienst, dem Peil- und Lotsendienst, dem Warnungsdienst und der Zeitsignalmitteilung im Einzelverkehr und im Rundfunkverkehr. Es bestanden in Deutschland und auf deutschenHandelsschiffen: November des Jahres Küstenfunkstellen Bordfunkstellen 1914 26 480 1920 13 78 1921 25 304 Der drahtlose Telegraphenverkehr im bedient durch ein in sich gegliedertes System von Funkstellen '(Reichsfunknetz). Dem Inlandsverkehr dienen die Haupt- Von den im Jahre 1921 bearbeiten Funkauslandstelegrammen sind ausgetauscht worden mit: Sendeeinrichtungen, sie können nur aufnehmen. Der Verkehr im Reichsfunknetz findet von 8 Llhr vormittags bis 9 Llhr abends statt, für Hamburg—Berlin von 7 Llhr vormittags bis 10 Llhr abends. Auf dem Reichsfunknetz sind im Inlandsverkehr verarbeitet worden: Der außerordentliche Rückgang des Standes vom November 1920 gegenüber dem Stande im November 1914 ist auf den Ausgang Les Krieges und die Auslieferung der deutschen Handelsflotte auf Grund Les Friedensvertrages von Versailles zurückzuführen. Andererseits zeigt die Zahl der Dordfunfftellen für November 1921 eine erneute Zunahme. Die Zahl der genehmigten Bordfunkstellen hat im April 1922 bereits wieder 400 überschritten. Der Verkehr der deutschen Küsten betrug nach der Zahl der Auch Lieser Verkehr ist ... ------------ ...... bemerkenswert ist die weit höhere Inanspruchnahme Les Funkverkehrs von den Schiffen nach dem Lande. Große Zukunft hat neben der drahtlosen Telegraphie die ' -, besonders auch für den Bordfunk- mittelbarer Hörabnahme der Aach- Land Telegramme mit... Worten den Vereinigten Staaten von Amerika 315 665 5 195 398 Spanien 90 128 1 409 107 Italien 83 049 1 512 133 den Niederlanden 56 938 861 970 .Ungarn 40 411 706 250 England 31 512 466 905 Rumänien 25 235 492 803 Rußland 8 783 882 349 Bulgarien 6 282 100 209 Jugoslawien 4 362 70 687 Schweden 658 8 915 Norwegen 409 21 786 Schristleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Drühttschen Univ.-Buch- und Steindruckerei, D. Lange, Gieren. Linen Irdianermischling namens ll3klhelm Vergessen, und als Seto Ä S i» völliger Verlassenheit auf der Insel weilte schließlich wieder von Seeräubern aufgefunden wurde, be- aEte « sich mit einem Landsmann derselben sonderbaren Art, wiegst« Defoe schildert. Einer seiner Retter hat über fern Leben auf der Insel einen Bericht hinterlassen, dem Defoe in vielen Einzelheiten seiner Geschichte von Freitag gefolgt rst. 1709 wurde Robinson von zwei englischen Schmugglerschiffen aufg^unden und verlieh, auf das dringliche Zureden der Seefahrer, schweren Äerzens sein schönes Eiland. Der Sehnsucht nach Juan Fernandez Ml er aber später noch oft in dem Seufzer Ausdruck verliehen haben: „O mein geliebtes Eiland, was gäbe ich darum, wenn ich dich niemals verlassen hätte!" Heiterer Ortsnamenreigen. Die Ortsnamen in Deutschland bieten seit jeher vielerlei Absonderlichkeiten. Obenan stehlen die Orte, die mit Reu beginnen Wir zählen heute etwa 1200 Ortsnamen dieser Art. R e u st a d t s finden wir 40. Verloren gingen einige in den Ostmarken und im Elsaß. Mit „Alt" bezeichnete Orte sind etwa 750 vorhanden. — Als ein Zeichen der Bescheidenheit durfte es nicht anzusehen sein, daß 600 Gemeinden sich Klein, dagegen über 1000 Groß nennen. Selbstschmeicheleien zugänglich sind ebenfalls eine große Anzahl Orte. Ueber 300 beginnen allein mit Schön. Schönecken, Schönchen u. a. dürften die bescheidensten sein. Patriotisch sind die Königs-Orte. Hiervon sind gegen 150 nachzuweisen. Sn den abgetretenen Marken befinden sich wenige jener typischen deutschen Ortsnamen, wie die mit an männliche Vornamen an- knüpfenden Bezeichnungen. Hier haben wir Friedrich mit etwa 105 und Peter mit rund 100 würdigen Vertretern. Der alltägliche Rame Karl bringt es auf nur 52, der echte deutsche Michel auf rund 40 Orte, bei denen er Pate stckht. — Das Tierreich schließlich nimmt einen weiteren erheblichen Raum w deutschen Ortsnamen ein. Wir finden hier allein 15 Ochsen (Ochsen- buch bis Ochensenzoll), einige Esel, Kuh, Roß usw., und selbst ein Assenthal ist zu nennen. Kückebusch und Unkenbach durfte sich noch mehr des Reizes der Seltenheit und erfrischender Treuherzigkeit erfreuen. Blumenreich und dufttg sind eine weitere große Anzahl deutscher Gemeinden. Blumen gibt es nahezu 100. D u f t i n g e n ist eine besonders würdige Vertreterin dieser Gattung. Rosen, Tulpen, Relken sind verkörpert in Rosenheim, Tul- peningken, Gr. Relke. , , • Irreführende Ortsnamen sind allgemein bekannt. Und in Rom geboren zu sein, bedürfte es nur des Wohnens der Ettern im mecklenburgischen Dörfchen R o m. Ein Reu ho r k besitzt die Stadt Aschersleben in der Provinz Sachsen, in dem lenseits der Dahn gelegenen Stadtviertel. Danzig weist auf dieselbe Art ein Reu-Schottland auf. Japan liegt bei,dem zum Kreise Rordhausen zählenden Städtchen Bleicherode. Ein P a r t s zu besitzen rühmt sich Ostpreußen. (Indessen mit dovpeltem a geschrieben.) Amerika gibt es nicht nur als Erdteil. In wachsen bei dem Städtchen Penig, im Bezirke Leipzig, liegt eine Ansiedlung, die diesen Rainen führt. Selbst Galanterie ist unter den deutschen Ortsbezeichnungen zu finden. Reben dem Schön-Orte (wie Schönchen usw.) gibt es ein Kosemühl, Klein-Kosen und selbst ein Reu-Kußfeld, Liebchen und Gernrode. — Frohsinn findet man i>ie Menge. Glück-Ortschaften namentlich sind zahlreich vertreten. Glückstadt, Glückshain usw. Auch mit Freuden kann gedient werden. Freudetthain, Freudenberg usw. Und Fröhlichs- dors dürste besonders anziehend fein. Sportler kommen schließlich gleichfalls zu ihrem Rechte. Sie haben eine große Auswahl unter Turnvw, Radldorf, Spring born.Laufen Ringe n w a l d e, Rodelshöfen und viele andere und ähnliche. Bekannt dürften die Zahlworke sein: Einbeck, Zweibrücken, Drei linden, Vierlingen, Fünfborn, Sechs Helden, Sie- benborn, Achtelsbach, Reundörf, Zehn acker. Größtmöglichster Kürze befleißigen sich: Ch, Ems, All, Ulm, Alb. Wert auf ansehnliche Länge legen: Ellenser- dammerfiel, Hammelwardermoor, Sebastions- wei ler, stln ter ober Wiesent Hal. Das ebenfalls sieben» silbige Wortungeheuer Maximilionow ist an Polen Der» Irren. Mit sieben Silben dürfte die höchste Länge erreicht sein. Die meisten Ortsnamen begnügen sich mit zwei Silben. Dann folgen die anspruchsvolleren, ebenfalls sehr zahlreichen mit drei. Darauf diejenigen Orte mit vier. Schließlich die einsilbigen und dann die immer seltener werden fünf-, sechs- und siebensilmge Bezeichnungen. Doppelnamen sind hierbei nicht berücksichtigt. Rach Anfangsbuchstaben geordnet marschiert an der Spitze das R., die stattliche Anzahl von über 5000 Orten beginnt nut diesem Buchstaben. Mit etwa je 4200 folgen das W. und H. Der Buchstabe G. bringt es auf rund 4000, das A. aus 3000. Q„ 2E. und P. ergeben zusammen nur noch knapp 100 Orte. Hiervon sind prozentual die meisten verloren gegangen. Das Z. vermag noch etwa 1000 Ortsbezeichnungen auf sich zu vereinigen. Die Gesamtzahl aller Orte läßt sich genau noch nicht ermitteln, öle dürfte jetzt jedenfalls unter 100 000 liegen; selbst wenn man die kleinsten Flecken und die Güter mit Post oder Bahn hinzuzahtt. richten die Deherrschung des Morsealphabets und die 2lotn«ndig. kett voll ausgebildeten Funkerversonals iortfaM. Di^ begünMgt loien Wirtschastsruitdspruchdienstes betrieben, indem von e fchaftsnachrichten an Privatteilnehmer innerhalb des Reichs uo^ mittelt werdwi, die einen SmPfangsa^arat uvd das Recht zur Aufnahme der Rachrichten erhalten. Es such bereits Itv ^av mit einer erheblichen Teilnehmerzahl mit den erforderlichen wmp sangseinrichtungen versehen. Auf Robinsons Spuren. als dieser Erdenfleck, und man konnte ewe ganze ^Cenge ^oma MMZMWW SSSf'eÄ'X’Öfi. S Ä Wnem Besitztum keinen Gebrauch machte, schuf hier die Gesell- Kr 2 ™ 17 Jahrhundert eine Ansiedlung; «ber das Wirken dttser heiligen Männer wurde schnell abgelvs durch K arauschen Taten gefürchteter Seeräuber, die das Eiland zu ihrem SÄuPfwinkel erwählten. Besonders berüchtigt war em ?ran»ösischer Graf Ludwig de Barmvnt, der seinen Beinamen Der Ausrotter" deswegen führte, weil er alle gesangenen Spanier mit dem Wr durchs Herz l^eß und dann am Mast seines Schilfes in Bündeln mifhing. Den Waten folgten Schmuggler, und von einem solchen Schmugglerschiff ist MeMN her eetiirf das Urbild des Robinson, auf der Insel zuruck- gelasfen worden. Dieser berühmteste Siedler ausIuan Feriian- dez hatte als Nachfolger einen glücklichen Mglttchen Admiratz Lord Anson, der im Krieg gegen Chile und Peru nut serner Klotte hier Halt machte, um sich zu rüsten und dann hre peruanische Küste bis nach Mexiko hinauf durch einen Plötzlichen Anariff zerstörte. Einer chilenischen Ansiedlung um die -’Wte ir ’Anbrbun&ertS wurde durch ein Erdbeben ein rasches ®n&e bereitet Danach war Juan Fernandez Verbrecherkolonis und dann Zufluchtsstätte der verbannten chilenischen Freiheits- Helden Schließlich fand hier im letzten Viertel des 19. Jahr Hunderts ein „moderner Robinson", Alfred von Rodt, sein Asyl, und von dem bunten internationalen Volk, mit dem er die Jn.el besiedelte ist sie noch heute bewohnt. . _, Dem Besucher von Juan Fernandez begegnet auf Schritt und Tritt die Erinnerung an jenen einsamen Siedler, dessen Erlebnisse in dem ausschmückenden Bilde einer genialen Dichtung unsterblich geworden sind. Der Schotte Alexander Selkirk, der als dritter Steuermann auf dem Schmuggler- nnd Seeraubei- Sckift Fünf Hafen" diente, war von dem Leven seiner Mitfahrer so angeekelt, daß er im Oktober 1^4 auf der Insel, wo man« angelegt hatte, freiwillig zurückblieb. Auf dem, hohen Felskegel, der noch heute „Robinsons Lugaus' genannt wird, orientierte e sich über seine neue Heimat, und am stiordabhange erzaylt >,ine eiferne Tafel von seinem Schicksal mit den Worten: „Dem Andenken an Alexander Selkirk, Seemann. Gebürtig aus. Largo m der Grafschaft Fife, Schottland, welcher auf der Niftel m völliger Einsamkeit vier Jahre und vier Monate lebte. Er wurde gelandet von der Galeere „Fünf Hafen" 1704 und wieder mtt- genommen durch den Kaper „Herzog am 12. gebruar 1709„ starb als Leutnant S. M. S. „Weymouth 1723, 47 Jahre alt. Die Höhle am englischen Hafen trägt den Ranieri „Robinsons Hütte" zu Anrecht; er errichtete wohl seine Wohnung auf der heutigen Plazaela del Punque, die durch ihre himmelhohen Eukalypten weithin gekennzeichnet ist. Selkirks Leben verlief weniger abenteuerlich, als es von Defoe mit dem Recht des x-ichters geschillert wird; er fand reichliche und gute Nahrung auf Der Insel und wurde nur einmal durch ein Erdbeben erschreckt. Einen Freitag, wie in der Geschichte, hat der wahre Robinson nicht gefunden. Aber trotzdem ist Defves Freitag eine geschichtliche Figur. Der berüchtigte Seeräuber Eharp hatte nämlich, bevor Selkirk auf die Insel kam, hier bei einer Plötzlichen Flucht