samstag, den 3J. Mar Z8T ÜLLLLL W ! m ■*-' v ;a W UL! WM U M« Die jflammrnzeichen rauchen. 9tü man Ms dem Jahre 1813 von M'üjx Klarl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck verboten.) 1. Dell. War kein Feiertag, und doch strömten Bauern undl Häusler und Handwerker der Schenke zu. War bittere Urmut tm Lande, und doch, hatte der alte Schenkwirt alle Hände voll zu tun, um hier ein Maß Wein und dort einest Krug Dünnbier vor die Gäste zu setzen, und alles stieß an und alles trank. lind am kleinen Ecktisch, an dem der Schreiner Etzinger saß, weitab vom Tisch, weil er Platz brauchte für seinen Stelzfuß, den er weit aus gestreckt hatte, am kleinen Ecktisch stießen zwei ihr Glas zusammen, und halblaut riefen sie: „Unser König : Hurra!" Und dann nickten sie sich zu und tranken einen tiefen, tiefen Zug. Und das Wort:. Unser König: Hurra! war am Nachbartisch gehört worden, und auch hier wurden die Krügel zusammengestoßen, und derselbe Muf ertönte, und so ging es fort von Tische zu Tisch, und bald war ein Lärmen und Zechen tm Heidekrug, tote man es im letzten Jahrzehnt nicht gehört hatte. Und der Schreiner Etzinger stand auf und stampfte mit seinem Stelzfuß dreimal auf den Estrich, und die Nachbarn riefen: „Ruhe, der Schreiner toill reden!" Nun wurde es allgemach still und der Invalide Hub an: „Ihr wißt, liebe Nachbarn, ich bin kein Schwatzhans und Wortemacher, stüd Reden ist die Sache anderer, aber heute früh, da hat's gar arg in meinem Stumpfen (er zeigte auf sein hölzernes Bein) gezogen und gezwickt, und ich hab' mir gedacht: Halt, jetzt meldet sich die Schlacht bei Auerstedt, in der mir das verdammte Haubitzenstück mein Bein vom Leder riß, da wird's wohl eine Neuigkeit geben vom großen Krieg. Und die gtbt's! Ihr ivißt, der Schulmeister ist in die Stadt, und nun warten wir, was er mitbringen wird. Und vorhin kam er zurück, einen weißen Zettel hat er mitgebracht, da steht's geschrieben: Haut ihn! — Haut ihn, den frechen Korsen!! — Der König hat's geschrieben, in Breslau, drüben im Schlesischen, und wenn unser König das schreibt, dann wird das so, und unfern König, den verlassen mir nicht, und ein Schuft, der nicht ztir Flinte greift. Und mein Fridolin, der wird für zwet schießen, für sich und für feinen Krüppel von Vater. Und das sage ich: wenn ich, der Schreiner und Altermann Fürchtegott Etzinger, übermorgen noch einen im Dorfe sehe, der gesunde Knochen hat und nicht mit ausgezogen ist gegen den französischen Räuber, so erschlage ich ihn mit meinem Stelzknüppel wie einen Hund !" „Bravo, (Schreiner! — Bravo!" brüllte es durch den Raum, und der Altermann setzte sich nieder und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Aus seinen alten, guten Augen blitzte Kampfesfeuer und ehrlicher, großer Zorn, und er drückte seinem Sohne, dem Fridolin, die Hand. Sie sprachen kein Wort, aber dieser Händedruck war ein Schwur, den der Junge dem Alten gab, ein Schwur, fester wie Stein und Eisen. Die Kampfesbegeisterung der Männer und Jünglings, im Heidekrug wuchs ttnd wilchs und zeigte den langunterdrückten Haß gegen den ersten Napoleon. Hier waren sie ja unter sich, hier brauchten sie keinen Verräter zu fürchten. Und mitten in das Schreieit und Rufen und Schimpfen trat Paul Wintzer, der Schullehrer des Dorfes. Er io ar ein schlanker Mensch von sanftem, gewinnendem Aeußern. Ganz erschöpft fetzte er sich auf einen Schemel, atmete ein paarmal tief und schwer und schob sich dann mit beiden Händen die Fülle seines tiefschwarzen Haares ans der Stirn. Dann stand er aus, zog einen großen weißen Zettel aus der Tasche, und, während er ihn entfaltete, sprach er mit schlichter, fast weicher Stimme: „Ihr lieben Leute!" Sofort verstummte das wüste Geschrei, und alle wandten sich still dem Sprecher zu. „Ich. war heute früh- in der Kreisstadt und erschlich mir diesen Zettel. Die französischen Schergen waren ja hinterher, wie der Teufel, und der Kommissar ließ ansrusen, daß jeder als Majestätsverräter mit schwer rem Kerker, wenn nicht mit dem Tode bestraft würde, der dieses Schriftstück hier verteilt, vertreibt oder anderp irgendwie zur Kenntnis bringt. Ihr Leute, ich tu es lachenden Mundes, denn ich weiß, Ihr denkt wie ich und ich wie Ihr. Hört, was auf diesem Zettel steht! Der König spricht zu Euch!" Uiid als sich niemand rührte, schrie Etzinger: „Der König spricht zu Euch! Hört Jhr's nicht?! So, dann steht gefälligst auf!" Und schweigend in Gehorsam erhob sich die Versammlung, und nun verlas Paul Wintzer jenen denkwürdigen Aufruf des preußischen Königs: „An mein Volk!", der von Breslau wie ein Fanfarenruf durch die deutschen Gaue klang und aufrüttelte, was noch zagte, und tote ein Funke in die Seele deutscher Mannen sprang und zündete und zu lodernder Flamme werden sollte, den gallischen Cäsar zu verzehren unb Deutschlands Schandfleck reinzubrennen. Wie sie alle standen und lauschten den königlichen Worten, wie hier einer mit dem Kopfe nickte und dort zwei andere sich anblickten, als wollten sie sagen: So meinen wir auch, er spricht uns aus dem Herzen, der König! Und als der Schullehrer zu Ende war, da herrschte noch Augenblicke lang tiefes Schweigen, bis der junge Etzinger rief: „Hoch lebe der König!" Dann löste sich die Starrheit, und der Rins ward begeistert aufgenommen. Man schrie und tobte vor Kampfeslust, und erst als die Tnrrnglocke Mittag kündete, leerte sich das Gaststübcheii. Die beiden Etzingers und der Lehrer ioareu die einzigen, die zurück- büeben, und der Lehrer trank nun ans dem ihm dargebotenen Kruge. « 330 Die Heimkehr. Skizze von Herbert Stege m a n n (Berlin). Er langweilte sich. Er langweilte sich einfach entsetzlich. Und dabei hatte er doch eigentlich alles, was sich ein Mensch wünschen tonnte. Sein Geschäft — Baumwolle en gras — war glänzend gegangen. Sein auf diese Weise erworbenes Siermügen war in den sichersten Papieren angelegt. Er hatte eine vortrefflich und solide eingerichtete WohNimg: eine tüchtige, nicht über Gebühr brummende Haushälterin. S.eine Fran war vor langen, langen IJahren gestorben, und er 'hatte im Eifer und Drange der Geschäfte gar nicht die Zeit gehabt, ihr allzusehr nach- äutrauern. Kinder hatte er nicht gehabt. Niemand hatte ihm in seine Angelegenheit etwas hineinznredeii, und mit seinen Stammtischgenossen stand er sich vorzüglich. Er ging an jedem Abend nach Geschäftsschluß in das kleine gemütliche Lokal, wo die edle Runde — es waren lauter ältere, würdige, gesetzte Herren — um den Breiten Tisch gruppiert war und jeder unter heftigem Rauchen und etwas weniger heftigem, Trinken von sich und seinen aus, als hätten Sie etwas erlebt, Herr Wintzer, etwas Großes, das Ihnen die Seele erfüllt!" Da reckte er beide Arme in junger, stählerner Kraft von sich und wiederholte: „Als hätte ich etwas erlebt, etwas Großes. Ja, Baroneß!, etwas Großes, etwas Herrliches, das Auferstehen eines Voltes, das Erwachen eines gebundenen Riesen, der in Fesseln geschlafen und geträumt, und nun mit praller Kraft die Bande sprengt und den Traum verscheucht. — Ja, ja, ich rede nicht irre, Baroneß. Der König hat einen Aufruf erlassen: Alle wehrhaften Männer sollen sich um die Fahne scharen, den Korsen zu vertreiben." Mit heißer Röte im Gesicht hatte Gisela die Worte, die überschwenglichen, des begeisterten Mannes gehört, und sie war eine, die mit fortgerissen wurde, sobald man ihr Begeisterung in die Seele goß. Sie sah den Schullehrer an, und eine Erkenntnis stieg auf in ihrem jungen Herzen, eine Erkenntnis, die schon lange wohl in ihr geschlummert hatte, die ihr aber nicht bewußt wurde, und jetzt mit einem Male rang sie sich frei, und nun wußte sie, die Herrentochter: Dieser Mann da vor mir ist schön, ist schön, wie nur irgendein Mann sein kann, und er zeigte sich ihr in dem Strahlenglanz eines werdenden Helden. — Und diese Erkenntnis schlug ihr die Augen nieder und übergoH sie mit heißer, jungfräulicher Scham. Und still und nüchtern fragte sie: „Herr Wintzer, wer wird nun dem König helfen?" „Alle, alle helfen ihm. Baroneß, — alle, alle ziehen mit, morgen schon!" ),Nnd Sie, Herr Wintzer?" ,jJch bin der erste, der dem Rnfe folgt, Baroneß^ und bin gekommen, Abschied zu nehmen von Ihnen und vom gnädigen Herrn, — und will Werner mitnehmen!" Bei dem Worte Abschied schlug Gisela ein großes Weh ins Herz, ein Weh, wie sie es nur einmal gekannt hatte, vor langen, langen Jahren, als man die Mutter hinaus- trng in'die Herrengruft. — Und mit dem Worte Abschied wuchs aus der Erkenntnis, daß der Marin, der vor ihr stand, schön und edel sei, aus der Erkenntnis, die nur ein, Sams war, eilte schlichte Blute auf, schlicht, aber brennend heiß und schön, eine Blüte, die in stiller Knospe wohl noch länger geschlummert hätte, wenn nicht Abschieds weh sie emporgetrieben. Und Mn Stund an wußte Gisela: Du hast den Mann lieb. Und sie sah zu Boden und reichte dem Schullehrer den eben gepflückten Strauß und sagte: „So leben Sie wohl, Herr Wintzer. — Ich möchte nicht vor allen andern von Ihnen Abschied nehmen, gerade von Ihnen nicht. Wählen Sie sich ans dem .Strauße die schönsten Blumen und tragen Sie sie zum Andenken an mich. Ich will oft Ihrer gedenken!" Sie ließ den Strauß in Wintzers Hand und wandte sich ab nud schritt einen Nebenweg entlang, mit müden, verhaltenen Schritten. — Und Wintzer sah ihr nach, bis ihr helles Kleid im grünen Holz, verschwand. Dann entnahm er dem Stranß einige Veilchen und legte sie in seine Brieftasche. Er war berwirrt. Ein großes Glück schimmerte aus seinen Augen und machte ihn still, und in seinen frohen Kampsesmut, der ihn noch vor Minuten beseelt hatte, war ein leiser Mißklang gefallen. — „Sie ist das Herrenkiiid und ich bin der Dorfschulmeister. Die ersten des Landes werden kommen und um sie werben. Und ich bin arm, so arm!" (Fortsetzung folgt.) Etwas abseits vom Dorfe, in einem riesig großen Park, fast lauter Kiefern, lag.der alte Herrschaftssitz Schloß Heidehorst. Früher im Besitz eines reichen Hanseaten, war es iyt letzten Jahrhundert durch Tausch und Kauf wohl durch fünf oder sechs Hände gekommen. Vor dreißig Jahren aber war es in oen Besitz des Herrn von Altenlohe übergegangen. Der alte Herr, stark in den Sechzigern, litt schwer an der Wicht. Einst ein armer Junker, der nichts weiter besaß hls seinen alten Namen und. ein paar Dutzend Ahnen- stand er in preußischen Regierungsdiensten. Infolge seiner hohen Begabung war er von dern preußischen König als .Gehilfe des Gesandten in Frankreich beordert worden. Dort lernte er die Tochter eines französischen Edelmannes, Herrn von Bourgee, kennen, mit der er sich vermählte. Der alte Franzose kaufte seiner Tochter, da der von Altenlohe darauf bestand, in seinem Vaterland ansässig zu werden, das Schloß und Gut Heidehorst, und später, als die Revolutionswirren Hcstanden, floh der französische Edelmann und verlebte den Rest seines Daseins bei seiner Tochter und dem Eidam in Heideborst. Nach seinem Tode fiel der weitaus größte Teil oes Vermögens an die v. Altenlohe, während die übrigen Verwandten in Frankreich nur eine knappe Abfindungssumme erhielten. Die Mutter, Pvonne von Altenlohe, starb bald nach dem Tode des Vaters und hinterließ drei Kinder: Linthardt, den Erbjunker, der als Student in der alten Moldaustadt Prag lebte, Werner, den kaum Zwanzigjährigen, der noch im Vaterhanse weilte und Offizier werden wollte, und Gisela, die jüngste, kaum acht- Als Paul Wintzer, der als Gesellschafter im Schloß S gesehen war und mit Werner ein inniges Freund- tsbündnis hatte, die Lindenallee entlang' schritt, kam ihm aus dem Parke die Baroneß Gisela entgegen. Sie hatte einen Strauß der ersten Waldblümchen gepflückt nnd war nun, vom Bücken und wohl auch von den marinen Lenzessonnenstrahlen, sanft gerötet. Mit freier, fast noch kindlicher Unbefangenheit trat sie zu dem Lehrer und zeigte ihm den Strauß: „Die ersten, Herr Wintzer!" So sah ie sein erschöpftes Wesen und seine erhitzte Stirn und den tiefen Ernst in seinen sonst fröhlichen Angen, und ie erschrack. War ein lieblich Bild, dies junge Menschenkind mitten im lachenden Frühling, das jetzt mit großen, scheuen Augen zu dem einstigen Lehrer aufsah. „Mögen Sie den Frühling nicht, Herr Wintzer?" fragte sie nun. „Macht'Sie der Frühling n«^t fröhlich, ober ist etwas geschehen ? Sie sehen Fridolin Ebing er und Paul Wintzer sahen sich an und nickten, sich zu/daun sagte der junge Schreiner: „Wird, heiß hergehen, Paul!" und er dehnte seine Muskeln und streckte sich und sagte noch: „Die können ein Eisen schwingen, gelt?" Der Lehrer wollte dazu etwas sagen, aber der Stelzfitß fiel ihm ins Wort: „Wäret Ihr schon droben im Schloß, Schulmeister?" „Noch nicht. Ich kam aus der Stadt, als Ihr mich vorhin träfet, ging zum Schulzen, dem ich den einen Zettel gab und erklärte, und mit dem zweiten kam ich hierher. Der Schultheiß will den Aufruf anschlagen lassen. Das ist -ein Kerl, was? Fürchtet nicht um seinen Kops!" „Ihr tatet ja auch nicht anders, Wintzer. Werdet Ihr mttziehen?" „Euere Frage sollte mir tveh tun, Schreiner! Ich bin der ersten einer. Morgen früh rücken wir ab. Alle wehrhaften Männer des Kreises stellen sich morgen mittag auf dem Bezirksamt in Wessel. Ich denke, wir sind 60 bis 70 im .Orte, wenn alles mitzieht!" „Und dar junge Herr vom Schloß.?" „Werner von Altenlohe? Der wird sich nicht weigern. Wenn auch seine Mutter eine Französin war, sein Sinnen und Denken ist deutsch bis ins Kern und Mark, und er haßt den Korsen nicht minder wie wir. Ich kenne meinen Werner!" „Schon recht, Schulmeister. Aber das Testament der Frau Mutter und die Heiratsklausel vom seligen Herrn Schwiegervater aus Frankreich, Herrn von Bourgee, wenn das nicht wäre?!" Wintzer stand auf und durchmaß sinnend die Schenk- stübe Und blieb dann vor den Etzingers stehen und sagte: „Ich muß aufs Schloß, um mit Werner zu sprechen!" Und er xr griff Hut und Stock und ging querfeldein nach der .Lindenallee zu, die nach dem Schloß führte. 331 Angelegenheiten zu erzählen und seine geschäftlichen und menschlichen Verdienste in ein möglichst Helles Licht zu setzen wußte. Nun, er ging auch jetzt noch, nachdem er sich vom Geschäfte zurückgezogen hatte, allabendlich^ an seinen Tisch, aber es war doch nicht mehr das Rechte. Er ärgerte sich über die Fliege an der Wand und besonders darüber, daß er selbst jetzt nichts mehr zn erzählen hatte, während die anderen fortwährend von «llerhand Geschäften und Erlebnissen berichten konnten. Er aber erlebte nichts mehr. Morgens stand tr spät auf und kleidete sich mit einer Gemächlichkeit an, die ihm früher unbekannt gewesen war. Dann ging er in irgendein Museum, schlenderte die Linden entlang und aß in irgendeinem beliebigen Restaurant. So trieb er es Monat für Monat. Aber einmal, als er abends wieder stumpf und in sich gekehrt an seinem Stammtische saß, da kam es über ihn, und er flitzte, mit einem Male, daß es so nicht weitergehen könne. Die Er- innerungen, die seit vielen, vielen Jahren von den Pflichten und Geschäften des Tages gleichsam verschüttet dagelegen hatten, wachten plötzlich wieder auf. Er sah die kleine Stadt vor sich, in der er pnfgewachsen war. Seines Vaters entsann er sich nicht mehr: der war gestorben, als er noch in der Wiege gelegen hatte; aber die Mutter! Auch sie war gestorben, als er noch ein junger Meusch war. Gerade hatte er seine Lehrzeit bei dem alten Ascher, einem gutmütigen, stillen verhuzzeltcn Israeliten, beendigt, da war sie eines Morgens eingeschlafen, und nun hatte es ihn auch nicht mehr in cher kleinen, norddeutschen Stadt geduldet. Er war in die Welt hinausgegangen, intb bald ton er ein gemachter Mann geworden. Seine Frau war vermögend, und so konnte er sich in der damals schnell emporblühenden Reichshauptstadt mit Glück an größere Geschäfte wagen. Mer das alles lag zu weit hinter ihm, und bent alten Manne war zumute, als sei seine Knabcnzeit die einzig wirkliche und alles andere nur geträumt gewesen. Die Mutter hatte draußen vor dein Tore ein kleines Häuschen gehabt: es war klein, sehr- klein gewesen, aber dem Knaben war es doch immer wie eine Welt erschienen. Im Garten rauschte ein großblättriger Kastanienbaum, unter dem saß sie an einem hölzernen Tischchen die langen Sommerabende, die fleißigen Hände unermüdlich mit einer Handarbeit beschäftigt. Der alte Manu fühlte mit einem Male ihre klaren, fingen, braunen Augen aus sich gerichtet, und es war, als fragten sie ihn erstaunt, wo er denn mir so lange gewesen wäre. Sein Nachbar stieß ihn witzelnd an, und der.ganze Tisch lachte mit. Es war auch wirklich zu drollig, daß sich Herr August Kloppe, in Firma Kloppe & Co., mit solchen Träumereien abgab. Oder was er denn nur hatte? Magenbeschwerden? Kopfschmerzen? Dagegen half eine gute Importe, die ihm sein Geschäftsfreund Basecke und Wasservogel mit dröhnendem Basse bereitwillig anbot. Am nächsten Morgen reiste Herr Kloppe zum maßlosen Erstaunen seiner Haushälterin in die Provinz, der er seit unzähligen Jähren keinen Besuch mehr gegönnt hatte. Zn wenigen Stunden war er in der kleinen Stadt, der Stadt seiner Jugend. Er stieg laus, gab feinen Koffer einem Hoteldiener und schlenderte, da es ein warmer Sommerabend war, langsam durch die schmalen, titelt Gassen dahin. Wahrhaftig, da war es noch, das Rathaus — ein prächtiger titer, etwas fester Bau von jahrhundcrtjähriger Solidität. Dicke graue Mauern mit gotischen Wölbungen und Pfeilern: und dort — er mußte lächeln — waren im ersten Stockwerke noch jene araulackierten Blechkästen, die ein wohlweiser Rat vor den Fenstern des städtischen Gefängnisses angebracht hatte, damit die Uebel- tater nicht herausgucken und so die öffentliche Ruhe stören könnten. Er wanderte weiter. Der Kirchturm ragte in die klare Mondnacht empor, und daneben — ja, was war denn das nur? Wohin war das alte Schnlhaus mit seinen grauen Mauern und seinem' niedrigen, langgestreckten Dache gekommen? Ein großer Kasten mit Höhen Fenstern, die dicht nebeneinandergedrängt waren, erhob sich an seiner Stelle, verschwunden war der breite Hof mit seinen schattigen Bäumen, und ein nüchterner Sandplatz dehnte sich dafür in melancholischer Korrektheit aus. Der alte Mann nahm den Hut ab und strich sich sinnend über die Stirn; wo war das tiles hin, die fröhliche Kinderzeit, die beherzte Jugend? Und es fiel ihm ein, daß er ja eigentlich niemals so recht jung gewesen war, daß, noch bevor er zum Genüsse seines Lebens und zum Gebrauche seiner Kräfte heranwnchs, der Ernst und die Sorge des Berufes sich wie eine dichte Wolke auf ihm gelagert und alle wirkliche.Fröhlichkeit in ihm erstickt hatte. Und ein banges Gefühl kam' über ihn. Was nützte es ihm, daß er in gesicherten Verhältnissen lebte, was nützte ihm sein gutes Geld auf der Bank Und seine behaglich Angerichtete Wohnung? Es war ja alles nur ein Traum, der in einem Augenblick vorübergegangen sein würde, und im Grunde war es eben alles so grenzenlos' gleichgültig. Er war mzwischen auf den Wall gelangt, der die kleine Stadt auf beiden Seiten umgab, und hier sand er alles unverändert. Die braunen Stämme der Linden schienen fast nnij mächtiger, die Blätterkronen noch dichter und voller geworden zu sein. Uno panz wie damals saßen auf den Bänken schwätzende und zärtliche Liebespaare. Er lächelte ein wenig und entsann sich. Hier hatte eine erste schüchterne Jugendliebe gespielt, hier unter diesen Bäumen — oh, er wußte es noch ganz genau, sie war ein dummes kleines Ding von Aa.dmmädchAi gewesen, und er, der damals schon ein angehender junger Mairn war, wie der Fachausdruck für einen Wnmung^eMfen hieß, hatte sich immer sehr viel klüger ge- dünn als die kreme blonde Lucie, die in einemfort fang und lachte unb oft entsetzlich törichtes Beug zusaminenschwatzte. Wo mochte fte wohl jetzt sein? Wein Gott, das alles war ja länger als vierzig .^ahre her, er war ein alter Mann, und sie würde wohl irgenbernen armen Schlucker geheiratet haben, der ebenso nnver- standig war tote sie. Ohne es zu bemerken, stand er mit einem Male vor der Tür » . A!,rn Friedhofes. Es war keine Tür, wie er sie von bat Friedhchen der .Großstadt her gewöhnt war, sondern ein altes ungefüges Tor aus schwerem ^Eichenholz, das sich knarrend in den ringeln bewegte. Er stieß es auf — denn es war nach der zutraulichen Gewohnheit kleiner Städte unverschlossen — und trat ein. . , Der Mond gab eine gute Beleuchtung für hie Totenschau des alten Mannes, der mit langsamen Schritten an den Reihen der Gräber entlang ging. Er war sehr müde und am liebsten hätte er sich auf eine Bank gesetzt, um zu schlafen. Wer hier fesselte der eine vertraute Name sein Ange und dort ein anderer, und so schritt er weiter. ®r kannte sie alle: da war der alte Bürgermeister, der ihm damals als die gebietendste Persönlichkeit der ganzen weiten Welt erschienen.war, da waren seine Lehrer, einer nach dem anderen, die guten wie die bösen, und jetzt kamen gar schon feine Schulgenoffen daran, sie hatten sich zum Teil stattliche Titel erworben — vom Stadtsekretär bis hinab zum Sparkassen- ässistenten: auch die Gewerbe waren unter ihnen vertreten — aber tot waren sie alle, unb es schien dem alten Mann, als sei er allein zurückgeblieben in einer fremden Welt. Es dauerte nicht lange, bis er das Grab feiner Mutter fand. Zwar hatte er alljährlich dem Totengräber pünktlich eine bestimmte Summe geschickt für die Instandhaltung des Platzes, aber der Mann schien sich um das ihm anvertraute Grab nicht tm mindesten gekümmert zu haben, denn es lag alles toüft und verfallen da. Der Efcn war in der Sonnenhitze verdorrt, aber der Wind hatte den Samen allerhand wilder Pflanzen auf die Stelle getragen, unb bie grünten und blühten nun regellos durcheinander. Mer der Sandstein war längst verwittert, und nur mit Mühe konnte der alte Mann bie Inschrift entziffern. Mer zu Häupien bes Grabes stand eilte Kastanie, die war vor vierzig Jahren ein schlankes zartes Bäumchen gewesen, und jetzt breitete sie ihre starken Aaste mächtig über diesen Ort des Friedens ans, als wollte sie sagen: „Du stiller Schläfer da drunten, du bist nicht verlassen, ich bin da, ich rage über dir." Der alte Mann stand da, in tiefen Gedanken versunken. Ein leiser Wind rauschte dahin durch die Baumkronen: vom Rathausturme schlug die Uhr zehn: sonst war alles still rings umher. Wie einsam war es hier, wie still! Ml bie langen Jahre hi.nsi durch hatte ihm der Lärm der Leipziger und Potsdamer Straße in die Ohren gegellt; das lag nun hinter ihm' wie ein Jahrmarktslärm, bunt und sinnlos, und es war ihm, als hätte er das alles nur geträumt und hätte in Wirklichkeit diesen Ort der Rühe niemals verlassen. Wer was war das? Am Fuße der Kastanie lag ein dunkles Etwas. War es ein großer Alst, ein Hund ober ehr Mansch? Der nächtliche Besucher trat unruhig heran. Er war nicht schreckhaft, aber bie seltsame nächtliche Stimmung um ihn her hatte doch erregend auf ihn gewirkt. Wahrhaftig, es schien eilt menschliches Wesen zn fein. Herr Kloppe leuchtete mit dem kleinen elektrischen Tafchenapparat, auf den er so stolz War, und der so oft versagte. In diesem Falle aber funktionierte er nach einiger Mühe — und was da lag, war durchaus nichts Gespenfterhastes ober sonstwie Ausfälliges, sondern einfach ein in tiefem1 unb gesundem! Schlafe daliegender Junge von etwa zehn Jahren. Herr Kloppe war ein ordnungsliebender Mann, und es war ihm außer allein Spaß, daß so ein Bursche zur Nachtzeit auf dem Friedhöfe herumvagabondierte. So kam ein Ton seiner alten Strenge in seine Stimme, als er den Jungen, der sich verwundert und etwas geängstigt aufridjtete, nach bem Woher und dem Wohin befragte. Der Kleine sah den fremden Mann mit einem Paar großer Augen erstaunt an, und als Herr Kloppe seine Frage barsch und scharf wiederholte, suchte er mit einem Male an dem lästigen Frager vvrbeizuschlüpsen und den Ausgang ins Freie zu gewinnen. Wer Herr Kloppe, dessen Energie stets zu erwachen Pflegte, sobald sich ihm irgendein tatsächliches Hindernis in den Weg stellte oder über» Haupt ein praktisches Eingreifen vvu ihm gefordert Würbe, hielt ihn kurzerhand fest und versuchte es' nun, da ihn bie Sache zu interessieren begann, mit gütlichem Zureden. Es torr eine recht simple Geschichte, die da zutage kam. Der 'Junge war aus dem Waisenhaufe einer benachbarten Stadt fortgelaufen und irrte planlos umher. Um nicht abgegriffen zu werden, hatte er sich auf den Friedhof geflüchtet, der ihm als der sicherste Bustuchtsort erschien. Seine Kleider waren zerrissen, feine Taschen leer: und nur der tiefe Kinderschlaf hatte ihn den Hunger vergessen lassen, der sich jetzt, da er wachte, mit jedem Augenblicke mehr zu melden begann. Herr Kloppe betrachtete ihn mit steigender Aufmerksamkeit. Er War offenbar guter Leute Kind, seine dunkelblauen Augen blickten lebhaft und klug, und seine Gesichtszuge Waren fein und edel. Ob er nie Eltern gekannt habe? Nein, nie,. Meshalh er de.mi fort wolle ans dem Waisqp- — K82 Haufe? Weil ntkin ihn schlüge und huttgerrt liehe. Es war eilte nachdenkliche Geschichte, die sich Ker vor dem altm Manne aufrollte Herr Kloppe hatte immer nur für fern Geschäft gelebt: Dio Wohltätigkeit, soweit sie unbedingt nötig toter, besorgte ferne Krau, und wenn er selbst irrt Vorbeigehen einem kruppelhaftert Bettler eine kleinere oder größere Mstnzie hinwarf, fühlte er sich schoir austerordentlich gehoben. Bei Berührung mrt ledem aber, der nicht auf den gebahnten Wegen bürgerlicher Wohlanstaitdigkett dahinwaiidelte, toteri> er ängstlich, und wenn er tn Berlin einen Jungen nachts gegen elf Uhr auf dem -Friedhöfe gefun^n hätte, so totere er ohne weiteres Nachdenken einfach zuM Schutzmaun gegangen. wejt unj) breit keinen SchEnann. Und über Herrn Kloppe kam mit einem Male eilt ganz seltsames Gefühl. Sie wußten doch beide nicht recht, tv'ohin in der werten, werten Welt, der fieiite Junge und der alte Mtente, imd es kam Herrn Kloppe ganz undenkbar vor, daß er wieder in ferne leere , od,e Wohnung allein zurückgehen sollte, in der man höchstens örtert Kubalke mit den Tellern klappern hörte. Im Grunde Hatte er immer eilt weiches Gemüt nehabt, aber das Leben hatte ihm keine Zeit gelassen, auf die Stimme seines Herzens zu hörm. Hier aber erwachte die jahrzehntelang zurückgedräugte Empfindung, hier, ton es weder Baumtvolle en gras noch einen Stammtisch Mehr gab, tvv die Stiin'men der vergessenen Jugend zu ihnl sprachen — und er legte bette Kleinen, von einem! plötzlichen Entschlüsse getrieben, die Hand auf den Kopf und streichelte ihn Mit einer Wilde, die Herrn Basoche am Stammtisch ehren Lacw kranipf zugezogen haben würde. Es erschien ihm plötzlich als die selbstverständlichste Sache von der Welt, dast er sich des Jungen tenzunehwen hätte, und dieser, der die seltsame Wandlung in Herm Kloppes Seele .fühlte, -ohne sie retfrt zu begreifen, liest sich v-on seinem neugewonnenen Freunde ruhig -vom Friedhöfe hinunter- Mren. Die beiden gingen über bete schweigenben Wall, von dessen Bänken langst bas letzte Liebespaar verschwunden toter, dem Gasthofe zu, und Herrn Klappes Herz war so frei und leicht wie noch nie zuvor. Denn er Wußte, daß nun ein neues Lebten vov ihM -lag — und vielleicht war es erst das Wahre, das richtige Leben, das er jetzt mit seinen grauen Haaren noch beginnen sollte. Vermachtes. bl. ^Photographieren ohne Licht. Photographieren ohne Licht ist, wie schon das Wort „Photographie" besagt, eigentlich ein Widersinn. 'Wir haben uns freilich daran gewöhnt, dast außer den Lichtstrahlen auch unsichtbare.Strahleuarlen, Röntgen« ünd Radinmstrahlett, auf die photographische Platte etuwirken. Es gibt aber auch noch andere, viel merkwürdigere Arten des Photo- graphierens ohne Licht, wie Gustav Blunck in der „Naturivisseu- schaitltchen Wocheuschriit" ausfnhrt. Blankgepntzle Melallplalten, die man mit Bromsilberplatten in Berührung bringt, ivirken z. B. so auf die lichtempfindliche Schicht ein, daß man nach dem Ent- roickeln eilt Abbild bekommt, und ebenso erzeugen Harze, Oele, Fette, Holz, Samen, Blätter usw. Bilder, so daß mau nach einem lichtlofen Photographieversahren Bilder von gepreßten Pflanzen Herstellen kann, indem man diese aus die photographische Platte legt. So kann man genaue Strukturbilder von Federn und Holz und den nieteten Pflanzenteilen erhalten. Mack, Pollen, Stärke, Zucker uud Gummi zeigen diese merkivürdige Wirkung allerdings nicht und bei Keimlingen gelingt der Versuch ebeuialls nicht. Beim Verarbeiten der „aktiven" Stoffe bleibt die Aktivität erhalten und so kann inan Strukturbilder groben Papiers auf der photographischen Platte erzeugen. Ebenso wirksam ist wegen ihres Firnis- und Terpentinölgehattes die Druckerschwärze. Blunck gibt unter verschiedenen Abbildungen zu seinem Aussatze eine, -die einen lichtlos hergestellten .photographischen Abdruck eines bedruckten Blattes zeigt. Uebrigens ist oie unmittelbare Berührung zwischen der Platte und dem Objekte nicht nötig; die Bildererzeugung gelingt auch, tueiiit Pappe oder andere Stoffe dazwischengeschaltet sind. Landschaften kann man ohne Licht, also bei Nacht, photographieren, wie schon Zeuger in den siebziger und achtziger Jahren gezeigt hat. .Er.hat von einem Zimmer in Gens den Genfer See mit dahinterliegender Landschaft photographiert, indem er eine mit Leuchtfarbe .überzogene Glasplatte drei Minuten hindurch exponierte und daraus eine Stunde lang mit einer photographischen Platte in Kontakt brachte. Der so erhaltenen „Photographie" sieht man.nicht an, daß es sich um eine lichtlose Nachtaufnahme handelt. Dieser Versuch ist später von anderen, so auch von Blunck selbst, iviederholt ivorden, so daß eine Täuschung ausgeschlossen erscheint. * Das beste Heiratsalter — zum Beste» der Nachkommen. In der Eugenics Review, die sich dew Propagierung der eugenischen Lehren gewidmet hat, wird eine interessante Statistik veröffentlicht, die sich mit der Frage des besten Heiratsatters beschäftigt. Man hatte sich das Ziel gesetzt, in einer mittelgroßen Stadt Erhebungen anzustellen, um zu ergrü'nben, ob das Lebensalter der Ettern auf die Gesundheit und die Schön- chteit der Nachkommenschaft von größerem oder geringerem Einfluß ist. Die schwierige Aufgabe erstreckte sich! auf die. englische Stadt Mrbbkesborough in der .Grafschaft Bork. Dr. E. I. Evarte hat [eine Feststellungen Vor telkein teuf die Angehörigen des Kleirt- bürgexstandes und der -Arbeiterklasse attsgedchnt rthb ist d-abei M dem' Ergebnis gekommen, daß die schönsten Jungen von Fraueit [abstammten, die während ihrer Mutterschaft zwischen betet 25. und 30. Lebensjahre standen. Die schönsten Mteochest bagegey ftominten von Müttern ab, hie oas 2h. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt hatten. Die kräftigsten Kinder stachmen vvy Vätern ab, dis zwischen dem' 30. und 35. Lebensjahre .standen. Daß schönste! Kino der ganzen Stadt stammte von werte, die diesen Migabten entsprachen: der Väter roter 31 itrtb hie MuMr 25 Jahre, * Die Ausführung einfacher Befehle bei der H u n d e d r e s s u r: Setzen, Legen, Springen, Apportieren, Bor- und Zurückgehen, rote auch Tragen von Gegenständen, muß jedem größeren Hunde, der als wohlerzogen gelten soll, beigebracht worden sein. Für großrassige Hunde ist zudem stster Appell unbedingtes Erfordernis, weil man sonst aus Aerger, Scherereien und Unatmehmlichkeilett nicht herauskommt. Alle jene kleinen Leistungen sind den Huttden aber mehr im Spiele als im Ernste beizubringen und gelincen leicht, wenn man rechtzeitib mit der Hebung darist beginnt ituo in richtiger Folge dabei verfährt. Bei alleren Zwingerhunden macht die Erziehung zu solchen „Kunststückchett" gewöhnlich mehr Schwierigkeiten und muß dann die Dressur ost mit ganzer Strenge entsetzen. Büchertlsch. — Handbuch der Kunstwissenschaft heraUsgegeben von Privatdozent Dr. Fritz Burger-München, unter Mitwirkung der Universitäts-Professoren Dr. Dr. Curtius-Erlangen, ;Eager- Gritez, Hartmann-Straßburg, Ncuwirth-Wieai, Pinder-Darmstadt, Siteger-Dresden, Graf Vitzthum v. iEckstädt-Kiel, Wackeruagel- Leipzig, Weese-Berlin, Willich-München, Wulfs-Berlin, Privat- bozeitt Dr. Herzfcld-Berliii, Oberbibliothekter Dr. Leidiitger-MÜn- chen und anderer Universitätslehrer und Museumsdirektoren. Mit cte. 2000 Textabbildungen und Vierfarbendrucken usro. Lieferung 3: Wulff, Mtchristliche und bhztentinische Kunst. Heft 1, Verlag der Akademischen Berlagsgesellschaft Berlin-Neubabelsbersj. Auch aus dieser Lieferung sehen wir, daß es sich hier um ein in großartigen Zügen angelegtes Werk handelt. Zu bett interessant geschriebenen, anschaulichen und gründlichen Darstellungen, die dem neuesten Stand der Kunstgeschichte entsprechen, bietet das prachtvolle und seltene JllustrationsMatersal eine wertvolle Ergänzung. Das Hauptziel der Verfasser ist die Erschließung des Kunstverständnisses. Die zur Erreichung dieses Zieles eingeschla- geiten Wege sind methodisch und technisch durchaus originell. Durch den Vergleich verrotendter Werke verschiedener Zeiten nnd Völker, durch Zusammenstellung von Eiitwichlungsreihen sowohl auf dem Gebiete der neuen wie alten Kunst usw. roerben alle Hindernisse! des Verständnisses hintveggeräumt und der Leser so mit bett Kunstwerken vertraut gemacht, daß er ein persönliches Verständnis zu ihnen güwinnt und sie aus ihrert eigerteil .Lebens- und Ent- sttehungsbedingungen heraus begreift, beit Wert .der Kunstwerke erkennt und lernt, das Mesen der Kunst Art begreifen und selbständig Kunstobjekte zu beurteilen. In diesem Handbuch werden durch eine fast unerschöpfliche Fülle hervorragender unerreicht dasteheu- der Abbildungen, die infolge ihrer ausgezeichneten künstlerische Ausführung Und vollendeten technischen Rehrteduktionen überraschen, alle bedeutenden Werke der Mak-, Bildhauer- und Baukunst aller Zeiten und aller Länder vor Augen geführt. VUderrWrl. Auflösung itt nächster Nummer. Auflösung des ntagischen Zahlenquabrats in voriger Nummer! 2 17 39 26 26 39 17 2 17 2 26 39 39 26 2 17 Redaktion: K. Neurat h. — Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.