rrn-böcrf v.Ct UW st M M MD I Zwei Weiten. Roman von Emma Merk. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Seine Sprechweise, wie ec die Worte fast überhastig hervorsprndelte, hatte etwas so Lebenswarmes, Mitfort- reißendes, in seiner Stimme lag eine solche Fülle von Güte und Liebe. Hildegard wurde das Herz weich und warm, und leise, innig wiederholte sie das so lang von ihm ersehnte Wort: „Mein Vater! Mein guter Vater!" Auf einer benachbarten Bank hatte ein junges Pärchen Platz genommen, das wohl hier ein Versteck für heimliches Liebesgeflüster suchte, aber doch mit einer gewissen Neugier zu den beiden herüberschaute, die in so weltentrückter, bewegter Stimmung beisammen sahen. „Komm mit in mein Atelier, Kind," sagte Holst, der sich erhob, sobald er diese indiskreten Blicke bemerkte. „Diese kürzen Minuten des Alleinseins sollten uns die Menschen doch gönnen. Mir ist das Herz ja so voll! Ich mutz dir erzählen von deiner Mutter, von deinem einstigen Heim, von unserem Glück und unserem Elend! Das kann ich nicht, wenn fremde Augen uns stören. Dort oben in meinen eigenen vier Wanden ist es jetzt still und einsam. Komm!" Er szvg sie- mit sich fort, mit solcher Ungedulds, niit so heißem Drängen, daß sie kein Bedenken zu äußern wagte, nur mit heimlicher Angst dachte, Ivie bald sie eigentlich Heimeilen müßte zum frühen Abendbrot. Verwirrt, durchglüht von seiner Erregung und doch mit einem gewissen Bangen an der Seite des großen, hochgewachsenen Mannes, der durch sein rasches, lebhaftes Dahinschreiten noch auffallender wirkte, von ihrer Familie gesehen Ml werden, folgte sie ihm durch die frühlingshellen Straßen. Der Weg war zum Glück nicht weit. In dem Atelierhaus begegnete ihnen niemand. Freudestrahlend führte er sein Kind über die Schwelle seines eigenen Heims. „Gott sei Dank! Hier sind wir ungestört!" Mit Händen, die vor Aufregung bebten, nahm er ihr den Hut ab. wJch will dein Haar sehen! O, dieses braune Haar mit dem rötlichen Schimmer, wie es mich an deine Mutter erinnert, an mein armes, totes Glück!" flüsterte er mit feuchten Augen. Hildegard blickte sich verwundert um. Wie merkwürdig es hier aussah! Die Wände waren mit Studien bedeckt, aber zwischen bett Landschaften, den Zeichnungen und Aquarellen hing kunterbuntes Zeug, alte Stoffe, hie zum Teil ganz verblichen und zerfetzt waren, ein paar ind ische Götzen, die wie Teufelf.ratzen herab grinsten, Kürbisflaschen, vertrocknete Früchte ttnb Pflanzen, zerbrochene Krüge in antiker Form, ein paar Stücke altes Rüstzeug und allerlei Unerklärliches! Holst schob eine Mappe von einem großen Lehnstuhl, aus dessen Polsterung die Roßhaare herausschauten ttnb drückte sein Kind mit Gewalt auf den bequemen Sitz nieder, während er sich einen Holzschemel heranzog, auf dein Oele und Farben Flecke zurückgelassen hatten. Gleich darauf sprang er wieder auf, unk in einem Schrank herumzukramen, während Hildegard etiväs erschrocken und entsetzt beit Tisch überblickte, auf dem die. unbeschreiblichste Unordnung herrschte. Sie, die an die säuberlich aufgeräumten Bernhoblerscheit Stuben gewöhnt war, in denen täglich Staub gewischt wurde,, obwohl die meisten unbewohnt waren, hatte so etwas in ihrem Leben noch nie gesehen. Zeichnungen, Kohlen, Farben, Kreide, Oelfläschchen, Zigarren, vollgehäufte Aschenschälen, ein Rest von Brot, von Wurst und Butter, ein Frühstücksgeschirr, Handschuhe, Krawatten, Briefpapier, Photographien, Zeitungen, das lag hier alles in einem wilden Chaos durchs- einander und dazwischen und darüber lastete eilte grau« Staubschicht. Der arme Vater! Er hatte niemand, der für ihn sorgte. Während sie müßig ihren Tag verdämmerte und sich bedienen ließ, lebte er hier als bedürfnisloser Einsiedler in diesem Unbehagen, dieser Verwahrlosung! Als er sich zu ihr wendete, sahen seine Augen freilich weit, weit hinweg über diese wüste Umgebung, wie in ferne, lichte Vergangenheit. .„Das war deine Mutter. Das war meine Iduna!" sagte er leise und drückte Hildegard ein Bild in die Hand. „Mit aller Liebe habe ich sie gemalt, aber ich habe es ja nicht fertig gebracht, das liebe Gesicht so wiederzugeben, wie ich es sah, wie es itt meiner Seele lebte. Ich meine, ein entzückenderes, sanfteres, süßeres Geschöpf als sie kann nie auf Erden gewandelt haben. Sie war so zart und schutzbedürftig, mit einem Schimmer von Schwermut nm das junge Haupt, mit einem Ausdruck hilfloser Weltunerfahreu- heit, der so herzbewegend war, daß Man bei dem ersten Blick in ihre Augen das heiße Verlangen fühlte: Dürfte ich dich Hinwegtragen, du Holdselige, über jeden harten Stein am Wege! — Gott sei Dank, du hast mehr Mut und Kraft, mehr sonnige Heiterkeit und Energie in deinem Wesen, du bist besser gerüstet zum Kampf mit dem Leben. Deine arme Mutter war von einer überängstlichen, lustund weltscheuen Mama zu weich gewöhnt, zu sehr verzärtelt worden. Sie war nicht in die Schule geschickt worden,, sie war überhaupt gar nicht heransgekominen aus der Treibhausluft eines warmen, mit Liebe förmlich überheizten Heims. Und als Iduna zwanzig Jahre zählte, starb ihre Mutter und ihr Vater nahm eine zweite Frau. Ein furchtbar jäher Umschwung, der wohl auch einer Siür- 262 Feten die Jugendfröhlichkeit hätte vernichten können. Nun hieß es einfach: Du bist erwuchsen. Suche dir eine Stek- lung! Das arme, verwöhnte, vor jedem rauhen Lüftchen mitj jedem rauhen Wort gehütete Kind in der Fremde, in der Abhängigkeit! — Ich habe deine Mutter kennen gelernt, als sie Gesellschafterin war bei einer launenhaften, kränklichen Dame. Eine Bilderbestellung führte mich in das Haus, und da ich als Maler schon genug grimmigen Aergcr über die Arroganz und Wetterwendigkeit der widerwärtigen Frau schlucken muhte, verstand- ich wohl den gequälten Mick auf dem jungen Gesicht. Ich sagte dir ja, in der ersten Stunde schon hatte ich keinen anderen Gedanken, keinen andern Wunsch, als sie zu befreien aus ihrem Frondienst — als sie in meine Arme zu nehmen, und zu bergen, zu schützen an meiner Brust. Und es war förmlich, als wüchsen mir Riesenkräfte, als könnte ich das Glück Ul mir zwingen, nun, da ich mit der Begeisterung der Liebe schaffte, da es sich um die Zukunft handelte für sie und mich. Ich hatte mit einemmal erstaunlichen Erfolg. Ich verdiente mehr als je zuvor, und die trüb- seligen Stunden, in denen man an seinem Können irre ivird, stellten sich nicht mehr ein. Ich war pingt und hoffnungsfreudig, ein Optimist, ein Schwärmer. Ich zweifelte gar nicht, dah das Glück bei mir bleiben müsse, und als ich einmal wußte, daß Iduna mir gut sei, kam ich mir vor ’ftrie ein Sieger, dem die Welt offen stand. So haben,wir uns geheiratet und in einem seligen Rausch dahingelebt in den bescheidenen zwei Zimmerchen neben meinem Atelier. Wie waren wir glücklich! Roch ein, zwei Fahre nach deiner Geburt lcig's wie beständiger Sonnenschein über unserm Heim. Und dann, mit einemmal, brach's über uns herein, als wären alle bösen Geister gegen uns verschworen. Meine arme Frau fing an zu kränkeln, sie wurde immer1 müder, immer bleicher. Und mich verfolgte das Pech, — Künstlerpech! Ich weiß nicht, ob du dir vorstellen kannst, wie lähmend, wie niederdrückend es auf einen Maler wirkt, wenn die Bilder, die er in freudiger Zuversicht entworfen hat, wieder zurückkommen von den Ausstellungen, wenn diese Kisten in seinem Atelier ihn angrinsen, während er doch den Mut finden soll zu neuer Arbeit, neuem Glauben an den Erfolg. Wer diese ganze Misere nicht selbst erlebt hat, vermag sich ja nicht vorzustellen, daß man nach Wochen und Monaten des nutzlosen Wartens und Hoffens arnl liebsten seine Pinsel zerbrechen und seine Farben zum Fenster hinauswerfen möchte, dah man jeden Handwerker beneidet, der täglich sein Pensum herunterfront und dann am Ende der Woche doch seinen Lohn in der Hand hält. Und wenn man dann obendrein ein geliebtes Antlitz immer schmaler und durchsichtiger werden sieht, wenn der Arzt zögernd vom Süden spricht und man sich mit geballten Fäusten sagen muß: ein paar dieser Bilder, wenn diese anständig bezahlt würden, das wäre vielleicht Erholung ftir sie, die Rettung!!" Er schwieg eine Weile, wie überwältigt von der furchtbaren Erinnerung. Hildegard war ganz bleich geworden. Ihr schauderte vor diesem Einblick in das Leben, das ihr bisher seinen bitteren Ernst noch so güädig verschleiert hatte. „Als deine Mutter krank zu Bette lag, habe ich auf künstlerischen Ehrgeiz verzichtet. Ich habe zusammengepinselt, was mir bestellt wurde, was Geld einbrachte. Es war gerade soviel, dah wir unser Leben fristen konnten. Nur um mein gutes Weib zu beruhigen, die sich auch noch mit Selbstvorwürfen quälte, daß sie mich in meinem Streben hemmte, habe ich freilich ab und zu ein Bild versucht. Sonnige, heitere Landschaften, die Käufer anlockten, waren es nicht. Wer schafft denn Erfreuliches, wenn er den Glauben an sich und das Leben verloren hat? Kampflos, sanft, svie in einer überwältigenden Müdigkeit hat deine arme Mutter an einem grauen Wintermorgen die Augen geschlossen. Nun war es ganz dunkel um mich. Grabesnacht!" Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „In meiner Kunst war ich irre geworden. Wozu lebte ich noch? — Ich hätte mir freilich sagen müssen: Deiner Pflicht! Für dein Kind! — Ich muh es dir gestehen, Hildegard: in meinem verdüsterten Herzen war keine Liebe für das zappelnde, unruhige, nach Abwechselung verlangende kleine Geschöpf, das die Mutter nach wenigen Tagen völlig vergessen zu haben schien, das mich scheu und ängstlich anblickte und spielen und essen wollte. Dein Lachen, dieses unverwüstliche Kinderlachen, tat mir unsagbar weh; ich konnte es nicht ertragen. Ich habe dich mit finsteren Augen angesehen/ bis du zu weinen ansingst, und ich hatte doch auch keine Geduld für deine Tränen. Mein Gott, ich war am Ende meiner Kraft! Ich war ein Verzweifelter mit völlig zerrütteten Nerven! Zuweilen ergriff mich auch namenloses Mitleid mit dir, mit der armen Kreatur, die erst hereinwachsen muhte in dieses erbärmliche Leben. Und weißt du —" er faßte die Hand seiner Tochter und senkte diq ©timhie —, „weißt du, in einer Nacht, da überkam mich ein. grimmiger Entschluß: Beide wollten wir der Mutter solgcn. Ich nehme das Kind mit mir in den finsteren Abgrund. Dann bleibt ihm alles Weh des Daseins erspart. Ahnungslos soll es hinüberschlummern in das große Dunkel! — Als ich dann an deinem Bettchen stand und dich atmen sah in wohligem Behagen, mit wärmen, rosigen Lippen, da flehte dieses blühende Leben doch. zu eindringlich um Schonung. Ich wußte, daß ich es nicht vollbringen konnte. Mir schauderte vor meinem wahnsinnigen Gedanken. —. Ich war froh, daß die fremden Leute dich mir fortnahmen. — Ich aber wollte sterben, das stand fest! Wenn ich in der traurigen Umgebung geblieben wäre, in dem Atelier mit den unverkauften Bildern, in den Zimmern, die von meinem verlorenen Glück erzählten, dann hätte ich ivohl auch ein Ende gemacht. Aber gerade in den verzweifeltsten Tagen kam ein Freund zu mir, mit dem ich auf der Akademie zusammen gewesen, dem ich einmal einen Dienst hatte leisten können, und hielt mir eine Strafpredigt: „Das darf nicht so weitergehen! Du mußt heraus! Ich weiß einen Ausweg ans dein Elend." Mir wurde eine Stellung angeboten, als Zeichner bei einer englischen Zeitung. Du weißt, sie wollen ja immer ihrem Publikum authentische Bilder bringen und schicken einen Künstler, an Ort und Stelle, wo Krieg geführt wird oder sonst ei» wichtiges Ereignis sich abgespielt hat. Jetzt sind die Engländer selber mit Aegypten engagiert — man mühte sofort dahin abreisen. Ich würde es mit tausend Freuden tun, aber, weißt du, ich habe eine Aussicht, eine sehr gute; Partie zu machen und fürchte, daß mir ein anderer das Mädel wegschnappt, wenn ich gerade jetzt vom Platz weiche. Für dich aber gibt es gar nichts Besseres als einen Szeneii- wechsel. Du bist geschickter als ich. Ich kann dich mit bestem Gewissen als Ersatzmann empfehlen." — Während er sprach, dachte j,ch immer das eine: Es wäre besser, sich da draußen in der Fremde herauszudrücken aus der Welt. In den Kulturzentren hat ein Mensch ja fast das Recht verwirkt, Über sein Leben zu verfügen. Mir graute vor dem banalen Ende eines Selbstmörders, über das dann eine kurze Notiz in der Zeitung steht: „Ein Maler hat sich aus Not erschossen!" — Ich wollte untertauchen in die große Einsamkeit, unbemerkt, unbeklagt. — Wie aus weiter, kühler Ferne hörte ich den Freund sagen: „Das Kind gibst du in eine Erziehungsanstalt, in dem Kloster am Anger nehmen sie kleine Mädchen aus." ^Wie schrecklich!" rief Hildegard unwillkürlich schaudernd. (Fortsetzung folgt.) Hessische Truppen unter Napoleons Kähnen im Jahre ,,,.#8011 Dr. H. B erger, Gießen. II. Gefechte und Schlachten i m M a i 1813. Ende April 1813 war der Aufmarsch der französischen Truppen aus Thüringen beendet. Napoleon führte seine Heeresmässen über die Saale in die Ebene von Leipzig, wo er seinem Gegner eine Schlacht zu liefern gedachte. Am 1. Mai marschiert die deutsche Division Marchand, zu der die Hessen gehörten, nach Weißenfels und rückt hier in die Schlachtordnung des Neyschen 3. Korps eilt. In Weißenfels befand sich bereits das Hauptguartier des Kaisers. Hier sahen die hessischen Truppen im Vorbeimarsch die Reste ihrer Veteranen, die nach dem russischen Feldzug bei der alten Garde des Kaisers zurückgeblieben waren. Nordöstlich von Weißenfels, bei dem' Dorfe Poserna, das den Eingang in die große Leipziger Ebene bildet, stoßen die Bor- truppen des 3. französischen Korps auf die russisch-preußische Avantgarde. Die an Poserna sich anlehnenden Höhen waren von dem russischen General Wintzingerode besetzt. Marschall Ney be- *) Benutzt: Akten des Haus- und Staatsarchivs zu Da r m st ad t. ßchloß den 91 ngriff auf die Höhen und beorderte dazu die Avantgarde seines Korps unter General Sonyam'. Ihm sollten zur Unterstützung folgen-: Tie Husaren vom' 10. Regiment, die Badener Tragoncr, die Divisionen Girard und Marchand. Tie Dörfer bei Poserna werden ohne Widerstand von den französischen Truppen genommen. Die Höhen dagegen Mieden von 15 000 Russen, die noch als Verstärkung 2 Kavalleriedivisionen und .20 Kanonen erhielten, hartnäckig verteidigt. Trotzdem mutzte der Feind seine Stellung bei Poserna nach einem äußerst hitzigen Gefecht ausgeben. Er zog sich nach Groß-Görschen zurück, wohin ihn einige Divisionen voni 3. Korps verfolgten. In dem Gefecht bei Poserna waren die hessischen Truppen nicht ins Feuer gekommen: sie mußten nur mehrmals gegen feindliche Truppen Karrees bilden. Tie deutsche Division Marchand hatte nicht die Verfolgung des Feindes nach Groß-Görschen hin aufzunehmen; sie marschiert gegen den Abend des 1. Mai nach Lützen, wo sie bei den Garden des Kaisers biwakiert, der hierher sein Hauptquartier verlegt hatte. Gegen 10 Uhr abends erhält das hessische leichte Infanterieregiment den Befehl, unter Führung eines Adjutanten des Kaisers zur Rekognoszierung vorzugehen. Es brach sogleich auf, die Schützen unter Führung des Kapitäns Fresenius an der Spitze, und folgte der Straße nach Leipzig bis an die Stelle, wo Gustav Adolf 1632 gefallen war. Hier wurde rechts abgebogen und auf einem Feldweg 1 Stunde marschiert bis zu einem Graben, wo das Regiment Halt machte. Die Schützen gehen zur Rekognoszierung des vorliegenden Waldes 'vor. Im Walde findet sich nichts Feindliches. Erst 1 Stunde jenseits 'des Waldes sUcß man auf eine feindliche, auf Vorposten.befindliche Reiterabteilung, die sofort alarmiert wurde. Tie Schützen zogen sich! ihrer Befehle gemäß wieder zurück, ohne die auf sie gerichteten Pistolenschüsse zu erwidern. Tas Regiment war inzwischen querfeldein nach der Leipziger Straße zurückmärschiert. Nachts il Uhr des 2. Mai stellte es sich in der Nähe eines Zollhauses ans. Nachts 2 Uhr traf auch hier die Schützenabteilung ein, die nach! erstattetem Rapport wegen guter Ausführung ihres Auftrages belobt wurde. Napoleon, durch die Meldung der Schützen in seiner Ansicht bestärkt, seinen ^Hauptgegner bei Leipzig auzntreffen, ließ seine Korps in der Frühe des 2. Mai von Lützen dahin ausbrechcu. Die Division Marchand erhielt den Befehl, sich an dem Zollhause, Ivo das hessische „leichte Infanterieregiment bereits stand, zu versammeln, um von dort aus die bei Groß-Görschen noch von dem Gefechte des vorhergehenden Tages stehenden anderen Divisionen des Neyschen Korps zu unterstützen. Gegen 8 Uhr des 2. .Mai kämen die übrigen Regimenter der Division Marchand von Lützen her beim „leichten Regiment" am Zollhause an und lagerten sich seitwärts der Straße. Ruhig vergingen die Stunden des Bormittags. Gegen Mittag, als die Mannschaften mit dem Abkochen beschäftigt waren, vernahm mau von G r o ß - G ö r s ch e n her heftigen Kanonendonner. Hier hatten die Verbündeten die französischen Divisionen vom Neyschen Korps aus den Dörfern Groß-Görschen und Rahna herausgeworfen und westwärts nach Klein-Görschen und Kaja zurückgedrängt. Napoleon, der seinen Hauptstoß gegen Leipzig führte, eilt aus den starken Kanonendonner von Groß-Görschen her herbei, da er jetzt erkannte, daß der Feind nicht bei Leipzig, sondern hier seine Hauptmacht entfaltete. Der Kaiser übernahm! selbst den Oberbefehl. Ein heftiger Kampf eittwickelteffich am Nachmittag des 2. Mai um' den Besitz der Dörfer Kaja, Klein- und Groß-Görschen. Tie Division Marchand war gegen,Mittag auf beit Kanonendonner hin sofort von ihrem Lager beim Zollhaus aufgebrochen und hätte ihre Marschrichtung nach Görschen genommen. Bei dent Topfe Meuchen schwenkten die Veteranen vom russischen Feldzug, die auf Verwendung des Prinzen Ensil von der „alten Garde" zu ihrer Brigade entlassen worden waren, ein. Kapitän Meyer rückte mit 2 Offizieren, 8 Unteroffizieren, 4 Spielleuten, zehn Schützen und 48 Füsilieren heim „leichten Regiment" ein, Wo sie auf 2 Bataillone verteilt wurden. Tie Division Marchand stieß hinter Meuchen auf feindliche Vorposten, die von der Artillerie der Division unter Feuer ge- nommeu wurde, worauf sie sich uach Klein-Görschen zurückzogen. Während die Infanterie eilige Vorwärtsbewegungen ausführte, setzte sich die Artillerie auf dem! Südabhang einer Anhöhe vor Klein-Görschen fest und''beschoß die bei diesem! Dorfe postierten feindlichen Batterien. Tas „leichte Infanterieregiment" Wurde aus der Kolonne der Division herausgezogen und zur Deckung der Artillerie verwendet. Tas Regiment hatte in seiner nunmehrigen Stellung vor sich etwa Vs Stunde weit eine Ebene, die durch einen Graben mit Weidenstämmen, durch den sogenannten „Floß- grabe n" begrenzt war. Hinter dem Graben lagen die Dörfer Ä a;a und Klein-Görschen, vor letzterem' Groß-Görschen. Tie gegenseitige Kanonade fing an, «lebhaft zu werden. Tas Regiment, erlitt ledoch wenig Verluste, weil der Feind zu hoch schoß. Wahrend das „leichte Regiment" aus der Höhe, nordwärts Kletn-Görscheu bei der Artillerie, «stand, war das hessische Leib- regim ent als Reserve insder Nähe des Torfes Meuchen zurückgelassen worden. Dagegen war «das hessische Leibgarderegi- Ment und 2 Bataillone Badener bis au deu Floßgraben vorge- druugen. Dieser war von preußischen Bögern stark besetzt. Während dre Badener ihr Feuer auf den Feind eröffneten, ging die hessische Leibgarde im Sturmschritt vor, um sich in deu Besitz, der Brücke zu' setzen, die über den „Floßgraben" nach Kleiir-Görschen führte. Dabei erlitt das hessische Regiment große Verluste. Ter Ooerst der Leibgarde v. Follenius sank verwundet Dorn' Pferde. Und als nun gar eine Reiterabteilung auch ihre linke Flanke bedrohte/ war die junge Mannschaft «der Leibgarde trotz der Aufinjnnterung rhrer Offiziere nicht Mehr zu halten; sie wandte sich zur Flucht in der Richtung des Dorfes Meuchen. Ihrem Beispiel folgten die Badener. , Das „leichte Infanterieregiment", das zur Deckung der Ar- ttllerie auf der Südanhöhe vor.Klein-Görschen stand, wirb durch das Feuer der Plänkler in seiner Flanke stark beläsfigt und sieht sich veranlaße, seine Stellung zu ändern. Es zieht sich inestwärts näher an. Meuchen heran. - In demselben Augenblick erscheint ein «Ordonnanzoffizier des Kaisers und benachrichtigt den Regimentskommandeur, Obersten von Schönberg, daß soeben das 11. Korps des Marschalls Maedonald zur Verstärkiing herairrücke. „La bataille est gagnee," sagte er und ritt weiter. Bald daraus kommt Prinz Emil herangesprengt, der die fliehenden Mannschasteu der Leibgarde zum Stehen gebracht und wieder geordnet hatte und feuert die Fmsiliere bei der Artillerie an, eingedenk des alten Ruhmes der Hessen, nichtszu Weichen, sondern nach Klein-Görschen vorzugehen und den „Floßgraben" zu uehMen. Das „leichte Infanterieregiment" geht nun zum Angriff vor, Tie Schützen des 1. Bataillons werden vorgezogeu; 1. und 2. Bataillon folgen nach, die Artillerie verdoppelt das Feuer. Tas 1. Bataillon marschiert gerade auf Klein-Görschen los, das 2. rechts davon. Tic Schützen, vom Kapitän Meyer geführt, gehen bis an den Graben wor, können aber die feindlichen Jäger dahinter nicht verdrängen. Kapitän v. Schäffer rückt mit der 1. Kompagnie zu ihrer Unterstützung heran. Bei dem Hagel von Geschossen, der die Reihen der Vordringenden bedeutend lichtet, ist es unmöglich, beut Gegner ben «Uebergang über die Brücke zu entreißen. Schon wanken die Schützen. Kapitän v. Schäffer gelingt es, sie 'mitzureißen, und durch den Graben, der durchwatet wird, mit seine Kompagnie zum Sturmangriff mit dem Bajonett zu führen. Ter Feind weicht und zieht sich nach dem' Dorfrand zurück, wo er sich zu einem' neuen Angriff sammelt. In den Gärten am Südraub des Ortes entspinut sich ein heftiger Kampf, der damit endet, daß die Kompagnie Schäffer int, «Verein mit französischen Truppen vom Korps Maedonald, die jetzt eintreffen, den Gegner aus dieser Seite von Klein-Görschen wirft. Kurze Zeit darauf, nachdem die 1. Kompagnie Schäffer vom „leichten Infanterieregiment" uach beut Floßgraben vorgerückt war, würbe auch bte 2. Kompagnie unter dem Hauptmann Fresenius entsendet, um weiter rechts die feindlichen Jäger voin Floßgraben! zu vertreiben. Dies gelang hier leichter, da der Feind keinen erheblichen Widerstand zeigte, sondern es vorzog, sich in den vorliegenden Gärten von Klein-Görscheu festzusetzen, von wo ans er ein wirksames Feuer auf die beim Floßgraben noch stehenden hessischen Füsiliere unterhielt. Ws der Hauptmann Fresenius bemerkt, daß die Schützen und die 1. Kompagnie Schäffer nach Klein-Görschen Vordringen, stürzen sich auch! seine Soldaten in den Graben, durchwaten ihn und stürmen mit dem Riffe: „Es lebe der Großherzog!" auf bte in den Gärten posfferteu feindlichen Jäger los. Diese ziehen sich in das Dorf zurück. Hier wurden sie von der vordringenden Kompagnie Fresenius mit bcnt Bajonett angegriffen und von Haus zu Haus bis hiitter Groß- Görschen zurückgeworfen. Auch bte Artillerie setzt sich jetzt in den Gärten von Klein-Görschen fest. Bei der Vertreibung des Feindes aus dem Dorfe werden piele Gefangene gemacht, 120—130 Mann, russische Jäger und preußische Freiwillige. Der Rest des ersten Bataillons, 3. und 4. Kompagnie, hatte unterdessen auch die Nun besetzte Brücke über den Floßgraben bei Klein-Görschen überschritten nnd sich- aut Ausgang des Dorfes der 2. Kompagnie angeschlossen, um den Feind uach Groß-Görschen zu verfolgen. Tas 2. Bataillon vom „leichten Regiment", die Leibfüsiliere, hätten als Deckung des 1. irt einem' Gehölz bei dem Dorfe Kaja Mehrere Stunden gestanden, als auch es Befehl erhielt, weitdr unterhalb, links von Klein-Görschen, den Floßgraben zu überschreiten und nach Groß-Görschen vorzudringen. Tas Vorgehen erfolgte nicht geschlossen, sondern kompagnieweise. Die 2. Kompagnie ging vor, konnte aber Wegen des heftigen feindlichen Feuers den Floßgraben nicht überschreiten. Nun erschien auch das 2. Bataillon des L ei b r e giMe n t s, das in Reserve bei Meuchen gestanden, um sich gegen Groß-Görschen W wenden. Nach kurzent Feuer'.durchwatete es den Graben und griff im Sturm an. Der Mannschaft des Leibregiments schloß sich nunmehr die 2. Kompagnie vom „leichten Regiment" an. Tie Leib'füsiliere und das Bataillon des LeibreaiMents nehmen Grotze- Görschen im Sturm und setzen sich dort fest. Hier versammeln sich nach und nach die übrigen hessischen Regimenter. Bis zur einbrechenben Nächst bleiben die Bataillone unterM Gewehr stehen uitb biwakieren auf der Stelle, bie Zeuge ihres Ruhmes gewesen. lieber 500 Manu hatten bte Hessen an diesem Tage an Toten, Verwundeten und Vermißten verloren. 9km schwersten waren bie Opfer beim „leichten Infanterieregiment". Sein 1. Bataillon verlor: 12 Tote, 130 Verwundete, 160 Vermißte, sein 2. Bataillon: 6 Tote, 50—60 Verwundete und 139 Vermißte. 9 Offiziere waren verwundet worden, darunter die Hauptleute v, .Schäffer 264 s))?»h»r Mick hie Verlustliste der Verbündeten war bedeutend. Blücher lwar verwundet worden; schwerer als er General v. scharn- ?oE der an den Bolgen der Verwundung später starb und »ich die Früchte seines Bestrebens zur Befreiung des Vaterlande» ernten f0Un$en glücklichen Erfolg des Tages von Görschen am 2 Mai verdankte Napoleon den Hessen. Ten Tod und die Gefahren nicht achtend, lvaren sie überall vorn, und auch die nmge, unerfahrene Mannschaft wurde durch das Beispiel der: Ofeeit £ Veteranen anaeseuert. Dre Forcierung der Uebergange über, Den -l-lostaraben die Weg na hin e der hartnäckig verteidigten Dörfer Klein- und Groß-Görschen ivar hauptsächlich! das Werk der hessischen Truvven In seinem« Bericht an den GroWerzog konnte Prinz Emil das rühmliche Behalten seiner Regimenter und ferner “ÄÄ ES Napoleons Freunden begeistert besprochen. Der bayerische Ge iandte Graf Lurbürg iir Kassel berichtet seinem! König nach München- „Diese Schlacht auf bent klassische» Boden geliefert, auf dem dm.-Heros des 17. Jahrhunderts als Sieger fiel, wird noch viel müs-eie Tolaen haben, als die im 30jährigen Krieg gehabt hat. 150 Kanonenschüsse teilten den Bewohnern vmi Kassel des Ereigne des „gewaltigen Ringkampfes von GrosMorschen nnt Napoleon hatte es versäumt, unmittelbar »ach der Schlacht bei Görschen, seinem Gegner nachzusetzen. Erst am 7. Mai bricht er nach Dresden auf, wo er den König von Sachsen Zwingt, aus seiner unentschiedenen Haltung hervorzutreten und ihm 30 000 Manii Hilfstruppen zu stellen. So verstärkt, sollte das Neysche Korps eine Diversion nach Berlin zu unteruehnwn, zu svelchein Zweck er nach Torgau .und Wittenberg ausbricht. Rechtzeitig merkte jedoch Napoleon, daß der König von Preußen sein^ Haupt- Heer nicht bei Berlin stehen liest, sondern sich anschrckte, sichwach Süden M wenden, um sich mit dem russischen Heer bei Bnnzlau »n vereinigen. Ney must seinen Plan aus Berlin aufgeben und erhält am 27. Befehl, sich wieder an den linken französischen Flügel anzulehnen. Durch die Gefechte bei Hoyerswerda und KSnrgswarcha erzwang sich der Marschall beit Durchmarsch, und es gelang ihm, sich mit Napoleon zu vereinigen, bet eben aus Banken marschierte. An bent Gefechte bet Königswartha nimmt auch das 1. hessische Chevauxlegers-Regimlent teil, das der Division Beaumont zugeteilt worden war. Die Verluste bei dem Regiment lvaren gering: nur 1 Offizier und 1 Gemeiner wurden verwundet. In der Nacht vom 19./20. Mar ward die. italienische Division Peri überfallen und vollständig aufgerieben. _ Am 20 Mai komnlt die Division Marchand nach Königswartha, wo in der Nacht der Ueberfall stattgesunden hatte. „Di? chaotische Mischung verstümmelter Leichen, erschossener Pferde, umgeworfeuer und zertrümmerter Munitionswagen bezeichnete den Dit de» llcber- falls." Tie Division kommt nordwärts Königswartha bei UM ins Biwak. „ , . . ..J < , Die 2tagige Schlacht bet B etlichen nahm in der Früh.' des 20. Mai ihren Anfang. Den ganzen Tag donnerten die Kanonen Der Kaiser hatte am Abend die Spree (forciert, Barchen besetzt und den Feind, dem er am Morgen Waffenstillstand aiigeboten, in feine 2. Aufstellung zurückgeschlagen ... Am 21 Mai erneuert sich die Schlacht. Die Division Marchand wird vor Gutta auf dem Wiudmühlenberg in Reserve ausgestellt. Der Kaiser hält beit linken Flügel und das Zimtrum des Feindes in Schach. Die Division Marchand rückt »ach K l e i n - B a u tz e n vor. Der Feind rannst bei ihrer Annäherung das Dorf, nachdem er .es vorher in Brand geschossen hatte. Die Division besteigt rechts von Kleiii-Bautze» eine Anhöhe, die sie vis zum Ende der Schlacht behauptet. Mm Abend ist die Schlacht gewonnen; „sie lieferte einen neuen Beweis des militärischen Uebergewichts Napoleons". Bei einbrechender Nacht verlässt die Division ihre Stellung und bezieht Biwak bei Preititz, das während der Schlacht beinahe qairz abgebrannt war. Die Schlacht bet Bautzen kostete die Franzose» 20 000 Ma»», die Verbündete» 12 000 Ma»». Tie Verbündete» ziehe» sich »ach Schlesien zurück; die srauzv- fischeu Heere folgen ihnen. Bis zum« 31. Mai war die Divnw» Marchand bei Liegnik »»gekommen, svo sie biwaliert. Am 4 ^mii nimmt das hessische Chevauxlegersregiiuent an dem Gefecht bei Luckau teil, durch das der geplante Uebersall des Marschalls Vudinot auf Berlin vereitelt wird. Au demselben Tag trifft auch die Nachricht von bei» zwischen Napoleon und den Verbündeten abgeschlossene» W a ffe n sti l l st a ub von Poisckw t tz et», der zunächst nur 6 Woche» bis zitm 14. Juli dauern sollte, aber spater bis zum 10. August verlängert wurde. Die Division Marchand und die Hesse» konfmen in das Lager nach Lüben in Schlesien. vermischter. * Die Stillung des N a s e n b t n t c n §. Das Bluten der Nase erklärt sich in der Häufigkeit seines ?lustrete»s dadurch, daß die Naseuschleimhaut außerordentlich ausgedehnt und eiupfiud- lich ist. Sie iveist and) eine reichliche Durchblutung auf, indem sie mit kleinen Aedercheu ganz durchsetzt ist. Findet nun ein Sehr starker Blutandrang statt, so kommt leicht eins dieser Aedei djen zum Platzen. Das hat an sich nicht viel auf sich, zeigt aber einen krankhaften Zustand an, wenn es sieh ost und gar regelmäßig wiederholt. Namentlid) können es fid) bleichsüchtige Menschen nickt leisten, aus diesem Wege etwas von dem kostbarsten Säst zu verlieren, der ihnen ohnehin in zu geringer Menge gegeben ist. Es nmii also eine Abhilfe gesucht werden, die ganz allgemein in einer Herabsetzung des Blutdruckes gefimden wird. Läßt sich das Nasenbluten nicht vermeiden, so sollte ivenigstens eine möglichst rasche Stillung herbeigeführt werde», die in der Bildimg eines Gerinnsels besteht, wozii der Luftsauerstoff mitwirkt. Tiefes Atmen ist ein Mittel dazu, das den Blutdruck um etwa 3 Millimeter verringern kann, was jedoch nicht genügt. Man muß den Luftzutritt noch etwas verstärken, und das geschieht ganz einfad) dadurch, daß man den Nasenflügel auf der nicht blutenden «Seite, mit bent Zeigefinger andrückt, damit die eingeatmete Stift durch die blutende Oefsnung um so stärker hindurchstreicht. Das Einatmen muß bei geschloffenem Munde so langsam vorgenommen werden, daß aus einen Zug fünf bis acht Sekunde» entfallen. Darauf folgt ein kurzes Atisatmen durch den Mund. Der Kopf muß dabei gerade und aufrecht gehalten werden. In gewöhnlichen Fälle» genügt eine kleine Zahl von Wiederholnngen dieser Atemgymnastik, um das Blut zum Stocken zu bringen. Selbstverständlich muß man sich bann in Acht nehmen, die wohltätige Wirkung des Sauerstoffes wieder auf- zuheben, indem man vorzeitig das Taschentuch benutzt. Die Eut- laslimg des Kopses vom Blut, die ans diesem Wege erzielt wird, kann so groß fein, daß bei zu langer Fortsetzung deS Verfahrens zunäd)st ein Flimmern vor den Auge» und bann geradezu ein Ohnmachtsanfall eintritt. * Guter Rat. Wirt: „Herr Lehrer, id> niöcht' Sie um eilten guten Rat bitten — ich möcht' nämlich meine neue Wirtschaft „Zum Ochsen" heißen, aber ein Roter, ei» Schwarzer »itb ein Gelber Ochs ist «schon sm Ort." — Lehrer: „Na — da»» nennen Sie's halt „Zum größten Ochsen!" * Ganz einfach. Fremder (zu seinem Reisegenossen): „Das Jodeln muß ivohl sehr schlver sein — nicht wahr, mein Lieber?" - Berliner: „Ach, gar nicht!-Da sitzt inan geiuiit- lich, hebt den Kopf in die Höhe und schreit so taut wie möglich: Zelluloid!" _ * Gemütlich. „Die alte Wab'u ist also l'rqzik? Wer kocht bann jetzt für die drei Spitzbube», die int Spritzenhaus eingesperrt sind?" — „Die bekommen mittags pro Marin a Fufzgerl, damit st beim Brnckenwirt essen!" Büchertisch. — Speckmann, Diedrich, Erich HeydeureichA Dorf. Erzählung, (Berlin, Martin Warnecks. In seinem neuesten Buch macht Speckt»»nn, der i» „Heidehof Lohe" das bäuerliche 'Lebe» eines einsame» Hofes erstehe» ließ, ei» ganzes Dorf vor uns lebendig. Es ist nicht das ruhige gleichmäßige dörfliche Treiben, bei dem die Aeußerungeit des Innenlebens unter schwerem Arbeitsdruck zurücktreten, sondern sehr bewegte Zeiten, um die Mitte der 70er Jahre, als durch das Zivilstandsgesetz in jenem Winkel, „wo die llhr um 100 Jahre nachgeht", die Gemüter aufs tiefste erregt wurden und die Köpfe infolgedessen hart aufeinanderstießen. Die sich daraus ergebenden Kämpfe biete» dem Schriftsteller Gelegenheit, dörfliche Verhältnisse und Gestalten mit feinster Beobachtung und packender Wahrheit, häufig erquickend humoristisch zu schildern. . — Vom Bücher w u r »t, einer Monatsschrift für Bücherfreunde, erschien eben das Aprilheft. Das Heft ist dem deutschen Altertum und Mittelalter gewidmet, Zeiten, die in der landläufige» Beurteilung meistens sehr schlecht wegkommen und, z. B. der Renaissance gegenüber, in ganz ungerechtfertigter Weise unterschätzt werden. In ungemein geschickter und habet außerordentlich reizvoller Weise vermittelt das Heine Bücherwurmheft durch eilte Reihe von Aufsätze» aus de» berufenste» Feder» eine» Einblick und Ueberblick über die Literatur und Kunst der großartigen Welt des Mittelalters. Textprobeii aus dem Nibelungenlied, aus Gottfried von Straßburg, Wolfrant von Eschenbach, Walter von der Vogelweide, der Frithjofssage nsw. sowie zahlreiche groß« und kleine Holzschnitte illustrieren das Hest. Charade. De» Bube» schafft's Erste ost große Pein, Manch' Tröpflei» Tinte und Schweiß fällt darein. Tie Zwei und die Drei in de» kleineren Städten Hat mancher mit arger Verwünschung betreten. Das ganze wirb beim Apotheker bestellt, Sobald es der Doktor für nötig hält. Es zeigt sich dem Kranken für einige Zeit Als rühmliches Beispiel von Anhänglichkeit. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Wie eng gebunden ist des Weibes Glück. Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»