Samstag, den 25. Januar irr V-,' I I Bon Frühling ?u Frühling. Roman von Erich Eb enstein, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Herr von Montelli! Sie?" Es klang etwas wie Enttäuschung hinein in die Wieder- sehensfrende. „Ja, wie kommen Sie denn nach Brioni?" „Per Torpedo. Es ist dit Glück, wenn man hier und da zu rechter Zeit auf -einen Freund stößt. Diesmal hatte ich dies Glück! Aber ich -glaube, ich wäre lieber durch dieses verdammte Meer geschwommen, als heute nicht ge- koinmcn. Haben Sie meinen Brief aus Triest erhalten?" „Wir sind seit vier Tagen ohne Post. Ueberhaupt von der Welt abgeschnitten." „O!" Eine ärgerliche Falte bildete sich auf seiner Stirn. „Dann wissen Sie auch nicht, weshalb ich Fant; und ich muß nun mündlich von Anfang beginnen." Er brach ab, ohne indes den Blick von ihr zu wenden. Meta^wurde plötzlich rot bis unter die Haarwurzeln. Sie brauchte nur zu lesen, was ihr ans seinen schwarzen Augen entgegenleuchtete, nm zu wissen, was Montelli hergetrieben hatte. Sie erschrak. Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen. Seine teilnehmende Freundschaft — die häufigen Briefe r— das Interesse für Konradchen. Und heute war der erste Jahrestag ihrer Witwenschaft. All das fuhr ihr blitzartig durch den Kopf. Dann sagte sie etwas ungeschickt: „Wie wird sich Fräulein Olga freuen... lind Konradchen —" „Und Sie, Frau Meta?" Noch tiefer tauchte sein Blick in den ihren. „Auch ... selbstverständlich. Aber Sie haben es recht ungünstig getroffen auf Brioni! Der Kurort ist erst im Werdeit — man hat nicht genügende Verbindungen und so setzt ilns so ein andauerndes Unwetter schon in Proviantverlegenheit. Ich fürchte, Sie werden nicht sehr zufrieden sein." Meta hatte hastig gesprochen. Montelli lächelte. „O, als ehemaliger Soldat bin ich an alles gewöhnt. Wir wollen eine Boivle brauen und Weihnacht feiern, wenn Sie niich nur nicht fortschicken, dann ist alles gut!" „Ich will Olga rufen," murmelte Meta unsicher unter seinem forschenden Blick, „und das Kirid. Sie werden staunen, wie es sich entwickelt hat! Seit acht Tagen kann es schon allein aufrecht stehen." Währerrd sie langsam an Montellis Seite dem Ausgang zuschritt, folgten ihr die bewundernden Blicke von sechs Augeirpaaren. Die Offiziere hatten es sich an einem Eck- tisch bequem gemacht und machten Herrn Remus mit ihren Wünschen bekannt. „Sapristi," murmelte Hauptmamt Dunker. „Welche Schönheit! Run begreife ich freilich, darum Montelli durchaus mit nach Brioni wollte, nachdem -er uns den Gedanken, Weihnacht hier zu feiern, förmlich suggeriert hatte!" „Ich hoffe nur, -er macht lins mit der Dame bekannt!" setzte Oberleutnant Salzer hinzu, „und behält sie nicht für sich -allein!" _ Mit einem wahren Sturm von Fragen wurde Montelli bestürmt, als -er eine halbe Stunde später den. Saal allein wieder betrat. Er hüllte sich in geheimnisvolle Andeutungen, nannte bloß Metas Namen und ließ durchblicken, daß sein Besuch bei ihr einen bestimmten Zweck habe, über den zu sprechen vorläufig verfrüht wäre. Die Herren verstanden und fragten nicht weiter. Seit langer Zeit machte Meta wieder einmal sorgfältig Toilette zum Diner. Sie tat es halb unbewußt, ohne sich weiter Rechenschaft darüber zu geben. Olga Ländeke, die sich ebenfalls herausvußte, berichtete -ganz aufgeregt, wie unten alles drunter und drüber ginge, tote fröhlich die Offiziere seien und tote hübsch der heilige Slbeud durch ihr Kommen nun verkaufen werde. „Es wav doch über die Maßen trübselig in der letzten Zeit hier!" setzte sie hinzu. Meta erwiderte nichts. Anfangs war ein flüchtiges Bedauern in ihr aufgestiegen, daß die friedliche Idylle nun unerwartet ein Ende gefunden habe. Aber allmählich schlug ihre Stimmung ins Gegenteil um. Ihr -ganzes Leben in der letzten Zeit kam ihr plötzlich unnatürlich vor. War sie nicht jung? Hatte sie nicht Rechte an das Leben und dieses an sie? Olga hatte wirklich recht — trübselig war es gewesen .' . . einschläfernd, dieses völlig abgeschiedene Leben .hier. . . . Beim Diner machte Montelli die beiden Damen mit den Offizieren bekannt. Eine lebhafte Unterhaltung entspann sich. Die Herren waren entzückt über den Geist der schönen Frau, welche trotz der langen Abgeschiedenheit in Brioni ein Hauch der -großeit Welt" umwehte. Sie, die Tag für Tag die Klcinstädterei Polas vor Augen hatten, empfanden es tote eine köstliche Erfrischung, hier so unerwartet eine selbständige Individualität mit eigenen Ideen zu fittden. Dazu eine Frau von bezaubernder Schönheit, eine Frau, die durch und -durch Dame war, deren Wesen pon jener Sicherheit beherrscht wurde, wie nur langjähriger Umgang in den besten Kreisen sie verleiht. Dasselbe Gefühl, nur in verstärktem Maße, beherrschte Meta. Monatelang hatte ft-e entweder schweigend für sich gelebt in einer Art Tranmzustand oder sich mit alltäglichen Unterhaltungen begnügt. Nun wurde auf einmal von Dingen gesprochen, tut die sie lauge nicht gedacht hatte. Kunst, Politik, moderne Probleme, Reisen, Schilderungen fremder Länder . . . 54 Und allmählich kam es Wer M'etä wie ein großes Erwachen. Sie staunte, wieviel Empfänglichkeit in ihr war. Sie freute sich, daß sie endlich wieder einmal plaudern konnte lute in alten, lang vergangenen Zeiten, Harm- los, anregend, fröhlich. Ihr, der Einsamen, tat die zarte ritterliche Huldigung, welche man ihr entgegenbrachte, plötzlich wohl. Mehr und mehr ward sie sich ihrer Jugend bewußt. Mehr und mehr wich der Druck, der sie so lange im Bann gehalten hatte, und ihre Seele totirbe weit und frei. Sv wurde der Heilige Abend zu einem der schönsten, die sie je verlebte. Als sie spät abends ihr Lager aufsuchte, fuhr es ihr wohl durch beit Sinn, daß es eine -eigentümliche Situation war, in welcher sie sich hier befand als Mittelpunkt einer zum größten Teil aus Männern bestehenden Gesellschaft. Aber sie tröstete sich leicht darüber hinweg. Sie hatte ja niemand gerufen und fort konnte sie doch nun einmal nicht. Sie drehte die -elektrische Lampe ab neben ihrem Bett und lag lauge wach, mit offenen Augen in die Dunkelheit starrend. Morgen würde sie Montelli fragen, fie wußte es bestimmt. Was sollte sie ihm antworten? Das Leben lag vor ihr, -ein langer, länger, einsamer Weg. Sein Ziel — der Tod, von keinem liebenden Händedruck gemildert, von niemand betrauert. . . Ihr schauderte. Nein, nein — sie hatte es kennen gelernt, was einsam leben hieß — jetzt und früher. Nur ganz große Frauenseelen konnten es ertragen. Sie nicht. Sie wollte „Ja" sagen, um eine Seele neben sich zu haben, um -endlich zu wissen, wohin sie gehörte. Aber ohne Liebe? Denn, sie liebte ja Montelli nicht . . sie liebte -einen anderen, der ihrer längst nicht mehr gedachte . . . Münsters -ernstes Antlitz tauchte vor ihr auf. Das kleine Häuschen mit den grünen Läden nnd dem Wald dahinter. Eine stille, friedliche Gemeinschaft, in der alles Licht und Segen war. . . Nein, fie wollte „Nein" sagen, sie mußte „Nein" sagen. Sie konnte nicht -eines Mannes Weib werden, mit dem -Bilde eines anderen im Herzen. Natürlich mußte sie „Nein" sagen. . . Und dann? Wieder schauderte ihr. Zwischen ihr und Münster war ja nichts! Es war -ein. Traum gewesen, den nie Morste zum Leben -gerufen hatten. Draußen wurde der Sturm sanfter. Das Donnern der Brandung verklang allmählich, ging über in sanftes Rauschen, das seltsam -einschläfernd wirkte. Durch das Fenster, welches sich in »ratter Helle von der Finsternis abhob, sah man ein weites Stück Himmel. Die düsteren Wolken, welche tagelang schwer auf ihm gelagert hatten, lösten sich in zarte Nebelschleier- die gespenstig durcheinander huschten. Ein blasser Stern wurde sichtbar. Ein einziger. Wie -ein Auge blickte er untrer» verwandt auf Meta nieder und sie konnte den Blick nicht von ihm wenden. Ob -es ihr Stern war? Heller würde sein Schimmer. Funkelnder, -als wollte er ihr -ein Zeichen geben. . . ihr Mut einflößen. Als Meta am anderen Morgen ziemlich spät erwachte, stand die Sonne am Himmel und der Himmel w-ar wolkenlos. Friedlich plätscherte das Meer, als wisse es nichts von Sturm und Brandung. Und Nachmittags, während sie auf Montellis Bitten mit ihm einen Spaziergang nach Bal cateua zu den römischen Ruinen machte, bat -er sie wirklich um ihre Hand. Sie ging lange schweigend neben ihm her, ohne Antwort. Dann, ander kleinen stillen Bucht mit dem Neptuns- tempel, bli-eb sie stehen und sagte: „Nein, ich kann die Ihre nicht werden; denn ich trage das Bild eines anderen in mir." Unvermittelt und schroff kam -es über Melas Lippen, als wolle sie jede weitere Diskussion damit niederschlagen. -Wer auch Montelli war stehen -geblieben', und während ein bitteres Lächeln seinen Mund umspielte und er einen Schatten blässer würde, sagte er ruhig: „Ich weiß -es, Met«. Und ich- hätte nicht gesprochen, wenn jener aider-e — frei wäre. Aber Münster ist seit einem halben Jähre mit der Witwe des Grafen Pieutak verlobt." Ihre Augen öffneten sich -weit und ein Zittern lief durch ihre Gestalt, aber sie brachte kein Wort heraus. Sanft zog Montelli ihren Arm in den seinen und führte sie weiter. „Sie wußten -es nicht?" fragte er leise. Nun schüttelte sie den Kopf. „Ja, es kam vielen überraschend. Sie war seine Jügeudlieb-e... vielleicht war es das. Oder... genug, er verlobte sich mit Radino v. Hientak. Ihr Mann verum glückte auf der Jagd, kurz -ehe ich meinen Abschied nahm. Ich wußte -es damals noch nicht. Gegenwärtig ist die Gräfin wieder in Wien. Im Frühjahr soll die Hochzeit sein. Und nun. Meta — ich will Sie nicht drängen..., Sie wissen, daß ich Sie liebe vom ersten Tag, an welchem- ich Sie sah. Ich habe lange gewartet nnd werde weiter warten, solange Sie -es selbst wünschen. Nur die Hoffnung lassen Sie mich mitnehmen von hier, daß Ihr „Nein" nicht das letzte Wort ist!" In Metas Seele tobte -ein verzweifelter Kampf. Das also war es! Darum hatte -er so beharrlich geschwiegen. Weil die anders die Jugendliebe — ihr Bild in. ihm ausgelöscht hatte! Während sie sich in Sehnsucht verzehrte, war er glücklich! Sie hätte schreien mögen vor Schmerz nnd lachen in bitterem Hohn. So töricht, so kindisch war sie gewesen. Wirklich? Dann schüttelte sie ein wilder Trotz. Wie erbärmlich die Männer waren, alle, alle, o, wie erbärmlich! Warum, wenn er die andere noch liebte, hatte er ihr die Seele vergiftet, damals im Stein-achtal! Und plötzlich sagte sie mit -gänzlich veränderter, fremder Stimme zu Montelli: „Wozu warten.? Wenn Sie's wagen wollen mit mir, ohne Liebe, wie ich bin... ich- bin bereit!" So Verlobten sie sich. Er sprach sehr viel und eifrig in sie Hinein von feiner Lieb-e und der Zukunft — Meta hörte schweigend zu. 9hir einmal, als sie schon in die Nähe des Hotels kamen, unterbrach sie ihn, halb -erschrocken, daß es ihr jetzt erst -einfiel: „Eines muß ich Ihnen noch sagen: wenn Sie mich für -eine reiche Frau halten ... mein verstorbener Mann hat sein Vermögen völlig auf das Kind übertragen. Auch wenn... wenn Konradchen nicht am Leben bliebe, hätte ich nur ein Jahreseinkommen von sechstausend Gulden." Ein Schatten glitt über Montellis Gesicht. Das hatte er allerdings nicht geahnt!... Aber er faßte sich rasch, drückte ihren Arm fester an sich und sagte ruhig: „Ich liebe dich, Meta. Das Geld spielt dabei keinerlei Rolle." Sie hatte seine Enttäuschung nicht bemerkt und die Worte taten ihr wohl. Und überhaupt — trostloser als jetzt konnte das Leben doch nicht mehr werden. (Fortsetzung folgt.) Was Mutter vack dem Kaifer schenkte... Skizze zum 27. Januar von Käte Lubowski. lieber das Runzelgesicht der ältesten Einwohnerin dieses kleinen Armenlstinsleius schlich ein Lächeln, als die lose Tür aufdringlich in den Angeln schrie und die beiden stolzen, strammen Gestalten zu ihr über die Schwelle traten. Langsam stand fie auf, legte das alte Bibelbuch, in dem- fie Heute zu ihres Kaisers Geburtstag einen Psalm gelesen, hin und ging den Besuchern entgegen. Dabei zwinkerten ihre immer noch Hellen, fröhlichen Augen, als habe ein lustiger Somm-erwind eine Handvoll wirbelnden Staub hineingetragen. „Schön willkommen, Karl. -Guten Tag, Willent. Seid ihr da? Haben sie euch denn Heut an Kaisers Geburtstag freigegeben? Aber freilich, wenn die Schwester Heiratet, geht das' ja wohl nicht anders. Setzt euch ein bißchen nieder." Mer dazu Hatten sie heute keine Zeit. „Wir wollten bloß mal sehen, wie es dir geht, -Mütter Back," sagten sie zu der Alten, die einst in dem stattlichen Schulzenhof ihre ersten Schritte behütet hatte und- ihnen mehr als die treue Magd gewesen. „Sonst Haben wirs eilig. Ist das ein Gerenne vom Hof zum Gasthof! Bei uns wird gegeffen, aber im roten Krug ist nachher der Ball. Ta muß eine Menge rübergeschafst werden. Wir helfen feste mit." „Freilich, freilich," nickte die Alte. „Ihr habt ja für zwei Kräfte. Gelt, tut mal erzählen, wird's Krieg geben mit den Herrn Türken?" — 55 „Nem, Mutter Back, die Herrn Türken sind fei* friedfertig äti uns." , „Na ja, was sie immer reden, Jungs —" Karl, der Nettere, zögerte noch einen Augenblick. „Mutter Back," sagte er geheimnisvoll, „ich möchte dir wohl WaS erzählen. Eigentlich solltest du es erst abends wissen." , . Das aber wollte der andere nicht gelten lassen. „Wenn du dernen Mund nicht halten kannst, red ich erst recht," sagte Wilhelm mit Nachdruck. Und so kam es, bofji sie es beide mit emeni Hellen Juchzer hinansschrieu: „Mutter Back, dein Wunsch geht endlich in Erfüllung. Morgen holen sie dich hier weg. Water hats durchgesetzt. Tn kommst ins Stift. Tas feinste Stübchen kriegst du. Sooo — was sagst du nun?" Sprechen konnte Mutter Back gar nicht. Sie würgte und preßte, hob die Hände und schob die zittrigen Lippen zusammen. Dann seufzte sie auf. Nun das langersehnte Glück zu ihr kam, ward ihr erst im vollen Umfänge bewußt, was sie diese langen Jahre unter den zänkischen, unzufriedenen Weiblein in Enge und Unsauberkeit gelitten Hatte. . Als sie endlich ein toeitig in Ordnung gekommen war, waren die beiden schönen, starken, blonden Soldaten schon wieder zur Tür Hmaus. Und eine andere Gestalt stand dafür im Rahmen. Wer alte Gottlieb, der noch dann und wann den Leierkasten drehte und sehr viel Obst und andere leicht erreichbare Sachen den Bauern und Kossäten fortstahl. Heute hatte er feinen Ehrentag. Er spielte seit der siebenten Morgenstunde das alte Kaiserlied auf seinem heiseren Instrument und nahm dafür manchen Pfennig em. Tenn am Festtag des Kaisers Hatten die Dörfler eine mildtätige Hand. , „Habt Ihr schon das Unglück gehört," fragte er mit seiner dünnen, wehleidigen Stimme. . Mutter Back schüttelte den Kops. Bis jetzt fehlte ihr noch jegliches Interesse für die anderen irdischen Geschehnisse, sofern sie nicht mit dem Stistsstüblem im Zusammenhang waren. Aber allmählich ward sie doch aufmerksam. „Es ist ganz zuverläßlich," erzählte der Alte, „sie haben den Doktor geholt, und der hat es gesagt. Der schwarze Hund von Peters ist toll geworden. Mixes Jüngsten hat er schon gebissen. Und obgleich sie scharf hinter ihm her sind, ist er doch nicht zu kriegen. Tas kann noch schön werden. In meiner Jugend hat mal ein toller Köter ein paar Dutzend Leut gebisseu. Und sie sind alle geworden wie das Tier, und cs war keine Hilf dabei." Mutter Back findet es auch schrecklich, daß die Angst um eine schwebende Gefahr gerade den heutigen Festtag verdunkeln will. Aber f:e hat zuviel goldene Sonne im Herzen, um lange darüber zu trauern. Obwohl sie suhlt, daß der alte, heimatlose Gauner sie glühend Beneiben wird, teilt sie ihm ihr Glück mit. Der hört sie ruhig au und nickt mit dem Kopf: „Da werdet Ihr nun natürlich den ganzen langen Tag beten und fingen, Frau Back, und gleich, wenn Ihr drin seid, für den Herrn Kaiser ein schönes Geschenk beginnen, das Ihr ihm nächstes Jahr persönlich nach Berlin bringt." Sie wurde unwillig und barsch : „Ihr sollt mich nicht hänseln. Daß ich meinen Kaiser lieb hab, ist meine Pflicht und Schuldigkeit ; und wenn ich gestern zu Euch im Scherz gesagt hab, daß ich mich kränk, weil ich so gar nichts für ihn- zu geben hab, so sollt Ihrs nicht rumtragen. Ich stamm nun mal ans einer Familie, die immer für ihren Kaiser was tun mußte. Mein Water blieb bei Jena, mein einziger Bruder fiel bei Sedan, da kann ich schon so was sagen." — Sie dachte auch uoch darüber nach, als schon längst die hellen Glocken zu dem Festgottesdienst riefen, dem sie fern bleiben mußte, weil ihr der alte Rock für ihren Kaiser nicht mehr gut genug erschien. Sie betete in der Sülle ihres Stübleins für ihn, trotze dem sie die anderen Weiblein gern dabei störten. Und ihre Gedanken gingen zu dem zurück, was ihr gestern durch den Kopf geschossen war: daß so eine arme, alte Achtzigjährige bei Gott nichts habe, um es dem Kaiser zu geben. Ja, wenn sie verheiratet geivesen wäre, dann hätten wohl ihre Jungens ober Enkel mit den anderen in Reih und Glied gestanden und wären parat gewesen, wenn der Kaiser sie rief, weil das Vaterland ihrer bedurfte, lieber diesen Gedanken nickte sie rin und erwachte erst wieder, als der Kriegerverein an den halbblinden Fenstern mit ,der Fahne vorüberzog. Da stand sie auf und blieb feierlich und aufrecht am Fenster, bis die ratternde Musik verklungen war. Die andern alten Weiblein waren nachmittags nicht daheim. Sie standen auf der Straße herum, hatten die rotgefrorenen Hände unter der Schürze versteckt und redeten von den neuesten Ereignissen. Es war auch wirklich viel Bemerkenswertes aus einmal in das stille, große Dorf gekommen. Kaisersgeburtstag, die Hochzeit der Schulzentochter, und nun däs Unglück mit dem tollgewordenen Hund. Das jüngste Knäblein des Bauern Mix Ivar bereits nach Berlin gesandt. Dort sollte versucht werden, es noch zu retten. Aber die arme Mutter weinte und schrie, baff es weit auf die Straße hinaus gellte. Mutter Back saß gemütlich und voller Sinnen ganz allein und suchte mit den alten Augen die letzten Strahlen der hellen Januarsonne. Die Hochzeitsgesellschaft war längst aus dem Kirchlein in ben Schulzenhof gegangen. Sobalb das feierliche Essen vorüber sein würde, wollte sich Mutter Back mit den ersten Schuhen der jungen Fran aufmachen und sie mit em paar Segenswünschen darbringen. Denn die freundliche Emlavung der Schulzenfamilie, an allen Festlichkeiten teilzw- nchmen, hatte sie mit aller Bestimmtheit abgelehnt. Sie war noch von der alten Art, die einen Respekt vor der einstigen Herrschaft nicht vergessen kann., _ _ Sobald die schatten tiefer über die kleinen Flammen der drei Laternen huschten, machte sie sich wirklich mit ihrer Gabe auf. Pie Dorfstraße war jetzt ganz einsam. Alf und jung/ sofern sie nicht gebeten waren, standen Kopf an Kopf vor den Fenstern des Schulzenhofs und sahen den Esseirden zu, die bereits bei dem fetten gelben Käse angelangt waren. So war niemand zur Stelle, der die einsam schleichende Mutter Back etwa bei der herrschenden Glätte gestützt hätte. Vorsichtig Humpelte sie vorwärts, stand zuweilen ein wenig still, um neuen Atem zu schöpfen, und mckte der schönen, neuen Fahne entgegen, die ans der Ferne voM Scyulzenhof für den Kaiser herüberwehte. Plötzlich zuckte sie zusammen. Auf der Mitte des stillen Weges trabte ein Hund mit gesträubtem Fell, mager und häßlich an» zusehen, auf sie zu. Aus seinem Maule lief Geifer, die Augen glühten ihr förmlich entgegen. Sie zweifelte keinen Augenblick, daß dies der Hund sei, der nach neuen Opfern suche. Sie konnte chm freilich aus dem Wege gehen; aber wenn nachher der luftige Schwarm der Hochzeitsgäste nach dem Gasthof ftrebte, wenn das junge Volk hin und her lief, besonders wenn Wilhelm und Karl etwa Vergessenes herbeiholten — Ihre Hände verkrampften sich über den Erstlingsschnheii. Sie wickelte sie instinktiv fest in ihre lange Schürze ein. Wenn die Jungen, ihre Jungen, die sie auf dem Rücken getragen hatte, solch Unglück träfe! Nicht auszudenken war das. Tie Jungen brauchte doch der Kaiser noch. Sie aber war alt und siech. Freilich, freilich, das Helle Sttiblein im Stift wartete ja auf sie. Schön mußte das sein. Kein Gezänk, kein Haß, ein Geranium am Hellen Fenster unb die Kirchenglocken ganz nahe. Aber der Kaiser bedurfte ihrer wirklich nicht. Sie lächelte. Sie hatte ihm doch so gern etwas schenken wollen. War da nicht eine Geburtstagsgabe für ihn —? Ihre zusammengestliikene Gestalt straffte sich!, sie lief dem Hund entgegen, eine Schnur riß sie aus der Tusche, warf sie nach ihm — fing ihn darin. Er bäumte sich -auf, mit fletschenden Zähnen heulte er sie an, er schnappte nach ihrer welken Hand — sie fühlte rinnenden Geifer — ihr Herz setzte aus-, dies alte, dumme Herz, von dem schon vor zehn Jahren der gute Doktor gesagt hatte, daß kein rechter Verlaß mehr darauf sei. Mer sie riß und zog die Schlinge fester. D« Sterne tanzten! vor ihren Augen, als fielen sie auf ihr Haupt, unb das Wehen der Fahne streifte sie im Traum. In diesem stillen, letzten Traum, der voll goldenen Jauchzens- mar. Spät in der Nacht fanden sie Mutter Back. Der tolle Hund lag erdrosselt neben ihr. Und sie selbst schlief so friedlich. Ein Herzschlag hätte ihrem Leben ein Ziel gesetzt. Ob es wohl einer der Dörfler ahnte, daß ihr aus Gefahr, Treue und Fahnenwehen endlich die große, schlichte Gabe für den Festtag ihres Kaisers gewachsen war, die Gabe sich selbst zu opfern, damit jungem Leben fein Leids geschah? kf. Zucker als Sprengstoff. Wozu dient Zucker? Zum Süßen — so werden die meisten Menschen diese Frage beantworten, und diese Antwort ist zweifellos richtig, lieber 6 Millionen Tonnen Zucker werden aber alljährlich zu ganz anderen Zwecken verwendet, wie der „Petit Broveneal" in einer hübschen Zu- sammenstellung auSsührl, zum Beispiel zu Sprengstoffen. Zucker wird tatsächlich-als Grundlage zu einer ganzen Reihe von Sprengstoffen verwendet und zum großen Teil hat er das Glyzerin dabei verdrängt. Ter Zucker kann aber nicht nur'in Form von Sprengstoffen eine zerstörende Wirkung entfalten, nein, er wirkt auch erhaltend, wenn man ihn als Konservierungsmittel verwendet. Die Technik benutzt ihn, um frisches Fleisch, Fische und Butter haltbar zu machen: die Haltbarkeit der sogenannten koirden- fiertcit Milch beruht darauf, daß sie über 20 vom Hundert Zucker enthält. In diesem Zustande vermögen ihr weder tropische Hitze, noch die Kälte des Polargebietes etwas anzuhaben. Tie Möbel- fabritanten setzen Zucker zu den Beizen und anderen Stoffen, mit denen Holz behandelt wird. Holz, das mit Zucker versetzt und unter bestimmten Bedingungen mit Wasserdampf behandelt ist, soll vorm Wurmfraß sicher sein, ja die Fabrikanten behaupten, daß dieses Verfahren das Holz vor den scharfen Zähnen von Ratten und Mäusen schützt. Weiter wird Zucker bei der Zubereitung von Hauten und Fellen verwendet: bei der Zurichtung der Gobelins spielt er eine bedeutende Rolle; ferner kann die Firnis- und Farben-Jndustrie ihn nicht entbehren. Schließlich dient er noch dazu, Tinte zu bereiten und chemisch umgewandelt, hilft er eine ganze Reihe der wertvollsten Stoffe der chemischen Industrie erzeugen. kf. Wie entsteht das „Erdlicht"? Vor etwa zwölf Jahren hat der amerikanische Astronom Jeweomb eine Untersuchung über das merkwürdige „Erdlicht" begonnen, allein es ist ihm nicht gelungen, das rätselhafte Leuchten 'der oberen Schicht der Erdatmosphäre Al erklären. NüteMa hat dreUnter,nchungen fortgesetzt itnb ist zu dem Ergebnis gekommen, die Erde sei wirklich von einer leuchtenden Aurora umgeben und jungst hat, wie „Le Radium" mitteilt, Abbot diese Untersuchungen fortgesetzt. Nach seiner Aiisicht ist Yntemas Theorie vom Leuchten der .oberen Luftschichten richtig. Wie das Leuchten entsteht, glaubt «Abbot nun herausgefunden Kl haben: es dringt fortgesetzt ganz feiner kosmischer Starck in die Erdatmosphäre ein. Man weiß längst, daß aus der Atmosphäre dauernd -ein ganz feiner Regen von Staub auf die Erde herniederrieselt. Mbot hat nun durch Rechnungen herausgefunden, daß eine Geschwindigkeit von 42 Kilometern nt der Sekunde bei diesen Staubteilchen genügte, um das Leuchten zu erklären. Es wären dann allerdings drei Kilogramm kosmischen Stallbes in der Sekunde nötig. Wenn die Staubkörnchen in die atmosphärische Lust mit der angegebenen Geschwindigkeit Eindringen, erhitzen sie sich so stark durch die Reibung, daß sie glühend werden und anfangen zu leuchten. Diese Erklärung Abbots hat manches für sich, allein man kann sich nicht mit ihr zufrieden geben, weil eine Staubmenge von drei Kilogrammen der Sekunde das Dreifache von denk ist, was die Astronomen allgemein an- nehmen. . „ * Einfluß der Leibesübung en aus bte Lungen. Im Winter stocken meist alle wohltätigen gesmrdheitlichen Ein- wirkungen, welche der Sommer anslöst. Auch die Gesundheitspflege des Menschen friert gleichsam ein. Das Gegenteil aber sollte eintreten. Gerade im Winter müßte der Mensch durch eigenes Handeln, durch systematische Körperpflege zu ersetzen suchen, was ihm an wohltätiger Wirkung der Natur verkürzt ist. Ein solches Ersatzmittel sind systematische Leibesübungen, in frischer Luft oder, wenn int Zimmer, dann bei offenem Fenster. Welchen wohltätigen Einfluß solche systematischen Leibesübungen beispiels- tveise auf die Lungen ausüben, das stellte Professor Dr. Schmidt in Bonn bei den Teilnehmern der dortigen Turnkurse (Lehrer und Studierende int Alter von 20—30 Führen) fest, ©ne Reihe von Jahren hindurch wurde die Fassungskraft der Lungen mit dem Spirometer (einem dazu bestimmten Mcßapparat) gemessen. Sie betrug im Mittel 3388 Kubikzentimeter. Nach den halbjährigen Kursen stieg sie auf 3803 Kubitzentimeter. ..Irr Stuttgart betrugen die betreffenden Zahlen 3833 und 4290. In diesen Ziffern spricht sich vor allem die infolge des Turnens erhöhte Fähigkeit des Brustkorbes aus, tiefste ©n- und Ausätmungs- bewegnngen zu machen. "Folgenschwere Küsse. Verklungen sind die, schonen Tage, da Erasmus seinem Frermde Fausttls mit der Fröhlichkeit des wahren Weisen schrieb: „Es gibt einen Brauch in England, der nie warnt genug empiohlen werden kömtte. Wohin btt auch gehest, von alleit wirst du mit einem Kusse empfange» ; wenn du eine Reise antrittst, so ivirst du mit einem Kusse verabschiedet; btt kehrst heim: itnb Küsse werden getauscht, Wirklich, wohin btt gehst, überall gibt es nur Küsse." Das ivar noch in jener schönen Zeit, btt der Herr, der ritterlich die schöne Dante zum Tanze führte, nach gutem Brauche einen Kuß beanspruchen bitrite. Int schönen England ist, wie eine Londoner Wochenschrift ausführt, dieser schöne Brattch dahin, Cronttvell und die strengen Puritaner ntachten dieser Sitte ein Ende und setzten au! alle Küsse so schtvere Strafet:, daß selbst junge Liebende einander kaum noch ihre Zuneigung ztt zeigen ivagteit, so lange auch nur die geringste Möglichkeit bestand, daß ein Dritter das sehen köiutte. Und die Londoner Chronik aus jenen Tagen erzählt als abschrcckettdes Beispiel die harte Strafe, die das Gericht über einen gewissen Jakob Martine und Sarah Tuttle verhängte, weil Beamte sie erwischt hatten, „dietveilen beide beisammen mtf einer Kiste saßen, tvobei der Jakob Martine seinen Arm um ihre Taille und die Sarah Tttltle ihrett Arm atts feine Schulter oder tun seinen Nacken gelegt hielt itnb beide in dieser sündigen Stellung wohl eine halbe Stunde lang verhärten, in welcher Zeit' er sie küßte und sie ihn küßte und sie sich gegenseitig küßten, wie das die Zeugen kundgetan." Pessimisten freilich behaupten, daß schon früher, später itnb überall das Küssen bisweilen auch folgenschwere Schattenseiten gezeigt habe, seit den Tagen, da der erste Ton Juan unter den Höhlenbetvohnern die Gattin oder Tochter seines Nach- barn küßte und sich dafür seinen Schädel einschlagen ließ Selbst ein Kronprinz von England hat einst erfahren müssen, daß es mißlich fein kamt, „nicht weise, doch zu gut" zu küssen. Tas war der Herzog von Clarence, der spätere Wilhelm IV., der auf seiner Reise durch Kanada der hübschen jungen Frau eines Barbiers, der ihn rasiert hatte, einen Kuß stahl. „Da, so," so sagte der Prinz ein wenig selbstbewußt, „erzähle deinen Schwestern, daß der Sohn des Königs von England der Frau eines Bankee- Barbiers einen königlichen Kuß gegeben." Doch kaum war das Wort seinem Munde entflohen, so hatte der wütende Barbier, der anscheinend ent guter Sportsmann war, den hohen Gast mit einem mächtigen Fußtritt auf die Straße befördert, welche Prozedur er mit der Bemerkung begleitete : „Da, so, nun erzähle deinen Landsleuten, daß ein Vankce-Barbier dem Sohne des Königs von England einen königlichen Tritt gegeben hat." In tutseren Tagen milderer Sitte enden die Kußränber auf der Anklagebank: und die Richter sind streng, trotz des heroischen Bekenntnisses eines Angeklagten, der kürzlich in einem Londoner Gerichtssaale nach seiner Verurteilung mit dem Stolze eines Galiläi rief: „Meine Herren, verurteilen können Sie mich, aber den Kuß ausrotten, das können Sie nicht!", Er kam besser davon als der irsiche Bauer, der in einem Gemüseladen ohne Umschweife die hübsche Ladenbesitzerin umarmte und küßte: der Gerichtshof von Dublin verurteilte den allzu Galanten ohne Gnade zu 2400 Mark Strafe. Derartige Urteile, wenn auch vielleicht nicht in solcher Strenge, sind in Amerika an der Tagesordnung; man braucht nur die Listen der jüngsten amerikanischen Gerichtsurteile durchzublättern, sie führen eine beredte Sprache: Hartman Van Piper 10 Dollar, weil er Frau Marie Lehmann küßte; Marshall Me Daniels 27 Dollar, weil er Frau Viola Dias küßte. Und unter zahllosen ähnlichen Urteilen finden wir auch die Geschichte des armen George Butler, der einen gestohlenen Kuß mit 30 Tagen Haft recht bitter büßen mußte. — Der „I u n g g e s e 55 en a b s chi e d" d er Br a u t. Aus Neiv Bork ioirb berichtet: Die jungen Amerikanerinnen, die auf der Schwelle von ihrer Mädchenzeit zum Eheleben stehen, wollen künftig die Jnnggesellen, die vor ihrer Hochzeit ihren unverheirateten Freunden ein Mschiedsessen zu geben Pflegen, nicht mehr zu beneiden brauchen. Eine junge Brant aus der besten New Norker Gesellschaft hat jetzt den Anfang gemacht und feierlich ihre Freundinnen vor ihrer Eheschließung zu einein Abschiebsessen geladen, zu einem Jungfern- oder eigentlich zu einem Junggesellenessen, denn sowohl die junge Gastgeberin wie alle ihre Gäste erschienen zu diesem Mschiedsessen in Männerkleidern, die sich die jungen Damen von ihren Brüdern geliehen haben mochten. Es war ein seltsamer Anblick, als tnan zur beftintmten Stunde den vorfahrcnden Wagen merkwürdig graziöse und zierliche junge Herren entsteigen sah, deren rosiger mädchenhafter Teint nicht recht zu den Mänteln und Zylindern zu Passen schien. Aber im übrigen unterschied sich die Gesellschaft dieser 20 jungen Damen in Frack und iveißer Binde dprch nichts von einem echten Junggesellenessen, durch nichts, — mir durch den Umstand, das kein Herr der Schöpfung an der Feier teilnehmen durfte. * Das Interesse des Fachmanns. Maud: „Der Herr da sieht dir aber tief in die Augen." Marnie: „Ja, und das hat mir so lange geschmeichelt, bis ich hörte, daß er Augenheilkunde studiert. 'Dieselbe Enttäuschung erlebte ich bei einem Herrn, der sich die größte Mühe gab, mich zum.Lachen zu bringen. Er war Zahnarzt." viichrrtisch. — Heft 3 der Münchener Wochenschrift „Zeit iM Bild" bringt dem kunstlicbenden Publikum eine kritische Betrachtung über das künstlerische Wirken des großen Schweizer Malers Albert Welti aus der Feder von Professor Albert Geßler, geschmückt mit den hervorragenden Reproduktionen der bedeutendsten Gemälde des Böcklinschülers. Der „Bedeutung des Architekten im modernen Kulturleben" ivird Georg Steinlein gerecht. Die Verführungskünste eines „Don Inans", denen schließlich selbst eine Herzogin nicht widerste'tzt, schildert in elegantem Dialog Franz Evers. Manfred Berger bespricht in einem Aufsatz über „Berliner Theater" die Erstaufführung der „Fiorenza" von Thomas Mann in den Kammerspielen und des letzten Sudermannschen Dramas „Der gute Ruf", das am Deutschen Schauspielhaus kürzlich einen äußeren Erfolg erlebt Hat. Durch Wort und Bild veranschaulicht 'Dr. I. Spier allen Freunden des Sports die Kunst und Technik des Eishokeys. „Karneval einst und jetzt" von Eva Gräfin von Baudifsin, „Grenzbetrachtung" von Dr. Alfons Goldschmidt, Hierzu eine hervorragende Zeichnung von Th. Weidenschlager, die Geheimrat Wilhelm Herz barstellt, „Die türkische Feldherrnkunst im Balkankriege" von Richard Äaedke, ferner interessante Ausführungen über die Pariser Eiuöma von Leo G. Lery vervollständigen die reichhaltige Nummer. Skat-Aufgabe. Mittelhand sagt Grand an im Besitz folgender Karlen: Ist es möglich, das Spiel zu verlieren, wenn die Wenzel verteilt sitzen? — Wie müßte alsdann gespielt werden? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: Nichts ist höher zu schätzen, als der Wert des Tages. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießem