i W ■H»! rf/EHgyiast 3S1 Dom Pikkolo zum Millionär. Heitere Erzählung voll Harry Nitsch. (NaF^>ruck verboten.) (Fortsetzung.) Das bezeichnete Haus war fest verschlossen. Erich läutete. Nach langem Warten erschien ein Mädchen. Schüchtern zeigte Erich seinen Zettel vor und sagte einige englische Worte, die dem hübschen Kind ein Lächeln entlockten. „Sprechen Sie nur deutsch, ich bin eine Landsmännin", sagte sie lachend. Erich hatte Glück, daß ihm auch jetzt eines der vielen, in London dienenden deutschen Mädchen begegnete. Seine Schüchternheit war mit einem Male verflogen,und er stellte sich dem Mädchen als der für dieses «Boardinghouse neu engagierte Kellner vor. Die Kleine hörte ihn ganz befremdet an, dann erwiderte sie zögernd: „Boardinghouse? Hier wohnt eine sehr vornehme englische Familie. Ein Boardinghouse ist dies nicht. Sie irren sich gewiß in der Adresse." Erich erbleichte und starrte auf seinen Zettel, den er noch in der Hand hielt. „Hier steht ganz richtig: St. Johns Road acht, dies ist doch Nummer acht?" „Allerdings!" Das Mädchen nahm ihm den Zettel aus der Hand und las. „Merkwürdig, sehr merkwürdig. Wo haben Sie denn diesen Zettel her, mein Herr?" Aengstlich erzählte Erich, wie er zu dem Zettel kam. Das Mädchen hörte ihm ruhig zu. Als er geendet hatte, klopfte cs ihm auf die Schulter und sagte bedauernd: „Armer Kerl, da sind Sie tüchtig angeführt worden. Die beiden Menschenfreunde sind zwei ausgetragene Gauner, von denen London ja genug hat." „Aber der eine Herr sah so ehrlich, so vertrauenerweckend aus —" „Das ist ihr Kniff. Ein recht jovial, vertrauenerweckend Aussehender assoziiert sich mit einem zweiten Gauner und dann wird das Geschäft eröffnet. Die Kunden sind die stellenlosen jungen deutschen Kellner, Kaufleute usw., die den heißen Londoner Boden noch nicht kennen und sich willig rupfen lassen. Solche „fliegende Stellenvermittler" gibt es viele in London, ich weiß dies von meinem Bruder, der auch Kellner ist." „Oh Gott, was soll ich tun, es war mein letztes Geld" — Erich blickte das Mädchen ganz verzweifelt an. „Armer Kerl", sagte dieses leise. „Warten Sie mal. Meine Gnädige ist sehr gütig, vielleicht hilft sie Ihnen, wenn ich ihr von Ihrem Unglück erzähle." Hastig huschte das Mädchen in das Haus. Erich lehnte sich an den Türpfosten und blickte verzweifelt zu dem weiß- grauen Himmel empor. Er konnte kaum noch denken, so sehr hatten die Sorgen ihn mitgenommen. Da hörte er leise Schritte. Das Mädchen kehrte zurück, ein freudiges Lächeln auf den Lippen: „Meine Gnädige ist gütig, ich wußte, daß sie Ihnen helfen würde. Hier ist ein Empfehlungsschreiben für Sie an ihre Freundin, Miß Connor, welche gleich hier in der nächsten Querstraße ein sehr feines Boardinghouse besitzt. Vielleicht können Sie dort ankommen, denn Miß Connor braucht mehrere Kellner. Nun, und wenn es nichts ist, dann kommen Sie wieder, ich will sehen, was ich für Sie tun kann, Sia armer Schelm." Freundlich schüttelte sie Erich die Hand. Dieser stand wie int Traum, seine Lippen bewegten sich, doch man hörte keinen Laut. Er starrte noch auf die Haustüre, als diese sich schon längst geschlossen hatte und das hübsche, frische Gesicht des jungen Mädchens verschwunden war. Endlich raffte Erich sich auf. Er strich sich über die Stirne — da fühlte er das zierliche Briefchen in seiner Hand. Es war keitt Traum, eine gütige Fee war erschienen und hatte ihn, von allen Leiden erlöst. Langsam schritt er davon, dem ttahen Ziele zu. Doch zuvor richtete er noch einen warmen Blick inniger Dankbarkeit auf das Haus, ans dem ihm so Gutes widerfuhr. Er sah tiicht, daß hinter einer Gardine int ersten Stock eine ältere Dame stand und ihm mit neugierigen und doch gütigen Blicken folgte. Es war die Gnädige der kleinen Kammerkatze, die sich ihrett jungen Schutzbefohlenen aus der Ferne betrachtete. Miß Connor war eine große, schlanke Dame, die den schüchtern zu ihr aufblickenden Erich um Haupteslänge überragte. Sie sprach ettvas deutsch, vermochte also Erich Sanner selbst auszuforschen. Der schlanke junge Mensch mit dem hübschen, offenen Gesicht gefiel ihr ersichtlich, sie besann sich daher nicht lange, sondern sagte: „Sie? können bleiben, Herr Sanner. Ich brauchen zwar keinen Kellner gerade, aber Sie gefallen mir und will ich versuchen es mit Sie. In einem Mond, item Monat, gehen ein anderer Kellner von mir, Sie können schon heute Ersatz sein für diesen. Seien Sie fleißig und ehrlich, und Sie können lernen viel bei mir." Mit vor Erregung zitternder Stimme dankte Erich der freundlichen Dame, dann suchte er zum letztenmal sein dumpfiges Quartier auf, um seine Sachen zu holen. Alm folgenden Tag begann eine neue Zeit für ihn. So ein Londoner Boardinghouse ist ein Mittelding zwischen Hotel und einer deutschen Pension. Die Bewohner eines solchen Hauses haben wohl eigene kleine Zimmer, der Mittelpunkt aber sind der Speisesaal und die gemeinschaftlichen Gesellschaftszimmer. In dent vornehmen Boardtug- house der Miß Connor gab es außer dem eleganten, großen Speisesalon noch ein kleineres Zimmer, in dem der Lunch eingenommen wurde, sowie ein Salon, ein Spiel- und ein Rauchzimmer. Die Gesellschaft, bereit Bedienung Erich jetzt oblag, war sehr verschiedenartig. Alte Damen, junge Damen, alte Herren, junge Herren, aber alle sehr korrekt, sehr steif und sehr elegant. Bei beit reichhaltigen Diners, die am Abend genommen wurden, ging es fast lautlos zu. Die Damen und Herren unterhielten sich nur im Flüsterton. Erich Sanner 598 wrd feilte Kollegen gingen auf Gummiabsätzen umher, die Hände in weißen, baumwollenen Handschuhen, und brachten die silbernen Platten herbei. Niemand sah es diesen wetßbehandschuhten Händen an, daß sie am Morgen Stiefelbürste, Scheuerbesen und Schrubber handhabten. Auch Erich blieb die Erfahrung aller jungen deutschen Kellner nicht erspart, die nach London kommen und züerst in einem dieser vielen Boardinghouses arbeiten müssen. Der Dienst war schwer, aber er war eine ausgezeichnete Schule. Das vom deutschen so sehr verschiedene englische Service, das Tranchieren der Braten, das dort zumeist der Kellner besorgt, alles das lernt sich in einem Boardinghouse viel leichter wie in einem großen Hotel, das nur geschulte Kräfte gebrauchen kann. Das empfand Erich deutlich, und er unterzog sich daher gern und willig den mancherlei Schmutzarbeiten, welche die gutmütigen deutschen Kellner lich haben aufbürden lassen. Sein Gehalt war nur sehr gering, größer dagegen die Möglichkeit, in die Geheimnisse der englischen Sprache einzudringen. Köchin, Stubenmädchen und Boy machten sich ein Vergnügen daraus, Erich die deutsche Sprache ab- und die englische anzugewöhnen., Erich hatte sich vorgenommen, so lange bei Miß Eonnor auszuhalten, bis er die englische Sprache vollkommen beherrschte. Bei seinem eisernen Fleiß war er schon nach einem halben Jahr so weit. Auch in seinem Beruf hatte er sich so vervollkommnet, daß er von seinen englischen Kollegen kannr noch zu unterscheiden war. Mit Wehmut schied er von der Stätte, die er trotz der schweren Arbeit lieb gewonnen hatte. Denn sie bot ihm ja Schutz und Obdach, als er der Verzweiflung nahe war. Mit Trauer schied er auch von Fräulein Wagner,, der hübschen Kammerkatze, die sich vor einem halben Jahr seiner so edelmütig annahm. In seinen freien Stuiideu hatte Erich das junge Mädchen immer aufgesucht und oft waren sie dann zusammen spazieren gegangen. Fräulein Wagner war dem jungen Menschen sehr zugetan, sie erzählte ihm gern von ihrem in Deutschland lebenden Bräutigam, und Erich war ein so geduldiger Zuhörer. Erich hatte Glück. Er trat in „De Keysers Royal Hotel" ein, ein Haus, in dem angestellt gewesen zu sein, damals eine Empfehlung bedeutete. Der alte Polydore De Keyser war ein echter Selfmademan; er hat als Kellner, von der Pike auf gedient, brachte es zum Hotelier und als solcher zu einem Weltruf und wurde sogar Lordmayor von London. Erichs Vorgesetzte waren außerordentlich zufrieden mit dem jungen Menschen, der zwar etwas scheu und ernst war und sich von seinen Kollegen und bereit Zerstreuungen zu- rückzog, dafür aber seinen Dienst mit peinlicher Gewissenhaftigkeit versah. Erich Sanner hatte es nach dreiviertel Jahren im „Roval" bereits dahin gebracht, daß einzelne Gäste sich nur von ihm bedienen lassen wollten, weil sie au dem treuherzigen, bescheidenen Burschen mit den lebhaften, klugen Augen Gefallen fanden. Vyn seinen Kollegen mußte er sich manche Neckerei gefallen lassen; er hatte den Spitznamen „Die Jungfrau" erhalten, weil er dem weiblichen Geschlecht ängstlich Ms dem Wege ging und in seinen freien Stunden lieber hinter seinen Büchern saß oder ins Freie hinauswanderte, als daß er mit den ihn offen und verstohlen anlächelnden Zim- jnerinädchen und Zofen der Hotelgäste schäkerte. Ein volles Jahr blieb Erich noch in der Riesenmetropole. Es fehlte ihm nicht an Versuchungen, denen die jungen Leute auf dem heißen Londoner Boden vielfach ausgesetzt ind. Die Frauen streckten lockend ihre Arme nach ihm aus; >er Teufel des Spiels und der Sportwetten, der schon so viele unge Kellner in London an den Rand des Abgrunds brachte, uchte auch ihn zu umgarnen. Doch Erich widerstand tapfer. Er lernte fleißig und arbeitete an sich und der Vertiefung! seiner fachlichen und allgemeinen Kenntnisse. Dann begann für Erich Sanner das unftüte Wanderleben, das alle seine Kollegen in jüngeren Jahren führen. Im Winter arbeitete er an der Riviera, in Nizza, Eanues und Monte Carlo, einen Winter war er in Cairo, im weltberühmten Shepheards Hotel. Wenn die Frühlingsstürme durchs Land brausten, zog Erich wieder nördlich, in die Schweiz, nach Süddeutschland, an die Nordsee. Er reifte ttiit offenen Augen und lernte überall. Und überall war er gleich beliebt und überall wunderte man sich über feine Zurückgezogenheit gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Dies fiel um so wehr auf, als der Verkehr der beiden Geschlechter nftteinänder im Hotel ein viel freierer ist, weil die Verhältnisse dem so großen Vorschub leisten. Erich erlebte es noch oft, daß ein hoffnungsvoller junger Kollege sich in seinen besten Lernjahren die Flügel freiwillig beschnitt und die Geliebte heiratete. Erich sah auch oft genug, was daraus entstand: Fast immer Unglück für beide. Dann empfand Erich im Herzen stets eine warme Dankbarkeit für die verschollene Hedwig Gassen, deren Liebe und Großmut ihn vor diesem Schicksal bewahrt hatte. * Sechs Jahre waren seitdem vergangen. Im „Grand Eden-Hotel" in Baden-Baden herrschte große Aufregung. Die Gäste steckten in den Salons die Köpfe zusammen, die Angestellten auf den Gängen und Korridoren. „Ob er ihn wirklich genommen hat?" sagte ein kleiner, blonder Kellner zu dem neben ihm stehenden älteren Kollegen. „Unsinn. Ich arbeite jetzt fünfzehn Jahre in den feinsten Hotels, und noch niemals habe ich davon gehört, daß ein Kollege unehrlich gewesen ist. Ein Hotelkellner stiehlt nicht." „Wo ist er dann aber geblieben? Madame Pinedo behauptet fest, den Schmuck in die Kassette eingeschlossen und diese darauf dem Sekretär übergeben zu haben. Sanner hat sie dann in den Tresor eingeschlossen. Außer ihm hat nur noch der Patron die Schlüssel zu dem Schrank. Also--" „Haben Sie dabei gestanden, wie Madame Pinedo die Juwelen in die Kassette einschloß?" „Nee, d'as nicht. Aber wenn eine so feine Dame es sagt „Sie sollten auch lieber zu Ihren Kollegen halten, Sie Kickindiewelt", rief der Aeltere so laut, daß der kleine blonde Zimmerkellner ganz erschreckt zusammenfuhr. „Diese feinen Damen haben schon ganz andere Sachen behauptet und^rach- her war es nicht wahr. Arbeiten Sie erst mal fünfzehn Jahre lang in ersten Hotels —" ■ Ein Klingelzeichen brachte Leben in die Gruppen. Alles stob auseinander, der kleine Blonde war mit einigen Sätzen in seiner oberen Etage, der Aeltere eilte in sein Office. Währenddem stand Erich Sanner, der Sekretär be§' „Grand Eden-Hotel", im Bureau vor feinem Chef, einer sehr distinguierten fremden Dame und einem Polizeibeamteir in Zivil. Erichs Gesicht war blaß, aber ruhig. Er war groß und stattlich geworden, ein flotter dunkler Schnurrbart zierte seine Oberlippe. Kein Mensch hätte in diesem eleganten, so sicher auftretenden Herrn den einstigen schüchternen Pikkolo vom „Schwan" in Frohwinkel wieder erkannt. Nur die Augen waren dieselben geblieben, die klugen, treuen, gläu-z zendeu braunen Augen. „Sie behaupten, daß Sie die Kassette nicht wieder in die Hand genommen haben, nachdem Sie sie von der Dame erhalten und in den Geldschrank geschlossen hatten?" fragte der Kommissar den Sekretär. „Nein, ich habe dieses Fach gar nicht wieder geöffnet. Wenn die Juwelen wirklich gestohlen sind, so muß dies schon früher erfolgt sein. Das Schloß der Kassette ist ja auch vollständig intakt, wie Sie sich selbst überzeugten." „Allerdings, Herr Sanner, aber dies würde ja nichts beweifen." Er wandte sich an die Dame, die nervös dabei stand und an ihrer Uhrkette spielte: , „Sie bleiben fest bei Ihrer Behauptung, gnädige Frau, daß Sie die wertvollen Schmucksachen selbst in die Kassette legten, bevor Sie sie dem Sekretär, Herrn Sanner, über-. gaben?" c Der Hotelier übersetzte die Frage ins Französische, bentt bie Fremde verstand außer ihrer spanischen Muttersprache nur Französisch. m £_ „Gewiß, mein Herr, ich kann es beschworen", erwidert« „Zu dem Schrank kann außer Ihnen und Herrn Sanner niemand, Herr Leider?" fragte der Kommissar nun den ^)otclt6r. „Nein. Es existieren nur zwei Schlüssel. Den einen habe ich, er kommt nie von meinem Bund, den ich stets bei mir trage, den anderen hat Herr Sanner." Der Kommissar zuckte bedauernd die Achseln: fs „Es tut mir leid, Herr Sanner, ich muß Sie verhaften. Ich will Ihnen nur wünschen, daß die Juwelen sich recht batd wiederfinden, jetzt muß ich' aber meine herbe Pflicht erfüllen." - Erich zuckte zusammen, doch schnell faßte er sich wieder« „Wenn es Ihre Pflicht ist, stehe ich zn Ihrer Ver-, fügung. Ich bin unschuldig und muß mein Geschick mit Ers gebung tragen." (Schluß folgt.) j — 5SS — Nr. 275. y Humoreske von Alwi n Römer (Dresden). In der „Feierabendpost" hatte eine Anzeige gestanden : ,^Wit- Sier, Rentier, Kirchenrat, Mitte der Vierzig, sucht für die Leitung es Haushalrs und die Erziehung seiner Kinder älteres wirtschaftliches Fräulein selbstlosen, sanften Charakters. Bei soliden, an- spruchsloien Lebensgewohnheiten angenehme Altersversorgung. Offerten usw. usw," „Ich würde mich entschieden melden, Natalie!" riet Theobald Molkenbecher seiner Schwester, die mit einem säuerlichen Gesicht tunb zusammengekniffenen Lippen auf dem alten Ripssofa fcrjj lind hüt spitzen Fingern an einem zwecklosen Viereck von schreckhaften Dimensionen herumhäkelte. Er hatte nämlich die Absicht, sich demnächst noch, etwas verspätet, in den heiligen Ehestand zu beheben und fürchtete, daß seine altjungferlich^eigenwillige Schwester seiner jungen Frau die Herrschaft im Haushalt nicht ganz freiwillig abtreten würde. Und Natalie, die die Hoffnung auf einen . herbstlichen Licbestraum noch immer nicht ganz aufgegeben hatte, Und „Frau Kirchenrat" ftir eine ganz passable Anrede hielt, fetzte sich zurecht und schrieb. Und nun hatte sie sich in ihr Schwarzseidenes' geworfen, das einen fast zu würdigen Eindruck machte, den Hut mit der großen Straußenfeder auf die gut unterlegte kleidsame Frisur gesetzt und den Zug nach Herrlingstadt bestiegen, um sich dem zu erobernden Witwer, Mitte vierzig, vorzustellen. Der Zustrom zu Bädern und Sommerfrischen war schon im Gange; deshalb war es nicht leicht, in dem V-Zuge einen Platz nach Wunsch zu finden. Die Abteile für Frauen zeigten sich in allen Fensterplätzen vergeben, nnd auf einen anderen reflektierte Natalie Molkcnbccher natürlich nicht. Schließlich entdeckte sie in einem Nichtraucherknpee einen merkwürdigerweise sreigebliebenen .Ecksitz an der großen Außenscheibe. Zwar bedeutete ihr einer der Insassen, daß auch dieser Platz schon belegt sei. Der Herr weile augenblicklich nur im Speisewagen, Indes kehrte sic sich nicht daran. Es wird schon ein Kavalier fein, der dich nicht nötigen wird, aufzustehen, wenn er wirklich vor Herrlingstadt aus dem Speisewagen zurückkehren würde, dachte sie optimistisch. Selbstherrlich machte sie cs sich bequem, verstaute ihre Tasche im Netz, schob die Zeitungen des Abwesenden ein Stück weiter und musterte mit vornehmer Ueberlegeuheit die Kupeegefährten. Bei der nächsten Station drängten sich, noch zwei reiselustige Gesellen in das Abteil trotz aller feindseligen Blicke, mit denen sie die Unverschämten spickte. Und gleich danach tauchte auch der Schlemmer auf, der das teure Diner heruntergegessen hatte Und sich wohl gar ein Mittagsschläfchen leisten wollte — auf ihrem Eckplätze! Nun, das würde er sich hoffentlich vergehen lassen, wenn er sah, daß jemand auf diesem Platze saß, dem man zart entgegen zu kommen hatte. Aber sic hatte sich bitter getäuscht. Es war kein Kavalier. Trotz seines eleganten Aeußeren, trotz der dicken goldenen Uhrkette Imb dem Brillantring am kleinen Finger. „Ich glaube, meine Gnädigste, Sie sitzen auf meinem Platz!" sagte er nach einem kurzen Rundblick. „Wenn Sie die Güte hätten . r .?" Und dabei machte er eine Handbcwegüng, die seine Uufforde- pung ohne jedes Mitgefühl ergänzte. ' „Der Platz war frei!" entgegnete sie harthörig und rückte sich zurecht, als wenn sie ihn für das nächste Jahrzehnt ganz -gewiß nicht aufgeben würde. „Bitte, hier ist meine Platzkarte!" sagte er kühl, und als sie noch immer nicht Miene machte, zu rücken, ries er sich den Schaffner. ■. 1 Natürlich hörte da aller Widerstand auf, obgleich sie gereizt war wie ein gehänselter Papagei. Eigentlich wollte sie sich ein anderes Kupee suchen. Aber das hätte wie Flucht ausgesehen vor diesem Banausen, der sich in seinem bequemen Eckplatz räkelte Und seinem Gegenüber die Speisenfolge mitteilte, ftir die er soeben 7,nur" drei Mark zu erlegen gehabt hätte. Nein, sie blieb. Selbst als er weiter renommierte, daß auch der Sekt durchaus solide notiert sei und dabei mit einem Chäm- . Lagnerpfropfen spielte, den er aus seiner Jackettasche selbstgefällig hervorgekramt hatte. v Das war doch wirklich nur zum Belächeln. „Ich sammle diese Dinger schon seit Jahren!" erklärte er vergnügt dabei. „In meinem Zimmer habe ich eine Erkerportiere. Da kommen sie sozusagen als Fransen dran. Sieht famos aus und beweist,,wie man gelebt hat! Das ist Nummer 275! Alle kann man sie ja nicht mitnehmcn. Sonst wären's schon ein ganz Teil mehr!" Der andere machte ein sehr respektvolles Gesicht. Er war Offenbar in einer weniger einträglichen Stellung und beneidete den Genüßling uw> seine Renommier-Portiere sehr. * Fräulein Molkenbecher schürzte die Lippen voll Verachtung Und schloß die Augen. Der ungalante Nachbar musterte sie währenddessen nicht gerade wohlwollend. »Hören Sie mal, Fräulein, sagte er plötzlich, ..nehmen Sie Ural Ihre Hutnadel aus dem Haar, so lange Sie hier drin Wen! Das Ist lebensgefährlich. Und zwee Dogen habe ich bloß!" Da fuhr sie auf wie eine beleidigte Königin. „Belästigen Sie mich nicht, mein Herr? Meine HUtnadel geht Sie gar nichts an!" zischte sie wütend. „Es steht aber im Eisenbahnreglcmcnt, daß . . ." „Wollen Sie nicht wieder den Schaffner rufen?" unterbrach sie ihn höhnisch. Andere mischten sich in den Streit: Der Herr habe recht. Es sei wirklich verboten, die langen Hutnadeln ohne Sicherung zu tragen. Sie blieb hartnäckig und ließ sich nicht belehren. Daun verstummte die Debatte. Der Störenfried mochte es wohl selbst für kindisch halten, den Schaffner schon wieder zu zitieren. Sie schloß die Augen von neuem. Und der Zug sang int Rollen seine eintönige Melodie weiter. Es war kein Wunder, daß aus dem erheuchelten Schlaf langsam ein echter wurde. Plötzlich weckte sie ein heftiger Ruck. Die Lokomotive pfiff wie besessen. Die Schaffner schrien: „Herrlingstadt". Sie schrak empor und merkte mit einiger Beklemmung, daß sie ihrem verabscheuten Widerpart im Schlummern etwas zu nahe gerückt war und ihn mit ihrem Hutrände zweifellos belästigt haben mußte. ’ Aber wenn sie auch die Msicht gehabt hätte, ihm ein Wort der Entschuldigung zu gönnen: es mangelte dazu wirklich an Seit. Sie mußte sich beeilen, aus'zusteigen, wenn sie nicht eine Station weiter mitgenommen werden wollte. Hastig griff sie nach ihrem Reisegepäck und verließ, ohne von den Insassen des Kupees noch Notiz- zti nehmen, hoheitsvoll den Zug. Daß man ein wenig ironisch hinter ihr drein lachte, glaubte sie noch zu hören. Aber sie warf den Kopf zurück. Was gingen die Banausen sie an? Ordentlich stolz kam sie sich vor, in der Hutnadelfrage so unverbindlich wie möglich gewesen zu fein. In diesem einen Pnnkte hatte sic sich wenigstens nicht unterkriegen lassen. Und das erfüllte sie mit stolzer Genugtuung, wenn sie auch den Eckplatz hatte räumen müssen! . - 1 Eine Viertelstunde später zog sie die Glocke an der Gartenpforte einer sehr verlockenden Villa, die dem Rentier und Kirchenrat gehörte. Freudig klopfte ihr das Herz beim Anblick dieser behaglichen Stätte. Hier blieb sie. Das war ausgemacht'. Hier legte sic den Grundstein zu einem späten, aber um so gediegeneren Eheglück. Sie wollte den wackeren Witwer schon bezaubern! Mit ihrer sanftesten Miene, ihrem bescheidensten Gebaren, ihren artigsten Worten, trat sie vor ihn hin. Er war auch anfänglich von ihrem zur Schau getragenen Wesen recht angenehm berührt, besprach die verschiedensten Wirtschasts- und Erzichuugs- angclegcnheitcn, erkundigte sich nach ihren Gehaltsansprüchen und fand sie akzeptabel, bis er plötzlich ganz, deutlich einem iHv unbtz- greiflichen Gegcneinsluß unterlag, nachdem er eine ganze Weile erst verblüfft, nachher mit einem stillen Mißbilligen in der Miene, auf ihren Hut gestarrt hatte . Ziemlich reserviert bekam sie ihren Abschied. El würde ihr schreiben, wenn sich das Engagement einer schon vor ihv^dage- wesenen, sehr gut empfohlenen Dame etwa zerschlagen solle/ Sein Gesicht hellte sich nicht wieder auf, obwohl er sie bis an die Gartenpforte geleitete. Es behielt den seltsamen Ausdruck leisen Befremdens, zurückgehälteuer Mißbilligung. , - „Du hättest dir doch eine Schutzhülse für deine alberne Hutnadel kaufen sollen!" kalkulierte sie in ärgerlicher Beklommenheit. „Vielleicht hat er Anstoß an der herausragenden Spitze genommen! Männer sind ja so unberechenbar! Oder ob ihm die Straußenfeder zu flott erschienen ist? . . . Jedenfalls war cs ein eingebildeter alter Philister, der es gar nicht verdient, daß man sich ftir ihn opfert!" Dennoch fuhr sie mit einer nagenden Enttäuschung im Herzen heim. Nicht einmal eine Tasse Kaffee als Erfrischung gönnte sie sich in Herrlingstadt, das in ihren Augen tief gesunken erschien und fortan nur noch als „ganz trostloses Nest" verächtliche Erwähnung fand. Als sie daheim die Wohnung betrat, erhob sich ehr Bruder gespannt von seinem Schreibtisch, an dem er gerade, wieder eine Epistel verfaßte. Einen Liebesbrief natürlich cm das junge Gänschen, mit dem sie künftig hier nm die Herrschaft zu bringen haben würde. Ihr Groll wurde durch die Beobachtung nicht geringer. 1 „Na," erkundigte sich Theobald, die Schwester eindringlich musternd, „dn scheinst Glück gehabt zu haben? Ist er ein netter Mensch, dieser Kirchenrat?" , , ■ „Ein Idiot ist er! Ein bornierter Affe, der mir im Mondschein begegnen kann! Schade um das schöne Bahngeld!" wetterte sie. , „So so! . . . Und ich dachte, weil du so vergnügt uusi- sahest . ■ „Ich? Vergnügt? Du bist wohl nicht gescheit?" rief sie,- immer wütender werdend. , „Aber reg’ dich doch nicht auf, Natalie! Es machte wirklich den Eindruck. Dein fideler Hutnadelschutz läßt alles' andere ehdr vermuten, als daß du verärgert zurückkommst!" „Mein — fideler — tzutnadelfchutz?" jappste sie entsetzt und fuhr sofort mit beiden Händen zum Kops hinauf, um des ungeahnten Schmuckes habhaft zu werden. Und da hatte sie dann die Bescherung Und wußte plötzlich; weshalb der Herr Kirchenrat auf einmal so kalt und reserviert 'geworden war, nachdem er sie eigentlich schon halb und halb 600 engagier! hatte, und von ihr auf seine Heiratsmöglichkeit Nicht iinniinftin cibtCTfici't toorbctt ivciv. . , x - 9" (n ihrer Hutnadelspitze steckte namlrch ein ziemlich ümlaug- reiches, knolliges Etwas, das sich bei zprnbebender Betrachtung als ein schöner goldköpfiger Ehampagnerpfropfcn mit dem Kvrk- brand „Henckel" darauf erwies. , An diesem „Henckel" hatte der Korb gesesten, den der ,Herr Kirchenrat ihr abschwcnkend gegeben. Denn „ein ivirtichaftliches Fräulein, sanften, selbstlosen Charakters, Mit foliden, anipruchs- losen Lebensgewohnheiten" sichert ihre Hutnadel natürlich nun und nimmer mit Sektstöpseln ... ,, „So eine Gemeinheit!" entrang es sich voll? Entrüstung ihren verkniffenen Lippen, und ingrimmig schleudert sie den ^7ö Beweis des Wohllebens eines Menschen m die Ecke, der ihr fortan als der Inbegriff aller Selbstsucht, Bosheit und Protzerei galt und dessen Namen und Adresse sie nur leider nicht kannte, um ihm ihre Ansicht über seine herrlichen Charaktereigenfchaften fchrifr- lich geben zu können... , ,..... - ,, Aber bei ihrem nächsten Ausgang kaufte iie «ich doch eine neue Schutzhülle für ihre Hutnadel! Valzae-Rnerdoten. In der ganzen Pracht seiner gesunden Sinnlichkeit und seiner Gewaltigen Phantasie erscheint Balzac in den Geschichten, die .Arthur Schurig im diesjährigen, demnächst erscheinenden ^nsel- Almanach dem alten Freunde und Vertrauten des Dichters Leo Gozlan nachevzählt. — Beim Essen zeigte er das remste Behagen. Die Krawatte abgetan, das Hemd am Hal- geöffnet, das Obstmesser in der Rechten, hin und toteber Was,er trinkend: so saß er am Tisch, zerteilte sich eine riesige Butterbirne, lachte Und — ich hätte beinahe gesagt — plauderte. Rem, Balzac redete beim Essen nicht viel. Er ließ die andern sprechen. Dann und wann lachte er, zumeist vor sich hin; manchmal aber platzte er los wie eine Granate, wenn ihm das Gespräch gefiel. C- konnte noch so gepfeffert sein: ihm war es Nie zu toll. Der |o geistvolle Dichter war immer bereit, sich durch den unbedeutendsten, stumpfsinnigsten Kalauer zur herzlichsten Heiterkeit verführen zu lassen, zumal wenn ihn die Laune gebar, die feine Weine hcräuf- beschworen hatten. Sein Weinkeller war exquisit, und er liebte die Geister, die sie lockten. Bei Balzac luurbc wacker gezecht; mitunter allzu wacker. Wenn einem auch gerade kein Glas an den Kopf flog, so ging es doch dabei manchmal hoch her, oft auch recht seltsam. Balzac wußte dann wunderbar zu erzählen. Eines Abends sprach er von der Insel Java Und schilderte uns ihre Landschaft, ihre Pracht, ihre Tücken, ihre schrecklichen Krankheiten, ihre Ungeheuerlichkeiten, ihre Wunder — mit einer Gründlichkeit, in so bunten Farben, mit derartiger. Greifbarkeit und Naturtreue, daß ich seine merkwürdige Intuition nie vergessen werde. Er war nie in jenen Ländern. Nach Tisch gab es Kaffee auf der Terrasse, angesichts des stillen Gartens. Balzacs Kaffee hätte eigentlich sprichwörtlich werden müssen! Ich glaube, die Sultane in Tausendundeiner-Nacht haben keinen 'köstlicheren getrunken. Welche Farbe, welches feine Aroma! Der Dichter bereitete ihn persönlich, zum mindesten beaufsichtigte er in persona die Zubereitung. Sein Rezept war grundgelehrt, raffiniert, göttlich — wie der Geist Balzacs! Die dazu nötige Mischung bestand aus drei Sorten: Bourbon, Martinique, Mokka. Den Bourbon kaufte er in der (damaligen) Rue du Montblanc, den Martinique in der Rue des Vieilles-Audriettes und den Mokka im Faubourg St. Germain in der Universitätsstraße. Ich weiß nicht mehr, in welchen Geschäften, obgleich ich Balzac, mehr als einmal zu seinem UM hochgewichtigen Kaffee-Einkauf begleitet habe. Es kam ihm dabei gar nicht darauf an, die halbe Stadt zu durchlaufen. „Guter Kaffee ist ein Paar müde Beine schon wert!" tröstete er mich in seiner gutmütigen Art, iuenit ich einmal über den weiten Weg räsonierte. Er hatte ja recht: sein Kaffee war unübertrefflich. Sein Tee übrigens auch. Nur wirklichen Kennern wurde er an festlichen Tagen vorgesetzt. Dann brachte Balzac die große Kamschatkadose herein, in der er ein- geschreint wie eine Reliquie, und immer wieder, zu neuer Freude für ihn Und für uns, trug er die Geschichte dieses berühmten G o l d t e e s vor. Die Sonne bringt ihn zur Reife — so lautete seine Erzählung — eigentlich einzig und allein für den Herrscher im Reiche der Mitte. Mandarinen der ersten Hofrangordnung erfreuen sich des Privilegs, die Felder, darauf er wächst, zu pflegen, zu begießen, zu hüten — einer enormen Auszeichnung, mit der man nur durch hohe Geburt begnadet werden kann. Jungfräuliche Mädchen pflücken den Tee vor Sonnenaufgang und tragen ihn unter Hymnen zur Majestät. Diese wundervolle Sorte gedeiht nur in,einer einzigen Provinz, angesichts einer der bizarrsten Landschaften der Erde. Die ganze, seit Jahrtausenden im Gerüche der Heiligkeit stehende Gegend ist Privatbesitz des Kaisers, rind der dort geerntete Tee ist nur für ihn und die ältesten Prinzen. Aus ganz besonderer Huld, zum Zeichen besonderer Zuneigung, geschieht es alle sieben Jahre, daß der Kaiser durch eine besondere Karawane einige Kisten von diesem Tee an Seine Majestät den Zaren nach Moskau schickt. Durch einest! Favoriten des Beherrschers aller Reußen kam Balzac in den Besitz einer kleinen Quantität dieser Kostbarkeit. Die letzte Sendung, gerade die, von der des Dichters Anteil stammte, hatte die russische Hauptstadt nur unter den größten Schwierigkeiten erreicht. Men- schenblut klebte an den Kisten. Verwegene Wüstenräuber hatten die kaiserliche Karawane bei ihrem Zuge durch die Einöden des asiatischen Hochlandes während eines Schneesturmes angegriffen. Es ward gekämpft um Tod und Leben. . . Wer drei Tassen vvir diesem Goldtee tränke, würde auf einem Auge blind; wer aber sieben Tasse wage, auf allen beiden. Als' sich einer der Gäste einmal einen gelinden Zweifel an dieser Behauptung erlaubte, war der Dichter entrüstet: „Soll ich Sie durch den Tatbeweis Überzeugen, Berehrtester? Ein Auge will ich schon riskierens" Uebrigens verbrachte Balzac selten einen ganzen Abend mit seinen Gästen. Meist ging er gleich nach Tisch zu Bett, um zur Mitternacht wieder aufzustehen und in der Ruhe der Nacht bis zum Hellen Morgen zu arbeiten. Selbst auf seinen Spaziergängen war er..tätig, phantasierend und grübelnd. Oft passierte es ihm, daß er in der Hausjacke, in Pantoffeln und ohne Hut in frühester Morgenstunde auf der Place du Carrousel stand. Er brauchte zu einem Romankapitel eine landschaftliche Szenerie: Wälder, .Wiesen, Felder, einen stillen Winkel. Im Halbtraume kletterte er auf das Verdeck des Versailler Omnibus und fuhr ins Freie hinaus. Ein Billett nahm er übrigens nicht, aus dem einfachen Grunde, weil er ohne einen Groschen von zu Hause weggegangen war. Kein Mensch verübelte es ihm. Die Kondukteure kannten ihn allesamt, den „Herrn von Balzac", als einen Gemütsmenschen, der niemals Geld bei sich hatte, ebensowenig eine Uhr. verkmischtes. "Lagerist. Es möge» ganz tüchtige Leute feiu, die Angehörigen des weitverbreiteten Geschlechtes der Lageristen, aber einen schönen Titel haben sie nicht. Es gibt ja zwar auch noch allerhand andere -isten, in Darmstadt z. B. heisst der Leiter des Glockenspiels „H o f g lo ck e n i st', imb in Oesterreich sollen gar die Beantleit, die die Lampen zu bedienen haben, La in pisten heißen, aber zu tadeln sind die Bildungen alle. Doch wie soll man sich beim Helsen mit unserer armen deutschen Sprache? Run, für den „Lageristen" gibt das Verdeulschnngsbuch „Der Handel", das kürzlich in vierter, sehr vermehrter Auslage erschiene» ist, nicht weniger als sieben treffliche deutsche Ausdrücke, alle je nachdein viel bezeichnender als das törichte „Lagerist". Da heißt es: Lagerverwalter, Lagervorsteher, Lqgerwärt, Lagergehilfe, Lagerdiener, Lagersührer und endlich Lagermann. Ist das noch nicht genug? Und so bietet dieses Büchlein, das für 80 Pfennig durch den Verlag des Sprachvereins (F. Berggold in Berlin NW. 30, Nollendorf- straße 12 und 13) zu beziehen ist, für zahllose Fremdwörter der Handelssprache eine Fülle von trefflichen Verdeutschungen. Der Herausgeber, Dr. Georg Bender in München, der seit 25 Jahren als Kaufmann tätig ist, hat im Verein mit neun kaufmännischen und gelehrten Beratern ein Werk geschaffen, das allen Kausmanns- kreisen aiüs ivärmste empsohlen werben kann. Möchte da? sreu- dige Streben nach Sprachreinheit und D e u t s ch b e iv u ß t s e i n, für das seit Jahren mit dem Sprachverein so manche Handels- Verbände in die Schranken treten, überall im deutsche!: Kausmanns- stande Nachfolger finden! Gitter-Rätsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a, eeeeeec, g g g, i i, n n n n, o o, r r r r, s s s s, ttttttttttt, uauu derart einzutrage», daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Raubtier mit kostbarem Pelzwerk. 2. Deutsche Residenzstadt. 3. Symbole einer Vereinigung. !y...... • ’ ! , .Auflösung in nächster Nummer. r •' • ———' , Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer: ABC b r 1 e a u A b e n s berg Bras i 1 i e n Club local eie r e a g n 1 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Universitäts-Buch» und Steindruckerei, N. Lange, Gießen,