AiHerlerAnMer Oenewl-AiMer). 3’77/^?^ IBS fl IBUI W 19(3 - Nk. 3J Montag, den 24. Februar - EjeßeMDurlientz Von Frühling zu Frühling. Roman von Erich Eben st ein, (Nachdruck verboten.) (Schluß.) „Nein. Prinz Reinsperg war bei mir, vor acht Tagen, ehe er seine Reise nach dem Tibet antrat ,. ." Münster blickte tief bewegt vor sich hin. Dann sah er Meta an und führ fort: „Es gibt kaum etwas Größeres auf Erden als eine edle Mannesseele, die ihre Niederlage im Kampfe um das Glück zum Steg über sich selbst gestaltet. Es gab eine Zeit, wo ich gering über Reinsperg dachte, heute beuge ich mich gerne vor seiner Größe und sage: er ist einer der Besten, mit denen mich das Leben zusammengeführt hat. Er hat die Mission, die ihm am meisten am Herzen lag, in meine Hande gelegt, obwohl er wußte . . Er brach ab und blies "ein Stäubchen von seiner Manschette. „Doch nicht .davon wollte ich reden. Ich habe ihm gelobt. Ihnen die Freiheit wieder zu geben, um jeden.Preis, und dieses Wort werde ich ganz ohne Hintergedanken einlösen. Wollen Sie mir nun mitteilen, was Sie inzwischen veranlaßte, die Wohnung Ihres Gatten zu verlassen und wohin Sie sich vorläufig begäben?" Meta erzählte alles. Den Besuch Maiers, ihr Zusam- Ulentreffen mit Berta Weber, ihre Pläne und zuletzt das Resultat ihrer Versuche, eine Stelle zu finden. Schweigend hörte er zu. Mitleid, Rührung und Empörung wechselten auf 'seinem Gesicht, zuletzt atmete er tief auf. „Gottlob, dies alles ist nun vorüber und die Wechsel- geschichte gibt mir das beste Mittel an die Hand, Montellis Einwilligung in die Scheidung zu erzwingen. Er hat Nur die Wahl — Amerika oder das Gefängnis. Ich denke, da wird er nicht 'lange überlegen. Was die anderen Schulden betrifft, so hat nrir Reinsperg. eine bedeutende Summe zur Verfügung gestellt. . /' Meta erhob abwehrend die Hände. „O nein — bitte — ich möchte nicht i „fiel) dachte es. Und da Sie in den Besitz von Fran Petermanns Vermögen treten, sowie Sie frei sind, ist es auch gar nicht nötig. Ich werde das Geld also einstweilen Montelli aübieteu, damit er sich drüben irgend eine Existenz damit gründen kann. Später können Sie es dem Prinzen zurückerstatten. Die Gläubiger werden gern ivarten. Es ist besser zu ivarten, als nichts zu bekommen. Nur bezüglich des Wechsels möchte ich für alle Fälle sicher gehen "und ihn gleich einlösen. Ich kann die Summe von meinen Ersparnissen sofort begleichen. Bleibt nun nur noch Ihr Aufenthalt bei Fran Weber. Die Durchführung der Scheidung wird immer einige Monate dauern und ich glaube, es würde Jhiien peinlich sein, dabei persönlich zu erscheinen." 1 „Ach ja — sehr!" „Ich hoffe, es wird sich auch so machen lassen. Mit schriftlichen Erklärungen und einem Krankheitszeugnis. Ihre Nerven müssen ja sehr angegriffen sein — Sie bedürfen unbedingt völliger Ruhe — würde es Ihnen passen, vorläufig zu meiner Mutter nach Fried an üb erzusiedeln?" Sie blickte beinahe erschrocken auf. „Passen? O Gott — mir! Aber Ihre Mütter kennt mich ja gar nicht — wie dürfte ich als Fremde —" „Sie sind ihr keine Fremde," sagte er weich, „ich habe meiner Mutter alles geschrieben und Sie bereits halb: und! halb angekündigt. Man wird Sie mit offenen Armer^ empfangen . . . und, Meta, man hat Sie sehr lieb dort in dem kleinen Häuschen . . ." Wieder tauchte sein Blick tief in den ihren, wiedeh umfing sie beide der Märchenzauber mit leuchtender Gewalt. Eine halb Stunde später begleitete er sie in die Luisen-, straße. Sie gingen Arm in Arm, als könne es gar nicht anders sein. Kein Wort der Liebe wurde gewechselt, sw sprachen nur von Friedau, Münsters Mutter, Hedwig und Konradchen, aber sie fühlten es beide wie eine Offenbarung! tief in innerster Seele: .An diesem .Tage war ihnen das wahre Leben erstanden. XX. Winterstille lag über dem Friedauer Tal. Die Berge, hatten dicke weiße Mäntel um, und die kleinen Häuser guckten verträumt unter mächtigen Schneehauben hervor. Die Friedau rauschte nicht. Trübselig hielten die alten Weiden an ihren vereisten Ufern Wache und reckten die dürren braunen Arme gegen den grauen Dezemberhimmel. Zuweilen stampfte ein gestiefelter Bauer durch den Schnee, irgendeine Haustür öffnete sich, einen Schwall warmer, nach Bratäpfeln duftender Stubenluft in die Kälte hinauslassend, oder ein Schlitten klingelte, von der Station kommend, über den gefrorenen Schnee der Landstraße. Sonst war es ganz! still. Der Obstgarten, der von der Friedau. hinauf bis au das Häuschen der Majorin Münster reichte, sah mit seinen reifgeschmückten Bäumen und der samtweißen Fläche dar- nnier wie ein Zaubergarten aus. Jetzt wurden drin iini Hanse die Lichter angezündet, denn es dämmerte bereits. Rötliche Lichtkegel fielen aus den drei Fenstern des Wohnzimmers hinaus in die grau- violette Dämmerung. Wohl ivaren Spitzenstores vorgezogen, aber man sah trotzdem deutlich das trauliche Bild innen: den runden Tisch mit der Hängelampe darüber, an dem Meta und Hedwig plaudernd saßen, jede mit einer Handarbeit beschäftigt. Rechts im Hintergrund einen mächtigen Kachelofen mit dem behaglichen Großvaterstuhl der Majorin, der so groß war, daß Konradchen bequem neben ihr Platz darin fand. Die beiden hatten ein rundes Tischchen vor sich, aus dem eine Zither stand, in deren Geheimnisse Frau Von Münster das Mud soeben ehiteeüjte, 122 „Ich habe dir alles ausgeschrieben, liebe Meta, was , ich zur Montierung von Mutters Fußteppich noch brauche," sagte Hedwig jetzt leise, „wird es dir nicht jit viel Mühe machen, noch meine Einkäufe mit zu besorgen?" „Wer Hedwig! Ich habe doch den ganzen Tag Zeit dazu und außerdem den Wagen mit, in dem ich gleich alles unterbringen lasse. Ueberdtes sind die Entfernungen, in dein kleinen Bruck so minimal! Sagtest du nicht auch etwas von dem Rahmentischler?" „Ja. Matzold in der Bahnhofstraße. Wenn du so gut fein wolltest, ihn zu erinnern lvegeu des Rahmens. Er ist so vergeßlich, der gute Matzold, imb es wäre schrecklich, wenn ich Michael das Bild zu Weihnachten unein-gerahmt schenken müßte!" Meta stichelte eifrig an ihrer Arbeit weiter. Dabei sagte sie: „Hm — weißt du denn, oö' dein. Bruder überhaupt zu Weihnachten kommt? Er hat doch schon so . . . so ewig lang nicht geschrieben! Und kein Wort vom. Fest! Vielleicht bekommt er gar keinen Urlaub?" Ein verschmitztes Lächeln glitt über Hebwigs Gesicht. „.Ja, möglich wäre dies immerhin. Wie mir Oberst Türmer neulich erzählte, stehen allerlei Transferierungen bevor, und wenn Michaels Regiment zum Beispiel nach Bosnien oder Bukowina käme, dann sähe es mit dem Urlaüb- qllerdings windig aus. Besonders da. er int Sommer wegen deines Scheidungsprozesses bereits vier Wochen nahm —" Meta legte ihre Arbeit hastig beiseite nnb blickte unruhig auf. ’ i „Findest du es nicht sonderbar, Hedi, daß er darüber nicht wenigstens schrieb? Der Prozeß nrrtß doch . . muß doch — endlich zu Ende sein?!" „Gott, liebes Kind — solche Dinge ziehen, sich oft schrecklich in die Länge!" „Aber wodurch? Welche Hindernisse können. —" Meta verschränkte bebend die Hände ineinander und blickte Hedwig aus großen Augen gequält an. — „Hedi, mir ist manchmal so bang — was meinst du — Montelli. muß doch em» gewilligt haben?" „Natürlich — es bleibt ihm ja gar nichts anderes übrig — dem Schuft!" „Und wenn er . . . wenn er mich trotz allem nicht frei geben wollte? Ach! Hedi, du kennst ihn nicht ... er ist eifersüchtig und gewalttätig." „Bah — die Möglichkeit, ihn jeden Moment ins Zuchthaus bringen zu können, wird seine Gewalttätigkeit wohl ausg-elöscht haben. Und Eifersucht? Liebste: Eifersucht setzt Liede voraus! Nach dein Zynismus, mit welchem er seinerzeit sofort erklärt hat, dich nur aus Spekulation geheiratet zu haben, wirst du wohl nicht mehr an Liebe glauben bei ihm?" Meta schwieg. Nein :— daran glaubte sie bei Montelli nicht mehr. Längst nicht mehr. Auch wenn! er nicht im Anfang. des Scheidungsprozesses vor dem Richter erllürt hätte, er würde sich der Witwe Petermann nie genäbert haben, wenn -er gewußt hätte-, wie schmählich und ärmlich ihre pekuniäre 'Lage sei. Und darin läge die Ursache aller späteren Zwistigkeiten . . . Niki hatte sie um ihrer Schönheit willen, Montelli um ihres vermeintlichen Reichtums willen geheiratet. Nach ihrer Seele hatten beide nicht gefragt. All dies war ihr ja schon klar geworden in jenem schrecklichen Moment, als sie Fürst Reinspergs Ziinmer betrat und von Montellis erster Fälschung Kenntnis erhielt. Warum ihr Münster keine weiteren Nachrichten über den Verlauf des Prozesses hatte zukommen lassen? Wollte er sie nur schonen oder war etwas Unerwartetes bazwischen gekommen, das die Sache verzögerte? Meta empfand stets eine dumpfe Beklommenheit, so oft sie an ihre Lage dachte. War sie frei-oder nicht? Würde sie es denn überhaupt ganz werden können — so frei, daß fie an einen neuen Bund — ach, für sie die erste wirkliche Ebe, -die einzige, welche diesen Namen verdiente — würde denken dürfen? Sie war mit Montelli katholisch, getraut. Sie wußte, baß dieser Bund von der Kirche als unauflöslich erklärt hsirbe. — — Nur im Falle- einer Ungültigkeitserklärung wäre es «Bestich, Michaels Gattin zu werden. Wer was vielleicht Mnfluß eines Fürsten. Reinsperg gelungen wäre — Mhfre eS Mich — Münster gelingen? Sie hatte damals, als er sie hierher brachte und sie während der Fahrt über den Scheidungsprozeß sprachen, in seinen treuen blauen. Augen neben inniger Liebe auch Schatten einer geheimen Unruhe und Trauer gesehen. Sie hatte gefühlt, wie er das Wort „Liebe" gewaltsam unterdrückte, wie -er scheu verstummte, wenn von der Zukunft die Rede war, wie etwas Sorgenvolles ihn wider Willen! beherrschte. Nnd er hatte seitdem nicht an sie geschrieben. Er war nicht gekommen. Die spärlichen Mitteilungen, welche über- haupt zu ihr gelangten, kamen von ihrem Rechtsanwalt. Manchmal preßte es ihr in jäher Angst das Herz zusammen: Wenn alles umsonst wäre! Wenn sie nie ganz frei würde!? Zweimal hatte das Schicksal sie in den Troß der Berufenen geschoben — würde kein Gott Erbarmen, haben und sie endlich zur Auserwählten machen? Ein tiefer, zitternder Seufzer hob ihre Brust. Draußen fuhr klingelnd ein Schlitten durch die Nacht. Er fuhr vorüber, dem Dorfe zu. sein Geklingel erstarb allmählich in der Stille- der Winternacht. Meta wußte — er kam von der Station, in welcher eben der letzte Zug angelangt sein mußte. Wochenlang hatte sie um diese Zeit mit angehaltenem Atem gelauscht, ob kein Gefährt draußen anhielt vor dem kleinen Häuschen — kein bekannter Schritt im Flur erklang. Heute lauschte sie nicht mehr. Wozu? Worauf? Hatte sie nicht immer Pech gehabt irrt Leben mit ihren erwartungsvollen Hoffnungen? Auch jetzt würde es nichts damit sein. Von Montellis Gemeinschaft würde sie befreit werben; von der Kette, durch welche sie diese schmachvolle Ehe auch weiterhin schied von Glück und Freiheit, Wohl nicht. In drei Tagen war Weihnachten. Wie trostlos ivürde sie unter dem Baum stehen, trotz all des Friedens und- all der Liebe, welche sie äußerlich hier umgab Plötzlich schreckte sie zusammen. Draußen int Flur stampfte jemand den Schnee von den Füßen — Hedwig erhob sich rasch, die Majorin beugte lächelnd den Kopf vor —- jemand räusperte sich draußen — jemand klopfte — Nein — nein — es konnte nicht sein — Meta schloß unwillkürlich die Augen '---- Als sie sie wieder öffnete, verwundert über eine plötzlich eingetretene Stille — blickte sie in Michael von Münsters. Antlitz! u.t stand zwei Schritte von ihr entfernt und sah sie an — ach Gott wie!!! Anders als je zuvor, anders selbst als damals int Steinachtal — jo freudestrahlend, selbstvergessen und jubelnd vor heimlicher Seligkeit! Die auderen waren verschwunden. Er und sie allein--! Ihr Atem ging fliegend, sie brachte kein Wort heraus, konnte kein Glied rühren — D-a breitete -er die Arme aus und zog fie stumm au seine breite Brust. Wie lange sie so startden, selig und schweigend, sie wie ein armes, gehetztes Vögelchen, das endlich heimgo- funden hat, er wie ein Löwe stolz und aufrecht, sie fest an sich drückend, als wollte er sie nie mehr ans seinen schützenden Armen lassen — wußten sie später beide nicht. Meta kam -erst zu.sich, als Münster sie neben sich niederzog in den Großvaterstuhl und, ihren Kopf an seine Brust drückend, leise sagte: „Du bist frei — endlich, Meta! Darf ich nun sagen: Meine Meta?" - Verwirrt und beklommen sah sie zu ihm auf. „O du —! Was waren denn all die letzten Jahre anderes in mir als -ein heimliches Sehnen-nach dir?, Weißt dn's denn nicht?" Wie ein Schrei brach es über ihre Lippen. Er küßte sie zärtlich. „Doch, mein Liebling! Ging es mir denn anders?" In ihren Augen flimmerten immer noch Zweifel und heimliche Angst. „Aber bin ich beim auch frei? — Ganz frei?" flüsterte sie. „Wo ist — Montelli?" „Tot," antwortete er, plötzlich ernst ruetbcnb. Sie fuhr -erschrocken auf. Michael strich beruhigend über ihr Haar. Er las ihr den entsetzlichen Gedanken, von der Stirn ab und schüttelte den Kopf. „Nicht deinetwegen, Meta, du kannst ganz ruhia sein! Er starb, wie er gelebt hat: als ein ehrloser Schurke und nur — weil er keinen Ausweg sah." Nach und nach -erfuhr Meta alles... 123 Montelli hat die Scheidung, welche natürlich zu feinen: Ungunsten entschieden wurde, ganz kühl ausgenommen, da Munster ihm ein Kapital zur Verfügung zu stellen versprach, mit dem er sich außerhalb Europas eine neue Existenz gründen konnte. Bedingung dafür war nur sein Ehren- tvort, daß er damit wirklich Europa sofort nach beendetem Prozeß verlasse. Er gab fein Ehrenwort. Er ging mit Munster und Hem Rechtsanwalt zu Cook und löste sich ein Billett nach New Vor?. Er unterschrieb sogar einen Revers, worin er sein Versprechen bekräftigte und seine Fälschungen zugestand — siir den Fall, als er nicht wirklich abreisen würde mud man ihn daun einfach als Verbrecher den Gerichten ausliefern könne. , Er^ wußte auch, daß mau mit dieser Drohung keine Komödie auffuhren wolle, daß ihm tatsächlich kein anderer Weg mehr blieb als — die Abreise. v Aber am selben Abend noch besuchte er mit dem für seine Zukunft bestimmten Geld eine Spielhölle —. Sei es aus Trotz, unverbesserlichem Leichtsinn oder in der Hosf- mtnng, seine Mittel zu verdoppeln, geschehen —, genug, er spielte abermals. Beim Morgengrauen hatte er den letzten Heller verspielt, selbst das Billett für die Ueberfahrt nach New York. . . 'Dann ließ er sich Sekt kommen und scherzte mit der Büfettdame. Während diese dann sich vorübergehend einem anderen Gast zuwandte, zog er einen Revolver und jagte sich eine Kugel mitten ins Herz. Gestern hatte man ihn begraben. Michael, welcher für Weihnachten Urlaub genommen und die Seinen hatte überraschen wollen, befand sich schon einige Tage zuvor in Wien, um im Verein mit Niestas Anwalt einerseits Montelli zur Auswanderung zu bestimmen, andererseits zu beraten, welche Schritte getan werden könnten, um Meta die völlige Freiheit wiederzugeben. Denn über den rphigen, gelassenen Mann war feit jenem Wiedersehen auf der Ringstraße int Sommer eine tödliche Ungeduld gekommen. Eine Ungeduld, die seinen Tagen alle Arbeitsfrertdigkeit, seinen Nächten den Schlaf raubte. ~ Wohl war die teure Frau warm und sicher bei den Seinen geborgen, aber sie war ihm fern, und wie er auch sein Hirn in immer neuen Plänen ermüdete — er sah keinen Ausweg für die Zukunft. Sie war und blieb gebunden •— — Da löste der Tod unerwartet die Kette. „Und jetzt" — Münster blickte Meta tief in die Augen —„jetzt mein alles, soll für uns beide ein neues Leben beginnen Sie schmiegte sich bebend an ihn. „Ein neues, Michael? Sage lieber: das Leben! Denn für mich fängt das Leben erst mit dem heutigen^ Tage an. .Alles vergangene war ein böser Traum." Abentener de§ Brigadier Gerard. Von C. Doyle. W ie s i ch der B r i g a di er bei W ater lo o aus zei chnete. (Fortsetzung.) Aber ein Anblick bot sich mir, der mich festhielt und an die Stelle bannte, als ob ich in eine Reiter-Statue verwandelt worden wäre. Ich konMe kein Glied rühren, ich konnte kaum Ateift schöpfen. Mein Weg führte über eine Schanze, und als ich oben ankam, schaute ich hinunter in das langgestreckte Tal von Waterloo. Als ich weggeritten war, hatte an jeder Seite eine große Armee gestanden, mit einem offenen Gelände dazwischen. Jetzt sah ich nur noch zu beiden Seiten je einen langen Streifen gebrochener und erschöpfter Regimenter, aber dazwischen eine Armee von Toten und Verwundeten. Zwei Meilen in -der Länge und eine halbe Meile in der Breite bedeckten sie, neben- und über- einanderliegend, das Schlachtfeld. Das war jedoch kein neuer Anblick für mich, und das hielt mich nicht festgebannt; nein, es war etwas ganz anderes! Auf die lang ausgedehnte Stellung der Engländer wogte ein dunkler Wald zu — schwarz und ungestüm . wie die ungebrochenen Wellen des Meeres. Kanute ich Nicht die Bäreumutzeu der Garde? Ilnd wußte ich picht gleichfalls, sagte mir's nicht mein militärischer Instinkt, daß es die letzte fReferbe Frankreichs war; daß der Kaiser wie ein verzweifelter Spieler alles auf die letzte Karte setzte? Sie rückten Näher und immer näher — großartig, mächtig, unbeztvinglich, mit Gewehrsalven überschüttet, mit Granaten überworfen, gleich einer schweren schwarzen Springflut überschwemmten sie die englischen Batterien. Mit meinem Fernglas konnte ich sehen, wie sich die englischen Kanoniere unter ihre Geschütze warfen oder davon liefen. Unaufhaltsam stürmten sie vorwärts, bis auf einmal ein furchtbares Getöse au mein Ohr drang; es war der Anprall gegen die englische Infanterie. Eine Minute verging, eine weitere, noch eine. Mir blieb der Atem in der Kehle stecken. Sie wogten hin und her; sie rückten nicht weiter vor; sie wurden auf- gehalten. Heiliger Himmel! war's möglich, daß sie wankten? Ein schwarzer Hause lief die Anhöhe hinunter, dann zwei, bann vier, dann zehn, dann eine große, aufgelöste Masse. Sie wehrten sich noch, hielten wieder Stand, wichen wieder zurück, hielten nochmals Stand, bis sie endlich auseinanderstoben und tn wilder Flucht beit Hügel hinunter rasten. „Die Garbe flieht! Die Garde flieht!" drang es von allen Seiten an mein Ohr. Auf der ganzen Linie wandte sich die Infanterie zur Flucht, und die Artillerie ließ ihre Geschütze im Stich. „Die alte Garde ist geschlagen! Die Garde retiriert!" schrie ein schreckensbleicher Offizier, J>er an mir vorbeikam. „Retten Sie sich! Retten Sie sich! Sie sind verloren!" rief mir em anderer zu. „Retten Sie sich! Retten Sie sich!" Die Mannschaften liefen davon, wie eine ausbrechende Schafherde. Rufen und Schreien erfüllte die Luft. In diesem Moment erblickte mein Auge ein Bild, das mir unvergeßlich ist. Auf der Anhöhe hielt noch ein einzelner Reiter, einsam und verlassen; die letzten roten Strahlen der untergehenden Sonne fielen auf sein Gesicht. So finster, so regungslos erschien er in diesem blutroten Lichte, daß man ihn wahrhaftig für den Kriegsgott hätte halten können, der über das Tal des Schreckens hinwegschaute. Während ich noch hinüberstarrte, hob er hoch den Hut tn die Luft, und auf dieses Zeichen flutete, mit einem tiefen Gebrüll wie eine brechende Woge, die ganze englische Armee über ihren Hügel und stürzte hinunter ins Tal. Endlose Reihen Infanterie, ein ganzes Meer von Kavallerie und reitender Artillerie rasten hinunter tn unsere geschlagenen, aufgelösten Scharen. Es war vorbei! Ein letztes Schmerzeitsgeschrei, das Schreien tapferer Männer, die feine Hoffnung mehr sehen, erhob sich von einer Flanke zur anderen; und int Nu war diese ganze berühmte Armee an wildem Schrecken hinweggefegt. Noch jetzt, mes chers amis, kann ich. Wie Sie sehen, nicht von diesem furchtbaren Moment sprechen, ohne daß mir die Tränen in die Augen treten, und meine Stimme zittert. Zuerst wurde ich von diesem wilden. Strudel mit fortgerissen wie ein Strohhalm von einem reißenden Wasser. Aber plötzlich, was sah ich da unter den durcheinandergewirrten Regimentern vor mir? — einen Haufen Reiter in silbergrauer Uniform und mitten drin eine zerfetzte, zerschossene Standarte! Die ganze Macht Englands und Preußens hatte die Kraft der Conflans- scheu Husaren nicht brechen können. Aber als ich zu ihnen stieß und sie betrachtete, blutete mir das Herz. Der Major, sieben Rittmeister und fünfhundert Mann waren auf dem Schlachtfeld geblieben. Der junge Rittmeister Sabbatier hatte, die Führung übernommen, und als ich ihn fragte, wo die fünf fehlenden Schwadronen wären, deutete qr nach hinten und antwortete: „Die werden Sie um eins jener britischen Karrees 'rum finden." Mannschaften und Pferde konnten kaum noch japfen, sie waren mit Schweiß und Schmutz bedeckt, und die Zungen hingen ihnen zum Hals heraus; aber es erfüllte mein Herz mit Stolz, als ich sah, wie dieser zersprengte Ueberrest iwch im Sattel saß und Ordnung hielt vom jüngsten Trompeter bis zum ältesten Wachtmeister. O, wenn ich die 'Hätte mitnehmen können als Eskorte für den Kaiser! Von den Conslansschen Husaren umgeben, würde.er wahrhaftig sicher fein! Aber die Pferde waren zu sehr ermattet, um traben zu können. Ich ritt »also voraus und hinterließ den Befehl, sich aus dem Hof St. Aunay zu sammeln, wo wir vor zwei Nächten kampiert hatten. Ich sechst, lenkte mein Pferd durch das Gewimmel hindurch, um den Kaiser zu suchen. Ms ich mich durch diese erschreckten Scharen durchdrängte, bekam ich noch Szenen zu sehen, dsie mir stets in der Ertnuernng bleiben werden. In bösenTräumen tauchen sie noch vor mir auf, diese bleichen, starren, schreienden Gesichter, auf die ich damals niederblickeu mußte. Im Sieg lernt man die Schrecken des Krieges nicht kennen. Erst in der eisigen Kälte der Niederlage werden sie einem klar. Ich entsinne mich, wie ein alter Grenadier mit durchschossenem Bein an der Seite des Weges lag und schrie: „Kam'radeit, Kam'raden, gebt auf mein Bein acht!" Aber alle stürmten und stürzten über ihn weg. Vor mir ritt ein Ulanen- Ofsizier ohne Rock. Ihm war in der Ambulanz eben der Arm abgenommen worden. Der Verband war abgesallen. Es war fürchterlich! Zwei Kauonicre fuchtelt ihr Geschütz durchzufahren. Ein Chasseur legte sein Gewehr an und schoß den einen durch den Kopf. Ick; 'war Zeuge, wie ein Kürassier-Major seine zwei Pistolen aus dem Halfter nahm und zuerst sein Pferd und bann sich selbst erschoß. Etwas abseits von der Chaussee wütete und raste ehr Mann in blauer Uniform, er gebärdete sich wie ein, Wahnsinniger. Tas Gesicht war vom Pulverdampf geschwärzt, die Montur war zerrissen, ein Achselstück fehlte, das andere baumelte rhm über die Brust. Erst als ick, ganz ttahe an ihn 'rau tarn', erkannte ich, daß es der Marschall Ney war. Er fluchte und wetterte über die fliehenden Truppen, feine Stimme klang kaum noch mensch- 124 lich. Dan» hob er den Stampf seines Säbels hoch — er war drei Zoll über dem föeft abgebrochen. „Konimt und seht, wre ein Marschall von Frankreich starben kann!" schne er. Gern würde ich ihm gefolgt sein, aber ich hatte noch eine andere Pflicht Ml erftillen. Wie Ihnen bekannt sein wird, meine Herren, fand er nicht den Tod, den er suchte, sondern starb ein paar Wochen später mit kaltem Blute von den Händen seiner Widersacher. Ein altes Sprichwort sagt, daß die Franzosen tnt Angriff mehr sind als Männer, auf der Flucht aber weniger als Weiber. An diesem Tage erfahr ich, daß es tvahr ist. Aber doch sah ich auch Dinge, die ich mit Stolz erzählen kann, lieber die Melder längs der Straße zogen Cambronnes drei Reserve-Bataillone der Garde. Sie marschierten langsam in einem geschlossenen Viereck, über ihren schwarzen Bärenmtitzen wehten ihre Fahnen. Um sie herum wüteten die englische Retteret und die schwarzen Braunschweiger Husaren, eine Wteilung nach der anderen sprengte gegen sie los, prallte donnernd an sie ran und zog sich mit schweren Verlusten zurück. Ws ich mich zum letztenmal nach ihnen umdrehte, warfen die englischen Kanonen Granaten in ihre Reihen, immer aus sechs Rohren zugleich, und die Infanterie hatte sie von drei Seiten umzingelt und überschüttete sie mit Gewehrsalven' aber trotz alledem, gleich einem stolzen Löwen, an dessen Seiten sich wütende Hunde hängen, marschierte dieser glorreiche Rest der Garde weiter; langsam, zuweilen haltend lund die Reihen schließend, verließen sie in Reih und Glied niaie- stätisch das Feld ihrer letzter- Schlacht. Hinter ihnen war die Garde-Artillerie mit ihren Zwölf-Pfündern an dem Abhang des Hügels aufgefahren. Jeder Kanonier war auf fernem Posten, aber kein Schuß war zu hören. „Warum feuern Sie nicht?" fragte ich den Oberst, als ich vorbeiritt. „Wir haben kein Pulver mehr." „Warum ziehen Sie sich dann nicht zurück?" „Unser Anblick soll den Feind noch etwas zurückhalten. Wir müssen dem Kaiser Zeit geben, zu entkommen." ' Das waren noch französische Soldaten! (Fortsetzung folgt.) öermifdytes. * Ein unterirdisches Wunderwerk der Natur. Unter die bedeutendsten und wichtigsten unterirdischen Höhlen Europas wird von nun an die Grotte von Remouchamps in der Nähe von Spa in Belgien zu rechnen sein, denn die Natur hat sich hier in so großartiger Weise als Baumeister betätigt, daß sie alle menschlichen Phantasien weit in den Schatten stellt. iDie Höhle, die erst vor einiger Zeit entdeckt wurde, ist nunmehr sorgfältig erforscht worben und >vird auch der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Einer der Entdecker und Erforscher, E. Rahir, erzählt in der Nature von den- märchenhafter- Palast !und der geheimnisvollen unterirdischen Welt der Abgründe, Gänge pnd Flüsse, die die Natur sich da geschaffen hat. Durch die Anbringung einer Reihe von Leiten- gelang es, in die oberen Galerien der Höhle einzudringen, die sich, gleichsam in einem dritten Stockwerk der Grotte, über 100 Meter weit, ausdehnen. Dann wurden die Settern auf Schiffen über beit unterirdischen Muß geschafft, der dieses Reich der Tiefe durchschneidet; man stieg an den senkrechten fteiten Wänden empor und gelangte durch eine kleine Oeffnung plötzlich in einen Saal von riesenhaften Verhältnissen, hinter dem sich neue Abgründe und neue Säle öffneten. Dieser Hauptraum, den man „die Kathedrale" genannt hat, ein Saal mit senkrechten Wänden und flacher Decke, ist mehr als 100 Meter lang, 40 Meter breit und etwa 60 Meterhoch. Eine sich abzweigende Galerie bildet den „Chor" dieses Domes, während sich an einer Seite ein kleinerer kapellenartiger Raum befindet. Dieser grandiose Prachtraum der Natur ist mit den herrlichsten Kr-ställisationcn verschrvenderisch ausgeschmückt pnd macht im blitzenden Schimmer des Lichts, in dem vielgestaltigen Reichtum der Formen einen überwältigenden Eindruck. Auf einer natürlichen Felsbrücke, der „B r ü ck e der Titanen", gelangt man von dem Fluß ans zu der Kathedrale und dann zu einer Flucht von weiteren Sälen, unter denen zwei besonders hervorragen. Der „weiße Saal" hat an seiner Decke und seinen Wänden einen solchen Ueberfluß von Stalaktiten und Stalagmiten von ganz heller Färbung, daß sie eine schneeige und völlig reine Weiße Hervorrufen, die kaum irgendwo anders ihresgleichen hat. Ebenso eigenartig ist ein anderer Saal ans Schiefer, der Mer und über mit Tropfsteingebilden aus Kalkstein geschmückt ist. Von der Decke hängen schlanke Stalaktiten hernieder, während au den Wänden Stalagmiten in üppigem Gewirr emporwachsen und der Boden mit leuchtenden kleinen Kristallen bedeckt ist. Der Raum ist nicht nur von hohem wissenschaftlichen Interesse, .sondern strahlt in seinem irisierenden und opalisierenden Schimmer auch einen hohen ästhetischen Zauber aus. Die Höhle vor- Remouchamps iöirb mit ihren drei Stockwerken von übereir-ander- liegenden Galerien dem Publikum leicht zugänglich sein; der Besuch nimmt nur zwei Stunden in Anspruch. Man durchschreitet zunächst die oberen Galerien und Säle und besteigt dann, im Innern der Höhle angelangt, ein Boot zu einer stimmungsvollen unterirdischen Wasserfahrt, die an den unteren Galerien vorbei den ganzen unterirdischen, Rubikon genannten Fluß entlang führt. Diese halbstündige Bootfahrt, die für neun Schiffe und 18 Führer bereit stehen, ist von wirklich märchen-- haftem Reiz. Wenn erst die notwendigen Arbeiten, die einen bequemen Besuch der Höhle ermöglichen, vollendet sein werden, toirb die Grotte von Remouchamps jedenfalls eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges barstellen. kf. G a m b e t t a s G e d ä ch t rr i s. In dem soeben erschienenen zweiten Bande des „Gesellschaftslebens zur Zeit des zweiten Kaiserreiches" vom Grafen Fleury und L. Sonolet wirb eine hübsche Anekdote von Gambettas erstaunlichem Gedächtnisse erzählt. Dem Kreise von Künstlern und Journalisten tut Cafd Riche, in dem Gambetta zu Verkehren pflegte, war dessen Riesengedächtnis wohl bekannt. Er konnte fast alle Werke von Rabelais und viele Reden Mirabeaus am Schnürchen vortragen und eines Tages hatten seine Freunde Gelegenheit, zu sehen, daß er nicht nur unbedingt sicher behielt, sondern auch unglaublich rasch lernte, selbst toenn der Lernstoff durchaus nicht logisch-einheitlich Ivar. Einer der Journalisten brachte nämlich einen gerade erschienenen Budgetbericht mit. Es wurde eine Wette abgeschlossen, als Gambetta behauptete, es sei ihn-! ein Leichtes, >bie Tabellen des Budgets auswendig zu lernen, und diese Wette gewann Gambetta: er lernte tatsächlich in kurzer Zeit alle Tabellen und sagte ohne Anstoß alle Angaben der Ministerien für die verschiedensten Zwecke ustv. auf! * ®er e cb t e Rev o lu t i o n s f il in. Einer unternehmenden amerikanischen Filmgesellschaft ist e$ vorbehalten geblieben, die mexikanischen Unruhen aur höchst einfache Art und Weise zu Kriegs- und Revolutionsfilms zu verarbeiten, bereit Realismus durch keine künstlichen Massenarrangements überboten werben kann. Der Leiter der Film-Expedition, ein i)fr. Wildert Mellville, Direktor einer Film-Gesellschai-, befand sich mit seinen Leuten im südlichen Texas, als ihm vlötstich die Idee kam, im benachbarten Mexiko ein paar schöne Revolutionsaufnahmen zu machen. Dian zog nach El Paso an der Grenze und bald beobachtete man am mexikanischen Ufer des Rio Grande eine Revolutionstruppe, die einige hundert Mann zählte. Die Gelegenheit war zu günstig. Melville eilte über den Fluß und verhandelie mit den Führern dieser Re- volutionsarmee wegen der Veranstaltung einer Schlacht. Die mexikanische „Armee" tvar Feuer und Flainme für die Zdee, die Mit- glieder der Film-Gesellschast mattierten eine Regierungspatrouille, und nun begann der Kampf. Aber in ihrer Aufregung und in ihrem wilden Kainpfeseifer begannen die Mexikaner auch scharf zu schießen und die Geschosse surrten über die Kopie bet Zuschauermenge hinweg, die sich an beiden Seiten der Grenze cmgefimDeit hatte, um dem Schauspiel beizuwohnen. Tie Folge wat, daß die Filmlente nach bet Rückkehr auf amerikanisches Gebiet von dem Polizeichef von El Paso soiort verhaftet wurden, während man zugleich einen Boten zu der benachbarten mexikanischen Stadt Juarez sandte, um den Behörden eine Entschuldigung auszusprechen. Tenn auch auf mexikanischer Seite hatte das wilde Knallen große Ausregung hervörgetilsen und in Jliarez lvar man überzeugt geive eit, daß eine der vielen RevolutionSarmeen die Stadt Überfällen wolle. Aber, Ende gut, alles gut. Tie imternehmeitbeit Leute der Film- Gesellschaft wurden, wie eine englische Woclienschri t erzählt, dem Bürge-meister von El Paso vorgeführt. „Ihr Streich halte leicht zu mlernatioualen Komplikationen führen können," erklärte der Beamte tadelnd, als der Filmunternehmer geltend machte, daß er an nichts Böses gedachr habe. Schließlich wurden alle Leilnehmer der Expedition je zu 5 Dollar Strafe verurteilt und außerdem mußte die (Gesellschaft die Kosten übernehmen. Ter findige Film- direllor aber rieb sich die Hände: so billig war selten eine Massenaufnahme zu stehen gekommen. Denn die mexikanischen Revolutionäre waren anscheinend mit den sonst lei solchen Gelegenheiten gezahlten Preisen und Gagen nicht recht vertraut und lieferten ihre Schlacht sozusagen für ein Butterbrot. * Erst. . .! „Na, Sepp, wie schmeckt denn der Bock?" —7 „Ja, woaßt, Girgel, bas kann i bir net so genau sag'n, j hin erst bei ber fünften Maß Charade. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, Im dunkeln Laub die Goldorangen gliibn ? Dort ist die Erste als ein Fluß zu fiitben; Rur iven'ge Zeichen seinen Rainen künden. Tie Zweit' und Dritte ist ein muntres Tier, Doch macht es dir vermutlich kein Plaisier. Es dürste dich sogar erheblich stören, Wistst du mit Appetit etwas verzehren. Wenn Fluß und Tier zum Ganzen sich vereinen, So wird daraus ein Mittel dir erscheinen, Das gern zur Schönheitspflege wird verwendet. Schon mancher hat dafür viel Geld verschwendet. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Beinah' schießt keinen Rebbock. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scken Universitäts-Buch» unb Steindruckerei. R, Lange, Gießet»,