'r jjamböcH' c. Ct MW »1 Zwei Welten. Roman von Emma Merk. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Arzt stand noch an dem Sterbelager. Die beiden Männer blickten sich an. Grönberg nickte ihrn dankbar zu. . Der letzte Wille des Toten war ihnen ein heiliges Vermächtnis. Fast wie ein strenger Befehl klang's, als der Professor dann Reichmann bat, seine Frau fortzufuhren, ehe der Letchenbeschauer käme. Wie erschrockene Kinder gehorchten sie und saßen, eng äneinandergedrückt, weinend, vor dem Kleinen, der mit rosigen Wangen üt das Leben hinein schlief, aus dem sich eben sein Ahne fortgestohlen. Die Freunde des.jungen Malers kamen mit Kränzen und teilnahmsvollen Mienen. -Grönberg blieb den ganzen Tag im Trauerhaus, um darüber zu wachen, daß kein unvorsichtiges.Wort an das Ohr Hildegards klang. Auch Marianne fand sich ein und zeigte sich hilfreich und liebevoll, mit jener überquellenden Wärme und Güte, die das Mitleid in manchen scheuen Naturen -auslöst. Und es traf sich, daß sie mit Grönberg zugleich die die Treppe herabstieg, nachdem der Tote fortgebracht worden und sie noch eine Weile bei den ganz verstörten jungen- Leuten 'geblieben waren. An der Straße, auf die ein dichter Regen herabrauschte, blieb Marianne stehen, blickte zu dem Maler mit ernsten Augen auf und sagte leise: „Ich glaube, der arme Mann ist freiwillig aus dem Leben geschieden." Da Grönberg schwieg, fügte sie mit bewegter Stimme hinzu: „O, mir scheint, die Verhältnisse sind sehr traurig,' trauriger wohl, als ich ahnte. Hildegard ist in diesem Punkt so stolz und verschlossen. Aber mir war's, als wenn das gute, stille Gesicht des Toten mich angesleht hätte: „Nimm du dich der Kinder an! Ich kann ja nichts mehr tun, als sterben!" Sie kämpfte die Tränen nieder und führ dann fort: „Helfen Sie mir,. Herr /Grönberg, damit -ich für die beiden jungen Leute -etwas tun kann, ohne sie zu verletzen. Ich möchte Reichmanns Bild-kaufen, zu dem Preis, den er aus der Ausstellung verlangte. Aber Sie begreifen, nicht wahr, wenn ich das direkt sage, so klingt das so, -als wüßte ich um ihre Notlage. Ich meine, es sieht dann wie «ine Wohltat aus; ich möchte das nicht; ich möchte auch, daß Reichmanns Selbstvertrauen wieder gehoben würde. — Wenn -Die nun morgen hingingen und dem jungen Kollegen mitteilten. Sie wüßten einen Käufer für sein Bild. Ein Fremder, ein Amerikaner zum Beispiel, könnte es ja auf der Ausstellung gesehen haben. Erfinden Sie -nur irgendeinen Gönner, der das Bild dann dem KunstverKt« zum Geschenk machen würde, denn ich kann -es ja bei mir nicht aufhäng-en, wenn ich mich nicht verraten will.. —i Wollen Sie mir zu diesem kleinen gutgemeinten Betrug die Hand leihen?" „Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung-, gnädige Frau!" sagte er mit der förmlichen Höflichkeit, die er sich Marianne gegenüber zum Grundsatz gemacht, obwohl es ihn drängte, ihr viel wärmer und 'bewegter für ihre Großmut und ihre zarte Rücksicht zu danken. Es war ihm -am nächsten Tage förmlich, als nicke ihm der Tote mit seinen guten, treuen Augen zu, als er mit seiner Freudenbotschaft in dieses traurige Heim trat. Hildegard schluchzte freilich auf. „O, wenn mein Vater nur das noch erlebt hätte!" und ihre Tränen flössen aufs neue. Aber der junge Mann, der in einer dumpfen Berzweif- lungsstimmung Postkarten gemalt, nur um der drohenden Not zu steuern, der in tiefer Niedergeschlagenheit an sich und seinem Talent irre geworden, richtete sich plötzlich wiedeir -auf, als weite ihm neue Kraft die Brust. „Das kommt zur rechten Stunde! Das Leben schien zu schwarz und traurig. Dank für den Lichtstrahl, den Sie bringen!" sagte er mit solcher Ergriffenheit, solcher Erschütterung, daß Grönberg all seine Energie aufbot, um nur recht glaubwürdig von dem geheimnisvollen Käufer zu berichten. Ach, -er fühlte in diesem Augenblick wieder so recht, daß den armen Menschen nicht immer mit der Wahrheit geholfen ist, daß man auch imstande sein muß, aus Miti leid und warmem Interesse zu lügen, i Während man auf dem Friedhof den Mann begrub, der aus Liebe zu seinem Kinde dahingegangen war, stieg eine verschleierte, rundliche ,alte Frau die schmale Holztreppe in dem Gartenhaus empor, stand eine Weile zögernd, schwer -atmend vor der Tür und klingelte -dann nach einem letzten Kampf, ob sie wieder gehen oder sich bemerkbar machen sollte, ganz kräftig und rasch. Hildegard ivar allein zu Haus bei ihrem Kind- Sie hatte das Dienstmädchen zur Beerdigung fortgehen lassen und stand am Fenster und horchte hinaus auf das erste traurige Glockenläuten, das ihr die Stunde ankündigte, in der man ihren Vater zu Grabe trug. Ein furchtbares Gefühl der Vereinsamung bemächtigte sich ihrer, als wäre es kalt, leer in der Welt für sie ge- worden, seit diese treuen Augen sich für immer geschlossen. So lieb sie auch ihren guten Gatten hatte, sie dachte doch mit -einem Schauder, wie losgerissen sie war von ihrer Müdchenheimat, von allen Erinnerungen ihrer Jugend — ein armes Waisenkind, das wie in einer fremden Stadt wohnte, dem teilte treue -Seele zur Seite stand in diesen herzzereißenden Augenblicken, während da draußeti die 318 'wenigen Leidtragenden dein SoiM ihres armen Vaters ^^Als es klingelte, besann sie sich einen Moment, ob sie öffnen sollte. Sie konnte jetzt kein fremdes Gesicht sehen, )ic konnte nichts hören von kleinen Alltagssorgen. Nur der Gedanke, Marianne habe sich ihrer erbarmt nnd suche sie auf, veranlaßte sie, sich aus ihrer feierlichen, düsteren Stimmung anfznraffen. . Einen Moment starrte. sie die Gestalt, die aus der Scbwelke stand, mit grüßen, wirren "Augen an. " Dann stieß sie einen Schrei aus, halb jubelnd, halb schluchzend-: „Mama! Meine gute, gute Mama! Tn kommst zu Wir! Gerade jetzt! Gerade in dieser furchtbaren Stunde, in der ich mir so verlassen vorkam!" ' Tränen stürzten ihr aus den Augen, sie drückte wie ein armes, verirrtes Kind ihren Kopf an Malis Schulter, zitternd, fassungslos vor Weh und Rührung. „Bist du ganz allein, Hildegard?" fragte Frau Bernhobler und zögerte, ehe sie eintrat. „Der Adolf weiß gar nicht, daß ich hergeZangen bin! Aber mir hat's fast das Herz ab'druckt, wie mir's die Marianne erzählt hat, ich hab nicht anders können! Es hat mich Herzogen zu dir!" Mitleidig blickte sie sich um in der bescheidenen Wohnung, mitleidig streichelte sie die blassen Wangen der jungen Frau, die weinend, stumm zu ihr aufsah. „Ein klein's bißl kann ich schon dableiben, aber gar nicht lang. Adolf darfs nicht merken, er ist so gar nicht aut beieinander. Da gäb's eine bps,e G'schicht', wenn er wüßt, daß ich heimlich zu dir bin. Weißt, es fehlt ihm an der Leber, der Magen ist schlecht, er darf kein Mer trinken, er darf das Hundertste nicht essen. Du kannst dir denken, daß er da auch nicht gut aufg'legt ist." Sie sagte es ganz ergeben, ohne Klage, als bewährte, tapfere Eheveteranin, wenn auch ihr gealtertes Gesicht eine Leidensgeschichte erzählte. Ein Helles, kräftiges Stimmchen machte sich ans dem Kinderwagen bemerkbar. Der kleine Hans erinnerte an seine Gegenwart. Er hatte rosige Bäckchen vom Schlaf, seine blaue Augen lachten so sorglos und unbekümmert von all dem Leid stnv Kammer in seiner Nähe, und sehr vergnügt und zutraulich streckte er der alten Frau, die sich zu ihm herabbeugte, die Arme entgegen. „Großmama! Sage Großmama, Bubi!" „Go-Mama!" Das traf das Herz der kinderlosen Mali, die so warme, mütterliche Liebe für die ganz Kleinen hatte. „Ist der aber lieb! Ist der aber nett!" sagte sie ganz verklärt. Sie konnte sich kaum losreihen von dem Hanserl, der ruft hem Instinkt der Kinder für ihre besonderen Freunde ittib Gönner sich von ihr auf den Arm nehmen und streicheln ünd liebkosen ließ und mit'seinen dicken Patschhändchen! possierlich auf ihrem Gesicht, in ihrem grauen Haar herumfuhr. . Als sie sich endlich zum Abschiednehmen entschloß, sagte sie: ' 1 > 1 '„Ich kann dem Adolf nicht helfen. Mein Lebtag, lang, has heißt, so lange ich halt verheirat't bin, bin ich eine ' dlg-same Frau gweseu. Aber jetzt, auf meine alten Tag', ange ich mit die Heimlichkeiten an. Ich muß das Buberl! öfters aufsuchen. Und gelt, Hildegard, photographieren laßt ihn Mir, aber natürlich, die Rechnung, die geht mich an. Ich wöcht' das liebe G'sichterl immerfort bei mir haben." „Du gute, gute Mama! Weil du mir nur nicht ganz bös hist. Weil du mir nur verziehen hast, und mich noch ein bißchen magst. Ich kann dir gar nicht sagen, tote schwer wir däs oft war!" stammelte Hildegard mit nassen Atrien. „Ja, du lieber Gott, verziehen hab' ich dir's ja, wenn ich's auch nicht verwunden hab', daß du von uns fort bist! Du hast hält nicht anders können, und das leichteste Leben hust dir ja auch nicht ausg'wählt," meinte sie mit einem besorgten Mick. „Weißt, der Adolf wär' auch gar nicht so hqrt. Aber seine Mutter hält und die ganze Verivandt- schaft! Sie haben's ihw in Kopf g'setzt, daß er nicht nach- gä>eu darf, und jetzt ist's förmlich sein Stolz, daß er so fest und so stxenä sein kann. — Vielleicht, tpeün er einmal recht At aufg'legt ist, nachher Zeig' ich ihm die Photographie vom Hansl; dem unschuldigen Kind kann er ja nicht bös sein, düs' muß er ja lieb haben." „Go-Mamä, Mieter kommen!" krähte das Helle Stimmchen des Kleinen, dem Hildegard die Worte ins Ohr geflüstert. ! i . .|j!l „Ja, g'wiß, Buberl, ganz g'wiß und ganz bald!" Aber es gingen Tage hin, ohne daß Mali sich wieder sehen ließ, und dann traf eine Kiste voll Geschenke für den Kleinen ein und ein trübseliger Brief: „Sic müßten nach Karlsbad, wegen dem Adolf seiner kranken Leber. Ihr iväre so himmelangst vor der langen Reise, und vor dem fremdelt Ort. Viele, viele Busserl halt für den lieben Buben." Reichmann arbeitete wieder mit neuer Schaffenslust und mutigem Selbstvertrauen. „Wie mich das freut, daß mein Bild int Kunstverein hängt, wie jedes anerkennende Wort, das ich jetzt höre, mich hebt und stärkt, das kann der große Unbekannte, der es gekauft hat, nicht ahnen. Ich wollte doch, er hätte Zeit gefunden, mich zu besuchen und sich zu überzeugen, daß er wirklich einen Strebenden gefördert hat." Mit warmen Augen rief"s der junge Maler, während Grimberg und Marianne bei ihm im Atelier waren und seine iteucit Arbeiten an sahen. Ein feines Rot huschte über das feine Frauengesicht, sie blickte ihren Verbündeten an und beide lächelten sich zu mit einem rechten Behagen an ihrem guten Geheimnis. Die Mahnung, die Marianne von dem stillen Totengesicht gelesen: „Nimm dich der Kinder an!" war ihr tief ins Herz gegraben. Als es immer heißer und- staubiger in der Stadt wurde, sagte sie eines Tages: -„Ihr müßt mir einen Gefallen tun, Hildegard: Mein Paul hat jetzt Ferien. Ich habe in Tegernsee eine Billa gemietet, die Läge gefällt mir so gut, aber sie ist viel zu groß für uns beide, und ich fürchte, es werden meine Schwägerinnen anrücken oder wenigstens die verschiedenen Nichten 'zu Besuch kommen, wenn ich so viel übrigen Platz "habe. Ihr swißt ja, ich will frei sein von Familienzwang! Darum sollt Ihr mit in die Villa!" „Äls Vogelscheuchen, nicht wahr?" sagte Hildegard mit dem traurigen Lächeln, das sie seit dem Tode ihres Vaters hatte, aber ohne alle Bitterkeit. „Sage doch lieber: als Schutzgeister vor der Langeweile !" Es war ein rechtes AMeben nach aller Winternot und allem Stadtelend in der herrlichen.Bergluft, in der hübschen, heiteren Landschaft. (Fortsetzung folgt.) Zladtsergeant pufahl. Von Georg Busse - Palma. Pünktlich fünf Minuten nach zehn Uhr vormittags pflegte Stadtsergeant Pufahl aus der Bürgermeisterei auf den Marktplatz von Lepuchowo herauszutreten. Die langen Beine in hohen Schaftstiefeln nnd Uniformhosen mit gebleichten Nähten,- den etwas vorgebeugten Oberkörper in schmutzfarbcner Lodenjoppe nnd die Polizeimütze mit dem preußischen Adler auf dem Haupt, sah er sich zunächst einmal, als ein Mann, der keine Eile hat, wie ein witternder Jagdhund nach allen Himmelsrichtungen um. Dann zog er sein Notizbuch hervor, blätterte darin, schob es wieder zwischen die beiden oberen Joppcnknöpfe und schritt schräg über den Platz, dessen Pflaster aus einigen regellos hingeworsenen Feldsteinen bestand. Auf der andern Seite befand sich nämlich das Geschäft,- mit dessen Besuch Pufahl seit Jahren seinen sogenannten Dienstgang eröffnete. „David Mundgeruch. Pelzwaren, Pferdegeschirre nnd Sämereien en gros nnd en detail" stand auf dem Firmenschild. An seinem geteilten, rötlichen -Bollbart zupfend, trat Pufahl in den Laden. „Wünsche einen schönen, guten Morgen, Herr Mundgeruch!" David Mundgeruch, ein dürftiges Männchen mit großen, abstehenden Ohren nickte ihm freundlich über den Ladentisch zu. „Ach! Unser Polizeirat ! Nu, was gibt's Neues? Und wie ist's mit einem Schnäpschen? Pomeranz oder e Korn, Herr Pufahl?" „Wenn es sein muß, Herr Mundgeruch, wär' ein Pomeranz nicht übel!" Dann bekant er ein Gläschen eingeschenkt, und während er es langsam schlürfte, erzählte er, was er auf der Bürger- meisterei oder sonst rraenowo Neues gehört hatte. Das war 319 immer herzlich 'wenig, und so dauerten feine Besuche nie lange. Bis um zwölf Uhr mittags hatte er in akkurat gleicher Weise die achtzehn Kaufläden und Schankwirtschaften des Ortes erledigt, achtzehn Schnäpschen getrunken und kleine, verschwim- mende. Augen bekommen. Auf dem Rückweg pflegte er dann ohne sichtbare Ursache zu lachen, „I, du Himmelhund" vor sich hinzumurmeln und sich dreinial auf den rechten Oberschenkel zu schlagen. Das erstemal vor Breunings Apotheke, das zweite- mal vor dem @6^0ft von Eli Rosenstock, genannt Käppche, und das drittemal wieder kurz vor der Bürgermeisterei. Dann wußte die Bürgerschaft, daß alles in gewohnter Ordnung war. An Markt- und Feiertagen hatte er natürlich einen bewegteren Wirkungskreis. Dann strömte die größtenteils polnische Landbevölkerung von allen Seiten in die Stadt. Die. Aermeren zu Fuß, die kostspieligen Stiefel in den Händen tragend, die Besitzenden in leichten Britschkas mit rundlichen, kleinen Pferden davor. Auf dem Platz waren Bude» ausgeschlagen, in denen vom hölzernen Schweinetrog bis zum knallroten Busentuch alles Begehrte feilgeboten wurde. Bon einheimischen Kaufleuten sowohl, deren Läden abseits der großen Straße lagen, wie von auswärtigen, die ge- wvhnheitsnläßig von Markt zu Markt zogen. Mitunter trugen üuch ein Karussell oder eine kleine Wandermenagerie zur Erhöhung des Trubels bei. Angesichts dieses Fremdenzustroms mußte Stadtscrgcant Pu- fahl die Würde von Magistrat und Bürgerschaft natürlich auch in seiner äußeren Erscheinung zum Ausdruck bringen. An die Stelle der schmutzfarbencn Joppe trat also ein langer Wasfen- rock mit hellrotem Kragen und gleichfarbigen Aermelausschlägen, Und statt, der schlichten, Mütze deckte sein dünnhaariges Haupt ein Helm, dessen Spitze wie das verkörperte Auge des Gesetzes über dem Marktgewühl funkelte. An der Seite aber trug er daun einen Degen, der als das Hauptstück seiner gesamten Ausrüstung den geheimen Stolz und das geheime Grausen der Einheimischen wie der Fremden bildete. Wie vom Beil des allröntijchen Liktors ging eine Predigt von ihm aus, die stumm aber eindringlich die Gewalt und das Recht der von Gott gesetzten Obrigkeit verkündete. Und Pusahl selber richtete sich höher ans, und seine wässrigen Augen blitzten beinahe metallisch, wenn er den Knopf des Griffes kühl wie das erbarmungslose Schicksal durch die baumwollenen Handschuhe verspürte. Er wußte ihn aber nicht nur zu tragen, sondern auch zu benutzen! Richt, daß er die sraglos haarscharse Spitze in eine warme Menschenbrust gebohrt hätte! Er hatte ein viel zu weiches Herz dazu und außerdem noch andere Gründe, die ihm das unmöglich machten. Aber durch den moralischen Eindruck seines Gewaltmittels erreichte er Wirkungen, die zur Aufrechterhaltung des Marktsriedens völlig genügten. — War irgendwo ein Tumult entstanden, der sich durch gütliches Zureden nicht sofort beseitigen ließ, dann setzte er mit verfinsterter Stirn den linken Fuß einen Schritt vor, schob das behelmte Haupt und die Schultern wie einen Sturmbock den Unruhestiftern entgegen, und während seine Hand klatschend an den Degengriff flog, rief er mit Liner Stimme, die wie unterirdischer Donner klang: „Im Namen des Gesetzes! Auseinander, oder ich zieh' blank!" — Seit Menschengedenken hatte dieser Zuruf noch nie versagt und noch immer hatte der wackere Stadtsergeant als Sieger das Feld behauptet. Hinterher pflegte er dann in irgendein Geschäft zu treten, dessen Inhaber ihn in seiner prachtvollen Haltung beobachtet hatte, um etwas Undeutliches von den Strapazen seines schweren Dienstes vor sich hin zu murmeln. Ein Gemurmel, das regelmäßig mit einer kleinen Extravergütung und einigen ehrlich bewundernden Worten erwidert wurde. Eines Tages aber ereignete sich etwas, auf das Pusahl nicht vorbereitet war, und das seinem Ansehen einen tödlichen Stoß versetzte. Und schuld daran war Stephan Modlibowski aus Pawlowo. Aks dieser in der Frühe eines Markttages die Lamm- fellmütze aussetzen wollte, die er erst vor einigen Monaten bei David Mundgeruch für teures Geld gelaust hatte, bemerkte er, daß sie gar nicht mehr zu brauchen war. Das Fell löste sich in kleinen Stücken^ die augenscheinlich mir aufgeklebt ge-. wesen waren, vom Futter ab. Unter einer Sturmflut von Flüchen beschloß der Geschädigte, sich aus eigene Faust Ersatz zu schaffen., Einige Stunden später betrat er, äußerlich ganz gemütlich, den Laden. : David Mundgeruch strahlte. „Nu, was verschafft mir die Ehre, Pan Modlibowski? E Wöhlach, c Pserdegeschirrche?" „Nur eine Mütze, Pan Mundgeruch !" antwortete der stämmige Bauernknecht freundlich: David Mundgeruch stutzte für einen Augenblick. Er erinnerte sich, daß er dem Burschen einett entsetzlichen Ladenhüter Ängedreht hatte. Aber dann dachte er: Wenn er sich nicht tzusregt, was soll ich mW ausregen? uitb stapelte dienstwillig seine schönsten Mützen auf den Ladentisch. Nach sorgsamer Wähl stülpte sich Modlibolvski eine davon auf den Kopf und sagte: „Fünfzig Pfennig, Pan Mundgeruch! Dafür verkauft Ihr mir sie doch? Weil Ihr mich mrt der vorigen so angeschmiert habt! Da seht nurl" Dabei hielt er ihm die alte dicht vor die Ras! „Angeschmiert? Wie heißt angeschmiert?" fragte Mundgeruch und spreitete in grenzenlosem 'Erstaniren Herde Hände. „Und ums rst das for e Mütz? Soll ich wissen, wa? der Herr damit angestellt hat?" ®r machte eine kleine Kunstpause und begann dann ko herzlich zu lachen, daß sein kleiner Körper ,anf Ustd ab toaufettt. „Aber der Preis, was Sie für die neue machen, ist gut! H"tten L-ie getagt: vier Mark fünfzig, hält' ich gedacht, es ist e Vorschlag. Wer fünfzig Pfennig ist e Spatz! E guter, e wahrhaftiger Spaß!" Er lachte wieder so, als ob ihn in seinem Leben noch Nichts inniger amüsiert hätte. Dabei war ihm aber gar nicht wohl zumute. Stephan Modlibowski machte so böse, heimtückische Augen. Und mit einem Mal fühlte er sich auch von der starken Faust des jungen Polen am Rock gepackt und über den Ladentisch gehoben. „Gewalt!" schrie er kreischend. Aber Modlibowski kümmerte sich nWt um fein Geschrei. Stark ausschreitend, trug er den Zappelnden aus dem Laden hinaus über die kleine Querstraße bis zur Welnabriicke. Dort streckte er den Arm und schob ihn über das Geländer, so daß der Unglückliche freischwebend das schwärze, strömende Wässer unter sich erblickte. /„Pan Mundgeruch," sagte er drohend, „ich zähle jetzt bis drei. Habt Ihr mir bis dahin die Mütze nicht für fünfzig Pfennig verkauft, laß ich Euch aus den Grund gehen wie eine bleierne Ente!" „Zu Hilfe! Zu Hilfe! Gewalt!" schrie MUndgeruch entsetzt und sah mit verdrehten Augen aUf die Gruppe von Land- leiiteii, die sich lachend und johlend um das sonderbare Schauspiel drängte. Es machte aber keiner daraus Miene ihm bei- zustehen, und Mundgeruch wäre von vornherein verzagt, wenn ihm nicht in Gestalt einer heranfunkelnden Helmspitze ein Hoffnungsstern aufgegangen wäre. ,/Tins!" zählte Modlibowski. Wie er geht! E Schneck ist e Rennpferd gegen ihn! dächte Mundgeruch. Aber fünfzig Pfennige. . . „Zwei!" Er schasft's nicht, dachte Mundgeruch verzweifelt. Pusahl schasft's nicht! Und soll icfji auf den Grund gehen wie e Erpel? Wegen ’ner Mütz? „Drei!" . In blitzartiger Geschwindigkeit zog der Vergewaltigte seine Beinchen ganz dicht an beit Leib', als ob er sie soweit wie nur Möglich vom Wasser entfernen wollte. ,>Beim Gott meiner Väter! Ihr sollt sie Haben," schrie er jammernd. „Nur laßt mich wieder auf Meine eigenen zwei Bein'." „Na also!" sagte Modlibowski schmunzelnd. Er hätte ihn gerade auf hie Brücke gestellt, als Stadtsergeant Pusahl sich durch! die Umstehenden htzranfchob. Mit einem Sprung war Mundgeruch bei ihm. „Gewalt! Herr Polizeirat!" kreischte er anftagend. „Nehmt ihm die Mütz ab! Gestohlen hat er mir e Mütz, aus den Grund hat er mich geschmissen wie e Erpel! Nehmt ihm die Mütz ab!" Nach kurzer Umfrage war der Stadtsergeant genügend unterrichtet, um den Missetäter in strengem Amtston zur Herausgabe der Mütze auszufordern. Stephan Modlibolvski verhielt sich aber nicht nur durchaus ablehnend, fonbent beleidigte bie Lepuchowoer «Polizei siußerbem so gröblich, daß Pusahl willkommenen Anlaß sand, seine berühmte, prachtvolle Haltung wieder einmal einzunehmen. Seine Hand flog an beit Degengriff, Kopf itnb Schulter schoben sich! vor wie ein Sturmbock, seine Augen flammten, und mit einer Stimme, die wie unterirdischer Donner klang, rief er: „Gebt die Mütze heraus, ober — ich zieh' blank!" Wie Fanfarenstöße klangen bie letzten drei Worte durch die Menge. „Wie er gebrüllt hat! Wie e Löwe!" flüsterte Mundgeruch verzückt seinem Nachbar zu. Dann schswieg auch er, ergriffest von der Feierlichkeit des gewaltigen Moments. Stephan Modlibolvski schien aber vom Teufel besessen. Statt nächzugebcn, wie es seit.Menschlengebenken noch! jeder getan hätte, fluchte er: „Psia Krew, Pan Pusahl! Eh' ich die Mütze herausgebe, brech' ich Euren Pabdenknisf kurz und klein!" Ein Gemurmel erwartungsvollen Staunens flog durch das Volk. Stadtsergeant Pusahl entfärbte sich. Für einen Moment sah er starr in Modlibowskis furchtlos-freche Augen, dann irrtest seine Blick unschlüssig und in Verlegenheit an ihm vorüber. Bis er sich einen Ruck gab und zum zweiten Mal Miet. „Ich Mache Sie auf bie Folgen aufmerksam! Nochfnals: gebt die Mütze heraus, ober ich ziehe blank!" „Wie er gebrüllt hat! Wie zwei Löwen!" jauchzte Mundgeruch. Stephan Modlibolvski trat ganz dicht an den Polizisten heran, die Fäuste geballt und die muskulösen Arme kampfbereit wiegend. 320 „Man ju! Pan Pufahl", sagte er finster. , . In Pusahls Gesicht arbeitete es, und der anflteigende Zorn färbte sein Gesicht kirschbraun. Aber wie gelähmt verharrte er in der prachtvollen Haltung. . - Das erwartungsvolle Gemurmel der Zulchauer ging allmählich in ein spöttisches Gelächter über. Es klang, noch leise und verhalten, aber an Pusahls Ohren schlug eS wie die Posaunen des jüngsten Gerichts. Was sollte er tun? „Na?" fragte Modlibowski höhnisch feixend. Da endlich fand der Stadtsergeant den Mut, alles auf eine Karte zu setzen. Vielleicht tut der Himmel ein Wunder, dachte er. Dann kreischte Mundgermtz: „Er geht! Wahrhaft'gen Gott! .Pnfahl zieht!" ' „, . Er hatte auch recht. Pufahls Arm krümmte sich in gewaltigem Ruck, eine Naht an seinem Waffenrock krachte auseinander, und die Adern schwollen ihm in der riesenhaften Anstrengung. So heftig 30g er. Aber blank zog er nicht! , , ' Denn da der Himmel keiil Wunder tat, ging auch sein lsabel, der seit Jahr und Tag fest-eingerostet war, nicht aus der Scheide. Roch zweimal versuchte er es, ihn aller Gewalten zum Trotz herauszukriegen. Daun verliest er fluchtartig den Schauplatz seiner Niederlage, bis in seine.Wohnung von dem brausenden Gelächter der halben Stadt verfolgt. „Heistt e Schutz, was wir an unserm Stadtsergeanten haben!" fache Mundgeruch erbittert. „Gebrüllt hat er wie zwei Löwen und gebissen Wie e zahnloser Wiedehopf! Nu, die Bürgerschaft wird's ihm gedenken!" — Die Bürgerschaft gedachte es ihm auch. Als er tags darauf, beschämt, aber alter Gewohnheit treu, den Üblichen Rundgang machte, wurde er überall kühl und verächtlich «Mangen. Gänzlich ungestärkt und in einer Nüchternheit, die allen sichtbar davon Zeugnis ablegte, hast es mit seiner Beliebtheit vorüber war, kam er an seinen Ausgangspunkt Mrück. Schon dadurch auf das äußerste niedergeschlagen,^wollte er eben die kleine Steiutreppe hinaufsteigen, als vom Schulhause her, aus dessen Pforte gerade eine Schar Knaben strömte, ein Sieb erklang, das, nach der Melodie des „General Landon" gesungen, wie -ein Peitschenhieb sein Ohr traf: Pufahl, Pnfahl, Pnfahl zieht blank. Zieht mit empörtem Sinn, Aber sein Schwert bleibt drin. Pufahl, Pufahl, Pufahl zieht blank! — '-JS, ihr Hinimelhunde!" Wetternd und fluchend wandte er sich NM. Die Kinder stoben aber schon auseinander, ehe er überhaupt nur daran denken konnte, eins zu erwischen. Und das wiederholte sich nun Tag für Tag. Wo er. auch ging -und stand, durch Haustüren oder Zäune, Hecken oder Fenster, von irgendwoher scholl es ihm immer nach. (Schluß folgt.) Der §arbenwechsel der Blumen. Wenn int Mai die Kastanien ihre volle Schönheit entfalten dadurch,, daß sie überall in dem frischen jungen Grün ihre weißen 'BWenkerz'en aufleuchten lassen, können wir an diesen Wüten eine interessante und sehr merkwürdige Beobachtung machen. Betrachten wir die weißlenchtende Kerze kurz nach der Entfaltung ihrer Blumenblätter, so sehen wir, dast jede der rings nm den Stengel sitzenden Blüten mit einem leuchtenden, schwefelgelben Fleck geziert ist. Dieser gelbe Schmuck bleibt einige Tage unverändert, dann aber, bemerken wir zu unseren« Staunen, daß der Meck sich umwandelt und nach kurzer Zeit eine tief karmoisinr-ote Färbung annimmt. Eine Blume nach der.andern geht zu dieser roten Farbe überrund wenn zu Anfang der Blütezeit aus den weißen Blütenkerzen nur gelbe Flecken Hervorleuchteten, so sehen wir nach einiger Zeit die Blumen Nur noch in rotem Schmuck. Was hat dieser merkwürdige Vorgang -zu bedeuten? Die Befruchtung der Kastanienblüten wird durch Insekten vermittelt, die nach Honig suchend von einer Blume zur andern -fliegen und den Blütenstaub dabei in die Blumen abstreifen. Sobald nun eine Blüte der Roßkastanie von Insekten besucht und bestäubt worden ist, wandelt sich plötzlich der gelbe Flecken in Rot um, er sagt damit den Insekten,' hier bei mir ist kein Honig mehr zu haben, euer Besuch ist also nicht mehr nötig. Die roten Blüten werden denn auch in der Tat nicht mehr von den .Insekten besucht, oder doch nur von den dummen, die das rote Wirtshausschild noch nicht kennen und erst durch Erfahrung klug werden, müssen. Die Flecken auf den Blüten, die das Vorhandensein -oder Fehlen des Honigs anzeigen, werden daher Mit dem Namen „Saftmäl" richtig bezeichnet. , Die Roßkastanie ist aber nicht die einzige Pflanze, die zur Orientierung der Insekten ihre Blütenfarbe wechselt, wir haben vielmehr in unserer Flora noch -einige andere Blumen, die ebenfalls zu diesem originellen Mittel -greifest. In erster Linie nenn«! wir Hier das Lungenkraut (Pulmonaria ofsicinalis), eine uq Schatten hoher Waldbäume ober im dichten Gebüsch ziemlich häufig vorkommende Pflanze mit rauhhaarigen Blättern und niedlichen roten Blüten, die von den Insekten viel besucht werdest. Sobald aber, eine Blume bestäubt und ihres Honigs beraubt ist- liimmt sie eine blauviolette Färbung an, damit anzeigend, da» nunmehr der Besuch der Insekten höflichst verbeten wird. Wo das Lungenkraut in größerer Menge blüht, sehen wir überall rote und blaue Blumen durcheinander gemischt, die von den Insekten wohl, unterschieden werden. Einen gleichartigen Vorgang, aber in ganz anderer Ausführung, zeigt, die Natterkopfbkuine (Arnebia), deren schwefelgelbe 'Blütenkronen im Schlund mit fünf großen tiefpurpurnen Fleckest geziert sind. Diese charakteristischen. Flecken bleiben aber nur zwei. Tage, dann ist die Blüte bestäubt und die Flecken verschwinden vollständig, die -Blume wird reingelb, bei ihr ist für die honiglüsternen Insekten nichts mehr zu holen. Es ist selbstverständlich, daß die bluistenreiche Tropenflora zahlreiche Vertreter mit wechselnden Blütenfarben hat; die merkwürdigste davon ist eine große, in Brasilien vorkommende, Melastomazee, bis von den Ansiedlern „Weihnachtsblume" genannt wird. Sie blüht Herrlich schneeweiße so daß die von ihr dicht bedeckten Hügel wie mit einer Schneedeicke überzogen erscheinen, aber nach wenigen Tagen ist die weiße Docke verschwunden und zum ©tonnen des Beobachters erglüht die Landschaft im prächtigsten Rot. humoristisches. * Di e F ran des Hauses. Haben Sie notiert, Jean? Also noch einmal: Hin 11 Uhr fahre ich zur Modistin, um 12 Uhr frühstücke ich bei der Gräfin Droste, um 3 Uhr muß ich ins Ministerium zu einer Sitzung des Vereins gegen die Landflucht der weiblichen Bevölkerung. Von dort fahre ich um 5 Uhr zum Waldowschen Palast. Um 6 Uhr habe ich mit der Geheimrätin Rosenfeld wegen der Säuglingsfürsorge zu verhandeln, — um 8 Uhr beginnt die Oper — die wird gegen 11 Uhr aus sein — Haben Sie? Da wär's für heut — übrigens! soll die B-onne mit den Kindern, sie sind doch gesund? am Nachmittag in den Tiergarten fahren — Wie? Ach so, der Baron, mein Mann, erwartet mich in der Kunstausstellung. Ja —. Hm — sagen Sie ihm, ich lasse heute bedauern, aber meine Zeit sei bis auf die letzte Minute ausgefüllt. * Nur bar um'. Pfarrer: „Ich dachte, Huber, Ihr hättet den festen Vorsatz gefaßt, nicht mehr zu raufen, und jetzt habt Ihr den Märtel doch wieder geschlagen." — Bauer: „Aber bloß, weil er mich von meinem Vorsatz hat abbringa woll'11." _ * Aus der Schul e. „Wie war es nach Wallensteins Tod?" — „Da wurde ein Drama ans ihm gemacht." * Die erste Stufe. Frau: „Man soll ja immer die Neigung eines Jungen berücksichtigen: unser träumt Tag und Nacht davon, als Aviatiker durch die Lüfte zu segeln und seine Gegner zu besiegen." — „Wie wollen Sie ihm denn bei Ihren geringen Mitteln entgegenlommen?" — „Nun, mein Mann hat ihm einstweilen eine Stelle als „Liftbotz" verschafft.", * Stets int Geschäft. Tochter: „Ach, Papa, wie herrlich ist doch die Schilderung des Feuers in Schillers Glocke!" — „Jawohl, der Mann hätte nette Provisionen verdient, ivenit er Versicherungsagent geworden wäre!" * Verlockend. Fremder: „Weshalb ging denn die Meisterin gleich heraus, wie ich eintrat?" — Barbierlehrling: „Die kann kein Blut sehen!" 1 Skat-Ausgabe. Während' des ganzen Abends wirb Herr Lehmann vom Pech verfolgt. „Jetzt endlich einmal ein paar vernünftige Karten, mit de„en man seinen Gegnern ordentlich heimlenchten kann!” rief er «ns, als er in Hinterhand Folgendes erhielt: +*+ ++* * + W H Aber mit des Geschickes Mächten könnte auch Herr Lehmann nichts ausrichten: Er verlor das Spiel (selbstverständlich ohne einen Fehler zu begehen). Hieran! sagte er die letzten Runden an, bezahlte seine Zeche und ging alsdann heim. — Was war es für ein Spiel und wie mußte gespielt werden? Vorhand hat in ihren Karten 29 Augen weniger als Mittelhand. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer: Karte n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N. Lange, ®ieyen»