s I H ■ -^WMiEW SZWWL MW Die Mammrnzeichen rauchen. Romcnr aus dein Jahrs 1813 von Mlcüx Karl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Arzt tippte Gisela auf die Schulter. Sie stand tuf und suchte Toinette vou Bourgee, die sich einige Schritte arückgezo gen hatte. Gisela ging zu ihr und reichte ihr die Hand. — „Ich danke Ihnen herzlichst, — daß Sie meinen Bruder gelabt haben. — 9hm habe ich eine Bitte, eine große Bitte, nein, «zwei, Fräulein. Erfüllen Sie sie mir um des Sterbenden willen, der Sie lieb hat: Sagen Sie dem Junker nicht, wer Sie sind. Er soll in fröhlichen Gedanken sterben. Wollen Sie das?" Toinette blickte und preßte ihre Hände ineinander. „Und die andre Bitte: Wir wollen setzt unfern alten Vater herbeiholen, Abschied von seinen) einzigen Sohne zu nehmen. Ja, es ist sein einziger Sohn, denn der andre ist für ihn tot, sobald er erfahrt, was er getan, oder besser, was er unterlassen hat. Bitte, Schwester Toinette, ziehen Sie sich zuriick, wenn Sie meinen Vater und uns zurückkommen hören. Ersparen Sie dem alten Manne Ihre Gegenwart! Wollen Sie?" Wieder nickte Toinette und duldete es, daß Gisela ihre Hände nahm und sie herzlich drückte. Dann trat Gisela wiederum zu Werner, doch der war schon wieder in Ohnmacht verfallen. Sie verließen den Saal, aus dem man.fortgesetzt Tote trug, und auf die freigewordenen Lagerstätten neue Verwundete legte. In Hof und Park war es stockdunkel. Pfarrer Tempel nahm Giselas Arm und trug sie stellenweise über große Pfützen hinweg. „Baroneß, setzt kommt wohl die schwerste Stunde unsres Lebens!" „Ja, Herr Pfarrer, bleiben Sie bei uns!" — Als sie in das Zimmer des alten Freiherrn traten, das sie vor etwa zwei Stunden verlassen hatten, rief dieser voll Ungeduld: „Endlich kommt Ihr! — Lebt Werner?" „Ja, er lebt!" „Gott sei gedankt!" sagte nun der Baron mit tiefem Stöhnen und fiel in sich zusammen. ,-Woher weißt du von Werner, Vater?" fragte Gisela und flößte ihm einen Schluck Wein eilt. ,-Jch schickte dreimal zu Etzinger, und beim dritten Male erfuhr ich, daß Ihr zwei ins Schloß gegangen wäret, Werner zu suchen. — Bringt Ihr Werner her zu mir?" „Es geht nicht, Herr Baron — die Wunde würde beim Transport aufreißen!" „Ist es schlimm?" „Leicht ist es nicht, Herr Baron, aber es ist ein Altenlohe, und die sind zähe!" „Ja, ja, waren es, bester Tempel, ivaren es! — Jetzt sind sie bald mürbe! — So führet mich ins Schloß!" Er richtete sich mit fast übermenschlicher Kraft auf, stützte sich auf feinen alten Diener und auf Tempel und schritt zur Tür. Msela umhüllte ihn mit Decken und setzte ihm einen Hut auf. An der Tür zauderte jedoch dec Freiherr. „Wer hätte gedacht, daß ich uoch jemals einen Fuß in das SchlvH setzen würde! — Und nun aus solchem Anlaß!" Dann gingen sie ganz, ganz langsam durch die finstere Nacht. Alle zwanzig Schritte mußte der Freiherr rasten. Er mochte unsägliche Schmerzen leiden, aber er zwang sie nieder. Wohl eine halbe Stunde brauchten sie zu dem kaum tausend Schritt langen Wege. Endlich, endlich waren sie im Schloßhof. An einigen Stellen brannten Fackeln. „In Linthardts Zimmer ist doch Licht?" fragte der Freiherr hastig. I ' „Ja, das find die Operationsräume fiir den Feldchirurgen," beeilte sich Gisela zu versichern, und es stieß sie aus Herz, daß sie um des Verräters willen die Unwahrheit sagen mußte. ■ „Und wo wohnen die.Franzosen?" „Links von dem Altan!" Schweigend schritten sie über den Hof und stiegen die Freitreppe empor, und ehe sie in die Tür traten, warf der alte Freiherr nochmals einen langen Blick nach dem Seitenflügel, wo heller Lichtschein ans Linthardts Fenster in die Nacht drang. Gisela eilte jetzt voraus, und als sie in den Saal trat, erhob sich Toinette von Bourges vom Lager Werners, an dem sie gekniet hatte, strich noch einmal mit der Hand über seine Stirn und ging dann in ein Nebenzimmer. Nun führten sie den alten Freiherrn herein. Es war kein leichtes Stück Arbeit, den schwachen Greis durch die engen Reihen der Strohlager bis an die Statt Werners zu bringen. Und nun kniete der Vater, vom Diener gestützt und gehalten, an des Sohnes Sterbebett. Der Tod hatte ihn schon geküßt. Müde schlug der Junker die Augen auf Und blickte lange auf des Vaters Antlitz. „Mein Werner!" sagte der Vater weich und gütig. Erst des Vaters Stimme schien in Werner das volle Bewußtsein zu wecken. — Er hob jetzt mit sichtlicher Anstrengung beide Arme und umschlang den Vater und küßte ihn. — „Vater, wir haben gesiegt!" lispelte er dazu. — Das war sein letztes Wort. Seine Arme fielen herab, und dann ioar seine Seele sanft und still davon. „Wir haben gesiegt!" wiederholte der Freiherr die Worte des Verschiedenen. Dann richtete er sich auf, griff nach Giselas Hand und sagte zu der Schluchzenden: „Ihm ist wohl, aber wir sind nun allein, Gisela, ganz allein! — Laßt uns gehen!" Noch einen letzten Blick warf er auf den Toten, Tränenlos wandte er sich an den Pfarrer: „Begrabt ihn mir gut — wie einem Altenlohe gebührt! Die Gruft werden sie uns wohl nicht streitig machen! „Und nun gingen sie aus dem Saale. — Toinette war unterdessen nach Linthardts Zimmer gei gangen. Es war gegen elf Uhr nachts, und doch wagte sie anzuklopfen. „Herein!" rief drinnen der Erbjnnker. 382 Ms er in der Eintretenden seine Base erkannte- sprang er auf. „Toinette! — Und in meinem Zimmer?" „Ja, Lintyardt — ich aeb'e zu, es ist ungewöhnlich mtb uicht schicklich- aber der Krieg kehrt sich nicht an Form und Sitte. Ich wollte Ihnen nur zweierlei verkünden!" „Etwas Gutes?" „Nein, das hätte Zeit bis morgen früh. — Etwas Hartes. — Seien Sie starr!" „Ick bin ein Mann!" „Ihr Bruder liegt schwerverwuudet int Ahnensaale!" „Werner?" „Ja — und er ist am Verscheiden!" „Wollen Sie mich zu ihm führen?" „Ja!" Sie schritten ben Gang vor und nach dem Mittelbau des Schlosses und kamen gerade im selben Augenblick zur Tür, als der alte Freiherr, vom Totenbette Werners kommend, heraustrat. Beide prallten zurück. „Vater!" — stieß Linthardt hervor und stand daun, schuldbewußt und mit gesenktem Kopfe, vor dem greisen Freiherrn. Der Preßte beide Hände auf fein Herz und zitterte am tgauzeu Körper, daun fiel er in sich zusammen und sagte: „Also doch!" Daun schritt er an seinem Erstgeborenen vorüber. Linthardt lehnte sich einen Augenblick in ihn übermannender Schwäche an die Wand, dann reckte er sich auf und schien dem Vater nacheilen zu wollen, aber Pfarrer Tempel, der diese Bewegung sah, hob die Hand zur Abwehr. Da stampfte Linthardt mit dem Fuße auf, lachte kurz auf und wandte sich ab. — Neben ihm stand Toinette von Bourgee. Blaß und zitternd hatte sie diesen Vorgang mit angesehen. Jetzt trat sie dicht zu Linthardt. „Lassen Sie den alten Manu nicht so gehen, Junker. Ich bitte Sie! Sie sind im Unrecht, unbedingt. Ihr törichter Sinn, das Erbe Ihrer Väter retten zu wollen, raubt Ihnen Ihre Familie und Glück und. . ." „Nut: — und?" „Und meine — Zuneigung!" „Toinette!" „Ich kann nichts andres sagen: Meine Zuireignug und..meine Achtung!" „Toinette, nehmen Sie diese Worte zurück!" „Ich kann es nicht!" Er faßte in rohem Zorne ihre Hand, daß sie vor Schmerz erbebte. „Ich zwinge Sie!" Da sah er Tränen In ihren Augen und ließ sie los. „Sie sollen mich achten, gerade Sie, Toinette!" Sie schwieg — „Hören Sie, Toinette, Sie sollen mich achten, .gerade Sie!" „Warum ich?" „Weil Sie die einzige sind, die mich verstehen könnte, wenn sie wollte — und — und —" „Und?" „Weil Sie schön sind!" Sie stampfte mit dem Fuße auf und machte eine zornige Gebärde und wollte in die Tür des Saales treten. Uber einige Krankenträger kamen ihr in den Weg. Sie trugen einen Toten heraus, einen mit lockigem Haar und einem fröhlichen Lächeln auf ben Lippen, einem Lächeln, durch seine letzten Worte hervorgerufen: „Wir haben ge= siegt!" Toinette berührte den Arm des vordem Trägers, und sie standen still. „Wohin mit dem Toten?" fragte sie. „Hinüber in den Schuppet:, wo die andern liegen!" Linthardt trat an die Bahre und warf einen Blick darauf, und nachdem er sich einigermaßen gefaßt hatte, sagte er zu den Trägern: „Folgt mir nach!" — Er schritt an Toinette vorüber, schwer und müde, ging ben laugen Korridor entlang und stieg die Treppet: empor, die in den Seitenflügel führtet:. Er wandte sich nicht um, aber das dümpse Stampfen der Männer, die die schwere, tote Last trugen, klang in fein Ohr. Sein Diener harrte seiner in der offenen Tür. „Anatole, rüste mein Bett für einen Toten!" „Gnädiger Herr!" — „Ja, ja, schnell!" Schot: waren die Träger zur Stelle. „Legt ihn auf das Bett da. — So, ich danke Euch!" Er reichte jedem ein Geldstück und schickte mit ihnen auch Anatole hinaus. Nun war ?r mit dem toten Bruder allein. Er setzte sich an das Bett, rückte die Lauche näher und betrachtete das Antlitz des Toten, lange, lange Zeit. — Er strich Werner die Haarlocken aus der Stirn, ivusch ihm das Antlitz und die Hände und setzte sich dann wieder still an seit: Lager. Schon dämmerte der Morgen. — Dal rief er Anatole, der sich draußen vor der Tür ein Bett gerüstet hatte, und sie kleideten den Toten aus, legten ihm frische Wäsche an, und Linthardt suchte in den riesige:: Schränket: so lange, bis er Kleider des Gestorbenen gefunden hatte: eine gelblederne Galahose mit silbernen Knieschnallen und eine blauseidene Schnürjacke, die der Bruder zu einer Hoffestlichkeit als Page getragen. Sie zogen, ihm diese Kleider an, und daun nahm Liut- hardt aus seinem Wafsenschrank einen Dege::. Den legte er lang über den Leib Werners und faltete seine Hände über dem bloßen Stahl. Kaum fertig mit dieser Arbeit, klopfte es, und als Anatole öffnete, stand Toinette in der Tür, in jeder Hand einen Leuchter mit je drei brennenden Kerzen. Schweiget:- nahm ihr Linthardt die Leuchter ab und! setzte sie auf kleine Tischchen zu Häupten Werners, und schweigend duldete er, daß sich Toinette über den Toten beugte und ihn auf die Stirn küßte. — Da erfaßte sie ein Weinkrampf — so heftig und jäh, daß Linthardt sie in seine Arme nahm und in einen Sessel trug. Und unter Tränen stieß sie hervor: „Er hatte tnich lieb bis in ben Tod!" Linthardt wußte kein Wort des Trostes zu saget:. Seine Zunge schien ihm wie gelähmt. Er fuhr der Weinenden tröstend mit der Hand über das Haar, und als sie sich erhob, stützte er sie und geleitete sie zur Tür t:t:d ben Korridor entlang bis zu ihrem Zimmer, und wortlos verabschiedete er sich von ihr. (Fortsetzung folgt.) Gesundheit und Reisen. Von Dr. Med. E::: i l K önig. Unser Körper ist vielseitig tätig: Er bewegt sich, er atmet, er pulsiert, verdaut, leistet geistige Arbeit u. a., alles gleichzeitig und nebeneinander. Er übt die verschiedenen Tätigkeiten mit besondere!: Organen (Lunge, Herz, Arme und Beit:e nsw.) aus, unser Körper ist ein Organismus. Diese besonderen Lebensbetätigungen bilden ein zusammenhängendes Ganzes und repräsentieren in ihrer Gesamtheit das Leben. Sie sind in ihrer Möglichkeit voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig. Bei einer „Herzschtväche" z. B. ist auch die Atmung verlangsamt, die Bewegungsfähigkeit; säst ausgehoben und meist auch das Bewußtsein geschwunden. Andererseits beschleunigt eine körperliche Anstrengung (Bewegung) die Atmung und treibt das Herz zu schtrellerem Tempo air. Tut jedes Organ seine Schuldigkeit, leistet es nicht zu viel uird nicht z:t wenig, dann herrscht Harmonie in der Tätigkeit aller Organe, unser Organismus lebt in gehöriger Weise, wir selbst fühlen und wohl, wird sind „gesund". Aber wie leicht könnte doch eine so kompliziert arbeitende Maschine, wie unser Organismus sie ist, gestört oder wohl gar zum Stillstand gebracht werden! Nur ein geringes Versagen oder eine Ueberleistnng dieses oder jenes lebenswichtigen Organes, und die Harmonie ist gestört, das Leben aus den Fugen gehoben! EI wäre fürtvahr keine Freude zu leben. Da besitzt nun unser Organismus eine eigenartige Fähigkeit. Er reguliert die einzelnen Tätigkeiten, bremst hier, treibt dort an, er hat das Bestreben, die einzelnen Tätigkeiten in harmonischem Einklang zu erhalten, und falls Störungen sich einstellen, die Harmonie wieder aufzubringen. Dieses Bestrebet: unseres Organismus kommt uns znm Bewußtsein als „Bedürfnisse". Beginnt dem Körper die Nahrnng, der Lebensmaschine das Fenerungs- material zu mangeln, so meldet sich der „Hunger", das Bedürfnis zu essen. Nach körperlicher und geistiger Anstrengung haben wir das Bedürfnis zu ruhen. Nach des Tages Mühen und Lasten haben wir noch ein weiteres und stärkeres Ruhebedürfnis, nämlich zu „schlafen". Das Zuviel an Arbeit am Tage gleicht der Organismus durch ein Weniger in der Nacht aus. Dort das Lebenstempo beschleunigt, hier verlangsamt, das Gleichgetvicht wird hergestellt. Und hat der Körper einmal zu lange der Ruhe gepflegt, dann tnacht sich umgelehrt ein gewisser Bewegnngszwang geltend, wir haben das Bedürfnis, uns zu bewegen. Nach einer „Sitzung" z. B. „ergeht" man sich. Für den Menschen der Neuzeit hat sich in den letzten Jahrzehnten alln:ählich noch ein ganz besonderes Bedürfnis herausge- bitdet. Mit den zahlreichen Veränderungen, die das rasende Tempo der Entwicklung in den letzten 100 Jähren auf allen Gebieten hervorbrachte, haben sich auch, und zwar nicht minder schnell, d:e Erwerbsverhgltnisse geändert. 1 Wje überall, so wurde auch h:er die Spezialisierung aufs Höchste geschraubt. Spezialarbeiter aus allen Gebieten! Die Folge war eine einseitige Anspannung der Körper- und Geisteskräfte des Menschen. Die eine Kraft wurde 883 Überspannt, während die andere mehr oder weniger vernachlässigt wurde. Eine länger dauernde Ueberspannung aber, eine besondere Anspannung nach einer Richtung hin, kann unser Organismus nicht ertragen. Es meldet sich gar bald das Bestreben, einen Ausgleich zu schassen, das Gleichgewicht der Kräfte ivieder her- zustellen, das Bedürfnis „auszuspannen". *So, haben wir heute von Zeit zu Zeit das dringende Bedürfnis, die Arbeit einmal niederzulegen und uns zu „erholen". Dazu kommt noch ein anderes. Mit der fortschreitenden Spezialisierung der Arbeit wurden die Menschen, bisher auf dein Lande zerstreut wohnend, gezwungen, näher aneinander zu rücken. An den gemeinsamen Arbeitsstätten reihten sich Wohnung an Wohnung, cs entstanden immer mehr „Städte" und schon vorhandene wurden größer. Man denke nur an die rapide Entwicklung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes und die Ausdehnung unserer Großstädte, Berlin voran. Mit dieser Entwicklung wurde der einzelne in seiner Bewegungsfreiheit immer mehr eingeschränkt, der Lust und dem Licht entzogen. Seine Wohnung und die Stadt wurden, ihm gleichsam zum Gefängnis. Gegen dieses Einzwängen in beschränkte Verhältnisse, in licht- arme und enge Räume wehrt sich der Organismus, er fühlt das Bedürfnis, die Fesseln zu sprengen, aus den Mauern zu fliehen, ins Freie zu stürmen, er spürt Hunger nach Licht, Luft und Wasser. — Ein schöner Sonntag, und die Großstadt speit Tausende aus, nach allen Richtungen strömen die „Ausflügler". Also die Notwendigkeit auszuspanuen und der Drang ins Freie, das Sehnen nach der „Natur" drücken den Menschen den Wanderstab in die Hand, die Erholungsreise ist eine ständige und wahlberechtigte Erscheinung in unserm Leben geworden. Und da das Reisen sich gegen früher auch wesentlich verbilligt und gar viele Erleichterungen erfahren hat, so ist es heute ganz allgei- mcin geworden. Wir leben im Zeitalter des Reisens. Die Notwendigkeit, sich zu erholen, hat man allenthalben anerkannt. Der Bearute und Angestellte erhält heute seinen jährlichen Erholungsurlaub. Auch den Arbeitern in Fabriken und Bergwerken wird neuerdings vielfach die Möglichkeit gegeben, auszuspannen und zwar ohne daß für diese Zeit der Lohn ausfällt. Wie wichtig auch ein öfteres Verweilen im Freien, eilt Aufenthalt auf dem „Lande" für eine gedeihliche Entwicklung unserer Heranwachsenden Jugend in den Städten ist, das hat man schon lange erkannt. So hat man vielerorts „Ferienkolonien" errichtet, wo blasse Stadtkinder in Lust und Sonne ihre Wangen röten. Wie aber soll man sich erholen? Wie reifen und wohin? Das man sich für seine Erholungszeit die warme Jahreszeit wählt, wo die Tage lang sind und die Temperatur den Aufenthalt im Freien erlaubt, ist selbstverständlich. Die übrigen Fragen beantwortet sich jeder am besten selbst, lasse sein Empfinden sprechen, besondere Vorschriften wären hier verfehlt. Man folge lediglich der Stimme des Organismus, dem Bedürfnis und lasse alle Verlockungen und Rücksichten unbeachtet. Der Bureauarbeiter und andere, die wenig.Bewegung haben, werden Fußwanderungen den Vorzug geben. Der geistig Angestrengte, wie der Journalist u. a. wird an einem stillen Fleckchen Erde Erholung finden, wo die hastenden Ereignisse des Weltgetriebes ihn nicht erreichen und nur allgemeine Eindrücke seine Gedanken führen. Wie und wo auch imtaer man sich erholt, alles mit Maß und Ziel! Ein ruhiges, gleichmäßiges Tempo des Lebens und keine Uebertreibungen, wozu vor allem der Sport in allen seinen Variationen Gelegenheit bietet und verlockt! Andernfalls könnte es so kommen, daß man sich von seiner „Erholungsreise" erst wieder erholen müßte. Wessen Gesundheit aber schon mehr oder weniger Schaden genommen hat, bei wem die Harmionie der Lebensfunktionen einen Mißton vernehmen läßt, für den bleibt keine Wahl, wie er sich erholen soll. Für ihn gibt es nur die Reise ins „Bad". Hand in Hand mit dem sich steigernden Erholungsbedürfnis der Menschheit haben sich, soweit sie nicht schon vorhanden waren, zahlreiche Stätten zu dem Zweck aufgetan, den Leidenden und Erholungsbedürftigen besondere „Kurmittel" an die Hand zu geben, gleichsam Fabriken, wo die ramponierte Menschheit aufgebügelt und umgekrempelt wird. Die Vorteile einer Badekur sind zu offenbar und sprechen zu sehr für sich selbst, als daß man noch besonders aus sie hinzuweisen brauchte. Die meisten Krankheiten, die uns befallen, sind in erster Linie durch Störungen des Stoffwechsels her- beigeführt, die ihrerseits ihren letzten Grund in der Lebensweise, in den „Neigungen" und Gewohnheiten des Menschen haben. Hier, den häuslichen Sorgen entrückt, einer schädigenden Umgebung und Einwirkung entzogen, kann der Mensch sich ganh seiner Gesundheit und ihrer Pflege widmen: Er trinkt mit Andacht seinen Brunnen, badet, lebt diät, macht seine Spaziergänge und denkt an — nichts. Vor allem sind es die Bäder selbst, die heilsam wirken. Sie regen den Stoffwechsel an, und ihre Wirkung ist so im allgemeinen die gleiche, wenn auch dem einen oder deut anderen Badeort wegen des Gehaltes der Quelle an Kochsalz oder Alkalien oder Eisen oder (tnberent eine besondere Wirkung zu verdanken ist. Und nun gute Erholung und glückliche Reise! Farbige Silhouetten. „Silhouetten, ach was, pauvre, längst überholte Sache, armselig wie ihre Zeit" — also sprichst du, Freund, wirfst dich daseins- fteudig in die Brust und ein spöttisches Lächeln sitzt dir in den Mundwinkeln. Ern schnelles Urteil, aber ist es sauch ganz berechtigt? Ware nicht vielleicht anstatt des Spottes etwas Wehmut am Platze ? , Gewiß, die Zeit, in der auch der „bessere Bürger" das Bedürfnis, sich bildlich für die Nachwelt verewigen zu lassen, bescheiden bei dem Silhouettenschneider deckte, in der es sein Hauptvergnügen war, sich hinterm Ofen weit voni Schuß daran zu erbauen, wie hinten weit in der Türkei die Völker aufeinander! schlugen, sie war eng und begrenzt — und doch — Wir hüben, es ia recht weit gebracht seitdenr, wir haben den Dampf, die Elektrizität in das Arbeitsjoch für uns gespannt und sinnreiche Maschinen zur Beherrschung von Erde, Wasser und Luft erfunden. Sind wir aber glücklicher geworden dabei? Wir stellen größere Ansprüche, unser Horizont ist weiter geworden, so weit fast, daß unser Leben einer großen Ebene gleicht, ü^r die wir hinjagen, rastlos vorwärts getrieben, aber unsicher und ohne rechtes Ziel. Unsere Vorfahren lebten in der Enge, gewiß, über sicher von ihr umfriedet, sie waren bescheidener, weniger hastend wie wir und durchschnittlich wohl glücklicher. Wir haben die größere Zivilisation, sie hatten die größere Kultur! Wie, Freund, das willst du nicht glauben? Nun, so gehe in keinen '„Salon" und steh dich _ einmal um darin. Schön, gut, recht geschmackvoll, aber denkst du noch an das verbotene Paradies deiner Kindheit, die Staatsstube ber Großeltern? In bie du nur an seltenen Hoheit Festtagen Zntritt hättest, etwa deinem Geburtstage oder wenn du triumphierend mit einem „Einer" aus der Schule den Großeltern ins Haus fielst. Langsam und etwas geräuschvoll drehte, sich der Schlüssel im Schloß und du tratest ein unter den Ermahnungen der besorgten Großmutter: „Daß du dich nur ni«£ auf den Stühlen herumrekelst" oder „Wenn du die Sofasch-MÄ: wegnimmst, dann —", Da stand der alte Hausrat aus den Zeiten der Urgroßeltern, die gemütlicheii einladenden Stühle mit den geschweiften Lehnen, das lusstge kleine geblümte Sofa, der runde Tisch mit den vier leicht gebogenen Beinen, die geschwungene kleine Kommode mit einfacher Einlagearbeit und zierlichem Beschlag, alles licht, freundlich und zusammen passend wie aus einem Guß, Arbeiten längst dahingegangener schlichter, aber auf ihr Gewerbe stolzer Handwerksmeister. Und auf Tisch und KoM- mode die seltsam geformten merkwürdigen Seemuscheln, in denen das Rauschen der heimatlichen Brandung noch geheim fortlebte, uiid Tassen von beit zierlichsten Formen aus weißestem Porzellan unb mit ben schönsten Golbränbern. Und auf den weißen Tassen schwarze Silhouetten, unb schwarz-weiße Silhouetten, in schön gemasertes Birkenholz gefaßt, auf ben Wänden, wohin du sahst/ Silhouetten aus der Zopfzeit mit Haarbeutel unb zierlich gekräuseltem Spitzenjabot, Silhouetten im Werthevfrack und Bieder- meierglockenweste, Silhouetten wackerer Studenten in genialischen Hemdsärmeln, das dreifarbige Burschenband stolz um die Heldenbrust geschlungen und das Tounencerevis tief in bie gedankenreiche Stirn gedrückt. Da standest du und hattest genug zu sehen und zu staunen, bis dich dann die besorgte Hand der Großmütter wieder - zur Türe und in den Illliag hinaus führte. Denke an diese! Stunden, Freund, tue deinen Stolz auf unser Heute etwas von dir unb bekenne willig: Sie ist boch nicht zu verachten, die Zeit, bie mit ben Urgroßeltern zu Grab ging — bie Zeit der Silhouette. Diese alte bescheibene Kunst ber schwarz-weißen Silhouette ist Wohl tot, der Silhouettenschneider mußte dem rührigen Photographen weichen. Wer die AüsschNeidekunst an sich hat sich/ wenn auch seither recht weit im Hintergrund steheub, doch in verschiedenen Formen noch zähe behauptet, und scheint in unseren Tagen wieder aufblühen zu wollen. Sie nimmt neue reichere Ausdrucksmittel in Anspruch, sie will sich! zum farbigen Scherenbild entwickeln, bildmäßige Wirkung mit farbigen, nebeneinander geklebten Papierausschnitten erzielen. Woher dieser Aufschwung? Ist er dem Impressionismus in der Malerei zNzüschreibeu? Auch dieser arbeitet ja hauptsächlich auf den Eindruck hin und. setzt die Farben ohne Zwischentöne keck unvermittelt nebeneinander. Oder kam das Heil, wie bie Sonne, von Osten, von Japan Ijter, mit seiner dekorativen, verspekttvelosen Flächeumalkunst? Oder griff Man, nachdem bie geschlossene Kultur unserer Voreltern toieber entdeckt war und einigermaßen auf unsere heutigen Verhältnisse übertragen werden soll, auch hierin tatsächlich auf sie zurück? Es wird wohl das alles zum Aufschwung der Ansschneidekunst beigetragen haben. Kürz, sie ist da und hat Daseinsberechtigung! Wie, Freund, du lächelst wieder: „Bilder ans Papier? Das gibt's ja gar nicht. Ein richtiges Bild ist auf Leinwand gemalt in Oelfarbcu, allenfalls lasse ich mir noch Aquarelle, Pastelle, auch Stiche gefallen, aber Papier —" Halt, gemach. Lieber, lasse uns zunächst mal bedenken, was eigentlich ein Bild ist. Doch wohl eine unter Außerachtlasseu des Nebensächjlichen gemachte Ausnahme, die den Eindruck, den der Künstler empfangen hak, festhälten und in beut Beschauer bes Bildes wieder wachrufen soll. Wirb bieser Einbruck stark in dem Beschauer, dann ist bas Bild gut. Ganz einerlei ist es doch, mit welchen Mitteln der Künstler das erreicht. Bringt er es mit Papierausschnitten fertig, gut, so muß auch das als wahre Knnst angesehen und gewertet werben. 884 — Im Gießener Kunstverein hatte ein junger hiesiger Künstler, Regiernngsbaumeister Kuhlmann, kürzlich eine Anzahl farbiger Silhouetten ausgestellt, die der Bettachtung teert und zu großem Teil geeignet waren, der neuen Kunstforin einen Platz neben der alten Bildsorm erobern zu helfen. Da waren Landschaften von beträchtlichem Stimmungsgehalt! Hochsommer — im Vordergrund ein der Ernte entgegenreifendes Kornfeld, im Hintergrund dunkelgrüne Wiesen, mitten dazwischen, eben noch mit Dächern und Kirch- turnt über die Mehren lugend, das Dorf, sicher in die reiche Flur gebettet, die ihm Unterhalt und Bestand verbürgt, über allem ein tiefblauer Sommerhimmel. Herbst — vorn ein schwaches Bäumchen, das müde und resigniert seine rotbraunen Blätter zur Erde gleiten läßt, dahinter braune Sturzäcker, abgeerntete Wiegen, weit int Hintergrund sehnfuchsblan das deutsche Mittelgebirge. Winter — eine gute Illustration zu dem Gedichte Eichendorffs:> Berschneiet liegt die ganze Welt, Ich hab' nichts, was mich freuet; Verlassen steht der Baum im Feld, Hat längst sein Laub verstreuet. — Auch entsprechende figürliche Darstellungen und Interieurs waren da. Ein kleines Bild „Im Vorzimmer". Eine junge kokette Schöne sitzt auf dunkelgrünem Sofa vor golddurchwirkter Seidentapete, ihre Hand hält elegant ein Buch, doch gespannte Erwartung läßt sie nicht zum Lesen kommen, ein prächtiges Tischchen mit Büchern und Blumen steht vor ihr. So gab es vieles zu. sehen und wer Augen hatte, erkannte!, daß buch Wilder aus Papier Bilder sein können. Tie viel beachtete Ausstellung ist jetzt zu Banger nach Bad-Nauheim übergesiedelt. Sich dir die Sachen dort an, Freund! Dein Urteil über die Zeit der alten Silhouette hast du ja beträchtlich gemildert, sieh dir die Sachen an und du denkst auch besser von der Tochter dieser Zeit und ihrer Kunst, der farbigen Silhouette. O. B e r t h. Mannissegen. Johannistag! ■— Der junge Sommer hat vor wenigen Ta^en dem scheidenden Frühling friedlich die Hand gereicht und die Pflicht übernommen, dessen Werk zu einem gedeihlichen Ende zu führen, und ebenso friedlich sollen sich nach dem alten Volksbrauche am Johannistage die Nachbarn, auch wenn sie sonst verfeindet sind, die Hände reichen und den Johannissegen trinken, auf daß sie iM Frieden leben und der Sommer warm und fruchtbar sein möge. Der schöne alte Brauch des Johannissegentrinkens der ehemals weit verbreitet war. und sich in Bayern, Tirol, Voralberg, Schwaben, einigen Teilen Oesterreichs und Böhmens, wie im Hildesheimischen fand, liegt gegenwärtig im Aussterben. „Man stellte am 24. Juni Tisch und Stühle v'ors Haus" — so behandelt Meier den Brauch als etwas in Schwaben der Vergangenheit Angehöriges —• „und die Nachbarn nebst Bekannten und Verwandten setzen sich hier zusammen. Wenn manche Nachbarn auch das ganze Jahr hindurch sich angefeindet hatten, so Mußten sie an diesem Tage sich aussöhnen und miteinander essen. Der eine brachte Brot, der andere Fleisch, em dritter Wein usw., dann aß und trank man auf offener Straße und sang dazu lustige Lieder bis tief in die Nacht." Meier fügt hinzu, daß der Brauch in Neuerer Zeit wieder austebe. Auch bei andren Gelegenheiten müßte der Johannissegen getrunken werden, z. B. bei Trauungen, damit die eben geschlossene Ehe glücklich werde, ferner trank man beim Abschied den Johannissegen: die Johannisminne, wie man e ausdrückte. um dem Scheidenden Glück und Schutz auf seiner ise zuzuwenden. Der Wein, der dabei getrunken wurde, war ehemals vom Priester geweiht, jedoch entartete der Bolksbrauch, bis man schließlich den letzten Trunk im Wirtshaus als Johannissegen bezeichnete. Wie der Johannissegen beim Abschiede getrunken wurde, als der Brauch noch nicht herabgewürdigt war, schildert Panzer einmal: „Vor der Abfahrt eines Salzzuges von Passau nach Regensburg brachte der Seilträger aus dem Seilnachen einen Plutzer Wein, füllte einen kleinen Becher und sprach zu den vorüberreitenden Roßleuten: Bring Euch den heiligen Johannissegen! Leerte den Becher, schwang ihn rückwärts, über den Kopf und goß einige Tropfen aus. Dann reichte er jedem der Roßleute den gefüllten Becher und jeder sprach: In Gottes Namen den heil. Johannessegen, leerte den Becher, schwang ihn rückwärts über den Kopf und goß einige Tropfen aus. Hatten alle getrunken, so sprach der Seilträger: In Gottes Namen fahren wir!" Das Johannissegentrinken muß ein sehr alter Brauch sein, denn schon Hartmann von der Aue (ebenso andere mittelalterliche Dichter) kennt ihn. In vielen Dichtungen wird er erwähnt, es gibt Chro- mken, die Ihn ^aufzeichnen, er ist sogar von einem Dichter am Ausgange des 15. Jahrhunderts in einem Schwanke verwendet wov- den, m, es gab ein beliebtes volkstümliches Scherzrätsel, welcher eilige der größte Füller sei, dessen Lösung lautete: Johannes. Zvhcmnes, um den es sich hier handelt, ist nun freilich nicht Johannes der Täufer, dessen Fest der 24. Juni ist, sondern Johannes der Evangelist, dem der 27. Dezember gilt. Der Brauch, den ^ohanmsfegen zu trinken, hat nämlich, wie man hieraus entnehmen kann, mehrere Wurzeln; die volkstümliche tteberliefe- rung hat verschiedene heilige Personen zusammengeworfen, und es fehlt auch nicht der Zusammenhang mit heidnischen Gottheiten Uebrigens ist das Johannessegentrinken nicht auf den 24. Juns beschränkt, sondern es geschieht auch aM 27. Dezember, ant Tage des Evangelisten Johannes, und wenn der Brauch bei Trauungen oder beim Abschiede ausgeübt wird, an jedem be» kiebigen Tage des Jahres. Woher mäg er nun stammen? Eine Legende aus dem 16. Jahrhundert gibt am Schlüsse die Antwort: „der Papst Pelagius ansing / daß Man segnen sollt den weine! / an Sanct Johannes tag alleine/daß jedermann den Segen tranck. / also name zu danck/em anfang Sanct Johannessegen/". Nach I. Grimm geht das Johannissegentrinken ans das Heidentum zurück und ist eine abgewandelte Form! des Trankopfers; in heidnischen Zeiten wurde zu Ehren eines Anwesenden oder Verstoß denen ein Becher getrunken, und bei festlichen Opfern und Gelagen wurde „Minne getrunken". Nach den Forschungen Zingerles geht das Johannissegentrinken auf den altnordischen Gott Frehr zurück, und die Verschiebung auf Johannes den Täufer und den Apostel Johannes beruht auf Parallelen zwischen dem altnordischen Gott und dem Apostel Johannes und der Vermengung des Apostels mit dein Täufer. Freyr ist der strahlende Sonnengott, der über Regen und Sonnenschein herrscht, der Gott der Liebe und des Friedens, und so ist Johannes, der Jünger der Liebe, der freundlichste und schönste unter den Aposteln; das Attribut des Johannes ist schließlich der Becher. Es gibt auch eine Legende, nach der der Götzendiener Aristodemus dem heiligen Johannes vergifteten Wein zum Trinken mit der Erklärung überreichte, er wolle Christ werden, hierin der Apostel den Becher ohne Nachteil leeren würde. Johannes trank den Wein und es schadete ihm nichts. Ans diesem Grunde wird der Johanniswein geweiht. Die Vermengung des Apostels mit dem Täufer beruht natürlich nur auf der Gleichheit der Namen. Vuchertisch. — Neuerscheinungen in Reclams Universal- Biblio the k. Nr. 5551. Richard Voß, Ken t aur enli ebe. — DieToteninsel. Zwei antike Novellen. Novellen aus dem Italien des Klassischen Altertums hat Richard Voß bereits in zwei Universal-Äibliothek-Vändchen dargeboten, in „Amata — Liebesopfer" (Nr. 5324) und in den antifett Idyllen von „Stärker als der Tod" (Nr. 5460), farbenprächtigen, stimmnngsreicheni Dichtungen, die viel BeilMnderung gefunden haben. Ans gleicher Höhe stehen die beiden vorliegenden Erzählungen. — Nr. 5552. Karl Roeßler und Ludwig Heller, Im Klubsessel. Lustspiel in drei Aufzügen. Soufflierbüch nach den Aufführungen am Berliner Lustspielhaus. — Nr. 5553. Der hürnene Siegfried. Ein Heldengedicht. Nach dem ältesten Drucke bearbeitet von Karl Pannier. — Nr. 5554. Otto von Fabricius, Süße Mädel und andere Bitterkeiten. Humoresken. Mit einem Vorwort von Ttt. Emil Kumli? und einem Bildnis des Verfassers. Inhalt: Einleitung. Braunschweiger Würste. Hoflnft. Ein unschuldiges junges Mädchen. Die Futuristin. — Nr. 5555—5560. Ludwig Häusser, Di e Freiheitskriege 1813—1815. Neu herausgegebeii von Dr. Max Meudhnm. Zweiter Baud. Die Niederwerfung der Napoleonischen Herrschaft. Mit 6 Schlacht- plänen. Inhalt: Vorwort des Herausgebers. Fünfter Abschnitt. Die Zeit der Siege. Sechster Abschnitt. Die Entscheidung bei Leipzig. Siebenter Abschnitt. Die Heerfahrt nach Paris. Achter Abschnitt. Ter Feldzug von Waterloo. Der zweite Teil von Häussers, des berühmten Heidelberger Historikers, Darstellung der Befreiungskriege setzt mit der Wiederaufnahme der Feindseligkefteu nach dem Waffenstillstände im August 1813 ein und schildert in einer Folge glänzender Bilder nun vor allem die großen Ent- scheidungsschlachteii bei Großbeeren, an der Katzbach, bei Tresdeu und Leipzig, sowie den Feldzug von 1814 in Frankreich und die endgültige Niederlage Napoleons bei Waterloo, dabei überall auch den diplomatischen Verhandlungen in freimütig-kritischer Beleuchtung die gebührende Beachtung schenkend. lieber Häussers Darstellung hinaüsgehende Forschungsergebnisse find wieder wie beim' ersten. Teil (Universal-Bibliothek Nr. 5517—5520) in den Anmerkungen des Herausgebers mitgeteilt. Eine Anzahl klarer Schlachtenpläne unterstützt die Schilderungen des Verfassers aufs beste. ________________ Magisches sahienquadrat. In die Felder nebenstehendeii Quadrats sollen die Ziffern 34 220 302 443 viennal derart eingetragen werben, daß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechten und Diagonalreihen stets 999 betragt. Auflösung in nächstev Nummer. Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer: Fagd — Äfd)e — Michel — Mer — Segen — Weber — Aft — Teller — Topf; James Watt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen.