Samstag, den 25. Oktober ?■ M -E „ Tsukrnblut. Bwman von Gerhart v. Amyntor (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Sortierung.) „Lieber Herr Just, ob Sie wohl einen Augenblick zur Maina kommen könnten?" Mit dieser Frage trat Ellen v. Brank, frisch und strahlend wie der drallsten im Garten lachende Maimorgen, über die Schwelle des väterlichen Zimmers. Jil diesem trotz des offenen Fensters ein wenig nach Jodoform und Tabak riechenden Raume saß Herr v. Brank, den linken Arm in einer schivarzseidenen Binde, an einem Tische, auf dem allerlei Zeitungen und Broschüren lagen, und sah nnistig seinem neu, gewonnenen Faktotum, Herrn Friedrich Just, zu, der am selben Tische aufrecht vor einem geöffneten Tabakkasten stand und dem Freiherr» eine seiner kurzen Jagdpfeifen stopfte. Aus dem damaligen Begleiter des Freiherrn war er der Pfleger n>ld Hausgast desselben gelvorden. Als Just am Tage des Zweikampfes seinen Schutzbefohlenen glücklich nach Giesdorf gebracht hatte,, Ivar alle Welt inr Schlosse so bestürzt gewesen, daß er selbst mit Hand anlegen mußte, um den Verwundeten so schnell und bequem wie möglich unterzubringen. Frau Klara v. Brank, die an das Märchen einer, zufälligen Verletzung ihres Gatten auf dem Scheibenstande nicht recht glauben wollte, die aber auch von dem fest zugeknöpften Just durchaus keine andere Antwort zu erhalten vermochte, flehte den letzteren in ihrer Bestürzung an, doch vorläufig noch in Giersdorf zu bleiben und sich mit ihr in die Pflege des Verwundeten teilen zu wollen. Friedrich Just hatte nach kurzer Ueberlegung zugestimmt; die Verwundung wäre zwar, wie er zuversichtlich behauptete, keine so ernste, daß eine besondere Krankenwache geboten erschiene, da er aber in Berlin nichts zu versäumen hätte, wollte er zur Beruhigung der gnädigen Frau recht gern noch da bleiben. So hatte er denn die ersten Nächte auf einem Divan im Ziutmer des Patienten zugebracht, inm sofort zur Hand zü sein, 'wenn dieser etwa einen Wunsch haben sollte. Als aber die Heilung der Wunde einen so guten Fortgang nahm, daß der Freiherr schon nach wenigen Tagen kleinere Spaziergänge machen durfte, da hatte Just eines der Gastzimmer inr Schlosse bezogen, in dem er seine ordnungsmäßige Nachtruhe hielt und das er nur tagsüber verließ, um seinem Pflegebefohlenen Gesellschaft zu leiste». Er war der unzertrennliche Begleiter des Freiherrn auf allen Gängen durch die Wirtschaft; er las ihm vor, er schrieb die Geschäftsbriefe nach Diktat, er stopfte ihm die Pfeifen, er zerlegte ihm das Fleisch besi der Mittagstafel, ja, er würde ihn auch rasiert haben, wenn der Freiherr dies zugelassen und seinem Barte jetzt nicht erlaubt hätte, zu wachsen, wie er wollte. Die beiden Männer waren auf diese Weife so , vertraut geworden, als wenn sie schon viele Scheffel Salz miteinander verspeist hätten. Brank hatte den „Amerikaner", wie er ihn nannte, als einen gefälligen, ehrlichen, zuver-i lässigen Menschen schätzen gelernt und sich derart an ihn gewöhnt, daß er dessen Verweilen in Giesdorf so lange wie möglich auszndehnen bestrebt war. „Sie dürfen aber nicht böse sein," fügte Ellen hinzu, indem sie schnell an den Papa heranhuschte, um diesem einen zärtlichen Kuß auf die Stirn zu drücken, „wenn das, was Mama von Ihnen erbittet, eigentlich keine Männersache ist." Und sie lächelte schelmisch und zeigte dabei ihre wie ein Perlengeschmei.de blitzenden Zähne. Just reichte die gestopfte Pfeife dem Freiherrn hin und fragte die Tochter des Hanfes: „Um was handelt es sich denn? Ich stehe der gnädigen Frau, wie immer, mit Freuden zur Verfügung." „Das Hausmädchen hat beim Reinigen des Gartensaales eine Gardine samt der Stange heruntergerissen, und Mama meint, Sie allein wären imstande, die Gardine wieder geschmackvoll anfzuhängen." „Da haben Sie's", platzte der Freiherr belustigt heraus; „Sie haben meine Damen schon so verwöhnt — nächstens werden sie Ihnen ihre Handschuhe zum Ausbessern bringen?' „Nun, das würde man am Ende auch noch zu besorgen wissen", erklärte Inst mit aller Ruhe, „ich bin nicht so ungeschickt, man lernt gar so manches in Amerika, Herr von Brank, was eitlem hier in Europa -ewig »«geläufig bleibt. — Kommen Sie, gnädiges Fräulein, wir wollen zu Ihrer Fran Mutter gehen." Und er verließ mit dem jungen Mädchen das Zimmer, während der Freiherr den Davongehenden schmunzelnd nachblickte. Im Gartensaale stand Frau Klara und gab dem Diener, der, zwei schwere Gardinenschals in den Händen, auf einer Trittleiter am Fenster balancierte, die Weisung, mit seinen Bemühungen, diese Schals wieder aufzuhängen, doch endlich inne zu halten. ;,Sie bekommen es doch nicht fertig! Warten Sie nur, bis Herr Just da ist — ach! Da kommt er schon!" Der Diener mußte Platz machen, und Just kletterte schnell und gewandt, wie eine Eichkatze, an der Leiter empor. „Halte» Sie gefälligst das Ende des einen Schals, gnädige Frau", sagte er geschäftig, „und Sie, mein gnädiges Fräulein, das des anderen. So! Die Gardine soll gleich sitzen — es ist nicht die erste, die ich auflege, der Friedrich kann in Gottes Namen gehen; ich brauche ihn nicht. Sie haben doch einige Stecknadeln zur Hand? Schön! Bitte, reichen Sie sie mir gütigst herauf." Er empfing das Gewünschte und spickte sich mit flinker Hand wohl über ein Dutzend Nadeln in die Brustklappe seines Nockes. Dann befestigte er die teilweise losgetrennten Schals wieder an der Skange, hob die Stange mit langgestrecktem Arme über die eisernen Gardinenhaken, glitt von der Leiter hernieder und half nun durch Streichen und Zupfen mit den Händen 666 treiben helfen; das Stillsitzen ist so wenig nach meinem! Geschmack, als das zu Fuß -gehen — aufs Pferd bin. ich aber wegen dieser Teufelsbinde noch nicht -gestiegen." „Die Heilung schreitet aber doch nach Wunsch sorsi Herr von Brank?" fragt Tell befangen und beschämt. „Ganz nach Wunsch! Habe immer eine gute Heilhaut -gehabt, und dieser hier (er klopft bei diesen Worten die Schulter seines Pflegers Just) hat das Menschenmögliche getan, meine Wiederherstellung zu beschleunigen." „Sie mögen denken, mit welchen Gefühlen ich Ihnen gegenüberstehe, Herr von Brank," hebt der Staatsanwalt wieder an, „könnte ich das Geschehene ungeschehen machen, ich gäbe ein Jahr meines Lebens darum." „Nicht eine Stunde, mein Teuerster ! Wer wird so leichtsinnig und verschwenderisch mit der Zeit umgehen? Tie Sache ist vergessen; danken wir Gott, daß alles so glatt abgelaufen ist." Er nötigt seinen Gast zum Niedersitzen und bittet Just, für Zigarren und eine Flasche Wein zu sorgen. Wie sich Just in Erledigung dieses Auftrages hinausbegeben hat, sagt Tell mit gedämpfter Stimme: „Beantworten Sie mir ehrlich eine Frage, Herr von Brank: Warum haben Sie neulich absichtlich bei mir vorbeigezielt?" Brank runzelte vorwurfsvoll die Stirn: „Aber Herr Staatsanwalt, an meiner Stelle hätten Sie doch genau dasselbe getan! Durfte ich als Gentleman den aufs Korn nehmen, dem -gegenüber ich mich -schuldig fühlte?" „Sie hatten mich ja aber gar nicht beleidigt. Nach Ihrer eigenen Mrsicherung ist zwischen Ihnen und meiner Mutter nichts vorgekommen, was irgendwie an eine Schuld gemahnte." „Dem Andenken Ihrer Frau Mutter ist auch uccht der Schatten eines Borwurfs zu machen, das wiederhole ich Ihnen feierlich; aber, was mich betrifft . . .", er hält inne, denn Just kehrt eben mit einer Kiste Zigarren ins Zimmer zurück und meldet, daß der Wein gleich Nachfolgen werde; dann schon nach kurzer Pause besinnt -er sich eines anderen und fährt unbedenklich fort: „Dummes Zeug! Unser Amerikaner kann es dreist hören, er ist ja doch nun einmal neulich hinzugekommen und weiß, worum es sich handelt, auch hat er die Dame, von der wir reden, besser und länger gekannt, als wir beide zusammen. . . Also, wenn ich auch ohne Reue an Ihre Frau Mutter zurückdenken kann, so ist dacj Ihnen gegenüber doch eine andere Sache; mein unüberlegtes Verhalten, als ich, noch ein junger Offizier, in den Banden jener mir unvergeßlichen Dame war, hatte doch allein den Anlaß zu einer gewissen Bloßstellung derselben gegeben, und dafür iuctr ich Ihnen immerhin Genugtuung schuldig; es wäre aber wenig ritterlich gewesen, wenic ich meinerseits die Waffe gegen den erhoben hätte, den ich unbewußt und unabsichtlich gekränkt hatte." Der Staatsanwalt nickt sinnend mit dem Kopfe, dann seufzt er unzufrieden auf, und, eine im stillen durchlaufene Gedaukenreihe laut abschließeud, versetzte er: „Solch ein Zweikampf muß dem Leben beider Teile ein. Ende machen, sonst ist er ein älbern-es Aushilfsmittel, das die Lage verschlimmert, statt sie zu bessern." Und ivie Herr von Brank etwas erwidern will, kommt -er ihm mit den Worten zuvor: „Ich weiß, ivas Sie sagen wollen, aber ich habe doch recht, ich lasse mich zu keiner anderen Ansicht bekehren. In den letzten schlaflosen Nächten habe ich unausgesetzt über die Sache uachgedachl. Ter Zweikampf hat nur einen Sinn, wenn man unter dieser das Gewissen einlullenden Form den Tod d-es Gegners itnib den eigenen Tod- sucht und findet; in jedem anderen Falle ist er eine Farce, eine heuchlerischfeige Verbeugung vor dem Vorurteil einer der Zahl nach immer kleiner werdenden Gesellschaftsklasse; der Ueber- lebende ändert die Tatsachen nicht, er macht Geschehenes! nicht ungeschehen, er häuft aber zur Unerträglichkeit ferner Lage noch die Neue und den öffentlichen Skandal und die; Aussicht auf eine kompromittierende Freiheitsstrafe. Wenn Sie auch mit den: Kopfe schütteln, Herr von Brank, es ist so, ivie ich sage! Man kann iricht zweien Herren dienen, nicht dem Paragraphen des unbeugsamen Gesetzes und zugleich den U-eberliefermrgen der sogenannten guten Gesellschaft; aber ich werde dem Zwiespalte ein Ende machen; ich werde aus dem Staats- und Justizdienste ausscheid-en." Just, der bescheiden am Fenster sitzt und sich von jeder Einmischung in diese Unterhaltung fernhält, spitzt bei diesen Worten das Ohr und richtet einen verwundert fragenden Blick nach dem Staatsanwalt. (Fortsetzung folgt.). den herabwallendcu Schals zu einem gefalsigen FMen- wurfe. „Ich denke, so wird es gehen, tote, meine Damen? „Vortrefflich!" rief Frau Klara. „Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar — ein Tapezierer Hütte es nicht besser machen können." . „Sagen Sie, Herr Just, was können Sie eigentlich nicht?" neckte Ellen. „Mich jünger machen", -gab Just prompt zur Antwort, „das ist das Einzige, was ich nicht he raus bekomme." „Das haben Sie auch gar nicht nötig", meinte Frau von Brank, „ich beneide Sie immer um Ihre aalgleiche Beweglichkeit." Während dieses Gespräches lauschte Just, wie er es schon seit einer halben Stunde heimlich getan hatte, nach jedem Geräusche, das vom Hofe her in das H-auS drang. Er hatte kürzlich ein Briefchen an bett Staatsanwalt geschrieben, worin er diesen bat, doch so bald wie möglich nach Giesdorf herauszukommen. und Herrn vor, Brank einen Besuch zu - machen; er, Just, hätte die Zustimmung des Freiherrn genügend erforscht und er könnte dem Herrn Staatsanwalt einen freundlichen Empfang in sichere Aussicht stellen. Daß er es für geboten hielt, jeder etwaigen Vermutung des Publikums hinsichtlich- der letzten Ereignisse durch einen solchen Besuch vorzubeug-en, das hatte er zwar nicht aus- yrücklich geschrieben, der Staatsanwalt aber, als er den Brief las, durchschaute sofort die -eigentlichen Beweggründe des Schreibers und konnte diesem auch nicht so ganz un- tcdjt neben So war denn William Tell zur Zeit, als Just auf dessen Ankunft harrte, tatsächlich unterwegs; er hatte auf der Station, auf der ihn sonst immer der Wagen des Freiherrn abaeholt hatte, ein bäuerliches Fuhrwerk gemietet und fuhr nun in ziemlich langsamem Tempo den altbekannten Waldweg, der nach Giesdorf führte. Daß die Fahrt nicht schneller von statten ging- war ihm zwar nicht so unlieb, denn wenn er ehrlich gegen sich selber sein wollte, so mußte er sich zugeben, daß er mit einigem Bangen dem Ziele entgegen« fuhr. In der Hand hielt er einen sorgsam in Seidenpapier gewickelten Orchideenstrauß, und in der Tasche seines Rockschoßes hatte er eine zierlich bemalte Pappschachtel geborgen, die mit den feinsten Prälinees und Fondants gefüllt war. Mit diesen beiden Gaben wollte er seine Vielliebchenschuld an Ellen begleichen —, würde sie aber den Keinen Scherz aufnehmen? Ahnte oder wußte sie etwa g-ar, daß er es war, der ihren Baier verwundet hatte? Der bloße Gedanke an eine solche Möglichkeit schnürte ihm das Herz zusammen, denn wenn seine Befürchtung zutraf, dann mußte er ihr ja wie ein schuldbewußter Schulbube, nein, schlimmer! wie ein Verbrecher, gegenübertreten. Ter Wagen hat endlich den Hof erreicht; die Räder rasseln über das Steinpflaster, und Tyras, der Neufundländer, der sonst immer den Staatsanwalt so freundlich! begrüßt hat, erhebt -ein feindliches Gekläff. Selbst Juno, die braune Hühnerhündin, die sonst jedem Menschen vertraulich enkgegenzufchwänzeln pflegt, hält sich heute etwas mißtrauisch zurück und- beobachtet von weitem und ohne jede Freudenäußerung, wie der Ankommende von dem vor dein Portal des Schlosses haltenden Gefährt Herabklef tert. „Ist das ein schlechtes Vorzeichen?" so fragt sich der Staats- auwalt im stillen; „wittern diese Hunde in dir den neulichen Kampfgegner des Schloßherrn?" Doch er hat keine Zeit, länger über das Verhalten der Tiere nachzudenken; im Portal erscheint Just, der den Wagen Vorfahren gehört hat, und begrüßt mit strahlender Miene den s-ehnlichst Erwarteten. „Das ist schön, Herr Staatsanwalt, daß Sie da sind — ich eile, Sie dem Herrn von Brank zu melden." Frau von Brank und Ellen, die beide noch im Morgenanzuge sind, bleiben vor der Hand unsichtbar; sie haben sich zurückgezogen, um Toilette zu machen. Just kehrt mit der Meldung zurück, daß sich Herr von Brank „außerordentlich freue"; er schiebt seinen Arm nufer den des Staatsanwalts und führt diesen nach dem tabakraucherfüllten Zimmer des Schloßherrn. Brank ist aufgestanden, schreitet dem Gaste mehrere Schritte entgegen und bietet ihm herzlich die Rechte: „Seien Sie willkommen in Giesdorf, Herr Staats anwalt! Ich kann Ihnen nur die eine Hand geben; der andere Flügel ist noch nicht ganz zusammengeflickt; -aber um so dankbarer bin ich Ihnen, daß Sie mich besuchen; Sie müssen mir nun aber auch den ganzen Tag schenken und mir die Zeit ver 667 Die Zuchtmittel bei der Erziehung. (Schluß.) Sind mehrere Kinder da, die soweit gleichaltrig sind, daß. sie Miteinander spielen können, so schasse man Gesellschaftsspiele für sie an, achte aber auch darauf, daß sie nicht ein .Gegenstand des Streits werden. Am besten spielt man selbst mit. Ich hätte noch vom Märchenerzählen zu reden und vom Laubsägen, zwei Dingen, die ich ungemein schätze, und von manchem anderen. Aber alles aufzählen kann man doch nicht, und wer „guten Willens" ist, der findet nach den gegebenen Andeutungen schon selber, was nottut und gut ist. Aber all das, was ich bisher darzustellcn versuchte, wird nichts Helsen, lvenn nicht das Vorbild dazu kommt. Der Nachahmungstrieb liegt im Kind; wer sich ihn nicht zunutze macht, so lange es klein ist, handelt töricht. Das größere Kind braucht das Vorbild aber noch mehr und wird sich unwillkürlich danach richten. Der Vater, der flucht, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Kinder dieselben Redensarten int Munde führen. Die Mutter, die klatscht oder lügt, braucht nicht zu fragen: „Woher haben meine Kinder das?" Ebenso wird aber auch umgekehrt der Vater seine Kinder zur Ordnung. anleiten, wenn er sie sehen läßt, wie er Ordnung hält, und znr Mildtätigkeit, wenn sie solche bei ihm wahrnehmen. Es ist manchmal zum lachen, wie die Kinder in Gang und Haltung, in Wort und Wesen die verkleinerten Abbilder der Alten sind. Wie die kleinen Mädchen Kaffeevisite halten und sich dabei, genau wie es die Alten tun, über die lieben Nachbarn unterhalten, ist ja ost geschildert worden._ Und neulich las ich uoch irgendwo, daß der Besuch die Kinder mit Putzlappen und Schürhaken schreiend einander um den Tisch nachlaufen sieht und auf sein Befragen erfährt, sie spielten „Vaterches und Miitterches". Sollen wir es nun deut Zufall überlassen, was die Kinder an uns sehen und was sie uns nachmachen? Das wäre unverantwortlich, Wir werden vielmehr unser Tun so einrichten, daß es für das Kind wirklich vorbildlich ist. „Also heucheln?" Gott bewahre! Sich um der Kinder willen in Selbstzucht nehmen! Das Sprichwort heißt: „Eltern ziehen nicht nur ihre Kinder, Kinder ziehen anch ihre Eltern." Und dabei heißt es, die Augen ausmachen. Die Kleinen sind so schlau, daß sie gerade am besten sehen, was sie nicht sehen sollen, und hören, was nicht „für sie bestimmt ist". „Kleine Kessel haben große Ohren". Und sie ziehen ihre Schlüsse so gut wie ein Großer. Als beim Nachtessen der Vater nicht zu Hause ist, sagt die Mütter grimmig vor sich hin: „Na, laß ihn nur heimkommen!" „Darf ich so lange ausbleiben?" fragt da 's Fritzchen. Es weiß, was es geben wird und freut sich darauf. Wenn es älter wird, weint es vielleicht im gleichen Fall. Das Lachen wie das Weinen wird seine kleine Seele aus dem Gleichgewicht bringen, das Ansehen der Eltern erschüttern nnd ihre Einwirkung auf das Kind vermindern. Es ist aber nicht nur das Vorbild der Eltern, das auf den werdenden Menschen einwirkt; auch die Umgebung, soweit sie aus Menschen besteht, lvirkt, wenn auch nicht so stark, so doch ähnlich. Ueber Hunde, Katzen und Kanarienvögel wäre eilt besonderes Kapitel wohl angebracht. Es sollte im Grunde genommen selbstverständlich sein, daß das Kind ein Tier nicht quälen darf, sondern „menschlich" mit ihm umgehen muß. Wie mancher Rohling, der späterhin die bekannte „unbegreifliche" Gemeinheit int Verkehr mit Menschen an den Tag legt, hat sie an seinem Dackel, oder vielleicht auch an Maikäfern und Schmetterlingen gelernt. Und wie leicht kann man doch bei der angeborenen Freude der Kinder an Tieren sie zum richtigen Umgang mit ihnen an- leiteu! Wie fein mag das Töchterlein sich an die sonst unbeliebte Ordnung und Regelmäßigkeit gewöhnen, wenn es heißt, item Vögelchen Futter und Wasser zu geben, oder die Blumen zu gießen. Wie schnellt es Beim Nachmittagskaffee in die Höhe, wenn die Mutter nur bedauernd sagt: „Die armen Blumen!" nnd eilt, das Vergessene nachzuholen. Aber natürlich ist der Einfluß von Menschen noch größer. Aus die meisten wird man keinen Einfluß haben, mit denen das Kind zusammenkommt. Aber daß man es sich verbittet, wenn das Dienstmädchen oder die Tante das Kind bedauert, weil cs Strafe gekriegt hat, versteht sich von selbst) Hört man doch nicht selten von Nahestehenden so tvas wie: „Hat der böse Papa dich wieder geschlagen?!" Damit wird natürlich die Wirkung der Straft geradezu aufgehoben. Auch in befreundeten Familien kann man wohl mit Erfolg darum bitten, daß dem Kind kein Wein gegeben wird, oder daß man darauf hält, daß es dort auch „Bitte" und „Danke" sagt. Im allgemeinen wird man nicht mehr tun können, als darauf achten, wo das Kind ein und aus geht, und es vom Verkehr mit Leuten zurückhalten, von denen wir einen ungünstigen Einfluß auf es voraussetzen. Besonders gilt dies von der „Gesellschaft", d. h. dem Kitiderverkehr: „Sage mir, mit lucnt du umgehst, und ich sage dir, wer du bist." Daß hier ein böser Einfluß ungemein verderblich wirken kann und ein einziger mißratener Bub vielen innerlich kräftig schaden kann, liegt auf der Hand. Aehnlich ist es mit Büchern: „Bücher sind auch eine Gesellschaft, und es sind viele böse Buben darunter." Der Kampf gegen Schmutz in Wort und Bild ist jetzt so sehr auf der ganzen Linie entbrannt, daß dabei auch der Schund, der für die Kleineren allein in Betracht kommt, mitgetroffen wird. Es ist recht so. Wenn so ein Zehnjähriger mit glühenden Wangen, vielleicht gar im Bett beim schwelenden Kerzenstümpfchen über einem1 schmutzigen Zehnpfennigheftchen hängt, in dem die Menschen so unwahrhaftig und die Dinge so unwirklich geschildert werden, wo der Räuber die Tugend und den Edelmut, der „Graf" oder was sonst des Edlen Gegenpart ist, die Gemeinheit und Niedertracht verkörpert, — es ist sicher nicht gut. Es verwirrt die Begriffe von Gut und Böse, zieht die Gedanken von der Schule und anderen nützlichen Dingen ab, überreizt die Einbildungskraft und leitet nicht selten auf die schiefe Bahn. Aber hier muß ich doch ein Wort gegen die allzu Aengstlichen sagen. Wenn ein normales, sonst gut gezogenes Kind auch einmal solch einen Schmöker in die Finger bekommt, es wird nicht gleich daran zugrunde gehen. Wir haben vielleicht auch solche Räubergeschichten gelesen und sind doch ganz ordentliche Leute geworden. Trotzdem soll man natürlich gut achtgeben und wenn man es merkt, den Lesestoff wechseln. Wenn ein Kind einmal ans Lesen gekommen ist, soll man es ihm nicht verwehren, nur das Uebermaß muß man ein- dämmen. Aber was soll man ihm an Stelle der Schnndhests geben? Bücher, die für das Kind spannend sind, die Tatsachen enthalten, einen raschen Fortschritt der Handlung bringen, Heeres- Büchelchen, gute Lebensbeschreibungen, „Deutsche Jugendbücher", „Bunte Bücher", „Deutsche Volksbücher", die „Turm-Bücherei"/ — es gibt ja heutzutage eine solche Auswahl guter Schriften und zu so billigem Preis, daß man seine Freude daran haben muß. Jeder Buchhändler gibt da gerne guten Rat. Hier kommt mir der Gedanke, daß vielleicht mancher Leser sagen wird: „Du hast bei deinen sämtlichen Ausführungen bisher immer nur wohlhabende Leute im Auge gehabt; wir haben keinen Hund und fein Dienstmädchen und auch kein Geld, um Bücher zu kaufen." Das letztere bestreite ich entschieden. Wer Geld für Zigarren und Bier hat, um von anderem nicht zu reden, wer seinen Kindern für Sonntags gelbe Schuhe kauft, der hat auch Geld für die wohlfeilen Kinderbücher. Das andere ist richtig; aber wer ein bißchen nachdenken will, wird sich, wie seine Verhältnisse auch sein mögen, aus meinen Ansführungen seine Schlüsse ziehen können und das entnehmen, was für ihn paßt. Erst recht sage mir niemand: „Was du sagst, ist gut für reidter und feiner Leute Kinder, bei unseren kommt es nicht darauf an, wie sie gezogen sind." Ich weiß, daß viele Leute so reden. Es ist über die Maßen töricht! Wenn es sich nur um die äußere Form, Um das Benehmen handelte, würde id). es nicht einmal gelten lassen, denn das kann sich jeder selbst sagen, daß and) das Kind aus der schlickstesteu Familie, wenn es „Beuummes" hat, wie die Nassauer jagen, einen gewaltigen Vorzug vor dein unmanierlichen besitzt, das sich gar nicht zu bewegen weiß. Allerdings darf das Benehmen nicht geziert und uniiatürlich sein, sonst ist es lächerlich und fordert den Spott heraus. Aber ein gutes Sichgeben wird immer gefallen und angenehm sein. Aber es handelt fidj ja bei der Erziehung vorzugsweise um den inwendigeu Menschen, den, Charakter. Und da wird mir dock) niemand sagen wollen, wie der sei, könne gleid)gültig sein! —- Und es hat auch jeder die Zeit, sich um seine Kinder zu kümmern. Es ist sehr gut für den Vater, wenn er Stunden, die er sonst im Wirtshaus verbrächte, seinen (Kindern widmet. Und es ist sehr gut für die Mutter, wenn sie einen Teil der Zeit, die sie sonst mit Nachbarinnen verklatscht, auf ihre Kleinen verwendet. Sind der Kinder viele, so ist wohl die Last größer Und die Zeit knapper. Aber da ziehe man die ersten nur gut, die werden die andern schon ziehen helfen. Es ist ein Erfahrungsgesetz, daß sich ein Kind am schwersten zieht. Daß ich als Pfarrer nicht ein besonderes Kapitel über die Religion in der Erziehung schreibe, möchte manchen ver- wnnderlich erfdjeintn. Aber die Religion ist so sehr Privatsack)e, d. h. das Innerlichste und Geheimste, also Herzenssache, daß es nod) schwerer als bei den übrigen Erziehungsmitteln möglich sein wird, hier Regeln aufzustellen. Daß die fromme Mutter mit dem Kinde betet, daß sie ihm biblische Geschichten erzählt, daß sie es auf den freundlichen Heiland und den Vater im Himmel hinweist, versteht sich von selbst. Und daß „Gottes Gegenwart" eine Erziehungsbeihilfe ist, wie wir sie uns gar nicht besser denken können, ist für mich einfach Tatsache. Aber ich bitte so dringend id) kann, Gott nickst zum schwarzen Mann zu machen, ihn nicht für das Kind zum Popanz werden zu lassen, vor dem es sich fürchtet. Je lieber das Kind Gott in seiner kindlich-unverständigen Art hat, um so sicherer können wir sein, daß es einmal zu einem frohen, weltoffenen Christeittum kommen wird, das es brauchen kann! im Leben. Nur. mit dem Kind keine Glaubens? lehren verhandeln, die versteht es nicht. Christliches Leben, zumal das, was ihm seine Umgebung vorlebt, das saßt es auf. Also gilt es .für den, dem Religion Lebenswert ist, vor allem dem Kind die Religion Vorleben im täglichen Tun, im Verkehr mitt den Eignen und Fremden. 668 Vermiseyts«. * Ein Fälschungstrick eines Untersuchungsgefangenen verursacht augenblicklich den Berliner Gerichts- rind Polizeibehörden einiges Kopfzerfrechen. Die Hauptrolle in dieser Komödie spielt laut „Voss. Ztg." der Kaufmann Wilhelm Wiener, der kürzlich/ nach Verübung zahlreicher Schwindeleien, in Hannover verhaftet worden war. Wiener hatte unter anderem zahlreichen Personen unter denr Versprechen, ihnen Hausverwalterstellen zu verschaffen, größere Beträge abgenommen. Ms er die Aufdeckung seiner Schwindeleien fürchten mußte, ergriff er die Flucht, bis ihn in Hannover sein Schicksal ereilte. Er sollte in der vergangenen Woche zu dem vor der Strafkammer des Landgerichts II am Samstag anstehenden Termin nach Berlin übergeführt werden. Es war ihm in Berlin gelangen, sich in den Besitz eines amtlichen Formulars zu setzen, welches er mit einer asts einem anderen Schriftstück herausgeschnittenen Siegelmarke versah. Dieses Formular füllte er wie folgt aus: „König!. Staatsanwaltschaft Hannover. In der Strafsache gegen den Kaufmann Wilhelm Wiener tvird der auf den 11. Oktober angesetzte Termin ausgehoben, die Zeugen und der Angeklagte sind abzustellen. Außerdem ist der Beschuldigte sofort auf freien Fuß zu setzen." Nachdem Wiener in das Moabiter Untersuchungsgefängnis eiugeliefert war, verstand er es, auf den Tisch des Oberinspektors des Untersuchungsgefängnisses das gefälschte Schriftstück niederznlegen. Als der Oberinspektor von dem Inhalt Kenntnis genommen hatte, wurde Anweisung gegeben, Wiener sofort aus der Haft zu entlassen. Als der Streich zur Entdeckung kam, spielte sofort der Telegraph nach allen Himmelsrichtungen. Alle Bemühungen, des Ausreißers wieder habhaft zu werden, sind bisher ohne Erfolg geblieben; wie angenommen wird, hat Wiener längst das Ausland erreicht. * Der Halsausschnitt des jungen M a n n e s. Sophie La Roche, die Freundin Goethes, die, in den strengen Zeremonien des Rokoko aufgewachsen, sich nur langsam in den „Sturm und Drang" einer neuen Zeit fügte, äußert sich einmal besonders entsetzt über die „affreuse neue Mode" der Herren, „die freie Männerbrust" zu zeigen". Und wahrlich! Es bedeutete eine Revolution in der Herrentoilette, als die ungestümen Rous- sean-Jünger und Thranncnfeinde die zarte Schönheit des Spitzenkragens und das feine Gefältel des Jabots rücksichtslos herunterrissen und den bloßen Hals dem Winde darboten. Es scheint, als wolle diese Mode der Sturm- und Drangzcit, die die Freiheitsschwärmer des 19. Jahrhunderts nur vereinzelt nachahmten, nunmehr wieder zu neuem Leben erwachen. Auch wir leben ja in einer Epoche, in der man dem Natürlichen, der freien Körperbewegung und dem Sport huldigt, und wie die jungen Leute den Hut als lästig empfinden, so wollen sic auch den engen Kragen abwerfen und erklären also den „Halsausschnitt" für die letzte Neuheit der Herrenkleidung. Ein französisches Blatt stellt fest, daß man in den Sommerfrischen dieses Jahres gerade bei den elegantesten Jünglingen ein Aufgeben des hohen Kragens konstatieren konnte. Der Kragen der Jacke war zurückgeschlagen und ließ in einem spitzen Ausschnitt ein Stück der Brust frei. Zuerst waren es hauptsächlich Amerikaner, die so auftraten, aber sie fanden bald Nachahmung, und nun hat sich diese Sommermode auch im Herbst lebensfähig erhalten und findet immer mehr Verehrer. * Die vertauschten Rollen. Eine eigenartige und amüsante Sitte erzählt der Forschungsreise C. H. Walker von den zu Christen gewordenen Eingeborenen von Badu auf der Mulgrave-Jnsel. Eine unvermeidliche Bedingung ber jeder Hochzeit ist es, daß der Bräutigam, wenn am Altäre der Bund Heffchloissen wird, jammert und weint. Seine Tränen fließen' wie Bächlein auf der Wiesen; sein Gesicht mutz ganz in Nässe gebadet sein. „Es ist erstaunlich, wie ausgiebig diese Leute weinen können," erzählt Walker. „Die Braut aber darf nicht weinen. Sie muß "vielmehr vor Freude strahlen; alle Hochzeits'gäste schütteln ihr die Hand und sagen ihr die angenehmsten Sachen, während der tränenüberströmte Bräutigam, ein Bild grenzenlosen Jammers, daneben steht und von niemandem beachtet wird." Die Eingeborenen von Badu, die zwar nominell Christen geworden sind, aber noch eine reichliche Menge von Aberglauben aus ihrer Heidenzeit bewährt haben, sind jedenfalls mit dieser eigenartigen Hochzeitssitte höchst originell; bei uns gewöhnlich däs Umgekehrte der Fall. * Der Kuß in Marokko. Menn die Franzosen erst lange genug im Lande geweilt haben werden, wird es ja anders sein, jetzt aber- wird in Marokko zwar viel geküßt, nur nicht in der im Abendlande so überaus beliebten Weise, nämlich nicht- auf den Mund. Bei einer Begegnung ergreift jeder die Rechte des anderen, ohne sie zu drücken und küßt sodann seinen eigenen Zeigefinger. Will man seiner Freude über das Zusammentreffen besonders lebhaften Ausdruck geben, so wiederholt man diese Prozedur sechs- bis achtm!äl. Der Untergebene küßt dem Vorgesetzten, der Niedrige dem Vornehme,r den Saum des' Kleides und', wenn dieser zu Pferde ist, Knie oder Fuß. Ist, der Begrüßte gar din Heiliger, so küßt man auch sein Pferd oder sonst einen ihm gehörigen Gegenstand. Sieht der Vornehme, daß der andere Geld hat und ihm welches schenken will, so reicht er ihm die Hand zum Kuß Und wennler ihn 'gantz besonders! ehren will, so küßt er ihn selbst auf die Stirn. Gleichgestellte küssen sich auch auf die Wangen. Eine Versammlung wird gewöhnlich ohne Abschied verlassen, ist aber ein sehr vornehmer Mann dabei, so küßt man vor dem Gehen. Hand, Knie oder Kleidersanm und entfernt sich dann wortlos. * Der Kongreß der ersolgloscn Erfinder. Wir leben in einem Zellaller- der Kongresse; allein den Ruhm, den eigenartigsten Kongreß in feinen Manern beherbergen zu dürien, dürfte ans absehbare Zeit der Stadt Bukarest vorbehalten bleiben, denn hier versammelt sich im Saale des Athenäums am 80. Oktober der Kongreß der erfolglosen Erfinder. Der Gedanke mutet in, ersten Augenblick ein wenig komisch an, aber die „Romnaine" be- inüht sicb, etivaige Vortirteile der Knltnrivelt zn zerstren-n Dein, der Kongreß hat in der Tat die besten Absichten: er will alle Erfinder, die mit ihren Erfindungen bisher nicht durchgedrungen sind, zu gemeinsainer Beratung und Diskussion vcrsanuneln, ivill die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf manche der Probe werte Erfindungen lenken und zugleich die Mittel rmd Wege beraten, ans denen das nötige Kapital zur Ausführung der bisher verkannten und doch Erwlg verheißenden Erfindungen beschafft werden könnte. Der Chemiker Jliowitoi tvird sein neues Verfahren zur künstlichen Herstellung von Diatnanten vorführen; ein atidcrer Erfinder ivird seine Wasserschube demonstrieren, mit denen man über jebeit Fluß und See gemächlich dahinschreitcn kann; ein kluger Maler kündigt bereits die Erfindung einer Farbe an, die von eitler Höhe von 80 Meter ab Flugzeuge. so gnt ivie völlig tinsichtbar machen soll, kurz, an Ueberraschungen tvird es nicht fehlen. * D i e Rache. „Ich denke. Sie sind mit Machin verfeindet,- und da verlegen Sie seine Gedichte?" „Ja gewiß, gerade deshalb. Ich will mich rächen." Büchertisch. * Neue Hendel - Büche r. In der bekannten „Hendel- Bibliothek" sind ivieder eine Reihe von wertvollen Bänden er- schietien. Anläßlich der Jahrhundertfeier veröffentlichte Otto Kovelke „Das große Jahr der Besreiting 1813" (Preis: geheftet 1,75 Mk., geb. 2,20 Mk.). Bernd v. G u s e ck s Roman „Deutschlands Ehre 1813" (Preis: geheüet 2 Mk., gebunden 2,45 Mk.) verwebt mit den kriegeriichen Ercig- nisseil des Befreillugsjahres eine Familiengeschichte. Des bekannten Volksschriftstellers O. G I a u b r e ch t Hauptwerk „D i e Hei in a t- losen" (Preis: geheftet 1 Mk., gebunden 1,35 Alk.) spielt zur Zeit des Rückzuges der großen Armee. Bon Auerbachs Schwarz- wälder Dorfgeschichten erschienen in schmucker Ausstattung „B a r- füßele" und „Diethelm von B >t ch e n b e r g" (Preis: broschiert je 75 Psg., gebunden je 1,10 Mk.). Die Hendel-Bibliothek bringt ferner Crolys „Der neue Ahasverus" (Preis: broschiert 1,75 Mk., gebunden 2,30 Mk.) und Seillieres „Barbey d'Aurevillh" (Preis: broschiert 1 Mk., gebunden 1,35 Mark). — Die beiden Bücher: „Was unsere Söhne wisse ul müsse n", „W as unsere Töchter wissen sollte n" erscheinen bereits in dritter Auflage (11. bis 16. Tausend). In den sehr zahlreichen, günstigen Besprechungen der beiden Bücher lautet das Urteil von Frauen, Aerzten, Lehrern und Geistlichen! übereinstimmend mit dem, das beim Erscheinen der Bücher Traub in der „Hilfe" ausgesprochen hat: „Eine gute Aufklärung muß währ und warm sein. Ohne Sentimentalität, auch nicht mit zn vielen Gefühlen arbeitend, soll man unmittelbar in die Sache selbst hineinführen, sie in ihrer großen Heiligkeit reden lassen. Die Natur selbst muß auf den natürlichen Menschen ivie eine Offenbarung wirken. Wir können nur sagen, daß uns die ruhige und! nüchterne Art der vorliegenden Schriften diesen Bedürfnissen voll-? ständig gerecht zu werden scheint." Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Versteckrätsels in voriger Nummert Müßiggang ist aller Laster Anfang. Redaktion: K. Neuratb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, N, Lange, Gießen