Samstag, den 22. März A i 1 SEM'//' B fei WMM Osterhimmel. Die Osterwasser gießen In nfervollem Fließen Niel Wunder auf die Welt, Und durch die Wälder schweben Geheimnisvolle Leben, Und alles ist erhellt. lieber die Berge fliehen Die Wolken; Stürme ziehen Sie fort mit starker Hand. Der Himmel wächst ins Blauet Komm, Ostersonne, schaue Froh auf dein selig Osterland. Max Bittri ch. jfraueniiebe. Roman von Hör st.Bode m e r< (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 11. Kapitel. Was junge Paar hatte in der Tat von Berlin aiw teilten Abstecher zu Beerenburg gemacht. Der gab ihm zu Ehren eilt kleines Fest int Kasino. Hans-Wilhelms Kameraden schüttelten intmer wieder die Köpfe. „Der gute Kerl ivar doch eigentlich furchtbar dumm gewesen! So eine Frau heiratet man doch vom Fleck weg!" ' Man fand sein langes Zögern ganz uufaßlich. Einen .Hausstand einzurichten, kostet aber eine Hei- denmenge Geld; der Anschlag, den sich Eva macht. Muß- erheblich überschritten Werden. Grund genug, nach Mo reih zurückzukehren. * Nach vierzehntägiger Abwesenheit trafen sie zu Hause ein, am Bahnhof empfangen von Frau von Mo reih und dem Grafen Relendorff; doch fuhr der Vater gleich nach der Begrüßung nach GlossoW zurück. Hans-Wilhelm ärgerte sich im Stillen. Eva merkte es wohl. Als sie abends allein zusamniensaßen, faßte sie ihren Mann 'bei der Hand. „Aergere dich nicht über Pappa! So ist er nun einmal — wie haben alle Fehler und müssen nachsichtig sein!" Hans-Wilhelm schwieg, er durfte nicht über die Fehler .anderer richten. „Eva, das liebende Weib erriet seine Gedanken. „O, es wird alles noch schöner, als es ohnehin schon ist! Ein ganz reines Glück gibt es doch kaum auf diese« Welt!" Da nimmt er sie auf feinen Schoß. „Eva, warum hast du mich eigentlich so lieb?" Sie schlingt die Arme um ihn. „Liebe ist ein Gefühl — ergründen fällt da schwer, Nur so viel Weiß, ich, hättest du mich noch lange wartttf- lasseu, wäre ich zusammengebrochen!" Wild küßt er sie. „Und ich Esel bin jahrelang att so viel Liebe, Güte ufl Schönheit vorbeigetrottet!" Eva fährt nur selten zu ihrem Vater, sie fühlt, Hans» Wilhelm sieht es nicht gern, und sie gibt ihm recht. Mm! Graf Relendorff nicht, seine Kinder zu sehen, forderte -er vor allen Dingen den Schwiegersohn immer noch nicht auf, bei ihm zu verkehren, als sei Glosfow- seine zweite Heimat, so war es Pflicht des Weibes, den Mann über den Vater, zu stellen. Oft hatte sie allerdings weiche Anwandlungen, dann bedauerte sie den einsamen Vater, der still und ruhig seiner Pflicht nachging. Was er einmal für richtig hielt, davon brachte ihn kein Mensch ab. Er war eben ein Charakter. Und pochte an sein Herz von Zeit zu Zeit die .Sehnsucht nach seinem einzigen Kinde, so stürzte er sich mit doppeltem Eifer in die Arbeit, um in ihr Ruhe zu finden. Aber die Winterabende so ganz allein Waren entsetzlich laug und Evas Stimme bei den Mahlzeiten zu missen, ihrem munteren Geplauder zuzuhören, das ivar ihm nun genommen. Frau von Moreth schien ihm auch sein Verhalten zu verübeln, sie war reservierter geworden. Nun ja, sie hing an ihren Kindern, das War begreiflich und selbstverständlich, ein Frauengemüt ist weicher als ein Männerherz. Kam dann endlich einmal Eva —< in acht Tagen War das kaum .einmal der Fall, — so mußte er sich zusammennehmen, um nicht werten zu lassen. Wie sehr er sich freute. Und weil er feine Gefühle zu verbergen suchte, so wurden sie einander immer fremder, man redete von gleichgültigen Dingen, jedes war darauf bedacht, keine Herzenstöne anzuschlageu, der Graf, weil er fürchtete, dann von Eva überrumpelt zuj werden, die Tochter, weil sie bartun wollte, daß zwischen ihnen solange eine Scheidewand stehen bleibe, bis Hans- Wilhelin mit offenen Armen als Sohu aufgenommen worden sei! Der aber tat seine Pflicht und Schuldigkeit! Jetzt im Winter war Zeit, die Jmtenwirtschaft in Stand zu setzen. Alle Kräfte eines Gutes richtig zu verteilen, War doch schwerer, als einer Schwadron den Dienst anzusetzen. Einmal hatte der Oberinspektor auf dem Gutshofe mörderisch geschimpft, der Bogt hatte fünf Minuten zu spät zur Wiederaufnahme der Arbeit geläutet. „Aber Drewei, machen Sie doch jetzt im Winter nicht solchen Heidenradau wegen lappiger fünf Minuten! Wenn Wir in der Ernte wären und ein Gewitter stände am Himmel, Wäre das etwas anderes." Da hatte er sein Buch herausgezogen. — 182 — „Herr Oberleutnant zweiundvierzig Menschen beschaf- ftneii Wir, zwei und vierzig mal fünf gibt zweihuridertzehn Minuten also dreieinhalb Stunden Arbeitszeit. Die Stunden urüssen wir im Durchschnitt im Winter mit achtundvrerzag! Pfennigen bezahlen, unser Verlust durch die Bummelei des Vogts beträgt also hundertachtuudsechzig Pfennige. Ist das kein Geld." * r, , „Sie haben recht, Drewel," mernt Hans-Wilhelm lachend, „an Ihnen ist ein Bankier verloren gegangen!" Aber der Oberinspektor inachte ein ernstes Gesicht. „Disziplin und .Autorität bleiben die Hauptsache. Bedenken Herr Oberleutnant im Sommer haben wir fünfmal so viel Leute. Die Löhne sind dann noch höher, da niacht eine solche Nachlässigkeit mindestens sieben Mark aus." Hans-Wilhelm schüttelte dem Alten die Hand. .„Ich werde nichts wieder sagen, lieber Drewel. Von Ihnen kann ich noch viel lernen." Diese Worte entschädigten den Oberinspektor für manche trübe Stunde, die ihm sein Herr bereitet hat. Wäre es möglich, er ginge mit noch größerem Pflichteifer an seine Arbeit. * Weihnachten kam heran, die Erde lag unter einer dichten, weihen Decke. Eva, die» Glückliche, hatte alle Hände voll zu tim, und die Arbeit bekam ihr sehr gut. Da hieß es, Einkäufe machen für das Personal, Drewel mußte berichten, wie die Fanlilienverhältnisse lagen, wie lange die ein- zeliien Leute Auf dem Gute in Arbeit standen. Treu wurde sie von Hans-Wilhelms Mutter unterstützt, die förmlich aufblühte unter dem Glücke ihrer Kinder. Lächelnd sagte sie: „Du nimmst mir auch alle Sorge, liebe Eva!" „Fühlst du dich auf deinein Altenteil nicht wohl, Mama?" „O, doch, mein Kind, Wenn man so verwöhnt wird!" Oft gingen die beiden Frauen die Lindenallee iils Dorf hinab oder in die Wohnungen der Gutsarbeiter, um nach dem rechten zu sehen, es gab ja so schrecklich viel Elend in der Welt!" * Graf Relendorff lehnte sogar eine Einladung zum heiligen Abend ab. Da trat Hans-Wilhelm die Galle ins Blut. «„Das ist zu viel, liebe Eva! Wenn er mir etwa ein Geschenk machen sollte, schick ichfs zurück !" „Lieber tu' es nicht! Du bist der Sohn und, hast gegen deinen Schwiegervater nachsichtig zu sein!" Er brauste auf. „Hat sich was — Schwiegersohn!" Sie schlang den Arm nun um seinen Nacken und sah ihn liebevoll an. „Ich kenne doch Papa, der hat sich einen Termin gesetzt. Ist der heran, dann wird alles gut." „Der scheint mir in weiter Ferne zu liegen." „Das glaub ich nicht, Hans-Wilhelm. Bitte, übe Nachsicht — um meinetwillen!" Da gab er nach; aber eine Wolke des Unmuts lag aus seiner Stirn. In Wahrheit hatte es den Grafen einen harten Kampf gekostet, bis er sich zur Absage entschlossen. Von Herzen gern hätte er Frieden gemacht, aber er traute Hans- Wilhelm nicht. Jetzt, während der Flitterwochen, unter den neuen Verhältnissen, wäre es noch schöner gewesen, wenn sein Schwiegersohn nicht sein Leichtsinn beiseite geschoben hätte; ob er aber Mann genug war, durchzuhalten, bezweifelte er sehr stark. Und wenn ihm auch sein Herz dabei blutete, er mußte abschreiben; kam der Zusammenbruche dann konnte er zu seiner Tochter sagen: „Kehre zurück zu deinem alten Vater, die Vergangenheit ist tot!" Engagierte er sich aber drüben in Moreth, so bekam das ganze Bild ein anderes Aussehen, dann mußte er versuchen, mit Hans-Wilhelm zu paktieren, ihn auf den rechten Weg zurückzuführen, und das wollte er nicht, dazu war er viel zu stolz. * Die Bescherung für das Gutspersonal fand in dem geräumigen Speisezimmer statt, da waren viele strahlende Gesichter zu sehen; am besten kam der alte Drewel weg, der wollte anfangs gar nicht all die schönen Sachen annehmen. „Mas ist zuviel!" Und als man ihm zuredetc, antwortete er mit dem Brustton der Ueberzengung: sank. (Fortsetzung folgt.) ,,Soviel wirft Moreth nicht ab für seinen Inspektor!" i Hans-Wilhelm klopfte ihm beruhigend auf hie Schulter. -„Meine Frau ist sparsam, das wissen Sie doch!" ’ „Jawoll, Herr Oberstleutnant, jawoll!" „Und die übernimmt die Verantwortung! — Nicht wahr/, Eva!" Drewel schielte sie zweifelnd an. „Ja — mit Freuden!" i Na, da hatte der alte Mann ein Einsehen.-- Im Zimmer der Mutter, unter Hans Moreths Bild/ fand die Bescherung der Familie statt. Der Graf hatte Hans- Wilhelm einen Drilling, Eva ein silbernes Teeferviee und einen wundervollen Samowar geschenkt. Der traten doch die Tränen in die Augen. Ihr Manu nahm sie in seine „Nächstes Jahr, so Gott will, wird beiit Vater unter unserem Christbaum nicht fehlen!" Auch Frau von Moreth war von ihm mit einer pracht-a vollen Bonbonniere beschenkt worden, aber sie freute sich nicht darüber; das schönste Geschenk wäre für sie seine Teil-, nähme am Fest gewesen. . Beim Abendbrot mußte der alte Drewel erscheinen, ©eitte Augen glanzten und als er eine tüchtige Portion Punsch seinem Magen anvertraut hatte, wurde er auf em- mal redselig und vergaß die Unterordnung, auf die er docy. o große Stücke hielt. , „Uebers Jahr," meinte er, „na, da wollen wir hoffen, daß noch ein Tisch mit so ganz kleinen Sachen unterM Baume- steht," und dabei zwinkerte er vergnügt Eva an. Die wurde rot. „Hans-Wilhelm sagte rasch: , „Dann Prosit, lieber Drewel — trinken Sie, so jung kommen wir doch nicht ivieder zusammen!" Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Zu Weihnachten durfte sich der Christ, zu Kaisers Geburtstag der Patriot die Nase begießen; sonst aber blieb ein anständiger Mensch hübsch nüchtern! — , . Graf Relendorff saß an diesem Wend am Kamm und sah mit gefürchteter Stirn auf die glimmenden Holzscheite; er sprach gern von der inneren Zufriedenheit, die jeder! trachten folle zu erringen; heute, am Weihnachtsfeste, war er weiter von ihr entfernt denn je. Nach Neujahr machten Eva und Hans-Wilhelm Besuche. Ueberall wurden sie mit offenen Armen ansgenom- men Selbst die Damen, die anfangs für den leichtsinnigeu Offizier nichts übrig hatten, ergriffen nun seine Partei. Er arbeitete doch, trug sein Weib auf den Händen, da mußte man ihm doch auch zu erkennen geben, dag man anderer Meinung über ihn geworden war. Das Verhalten des Grafen wurde gemißbilligt, wie dies nun einmal unter anständigen Lenteu ist, man schlug sich für den Gemiedenen in die Schanze. , Eva kam dabei in heftigen Widerstreit nut ihren Gefühlen. Teils freute sie sich, teils fühlte sie sich als Tochter verletzt. Ueberhaupt kam es ihr vor, als sei der Vater in letzter Zeit sehr gealtert. Da kamen Stunden, in denen sie nicht wußte, wie sie handeln sollte. Fuhr sie oft nach Glossow, so machte Hans-Wilhelm ein langes Gesicht wenigstens bildete sie sich ein, dies bemerkt zu haben; mied sie den Vater längere Zeit, so pochte das Gewissen au ihr kindliches Herz. Oft ibar sie fest entschlossen, einmal offen mit ihrem Vater zu reden, aber dann kamen nur. allzu oft wieder Zweifel, die sie früher nicht gekannt. Ihre ganze Energie war gelähmt, das fühlte sie; so sehr sie ihren Mann liebte, ein reines Glück war es nicht, solange die Scheidewand zwischen ihnen utid bcni Vater nicht Eiei! Huworeske von Reinhold Ortmann. Sonnig und fröhlich war der März-morgen angebrochen, eich Ostersonntag, wie man ihn nach all dem Regen, der letzten Wochen kaum hatte erhoffen können. Kein Wunder also, daß auch die Stimmung im Hause der verwitweten Kammerrätin Bernward sonnig und fröhlich war. Bald aus bem! einen Zimmer, bald aus dem anderen klang ein helles Mädchenlachen oder das Ge- träller eines übermütigen Liedchens; bald hinter diesem Fenster/ bald hinter jenem erschien ein allerliebstes Köpfchen, das aus blanken Augen in die schöne, leuchtende Welt hinaüsspähte. Solche« niedlichen Mädchenköpfe gabs nnwlich in der Villa Bernward Bernward. Frau Piper läßt um Entschuldigung bitten, weil das 'Kuvert, das beigefügt werden sollte, leider verloren gegangen ist. Ich war schon bei dem Herrn Amtsrichter, um ein anderes zu holen. Mer der Herr Amtsrichter war nicht zu, Hause." Nun erschien auch Fräulein Gerda, der, um! zwei _@tun.ben ältere von den beiden Zwillingen, auf der Bildfläche.' Sie chatte den Sendboten voM Fenster aus erspäht, und eine innere Stimme Mochte ihr gesagt haben, daß das Geheimnis unter der Seiden- päpierhülle in irgendeiner Beziehung stände zst ihrer eigenen Person. „Bon Herrn Amtsrichter Hildebrandt?" wiederholte sie. „Tann ists schon -gut, und Sie brauchen sich wegen des verloren gegangenen Kuverts nicht weiter zu bemühen. Hier, mein Bester, — machen Frühlingsgarten. „Himmlisch!" rief Gerda. „Einfach entzückend ! Auf eine so 'geschmackvolle Aufmerksamkeit konnte auch wirklich stur der Amtsrichter verfallen. Mama hat ganz recht, wenn sie sagt, daß er ein reizender Mensch ist. Findest du das nicht auch-, Martha?" , „Ich kenne den Herrn Amtsrichter wohl nicht so genau wie du und die Tante. Aber dies Blumengebinde ist in der Tat wunderhübsch." ' ' Sie hatte es sehr ruhig und freundlich gesagt, nur daß ihr Gesicht jetzt wieder seinen Alltagsernst angenommen hatte, statt der sonnigen Festtagsfröhlichkeit von vorhin. „Wunderhübsch ist viel zu wenig gesagt," schwärmte Fräulein Gerda. „So was Schönes hast du sicherlich nie in deinem Leben geschenkt bekommen. AH, Elli, du bist auch da! Sieh nur, was mir der Amtsrichter Hildebrandt als Osteraugebinde geschickt hat. Feudal — geradezu großartig — wie?" Fräulein Elli legte den Kopf ein wenig auf die Seite Und versank für die Tauer einiger Sekunden in schweigende Betrachtung des Ostereis. Merkwürdigerweise verschwand dabei auch aus ihren Zügen bis auf den letzten Rest all die übermütige Munterkeit, Mit der sie heute den jungen Tag begrüßt hatte. „Niedlich!" sagte sie endlich. „Hat er dir auch was dazst geschrieben?" „Natürlich ! Aber der Brief ist in der Blumenhandlung UM weniger als drei, zwei blonde, die den Zwillingen Gerda I Der Streit der Plötzlich entzweiten Zwillinge drohte in hellen und Elli, und einen braunen, der ihrer verwaisten, aber seit I Flammen aufzulodern. Ta fuhr Fräulein Marthas warnender Jahren als gleichberechtigtes Haustöchterchen angenommenen Kusine I Zuruf rn die gekreuzten Klingen. Martha Bernward gehörte. Tie Zwillinge hatten erst vor kurzem I „Um Gottes willen — der Herr Amtsrichter! Eben kommt ihren achtzehnten -Geburtstag gefeiert, und iM stolzen Bewußtsein I er durch den Garten? , ihrer Jugend pflegten sie darum! unter vier Augen des öfteren Erschrocken blickten die beiden Mbenbuhlermiwn auf. Mit dem Ausdruck teilnehmenden Bedauerns sestzustellen, daß „Himmel!", ries Gerda. „Und Mama ist noch gar nicht von Martha mit ihren zweiundzwanzig schon bedenklich nahe daran ihrem Morgenspaziergang zurück. So echauffiert, wie ich setzt iei eine alte Jungfer zu werden I aus,ehe, kann ich ihn doch unmöglich empfangen." Ob Fiäulein Martha selbst diese Ansicht teilte, blieb ungewiß, „Ich auch nicht," erklärte . Elli mit Bestimmtheit. „Und Nach der etwas herben Zurückhaltung in ihrem! Benehmen gegen außerdem müssen Mr erst wissen, wem er das T-ing da geschM die jüngeren männlichen Besucher des Hauses und nach dem Erlist I hat. , Du mußt ihn danach fragen, Martha . Und wenn ich Meder in ihrem ganzen Wesen hätte man cs beinahe vermuten können. I heremkomme, mußt du nur eut Zeichen geben, ob es für Mich be- Mn diesem sonnigen Ostermorgeu aber schien auch sie ganz von I stimmt war." , „ festlicher Heiterkeit erfüllt uni) ohne alle Kümmernis wegen des „Größenwahn!" bemerkte Fraulein Gerda mit einem liebens- Wer ihrem Haupte schwebenden Altnuigfernschicksals. Der Zufall würdigen Auflachen., Und dann, ohne ihrer Schwester einen Blich wollte es, daß sie eben in die Haustür getreten war, als ein junger zu gönnen, fugte ne hinzu: „Wenn Hildebrandt frageil sollte, Mensch mit einem umfänglichen, sorgsam in Seidenpapier ein- ob Mir die Blumen Freude gemacht haben, so sage nur Riesig! gehülltenGegeiistand durch den Garten daherkant. Er machte Hub obgleich keine Karte dabei gewesen wäre, hatte ich gleich seinen Kratzfuß und entledigte sich Mit dem edlen Anstand eines I erraten, wem fie gegolten." . „„.«s,.. . . .. trinkgeldfreudigen Laufburschen seiner Mission als Abgesandter! „UrwerschäMtst zischle Fräulein Elli. Und dann waren sw der ÄliiMeubandlUna Rom Piper. I zu verschiedenen Türen hinaus. Maria Bernward, aber nahm „Es ist von dem Herrn Amtsrichter Hildebrandt für Fräulein I mit glühenden Mtngen die Meldung des Menstmarchem cnt- - " • ' ~ •—» 1 gegen, und ihre Stimme hatte einen gat beklommenen Klang, als sie dem Herrn Amtsrichter statt der abwesenden Hausfrau sagen ließ,, daß er willkommen sei. Aber wie er dann eintrat, hübsch, stattlich und Mit einem liebenswürdigen Lächeln auf den Lippen, hatte sie sich schon wieder ist der Gewalt. „Guten Morgen, Herr Amtsrichter! Meine Tante wird vermutlich sogleich zurückkehren. Bitte, nehmen Sie Platz!", „Schönsten guten Morgen, mein verehrtes Fräulein! Und vor allem : ein gesegnetes Osterfest! Ich weiß nicht, wie es zugeht; aber mir ist, als wäre noch nie ein schöneres heraufgestiegeu wie das heutige. So herrlich hat der Tag begonnen, und obwohl ich sonst nicht viel von Ahnungen halte, diesmal habe ich die sichere Sie sich davon einen "vergnügten Feiertag." . I Empfindung, daß er noch viel herrlicherio"aär Der Jüngling verschwand, und Fräulein Gerda trug das ®te ^rub^nbr .Se^afttgtett feiner ^egru^ung, bt f g Geheimnis behutsam in den Salon. Die Hüllen fielen, und zum nichts Konventionelles hatte,^ setzte ^mun doch wieder in Bei Vorschein kam ein wunderschönes Blnmen-Arrangement in Form I legenheit. Unwillkürlich senkte lie vor 1 einem glanzende eines „Ostereis, farbenbunt und düftehauchend wie ein ganzer | die Wetter.heute," brachte,sie mit einiger Mühe heraus. „Und über das Fest wird es wohl, auhaltem" „Nun, Wenns auch umschlüge," lachte er übermütig. „A$n meinem Herzen bliebe doch Osterfounenscheiu., Borausgesttzt, daß nicht etwa ein tödlicher Reis auf meine Frühlingshossirungen fallt, was der HiMmel in Gnaden verhüten wolle. Dars ich fragen, liebes Fräulein Martha, ob Meine bescheidene Huldigung eut. freundliche Aufnahme gefunden hat?" , . , Ties schöne- Blumen-Arrangement, menten Sie? O ja Herr Amtsrichter, es — es hat sogar die lebhafteste Freude hervor- 9UU',O wie gern ich das höre! Und ich fürchtete schon, als zudringlich angesehen zu werden. Und die Frage, die ich in meinem Begleitbrief zu stellen wagte — ?," „Ach, der Begleitbrief ist leider verloren gegangen oder in der Blumenhandlmig verlegt worden. Sie werden also schon genötigt fein, die Frage mündlich zu.wiederholen.' „Was von Herzen gern geschieht. So frage ich also — „Verzeihung, Herr Amtsrichter: Gerda wird sogleich toinmeii. tObcr — oder wäre es vielleicht Elli gewesen, tue durch >zhr Geschenk erfreut kverden sollte?" , . „Gerda? — Elli? — Ja, ünt des Himmels Witten, Fräulein Martha — die Blumen und der Brief nut feiner schicksalsschweren Frage — für wen hätten sie denn bestimmt sein können, wenn ***% Unb toi Wtl6t e« SefHW; MS Me Stumm I Mfrn ”«««« der „ulten Sunsfet" »etloten -‘äVÄ.Ä mit «,*„ Sina.» - >•“« - - - « •* ! „Zweifelst du vielleicht daran, wenn ich fragen darf?" I tfF Ernst, „ « wv KW's benrt Ja, wenn kein Brief oder feine Karte dabei war, ist es , ,,U»d ob es Wern Ernst ist! Potz Mitz. haben Sie,s dE hteniger b Ächem Beweggründe immer Sie wollen - nur sagen Sie: liebevoll gewesen als der, Mit dem sie ihre Schwester fixierte. I „Ja, ich will dir gehören. Stimmest „Weil es ich dabei nicht uM eine bloße Aufmerksamkeit handelt, , „Aber, ich - H kann - mein Gott ich»orege wenn du es denn durchaus wissen willst. Herr Hildebrandt wird Meiner: Tante ^Nner Kus mm Sie werden uns ja ohne Zweifel heute vonnittag seinen Besuch machen, und „Ihn so nötiger ist eine rasche Antwort. Schnett IW Stau mh'Öu'Ä " ”*** — Kit«, *1* N* W El« e»d W» im s«. ti, i&ÄteÄtSÄwÄ! » - ** - «' i°." "Ä w„t - wüt« »«bi« Ränke und Schliche. Dst wußtest, daß ich mW str ihn mterMere, ! als die drei TamMmntrt m a . ' iund da hast du dich darauf verlegt, ihn mir abspenstig zu machen. I dann rtef die KanMerrann «Uz wt. „Pah! Ist Herzensangelegenheiten ist feder sich selbst der „Was fur prachtvM e Mnmen. uiw rm y° » ^Mtetn stachste. Und schlieUich kann ich doch nichts dafür, wenn er mich | netter finden sollte als dich." sollte denn damit oeglückt werden r 184 Der Amtsrichter Hildebrandt toar nicht umsonst wegen seiner Geistesgegenwart mib Schlagfertigkeit berühmt. . „Sie sollten ein 'kleines Osterangclnnde fein für das reizendste aller Zwillingspaare, gnädige Frau!" ' Ach wie nett," sagte Fräulein Gerda mit einem säuerlichen Lächeln, uiid Fraulein Elli fügte- hinz-u: „Riesig aufmerksam! Um ersten Feiertag wirst du sie ailf dein Zimncer stellen, Gerda, und mit zweiten gebären sie mir." „Und Martha?" sekundierte der altere Zwilling. „Da sie doch nicht -ganz leer ausgehen darf, lassen wir, tme ich denke, auch sie an dem bezaubernden Ostergeschenk des Herrn Amtsrichters Parti- gifteten ** „Verzeihung, meine Damen! Aber Fräulein Martha hat sich bereits mit einem anderen, allerdings noch bescheideneren Angebinde zufrieden erklärt. Meine teuerste gnädige Frap, ich habe die Ehre, Sie um die Hand Ihrer von mir innig geliebten Nichte zu bitten." , „ ,, , Eine halbe Stunde später schworen sich die Zwillinge in der Einsamkeit ihres Stübchens aufs neue ewige und unverbrüchliche schwesterliche Liebe. Tas diesmalige Osterfest aber war ihnen gründlich verleidet. Heidesrühling. K.-K. Es ist etwas Merkwürdiges um! das Schicksal der Heide. Erst kannte sie niemand. Im näselnden Ton der Geringschätzung redete man von ihr. Plötzlich gingen der Welt die ?(ugeit für die Schönheit dieses unverdorbenen Naturkindes auf. Man entdeckte sie. Und als sie entdeckt war, da vergiftete und erwürgte man sie: das alte Lied von der Unschuld vom Lande, die in Großstadthände fällt. Wer zum erstenmal in die Lüneburger Herde kommt, ist von dem Charakter des Geländes überrascht. Statt geradliniger, langweiliger Einförmigkeit findet er die welligen Hügelketten des deutschen Mittelgebirges. Zwei, drei Horizonte bauen sich hintereinander auf. Die letzten Konturen verlieren sich im fernen Blau der Unendlichkeit. Gerade in der Zentralheide finden sich Partien von so wunderbarer Schönheit, eine weite, freie Unendlichkeit. Dazu diese tiefe, wundersame Stille. Wem das große Schweigen dieser unberührten Natur nicht zum Herzen spricht, der hat kein Herz. Es ist sonderbar, zu jeder Jahreszeit und bei jeder Tagesstimmung packt die Heide den Beschauer. Und wen sie an sich gezogen hat, den gibt sie wie ein starkes, gesundes Weib nicht wieder frei bis an seinen Tod. Brann und grau liegt sie im Frühling da. Nur langsam macht sie sich von den Fesseln des Winters los. Ihr scheint der Schlaf unter dem weißen Hermelinmantel zu gefallen. Aber die Sonne findet auch sie und weckt die Schlummernde. Die Tannen stecken ihre Lichter auf, die Birke schlägt einen grünen Schleier um ihre schlanken, weißen Glieder, der Ginster prangt int Gold seiner Blüten und die Vöglein locken mit hellem Ruf. Aber die Heide bleibt still. Es ist, als verschmähe sie es, sich zu schmücken, um der Schönheit ihrer Gäste keinen Abbruch zu tun. Erst im Frühsommer treibt sie den jungen Schuß. Duffes Grün legt sich wie feine Patina über das Braun. Fast glaubt man, das kleine Kraut schäme sich seines späten Erwachens und wage nicht, sich in frische Farben zu kleiden. Und doch spürt man das junge Leben, das in diesem Gestrüpp pulsiert und das sich in der vergoldenden Herbstsonne dann in seiner feierlichen Pracht zeigt. Wundersam ragen die ewig gleichen dunklen Büsche dazwischen auf, die schwarzen Macholdergruppcn. Bald einzeln, bald in förmlichen Waldungen vereinigt, sind sie das charakteristische Stück der Landschaft. Auch ihre Form ist mannigfachem Wechsel unterworfen. Hier sind sie bizarr und urkomisch in ihrer Unregelmäßigkeit, dort wiederum schlank und regelmäßig, wie Pinien, die unter der Schere des Gärtners gehalten werden. Auf dieses Gebiet hat der Verein Natursckmtzpark (Stuttgart) sein Augenmerk gerichtet, um es in seiner Eigenart kommenden Geschlechtern zu erhalten, als ein großes Volksmajorat für Nord und Süd, als ein Fideikommiß für alle, so weit die deutsche Zunge klingt. Worte und Bilder können von der Herrlichkeit und Eigenart dieses Gottesgartens keine richtige Vorstellung geben. Wer wirklich wissen will, wie glücklich der Griff war, der diesen Nationalpark schuf, der muß kommen und ihn sehen. Er wird bei der Heimkehr von demselben Gedanken erfüllt sein, den Lenau in die Worte formte: „Du warst Mir ein gar trauter, lieber Geselle, komm, du schöner Tag, Zieh noch einmal an mir vorüber, Daß ich mich deiner freuen mag." vermischtes. kf. Deutsch, das der Deutsche nicht kennt. Wer sein „geliebtes Deutsch" wirklich liebt, hat wohl schon einmal über das „Kaufmannsdeutsch" gewettert, und ebenso bekannt wie diese Sondersprache sind die Studentensprache und die Gaunersprache. Es gibt aber eine ganze Reihe anderer Berufs- und Standes- sprachen, die zum Teil recht reichhaltig sind, trotzdem aber wenig bekannt sind. Dahin gehört z. B., wie Dr. Alfred Schirmer in der „Germanisch-Romanischen Monatsschrift" an einem längeren Aussatze über die Forschung der deutschen Sondersprachen angibt, die P e n n ä l e r s p r a ch e, die manches mit der Studentensprache gemeinsam hat, aber auch zahlreiche, oft recht witzige selbständige Schöpfungen puiweist. Stach dem klassischen Latein hat sie z. B. Wörter gebildet wie Direx für Direktor, Ex, Exer für Extemporale, Scrips für Skriptum, aus dem Griechischen entnimmt sie in freier Bearbeitung das Zeitwort eispipsen für Hineiukallen, und auch die neueren Sprachen verarbeite! sie: der Direktor heißt Chef, der Schüler kennt den Begriff des Soufflierens und den des Schassens, ja er nennt nach dem englischen ugly (häßlich, ekelhaft), einen unangenehmen Menschen einen „Oegler". Ohne Zuhilfenahme fremder Sprachen sind „bie spöttischen Bezeichnungen „blecherner Heiland" für den Religionslehrer und „Probeknochen" und „Hülssbremser" für den Probekanbibalen und den Hülfslehrer gebildet, und ebenso ist es mit den Bezeichnungen Witzblatt, Wurstpapier oder Kummeraktie für das Zeugnis. Bei den Angehörigen des Heeres und der Flotte gibt es ebenfalls eine sehr reichhaltige, gleichfalls oft witzige Sprache. Die Kürassiere heißen darin nicht Kürassiere, sondern Klempner, die Husaren sind Bindfadenjungen oder Pfeffer» kuchemnänner, die Infanteristen werden zu Sandhasen oder Fuß» latschern, die Pioniere erscheinen als Maulwürfe und der Train ist die „Kolonne Prr", wenn ferne Angehörigen nicht als Mistkutscher, Armeespediteure oder schweres Getränk bezeichnet werden. In der „Bordsprache" wird die Torpedobootflottille zur Hammelkohlflottille, die Schiffe vom Typ der Brandenburg heißen die „Plcstt- eisenklaffe", „schwimmende Särge" oder „Gummipanzer" sind veraltete Schiffe, das Hebeschiff Vulkan ist als „Marinehebeamme" bekannt, und der Schiffspfarrer hat den nautischen Ehrennamen des „Himmelslolsen". Wenn solche Sondersprachen gar zu technisch sind, bleiben sie auf die Angehörigen eines Bernies beschränkt. Wer z. B. weiß, was eine Leiche, eine Hochzeit, eine Jungfer, ein Zwiebelfisch, Fliegenköpse, Speck und Eierkuchen in der Sprache der Buchdrucker bedeuten? Das Wort „Gänsefüßchen", das gleichfalls aus der Buchdruckersprache stammt, ist dagegen Gemeingut' geworden. Einen ähnlichen Vorgang findet man auch bei vielen andere» Berufssprachen. Von älteren seien die Bergin a n n s s p r a ch e und die Jägersprache angeführt, der ursprünglich die Ausbrücke: 'Ausbeute, Fundgrube, Zutagesördern, Schlacke und Spüren, Wittern, Stöbern, ins Garn gehen, auf beit Bufch klopfen entnommen ftnb. Bei diesen Ausdrücken findet man bei einigem Ueberlegen leicht die Herkunft. Manchmal aber gehen die Ausdrücke einer Sondersprache in die Gemeinsprache über, und man weiß es nicht, wessen Sprache man eigentlich spricht, wenn man von naseweis oder vorlaut (aus der Jägersprache) spricht. Daß bas Wort „kunterbunt" aus ber Sprache der Musiker stammt uud eigentlich nichts anderes ist, als Kontrapunkt, wird von Hundert wohl kaum einer wissen. Bei technischen Ausdrücken, die neuerdings oft bildlich gebraucht werden, ist daher die Herkunft gewöhnlich leicht zu erkennen. So ist eS, wenn man „aus den toten Punkt kommt", „unter Hochdruck arbeitet", wenn man „Gegendampf gibt", und ebenso stammt das „Sicherheitsventil der öffentlichen Meinung" aus der Technik. * Ein Glück. Fran: „Das ist ja eine schöne Bescherung! Dn gewinnst beim Preiskegeln einen Äierkrug und bringst nichts davon heim wie den Henkel!" — Mann (kleinlaut): „Ja, e8j ist immer noch ein Glück, daß ich nicht die teuere Punschbowle gewonnen habe!" * A h n u ugsvoll. Heiratskandidat (zum' Vermittler): „Die Danke, die Sie mir da empfehlen, hat ein Haus?" — „Jawohl, ieS ist, wie sie mir sagte, ihr Geburtshaus." — Hm — das dürfte dann wohl schon recht baufällig sein, tvie?" * Vorschlag. Kunde (der sich die Haare schneiden lieh nnd mit einem größeren Geldstück bezahlt): „Sie können wohl nicht tzeransgeben, Meister?" — Barbier seine ganze Kasse zu- sammenkratzend): „Hm, zehn Pfennige fehlen mir... zu dum! . . . Soll ich Ihnen noch für 'n Groschen Haare abschneiden?" * Int Restanrant. „Du, da nimmt sich jemand deinen Spazierstock!" — „Halts Maul... er hat ihn wahrscheinlich wiedererkannt!" Versteckrätsel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Heinrich — Kasperletheater — Schlingpflanze — Schinken — Ziegenleder - Bauhandwerker — Geschwister — Grundbesitz — Serbien — Halsband — Sonntagsreiter — Bühnenkünstler — Taufend — Silberrnbel — Kaufmann — Bademantel — Dattelpalme — Eichenlaub. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummerr Weiß. Schwarz. 1. Tdl-hl L b 5 — e 8. 2. Dg6 — b 1 beliebig. 3. D gibt Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'Ichen UniversitätS»Buch» und Steindruckerei. R. Langem Gieße»