Samstag, 15. Juli UM 1922 — Nr. 28 «Trete' MN Imt W MWWx WMM MWME^KMNWW UDMHLMMUW Der Millionenschatz in der Asche. Man schreibt uns aus Butzbachs Ilm einen sagenhaften Schatz, dessen leichte Hebung sogenannte Schatzgräber den Leichtgläubigen anbieten, soll e8 hier nicht gehen, sondern um wirklich« Millionenwerte, an deren Hebung unser gesamtes Volk interessiert ist. Wenn wir hinausgehen oor die Städte, dann sehen wir auf den Wogen, die mit den aus den Feuerungen entfallenden; Schlacken aufgefüllt sind, daß da ungezählte Koks- und Kohlenteile nicht zu ihrer eigentlichen Bestimmung gekommen sind und was noch schlimmer^ ist, ungenutzt 'hier zur Wsgauffüllung verwendet werden, oder sogar auf Schutthalden gelangen. Wissenschaftlich Hat man festgestellt, Satz 30 und mehr vom Hundert noch brennbare Bestandteile in den Schlacken enthalten sind. Das ist allerdings ein Luxus, den wir uns heute nicht mehr leisten dürfen und aus national-wirtschaftlichen Gründen vermeiden müssen. Die meiste und beste Kohle erhält die Entente, die Saarkohle können wir zu Frankenpreisen nicht kaufen. Eine Tonne kostet heute fast 200maI so viel wie in der Zeit vor 1914 und finanziell sind die Aussichten so trübe, daß nur die wirtschaftliche Autzbar» machungffaller Erfindungen und Kräfte der Industrie und Technik uns unser trauriges Los erleichtern werden. Es wurden und werden Millionenwerte mit der Asche hinausgeschüttet auf die Schutthaufen — das ist der Millionenschatz in der Asche. Diese heute wirtschaftlich hochwichtige Frage der Rückgewinnung der unverbrannten Bestandteile aus der Asche ist sch>n viele Jähre vor der Kriegszeit gelöst; worden, und zlvar hat die Kohlenaufbereitungsfirma „Meguin A.-G. Butzbachs damals bereits einige Aschenaufbereitungsanlagen gebaut und in Betrieb gefetzt. Diese jahrzehntelangen Erfahrungen hat sich dieses Werk unter fortwährenden Verbesserungen so zunutze gemacht, datz man heute sagen kann, daß das Problem der Scheidung von brennbaren Teilen und reiner Schlacke vollkommen gelöst ist. Die Scheidung von Schlacken und Brennstoffen ist im Prinzip sehr einfach. Aeine Schlacken sinken unter, während unverbrannte Teile im bewegten Wasser schwimmen. Die nach diesem Prinzip arbeitende, patentierte Setzmaschine „Meguin", die in den Kohlenwäschen der Bergwerke das Herz der Kohlenaufbereitung darstellt, ist heute bei der Aschentrennung ebenso zu bewerten. Deutschlands größte Kohlenverbraucher sind die Reichseisen- bähnen. Die Eigenart des Betriebes und der Verfeuerung auf beschränktem dauernd bewegtem Baum, brachte es schon früher mit sich, datz sie trotzdem derjenige Verbraucher waren, bei dem die Kohle am wenigsten ausgenutzt wurde, und die veränderten Verhältnisse bei der Eisenbahn selbst, ebenso wie die Verschlechte-- rung des Brennstoffes und der Zwang zur 'Benutzung auch. weniger geeigneter Sorten und Größen haben den Ausnutzungsgrad noch weiter sinken lassen. Bur etwa ein Viertel bis ein Fünftel der verbrannten Wärmewerte erscheinen als Zugkraft wieder, aber es verbrennen, wie sich herausgestellt hat, nur 55 bis 70 vom Hundert der Kohle überhaupt. Der Rest bleibt als Abfall in den Feuerungsrückständen. Mit ähnlichen, wenn auch prozentual geringeren Verlusten kämpft fett langem jeder Köhlen- grotz Verbraucher und es ist natürlich, daß außer dem am Eingang genannten Meguinschen Scheideverfahren eine Reihe von weiteren Verfahret! ausgeprobt wurde, von denen sich aber keines im größeren Umfange durchsetzte, weil -diese sich nur für bestimmte, besonders günstige Verhältnisse als anwendbar erwiesen, während be- anderen die geretteten Brennstoffe teurer als gleichwertige frische Kohle zu stehen kamen und schließlich keines eine restlose Rückgewinnung ermöglichte. Zuweilen wurden zwar Brennstoffe und Rebenerzeugnisse gewoimen, aber in einer Foran, die bis zur Verwendbarkeit noch eine kostspielige Verarbeitung erforderte. So hat sich die Eisenbahnverwaltung bereits vor zwei Jahren durch Kohlenmangel und Defizit veranlaßt gesehen, ihre Bemühungen zur Erhöhung der Kohlenausnutzung in den Lokomotiven auch auf die Brennstvsfrückgewinnung auszudehnen, waS anfänglich auf die denkbar unrentabelste Art durch Auslesen der brauchbaren Stücke aus der Asche geschah. Run hat die Bahn aus diesem Gebiete einen gewaltigen Schritt vorwärts getan, indem sie das Meguinsche Verfahren einführte, das durch Verbesserungen und Verbindungen mit anderen Kohlenrückgewmnungsversahren durch den Hamburger Großindustriellen Generaldirektor Leopold auf eine nicht mehr überbietbare Ausnutzung gebracht wurde. Sv werden gegenwärtig nach diesem Shstem 13 große Anlagen zur Verarbeitung von jährlich ungefähr 420 000 Tonnen Feuerungsrückständen betrieben und gebaut. Die Menge des hierbei gewonnenen reinen Kokses schätzt man auf 164 000 Tonnen, dessen mittlerer Heizwert 5500 Wärmeeinheiten betragen wird, während für gute Steinkohle 7000 Einheiten berechnet werden. Durch die Verarbeitung des feinen Kokses bis zu 8 Millimeter Größe unter Zusatz von Feinkvhle und Hartpech zu Briketts werden statt 63 000 Tonnen Kvksgrus etwa 74000 Tonnen Koksbriketts mit einem Heizwert von etwa 6500 Wärmeeinheiten erstell. Außer den brennbaren Rückständen lverden noch 256 000 Tonnen nicht brennbare, als Reinschlacke gewonnen, die Mir Herstellung von 130 Millionen Schlackensteinen aus reichen. Es tritt also nicht nur eine Verwertung der wiedergewonnenen Kohle ein, sondern auch eine Verwertung der Schlacke zu Schlackensiemen. Die Anlagen arbeiten auf gemischt-wirtschaftlicher Grundlage, d. H. die Eisenbahnverwaltung liefert nicht nur gegen gute Bezahlung ihre Feuerungsrückflände, sondern sie ist auch mit vier Zehnteln am Gewinn beteiligt. Aus genannten Ziffern geht hervor, daß die erste oben genannter 13 Anlagen, die für die Eisenbahnverwaltung in der Hauptsache arbeitet und in Eidelstedt bei Hamburg errichtet wurde und die im Laufe der nächsten Wochen und Monate in Betrieb kommenden weiteren Anlagen große wirtschaftliche Bedeutung besitzen für die Gesundung der inneren deutschen Wirtschaft und der Finanzen unserer Staats- bähuen. Für die seither bei der Eisenbahn nur Unkosten machende wertlose Asche erhält dieselbe einen Preis, der sich nach dem Kohlenpreis richtet, und die Frachtgebühren für die Anfuhr ersetzt. Was die hergestellten Schlackensteine Betrifft, so sagt man von Men, daß sie vom Schwemmstein sowohl wie vom Ziege! die guten Eigenschaften in sich vereinigen. Diese Schlackensteine werden vielfach heute als Bausteine für Wohnhauskolonien, Beamten- und Arbeiterhäuser verwendet. Der Frachtersparnis halber können die Schlackensteine an Ort und Stelle verbraucht werden. Bei der Herstellung der Schlackensteine tritt eine bedeutende Ersparnis an Kohle in die Erscheinung, was sehr wesentlich ist. Erfindung, Technik und Industrie haben hier meisterhaft zu- fammengearbeitet. Dreizehn Aschenscheidungsanlagen „Meguin- Leopold' werden in diesem Jahre noch, so hoffen wir, in Betrieb kommen und die Kohlennot etwas beheben. Diese' geringe Zahl wird jedoch jur Aufbereitung der Millionenschätze, die in der Asche ungehoben liegen, nicht genügen; die Eisenbahnen und die Industrie werden eine weitere Anzahl derartiger Brennstoff- rückgewinmmgsanlagen, die zum Wohl« ger Allgemeinheit dienen, schr bald errichten müssen. — 110 — ls, fladt zu. Hinterdrein gehen still die drei Menschen. Sn einst schien, die Aussicht ist nichämitzunehmen Die Mutter tt in ihr einstiges Zimmer, das Töchterchen geht traurig mit Ototf durchs raschelnde Zeitungspapier hinab zum Brud^chen. lieber der Stufe^ die sunt erhöhten Fensterplatz Mhrt aus dem der Diedermeierschreibtisch der Frau stand, liegt ein Stuck Zeug, hastig nimmt es die Frau an sich. Die Kmderzirnmer sind leer, die Blumenstöcke vor den Fenstern bleiten da, sie leuchten in unbekümmerter, nichts ahnender Schöne. Der Packmeister geht hinab Len Möbelwagen zu schließen; die Witwe wandert träum* verloren die Bodentreppe hinan. Immer hatte ihr Mann Angst, Latz einmal eines der Kinder über sie hinabflürzen könne, wenn sie dort Schiff-im-Sturm spielten. Im Zugwind der geöffneten Bodenluken schwanken die „abgelösten" Wäscheleinen. Die Mad- ctenzeichnungen der Frau gilben im Winkel. Der Fuh knirscht auf Gipsstückchen, die letzte Köchin Hai die Büste der toten Mutter zerschlagen, die Trümmer sind wertlos, die zerrissenen Kinderbücher auch: das alles bleibt La. Langsam schreitet die Frau zur Bodenluke, abschiednshmend sieht sie ins Freie. Tröstend streichelt die duftende Luft die Stirn der Einsamen. Sonnen- durchglüiht schwimmen die Wölkchen hoch über ihr im blauen Himmel lautlos verdampfen sie im All. Tiefe Stille, dumpf braust die Großstadt von fern, dünn läuten in der Weite ein paar Kirchenglocken. Zwitschernd schiehen Schwalben vorbei dre Pfirsichbäume im Garten leuchten rosa mit ihrem Blütenblust empor. Der Schlüssel zur rückwärtigen Gartentüre, den der Wann immer wie ein Heiligtum in der Tasche trug, für den Fall, wenn sie einmal allein, ohne die Kinder spazieren gingen, ift dem neuen Besitzer übergeben: auf dem Rasenfleck, auf dem sre Sonnenbilter nahmen, schießt das Frühgras hoch Fremde werden es schneiden Das Grasstück, unter denr die Kinder dem Laubfrosch sein Grab bauten, ist hätzlich. Langsam, trauend gleitend zieht die Frau den Blick die Dachrinne entlang... ein Ruch die Frau fängt sich die Hände: in der Dachrinne liegt ein Stück Draht; vom vorigen Frühjahr, als der Blitzableiter aufgesetzt wurde. „Run kann uns nichts mehr geschehen," hat damals ihr Mann gesagt. Schmäler wird der Frauenmund, tief unter sich sieht die Frau das letzte Möbelstüch- das noch vor dem Hause stand zum Wagen hinabtragen. Motelpackerfäuste umkrampfen der Krau zerlegtes Bett. Sie wendet sich, sie geht langsam durch den dämmrigen Bodenraum, die Treppe nieder, an ihrem Zimmer vorbei Hinunter durch die Diele, aus dem Haus. Die Kinder schließen sich an. Das Mädchen trägt, bei gesenktem Kopf, die Kpe Ekhel an die Brüste gepreßt, der Bub schleppt ein Tännchen m Fäustchen das er aus der Erde ritz, weil es Papa pflanzte. Ein paar Theatergläser verschwinden in den Fenstern des Vorderhauses die schlanke, schwarzgekleidete Frau mit den verwaisten Kindern schreitet durch die Gartentüre nieder, im lächelnden Grün in der strahlenden Sonne. Der fette Pintscher der Frau Großschlüchtermeiflerin, mit dem blauen Seidenband um den $al , kläfft den Buben an, er meint, daß es sich nicht schickt, daß der Bub die Tanne stiehlt. Rolf stellt die Haare auf, er faßt den Pintscher und wirft ihn an die Hausmauer, daß er fliehend ein ekliges Klagegeheule anflimmt: unwillig, schmerzlich kläffend verschwindet er hinkend im Vorderhaus. Gemessen, in der vollen Schönheit seiner vornehm gezüchteten Linien, drohend schreitet Rolf hinter der stillen Fstau und den Kindern im Schwarz drein. Der Möbelwagen gerät in Bewegung, er rumpelt der Groß- 1300 Jahre Islam. Mohammeds Hedschra, 16. Juli 622. Die mohammedanische Zeitrechnung, die von dem Kalifen Omar festgesetzt wurde, beginnt mit dem 16. Juli 622 n. Ehr., welches Datum dem 1. Müharrem des Jahres 1 der Hedschra entspricht. Der Tag, an dem Mohammed auf seiner „Flucht" aus Mekka nach Medina kam und dort seine eigentliche Religionsgründung begann, wurde also zum Ausgangspunkt der ganzen mohammedanischen Kultur gemacht, und wir können am 16. Juli auf 1300 Jähre Islam zurückblicken. Der 16. Juli ist willkürlich angenommen. Der Zeitpunkt der Auswanderung des Religions- flisters läßt sich nicht mit Bestimmtheit angeben; er liegt zwischen dem 22. Juni und dein 20. September 622. Jedenfalls aber bedeutet die Hedschra den großen Wendepunkt im Leben Mohammeds, den Uebergang von jener Epoche, in der er als edler Eiferer und Dulder mehr für seine Person die Wahrheit suchte zu der Zeit der eigentlichen Religionsgrünöung, in der er als nüchterner zielbewußter Herrscher in ewigen Kriegen Me Anerkennung seiner Lehre erzwang. Mohammed hatte als schllch- ter Kaufmann nach seiner Erleuchtung in seiner Heimatstadt Mekka sich zunächst den „Hanmfen" angeschlossen, frommen Män- nern die die Lehre der Christen oder Juden annahmen und sie in frommer Beschaulichkeit sich zu eigen machten. Erst allmählich trat fer aus der Zähl Dieser Hanifen, die ihren Glauben ganz als persönliche Angelegenheit behandelten, heraus; aber die Vorstellungen, die ihn beherrschten, zwangen ihn, seine Lehre auch feiner Umgebung zu verkündigen. Zehn Jahre lang wandelte er so den dornenvollen Pfad des verlachten und angefeindeten Propheten, der in seinem enge- Eine Alltagsgeschichle. 1916. Bon Walter von Molo*). Außerhalb der großen Stadt, wo die Villen und Einfanulien- böui^ ihren glücklichen 'Besitzern aus frischer Luft und etnetn sä» s«SS Weit, auf dem hoher gelegenen Lxäle brettm ^n 8ZLMMLLLS- selig berauschend zusammen. Auf der Straße steht ein Möbelwagen; gefüllt mit tenOKobeU wohlig gesichert sehen die Parteien dem Auszug der Witwe zu. Offen klafft die schwere, grüngestrichene Haustüre mit dem schmwLsemen TürbMg.' Shn brachte der Tote ferner aus einem Freisassenhof int Gebäge, wo erstand bemaß nernbe besten Bescher gestorben war. Wütend beut Der Myaser Rolf Sein vornehmer Stammbaum Hut das Vorderhaus oft SSVTÄte foüW Aufhebens mit ihm machte wenn er freudig und stolz das schöne Tier über d^Stock sprtegen ließ, wenn Rolf jedem Fremden, der von unten kam, den Eintritt vet wehrte Immer wütender bellt Rolf, etn fremder Mann schlagt W^der Atetüre das Wappen seines Herrn aus der Mauer. Auf der weih gestrichenen Bank, auf ter das Ehepaar abends sah. wenn dte Kinder zu Bett gebracht waren starrt der verwaiste zehnjährige Bub in Trauerkleitern wor sich Hut. Aus den schmiedeisernen Fensterkörben der gardinenberaubten Fenster klingt des Schwesterchens verschüchtertes Stimmlein, es fragt die Mama -ob diePuppe Ekhel mitgenommen werden darf hXgremte Die Mama^michtenPackmecher Keinmal das ausgeräumte Haus von unten bis oben durch, ste sicht nach ob nichts vergessen wurde. Vom Keller und der WaschWche durch den Zentralheizungsraum, in dem es so mollig war, wenn draußen der Wintersturm pfiff und die Dienstmädchen chreu Sonntagsaus- aana hatten. Durch die Garderobe, die Treppe htnan, schreitet die "grau auf ter pompejanisch-rvt gestrichelte Mauer find dte Spuren der Rägel Mtbar an denen die Stiche frW dte ter Tote so eifrig sammelte, die msv.liebte dte g^^?I verkauft wurden. Die Küche ist leer, in iter Diele, in Der der letzte Werh- nachtsbaum die Decke angerußt hak, liegt wüstes Durcheinander von Packpapier und Holzbaumwolle; im EIstmmer steht.verlassen der Marmorkamin, den ter Käufer des ^Hauses tchernahm Im Salon sind die verkauften Möbel ineinander geschichtet im Glasausbau trauern die Blumen und ter alte Efeu, für die m ter Hintertreppenwv'hnung, die nun biogen werden muh, reut JSlaö ist Die ziselierten Türklinken, die sie aus alten Hausern mühsam rammelten bleiben da, auch ter weißgestrichene Tisch mit den weißlackierten Sesseln im FrüWücksplätzchen. Baumgrun und Reugier starren durch die aufgerissenen Fenster. Die Frau geht die Treppe Man, am Badezimmer vorbei, vor dem Rolf gemütlich jaulend sein Rachtguartier hätte, ins Zimmer des Gestorbenen. Sm Alkoven in dem das Bett stand, hängt dte Klmgellettung lose nieder, das kleine Mädchen hat sie mitnehmen woten, doch sie ist eingemauert, die schwachen Kräfte, noch schwacher durck. das Weinen, haben versagt. Sn ter Mitte des Zimmers,- tert wo die Bücherschränke standen, sticht gedrückt ter »Lite kontakt ter verloschenen Schreibtischlampe in die Vereinsamung. ®ie blaugrüne Tapete zeigt einen hellen Fleck: Dort hing dte Totenmaske von des Toten Vater. Der Schrank mit der Eckbank bleibt da der Balkon, von dem der Herr des Hauses oft scherzend ans Erkerfenster seiner Frau nebenan klopste, zeigt weite Ausficht in das Grün ter Landschaft mit dem silberig schimmernden Strom in der Ferne, auf die Dächer und Schlote der Stadt, die so *) Aus Walter von Molos „Sm Zwielicht der Zeit" (Verlag von Altert Langen in München). Das Bändchen, dem der Untertitel gegeben ist „Bilder aus unseren Tagen" bringt in guter Auswahl die besten modernen Rovellen und Skizzen, die Molo in sechzehn dichterischen Jahren geschrieben hat. Es sind wirklich scharf umrissene, aber in ihrer Stimmung lebensvolle, mit flotter Hand hingeworfene Bilder, die den Zeitgenossen, micd wenn die Motive mitunter düster sind, erheben and erfreuen. Lind ein gesunder Geist durchweht dieses Schaffen und Gestalten eines Dichters. — 111 — Die Schulferien im Wandel der geilen ne «11 Vaterland Mekka nichts aalt und dem sich hauptsäHlichdie Armen und Sklaven zuwendeten. Da die Herrschenden Famuien in Mekka ihn mit offenkundiger Feindschaft und Verachtung be- Handelten, kam er auf den Gedanken, die Stätte ferner £äugieu tot> anDershin zu verlegen. Gr versuchte Zunächst, in dem benach- barten Laif Fuß zu fassen, und als di^ miMang wanderte er nach der Stadt Jathrib aus, dre nach seiner Uebersiedlung Medina genannt Wurde. Die zahlreichen in der Stadt wohnenden Juden hatten den übrigen Einwohnern von eurem tunt» ttgen Gottgesandten erzählt, der die Streitigkeiten zwischen ihren Stämmen schlichten und ein neues Gvttesreich herauffuhren werde. Do war der Boden für Mohammeds Lehre tn Medma vorbereitet und der Islam faßte Hier überraschend schnell Wurzeln. Schon vor Mohammeds Ankunft waren erntge lAner Anhän^r nach Medina gegangen, und nachdem der PrvWet Gottes Er- laubnis für Len großen Entschluß angerufen, machte er suh selbst auf den Weg. Die Gläubigen gingen ihm entgegen, als sie hörten, daß er Mekka verlassen habe, aber da sie chn nicht fanden kehrten sie wieder um, denn es waren heiße Tage, öte waren bereits wieder heimgekehrst als ein Jude ihnen nachge- JS kam und rief: A Ihr Sohne Keilahs! Euer Gluck ist angekommen." „Wir gingen hinauf", so ^richtet der älteste Biograph Mohammed Ibn 3shak, „und fanden Mohammed im Schatten eines Dattelbaumes und bei ihm war 2lbu Dekr, der ibin an wahren gleich war. ^>a die meisten von uns Mohammed Nh^nie FhA. hatten, so wußten sie, indem sie auf ihn zugingen auch nicht welcher von beiden Abu Bekr war bis der Rotten von Mohammed wich und Abu Dekr ihn mttferninn Oberkleid beschattete; dadurch erkannten wrr chn. Mosmmmed kam nach Medina, als die Sonne heih brannte. Er amr damals 53 Jahre alt, und es waren 13 Jahre, seit er als Prophet gesandt worden war." In Medina erst stellte Mohammed den Islam zum Juden- und Ehriflentum tn einen strengen Gegensatz. Die Vorschrift Leim Gebet fortan nicht mehr gegen 3emfaIem fDnbet-n gegen Mekka Zu blicken, war Las äußere Zeichen der Mehr des Islam von d«m anderen Religionen. Als der Prophet zehn Jahre später starb hatte er seine Heimatstadt Mekka bezwungm, dre neue Lehre unter den Arabern Ml beendet und mit bem Kampf gegen das bhzaniinische Reich ihre Weltmission eröffnet. vrdnung des Gymnasiums zu Rvrdhausen v. I. 1583: „Ob man wvll den Praeceptoribus gerne gönnet, daß sie bisweilen ruhe haben und remissiones, mus doch> solches auch seine maße haben, damit die knaben nicht verment oder zu sehr verseumet werden. Demnach sollen alle Ferien, die inen die Evllegae gemacht, gentzlichen abgeschnitten sein, ohn allein folgende, welche inen sollen vergunnet werden, nemlich. . ." Und nun folgen einige freie Tage: die Zeit der Faschingsfreuden, das Erntedankfest, die Kirrneßseier und andere allgemeine Freudentage, — in Dresden die ganze Dvgelschießenwvchen. Später wurden hier auch alle Mittwoch-- und Sonnabendnachmittage schulfrei gelassen; eben- so in Berlin, so daß die bekannte Anekdote vom Alten Fritz und den Rangen, die den König auslachten, weil er nicht wisse, daß am Sonnabendnachmittag keine Schule sei, irtS Reich der Fabel gehörte. Desgleichen schrieb schon die älteste Schulordnung bes$ Grauen Klosters zu Berlin vor, daß auch während des Ja^marktS der Unterricht ausfallen solle. Das waren die ersten eigentlichen Ferien, von denen wrr wissen. 3m allgemeinen scheint es schulfreie Sommerwochen, dre Lehrern und Schülern ein Ausruhen und Erholung brachten, tn den größeren Städten bis zum 11. Jahrhundert nicht gegeßen zu haben; eine geregelte Ferienordnung für das ganze Jahr brachte wohl erst das vergangene Jahrhundert. Und wie stand es mit den Serienreifen? Solche muhten die meisten Zöglinge der Lateinschulen und Universitäten, weil von auswärts kommend, an jedem Semesterende, also zu Ostern und Mickneli notgedrungen machen. Tagelanges, mühsames, entbehrungsreiches Wandern hin und her durchs Land für viele, und mancher, der frisch und fröhlich auszog, kehrte nicht gesund, überhaupt nicht wieder heim. ~ . Da ist denn neben Ferienlust zugleich von Ferrenlerd zu reden. 3m Jahre 1598 hielten sich in der Leipziger Pflege alle Ortschaften wegen der Pest verschlossen und so fand man denn, als diese Landplage vorüber war, bei Dolsenhain einen fahrenden Schüler tot am Wege, den sie zu Grandstein nicht eingelassen hatten. Der hatte noch in sein Wanderbuch geschrieben: „Ja, i freilich, ich bin krank. 3ch bin nun vierzehn Tage unter den Himmel gelegen und hat mich niemand wollen Herbergen. Der Hals ist sehr dick, ich Tann nicht schlingen, ich habe die Braune gekriegt von 6er Aachtluft und bin die Zeit über immer in nassen Kleidern gelegen und weih mich niemand zu trösten, denn meines Herrn Jesu Christi, der wird mir helfen." So ist wohl noch mancher derzeit unterwegs verdorben, einer aber sogar bei Serien» beginn in 6er Schule selbst, Öen sein Rektor ins Karzer sperrte,, weil er sich gar zu stürmisch darauf gefreut hatte, auf Eltern un6 Freiheit. Die Altenburger Ghmnasialchronik vermeldet davon: Alle andern jungen Vögel flogen aus. Der Schulregent vergrub sich in seine Bücher, wobei ihn wieder und wieder der Gedanke quälte, daß er irgendetwas vergessen hatte. Erst ein Mahnbrief der Eltern des armen Jungen brachte ihn auf Den richtigen Gedanken. Da aber war es zu fpät. Wohl stürzte der Alte ins Gewölbe Der nahen Brüderkirche, in das er den luftigen Vogel I elngeschloffen hatte. Der war inzwischen ganz still geworden, I qualvoll verhungert." Roch lange verwahrte man sein Skelett in I der Bibliothek des Ghmnastums, vielleicht heute noch Dr. T. At. Gaben des Waldes. Von Amtsgerichtsrat Dr. Hartmann, Mainz. Millivnenwerfe gehen Jahr für Jahr ungenutzt zu Grunde. Weder die eifrigste Ausklärungsarbeit unermüdlicher Natur- freunde, noch die furchtbare Rot des Krieges haben eine wesentliche Wandlung bringen können. Gleichgültig stehen die Meisten den Wunderwerken der Ratur gegenüber, die diese in unerschöpflicher Fülle alljährlich hervorbringt. 3n seuchtwarmen Sommern wenn Wald und Flur ihr prächtiges Sommertteid anlegen, entwickelt sich vielgestaltig und farbenprächtig das Pckzreich. Die früher fast mißachteten, neuerdings aber dock) immer mehr und melhi- in Ruf kommenden Pilze verdienen es wahrlich, aufmerksam beachtet zu werden. Sind sie doch ein köstliches, wohlschmeckendes Lebensmittel, das in großer Menge vorkommt gratis zu haben und geeignet ist, manches Haushaltsbudget recht fühlbar zu entlasten und in angenehmster Weise Abwechslung in das -ägliche Einerlei der Küche zu bringen. Pilze sind nicht nur schlechthin Nahrungsmittel, die an Nährwert den besten Gemüsen gleich- zustellen sind und dem Fleische nähekommen sondern sie sind auch in besonderem Maße Leckerbissen von köstlichem Geschmack. Dermöae ihrer Bittigkeit sind sie namentlich in unserer Zeit unaufhaltsamer Teuerung ein Dolksnahrungsmittel allerersten Ranges. Es gibt kein größeres Vergnügen für den Naturfreund als Den tannenduftenden Wald zu durchwandern und mit reichster I Ausbeute an den prächtigsten Pilzen beladen heimzukehren. 2 bis 3 Zage nach starken Niederschlägen sproßt das Pckzreich tn üppiger Pracht und keine Wanderung wird erfolglos werden, wenn man feine Jagdreviere erst einmal kennt und die P.ckze erkundet hast die diese oder jene Art der Pilze bevorzugt Erfahrungsgemäß kommen die einzelnen Arten an bestimmte Stellen vor, an Denen fte sich oft Jahre lang halten, und Der Kenner ^mag schon im öoraS zu sagen, weiche Pilzarten er vermutlich da oDei Dort 1 finden wird. Uns wird geschrieben: 3m Mittelalter, wenn Die Schwalben wieder kamen, ober Der Storch, war Freude in der ganzen deute kcben Welt Der Durmwächter flieh ins Horn und Holte sich I einen Taler zu einem Ehrentrunk, weil er »uerft den Sommeranfang durch Stadt und Laich verEünDet hatte. I 91m allermeisten aber jubelte die Jugend, denn den ganzen I ©SnmnHang hatte sie schulfrei. Ja, schulfrei - weil es nam- ttch fü? Lchrer und Kinder jetzt allerlei anderes zu tun gab! Wer waren Denn Die ersten Lehrer wenigsterÄ in der Ätein» flabt und auf Dem flachen Lande? Das waren die 2>mttr, Hirten und Schäfer Die sommersüber mit dem sanzen Gemeindebesitz an ME Rindes, Schweinen, Ziegen und Dchaff-- zwischen Wald und Weide herumschweiften und erst wieder heim- tebrten wenn es draußen nichts mehr zu füttern gab. Dafür mußten sie aber im Winter selber mit durchgefüttert werden Das geschaht sehr einfach. Wochen- und tageweise waren ste bald in diesem, bald in jenem Hofe zu Gast«, und wo hielten sie für die jeweilige ganze Nachbarffchaft Schule, wobei tftnen nicht nur alle Kinder, sondern auch die Alten gerne zu- Hörten soweit es ihre Zeit erlaubte. Denn diese Manner, die bei ihren sommerlichen Streifen Muße hatten, mehr auf alle Erscheinungen Der Natur zu achten, waren vor Andern wted-und wetter- quellen- pflanzen- und 'heilkundig. Ueberdies hatten sie draußen Zeit zum Les^n. Hinterher teilten sie dann aus dem reichen Schatze ihrer Erfahrungen mit. Aus allen diesen Gründen ergab es sich gewissermaßen von selbst daß Das Sommerhalbjahr schulfrei, baji Winterhalbjahr aber' ferienlos war, — abgerechnet Die kirchlichen S^ertage. Nur etwa bei häuslichen Freuden, wie z. D., einem Schweineschlachten fehlten Die Kinder „selbstverständlich beim älnterrichst 3ur Entschuldigung diente Dann wohl eine Wurst. Nur um Weihnachten wurden kurze Ferien gemacht. 3ni DuDerstadter Urkundenbuche vom Jahre 1434 heißt es Darüber: „Thomas avcnb tomi men De KhnDere ut drivet", nämlich aus der Schule Auch in größeren Städten wußte man sich kaum anders zu Helsen So wurde beispielsweise noch im Jahre 1532 zu Fwink- kart a M als erster Deutscher „Qeremetfter em früherer Schuhmacher, Jakob Medenbachs angestMt Dtese Unterrichtsmetbode -Sech Halbjahr Praxis, ein Halbjahr Theorie — hat fw& in einigen Fächern, z. D. in den Landwirtschafts- und Schifferschulen, bis auf Den heutigen Tag erhalten. Durch Einführung Der Reformation fielen nun viele Feter- tage weg. .Dadurch tourDe die Zähl der freien Tage in den Schulen die inzwischen schon mehr und mehr geregelte Anstalten geworden waren, bedeutend verringert: in Dem Maße, daß es Den Herren Lehrern zuviel wurde. Sv lieft man tn der Schul- — 112 — ®hi Jubiläum der deutschen Schafzucht. Seit wann wird der Hund als Jagdhund verwandt? Der Verbrauch Deutschlands an heimischen Drogen. Bor dem Kriege waren Schriftlsitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen. der Zubereitung. Die allermeisten Pilzvergiftungen mit tötl. Ausgang find dem Genuß des sehr giftigen Knollenblätter schwämme» Die Freundschaft mit den Pilzen, das dadurch bedingte Wandern im Walde, stählen die Aerven und vermitteln, wie alle die vielen, bei denen es mir gelungen ist, Lust und Liebe zur Pilz- jagd zu wecken, mir immer wieder bestätigen, einen dankbaren Aaturgenuh, wie er fesselnder und anregender nicht gedacht werden kann. zuweisen. Verwechslungen können mit dem so sehr geschätzten Champignon, einem unserer besten Speisepilze, Vorkommen, jedoch nur dann, wenn man die charakteristischen Merkmale, die beide unterscheiden, nicht kennt. zuzuschreiben, einem sehr häufig vvrkommenden Blätterpilz. Dieser Pilz enthält ein geschmackloses Gift, das beim Kochen nicht zerstört wird und im Körper außerordentlich langsam und schleichend wirkt. Meist erst nach sechs oder mehr Stunden, also in einem Zeitpunkt, in dem die Anwendung von Gegenmitteln keinerlei Erfolg mehr verspricht. Das Gift zerstört die roten Blutkörperchen, greift Eine der besten deutschen Kammwoll-Merino-Herden, die von Gutspächter Hermann Schumacher - Zarchlin gegründet wurde, mnn in diesem Jahre auf ein öSjähriges Bestehen zurückblicken. 2nn Jahre 1872, also vor 50 Jahren, wurde dort eine Stamm- fchäferei geschaffen und der Schäfereidirektvr Rudolf Thilo in Freienwalde a. O. zum Beirat bestellt. Aus diesem Anlast widmet brauch an Arzneipflanzen in Deutschlau. ,.r als im Laufe des Krieges die Aufforderung zu einer Vermehrung der Drogengewinnung in Deutschland einsetzte, die „Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft" versucht, wenigstens einige Hinweise zu erhalten, welche Mengen von Drogen, die in Deutschland erzeugt werden können, in Deutschland alljährlich konsumiert werden Es wurden von Dr. Theodor Sab a lit st hka - Berlin in der Zeitschrift „Heil- und Gewürzpflanzen", dem Organ der Deut- Man beobachte beide Arten nebeneinander in der Aatur, studiere die Pilze möglichst unter Anleitung tüchtiger Pilzkenner und vergleiche naturgetreue Abbildungen guter Pilzbücher. Sehr bald wird man die unterscheidenden Merkmale sehr genau kennen und mit größter Seelenruhe sammeln und die ^rrlichsten Pilzgerichte genießen. ' Es ist grundfalsch, wenn behauptet wird, alle Pthe, die beim Zerschneiden oder auf Druck die Farbe ändern, oder die Milchsaft absondern, seien giftig oder ungenießbar. Eine ganze Reihe von köstlichen Speisepilzen sind gerade an diesem untrüglichen Merkmal der Farbonänderung oder des Milchsaftes einwandsfrei tzu erkennen. Eine weitverbreitete, aber durchaus falsche Der Knollenblätter schwamm heißt deshalb so, weil sein Stiel am Boden eine knollige Verdickung hat. Seine Blätter — Lamellen — unter dem Hut sind stets rein weiß, während der eßbare Champignon Blätter hat, die rosa, violett bis dunkelbraun sind. Die Farbe der Blätter unterscheidet die beiden Pilze so bestimmt, daß man sich nur Wundern kann, daß immer wieder Verwechslungen Vorkommen, die allerdings sämtlich auf mangelhafte Pilzkenntnis zurückzuführen sind. Aar bei ganz jungen Pilzen ist die Färbung der Blätter noch nicht so ausgeprägt. Mün verzichte deshalb in Zweifelssällen auf die ganz jungen Pilze. Ein weiteres untrügliches Merkmal ist der Geruch, der beim Champignon angenehm würzig, mandel- oder anisartig, beim Knollenblätterschwamm ein unangenehmer, an keimende Kartoffeln erinnernder Geruch ist. insbesondere Herz und Leber an, die es verfetten läßt und außer Tätigkeit seht. .Diese außerordentliche Gefährlichkeit des Pilzes, die Häufigkeit seines Vorkommens lassen es ratsam erscheinen, auch im Rahmen dieses kurzen Aufsatzes auf seine Merkmale hin- Der Hund als Wächter, schreibt Dr. Max Hilzheimer, der sich durch seine Studien über die Geschichte unserer Haustier« einen Aaamen gemacht hat, in der „Aatur", scheint älter zu sei» wie als Jagdgenvffe. Bezeichnend für diese Annahme scheint u. a. die Tatsache, daß dem großen Jäger Aimrod selbst in der ältesten Form der Sage, der Jzdubarlegrnde. der sonst keinem Weidmann mangelnde Jagdhund fehlt. Dem sucht dann ein« spätere altvrientalische Fabel abzuhelfen, die uns erzählt, wie Aimrod sich vergeblich bemühte, die Frevler der Herden seines Vaters und Bruders, den Löwen, den Wolf und den Schakal, zu vernichten. Da findet er einst von einem Jagdzug zurückkehreno, den ihm bis dahin unbekmmten Hund, welcher di« Serbe bewacht. Aimrod erkennt sofort, welche Hilfe er im Hund« im Kampf gegen wilde Tiere hätte. Er bemüht sich, den Hund von der Herde weg zur Jagd zu verlocken, lange Zeit vergeblich, bis er ihn mit dem Blut einer Gazelle und eines Hasen verlockte, ihm zu folgen. Die ältesten Schädel, die wir auf Jagdhunde beziehen können, finden sich in Europa erst im bronzezeitlichen Ablagerungen. Es ist dies ein kleiner Laufhund-ähnlicher ThpuS, Da es aber im Orient, schon früher in Aegypten sicher schon Jagdhunde gab, und diese höchstwahrscheinlich von dem größten --------„— , der drei in Aegypten einheimischen Schakale abstammen, und da zahlenmäßige Aügaben über den Ver- ! le7,er. der europäische Stammvater der Jagdhunde auf einem i Deutschland Mir spärlich Daher hat steinzeitlichm Hund zurücrgeführt wird, der höchstwahrscheinlich ------ - - — -- ' ' von einem kleinen nordeuropäischen Wolfe abstammt, so sind ver- mutlich in verschiedenen Ländern selbständig Wachhunde verschie- dener Abstammung zur Jagd herangezogen worden, so daß die Jagdhundgruppe nicht einheitlicher Herkunft ist. Sehen wir doch auch heute noch Hunde anderer Abstammung, wie Terrier- und Windhunds, zu Jagktzwecken dienen. scheu Hortusgesellschast, aus, zu diesem Zwecke von sieben Drogen- häufern zahlenmäßig« Angaben ihres jährlichen Drogenverbrauches erbeten. Das Ergebnis dieser Erhebungen läßt erkennen, daß der Umsatz an manchen Drogen gewaltig ist, weit höher^ als man wühl gewöhnlich annimmt. Dabet ist es nicht zu über- . , . . .. , sehen, daß große Mengen von Heil- und Gewürzpflanzen ta Auffassung ist es auch, daß es Mittel gäbe, die Giftwkeit der I den Fabriken verbraucht werden, die im Umsatz der Drogen- Pilze beim Kochen selbst zu erkennen, wie z. B. am Verfärben i Häuser überhaupt nicht erscheinen. So benötigte eine einzig« der Pilze oder am Schwarzwerden eines mitgekochten silbernen I brutsche Fabrik zur Herstellung ätherischer Oele jährlich 900 000 Kg, Löffels oder einer Zwiebel. Alles das sind Märchen. Ts gibt I Fenchel und 500 000 Kg. Kümmel. Eine Firma verarbeitete im nur ein einziges Mittel, um die irrtümliche Verwendung von I Durchschnitt jährlich 100 000 Kg. Jriswurzel, 300 000 Kg. Pfefferschädlichen Pilzen zu vermeiden, lerne die Pilze kennen! ä minzkraut, 250000 Kg. Rosenblätter usw Der Bedarf an Drogen, den man haute zwar infolge ihres hohen Preises einzuschränken versucht, wird in Zukunft voraussichtlich noch gröber sein al» vor dem Kriege. Auch jene einheimischen Pflanzen, die Ersatzstoffe liefern für die aus dem Auslands eingefü'hrten Genuß- mittel Tee und Kaffee, werden in Zukunft mehr Beachtung verdienen. Ein nicht geringer Teil.der Bevölkerung wird auch Beate, tvo diese ausländischen Degetabilien wieder zu haben sind bei den iheimischen Naturprodukten aus finanziellen Gründen bleiben. Ech die Nachfrage nach einheimischen Gewürzen sehr erheblich fein, da die Gewürze aus fernen Ländern sehr teuer, wenn überhaupt erhältlich sein werden. Die übertriebene Furcht vor Pilzvergiftungen ist ganz unangebracht. Die allermeisten in der Presse bekanntgegebenen Pil^ Vergiftungen sind entweder auf Leichtsinn oder auf den Genuß verdorbener Pilze zurückzuführen. Vergiftungen sind ausgeschlossen, wenn man nachstehendes beachtet. Vor allem verwende man nur Pilze, die man sicher als genießbar kennt. Man hüte sich vor verdorbenen Pilzen. Pilze find wegen ihres großen Gehalts an Eiweiß, wie alle Nahrungsmittel, leicht der Fäulnis ausgesetzt. Man verwende nur gesunde und junge Exemplare. Zu alte, zu wässerige oder gar verschimmelte Pilze sind zum Genuß ungeeignet. Ganz besonders wichtig ist es aber, ein zu langes Aufbewahren der Pilze zu vermeiden. Am besten ist es, die Pilze an dem Tage, an dein sie gesammelt wurden, zu reinigen und zu putzen. Ist die Derwer- tung nicht am gleichen Tage möglich — sie hat aber spätestens am zweiten Tage zu erfolgen — dann nehme man die Pilze aus den SammelbeAltern und schichte sie auf Unterlagen luftig, von einander getrennt, in der Weise auf, daß die Stiele nach oben stehen. Läßt man die Pilze im warmen Raume über Nacht stehen, so kann man die unliebsame Erfahrung machen, daß bereits nach . . 24 Stunden die ganze schöne Ernte von Pilzmaden zerfressen ist. | Fi „ _ _ .... _ Zubereitete Pilzgerichte genieße man grundsätzlich noch am Tage | die „Deutsche Landwirtschaftliche Presse" der Stammschäferei Zarchlin einen mit schönen Abbildungen über das Zuchtmaterial der Schäferei geschmückten Auffatz. Sehr bald erwarb sich dir Stammschäferei Zarchlin, die bei Karow in Mecklenburg liegt, und 1750 Morgen umfaßt, einen guten Aus, so daß das Ausland bald aus der Herde Böcke bezog und sie auch bereits vor Jahrzehnten auf Ausstellungen, so z. D. der D. L. G.-Wanderausstellung in Breslau im Jahre 1888, seitens kompetenter Beurteiler sowohl hinsichtlich der Wollbeschaffenheit wie der Ausgeglichenheit der Tiere ungeteilte Anerkennung fand. Im Jahre 1893 übernahm C. Steinkopf zu Zähren die Pachtung Zarchlin- damit ging auch die Stammschäferet in sein Eigentum über. Auch die züchterische Beratung und 'Zuchtleistung wechselte. Nach Thilo- Tode ging sie an Schäfereidirektor Strecker den Aelteren und nach dessen Ableben im Jahre 1909 an Schäfereidirektvr F. Arnold, Berlin-Friedenau, über, in dessen bewährten Händen sie heut« noch ruht. Es werden hier jährlich von 250 Müttern etwa 220 bis 225 Lämmer geboren. Das.Zuchtziel ist, auf großwüchsigen und muskulösen Körpern von leichter Ernährbarkeit, höchster Frühreif« und Fleischfülle eine edle, kräftige, möglichst lange Kammwolle mit ausgiebigem Rendement und hohem Dchurgewicht zu erzielen. ES darf behauptet werden, daß dieses Ziel vollauf erreicht worden ist.