M3 — !lr. 99 Samstag, den 28. Lum 5? ’KWW W kä; |Hn! KLiE Sx-Äss: v " 7. rF't^V^-^ 1 v L| iS Die Fismmen^eichen rauchen. Roman aus bem Jahre 1813 Von M'aix Ka r l B ö t t ch e r - Chemnitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Nach drei Tagen ritten sie über den Paß nnd hinab znin^m. In Bozen wurde ein guter Trunk getan, und me Scheunn war lieb und zärtlich, ein deutsches Gretchen, blauaugrg und bloudzöpfig und keuschen Sinns. Ihr Vater, der Schenk, war ein breitschultriger, kerniger, biederer Trroier mit einem Hoferbart und prächtigen, ehrlichen, Karen Augen, einem schwarzgrünem Kurzwams mit roten und gemshornenen Knöpfen. Dem hatte es der lustige Musrtaut angetan, und diesem wieder das blonde, j". e, Gretchen mit den lieben Augen und den weichen Händchen und dem Grübchen im Kinn. Sie saßen im Schenkengdrten, „Mondschein" hieß der Krug, der Fiedler und das Gretchen, in junger, frischerblühter Liebe. War Nosenzeit im Lande! Und sie saßen still und wußten vor m urchts zu sagen und sahen schweigend in die Berge. Abend im Tal, und von drüben gleißte und glühte es tn güldenem Glutrot, und der „Rosengarten" und der „Schlerm" waren in Purpur getaucht, und das Alpenglühen zog mit seiner sausten Hand kosend über all die schweigenden Gipfel und Spitzen und Zacken und ließ hundert Farben erschMern und tausend Lichter spielen ' Zu diesem prachtvollen, noch nie geschauten Weltwunder ein schmiegendes, kosendes Mädel im Arm und ein Dichterherz im Leibe — wird da nicht eine Welt von Liebe wach?! Uiid wo int Herzen ein guter Funken schlummert, muß er sich nicht entzünden an der Glut der rotleuchtenden Berge, an der Glut der Liebe?! In Erwin Sommer schlief ein Funke seit einem Jahrzehnt, von Zorn und Groll und Trotz verhüllt, und hier, an der Grenze vom welschen, falschen Laude, im kerndeutschen Tirolergau, wo Treue und Vaterlandsliebe Heimat haben, hier erwachte der Funke zu lodernder Flamme. Und als des Musikers Lippen heiß ans den kirschigen, vollen der Schenkin brannten, da kam der alte Schenk, der Tiroler, und sagte halb er- freitt, denn auch er war ’m al jung gewesen und gehörte nicht zu denen, die das leicht vergessen, und halb im Merger, daß sein Mädel sich von dem Fremling mit Wl^eit Augen und dem Schelm im Nacken küssen lieft: „Junger Freund, nehmt den Säbel in die Hand und werft die Fiedel weg! Ein ehrlicher deutscher Bruder bummelt rn diesen Zeiten nicht in der Welt umher und küßt ehrbare Mädels!" Da ging Erwin hin Und rief den vier Männern, die rhit gedungen hatten, zu: „Aus ist unser Abkommen, Ihr Freunde! Ich bin andern Sinnes geworden! Lebt wohl!" „Hallo! Fiedler, Eure Gauklerkünste sollt Ihr nicht M uns hewdisen. So leichten Kaufs kommt Ihr nicht davon!" Da lachte er auf und riß des Schenken Gretchen an seure Sette und flüfterte ihr ins Ohr: „Gelt, Mädel, ich komme wieder, wenn mich der große Krieg draußen nicht frißt. Erst will ich kämpfen — magst mich bann?" Da barg sie ihr feines Köpfchen an seiner Brust und küßte ihn keusch auf Stirn und Wange. „'Die Fiedel her, Wirt!--; Die Zeche bezahl ich vom Kriegssold, verlaßt Euch darauf!" Und fort war er. * ~ Iw Etschtal wandert sichs gar schön, zumal in tetcr Sommernacht. Die Mendel zieht hundertmal ein ander Gesicht. Mal ist sie breit, und mal ist sie spitz, mal zeigt sie einen langen Rücken, und mal reckt sie sich stolz gen Himmel, als wollte sie zeigen, daß sie gut ihre sechstausend Fuß mißt. Ja, ja, schön wandert sichs durch diese Rebenhänge, unb wo von den Beugen trutzig und finster eine Burg oder ein Schlößlein ragt. Da fiel dem einsamen Wanderer ein Lieblein ein, und die Fiedel sprang ihm an die Backe, und der Bogen zuckte über die ©alten und er fang und sang und ward des Singens nicht müde, und sein Gesang ward ihm nicht schwer. Plötzlich traten ans einem Gebüsch vier Männer auf dem Einsamen zu. „Hollo, Bürschlein, kommst uns gerade recht! — Inst einer hat uns noch gefehlt am halben Dutzend! Hier Freund, drei Batzen Handgeld — ein Schwur, auf Napoleons Fahne, und du bist Soldat! >Die Flinte bekommst du in Paris unb Gamaschen unb Knopfrock nicht weit davon!" Sprachlos stierte Erwin Sommer die vier Männer an, schlimme Gestalten, riesige krumme Säbel zur Seite und zwei davon mit einem dickrohrigeir Feuergewehr bewaffnet, „Was soll das? Laßt einen friedlichen Wanderer ziehen!" „So was gibts jetzt nicht, friedliche Wanderer, bester Freund. Also kurz: Willst du mit ober nicht. Der Kaiser Napoleon Bonaparte ruft dich!" „Znm Teufel, laßt ihn rufen, bis er schwarz wird!" „He, er hat die Majestät beleidigt. Halt Bursche, das kostet dein Leben! Monsieur Macdoiiald!" riefen sie hinter das Gebüsch, unb ein besser gekleideter, vornehm aussehender Herr trat hervor. „Monsieur Macdonalb, er hat den Kaiser beschimpft, ivas wirb mit ihm?" „Er stirbt," sagte der einfach unb wandte sich wieder ab, einem Reisewagen zu, der jetzt, von vier Pferdeit gezogen, daher kam. „Tu hast gehört, Bursche, dich trifft der Tod!" Erwin Sommer war vollständig starr. Er wußte jetzt wirklich nicht recht, was eigentlich los sei, ob das ganze ein alberner Mummenschanz sei ober harte Wirklichkeit. Das eine schien ihm ja nun Aar, daß er wieder französische Werber vor sich hatte, die ihr Handwerk weniger fein zu betreiben schienen als jene, denen er entflohen war. Nun wurde ihm auch Kar, daß die Schurken mit dem angedrohten Tode wirklich keinen Scherz trieben, beim bie beiden Wä.nuex 394 ändern wirst. I waren, wie bei allen Häusern, sicher dicht gewesen und die Bewioyner in die Keller ae- flnchtet, uin vor den Geschpssen sicher M fein. Die Beweis r6^ ^'chulhaules ! Alles gute und von ihm heiß! geliebte ' wte Ettw, der alte Freiherr mtb Gisela. Er VU8ei- ^ stellte mit aller Mast Gisela sich, ! vor dre Seele wie sie frank und schlank vor ihm gestanden |,c * be" @tI""6 * R S ma?enrbl t traurigste sein mochte: der Abschied aus dem Elternhause, das war die schönste in seinem Leben Da imK Nur, leise Schritte mLras' ^ud es mn fing en ihil Weiche Arme, nnd ans [’S stunde brannte ein Kuß. Noch nie war Paul Wintzer stelußt worden und nun war es geschehen. In seliger innerung an diesen Augenblick schlummerte er ein, sanft und mit einem milden Lächeln auf den Lippen. W hatte er geschlafen und immer und immer das-? 3toLe. weiche Arme, die ihn umschlangen- zwei weiche Lippen, die ihn küßten. Da hörte er aus weiter Ferne seinen Namen rufen. „Wintzer! — Wintzer!" erwachte und rieb sich verwundert die Augen Das war kern dunkler Flur, das war ein ödes) graues^Biwaks- felö, über das der junge Tag dämmerte. „Wintzer' Weilt Uteumnd^wo der .Musketier Wintzer liegt?" klang's jetzt „Hier! Hier ist Musketier Wintzer! Wer ruft mich?". (Fortsetzung folgt.) Vas Album. Skizze von Max Beer (Paris). «*■«-» ÄJ'XfiXÄ sb «WS- Sie dazu? Es ist stark! Und ich muß doch heraus! < . ' Warum ich heraus muß? Ja, sie sind hier alle au n'"^u das Bild nicht finden! Denken Sie sich, das ‘ Bild. Und es ist doch das nichtigste. Ich muß es unbedingt haben Um jeden Preis muß ich dieses Bild haben. Diese es aber niemals finden. Deshalb muß ich heraus. Denn ich, Doktor, ich werde es sofort finden. wird nicht so leicht sein? Sie wollen sich das <^fem' ^Eor! Da ist nichts zu überlegen! Ich muß doch! Ich muß doch mein Bild haben! Ohne dieses Bild hilft nur das ganze Album nichts! M • 1' f?“ ruhig sein? Ja ja, da soll einer ruhig bleiben! Ich kann da nicht ruhig bleiben. Und sagen Sie »ivIm ^te anderen, ein Bild mehr oder weniger mache " chw aus. Nein, das dürfen Sie nicht sagen! Ich muß doch mem Leben zusammenbringcn! Wissen Sie das nicht? Seit Bahren suche ich doch nun mein Leben und meine Familie, Seitdem man mich ausgesetzt hat, da unten air der Treppe, . . . Man hat Ihnen davon gesprochen, Doktor? Ob ich Meppe be?tfc? benfe , Wachts, !venn ich über mein Album grüble und sie alle hin-, 2 ornf wrch anale, sie zu erkennen, darm sehe ich plötzlich den Anfang memes jetzigen Lebens wieder. Dann schaudert mir. Und ich krieche ins Bett. Mer es hilft mir fWr bte steile, gekrümmte Schlangentreppe. Sie wendet sich und steigt hinab. In sechs tiefe Stockwerke ^lnct®v ^as Haus ist dunkel. Irgendwo neben der m meinem Bett und verstecke mich unter der Decke. Aber ich sehe es >hoch. Ich sehe, wie plötzlich oben je-, mand, ganz oben, totffeit Sie, jemand sich über das höchste E^'Uder neigt, den Kopf vorschiebt, hin und her schaukelt äuf dem Geländer, Mit den .Beinen nach hinten schwingt und plötz- V,f ^?/wr! Doktor! plötzlich mit den Armen in die Luft wilagt, nut den Beinerl nach hinten sucht, -und danir schreiend, vornüber schwebt, schwebt und nun saust,- hinabsaust, den dunUen Schacht hinabsaust. Und dieser Mensch bin ich, Doktor. Aw stiege hinab, schnell und schwer wie ein Stein. In gerader ~uite fliege ich hinab. Und dennoch scheint es mir- als folge ich im eiligen Hinabstürzen allen Windungen der Treppe und des Gelanoers. An den qucrliegenden Eisenstaugen will ich mich festklammern. Jetzt packe ich die Stütze. Aber 'st /ntgleitet meinen feuchten Händen. Ich stürze weiter. Halt« mich wieder. Recke verzweifelt die Arme. Und falle so eine Ungeheure Ewigkeit lang, eine Ewigkeit lang hinab und,hinab und imm tiefer hinab. Ich werde sterben! Ich brülle fürchterlich. -as stimmt. Ich hatte Ursache, meinen Namen zu Doch das ist meine Sache!" ewiß tzreund, wenn du nur ein tapferer Haudegen , Solche die Grund haben, ihren Namen zu per- leugnen und ihre preußische Heimat zu meiden, kann F-rank- reich doppelt gebrauchen, aber das eine merke, Freund wenn du den .Versuch machst, zu entfliehen, igibts keine Gnade. Nur eine Kugel bleibt für dich!" Und nun aings fort. Erwin Sommer oder Wintzer ww er eigentlich hieß) mußte sich in den Reisewckgen setzen, als sechster Fahrgast. Mit finsterer Miene, verschlafen und mißmutig, hockten fünf andre schon in dem Stroh, drei Italiener, zwei Schweizer und nun er, der Preuße Lana- entgegen^^ aufwärts im Tale, der Grenze Mit den Gewehren schickten sich in aller Gemütsruhe an, das augetündigte Todesurteil zu vollziehen. „Stell dich an den Graben, Bursche," sagte der eine. Da Überfiel den Musikanten plötzlich eine rasende Wut, so ursprünglich und toll, daß er seine Fiedel am Halse packte und sie den beiden ihm am nächsten stehlenden Werbern links und rechts um den Kopf schlug, bis sie in kleine Stücke zersprang. Jetzt waren die Werber die Verblüfften. „So, Jhr Erpresser, nun will ich mit -Euch gehen! Handgeld her'" keuchte Erwin. — „Ach, hat das gut getan! Schone Fidel, hast manch ein Liedlein gesungen und manche Träne entlockt, und nun bist du hin, an ein paar Lumpen mußtest du verenden!" 1 Nachdem sich jetzt die Geschlagenen erholt hatten, zogen ste freundliche Gesichter, und der eine sagte: „Kerl, a& chisft uns, hast den Teufel im Leibe, verdammt. — Hier, Dein Handgeld, und nun komm!" „ ^ schritten zum Wagen, und der feine Franzose, den sie Monsieur Maedonald nannten, nahm Erwin die Papiere ab. „Wie heißt du, Freund?" „Erwin Sommer!" ® uFer HEKose suchte ' in den Papieren, schüttelte den luchte wieder und sagte: „Die Papiere find' ge- fälscht. Hier^steht Erwin Wintzer ans Heidehorst in Preu- । 8. Teil. • selbiger Nacht, da der Jüngste derer von Altenlohe m Heidehorst verschied, hockte Paul Wintzer, der Schullehrer von Herdehorst, drei oder vier Stunden von seinem Heimats- Wachtfeuer. Ein lauer Wind blies von West über die halbwüchsigen Felder. Ganz, ganz in der Ferne verhaute der schwache Kiang eines vereinzelten Schusses, wohl Von den vorgeschobenen Kavalleriepatrouillen herrührend Sonst weite, ode Stille. Lange, unendlich lange Reihen von Wachtfeuern loderten an den Feldrändern entlang bis weit drüben tu den Föhrenbusch hinein. , ssul Puul Wintzer lagen und hockten die Kameraden mit schlaffen, schmutzigen Gesichtern. Die grimme Kampfeswut des vergangenen Tages war einer starken Ermattung gewichen. Die Aufregung des Gefechts wurde durch milde Trästme verdrängt, die den Schläfer vielleicht in das Heimatshaus versetzten, mitten unter Vater und Mutter. Paul Wintzer hatte sich in seine Fe'lddecke gehüllt, sein Haupt auf entert «attel gestützt, und blickte in den prachtvoll be- stirnteu Himmel. Seine G!edanken waren weit w-eg — in Heidehorst, int kleinen Schulhause. Vor etwa zwei Stunden, kürz ehe Zapfenstreich geblasen würde^ war er über die Biwaksfelder geeilt, seine Freunds öh suchen,-i)ie. bet ber Verfolgung des geschlagenen Feindes viellmchr in emen anderen Truppenverband geraten waren o. v ^tte sle urcht gefunden, den Etzinger nicht und den ^Uhker Werner nicht, überhaupt nur einen von denen, die mit ihm aus Heidehörst stammten, und dieser wußte genau so wenig tote er von den Landsleuten. Er hatte den Fridolin Etzmger zuletzt an seiner Seite gesehen, tote dieser einem „^"ulmigen Franzosen ein Bajonett durch den Hals stieß, Werner wär ihm schon bei dem ersten Vorstoß sewen Augenblick, als der Kirchturm E r T ail§ ,2’” Augen gekommen. Wo mochten sie 116 ieben Menschen? Vielleicht verwundet oder ©ein Sinn lvanderte in das Schulhaus. Merkwürdig- vor sieben oder acht Stunden wär er an demselben Sch-u^ hause vvrbeigesturmt, ohne int Kampfesgewühl dahin zu schauen. .Hatte wohl auch keinen Zweck gehabt, denn Türen 395 Und. da Vomiere ich Imten auf. Den Kopf nach vorne donnere ich auf. Auf den eisernen Türvorleger haut mein Schädel nn. Und meine schleiikernden Arme und Beine legen sich rinas- Urn. Bin ich tot? Schlafe ich? Ich mache die Augen auf. Um mich stehen Leute. Sie befühlen mich und schütteln mich. Ich stehe auf und schaue sie verwundert an Ich verspüre keinen Schmerz. Und alle rufen: i,Ein Wunder! Em Wunder!" Ja, Doktor, das war der Tag meiner Aussetzung. Denn nun fingen sie alle an, mich mit zärtlichen Namen zu belegen. Die Treppe trippelts herab hinter mir. Ein Mann stürzt . mich und schreit: „Mein Sohn! O, mein lieber Sohn! Gott fei Lob und Dank, daß du uns erhalten bliebst!" Was sagen Sie dazu, Doktor? Ich kenne den Mann nicht. Hinter M drangt sich eine Frau vor. „Mein Sohn! Mein Sohn!" Sie fügt mich und weint. Doktor! Ich kenne die Frau nicht. Uno nun kommen ein paar junge Leute und Mädchen. Und sie nennen mich zärtlich Bruder und Better und Freund Und liebkosen mich. Ich kenne sie alle nicht! Es finb, Verrückte, Doktor, oder Verbrecher. Zuerst bleibe ich schweigsam. Dann aber, wenn sie immer zudringlicher werden, reiße ich mich los. Ich renne auf die Straße, ^ch kenne die Straße nicht! Man holt mich ein. Schmei- chelndsuait man mich zu betören. Betäubt von all dem Neuen laß ich mich ängstlich die Treppe, die fürchterliche, hinaufziehei!. ^ch trete in eme Wohnung. Ich kenne sie nicht. Man führt mich m mr Zimmer. Ich kenne es nicht. Man versichert mir heuchelnd, sch hätte mein ganzes Leben in diesem Zimmer zugebracht. Aber ich kenne es nicht. Und ich balle die Fäuste gegen die Lugner. Und stürze mich wieder zur Türe. Doch die Verbrecher. wollen mich nicht mehr freigeben. Mit Gewalt schließt man mich m das fremde Gemach. Nachts klettere ich aus dem Fenster, lasse mich an der Regenröhre nieder. Strau- Ablnd, schwindlig lange ich in der Gasse an, der unbekannten. Ich haste tn die nächste Straße. Ich kenne auch sie nicht. Bis zum frühen Morgen irre ich in den Straßen umher. Und da die Sonne aufgeht, weih ich, daß man mich in eine fremde Stadt vcrichleppt hat. . Man hat mich wieder eingefangen. Ich setze mich verzweifelt zur Wehr. Man brachte mich zurück zu den fremden Mencheii. Doch ich tobte und schrie und heulte und fletschte die Zähne. Ich brüllte unaufhörlich. Ich flehte auf den Knien, daß man mich in meine wirkliche Stadt und zu den Meinen zuruckbruigen möge. Ja, Doktor, und da geschah das Merk- ^-rvige. Da man mich Ungläubig nach dem Namen diesxjt Stadt und der Meinen fragte, konnte ich nicht sagen. Die Fremden da, die Lügner, die Verrückten, hatten mich behext. Ich hatte mein Leben verloren! „ ..Alles, was ich erreichen konnte, war, daß man mich hier- hersuhrte. Hier hatte ich wenigstens Ruhe. Hier durfte ich Mich sammeln Ich brauchte die heuchlerischen Menschen, die nur Vater und Mutter und Bruder und Schwester sein wollten nur am Sonntage zu sehen, wenn sie weinend, mit tiefunglück- hc?eit Mitleidigen Gesichtern zu mir kamen. Sie brächten mir Blumen und Leckerbissen. Aber ich warf alles verächtlich !?rt, «äs tonnen Sie sich denken, Doktor! Und schließlich kamen ste überhaupt nicht mehr. Sie verstehen, wie froh ich da war Wenn nun konnte ich mich ganz meiner heiligen Ausgabe wid- men. Der heiligen Aufgabe, mein Leben, meine Heimat und meme Familie wiederzufinden. In den Tiefen der Teeren, schwarzen Nacht, ine alles Vergangene bedeckte, die Schatten zu lösen, die verworrenen, sie zu jagen und zu fangen in ihrer verzweifelten Flucht, ihnen meinen Atem einzuhauchen, meinen glühenden, suchenden, Leben tastenden Atem, und sie endlich vor mir hin- zustellen, sichtbar und greifbar. Und so, in mühseliger, pei- mgender/ oft hoffnungsloser, dann wieder fieberhaft glücklicher Arbeit die Welt zu bauen, lückenlos und befriedigend aufzubauen, aus der ich mich einst trostlos verirrt hatte und vor deren verschlossenen .Pforten, lebensnackt, ich hockte, am Fuße der Treppe. . - Doktor:, ich habe tS mir sauer werden lassen. Es ist wahr: man hat mir zuerst freundlich an meinem Lebenswerk geholfen. Die Leute, die mich hier festhalten und schützen vor den Fremden da draußen, ließen mich zwar nicht hinaus auf die Suche. Aber sie kamen liebreich zu mir und boten mir ihren Dienst. So schickte ich sie hinaus. Und sie kehrten zurück und brachten mir Zeitungen Und Bilderbücher und Photographien. Wer mir irgendwie Liebes erweisen wollte, mußte mir Photographien brin- ge>r. Berge von Photographien, Doktor. Hunderte und Tau- sende. Mit Städten und Häusern, mit Möbeln und Vorhängen. Uno mit Menschen, mit unendlich viel Menschen.. Mein Zimmer hier war voll von all den Bildern. Sie bedeckten Stühle und Tisch und Sofa,und Bett, Schrank und Gesims und stiegen schier bis zur Decke hinan, verstreuten sich über den.Boden Und füllten dre Schubfächer, die überffoffen. Wo sie sind? Ja, Doktor. Ich habe das Riesenwerk vollbracht. In langem, peinvollem marternden Wägen und Vergleichen habe ich sie gesichtet. Bon den Bildern um mich stieg ich hinab in die Schatten meiner Nacht und verglich Und maß jene an diesen. Son den Schatten Meiner Seele klomm ich empor zu den Bildern um mich lind irrte und suchte in ihneii, irrte und suchte, bis ich fand. Das Werk war ungeheuer. Aber der Tag kam an fe' td> den ganzen wilden Wust, wie die Asche, die über- •a l9M'5.e^l0ten Feuers, von mir werfen konnte. An dem ich endlich klar und sicher inmitten der Slusgewählten stand und sie,, eins nach dem anderen, wie ich eines nach dem an- deren gepicht und gefunden hatte, einheften fonnte in dieses weihe- ■ F"sHn Sie es behutsam an. „soll fleckenlos bleiben. Schieben Sie die silberne Spange ^mick und offnen Sie den Sammeteinband. Und — nun sehen Stadt, meine Vaterstadt, meine wundervolle ffmn. n dem Traum meines Herzens habe ich sie zu- lammengestellt, sorgsam und mühevoll. Betrachten Sie die aol- d^ue Kuppel der Kirche. Verweilen Sie in den breiten und Ä?en Straßen. Kühlen Sie sich in den luftigen Gärtem Und bleibenSw stehen, hier vor diesem gewaltigen Bau, diesem erhabenen schlotz. Es ist mein Haus, Doktor. n Hu? auf diesem Blatt sehen Sie es in seiner ganzen Pracht. O, Doktor, welche Kampfe, ehe ich diese Säule, o welche Verirrung, ehe ich dieses Portal gesunden! Aber nun steht es' wie es sein soll, Doktor. Ich habe mein Vaterhaus wiedergefuuden. Dort meine Gemächer. In diesem Zimmer hat meine Wiege gepandeil. An diesem Tische habe ich einst gefeffen. Ich weiß e§ bestimmt. Und lächle, wie ich es so lange vergessen konnte. will Sie nicht ermüden. Denn all dieses sind Neben- ■ dulglu Aenn nun will ich Ihnen das Herrliche zeigen, Doktor. Sehen Sie diesen hohen, ernsten Mann? Im weißen Sorte.- Gr tragt einen langen, schwarzen Mantel, der ihm von den Schultern bis ans die Füße fällt. Er hat große blaue Augen. Er ist stolz. Er ist ein Fürst. Wissen Sie, wer es ist? Es ist mein Vater. Nicht wahr, ich sehe ihm ähnlich? Alle sagen, .daß ich ihm ähnlich sehe. Aus diesem Blatte haben Sie meine Mutter. Es ist eine wahrhaft königliche Gestalt. Sie ist mild und schön. Sie sitzt .,etnSnä geschnitzten Lehnsessel. Sie trägt ein wundervolles ^^d/nkleid mit kunstvollen Spitzen. Ich habe lange suchen müssen, bis ich nn Grunde meiner Seele diese Spitzen sand. Und nun meine Brüder. Sie sind alle'älter als ich. Ich bin der Jüngste. Und nun meine beiden Schwestern. Hier mein üuter Oheim., Er hat zwei Kinder, liebenswürdige Knaben, Denken ©ie sich, daß ich die beiden Vettern beinahe vergessen hatte! Das ist meine Stadt, Doktor, mein Haus und meine Familie. Aus dem Dunkel meiner Nacktheit, mit dem einzigen Lichte meiner Sehnsucht, habe ich mir Heimat, Heim und die Lieben gesucht. Und sie um mich gestellt in diesem Album meiner Welt und meines Lebens. Was, mir fehlt? Was meinem Albuni noch fehlt? Ja, Doktor, ich gestehe es, zuerst war ich zufrieden und glücklich, Glücllich vor allem, als jene Falschen einst wiederkamen und ich sie hierherführen konnte,, wie jetzt Sie, und ihnen die Wahrheit zeigen. O, ich habe sie zerschmettert in dieser Gegenüberstellung. Ich habe sie niedergeschlagen, als ich ihnen die Lügen zerriß und ihnen meinen wahren Vater, meine wahre Mutter, die wahren Geschwister wies! Ja, Doktor, an dem Tage war ich glücklich. Dann aber, wissen Sie, kamen die Nächte, in denen das Suchen von neuem1 begann. Zuerst wußte ich nicht, wohin es ging. Ich flüchtete erregt in mir selbst herum. Ich tastete an neuen, ungewohnten Schatten. Ich suchte. Ich suchte. Feucht vor Angst, schwer vor Angst suchte ich. Bis mir klar ward, daß tn den Diesen meines vergangenen, verlorenen Lebens ein Ungelöstes schlief. Daß eine furchtbare Lücke klaffte in diesem Bau meiner wiedergefundenen und wirklichen Welt. Sie haben mich schon verstanden, nicht wahr? Sie müsse» das ja verstehen. Sie müssen ja dieses leere Matt verstehen . - In bett Fiebern meiner unruhigen Nächte, in den wilden Gesichten meiner zerrissenen Träume begriff ich mählich meines Suchens Sehnsucht. In den Träumen der toten Welt war die höchste Schönheit meines Lebens begraben geblieben! Und ich hatte sie noch nicht erlöst ... Ich hatte noch nicht mein liebes Weib gefunden. . .. ■ Doktor, welche Not! Welche Qual, Doktor, wie ihr Bild allmählich in mir wuchs. Tausendmal wandelte es sich. Sie hatte immer andere Züge. Oft fein lächelnde, oft winkende, oft drohende, zerfleischende Augen. Ihre Formen schwanden und schwankten. Schlank, üppig, weich, herbe ... O, Doktor, ich ranke mich an die tollsten Träume. Und wieder schleppten sie mir Bilder herbei. Berge. Türme. Wieder versank der Raum, wieder vergruben sich meine Hände, bohrten sich meine Blicke in die Vielfältigkeit der zahllosen Bilder. Wer ich fand nicht, die ich suchte. In meiner Nacht stand fein Vorbild auf, gebieterisch auf vor dem seelenlosen Papier. Ich maß Totes an Totem. - . Ich flehte sie an, ich bestürmte sie, ich bettelte, ich hetzte sie. Alles, was sie mir herbeibrachten, blieb. fremd. Ich verzweifelte. Bis ich verstand, daß sie hier nicht suchen konnten. 396 Daß ich diesmal selbst hinaus musste und wählen. Und ich alles zerriß und zerstörte und von mir warf, was sie mir geboten hatten. Ja, mir war es in nmnchen Nächten, als Würde ich jetzt andere Bilder tasten denn bisher, als würde ich nach weichen, heißen, nach runden Bildern, nach Atem Und Bemessung greifen müssen. Ich verging vor Qual und Sehnew Und mut wollen sie mich nicht hinauslassen I Sie wollen! mich nicht suchen lassen! Sie sperren mich hier ein, die Narren! Doktor, sagen Sie es ihnen! Sagen Sie ihnen, daß ich hinaus muß! Nicht wahr, Doktor, Sie werden es ihnen sagen? Sie werden ihnen befehlen, daß sie mich hinauslassen! Mein MbUiU wartet. . . Doktor? Nicht wahr? Ich werde suchen dürfen? Nicht Wahr, Doktor, ich werde selbst suchen biirfeit? Tränenden Auges bitte ich Sie: lassen Sie mich suchen. Haben Sie Mitleid! Ich werde sonst wahnsinnig . . i ,'T Der deutschen Freiheit Waffenschmied. Zu Scharnhorsts 100. Todestag am 28. Juni 1913. Am 2. Mai 1813 in der blutt gen Schlacht bei Großgörschen empfing der preußische Generalleutnant Gerhard Johann David von Scharnhorst die tödliche Wunde, der er nach wenigen Wochen am 28. Juni 1813 in Prag erliegen mußte. Mit ihm war der Mann dahingegangen, der seit 1807 das große Werk der Befreiung Deutschlands^ still und ohne Lärnt, aber zielbewußt und wohldurchdacht, angebahnt hatte. Allen Ge- waltmaßregeln Napoleons zum Trotz gelang es Scharnhorst, die Stärke des preußischen Heeres auf 150 000 Mann geübter Truppen zu bringen, inbent er die Rekruten, sobald sie ausgebildet ivaren, zur Reserve entließ, um wieder neue Rekruten einzuziehen und auszubilden. Aus diese Weise zählte das preußische Heer bei deu Fahnen zwar nie mehr als die 42 000 Mann, die Napoleon im Tilsiter -Frieden dem König von Preußen Zugestanden hatte, aber in einem Zeitraum von 3 Jahren gelang es, 150 000 Mann auszubilden und in den Waffen zu üben. So bereitete Scharnhorst die Bildung einer allgemeinen Landwehr vor und leitete die Befreiung des Vaterlandes von dem schweren Drucke der Fremdherrschaft in die Wege. Das Hauptverdienst Scharnhorsts ist die rasche, völlige Umgestaltung der preußischen Armee, ihre Erneuerung an Haupt und Gliedern. Den „alten Zopf" mit allen seinen Mißbräuchen und Mißständen schasste er ab; den Kastengeist verscheuchte er; die Vorrechte des Adels hörten auf, und die Reihen der Offiziere füllten sich damals mit jungen, talentvollen, tatkräftigen und aufopferungsfähigen Männern aus breiten Schichten des Volkes, aus dessen Herzblut die neue Armee geschaffen war. Zeitgemäße, freisinnige Arbeit >var es, die Scharnhorst in jenen Jahren für das deutsche Volk leistete. Er war für das Heer das, was Stein für das preußische Volk int ganzen war; der eine ist ohne den anderen undenkbar! Stein reformierte das ganze. Volk aus einem stagnierenden, selbstsüchtigen, zu einem lebendigen, arbeitstüchtigeu und ausopferungsfähigen Volkskorper; Scharnhorst wandelte das Söldnerheer in ein Volksheer um und hauchte diesem ueugebildeteu, wohldisziplinierten Heere einen echten, frischet: und siegesmutigen Soldatengeist und eine lebendige Begeisterung ein, an der die Kriegskunst des korsischen Evoberers endlich zerschellen sollte. Scharnhorst war tatsächlich „ein Mann des Volkes", wie ihn Metternich, dem die preußischen Reformeir und Männer wie Stein, Blücher und Gneisenau ein Greuel waren, einst genannt. Am 12. November 1756 wurde er zu Bordenau in Hannover als der Sohn eines Pächters geboren, und bis zum Jahre 1873 war er selbst als Landwirt tätig. Dann kam er durch Vermittelung des Grafen Schaumburg-Lippe in dessen Militärschule auf dem Wilhelmsteiu, von der aus er 1778 in das hannöversche Dragoner-Regiment von Estorff trat. Zum Fähnrich befördert, ward er 1783 zur Artillerie versetzt und zum Lehrer an der Kriegsschule berufe». . 1784 avancierte er zum Leutnant, 1792 zum Stabs-Hauptmann. Als Chef einer reitenden Batterie Pflückte er, in den Kriegsjahren 1793—95 in Flandern und Holland die ersten Lorbeeren und zeichnete sich besonders bei Menin aus. 1794 wurde er Major. 1801 trat er als Oberst- lentnaut der Artillerie in preußische Dienste über und iv-urde, da man seine theoretischen, kriegswissenschaftlichen Kenntnisse nicht minder hoch einschatzte. als seine praktischen Eigenschaften als Stratege, Direktor der Lehranstalt für junge Infanterie- und Kavallerie-Offiziere. 1802 stiftete Scharnhorst die Militärgcsell- schaft in Berlin, avancierte zum Obersten und wurde in den erblichen Adelsstand erhoben. 1806 finden wir ihir als Generalstabschef des Herzogs von Braunschweig. Bei Äuerstädt Würbe ec verwundet; aber er machte .trotzdem Blüchers Zug^ nach Lübeck mit, wo er mit diesem gefangen genommen, aber bald ausgetauscht wurde. Schon bei Ehlau ist er wieder bei der Fahne und beeinflußt als Generalquartiermeister L'Estocqs ent- scheidend den Gang der Schlacht. 1807 beruft ihn Friedrich Wilhelu: III. an die Spitze der Militarorganisations-Kommission; 1807—1810 leitet« Scharnhorst das Kriegsdepartement, um dann Ches des Generalstabs der Armee zu werden. Die Fahre 1810 biä 1813 bilden den Höhepunkt seiner erfolgreich.'» Arbeit, ber allein es zu danken war, daß der Aufruf >deS preußischen Königs gn sein Volk nicht kraftlos verhallte, die allein es möglich Machte, daß 1813 der Befreiungskrieg siegreich geführt werden konnte. Ms 1813 die Russen an der schlesischen Grenze erschienen, betrieb Scharnhorst mit allen Mitteln die Erhebung Preußens. Und er war es, der am 28. Februar mit den Russen den Vertrag W Kalisch abschwß. Stuf Scharnhorsts' Betreiben wurde vom Kömg das Eiserne Kreuz gesttstek. Beim Ausbruch des Krieges kam Scharnhorst als Generalleutnant und Chef 'des General- stabs zur Schlesischen Armee Blüchers. Sem Plan, die Franzosen im Aufmarsch in der Flanke anzugreifen, wurde, so sehr er und Blücher zu tatkräftigem Vorgehen drängten, leider zu spät ausgeführt, so daß der Tag von Großgörschen nur einen Teilerfolg brachte, der durch die Verwundung Scharnhorsts noch mehr getrübt wurde. Interessant ist es, daß auch Scharnhorst, wie viele andere Männer jener Zeit, z. B. Blücher, Botzen, L'Estocq, Kleist, v. Nollendorff, Rückert, Fichte, Hippel, Schön, Frey, Hardenberg, Freiherr von Stein und andere, Freimaurer war. Er trat am 10. März 1779, noch als Fähnrich im Estorff sch en Dragoner-Regiment, der Loge „Zum goldenen Zirkel" in Göttingen bei, von ber er am 8. März 1780 in den II. Grad befördert wurde. Bei seiner Aufnahme fungierte Br. Gottfried Bürger, der bekannte Dichter, als Redner. Es ist gar kein Zweifel, daß die Freimaurerei auch auf Scharnhorsts Denkungsart eine große Macht ausgeübt hat! Der Einfluß dieses Bundes aufpie Männer und die Bewegung jener Zeit war überhaupt wahrscheinlich viel größer, als man heute so schlechthin anzunehmen pflegt. Jedenfalls spielten fast überall, wo die Sache ber Befreiung des Vaterlandes energisch betrieben wurde, Freimaurer eine führende Rolle, und Freinraurer waren es auch, die den bekannten „Tugendbund" und die „Partei ber Patrioten" gründeten. • Nach seiner Verwundung bei Großgörschen reiste Scharnhorst, ohne der Wunde viel zu achten, nach Wien, um Oesterreich zum Anschluß an die Verbündeten zu bewegen. Er hatte aber keinen Erfolg bei Metternich, und auf ber Rückreise erlag er in Prag seiner vernachlässigten Wunde und dein Schmerz über einen Mißerfolg, an dem damals die Sache der Verbündeten zu scheitern drohte. Die Früchte, die er gesät, sollte Scharnhorst nicht mehr reifen sehen. Wie so viele unserer großen Männer, konnte auch er nur die Saaten streuen; die Ernte mitzufeiern versagte ihm das Geschick. Aber sein Verdienst tvnrde schon von den Zeit- genossen airerkannt und richtig eingeschätzt, als eine der größten Taten jener eisernen Zeit. Am 21. August 1814 feierte Blücher bei einer Trauerloge in der Nationalmutterloge „Zu den drei Weltkugeln" in Berlin das Verdienst und das Andenken seines Gencralstabschefs und setzte seinem Br. Scharnhorst Wohl das schönste Denkmal, als er ausrief: „Bist du gegenwärtig, Geist meines Freundes, mein Scharnhorst, bann sei du selber Zeuge, daß ich ohne dich nichts würde vollbracht haben!" Und Max von Schenkendorff, auch ein Freimaurer, singt von seinem Br, Scharnhorst, „'der deutschen Freiheit Waffenschmied".; „Keiner war wohl treuer, reiner, Näher stand dem König keiner, —. Doch den: Volke schlug sein Herz.. Ewig auf beit Lippen schweben Wird er, wird im Volke leben, Besser als in Stein und Erz!" -8,* Auflösung in nächster Nummer. Biiöerriiticl. Auslösung des Geographischen Verschiebrätsels in voriger Nummert Zlexiko Kuba Habana Haiti Florida Jamaika. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gietzei^