Donnerstag, den 27. Zebruar Si°Zn »BW »a e!h xZ^AW^ IW w Hl W - A HHH J ffrsuenliebe. Roman von Horst B o d e m e r. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 2. Kapitel. Ans der Mine stand eine hohe Franengesralt und blickte hrnails anfs brausende Meer. In der Nacht hatte ein heftiger Nordwind eingesetzt, wild brandeten die Wogen am Strande,^die sich überschlugen und zischend zwischen die großen Swinblöcke fuhren, an ihnen heraufleckend und dann klatschend zurücksinkend. Fahl schien die Sonne aus den Wolkensetzen heraus. Möwen schossen mit lautem Geschrei iiber die Wassermassen, bald zwischen „den Wellenbergen" verschwindend, bald hoch zum Himmel strebend. Der Wind spielte im blonden Gelock Eva Relendorffs, die mit ernstem Gesicht in die Ferne sah. Sie mochte vierundzwanzig Jahre zählen, ein frisches Rot färbte ihre Wangen, über ibre Stirn lief 'senkrecht eine leichte Falte. Sie war in Nachdenken versunken. Hans-Wilhelm kam üi den nächsten Tagen; gestern hatte es ihr Frau von Moreth gesagt. Sie wandte den schmalen Kopf mit der feinen aristokratischen Nase, die Temperament verriet, nach rechts. Dort drüben ragte aus den grünen Bäumen ein langgestrecktes, einfaches Herrenhaus hervor — seine Heimat, Moreth. Unten in der Mulde, nicht sichtbar von der Düne, lag das Dors. Seit einem Jahr war er nicht bei ferner Mutter ge- ioes-eu. Wie freute sich Eva nun, den vier Jahre älteren Spielgefährten ihrer Kindheit wiederzusehen. Viel war auf sie eingestürmt in diesen letzten zwölf Monaten. Im Winter hatte sie der Vater, der dem Herrenhaus angehörte, bei Hofe vorgestellt, Sie war gefeiert worden, nicht um ihrer Schönheit willen, wußte rnan doch, daß sie als einziges Kind einst Erbin von Gloss-ow rind einer reichlichen Million in barenr Gold wurde. Wer keinen hatte sie erhört. Man nannte sie stolz, unnahbar. Daß ihr Herz nicht mehr frei war, lag allen fern, denn wer hätte Eva Nelendorff nicht gern zunr Altäre geführt? — Und vor kurzem war sie mit ihrem Vater in Baden-Baden gewesen, der dort in den großen Rennen ein paar Pferde laufen ließ. Im Internationalen Klub -auf der Lichtentaler Allee, dem Treff- punkt der ersten Gesellschaft hatten sie verkehrt, und wieder war sie der Mittelpunkt eines Kreises geworden, der ihr Huldigungen zu Füßen legte. Einer war darunter gewesen, beit hätte ihr Vater von Herzen gern als Schwiegersohn willkommen geheißen, Graf Norderoog, ein Diplomat von sechsunddreißig Jahren; die Welt sagte, er sei der Mann der "Zukunft. Zuletzt war -er Legationssekretär in Teheran gewesen, dort hatte er durch eme entscheidende Tat verstanden, seine Vorgesetzten und die weite Oeffentlichkeit in günstigem Sinne auf sich aufmerksam zu machen, und Gelegenheit, sich auszuzeichnen, ist für einen Diplomaten viel, fast alles. Er war ins Auswärtige Amt berufen worden, man munkelte, er solle in allernächster Zeit einen Gesandtenposten in Südamerika erhalten — trotz seiner Jugend. Wer auch er hatte keine Gnade vor Eva gefunden, geschickt hatte sie es stets vermieden, mit ihm allein zu sein, wie deutlich er seine Absichten auch kund- geben mochte. — — Langsam wandte sie sich um und trat den Heimweg an; sie durfte ihren Vater mit dem zweiten Frühstück nicht warten lassen, denn er war die Pünktlichkeit selbst. Sie gingen an den weiten Feldern vorbei, über deren Stoppeln der Wind blies, -der wieder mit einzelnen heftigen Stößen einsetzte, der Parkpforte zu, über die bei ihrem Näherkommeu ein langhaariger Bernhardiner setzte. „Wodan, wer hat dich denn von der Kette losgemacht?" Der Hund rieb seinen dicken Kopf an ihrem Kleide und wedelte mit der buschigen Rute. Sonst nahm sie ihn immer mit; heute, wo ihre Gedanken lebhafter als sonst bei Hans-Wilhelm weilten, wollte sie allein sein, — ganz allein. Sie warf den Kopf mit dem vollen, einfach geschlungenen Haarknoten in den Nacken, die Unterlippe schob sie vor. Das gab ihrem Gesicht ein trotziges Aussehen. Dann streichelte sie den: Bernhardiner den Kopf. „Nicht wahr, Wodan, wir halten zusammen?" Da umkreiste sie der Hund mit langen Sprüngen uttb bellte dazu, als wollte er ihr sagen: „Befiehl nur, ich gehorche und schütze dich!" Wodan war auf den Mann dressiert und hing mit selbst bei -einem Hunde seltener Treue an seine Herrin. Aus der Tasche nahm sie eine kleine zusammenklapp- bare Schere, öffnete sie und schnitt die letzten Herbstblumen ab, dann wandte sie ihre Schritte seitwärts. Aus dem Grün der Bäume blickte ein kleiner Sandsteinban heraus. Sie öffnete das Gitter und schritt mehrere Stufen hinab. Gehorsam blieb der Hund vor dem Eingänge liegen, denn er wußte, daß -er diesen Ort — das Erbbegräbnis — nicht betreten durfte. Auf der Mütter Grabstätte legte sie die frischen Blumen nieder; neben dem Sarge standen zwei Heinere, dort ruhten Bruder und Schwester, -die sie nie gekannt; auch diese schmückte sie mit ein paar Herbstrosen. Sinnend blickte sie auf der Mutter letzte Ruhestatt nieder. Als sie noch im zartesten Kindesalter gestanden, hatte der Tod die kaum Gekannte dahingerafft; nun der Liebe Npt an ihr Herz pochte, vermißte sie der Mutter Liebe schmerzlich. Die Vergangenheit zog an ihrem geistigen Auge vorüber, die Tage, da die Gouvernante ihr gesagt: „Still, klein Euchen, Mutti ist krank!" Und wenige Tage später als sie nach der Mutter verlangte, hatte ihr der Vater weinend geantwortet: „Mutti ist zum lieben Gott gegangen, um ihn zu bitten, daß du ein recht braves Kind wirst!" Vier Jahre war sie damals alt gewesen. Alle Erinnerungen rhrer früheren Kindheit hatten sich 130 Verflüchtigt, aber jene Tage waren haften geblieben in ihrem Gedächtnis. — Wie oft kam später reicht Fran von Moreth mit,Hans- Mlhelm nach Glossow vder sie war mit dem Vater drüben ans dem Nachbargute; dami tollten die Kinder herum, svielten „Brant und Bräutigam", sangen zusammen, am liebsten aber sprangen sie mit den Hunden durch Wald und Feld. Eines Tages — sie mochte sieben Jahre alt gewesen sein — hatte Haus-Wilhelm mit glühenden Wangen und glänzenden Augen zu ihr gesagt: „Weißt du, Eva, wenn ich erst groß bin, Leutnant bei Vaters Kürassierregnnent, dann konimst du mit, als meine Frau natürlich. Denn in der Bibel steht: Aber ein Weib wird Vater und Mutter verlassen und dem Manne anhangen. 'Das hab' ich gestern gelesen. — Willst du?" Da hatte sie 'den Zeigefinger in den Mund gesteckt und genickt. Da hatte er ihr einen Kich gegeben — den einzigen bis heute — und ihr offenes, blondes Haar gestrichelt. „So, jetzt sind wir richtig verlobt. Aber sag's niemand, sonst lachen sie uns aus und" — er hatte im jugendlichen Eifer die Fäuste geballt — „dich soll man nicht auslachen! Wer's tut, der bekomint's mit mir zu tun!" Gar getreulich hatte er das Geheimnis gewart. Und als sie mit sechszehn Jahren, in der kleinen Glos- sower Dorskirche konfirmiert worden war, ihre Angehörigen, Frau von Moreth und Hans-Wilhelm, der kurz vorher Offizier geworden war, an ihrer Seite standen, da irrten ihre Gedanken plötzlich ab von der heiligen Handlung — wie's kam, wußte sie selbst nicht — lind es fuhr ihr tote ein Blitz durch beit Kopf: Wenn werde ich mit Hans-Wilhelm hier am Mar knien, um Gottes Segen, für unseren.Lebensbund zu erflehen? O, bald — spätestens in zwei Jahren! antwortete ihr Herz. Und acht Jahre waren ins Land gegangen, wenig, Gutes, viel Schlechtes hatte sie über Hans-Wilhelm gehört, und dennoch schlug ihr Herz, heute heftiger denn je, für den Gespielen ihrer Kindheit. Da tauchte ein anderer Gedanke in ihr auf, den sie schon so oft an der Mutter Sarg gehabt. Warum hatte ihr Vater nicht eine zweite Ehe mit Frau von Moreth geschlossen? War er doch Hans-Wilhelms Vormund gewesen, stand er der einsamen, immer noch schönen Frau, deren Haar in Kummer um den Sohn erblichen war, doch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Hatte sie den Vater ausgeschlagen, den Mann, den alle Welt pries als ein Muster von edler Gesinnung und Gewissenhaftigkeit, der weit und breit keinen Feind hatte? Das Leben hatte sie gereift, die eigene Erfahrung hatte sie gelehrt, daß ein Mann, anders flihle tote ein Weib. Gewiß, ihr Vater sehnte sich nach einer milden Frauenhand, die ihm nach'des Tages Last und Mühe die Sorgen von der heißen Stirn strich, denn Graf Relendorff verwaltete seinen großen Besitz, auf dem mehrere industrielle Unternehmungen durch seine Tatkraft entstanden waren, mit eiserner Pflichttreue. Noch einen Blick warf Eva auf die Särge, dann stieg sie die Treppen hinauf, mit lautem Gebell von. Wodan empfangen. Mrrend fiel das eiserne Gitter ins Schloß. Das langgestreckte, zweistöckige Herrenhaus betrat sie durch eine vom Speisesaal in den Garten führende große Freitreppe. Gehorsam legte sich der Hund sofort neben die Tür; er wußte, nach dem Frühstück brachte ihm seine Herrin ein paar Leckerbissen heraus. Ein Diener war mit dem Tischdecken beschäftigt und trat auf Eva zu. „Der Herr Gras haben vorhin nach der gnädigsten Komtesse gefragt." „Schon lange?" „Etwa vor einer Stunde — gleich nach Eingang der Post." Sofort begab sich Eva zu ihrem Vater. Ms sie das Arbeitszimmer betrat, erhob er sich aus seinem Sessel am Schreibtisch; lang wallte sein weißer Vollbart über den zugeknöpften schwarzen Gehrock, den er stets bei sich trug. „Du hast nach mir gefragt, lieber Papa?" „Ja, mein Kind, ich habe Wichtiges mit dir zu reden/« Er rollte ihr einen Ledersessel an den Schreibtisch. Also eine ernstliche Angelegenheit, nach den Vorbe- reitnngen zu schließen, dachte Eva. „Ich habe vorhin einen Brief vom Grasen Norderoog erhalten." „Interessiert mich wenig, lieber Papa. Was will er denn?" Prüfend sah der alte Herr feine Tochter an, die schlug die Augen nieder und wurde rot. „Ich vermute, du weißt es schon, mein Kind." Da nahm sie alle Energie zusammen. „Wenigstens vermute ich den Inhalt des Briefes. Er hält um meine Hand an?" „Nun, so schroff fällt ein Mann wie Graf Norderoog nicht mit der Tür ins Haus. Er bittet, uns besuchen zu dürfen." Eva sprang auf. „Schreibe ihm, es sei zwecklos." „Gemach- mein Kind!" Der Graf hob langsam dis rechte Hand. „Nimm erst einmal wieder Platz." Gehorsam kam sie dem Wunsche des Vaters nach. „Wso, warum soll sein Kommen zwecklos fein. Hebe Eva?" „Weil — weil — Gott Papa, du weißt doch — ich liebe ihn nicht." Der Vater nickte mit dem Kopse. , „Auf die Antwort war ich gefaßt, und — so leid es. mir tut — ich werde ihn doch bitten, zu uns zu kommen/« „Papa, dir tut es leid, und — und du willst ihn doch! bitten, zu kommen?" „Ja, mein Kind, weil es sein muß." „Das verstehe ich nicht." „Deshalb bat ich dich, in dem bequemen Sessel Platz zu nehmen, denn ich muß längere Zeit mit dir reden; das Frühstück mag warten. — Wie es um dich steht, weiß ich. Ansaugs ließ ich dich gewähren, weil mein Wunsch sich mit dem Deinigen deckte. Aber die Zeiten haben sich geändert. Hans-Wilhelm ist deiner nicht würdig, liebe Eva!"- Ein Zittern ging durch ihren Leib, die schmalen Finger krampften sich in der Seitenlehne des Sessels, mit großen tränenleeren Augen starrte sie den Vater an. „Ich muß dir wehe tun, mein liebes Kind, aber endlich heißt es klar sehen. Weil ich erkannte, daß Deine Gefühle entern Unwürdigen gehören, stellte ich dich trotz deines Sträubens in Berlin bei Hofe vor. Ich sagte mir: andere Eindrücke, neue Bekanntschaften werden hoffentlich das Bild! des Jugendgefpielen in deinem Herzen verwischen. Das mag hart klingen, aber als dein Vater durfte ich nicht anders handeln. Hätte ich dir damals gesagt: Du mußt brechen mit ihm auf jeden Fall, so wäre ich auf harten Widerstand bet dir gestoßen, du hättest mir — vielleicht nur im stillen — vorgeworfen, ich hätte kein Verständnis für das Denken und Fühlen der Jugend. Glaube mir, es ist mir bis heute noch nicht abhanden gekommen. Aber so, tote es war, ging es nicht weiter. Mit großer Bekümmernts habe ich wahrgetwmmen, daß Hans-Wilhelm so fest in Deinem Herzen sitzt, daß selbst ein Mann tote ein Graf Norderroog keinen Eindruck auf dich zu machen schien, oder — ich kann mich ja irren — nach Deiner Ansicht nicht machen durfte, weil du mit der Entschiedenheit, die die Jugend in solchen Dingen eigen ist, glaubst, es sei charakterschwach, nach einer ernsten Liebe noch eine zweite zu haben. Ich, als Dein alter, in Ehren weiß gewordene Vater, sage dir: das wäre deinerseits eilt großer Irrtum. Rede dir nicht ein, die Männer fühlten anders wie die Frauen. Menschen sind wir alle — der Gedanke soll uns das Haupt beugen, aber auch freudig emporrichten. Wir sind zum Kämpfen geboren, nicht um untätig die Hände in den Schoß zu legen undj zwar zu warten, und ich glaube, liebe Eva, du hast lang« genug gewartet — Vergeblich. Denn ich muß leider wiederholen, daß Hans-Wilhelm deiner nicht wert ist." „Papa, verzeih mir eine Frage. Ich würde sie niemals an dich stellen, obgleich sie mich schon sehr, sehr lange beschäftigt, wenn du sie nicht selbst mit deinen letzten Worten herausgefordert hättest." (Fortsetzung folgt.) 181 Abenteuer des Brigadier Gerard. Von C. Doyle. Wie sich der Brigadier bei Waterloo auszeichnete. (Fortsetzung.) Unter dem Schutz dieser tapferen Manner konnten die anderen Mvas zu Stiem kommen und setzten ihre Flucht in nicht ganz so verzweifelter Weise fort. Sie waren von der Straße abgebogen, und tm Zwielicht konnte ich die furchtsame, zerstreute und erschreckte Menge über das Gelände hindrängen sehen, die flüchtige Menge, die vor zehn Stunden die stolzeste Armee gebildet hatte, die je in eine Schlacht zog! Ich konnte mit meiner großartigen Stute bald aus dem Gedränge 'ranskommen, und gleich hinter Genappes bolte ich den Kaiser mit den Trümmern seines Stabes ein. Soult war noch immer bei ihm und ebenso Drouot, Löbau und Bertrand; außerdem befanden sich noch fünf Chasseurs in seiner Umgebung, aber deren Pferde konnten sich kaum noch vorwärts schleppen. Die Nacht brach an, und das verstörte Gesicht des Kaisers erschien mir ganz weiß in dem schwachen Dämmerlicht, als er sich nach mir umdrehte. - „Wer ist das?" fragte er. >,Das ist der Oberst Gerard," sagte Soult. -Haben Sie den Marschall Grouchy gesehen?" „Nein, Sire. Die Preußen waren dazwischen." ,/Ts schadet nichts. Jetzt schadet überhaupt nichts Mehr. Soult, ich will umkehren." Er versuchte sein Pferd umzuwenden, aber Bertrand fuhr ihm in die Zügel. „Ach Sire", sagte Soult, „der Feind hat Sieute schon Glück genug gehabt." Sie nötigten ihn, zwischen hnen weiter zu reiten. Schweigend ritt er dahin, den Kopf auf die Brust gesenkt, der Größte und der Traurigste der Menschen. Weit hinter uns donnerten noch unbarmherzig die Kanonen. Manchmal drang durch die Dunkelheit noch Angstgeschrei und Gekreische an unser Ohr, und zuweilen der Schall flüchtiger Hufe. Bei diesem Geräusch gaben mir jedesmal unseren Pferden die ©norm und sprengten in rascherem Tempo weiter. Endlich, nachdem wir lange genug in der Finsternis fortgeritten waren, ging der Mond auf und zeigte uns, daß wir Verfolgte und Verfolger weit hinter uns gelassen hattrn. Mlmählich erreichtrn wir die Brücke bei Charleroi, und der neue Tag brach an. Was für aespensterhafte Gestalten erblickten wir in dem kaltm, Hellen Licht der Morgendämmerung: das Gesicht des Kaisers war blaß und leblos wie Wachs, Soult war front Pulver geschwärzt, Lob an von Blut befleckt! Doch ritten wir jetzt ruhiger und drehten uns nicht mehr um, denn Waterloo lag mehr als dreißig Meilen hinter uns. In Charleroi hattrn wir einen der kaiserlichen HBagen mitgenommen, und am anderen Ufer der Sambre machten wir Halt und fliegen fron den Pferden. Sie werden fragen, meine Freunde, warum ich auf dem ganzen Weg kein Wort von dem gesagt hatte, was mir am meisten am Herzen lag, die Notwendigkeit eines Schutzes für den Kaiser. Tatsächlich hatte ich sowohl mit Soult wie mit Lobau darüber tzu sprechen versucht, aber sie waren so überwältigt von dem Unglück des vergangenen Tages und so zerstreut und nur ans die augenblicklichen Bedürfnisse bedacht, daß ich ihnen unmöglich begreiflich machen konnte, wie dringend meine Meldung war. Außerdem hatten wir auf 6em ganzen Weg immer zahlreiche französische Flüchtlinge um !uns gehabt, und brauchten, so mutlos sie auch waren, doch keine Angst vor dem Angriff von neun Mann zu haben. Aber nun, als wir in der Morgendämmerung um den kaiserlichen Wagen herumstanden, bemerkte ich mit Besorgnis, daß auf der langen, weißen Chaussee hinter uns fein einziger französischer Soldat mehr zu sehen war. Wir hatten alles überholt. Ich schaute mich um, um zu sehen, über was für Verteidigungs- Mittel wir eigentlich verfügten. Die Pferde der Garde-Chasseurs waren zufamMengebrochen, und nur noch einer, ein graubärtiger Wachtmeister, war übrig geblieben. Tann waren noch Soult, Lobau und Bertrand da; aber, bei allem Respekt vor ihren Süßigkeiten, wenn's hart herging, hätte ich einen einzigen Husaren- nterofjizier lieber an der Seite gehabt, als diese drei zusammen- tzenomrnm. Tann kamen noch der Kaiser selbst, der Kutscher Und ein Kammerdiener hinzu, die in Charleroi zu uns gestoßen Waren — im ganzen also acht Mann;' aber fron diesen acht waren nur zwei kampftüchtige Soldaten, auf die man sich im Notfall verlassen konnte, der Chasseur und ich. Ein Schauer überlief mich, als ich mir überlegte, wie schrecklich hilflos wir waren. In diesem Moment hob ich die Augen auf und sah die neun preußischen Reiter den Berg herunterkommen. Auf beiden Seiten der Landstraße zieht sich an dieser Stelle offenes, hügeliges Gelände hin, an der einen waren gelbe Kornfelder, an der anderen üppige Wiesen, durch! die sich die Sambre yindurchschlängelte. Südlich fron uns verlief ein niedriger Hoheu- 8ug, über den die Straße nach Frankreich führte. Dieses Weges entlang kam die kleine Reiterschar geritten. Graf Stein hatte seine Weisungen so ausgezeichnet befolgt, daß er einen großen Bogen nach Süden gemacht hatte, um ton Vorhaben, beit Kaiser zu fangen, zum Gelingen zu bringen. Nun kam er von der Richtung, ui der wir retten wollten — von wo wir zu allerletzt einen Heind erwartet hätten. Als ich sie erblickte, waren sie noch tüte halbe Meile entfernt. „Sire!" rief ich, „die Preußen!" Sie fuhren alle zusammen und starrten nach jener Seite. Der Kaiser brach das Schweigen. „Wer sagt, daß es Preußen sind?" „Ich sage es, Sire — ich, Etienne Gerard!" Bei unangenehmen Nachrichten wurde der Kaiser stets wütend gegen den Neberbringer. Jetzt schimpfte er mit feiner harten, krächzenden korsischen Stimme, die man nur hörte, wenn er die Selbstbeherrschung verloren hatte, auf mich los. „Sie sind immer 'n Narr gewesen," schrie er mich an. „Wie kommen Sie dazu, zu behaupten, daß es Preußen sind, Sie Schafskopf? Wie können Preußen von Frankreich Herkommen? Sie sind wohl ganz verrückt geworden? " Seine Worte trafen mich wie ein Peitschenschlag, doch hatten wir alle für den Kaiser das Gefühl, das ein alter treuer Hund für feinen Herrn bat. Seine Tritte sind bald vergessen und vergeben. Ich wollte nicht mit ihm rechten ober meine Behauptung begründen. Gleich beim ersten Blick hatte ich die zwei weißen Vorderfüße des ersten Pferdes toiebererfannt, und ich wußte wohl, daß Graf Stein darauf saß. Einen Moment machten die neun Reiter halt und beobachteten uns. Dann gaben sie ihren Pferden die Sporen und galoppierten mit Triumphgeschrei die Straße ’runter. Sie hatten gesehen, daß die Bente in ihrer Gewalt war. Infolge dieser raschen Annäherung waren bald alle Zweifel behoben. „Bei Gott, Sire, es sind wahrhaftig die Preußen!" rief Soult. Lobau und Berttand liefen wie ein paar geängstigte Hühner auf der Straße 'rum. Der Wachtmeister von den Chasseurs stieß die furchtbarsten Flüche aus und zog seinen Säbel, Der Kutscher und der Diener schrien und rangen die Hände. Napoleon stand mit kaltem Gesicht da, den einen Fuß auf dem Wagentritt. Und ich — ah, mes amis, herrlich! Wie soll ich Ihnen meine eigene Haltung in jenem erhabensten Moment meines Lebens in Worten schildern, um sie auch nur annähernd zu beschreiben? So ruhig, so furchtbar kühl, so klar im Kopf und tatbereit und tatenfroh' Er hatte Michitonen Schafskopf und Narren genannt. Wie rasch und wie nobel war meine Revanche gekommen! Als ihn sein eigener Witz verließ, war's der Etienne Gerards, der diesen Mangel ausgleichen mußte. Kämpfen war töricht; fliehen war lächerlich. Der Kaiser war wohlbeleibt und todmüde. Außerdem war er nie ein guter Reiter. Wie konnte er diesen Neun entfliehen, ausgesuchten Leuten aus einer ganzen Armee? Die besten preußischen Reiter befanden sich darunter. Aber ich war der beste französische. Ich, und ich ganz allein, konnte es „mit ihnen aufnehmen. Wenn Sie mir statt dem Kaiser auf der Spur wären, bann könnte noch alles gut gehen. Das waren die Gedanken, die mir so rasch durch ebn Kopf fuhren, daß ich im Augenblick nach der ersten Idee auch schon den Entschluß gefaßt hatte, und im nächsten Atomen! war ich front Entschluß bereits zu schnellem energischem Handeln übergegangen. Ich stürzte an die Seite _ des Kaisers, der wie versteinert zwischen seinem Wagen und seinen Feinden stand. „Ihren Mantel, Sire! Ihren Hut!" rief ich. Ich zog sie ihm ’runter. Nie in feinem Leben hatte er sich so zerren und stoßen lassen. Im Nu hatte ich sie an, und ihn in den Wagen gestoßen. Im Nu saß ich auf seinem berühmten weißen Araber und sprengte los, die kleine Gruppe allein lassend. Sie haben meinen Plan bereits erraten, Messieurs; aber Sie werden mich fragen, wie ich hoffen konnte, für den Kaiser angesehen zu werden. Meine Figur ist, wie Sie sie noch sehen, und er mar nie schon, denn er war klein und dick. Doch die Größe eines Mannes tritt nicht so hervor, wann er im Sattel sitzt, und im übrigen brauchte man sich nur noch vornüber zu beugen, einen Buckel zu machen und sich wie ’n Mehlsack zu -halten. Ich hatte den kleinen dreieckigen Hut auf und den weiten grauen Rock an mit dem silbernen Stern, der jedem Kind bekannt war von einem Ende Europas bis zum anderen, und unter mir hatte ich dÄ Kaisers eigenen weißen Araber. Das genügte. Als ich los ritt, waren die Preußen nur zweihundert Meter »on uns entfernt. Ich machte mit den Händen eine Geste des Entsetzens und der Verzweiflung und sprengte über den Straßengraben. Das war genug. Die Preußen stießen zugleich em Freuden- und Wutgeheul aus, wie hungrige Wölfe, wenn sie die Bente riechen. Ich spornte mein Pferd über den Wiesengrund und guckte, wahrend ich dahinsauste, unter meinem Arm durch nach hinten. O, der glorreiche Moment, als ich hintereinander acht Reiter über den Graben und hinter mir her setzen sah! Nur einer war zurückgeblieben. Ich hörte Kampfgefchrei; da fiel mir der alte Chasseur-Wachtmeister ein, und ich wußte bestimmt, baß Nummer neun uns nicht länger belästigen würde. Die Straße war frei, und der Kaiser konnte rnhig seine Reise fyrtsetzen. Nun mußte ich aber auch an mich selbst denken., Wenn mich die Preußen erwischten, würden sie in ihrem Aerger und Zorn sicher kurzen Prozeß mit mir machen. Wennndieser Fall,eintreten sollte — wenn ich mein Leben verlieren sollte, würde ich's immerhin um einen hohen Preis verkauft haben. Aber ich hoffte, sie altzufchüttÄn. Mit gewöhnlichen Reitern auf gewöhnlichen Pferden würde mir das weiter keine Schwierig feiten ge* macht haben, aber hier hatte jch’s mit den besten Rolfen und Reitern zu tun. Es war ein wunderbares Tier, das ich unter 13t -mir hatte, aber es war müde von dem Tangen, nächtlichen Ritt, und der Kaiser war einer von den Reitern, die nicht wissen, wie man's einem Pferd leicht macht. Er hatte wenig Mitleid mit Pferden und eine schwere Hand, so daß ihnen das Maul sehr weh tat. Freilich hatten auch Stein und seine Leute eine lange anstrengende Tour hinter sich. Es war ein ebenbürtiges.Rennen! Ich hatte so rasch überlegt und so> schnell daraufhin gehandelt, daß ich nicht genügend an meine eigene Rettung gedacht hatte, sonst -würde ich selbstverständlich direkt auf der Straße zurückgerrtten sein, die wir gekommen waren, denn auf diese ,Weise würde ich unsere eigenen Leute getroffen haben. Aber ich war von der Chaussee weg und eine'Meile über die Wiesen geritten, ehe nur das entfiel. Als ich mich dann nmsah, hatten die Preußen eine lange Linie gebildet, damit ich die Charleroier Landstraße ntcht erreichen könnte. Zurück konnte ich also nicht mehr, aber.wenigstens konnte ich mich nach Norden wenden. Ich wußte, daß die ganze Gegend in dieser Richtung von unseren fliehenden Truppen wim- mcln, und daß ich früher oder später doch auf sie treffen mutzte. Aber ich hatte eins vergessen — die Sambre. — ,Fn jneuier Aufregung dachte ich gattz und gar nicht dran, bis ich sie sah, tief und breit, im Morgenlicht glänzend. Sie versperrte nur den Weg, und hinter mir heulten die Preußen.. Ich sprengte lns ans Ufer, aber das Pferd war nicht weiter zu.bringen. Ich gab ihm die Sporen, doch das Ufer war hoch und der Fluß tief. Es prallte zurück, zitterte und schnaufte. Die Triumphschreie wurden mit jedem Augenblick lauter. Ich drehte mich um und galoppierte an der Sambre hin. Sie bildet hier eine Schleife, und ich mußte auf irgendeine Weise hinüberkommen, denn der Rückweg war mir abgeschnitten. Plötzlich durchzuckte nrich ein Hoffnungsstrahl. Ich sah ein Haus an meiner Seite des Flusses und ein anderes an der gegenüberliegenden. Wo. zwei solche Häuser liegen, ist gewöhnlich auch eine Furt dazwischen. Ein abschüssiger Pfad führte hinunter ins Wasser, unb ich spornte mein Pferd. Es ging. Das Wasser reichte bis an den Sattel, rechts und links spritzte der Schaum in die Höhe. Einmal stolperte es, und ich hielt uns für verloren, aber es kam wieder auf die Beine und stürzte im nächsten Moment .den anderen Psad 'nauf. Ms wir am anderen Ufer toarett, hörte ich, wie der erste Preuße ins Wasser platschte. Jetzt waren wir nur noch nm die Breite der Sambre von einander entfernt. (Fortsetzung folgt.) Die die Bot sprengen. Die Saison in Monte Carlo sieht auf ihrem ®ipfel.~ Saison in Monte Carlo: das bedeutet das Spiel. Die blechernen Stimmen der Croupie.s ertönen, die Goldstücke rollen, die iliecben raffen und die Bank macht wie immer ihren Prosit. Immerhin, auch sie hat zutveilen ihren llnglückstag. Auch sie unterlieft bisweilen im Ramp'e um den gleißenden Mammon I . N den Annalen von Monte Carlo sieht ein Name mit blutiaroten Lettern verzeichnet der des Engländers Jaggers, der der Bank die größten Summen abgerungen hat. Der „große Jaggers", tuie er heute noch hecht, ist zu einer elgendarilchen Persönlichkeit geworden. Sein Bildnis wird henke noch als Talisman von Spielern und beionders Spielerinnen verehrt unb getragen. Jaggers war ein englischer Techniker, der eines guten Tages nach Monte Carlo kam, um sich das Ronlettesmel cmzivehen, nicht um zu spielen. Da es aber mm nicht gestattet ist, am Ronlettetiscke zu sitzen, ohne einen Einsatz zu wagen, so setzte et auch ab unb zu ein m'mf'rankstück. Unablässig beobachtete er, machte seine Aufzeichnungen, unb siehe da 1 er sand, daß einige der Zahlen häufiger, und zwar in einem bestimmten Rhythmus erschienen, als es nach der Wahrscheiulichkeitsrechming hätte der Fall sein butten. Mehrere Tage setzte er seine Beobachtungen fort, big er nicht mehr zweifelte, daß das Rouletterad, das er beobachtete, einen mechanischen Fehler auf wies. Es wat nickt genau in der Schwebe, sondern schrägte sich in befiimmten Intervallen, so daß die Kugel in geiviffeu Zeitabsiänben immer wieder in dieselben Fächer fiel Daraw baute er sein System auf, das seinerzeit ganz Monte Karlo, ja die ganze Welt tu Aufregung brachte. Et riskierte seine ganzen Erspariiifse und — sackte enorme Summen ein. Aber Jaggers wollte mehr! Et organisierte einen regelrechten Stab von Spielern, die allmotgendlich antraten und nach feinen Weisungen setzten. Herrn Blanc, dem Spielpächter, wurde eS schwul zu Mute. Die Verluste der Bank nahmen rasend zu. Es war aber nun immer derselbe Roulettetsich den Jaggers aufsuchte, und das führte dazu, daß in einer Nacht die Direktion der Bank die Rouletteavparate auswechseln und timlaufcheu ließ Aber Jaggers hatte an seiner Roiilette sich emen winzigen weißen Punkt gemerkt, unb allmorgenblicb, bevor er sein Spiel begann, vergewisserte et sich, ob dieser Punkt noch da war, und erst dann begann er seine hohen Einsätze. So riskierte er an dem Morgen, als er den Trick der Bankdirektion bemerkte, nur wenige lumpige Franken. Unauffällig machte er die Runde und bald hatte et sein Roulettetab wieder berau§ge!unben. Ta entschloß sich die Bankverwaltung endlich, naebbem Jogge-S an die 5 Millionen Franken gewonnen hatte, iäthtlicbe dloulettea vparale einer genauen Jnipektion S» unterziehen : der Fehler des einen Rades ward entdeckt, das Rad repariert. Und als Jaggers nun fein System wieder aufnahm, da verlor er trotz des weißen Punktes auf seinem Roulelietade tu kurzer Zeit ungeheure Summen. Erst nachdem er 2 Millionen geopfert hatte, machte er Schluß, verließ die Bank, kehrte Monte Karlo den Rücken unb ivard nie mehr dort gesehen. Unb noch ein anderer mäEcbenhafter Gewinnet ist in bett Annalen von Monte Karlo verzeichnet. Es ist ein junger Amerikaner, der tn seinem ersten Monte Karlo-Jahre trotz einiger Fehlschlage einen guten Gewinn embeimfte. Im Jahre 1910 (ehrte e# zurück unb verblüffte alle Welt durch sein unglaubliches Glück. 1911 stieg sein Glücksstern noch höher. Er wat damals in aller Munde. Aber wie er gewann, das war sein Geheimnis unb ist auch sein Geheimnis geblieben. Kurz unb gut, der Amerikaner soll einen Reingewinn von etwa 27s Millionen davongetragen haben. Man sagt, daß er mit einem Croupier unter einer Decke gesteckt habe. Und noch von anderen Sptelergrößen Monte Carlos ließe sich berichten, von den Gebrüdern Garcia, die auf Grund ihres Systems ein Vermögen gewannen, wieder verloren unb elend endeten, von dem berühmten 'Monte Carlo-Wells, bet erst kürzlich in Paris vor Gericht erklärt hat, in SOfonte Karlo annähernd 2 Millionen gewonnen zu haben, und vom russischen Grotzfürsten Michael. Aber bas sind Rinaeltauben unter beu Spielern Das Bonmot, bas ein Witzbold auf das Roulettespiel in Monte Karlo geprägt hat, gilt noch immer: .Rouge rot) verliert, noir (schwarz (verliert*, blaue (weiß) gewinnt immer." Blanc ist nämlich der Pächter der Spielbank. ------------ vermischte*. — Das Land der Circe. In einen! umfangreichen Aufsatz des Mercure de France unternimmt Philippe Champault den interessanten Versuch, das in der Odyssee geschilderte Land der Lästrygonen, die Insel der Circe und das Totenreich geographisch zu identifizieren. Denn wenn wir mit diesen Stätten auch das Land der reinen Phantasie zu betreten meinen, so glaubt der französische Forscher doch, daß Homer bei seiner Dichtung sein« Helden zu wirklich vorhandenen Stätten führte, daß also wirliche Landschaftsbilder die -Grundlagen jener Schilderungen abgab en, die die Phantasie des Dichters dann schaffend umdeutete. 'Die Odyssee berichtet uns, wie Odysseus nach dem Verlassen der Insel des Äeolus nach sechstägiger Fahrt einen schönen Hafen erreicht, der zur Rechten und zur Linken von unfruchtbaren Feldern ein- geschlossen ist und von der Feste LaMos beherrscht, wird. Hiev hausten nach Homer die menscheufresseichen Riesen. Die Insel des Aeolos gehört zu den Äegaden; nun findet man, sechs Tagereisen nördlich, eine winzige Insel, die in unmittelbarer Nähe der sardinischen Küste liegt. Sie heißt heute Scoglio Colo m b o, der Fels der Tauben, tvas dem Sinne des Wortes Lästrygonen entspricht. Hinter ihr schneidet der Porto Pozzv zwischen zwei mächtigen -Granitmauern gegen 3 Kilometer weit in das Land hinein. Tie Feste Lamos würde sich dann auf der heutigen Punta Sardegna erhoben haben: ihr Name Lamos ent* spricht im Sinne den „Drei", jenen Ungeheuern, denen die lokal« Tradition den Bau der noch vorhandenen Nnraghen und megalithischen Gräbern zuschreibt. Odysseus gibt nicht an, wie viel Zeit er brauchte, um die Insel der Circe zu erreichen; aber sie wird als flach bewaldet und mit Eichen und Reben bewachsen geschildert. Nun sind flache Inseln im Mttttlmeer sehr selten; in der Tat gibt es nur -eine, die dieser SMlderung entspräche, und das ist Pianosa, das ehemalige Prauaria; sie liegt bei Elba, ist heute zur Strafkolonie umgewandelt und ist daher auch in unseren Tagen die Stätte, auf der unglückliche Menschen ein trauriges Gefangenendasein führen. Als die Zauberin Odysseus entließ, sagte sie ihm, er brauche keinen Lotsen, um den Hades zu finden: „Breite die Segel, Boreas führt dich zum Ziele'7 Boreas ist der Nordostwind. Der Nordvstwiud hätte den Reifenden im Laufe eines Tages zu der Mündung des Flusses C o g y i- nas geführt, dessen Name so viel wie „kochend" bedeutet und' die Erinnerung an den furchtbaren Acheron wachruft. Lkat-Aufgade. Vorhand spielt Coeur-Solo auf folgende Karte: —1 <2 O Q Q^Q W (MA Q Q D 0 <3 D <3 1 £> E> <3 V Q Q Q Q ♦ * 9 ch V ❖ o 0 <>. Obgleich ein Wenzel unb ein Aß im Skat liegen, geht daS Spiel verloren. — Wie faßen die Karlen unb wie würbe gespielt k Auflösung in nächster Nunrmer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wir sind genwbnt, daß Oie Menschen verhöhnen, Was sie nicht verstehn, Das sie vor dem tonten unb Schönen, Das ihnen oft beschwerlich ist, murren. Goethe. Redaktion; K. Neurath. — Rotationsdruck unb Verlas bet Brühl'ichen Universitäts>Buch- unb Steindruckerei, R. Lang«, (Bte&eat