oär W D W jfirnenraulch. Roman von Paul Grabern. 'Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Tas Wetter vereitelte leider fürs erste alleHochtonr- pläne. Noch in der Nacht nach ihrer Rückkehr insDrafoi- Hotel begann es zu regnen, und die grauen, schweren Wolken setzten sich immer massiger in dem Tale fest. Der Regen fiel mit geringen Unterbrechungen unaufhörlich hernieder, und wenn es sich für Stunden einmal etwas lichtete, sah man die Berghänge bis dicht an die Waldgrenze wie mit Streuzucker gepudert — Neuschnee. Es war also an eine Besteigung gar nicht zu denken. 1 Gottliebe war darüber sehr mißmutig; sie hatte sich in ihr^r impulsiven Art so sehr auf die Ortlertour gefreut, und jeglicher Aufschub ivar ihr ein Greuel. Ter Regierungsrat hatte so arg unter ihrer Mißstimmung zu leiden, daß er schließlich selber den Sonnenschein und die Strapazen der Hochtour herbeisehnte, hoffte er doch damit auf die Wiederkehr ihres liebenswürdigen Bnehmens gegen ihn, das ihn neulich so entzückt hatte. Ganz nervös lief er alle halben Stunden hinaus zum Barometer in der Hoffnung, ein Steigen melden zu können. Vorderhand zeigte die Quecksilbersäule aber dazu noch immer keine Neigung. So entschloß sich denn Gottliebe am dritten Tage, trotz des Regens einen Weg ins Freie zu unternehmen; dieses ewige Herumhocken im Hotel zwischen all den gräßlichen Menschen machte sie ja halb krank. In ihre weiche Lodenpelerine gehüllt, verließ sie das Haus — es war in den Bormittagstunden — und schlug die Straße nach dem Qrt hinunter ein. Planlos schritt sie zuerst ihres Wegs entlang; dann aber kam ihr der Gedanke, doch einmal bei den Führern vorzusprechen und nach den Wetteraussichten zu fragen. Sie erkundigte sich bei einem daherkommenden Manne nach den Wohnungen der beiden. Der Stadler-Franz, ward ihr zur Antwort, ja, der wohnte da ganz hinten außerm Dorf, im kleinen Haus oben auf dem Wiesenhang; zum Spängler-Toni dagegen sei's gar nicht weit. Gleich hinter der „Alten Post" die Stiegen hinunter; das alte Haus unweit der Kirche, da wohnte er bei seiner Mutter. Gut! So wollte sie denn dorthin, und ihre Pelerine fester um sich nehmend, stapfte Gottliebe entschlossen mit hochgeschürztem Rock durch den aufgeweichten Straßengrund dahin. Sie fand sich leicht bis zu den: bezeichneten Hause hin. Nun stand sie davor: Ein altes, stark baufälliges Ge-^ bäude; auf dem steinernen Unterstock ein Obergeschoß aus braunen Balken, roh aufgezimmert. Ein tiefer, dunkel gähnender Flur stand, offen und ließ im Dämmerlicht allerlei einfaches Hausgerät an Wand und Boden -erkennen. Was dem ärmlichen Hause aber trotz seiner Düsterheit und Altersschwäche einen freundlichen Anblick gab, das waren die grün gestrichenen Läden an den kleinen Fensterchen, vor denen auf grüngegitterten Brettern brennend-rote Geranien und Kressen blühten. Mit eigenartigen Empfindungen trat Gottliebe in den dunklen Hausflur ein. Es legte sich ihr eine leichte Beklemmung um die Brust, sie atmete zum ersten Male die Luft der Armut. Gott, wie schrecklich! schoß es ihr durch den Sinn, in solch dumpfer Enge und Dürftigkeit hausen zu müssen. Ob das der Toni und seine Leute denn nicht auch bedrückend empfanden? Zur Rechte» gewahrte sie jetzt eine Tür, hinter der Stimmen hervorschollen — offenbar die Wohnstube. Leicht klopfte sie an und trat auf einen Zuruf von drinnen ein. Es war ein mittelgroßer, dämmeriger Raum, in den Gottliebe nun kam, halb Küche, halb Wohnzimmer. Bon dem noch gan.H altertümlichen offenen Steinherde warf das Holzfeuer seinen roten Schein auf eine alte Frau, die das braune, runzlige Gesicht halb der Eintretenden zuwandte, während sie weiter in dem Kessel über dem Feuer rührte. Mehrere Kinder saßen arbeitend am Fensterchen oder spielten auf dem Fußboden. „Guten Tag — entschuldigen Sie, bin ich hier recht beim Spängler-Toni?" klang Gottliebes etwas schüchterne Frage. Wiechie alte Frau und die Kinder sie so verwundert anstarrten wie eine Erscheinung aus einer ganz fremden Welt, da fiel ihr's im Augenblick lastend auf die Seele. Ihre sorgenfreie, im Verhältnis zu dieser Armut glänzende Existenz kain ihr fast wie ein $aii'6 an diesen Mühseligen und Beladenen vor. „Grüß Gott!" kam der Gruß der alten Frau vom Herd zurück, und das trauliche Wort klang Gottliebe wie eine Erlösung. „Sie sein schon recht hier, Fräula, aber der Toni ist halt nimmer daheim." „O — wie schade!" entfuhr es Gottliebe. „Ich hätte gern mal mit ihm gesprochen wegen des Wetters. Es ist wegen der Ortlerpartie, die wir zusanimen machen wollten." " „Ach, Sie sein das Fräula vom Hotel droben, die der Toni auf die Geischterspitz' führt hat? Ja so!" Eilends schob die Frau den Kessel vom Feuer und lief zum Fenster hin. „Geh — mach amol Platz für das Fräula!" hieß sie die älteste Tochter, die dort mit ihrem Strickstrumpf gesessen harte, und wischte nun mit der groben blauen Schürze den Stuhl nochmals ab. „Bitt' schon, Fräula, möchten S' net a bissel niedersitzen? Sie sein gewiß müd' vom Weg. 's ist ja gar ein arg' Wetter heut' draußen!" Gottliebe mochte der dienstbeflissenen alten Frau ihr Anerbieten nicht abschlagen, abwohl ja mit dem Aussein des Toni der eigentliche Zweck ihres Kommens verfehlt war. Dankend ließ sie sich für einen Augenblick am Fenster nieder. Die Kinder umstanden sie in respektvoller Ent- fernung mit staunenden, scheuen Mienen, während die Mutter nun etwas verlegen an ihrem Anzug herumzupfte. 450 „Sie müssen schon entschuldigen, Fräula — wenn man so bei der Arbeit ist, allein mit den vielen Kindern, ba; schaut halt ne-t alles immer so ak'rat aus." Und schnell griff sie nach ihrem rotfarbenen Taschentuch und putzte dem jüngsten Bube» die Nase. „Er ist noch nit amol fünf Jahr'," fügte sie wie zur Entschuldigung hinzu. _ , Gottliebe blickte nachdenklich auf die Frau. Sie sah so alt und abgearbeitet aus; aber nach dein jüngsten Kind zu erteilen, mochte sie gewiß erst im Anfang der Vierziger stehen. „Sie sind Witwe?" fragte sie teilnehmend. „Aber wohl noch nicht lange?" „Bier Jahr' sind's," schwer seufzte die Frau auf, und ein Zug des Grams flog durch ihre durchfurchten Mienen, „seit mein Mann selig droben im Wald beim Holzschlag'n verunglückt ist. Es war ein harter Schlag, ich mit den elf Kindern so allein! Wenn ich mein'» Aelt'sten nit g'habt Hütt', den Toni, so Hütt' ich halt nimmer aus und ein 'wußt. Aber der Toni war ja schon ein großer Bursch, an die Zwanzig, und schon zwei Jahr' als Führeraschpirant in die Berg' ftieg’n; da hat er denn bald sein Examen hrunten in Bozen machen könnt und sorgt nun für uns spie sein Vater selig. Es ist schon a braver, rechtschaffener Bursch, der Toni, und die Herrschast'n, die mit ihm gangen sind, sind noch aIttoeil z'frie-den mit ihm g'west. Tie besten Zeugniss' haben f ihm allemol im Führerbuch aus'stellt." Der Stolz der Frau auf ihren Aeltesten und Ernährer hatte etwas Rührendes. Gottliebe empfand es lebhaft; die Mitteilungen der Mutter Tonis eben hatten sie überhaupt betroffen gemacht. Tas hatte sie ja gar nicht geahnt, daß der junge Mensch ganz allein eine große Familie erhalten mußte. Der arme Junge! Was hatte er da von seinem .Leben, wenn er jeden Pfennig, den er sich schwer verdiente, für die Seinen hergeben mußte. „Ja, er ist ein ganz prächtiger Mensch, Ihr Sohn, Frau Spängler," bestätigte Gottliebe in warmem Ton. „Und ein ausgezeichneter Führer, so umsichtig und so aufmerksam!" Tas Gesicht der Frau erstrahlte vor Freude, und mit beiden Händen ergriff nnd drückte sie Gottliebes Rechte. „Bergelt's Jhna Gott, Fräula!" rief sie dankbar. „Tas Wird den Toni ja ganz stolz machen, wenn er's hört — er hält ja so große Stücke auf Jhna, Fräula. So viel erzählt hat er mir schon von Jhna! So an’ seine, leutsel’ge Dame Und so ane bildschöne hält' er ja fei’ 'Lebtag no nimmer führt, sagt der Toni." Eine Röte stieg in Gottliebes Wangen. „Wo ist denn Ihr Sohn?" fragte sie, ihre kleine Verwirrung zu verbergen, die ihr soeben die eifrigen Bekenntnisse der Frau ltzrursgcht hatten. „In hie Berg' ’nauf ist er. Aber was er da schafft, hgt er nit 'sagt. Möglich, daß er nach dem neuen Weg ' chgut zur Edelweißhütt'n, den sie erst im Frühjahr '6aut hab'», öb ihm der Regen nit Schaden 'macht hat. Er hat chon vorgestern gleich 'nauf'wollt; aber es war gar zu 1 chlecht' Wetter. Da hab’ ich ihn nit fortlass’n. Aber heut s er schon in der Fruah furt'macht." Ein Gedanke schoß unwillkürlich Gottliebe durch den Kopf, als das Wort Edelweißhütte an ihr Ohr klang. Sie Hütte neulich auf dem Heimweg von der Ferdinandshöhe nach Trafoi, als sie mit dem Toni über einen steilen Hang an der Straßenabschneidung hinab kletterte, ihn nach Edelweiß gefragt: ob die seltene Blume hier oft vorkomme, ob das Pflücken wirklich so gefährlich sei, und daß sie wohl fsern mal einen Buschen hätte, aber keinen gekauften, wie ie da vorhin auch im Wirtshaus zu hüben gewesen waren. Nein — aber einen selbstgepflückten, gebrochen, von ihr selbst oder doch wenigstens für sie. Sie hatte bas damals in ihrer unbedachten Art ganz harmlos hingeplaudert, ohne irgendwie zu denken, daß der Toni das etwa für eine versteckte Ausforderung nehmen könnte. Nun durchfuhr sie plötzlich ein Ahnen: zur Edelweißhütte hinauf war er, und ohne zu sagen, was er dort wollte, so eilig hatte er's damit gehabt! — Mein Gott, sollte er wirklich? „Edelweißhütte?" Sie bemühte sich, recht harmlos das Wort zu sprechen. „Es gibt dort oben wohl Vies Edelweiß!?" „Njt grgde viel; aber es Mt schon welche horten," «rtwoMts Fräst SpänKch. ist über nit leicht, sie zu Hole». 'Sie wachsen an einem gar steilen Hang, und manch' Bursch', der für sein Mädel hat einen Buschen Pflücken wollen, ist elendiglich dabei nmgekommen." Gottliebe fühlte plötzlich einen Stich im Herzen, der Atem stockte ihr, und sie fühlte, daß sic blaß wurde. Mit einer hastigen Bewegung stand sie auf. Der Gedanke, daß der Toni da droben vielleicht wirklich in Nebel und Regen au dem gefährlichen Absturz nach Blumen suchte, für sie - - veranlaßt durch sie —, der Gedanke war ihr unerträglich angesichts seiner alten Mutter und der unmündigen Geschwister, bereu Ernährer er war. Sie zwang sich gewaltsam zu einem unverfänglichen Ton. „Nun, hoffentlich kommt Ihr Sohn recht bald wieder heim von seinem Weg!" Sie reichte der Mutter zum Abschied die Hand, die sie plötzlich unbewußt fast heftig drückte. „Ich komm' am Nachmittag noch mal nachschaun' nach ihm, daß wir uns wegen der Ortlerpartie besprechen können. ■— Bis dahin, grüß Gott, Frau Spängler." Unwillkürlich drängte sich ihr der schöne, ernste Gruß der Berge auf ihre Lippen, als wolle sie damit den Toni einem höheren Schutz empfehlen, an den sie doch in Stunden kalt-ruhigen Tenleno selber nicht glauben konnte. „Aber na!" wehrte die Fran bescheiden ab. „Tas Fräula werden sich doch nit noch amol herbemüh'», obenei» bei! dem Weiter! Na, na! Der Toni kimmt schon hinauf zu Jhna, 'bald als er da is. Und er muß ja in ’ner Stund'» längsten hier sein. Zum Mittag wär' er wieder z'ruck, hat er mir versprochen. Und er halt schon Wort, mein Bub." Abermals zuckte es insgeheim in Gottliebe auf: Dies feste Vertrauen der Mutter auf ihren Sohn! Wenn sie ahnte, daß er vielleicht,gar nicht den gefahrlosen Weg gegangen, daß er — ob sie es ihr sagen sollte? Nein, nein! Es war ja schließlich doch nur ein Vermuten, sie hatte ja selbst keine Gewißheit. Wozu da erst die Mutter ängstigen? Und 'Gottliebe wandte sich 'zur Tür: „Also ibenn Adieu!" nickte sie nochmals der Frau und beit Kinder» zu. „Und grüßen Sie Ihre» Sohn schön, Frau Spängler!" Schnell trat sie über die Schwelle. Heftiger schlug ihr draußen jetzt der Regen ins Gesicht. Aber sie achtete dessen nicht. In ihre Gedanken 'ber* ioren, schritt sie eilig vorwärts. Wenn sie freilich auch keine Gewißheit hatte, so fühlte sie es doch so deutlich: Ja! Der Toni war droben, Edelweiß für sie zu pflücken! Aber wie konnte er nur?, Der leichtsinnige, tolle Mensch! Obenei» bei diesem furchtbaren Wetter, wo das Gestein glatt und schlüpfrig war (Fortsetzung solgt.) hessische Truppen unter Napoleons Fahnen im Zahre M3? Von Tr. H. Berger- Gießen. V. Die Hessen in der S ch l ach t bei Leipzig vom 16. bis 18. Oktober 1813. Bis zum 15. Oktober hatte Napoleon seine Truppen in den Ebenen von Leipzig versammelt, in jenen Ebenen,' die schon oft der Schauplatz heißen Ringens gewesen waren. Diesmal waren hier die Völker von fast ganz Europa versammelt, um über das Geschick Europas die blutigen Würfel zu werfen. Die Böl ker- schlacht bei Leipzig beginnt. Die französische Armee war in einem exzentrischen Kreise ausgestellt. Während der Kaiser nördlich von Leipzig die Korps! Marmont (6) nnd Souham (3) bei Möckern stehen ließ, nahm er selbst mit den übrigen Korps südlich der Stadt seine Aufstellung. Auf dem rechten F lüget im Tale der Pleiße stand bei C o n n e w i tz, Lößnig und Dölitz das 8. Korps unter Ponia- towski. Im Zentrum bei Wachau hielt das .2. Korps unter dem Marschall Victor. Den linken französischen Flügel bildete bei L i e b e r t w o l k w i tz das 5. Korps unter Sauriftun. Ten äußersten Teil des linken Flügels bis nach Holz Hausen hin bildete das 11. Korps M acoo»al d, zu dem die hessisch^ Brigade gehörte. Im Zentrum vom 8. und 5. Korps, alfoi zwischen dem rechten und linken Flügel, war das 9. Korps unter Aügerean vorgeschoben. Die böhm-ische Armee unter dem Oberkommando von Schwarzenberg hatte äuf dem äußersten rechten Flügel ba$ öfter-! reichische Korps Kl en an und stand bei G r o ß - Pöß.nanr es sollte gegen den linken Flügel der Franzosen nach Liebert- wolkwitz vorrücken. Das zweite Korps der Verbündeten ftanä *’) Benutzt: Akten des Haus- Und Staatsarchivs zu. Darmstadt. 461 zu stehen. Holzhansen wird von anderen Teilen des MacdonaldscheN KorPS verteidigt. Gegen 8 Uhr vertrieben die Sonnenstrahlen die Nebel und zeigen den Bataillonen in einer Entfernung von 1/4 Stunde eine fast parallel mit ihrer '"Ausstellung laufende Anhöhe, die mit Batterien besetzt ist, von der Jnfanteriemassen heranrücken. Wieder Nebel und Wolken. Den Schützen des 1. Bataillons Leibgarde gelingt es, sich in einem Graben heranzuschleichen, um svdanN ein Feuer auf den Gegner zu eröffnen. Ter Feind stutzt, und' beginnt die Kanonade auf das Dorf Z n cke l hau sen. Tie vor dem Orte ausgefahrene hessische Artillerie erwidert lebhaft kürze Zeit das Feuer, zieht sich aber daraus nach dem Steinberg zurück. Die Bataillone hinter der Lehmmauer hüben keine Verluste. Die Schützen behaupten ihre Stellung vor dem Dorf in den Gräben. Bald darauf wird H 0 lzhausen von den Oesterreichcrn unter Klcnau genommen. Bon hier aus rücken sie aus Zuckelhausen vor, unterstützt von Abteilungen der preußischen Brigade Ziethen. Da sich nun die hessischen Bataillone in Zuckelhausen rechts und links bedroht sahen, erhalten sie den Besehl zum Rückzug. Die Schützen und das 1. Bataillon der Gardefüsiliere verlassen zuletzt das Dorf. Der Rückzug der Bataillone erfolgt nach dem Steinberg und vollzieht sich in größter Ruhe, wenn er auch durch das lebhafte Feuer des Gegners gestört wurde. Bei dem Steinberg vereinigt sich die ganze hessische Brigade, und formiert sich zum Rückzug nach Stötteritz. Ter Rückzug der. Hessen vom Steinberg nach Stötteritz' geschieht in wahrhaft musterhafter Weise. Prinz Emil befindet sich an der Spitze der Bataillone und lenkt „mit weiser Ueberlegung" ihren Marsch. Er versteht es, durch seine persönliche Haltung das Vertrauen der Soldaten zu ihrem Führer zu erhöhen. „Weder die fortwährend verheerende Wirkung der feindlichen Batterien und das aus der Flanke kommende Kleingewehrfeuer, noch die Bedrohung durch Kavallerieangriffe können die Ordnung der Hess. Truppen wankend machen." Diese Ruhe imponiert dem Feind so sehr, daß er keinen Kavallerieangriff zu machen wagt . und sich begnügt, ein lebhaftes Feuer zu unterhalten. „Nach! jeden in verzögertem Feldschritt zurückgelegten etwaigen 100 Schritten wurde von den Bataillonen Halt gemacht und dem Feinde die Stirne geboten." Marschall Berthisre kommt an Prinz Emil herangesprengt und ruft: „Mais, man Treu, prince, oü allez- vous donc?" Worauf das Kommando: „Bataillon, halt!" Tie Verluste waren bedeutend. Durch jede einschlagende Geschlltzkugel wurden meist mehrere Soldaten uiedergerissen. Ein französisches Infanterieregiment, Reste der Division Charpentier, streifte ein hessisches Bataillon so nahe, daß man befürchtete, die Mannschaft könnte mit fortgerissen werden. Das hessische Bataillon stand. Die Strecke von Zuckelhausen nach Stötteritz, die sonst in einer, halben Stunde zurückzulegen ist, wurde in 2 Stunden znrückgelegt. Das 1. Bataillon Leibgarde hatte bei diesem Rückzug keine Verluste. Seine Schützen, die den Rückmarsch der beiden Bataillone zu decken hätten, wären nicht so glücklich. Die ihnen folgenden österreichischen Jäger lichten ihre Reihen. Tie Schützen liefen Gefahr, auf dem linken Flügel abgeschnitten zu werden, als ihnen die Leibkonrpagnie des G a r d e r e g i m e n t § Unter Anführung des Prinzen Witgenstein zu Hilfe kommt und sie aufnimmt. Gegen 3 Uhr kommen die Schützen bei ihren Bataillonen, an. Tie Bataillone marschieren bei Stötteritz rechts und links der Straße in Schlachtordnung auf und werden von dem Tiviiions- general Marchand wegen ihres kaltblütigen Rückzuges belobt. 24 Geschütze fahren auf dem linken Flügel auf und eröffnen eine lebhafte Kanonade. Von Stötteritz aus gehen .die hessischen Bataillone unter einem Hagel von Geschossen nach Holz hausen vor. Hier wurde das G a r d e f ü s i l i e r b a t a i l l v n besonders mitgenommen. Jetzt erscheint der Kaiser mit seiner alten Garde und drängt mit einer Kürässierdivision unter Anführung des Königs von Neapel die feindlichen Massen rechts von Stötteritz zurück. Da die Artillerie der Division Marchand auf dem linken Flügel von den Russen bedrängt wurde, wird gegen 4 Uhr dem 1. Garde- süsilierbataillon befohlen, im Verein mit dem 8. französischen Husarenregimcnt den Gegner zurückzuwerfen. Ties gelingt auch; das Bataillon muß sich aber infolge des kräftigen Artiller,e- seuers zurückziehen. Die Bataillone nehmen eine geschütztere Stellung in den Vertiefungen der Sandgräben ein. Ueberdessen tobte der Geschützkämpf fort. Tie hessischen Artillerie gab an diesem Tage 855 Schüsse ah. Da sie aber keine Munition mehr besaß und die französischen größeren Geschosse nicht gebrauchen kviinte, wurden 4 Geschütze demontiert uiid zuruck- gesandt Dadurch entging diese Artillerieabteilung der Gefangenschaft am folgenden Tage. Erst gegen Abend nahm das Artilleriefeuer ab. r , ,, Bei Beginn der Dämmerung schlagt ein Hagel von Granaten in die Stellung der Bataillone in den Sandgräben ein. Tas 1 Füsilierbataillon erlitt dabei große Verluste. Prinz Emil hielt rechts bei seiner Brigade. Ein Geschoß traf tödlich seinen Adjutanten und einen Hauptmann der 1. Kompagnie der Füsiliere. Tie Nacht brach ein. Jetzt würde die Verlustliste ausgezeichnet Sie ergab bei 1600 Köpfen einen Verlust von 216 Toten und Verwundeten, darunter 14 Offiziere; 163 Mann wurden vermißt. Der Gesamtverlust betrug 14 Offiziere, 36a Mann. Am stärksten war der .Verlust beim 1. Füsilierbatarllvn und hei Gülden - G 0 ssa und wurde von dem russischen General Gorlschakov befehligt. Hieran schloß sich ein iveitercs Korps, meist Russen, unter dein Befehl des Prinzen Eugen von Württemberg; es sollte in der Richtung Wachau operieren. Eine vierte Kolonne stand unter dem preußischen General v. Kleist; sic hatte sich nach Mark-Kleeberg zu bewegen. Mit 35 000 Oesterreichern schob sich Schwarzenberg zwischen Elster und Pleiße ein, um den rechten französischen Flügel bei Dölitz zu umfassen. Im Westen von Leipzig stand der österreichische General Gyulay, um gegen den französischen General Bertrand bei Linden au vorzugehcn. Ter 16. Oktober lvar ein kalter, trüber Tag. Tie Sonne konnte nicht hinter den Wolken hervorbrechen. Die Division Marchand erhielt mit Tngesgraucn Befehl, von Taucha aus, östlich von Leipzig gelegen, nach Süden auf H 0 l z h a u s e n zu "marschieren. Um 9 Uhr nimmt das preußische Korps Kleist Mark-Kleeberg nnd hält den Ort besetzt. Vergeblich bemühen sich die russischen Korps, Wachau und Lieber t wol krvitz zu nehmen. Tas österreichische Korps Klenau dringt bis zum Kolmberg vor, besetzt ihn und wirft weitere Abteilungen nach Siebert» wolkwitz. Vom Kolmberg aus eröffnen die östeorreichischen Batterien ein lebhaftes Feuer nach Holzhansen hin, auf welchen Ort gerade die Division Marchand nnd die hessische Brigade marschieren. Tie Tivision Charpentier vom 11. französischen Korps nimmt dem Feind die Stellung beim Kolmberg ab nnd drängt den Gegner noch weiter darüber hinaus zurück. Tie hessische Brigade rückt der Division Charpentier nach und besetzt den Kolmberg, lieber all war der Boden von Toten und Verwundeten bedeckt und zeugte von der Hartnäckigkeit des hier bestandenen Kampfes. Die hessische Infanterie wird hinter einer von französischen Sa- pcürs hergestellten Brustwehr aufgestellt; die Artillerie protzte nm Abhang nach L i e b e r t w 0 l kwi tz ab. Die österreichische Kolonne Klenau muß gegen Abend den Versuch, sich bei Liebcrt- wolkwitz sestzusetzen, aufgeben und zieht sich nach Groß-Pößnan zurück, wobei sie von der hessischen nnd französischen Artillerie lütter lebhaftes Feuer genommen wurde. Tas Kanonenfeuer, das der Gegner erwiderte, war ohne Erfolg; die Kugeln rollten an der Brustwehr herunter. Am 16. Oktober hatte Napoleon im Süden alle Angriffe seiner Gegner abgeschlagen, so daß er sich mit Recht an diesem Tage den Sieg zuschreiben konnte. Dagegen hatte sein Marschall Marmont im Norden von Leipzig bei Möckern durch Horck eine vollständige Niederlage erlitten, wodurch die Rückzugslinie der ganzen französischen Armee bedroht wurde. Die Nacht vom 16./17. Oktober biwakierte die hessische Brigade auf dem Kolmberg. Dieses Biwak war das schlimmste während des ganzen Feldzuges. Tie Truppen befanden sich auf dem kahlen Sandhügel ohne Lebensmittel, außer dem, was der Mann noch im Tornister hatte, ohne Holz und ohne Wässer. Tie Witterung war rauh und nebelig. Es blieb nichts übrig, als Räderspeichen, Gewehrschäfte, Sättel auf dem Schlachtfeld zu sammeln Und zur Feuerung zst benutzen, sowie das in den Pfützen befindliche Wasser zum Trinken und Kochen zu verwenden. Am 17. besserte sich die Lage der Brigade. Die Truppen erhalten Lebensmittel, Wasser und Holz. Der 1 7. Oktv 6 er war ein Sonntag; die gegenseitigen feind- lichen Bewegungen ruhten. Sollte und konnte Napoleon Noch einmal am 18. sein Schlachtenglück versuchen? Wie ost hatte es ihn in ebenso schwierigen Lagen nicht verlassen! In seinem stolzen Selbstbewußtsein verschmähte er es, jetzt den Rückzug nach dem Rhein anzutreten, der ihm an diesem Tage noch gesichert war. Als er in der Frühe des 17. über das Schlachtfeld des vorhergehenden Tages 'ritt, konnten ihm Bedenken aufsteigen, 'ob sich seine Sage am 18. bessern würde. ' Er erfuhr, bafji ein böhmisches Heer zur weiteren Verstärkung heranrücke, auch Bennigsen eingetroffen sei, und Bernadotte, der alte Zauderer, sich an» schicke, sich mit seinen Schweden im Norden von Leipzig bei Breitenfeld deut Korps Blücher ztt nähern. Jetzt versuchte Napoleon, seinen Schwiegervater, den Kaiser Franz für sich zu ge- wittnen. Er sandte zu diesem Zweck den gefangenen General Meerveldt in das Hauptquartier des Kaisers ab, erhielt abtzr auf seine Vorschläge keine Antwort. Da Napoleon am 18. Oktober eine Umzingelung seiner ganzer: Armee drohte, zieht er feine Kräfte näher an Leipzig heran und nimmt seine Ausstellung in der Linie Connewitz, Probstheida, Holzhausen, Stünz bis Schönefeld. Das Korps Macdonald sollte seine. Stellung bei Zuckelhausen, Holzhausen bis zum Steinberg nehmen, die hessische Brigade sich bei Zuckelhausen versammeln. Gegen 4 Uhr morgens wird der Kolmberg verlassen, und die Division marschiert in die ihr zugewiesene Stellung. Der Marsch wirb in aller Stille angetreten, aber in der Dunkelheit sehr langsam vollzogen. Prinz Emil ordnet selbst die 'Aufstellung des 1. Bataillons Leibgarde und des 1. Bataillons jGardefüsiliere in Zuckelhaüsen hinter einet Lehm- Mäuer an, die um das Dorf führte und in Brusthöhe abgetragen Wurde. Der Tag fängt an zu grauen, als Zuckelhausen besetzt Würbe. Ein dichter Nebel verbirgt die Stellung und Bewegungen 'des Feindes, der mit der Arrisreaarde vor Holzhausen bereits engagiert war. DaÄ 2. Bätmltzm Leibgarde und das Leib- tegtment kommen auf dem St e1116erg in einer Lehmgrube 452 Vüchrrtisch. — Peter Rosegger. Sein Leben und seine Werke, von !A. Bulliod. Deutsche Ausgabe von Dr. Moritz N«ker. Mit beim 1. Bataillon Leibgarde. Bei ersterem betrug er 58, bei letzterem 65 Köpfe. Bis zum Abend hatte Napoleon auf dem rechten -Flügel ber Connewitz und Probstheida die Angriffe seiner Gegner Abgeschlagen. Tie Dörfer Zuckelhausen, Holzhausen, Stünz, Schönefeld waren ihm verloren gegangen. Im Norden stand die Blüchersche Armee vor den Toren der Stadt Leipzig. Im Westen gelang es Bertrand, die Oesterreicher zurückzudrängen und so die Rückzugslinie Napoleons frei zu machen. Der Abzug erfolgte in der Nacht auf der Straße nach Lützen. Er gestaltete sich schwierig, da die Truppen in der Nacht die Brücken über die Pleiße und Elster am Raustädter Tor und bei Lindenau passieren mußten. Mit Anbruch des Tages waren 3 Korps: von Viktor, Auge- reau und die Garden in Sicherheit; die anderen Korps zogen sich in die Borstädte von Leipzig zurück. Bis diese in Sicherheit gebracht waren, sollte das 11. Korps unter Macdonald die Verteidigung der Stadt und die Deckung des Rückzuges übernehmen. Das 2. Bataillon der Gardefüsiliere, das den kaiserlichen Schatz und die Equipagen des Hauptquartiers. zu bewachen hatte, nahm an der Schlacht nicht teil. Ohne Nachricht von dem Ausgang der Schlacht, deren Kanonendonner sie schon seit 2 Tagen hörten, erschien plötzlich eine Kavallerie-Abteilung, die sie bei Eilenburg umstellte. Ein Kosakenoffizier forderte sie zur Uebergabe auf. Die französischen Generale Dürrer und Dutaillis erklärten dem Parlamentär, daß sie für sich nicht handeln könnten und von dem Kouimandanten von Torgau abhingen. Der Offizier kannte die Entfernung von Torgau nicht und ritt dahin ab. Der kaiserliche Wagenzug benutzte die Un- gewißheit der Offiziere und rückte in der Nacht nach Torgau ab. Auf Stiern zum Dammerschoppen. Erlebtes von Mitte Juli 1913. Wenn ich einer der bekannten „ältesten Leute" wäre, so würde ich sagen, -auf so etwas kann ich mich nicht! entsinnen. -Daß ich am 18. Juli wegen einer Schneekatastrophe nach unserer Alpenbesitzung gerufen wurde, erweckte in mir das unheimliche Gefühl, die Leute seien dort irrsinnig geworden. Daß die Kühe von den jAlmen heruntergetrieben worden waren, wußte ich bereits. Aber schließlich liegen unsere Almen zwischen .1600 Metern und 2100 Metern, so daß ein einigermaßen nachdrücklicher Wettersturz die Maßnahme des Abtriebes erklärlich machen konnte. Daß aber im Tal selber, aus 1100 Metern, der Schnee länger liegen blieb, wollte mir nicht recht einleuchten. Einmal hatte ich das erlebt, aber am 28. August, und nur einen Tag lang. Aber am 16. Juli, und gleich mehrere Tage? Ich wollte es nicht glauben! Und doch war -es so. Unser Buchenwald war vom Schnee verbrämt, und viele der schönen Zweige brachen unter der un-, gewohnten Last ab. Tas Tal >0ar weiß, und aus den Nebeln imrbelten hin und wieder einzelne Flocken. Es war mir ganz feierlich zu Mut, wenn ich von der Veranda -auf diese nordischs Nebellandschaft blickte. Und als ich gefragt wurde, ob man .nur die Schier herunterbringen sollte, drehte ich mich höchst verwundert, mit Psychiaterbedenken um. Aber unser Faktotum hatte recht: es toar ein Wetter zum Schneeschuhlaufen. So begab ich mich denn am 19. Juli 1913 in einer Meeres- Höhe von 1100 Metern auf Schiern zum Dümmerschoppen. -Im niedern Bauernstübel bei Beck war viel „pures Personal", (ein Montafoner Ausdruck für Einheimische), versammelt: Finanzer (osterreichische Grenzjäger) und Schmuggler, Forstaufseher und Wilderer, Bergführer und Bauern. Und unter ihnen thronte der alte Hannibal Gaßner, der noch mit 90 Jahren Gepäck zum Lünersee hinaufgetragen hatte und Heuer seinen 107. Sommer erblickte. Er erzählte uns andächtigen Zuhörern, daß er solches Wetter schon einmal erlebt habe, und zwar 1827. ■ Viel wurde gesprochen von den Henaussichten, dem Zustand des Viehs, und ob sich das Weiter ändern -würde. Auch das große Hochwasser (15./16. Juni 1910) kam noch zur Sprache, und manche Maßnahmen zur Verhütung weiteren Unglücks wurden festgesetzt. Daß fern aus dem Balkan an die Völker aufeinanderschlagen, daß in den Parlamenten der Mächte einschneidende Heeres- Und Finanz- vesormen beschlossen werden: mit keinem Worte erwähnten es' die Söhne der Berge. Für sie gibt es ihr Tal und ihre- Natur, Und ihr Geschichtsbuch ist die mündliche Ueberlieserung. Was der alte .Hannibal Gaßner seinen Söhnen und Enkeln und den anderen Zuhörern erzählte, das werden diese ihren Nachkommen weitergeben. Und wenn unser aller Name längst vergessen ist, wird der letzte Ueberlebende den neuen Geschlechtern erzählen: >,Jni Jahre 1827 ist der Schnee im Juli tagelang im Tal gelegen, und ich selber habe es 1913 erlebt!" Emanuel K r e m n i tz. einem Bildnis des Dichters. Brosch. 6 M'k. Verlag von 8. Staackmann in Leipzig. Gerade recht zum siebzigsten Geburtstag Peter Roseggers, des volkstümlichen deutschen Erzählers, erscheint seine Biographie von einem — Franzosen . . . Verwundert fragt man sich: Wie? Bedurfte es erst eines französischen Prosessors,- um den heimatlichsten aller deutschen Heimatdichter zu würdigen? Bnlliod hat einen tieferen Einblick in die eigentümliche Schönheit der Roseggerschen Poesie gewonnen, als so mancher kritische Vorgänger, und bietet uns ein so geschlossenes, organisch aus der ursprünglichen Veranlagung und bäuerlichen Herkunft des Dichters herauswachsendes Bild, wie wir bisher noch keines besaßen. Rosegger als sozialen Dichter und Denker zu schildern und ihm in der Weltliteratur den Platz neben Tolstoi uni) Ruskin anzuweisen, blieb dem Franzosen Bulli-od Vorbehalten, und zwar vielleicht eben gerade darum, weil er Franzose ist und als solcher völlig vorurteilsfrei, ganz voraussetzungslos an den Dichter herantrat und ihn ans ihm selbst heraus zu verstehen suchte, indes ihn der deutsche Landsmann — wenn auch zumeist unbewußt! -— schon von irgend welchem Parteistandpunkte ans betrachtete. Nun hat ihn Bnlliod, ein außenstehender, in der psychologischen Literaturwissenschaft Frankreichs ausgewachsener Philologe, studiert, mit -einer Liebe, mit einer Hingabe, mst einer Innigkeit des Nach- empsindens, die an sich Bewunderung verdienen. Keine.Seite von den vielen Schriften Roseggers ließ er ungelesen, keinen Brief, kein Tagebuchblatt des „Heimgärtners"; ein vierjähriges Studium ging der Abfassung seines Buches voraus; er verzeichnet feine Tatsache, keine Neusterung von -oder über Rosegger, ohiva genau und zuverlässig die Quelle auzUgebeu, der er sie entnommen hat, Und schildert uns in dieser Weise, die unser Vertrauen völlig gewinnt, zuerst das Leben des Dichters, daun seine Kunst und Weltanschauung. Und da er soviel als möglich sich der eigenen Worte Roseggers bedient, so erhalten wir gewissermaßen einen Rosegger in nuce, einen Rosegger yls Erzieher, Den feinsten Dust feiner reichen Persönlichkeit. Wie das französische Werk von Bulliod schlechthin eine Meisterleistung darstellt, so muß auch der Ueberiragung von Dr. Moritz Necker höchstes Lob gezollt werden. Sie liest sich mühelos, leich-t und angenehm, die psychologischen Höhepunkte des Originals sind überall ins hellste Licht gerückt, und Hand in Hand geht damit eine direkt bewundernswerte Feinheit int sprachlichen und gedanklichen Ausdruck, ber die Meinung erweckt, man habe gar keine Mb-ertragnug, sondern ein Original vor sich. Fürwahr das beste Und schönste Lob,' was man einer Uebersetzung nachrühmen kann. Tas vorliegende flott und unterhaltsam geschriebene Werk über Peter Rosegger ist für die Freunde des Dichters wie für Bibliotheken und für den Lit-e- ratursorscher unentbehrlich, da -es zum erstenmal die geistige Ge- samtbedeutuug Peter Roseggers in die rechte Beleuchtung rückt. Wir können es nur wärmstens empfehlen. — Velhagen u. Klasings Volksbücher. Preis jedes Bandes 60 Psg. In Belhageit n. Klasings Volksbüchern (Verlag von Velhagen u. Klasing, Bielefeld und Leipzig; jedes; der reich, auch farbig illustrierten Bändchen kostet 60 Pfg.) ist, gerade recht zu Roseggers 70. Geburtstag, eine feinsinnige Charakteristik des steirischen Poeten ans der Feder von Dr. Ernst D-eesey erschienen. Tas Buch ragt nicht nur in der Kunst der Schilderung über den Durchschnitt empor, sondern enthält eine Menge bisher unbekannten Materials, Briefe und Bilder, die für die Kenntnis von Roseggers Persönlichkeit wichtig sind. Gleichzeitig mit dieser Dichterbioaraphie erscheint eine lebendige Schilderung des Wesens und der Werke Händels von Gustav Tbor- mälius. Die Abteilung Erdkunde bereichern in erfreulicher Weise die Städtebilder Leipzig von Dr. Johannes Kleinpaul und Mim- chen von Maximilian Krauß. Diamantratsei. G | ® I In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabbcce eggghhiiioorrsnu derart einzntragen, dost die wagerechtcn Reihen lolgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Einen Raubvogel. 3. Seemännische Bezeichnung. 4. Stadt in Amerika. 5. Nordische Gottheit. 6. Türkischen Ehrentitel. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und magercehte Mittet* reihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer r Wenn Gnade Mörder schont, verübt sie Mord. Nedaklion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Universitäts-Buch* und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,