ms - Hr, 204 MiLtwoch, -en 3|. Dezember s i« lilTij F/^4igZiHaj Wehe dem, der nicht lügt! Silvestermärchen von Helene Stökl. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) „Wenn ich nur wüßte," unterbrach sie ihn mitten in seiner feurigsten Beredsamkeit, „ob ich wirklich deine erste Liebe bin, wie du mir so oft versichert hast. Sage die Wahrheit! Hast du vor mir noch nie einem Mädchen von Liebe gesprochen?" Er fühlte, wie es ihn heiß überlief, und verbuchte durch erneute Zärtlichkeit von der versänglicben Stage abzulenken, aber sie wehrte ihn von sich. „Erst die Antwort auf meine Frage! Wer war die Erste, der du von Liebe sprachst?" Er rückte hin und her, ward rot und blaß, aber ceü nutzte nichts. „Die Erste, ja, toetttt ich mich recht besinne — wie ich ruich recht gut besinne," fühlte er sich gezwungen zu ver-, bessern, denn nicht einmal eine so winzige, unbedeutende Abweichung von der Wahrheit war ihm heute gestattet, „das war Amtmanns kleine Bertha. Sie ging in die erste Klasse der höheren Töchterschule, und ich wartete immer auf dem Schulwege auf sie, um ein paar Worte mit ihr zu reden oder ihr ein Briefchen zuzustecken." „Das war also die Erste?" klang es gedehnt von den Lippen seiner Braut. „Und wer kam dann?" „Dann, dann," er wand sich wie ein Delinquent auf der Folterbank, „dann kam eine Tanzstundeubekanutschaft, sie hieß Auguste und war blond und —" „Genug, genug! Nach der blonden Auguste kam?" „Ja, wahrhaftig, ich glaube, ha kam die kleine Louison aus dem Zirkus R. Ich warf ihr Blumen zu, sie sandba mir Kußhändchen dafür und erlaubte —" „Weiter, mein Herr, weiter!" , „Weiter!" Er sprach schon längst mit der Ruhe, der Verzweiflung. „Da war die hübsche Kellnerin, die mir das Bier so schelmisch zu kredenzen wußte —" „Weiter!" „Dann das Töchterchen von meiner Quartiergeberin." „Und dann?" „Dann kam die niedliche Soubrette aus dem C.'scheu Theater." „Dann?" „Ja, dann kamst du, teures Mädchen." Er ivollte, tief aufatmend, ihre Hand an seine Lippen führen. Sie stand vor ihm mit flammenden Augen. „Und das ist kein Scherz? Sie haben wirklich allen diesen Mädchen von Liebe gesprochen?" „Allen diesen Mädchen habe ich von Liebe gesprochen," wiederholte er mechanisch. „Und Sie wagen es, meine Hand auch nur mit einem Singer zu berühren! Hinwig von hier, und unterstehen Sre sich nicht, mir je wieder unter die Augen zu kommen!'? Er zögerte, aber der Wink ihrer Hand war so gebiet^ risch, daß ihm nichts übrig blieb, als zu gehorchen. Ganz vernichtet finden wir ihn eine halbe Stunde' später in einem Kaffoehause vor einer Zeitung sitzen, die zu lesen er sich nicht einmal den Anschein gab. Erbschaft, Kredit, Verlobung, alles verscherzt! Was sollte ihm das Leben noch? „Prosit Neujahr, mein werter, junger Freund," hörte er sich da plötzlich angerufen. Er fuhr auf, vor ihm staudi mit göunerhafter Miene Dr. L., der allmächtige Theatern rezensent, der über die beim Hoftheater eingereichten Werke fein Urteil abzugeben hatte. „Habe Ihnen angenehme Nachrichten mitzuteilen," fichr derselbe herablassend fort, „habe Ihr Stück, das Sie vor ein paar Monaten einreichten, gelesen, verrät Talent. Geschickter Aufbau, spannende Handlung, lebhafter Dialog, effektreiche Aktschlüsse, denke, es wird möglich sein, es zur Aufführung zu empfehlen." Hähnel blickte zu dem vor ihm Stehenden auf, wie etwa ein auf dem Schafott stehender Missetäter zu denk Boten, der ihm unverhofft die Begnadigung bringt. Wenn jemand ihn retten konnte, so war dieser es. Wenn fein Stück angenommen wurde und gefiel, dann konnte noch alles gut werden. Dem ruhmgekrönten Dichter widerstand seine Braut sicher nicht, seine Kasse würde sich füllen, er konnte sein« Verhältnisse ordnen und seinem Onkel beweisen, daß er! nicht auf seinen Tod zu warten brauchte. „Vielleicht ließen sich die Leseproben schon für die nächsten Wochen arrangieren, die Aufführung könnte dann noch in dieser Saison stattfinden. Doch apropos, ich war so frei, Ihnen, werter Herr Assessor, neulich ein Bändchen mit Gedichten von mir zuzuschicken, mit der Bitte, um gelegentliche freundliche Beurteilung derselben. Darf ich wohl fragen, ob es Ihnen schon möglich war, einen Blick hineinzuwerfen?" „Gewiß habe ich das!" stotterte Hähnel, der sein Verhängnis von neuem nahen fühlte, „aber verzeihen Sie, wenn ich jetzt nicht länger bleiben kann. Eine Einladung —" „Ein paar Augenblicke werden Sie doch noch für mich haben!" Der Doktor hielt den Fortstrebenden am Arme zurück. „Lassen Sie mich Ihr Urteil hören, aber ganz aufrichtig, wenn ich bitten darf, ich bin für gerechten Tadel dankbar. Also, wie denken Sie über meine Gedichte?" Hähnel widerstrebte seinem Schicksal nicht länger. „Ich denke," begann er, „daß diese Gedichte das Fadeste und Erbärmlichste sind, das ich seit langer Zeit gelesen. Es ist mir völlig unbegreiflich, nicht allein, wie ein Manu von Ihrer Bildung seine Zeit mit solch läppischen Sachen vergeuden kann, sondern mehr noch, daß seine Eitelkeit ihn so verblenden kann, daß er sich nicht selbst sagt,, wie — 814 - triefe geistlosen Maiftrien die Kritik geradeN» hrranss»^ der«. Die Woben Verstöße tzMn Hie A0M „Bemühen Sie sich nicht totiter, geschätztes Wxnnd. Ihr Urteil ist streng, vielleicht etivas M streng, aber ich vertrage Tadel, wie ich schon sagtes vnd danke Ihnen Stifte Doch da fällt mir eben ein:.Was Ihr Stück anbelangt, so wird es für diese Saison wohl zu spät dazu sein. Auch ist. es etwas zu ernst gehalten, das Pnblilinn ist mehr für heitere Sachen eingenommen. Bieileicht verständen Sie sich zn einer Umarbeitung. In ein paar Jahren könnte man dann sehen. Einstweilen lvird es kam» möglich sein, dasselbe zur Anf- fühning zu empfehlen." Fort war er. „Auch das noch!" inunnelte Hähnel, ihm nachstarrend, dann stürzte er aus dem Kaffee Hanse seiner Wohnung zu. Jetzt war er aus seinem Zimmer nngeliommen, seinem kalten, dunklen, unausgeräumteu Zimmer, und warf sich, seine Kleider von sich schleudernd, so heftig auf das Bett, daß es in allen Fugen krachte. Er fuhr in die Höhe. Was war das? Durch das Fenster strömte das junge Morgenlicht hell in das ZWlincr, und vor seinem Berte, die runzligen Züge Von denr goldenen Schimmer verklärt, fhinb seine alte Ans- Wärterin und hielt ihm gratulierend die dampfende ,Kaffeetasse hin. „Wünsche ein glückseliges neues Jahr! Und daß dem gnädigen Herrn alles nach Gefallen gehe, und daß wist zwei noch recht lange zusamnienbleiben!" Hähnel fuhr mit beiden Füßen zugleich aus dem Bett. „Was sagen Sie, was ? Neujahr wäre heut?" „Ja, was denn sonst? Der gnädige Herr hat noch nicht vom Shlvesterabend ausgeschlafen. Heut ist Neujahr!" Hähnel sprang, sich züchtig in seine Decke hüllend, zum Fenster. In den Gassen gingen festtäglich gekleidete Menschen, hin und her, die Glocken Tiefen zur Kirche, aus der Hauseinfahrt gegenüber winkte der Hcrusmeister heraus: „Fröhliches Neujahr, Herr Assessor, fröhliches Neujahr!" „Also Neujahr ist. heute, wirklich und gewißlich Neu-> fahr!" Hähnel sprang ans die alte Aufwürterin zu, und, o Wunder — sie erzählte davon bis zu ihrem Todestage —l nahm ihren Kopf zwischen seine Hände und gab ihr einen schallenden Kuß auf beide Wangen. „Heut ist Neujahr! und ich habe nicht meine Erbschaft verscherzt, meinen Gläubiger vor den Kopf gestoßen, meine Braut beleidigt, ihre Tante für Fünfzig gehalten, die Gedichte des Theaterrezenfenlen getadelt! Ich brauche nicht mehr die Wahrheit zu sagen, ich kann ivieder lügen, wie ich Krill’. O, ich glückseliger Mensch! Gesegnet, ja gesegnet sei die Lüge!" Blüchers Nheinübergang bei Laub am Reujahrstage 1814. Bon Hauptmann G r e e v e n, Düsseldorf, Eine behagliche Weinstube am fünften Novembertage des Jahres 1813 in der Lahnstadt Gießen. Der Generalstab der Echlesischen Armee harrt deö Marschalls Vorwärts, Gneisenan, Müfsling, Major Rühle, die Adjutanten und Professor Steffens. Nicht lange läßt Blücher auf sich warten. Auch ihm kredenzt bald das schmucke Wirtstöchterlein den perlenden Rheinwein. „Das erste Glas auf einen baldigen llebergang über den Rhein!" Hell klingen die Römer zur Wiederholung des Marschallswortes. Hatte man doch gerade die Kunde vernommen, dah der korsische Löwe dem Graten Wrede bei Hanau mit nur 60 000 Mann entschlüpfte. Doch nicht so bald sollten die guten Wünsche in CrUllung gehen. Schon am 11. November ist die Armee aus den Höhen des Westerwaldes mit dem Hauptquartier in Altenkirchen, um Mitte des Monats bei Mülheim-Köln den llserwechsel vorzniiehmen. Da trifft aus dem großen Hauptquartier zn Frankfurt eine „Anweisung jm Auftrage der hohen Monarchen" ein, daß die Schlesische Armee Kehrt machen und auf Mainz marschieren soll. Erstaunen, dann Poltern, schließlich sich fügen, wie das ein rechtschaffener Soldat tut, wenn er nicht recht einverstanden ist. Mit donnernden Hurrarufen begrüßen die bei der Borckschen Vorhut marschierenden Woarzen Husaren bereits am 13. November von der „Platte" bei Wiesbaden aus den in der Ferne sichtbaren grüngoldene» Rhein- strom. Nur die Division St. Priest vom russischen Korps Langeron rückt nach Düsseldorf, wird aber Ende November nach der Lahn beranaczogen. So bezieht die Schtefischc Armee während des Mo- «ats Dezember Quartiere hinter der Rheinlinie von Ehreubreitstein bis Darmstadt. Die Division St. Priest gegenüber Koblenz, das Borcksche Korps um .Wiesbaden,, das Korps Längere» bei Frank« fnrt'rind das Korps Sacken ’m Darmstadt. Zwecks- späterer Vereinigung mit der Schlesischen Armee aus der Hochfläche von Lanares, dem Anlanfgebiet für den entscheidenden Vorstoß auf Paris, hatte die Hauptarmee Schwarzenbergs einschließlich des Korps Wrede schon am 22. Dezember bei Schaffhausen, Laufenburg und Basel den Rhein überschritten. Eine Woche später sollten das Korps des Kronprinzen von Württemberg nördlich Basel bei Höningen ittob die Schlesische Arm-qe bei Koblenz, Caub und Mannheim ihren llebergang bewerkstelligen. Der Uferwechsel der Blücherschcn Armee ivar der weitaus schwierigere, weil auf der ganzen Strecke nicht eine einzige feste Brücke vorhanden luor. Einige Tage vor dem Uebergange richtet der hochgesinnte Feldmarschall folgenden Aufruf an seine Armee: „Soldaten! Als ihr von der Oder zruu Rheine vordrangt, tapfere Soldaten der Schlesischen Armee, mußten dem Feinde Provinzen entrissen werden, die er sich früher unterworfen hatte. Jetzt geht Ihr über den Rhein, um den Feind, der es nicht verschmerzen, kann, seine neunzehnjährigen Eroberungen in zwei Feldzügen ver-, lomt zu sehen, zum Frieden zu zwingen. Soldaten! Den Siegern an der Kühbach, bei Wartcuburg, bei Möckern und bei Leipzig dars ich nur den Tag! des Ruhmes zeigen, und ich Irin' des Erfolges gewiß,' allein ich hab' Euch neue Pflichten aufzulegen. Die Bewohner des linken Rheinufers sind nicht feindlich gegen uns gesinnt, ich habe ihnen Schutz und Sicherheit des Eigentums versprochen, ich tat's in Eurem Namen, Ihr müßt es halten. Ehre bringt dem Soldaten die Tapferkeit, jedoch der Gehorsam und die strenge Manneszucht sind seine schönste Zierde." Am glattesten vollzieht sich das Uebersetzen. der rnfsischm,Division des Grafen St. Priest. Trotz der sternenklaren Nenjahrsuacht gelingt es den Russen., in zwei getrennten Abteilungen bei Lahnstein und etwas unterhalb Koblenz ans Nachen und Fähren daß andere User zu gewinnen. Die in Koblenz eingnartierte Division Duririte wird von beiden Seiten angegriffen und muß 500 Gefangene, 7 Geschütze und beträchtliche Kriegsvorräte in den Händen des. Siegers lassens der schon um 4 Uhr morgens mit klingendem Spiele in die Rhein- und Moselstabt einrückt. Gleichzeitig geraten 1100 in den Lazaretten befindliche Kranke in die Gefangenschaft. Auch der schwarze Obelisk aus dein Castorplatze, den tut Jahre 1812 der damalige französische Präfekt zur Eriimerm-g an Napoleons Einzug in Moskau errichtet hatte, mußte sich den Zusatz gefallen lassen: „Gesehen und genehmigt durch den russischen Kommandanten von Koblenz, Generalleutnant Graf Ski Pnest, li Januar 1814." Die Korps Borst und Langeron sollten bei dem Oberwesei und Bacharach etwa auf der Mitte gegenüberliegenden Dörfchen Cainb über den Rhein gehen. Dort zwischeit den stecken Felswänden konnte der Gegner einen llebergang nm wenigsten vermuten. Auch erleichterte die unfern des rechten Ufers gelegene Pfalzhurginsel das Schlagen einer Brücke ganz ungemein. Doch hatte der bereits mit leichtem Treibeis gehende Fluß in dem engen Tale eine gewaltige Strömung. Bon den Truppen des Marschalls Marmvm, der ans dem anderen Ufer die vom. Rhein nach der Mosel führenden Straßen zu bewachen hatte, stand die nächste größere Mtei- lung stromaufwärts in Bacharach. Gegenüber Catch ivar nur eine Handvoll Zollwächter postiert. Um die Uebergangsstelle nicht vorzeitig zu verraten, wurde beit Einwohnern jeglicher Verkehr mit beut Lcgenüberliegenben Ufer verboten. Dagegen hatte man burch bie Schiffer bes Oertcheris eine Anzahl größerer Nachen hezchet- fchaffen lassen, aus beiten eine Abteilung zur Sicherung des Brücken? schlages gegen die französischen Wachen ober- und unterhalb ans das andere Ufer übergesetzt werden sollte. Auch ivaic eine Zwölk- pfüuder-Batterie am rechtete Ufer des Caubbaches am Silvesterabend bereit gestellt und hinter den Ruinen der Burg Gnteiriels waren vier schwere Geschütze aufgefahren. Tiefer, trügerischer Friche im Rheingau. Da.s Rauschen des Stromes übertönt die leisen Geräusche der Vorbereitungen für den denkwürdigen, fast feierlichen Uebergang. Eine kalte, burch den Sternenhimmel leidlich erleuchtete Nacht. Noch ist das Jahr nicht zu Ende, auf dessen Schlachtfeldern das deutsch« Natwnal- ftefühl geboren wurde. Auf einer Wiicse östlich Caub hat ein Teil der Borcksche» Vorhut, der Brigade Hünerbeiu, die Geivehr- zusammengesetzt. Er» Teil ist schon im Torfe drin. Zumeist Brandenburger, Schlesier und Ostpreußen. Neun Bataillone, zwei Jägerkompagnien, elf Eskadrons unb zwei scchspfüuvige Bätte-- rieu. Endlich schlägt die Turmuhr in Eaub die zwölfte Stunde. Gerade reitet Blücher mit seinem Stabe au. der Brigade vorbei Ein kräftiges „Prost Neujahr" schallt zur Truppe herüber. Trotz streitgcn Verbots durchzittert ein vielfältiges Hurrah den Dal- grund. Tas Echo verhallt aber schon int Dörfchen, wo Borst mit dem Brigadegeneral etwas unterhalb eine KvMP-gvic' ost- preußischer Jäger aufftellt. Tenn schon werden oberhalb Eanb die russischen Lemwanbp-ontons ausgAadeu. Man sieht es den WrgettAnkte» Segeltnchbooten nicht au, daß sie eilte Brüche Mr alle Waffengattungen vorzüglich zu tragen vermögen. Sofort gehen.die russischen Pioniere an die mühevolle Arbeit, die Joche zu bauen, sie nach der Pfalziusel einznfahren und zir veraickevi. Ern Teil der Tauber Schiffer legt mit Hand an. Ein anderer Trupp treidelt unter erheblichen Anstrengungen die pnatnmew- gebre.^teu Kähne heran, bet Ehrenlegion zu Machen. ft. W o ein Beefsteak 20 Mark kostet. Eine Amerikanerin, Frau Harriet Äabadse, veröffentlicht soeben in einer Nein Yorker Zeitung eine interessante nalioitalökonomische Studie über die Lebensverhältnisse in Alaska, ans der einige interessante Einzelheiten verdienen mitgeteilt zu werden. Tie Lebensmittelpreise sind nach ihr in allen Wohn Plätzen Alaskas nnglanblich hoch. So zahlte die Dame z. B. für eine Orange 85 Pfennig, für ein Ei 2 Mark, 20 Mark für ein kleines Beefsteak und 2 Mark für eine gebackene Kartoffel. Diese enormen Preise kommen hauptsächlich davon her, das; die Nahrung int Sommer, wenn die Wasserwege offen find, von Kanada und den Bereinigten Staaten zu Schiff herbeigeschafft, werden müssen. Gewiß könnte tut Winter auf Hundeschlitten weitere Nahrung herbeigcbracht werden, wenn sie nicht der euisWichen Kälte zum. Opfer fallen würde. Tie Hauplnahrnnq besteht aus Konserven, Es findet sich nach der Angabe von Frau Labadie. keine einzige Kuh in Alaska und nur wenige Hennen, die während des Sommers ein kümmerliches Leben fristen und zu Beginn des Winters eingehen. Sie können nicht einmal in geheizten Räume» im Mnter leben. Tas einzige grüne Gemüse, das in Alaska ge- vermischte». * Ein alleru ntertänigster N eujahrswunsch Einen Neujahrswunsch, der au den König von Preußen gerichtet ist, veröffentlicht eine Berliner Zeitung nutz dem Jahre 1735: „Die Sonne bestrahlet sowohl die niedrigsten Thäler als die höchsten Gipfel derer Berge. Unsere König!. Preußische Gnaden--Soiine er-- wärmet und belebet sowohl dero geringste Unterthänen als die Grossen des Reichs: mkd dieses veranlasset mich auch, da ich die Würme^ dieser Gnaden-Soune schon so lange genossen, und unter denen. Flügeln des glücklichen und mächtigen Prenst. Älslers Schutz und Ruhe gesunden, beh diesem bevorstehenden Jahres Wechsel mein allernnlerthänigstes Dank-Opfser öffentlich abzustatlen und vor Jhro Königl. Majestät, und des gautzeu Wletdurchlauchtigsteu Königl. Hauses unveränderliches höchstes Wohlsevn meine inbrünstigen und ungeschmincktcu Wünsche Himmelan zu schicken. Gott becröue also Jhro Königl. Majestät gesegnetes Haupt, nebst dero then testen Gemahlin, zur Freude derer sämtlichen Lande und treuesten llnter- thaneii, mit der Tat so vieler Jahre, als die Menschliche Natur zu . ..l-..., .. , '. foraf non Brau- QW Hnd Harrptmann von Atnauld ihre 200 Füsiliere vorn ^tttlerie-Regnneut einladen. In etwa einer LMV.ude rudern fnnbtge Arme die Abteilung, hinüber. Nickst " w-^lb^deS ZollwachterhättScheus gehen die Füsiliere au lA»« * Douaniers schlaseü wie die Ratten. Plötzlich werden ste durch kmsttge lremdsprachlrche Ruse ans den Federn gejagt. Ce ^ber das. Betreten deS linken Weinnsers hat in trötz Verbots ein lautes „Hurräh" ausgelöst. Tie kran»osrschen Wachter verzichten auf die übliche Frage: „Haben vre wav zu verzollen?" Sie feuern blindlings' ihre Gewehre ab und veranstalten dann einen Wettlaus nach Bacharach. Erst oa/P’t,,)1 uhr morgens kehren sie mit einer Verstärkung von ^00 Mann nebst einer Kanone von dorther zurück. Inzwischen ist aber schon, der größere Teil der Brigade Hünerbein überge- setzt und wirst nun den Gegner über Bacharach auf die Höhen «ach dem stromabwärts gelegenen Oberwesel geht ?Utc Abteilung Mhrend drei Bataillone ans verschiedenen beschwerlichen rMßpsaden die Felswände erklimmen, nm die oben gelegenen Dörfer vom Gegner zu säubern. ^sWSscpd. ist, »uh laM Sie an den bestgnstigen Wachs' ErptvMmtzk. Hoheit und Dero gautzeu hohen K8nwk ^'W^_Dero unermüdeten Landes Bätrn- f Ä ine erwünschte Würckung angedehhe», Last wir mit b '-nu)r Agenden Jahren weder in dieser Königl. « w v- ÄObgrenzte Alterthum das allerempfindlMe R-aelm^ wl inV(Vrt-lxen Landen von fernen dergleichen betrübten. ’w-a "'ehr mögen rcoen Horen, wodurch die Königl Gnade w> der Wt len gerewet werden muß, mit Strenge und SchäM gegen die Verbrecher ,einer heilsamen Gesetze zil Verfahren, fon- deril wir gesamte Unterthänen vielmehr deren süsse Früchte des onedens theilhafftig werden, und insgesamt die - <"ouniitffe vor das kostbare Geschenk in Erhaltung Dero 01 Ädrson zu Preisen Ursache sinden mögen. a-n w , ,11 "Ustfastlt der Frau an den modernen .Aannrrn? Latz ist die Frage, die von der Senmine LittK- kea^umo5- dl'izahl hervorragender französischer Frauen borge- W . Unter den: Antworten urteilt die bekannte Schriftstellerin. Ju 11 c 11 e A d a m am härtesten: sic ivirft den mo- oernen Männern „eine Eitelkeit vor, die mit Stolz nichts mehst ßst,,!chaneil . stat , und eme gewisse schlimme „Armut des 'ste- suM, die sich darin äußert, daß der 'moderne Mann unausgesetzt Zerstreuungen suchen muß". Eine andere Schriftstellerin, Mme. de Broutelles erklärt kurz: „Die Männer von heute haben zil viel Magen und zu wcmg Herz," und Frau Alphonse Sandet meint: „Was mich au der neuen Generation am meisten abftoßt, ist ihr Strebertum, ihre Hast, zu irgend einem twlmmn find greifbaren Resultate zu kommen, sei es nun GM oder Ehren oder Auszeichnungeu und die Akademie." Allein die Zeitschrist hat mich die Männer über die Frauen befragt, wol-er freilich nur die Vorzüge der modernen Frau zur Erörterung gestellt waren. Auf W Frage, was er an der Frau von heute am höchsten schätze, antwortete Emile Bontroux nur „Natürlichkeit" und Brieux meint: „Tie Gesundheit, denn sw ist die Mutter aller anderen Vorzüge." Debussy erklärt, y&®8 höchste Vorzug der Frau von gestern, heute und morgen scheint mir die Fähigkeit, Frau bleiben zu können." Andrö Gide dagegen erklärt sich für das Schweigen, Schweigsamkeit fei bje wertvoll si e Eigenschaft einer Frau und beruft sich aus Coriolans Gruß an seine Virginia: „Ich grüße dich, du mein aumnkigeÄ Schweigen/' P anl M a r g u e r r t t e aber antwortet: „Tic Vorzüge, die ich an der Frau von heute am höchsten schätze find «ich an der Frau von immer schätzen werde, daß find die Fähigkeit zur Liebe und der Instinkt der Btnttcrschaft" Ein M ensch enj ä g e r. Ein Menschenjäger ist sicherlich eine seltene Spezies. Sie existiert vielleicht nur in einem1 Ex ein plare, nämlich in Herren Apatli, oder, wie er sich lieber genannt hört, „Kapitän Apatit", im französischen Guyana. Es ist Abend: die Sträflinge in Gruppen von 50 oder 60 Mann, todmüde, Gesicht und Hände mit dem rote» Staub bedeckt, der dem Boden von Guyana entsteigt. Plötzlich zerreist eine starke Explosion die Lust. Es ist das Zeichen einer Flucht: der Appell an Apatu, den Menschenjäger, sich auf die Verfolgung zu machen. Sofort wirst sich dieser auf das Pferd und sprengt tu den Busch. Er trägt hohe rote Stiefel, ein stolzes Wehrgehänge, an dem zwei Büchsen der neuesten Konstruktton nicht" fehlen. Er kennt den verstecktesten Winkel der ganzen waldreichen Gegend, jeden heimlichen Waldweg und wird stets von seinen prächtigen Handel!, die ganz ausgezeichnete. Hiksskräfte sind, begleitet. Selten entwischt ihm. ein Flüchtling. Er zieht ihn ans dem geheimsten Verstecke heraus und führt ihn dem Direktor des Gefängnisses zurück. Apatu bewohnt in Saint Laurent mit seiner stattliches Familie eine große Wohnung. Er besitzt einen vielgerühmten Harem. Tarin befinden sich zwanzig Frauen, von denen er insgesamt vierzig Kinder hat. Die Familie lebt' sehr glücklich, da Wild Md Fisch int Ueberslusse vorhanden sind. Außerdem bezieht^ Apatit eine ziemlich 'ausgedehnte jährliche Unterstützung vom Staate und auch noch eine nicht unbeträchtliche Prämie- für jeden Flüchtling, den er zurückbringt. Apatu hat den fran- zöfischen Solvateu und der Regierung ausgezeichnete Dienste geleistet, daß diese ihn für würdig befunden hat, ihn zum Ritter Gegen neun Uhr ist der erste. Brückenabsatz bis zur Psalz- vurg sertiggestellt. Derweil nun die russischen Pioniere au dem Wetten, größeren Brückenteil arbeiten, gehen zituächfl zwei Ge- Wtze und zwei Schwadronen der Leibhusaren über die Schiff- bNicke nach der Insel, um vvn dort auf Fähren nach dem linken Ufer nbergefetzt zu werden. Dieses Verfahren wird bis zu der ."'Ätzens vier Uhr erfolgten Fertigstellung der zweiten Brücke fortgesetzt, was bei der Ungeduld Blüchers' wohl äii Verjjehcti tü Zumal als am Nachmittag des 1. Januar die fast vollendete Brücke, infolge der Gewalt der Wassermassen eine uu- leivoltte Spazierfahrt: machte, iveit die russischen Pioniere die dcht .MetfiskyiLern augebotenen schwereren Anker abgelehnt Satten. Aach der Schtlderung eines Angenzengen vollzog sich der Uebergang „unter dem größten Jubel der Uscrbewohner, unter fekw.?¥öe‘!’ ■■U'K Bauchzeu zwischen den int Winter- CTttfittf entzückend fchoncn Usern". So hatte das Yorcksche Korps ^"bruch des 3. Januar den Uebergang mit sämtlichen J™'1“ Jan"t Mtuttttontz- und Gepäckwagen sowie Parkkolonnen oewäiltgl. Dann folgte das Korps Längeron. Schon am Abend bie Vorhut Yorcks aus Befehl des rastlos porivu rlstretbeuden Blücher über Stromberg die Rahe bet Kreuz- ttrtd) erreicht, während das Korps aus den verschneiten, glitschigen Wegen des Hunsrück fich vorwärts arbeitete. Mit etwa 16 000 Mann marschierte dann Graf Längeron zur Einschließung von cv«, «flen ab. Seine übrigen Truppen wlgteii der Schlestschen Armee. Mcht .so ilNbüitig wie b-l Koblenz und Caub ging der Ucber- gang des Kvrps Sacken bei Wannheim bbn statten Die einzelnen W der hierzu beftimmten Brücke lagen schon einige Tage bvrher.fast fertig gezimmert in der Nähe auf dem Neckar bereit. Ter Emmündmig dieses Flusses gegenüber hatten die Franzosen stärke Verschanzungen angelegt, sie mit 8 Geschützen bestückt und Mit csiva 300 Mann besetzt. Unter den Augen des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen will Baron von der Osten- Eackcu m der Nacht znm 31. Dezember bas Hindernis beseitigen fassen. Um halb toter Uhr morgens werden 6 russische J.äger- vegtimenter auf Kähnen hinübergerudert. Ter gentesseue Befehl kautet:. „Die Verschanzung um jeden Preis zu nehmen" Die Besatzniig läßt die russischen Kolonnen bis auf kürze Strecke a»,die.Befestigungen herankommen. Dann ein prasselndes Kartätschen- und Mnsketeufeiier. Erst nach dreimaligen wütenden Attläusen wird der Gegner überwältigt und gefangen genommen Zwei russische Generale, ein Oberst und etwa 300 Jäger tot und verwuudet. Run werden die Brücke«teile herangeflößt verankert und mit Rödelbalken verbunden. Mit Einbruch der Tunkel- heit fährt das letzte Joch ein. Die Mannheimer Punschhäudler mögen gerade an. diesem Silvestertage keine schlechten Geschästc gemacht haben. "• Und der. denkwürdige Neujahtstag findet auch bas WM..-Sachen ans dem linken -Rheinuser. ■ Ich Vormarsch Über Frankenthal — nach dem Frankensand 816 beibt, jhtb ein paar Tomaten-- ttnö Salatswcke im Trcibhause des Gouverneurs. Es werden übrigens gegenwärtig ansgedehnkc Versuche mit Gcmüfepflanznngen gemacht, da im Sommer einzelne Pflanzen ausgezeichnet gedeihen. Man hat «. a. mit dem Weizen- ban keine schlimmen Erfahrungen gemacht. Nach der Theorie,nützte der Pflanzenwuchs sogar überraschend rasch vor sich gehen, da es in Alaska mährend des Sommers nie Nacht wird, mrd die Pflarrzen somit doppelt „Zeit haben", zu wachsen. Die Blumenwelt von Alaska soll sich durch Farbenpracht auszeichnen. Die enormen Lebensniittelpreise überraschen übrigens nicht, ivenn man mit ihnen die Arbeitslöhne vergleicht. So erhält z. B. der niedrigste Minenarbeiter 20 Mark im Tag. * Sic größte B r ü ck e der Welt. Zwischen den Städten R c iv A ork und N c w I e r s e y, die durch den etwa einen Kilo- Meter breiten Hudson getrennt .werden und bisher nur durch Fährbootc verbunden waren, wollen die New Haven- und die Pennshlvania-Msenbahn mit staatlicher Unterstützung eine gewaltige Hängebrücke bauen, über die die „Nature" einige Einzelheiten mitteilt. Dieser größte Brückenbau der Welt wird geradezu phantastische Matze haben: eine Gesamtlänge von 4890 Metern, von denen 2538 Meter auf die Brücke selbst, der Rest auf die Zu-- führungen kommen. Das Mitteljoch erhält eine Spannweite von 878 Metern; seine Pfeiler werden sich 166 Nieter über dem Wasserspiegel erheben. Die Brücke wird 52 Meter über dem Fluß hängen. Sie wird vier mittlere Schienenwege zu beiden Seiten aufuehmen, zwei für die Untergrundbahn und zwei für die Eisenbahn; daneben wird ein 11 Meter breiter Weg für die Straßenbahn, von New Zersetz und ein anderer für die von New Bork und schließlich noch ein 21/3 Meter breiter Fußweg laufe». Alle die verschiedene» Schienenwege werde.» in gleicher Höhe liegen; die Gesamtbrette wird 62 Meter betragen und die Hängebrücke allein eine Fläckw von über 9 Hektar bedecken. Die Bauzeit ist auf vier Jahre berechnet und die Baukosten sollen sich auf 168 Millionen Mark belaufen. Tie nächstgrößten Brücken sind die Wiesenüberfahrung in der Schweiz mit 3500 Meter, die Ohio-Brücke i» Cairo (Illinois) mit 3220 Meter und die Tay-Brücke in Schottland mit 3287 Meter Länge. kos. Unterseeische Bergwerke. Daß es auch Unterseeische Bergwerke gibt, die sich kilometerweit unter dem Meere hi» erstrecken, dürfte noch wenig bekannt sein. Unsere deutschen Bergwerksgebiete liege» zwar alle weitab von der Meeresküste, aber ein beträchtlicher Teil der eng.- tischen Minen zieht sich von der Küste aus weit unter dem Boden des Meeres hin und bildet auf diese Weise richtige „unterseeische Bergwerke". Das ist der Fall bei den Berg- werken Cumberlands, aber auch für die Minen int Norden Englands kann man saft -als Regel -annehmen, daß sie zm» Teil unter Wasser liegen. Selbstverständlich liegen die Stollen in allen diesen Bergwerken so tief unter dem Meeresboden, daß ein Wassereinbruch oder auch nur ein gefährliches Durchsickern von Wasser ausgeschlossen ist. Die Sicherheit in diesen unterseeischen Minen läßt deshalb nichts zu wünschen übrig. * Vvrgebeugt. Bei der Hockzeitsscicr bemerkt der junge Mann zu seiner Dame: „War cs nicht schrecklich, wie das Kind, das man in die Kirche mitgenommen hatte, während dcy ganzen Feier schrie?" „Es war einfach fürchterlich," antwortet entrüstet die Brautjungfer; „wenn ich mich mal verheirate, dann lasse ich gleich in die Ecke der Einladungskarte drucken: „Babys werden nicht erwartet!" * U n v e r st ä n d l i ch. Mr. Smith, der kein Feind des Alkohols ist, steht verdutzt vor einem Schaufenster und liest: Kognak, 50 Jahre alt. „Was ist das für ein Unsinn," meint er, „daß man Kognak so lange aufhebt!" * Schön gesagt. „Ich habe immer das'Gute und das Schöne geliebt." Sic: „O, John, wie hübsch hast du mir das gesagt: ich bin dein!" * 11 nter Geschworene u. Der Obmann zu einem ander» Geschworenen: „Wir werden den Mörder natürlich in gewohnter Weise freifprechen; aber mir scheint, als wenn wir für diese» Mann noch etwas Besonderes tun müßten. Was sagen Sie z» einem Ehrcnrevolvcr?" * Ser» e r stc r Gedank c. Sie: „Es ist dock entsetzlich, diese Feuersbrunst auf dem Meere!" — Er: „Ja, ja. Na, wir wollen bloß hoffen, daß sie ein Paar Aufnahmen für das Kino gemacht haben." * Ei ne Seele von einem Arzt. Arzt zu der Frau, der eben der Mann gestorben ist: „Weinen Sie nicht, meine Gute, ich ivilt auch den letzten Besuch nicht rechnen." * D ic Vorderseite der Medaille. Bob, der kein begeisterter Freund des Badens ist; „Hnrrah, die Wasserleitung ist eingefroren - — ich kann nicht baden!" * Eine zwecklose Ga b e. In d^r Kircke war eine Mij- sivnspledigt und --Kollekte. Ein kleines Mädchen, das den Vater tu ueui Gottesdienst begleitet hatte, kam nachdenklich nach Hanse, eilte sofort zur Mutter und fragte sie, ob die Wilden, in Afrika, von denen sie in der Predigt gehört hatte, überhaupt Meideg trügen. „Nein, sie haben keine," erwiderte die Mutter. „Ja," sagte die beobachtende kleine Dame, „was sollen sie dann mit! dem Knopf ansangen, den Vater in die Sammelbüchse getan hat?" * Der Schlaf der Gerechten. Eine alte schottische Dame fällt dem Pfarrer dadurch auf, daß sie immer schläft, wenn er predigt, dagegen tvenn junge Geistliche von der St. Andrews- Universität ihn vertreten, eifrig aufpaßt. Eines Tages stellt ee sie deswegen zur Rede, und die ivttrdige Greisin erwidert! „Wissen Sie, Herr Pfarrer, tvenn Sie predigen, dann weiß ich, ist Gottes Wort gut aufgehoben; aber wenn die jungen Leute von St. Andrews kommen, bann muß man scharf aufpafse», ob's auch in den rechten Hände» ist." * Auskunft. „Wo ist denn eigentlich hier der Fahrstuhl?" „Geh'» Sie man nach obeir! Fünf Treppen links tit er gleich!" _____________ Zwischen den Jahren von Cäsar Flaischlen. Wind heult ums Haus . . es ist auf einmal Wim er geworden und Regen und Schnee verwett» das Jahr! und was da war, wertlos wie zerrissene Briefe, wie welle Blätter rot und braun wirvetts über den grotzenZaun; der Wind verlrügt's. der Schnee vergräbts! Als es vor uns lag, wie lang es schien! lind wie schnell es wieder vorüberging! Wir freuten uns eben noch auf den Mai und wie ein Flug Wolken flog es vorbei . . wie von der Bahn aus vor beit Fenstern Städte, Dörfer, Wies' und Wald, ein paar Minuten Aufenthalt und da und dort auch ein paar Tage schön unb heiter. . ein frobc§ Fest und Gruß und Schluß und wieder ans und iveg und weiter zu Pflicht und Muß! Und zwischen hinein dann ein paar Lieder, ein helles Lachen, lieb und jung. . doch nun . , . nur noch Erinnerung ; der Wmo verträgt's, der Schnee vergräbt'S l Wir aber .. komm l die Glocken klingen! ich zünde unfern Baum uns anl Was fallen will, mag ruhig fallen, was sich verliert, verloren gehn, was Blatt ist, muß und mag ueriuetut . . wir schassen es tu alter Treue ans eigenem Frühling unS aufs neue I und das, löorauf es ankommt, sieb, baut nach wie vor sich fest und feuer in die Höhe, Stein um Stein l das Ja r hat keine Macht darüber, ob es heller oder trüber, ob es Sturm ist oder Ruh . . das Jahr btu ich, das Jahr bin du! und was w i r w o l l e n, will'- und gilt'S, und was wir schasse», das ersüÜt'S! Logognph. Ein Jahr sinkt wieder in das Meer der Zeit Und eilte ernue St imniing nimmt dich ein; Du sinnest nach, wie viel dir's bracht' an Leid, Wie viel der heitern Stunden waren dein. Gewiß nicht immer tatest btt die Pflicht So wie btt bir’5 int Herzen vorgenommen, Unb manche Stunde niitgeft du wohl nicht, Durch die des Glückes Huld btt hälfst bekommen. Doch plötzlich richtest bti auf mich beit x> lick Und frohe Stimmen mahnen zum Geiueben: „So jung erlaubt uns nimmer das Geschick Des netten Jahres Ankunft zu begrüßen!" Ich stärke dich: die Sorgen müssen weichen, Unb gut wird alles noch int nächsten Jahr. Tn hebst bas Glas und änderst mir ein Zeichen Unb bringst mich nunmehr beineu Lieben dar. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Gittcrrütsels in voriger Nummer: C 8 E Cleveland ernt v i e Semiramis 1 a g a m n Ente igtien d s n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Beilag der Brühl'schen Universitäts-Buck- und Steindruck-rei, R. stangv. Gieße»