tfoimsrstog, Seit 2(. Hugujt ff-» lÄuBseSRM BilsH 111! ®£?v£ sSK£®aSra>C' I «fh«®/ M. I b WZ! -'■ W^! w SW siüL SSM rz-simiEfie Firnenrsulch. Roman von Paul Grab ein. Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) , Malmort trat zuerst hinaus auf den gefährlichen Pfad. ört)raggcfteUt, dre rechte Schulter an die Felswand gepreßt, begann er auf dem schmalen Felssims entlang zu schreiten. Sctounbmtb- blickte Gottliebe ihm nach, wie Auge, Hand und rMß aufeinander eingearbeitet waren und mit der Prä- 8qwn einer Maschine gleichzeitig funktionierten. Kein Bau« oern und Versuchen. Wo das scharf und doch blitzschnell prüfende Auge den Tritt und Griff erkannt, da faßten im selben Moment auch schon Hand und Fuß mit stählernem KSrifji zu. Ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit überkam einen, wenn miau ihn so selbstsicher, Herr des Berges, auf dem schwindelnden Felsstreifen dahinschveiten sah. ®° selgte denn auch Gottliebe, nun ganz wie er in Anspruch genommen von der schwierigen Aufgabe, die alle Mistes- und Körperkraft voll aUspannte. Da war jetzt gar teilte Zeit, über die Gefahr der Lage nachzudenkeu, und toemt überhaupt noch für ein Gefühl Raum war in ihrer Seele, so war es das eines frohen Stolzes auf ihre Kraft Und ihren Mut, die sie hier festen Fußes zwischen Himmel Und Erde dahinschreiten ließen. So ging es langsam, aber ein gut Stück bergan. Plötz- lrch aber versagte der Weg — das Band verlor sich am Felsen. Unwillkürlich zum Halt gezwungen, fest an die Wand Mr Rechten geklebt, mußte Gottliebe denken: Wie den gewöhnlichen Sterblichen da drunten wohl zumute gewesen wäre in dieser Situation? Das Bild der verzärtelten Modedame, der Frau v. Malmort, die sie so hochmütig über die Schulter angesehen hatte, stieg unwillkürlich vor ihr auf. Hier! — rief sie ihr im Geist stolz zu — hier laß uns messen miteinander, wer der stärkere von uns beiden ist, wer das Recht hätte, auf den anderen herabzusehen! Wer wirklich das Recht hätte, sich diesem Manne als ebenbürtige Gefährtin zu gesellen — du oder ich! „Nun — wie weiter?" Lächelnd sah Malmort von vorn zu ihr her. Es reizte ihn, zu sehen, wie sie diese Situation ertrug. Wer ruhig begegnete ihm ihr Blick und studierte dann dre Wand vor und über ihr. „Hier den Fels hinauf — Griffe sind da — dann im Kamm droben hoch." „Bravo, bravo!" Laut rief er es ihr zu. „ „Ich glaube wahrhaftig, Sie können auch allein hinauf, ohne mich!" Sein Blick traf sie in freudigem Stolze. „Es ist ja eine. Freude, mit ihnen zu gehen, eine Herzensfreude, Fräulein Gottliebe! Könnten Sie mich doch immer begleiten." „ e^Pbumal sah sie aus dem sonst stets so ernsten m lch eme helle, lachende Freude strahlen. Das machte sie 1°. glücklich! Und zum ersten Male hatte er sie wie, wie seine ^achter es tat, vertraulich mit dem Vornamen genannt. v , T sonderbar klang ihr das im Ohr. Es war ihr, als VE sie eben ihren Namen zum allererstenmal gehört, j?*™ ~ sie hatte den Namen bisher immer so altfränkisch, bigott gefunden; nun aber schien er ihr mit einem nM mehr häßlich. Im Gegenteil! Und plötzlich chw st ihr durch den Kopf: Der Name paßte in seiner alturtumlichen Art sogar recht gut zu ihm, zu der ganzen, vergangenheitsumwitterten Umgebung in Malmort drunten, imb eg mürbe gar nicht schlecht geklungen haben: Gottliebe b. Malmort — viel besser, würdevoller und ernster als mitschwirrte mE' to0 etwas so Kapriziöses, Leichtfertiges .. . Wer im nächsten Augenblick schüttelte sie Unwillig dwse Gedanken ab. Wie albern, wie kindisch! Und mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgte sie Malmorts Bewegun- gen, der sich bereits am Fels hinaufwand. Den Körper <7 kstdw Wand gepreßt, zog er sich mit elastischen, ruckweisen Bewegungen empor. Aber nun ein Halt! Ueberhängendes Gestein Mer ihm benahm ihm die Möglichkeit weiterer Griffe. Ein kurzes Ueberlegen, dann warf er die freie Hälfte seines Seils uni den Felszacken über sich, eine Schlinge in das herabhängende Ende gemacht, den Fuß wie in einen Steigbügel hiueingesetzt, und dann zog er sich selbst bis zu dem Felsvorsprung hinauf, auf den er sich nun mit einem Ruck schwang. So — glücklich oben! „Nun nur auch herauf! Aber Sie brauchen den Fahrstuhl nicht — ich schaff's so!" Und mit gewaltiger Kraft hielt er ihr das straff gespannte Seil, an dem sie nun, wie in der Turnstunde, regelrecht hinaufklomm. „Sie klettern ja wie ein Bube!" Lachend half er ihr ganz auf die kleine Plattform — sie bot gerade zweien Raum — herauf. Indem er ihr dabei den Arm nachhelfend um die Schultern legte, berührte seine Rechte, ohne es zu wollen, ihre von der Anstrengung wogende Frauenbrust unter der leichten Wollbluse. Es durchs zuckte sie wie ein elektrischer Schlag. Malmort fühlte das Zittern, das ihren Leib durchfuhr, aber er ahnte seine wahre Ursache nicht. Er glaubte viel- drrhr an einen augenblicklichen Anfall von Schwäche. „O — ich mute Ihnen aber doch zu viel zu?" Zärtlich besorgt hielt sie noch immer sein Arm, und sein bärtiges Antlitz beugte sich dicht über sie. Einen Moment litt sie mit geschlossenen Augen, von süßem, nie geahntem Schauer durchrieselt, diese Berührung; es war wirklich eine augenblickliche Schwäche über sie ge- 518 kommen — aber nicht durch die Anstrengung, nein, erst jetzt durch dies Umfangen, durch das Fühlen seines Leibes, so dicht, so nah, daß sein warmer Atem sie im Gesicht streifte. Aber nun warf sie sich fast heftig wieder empor, einen Zug von Unwillen über sich selbst im Gesicht. „Es ist nichts. Entschuldigen Sie nur. Ich bin wieder ganz au fait. Und nun — bitte weiter!" Er sah sie ein wenig verwundert an — wieder jener stille, prüfende Blick, vor dem sie unwillkürlich das Auge wegwandte — dann aber wandte er sich schweigend wieder dem Angriff auf den Berg zu, der sich nun in dem lang! hinaufsteigenden Mamin wesentlich leichter gestaltete. Eine letzte große Schwierigkeit stellte sich dann nachher noch einmal den kühnen Angreifern entgegen, ein glatter, wie polierter Plattenhang, an dem weder Hand noch Fuß einen Halt fanden, und den es also durch ein Traversieren weiter unterhalb zeitraubend zu umgehen galt. Dann aber gelang es, in einem neuen Kamin weiter hinaufzukommen, auf das die Wand oben abschließende Plateau, dem die wild zerborstenen Schroffen des jardiz delle domnizelle aufgesetzt waren. Nun nur noch eine ^urze, aber strapaziöse -Kletterei am Fels und! im Firngeäder der Hauptzinne, dann hrar die Hochburg, genommen. Auf dein winzigen Dreieck -der -abgepl-atte-t-en Zinne standen Mal- mort und Gottliebe, am Ziel — als Siegespreis den erhobenen Rundblick über das weite Bündnerland mit seinem Meer von Schnee und ewigem Eis eintauschend. In den Wolkenlosen blauen Himmel ragten all die hundert licht- Mmmernden, bediad-emten Häupter — so flog der Blick per kühnen Bezwinger der gefürchteten Bergzinne stolz, und- Ängehindert über das Zauberreich, grandioser Schönheit. Schweigend hielten die beiden Einsainen da droben Heerschgu. Dann brach Malmort die Stille. Aus tiefster Brust kamen seine Worte: „Wenn es nicht diese Momente gäbe — was wäre am Lebert? Es lohnte wirklich nicht, die elende Last weiter zN schleppen, jahraus, jahrein! — In dem Erkämpfen solcher Momente, ihrem restlosen Auskvsten suche ich Ersatz für asles, -was mir das Leben sonst versagt hat. — Sie verstehen mich, Fräulein Gottliebe?" Sein Auge suchte mit tiefem Ernst die Gefährtin, und wied>er stand darin jener feuchte Glanz wie in jener Stunde, W das chehe Lied- aus seinem Munde, das Lied vom ver- ldrenen Gluck, ihr Herz bis ins Innerste -aufgerührt hatte. Urch- wieder quoll in ihrem Herzen jetzt jenes heiße, über- tro tuende Gefühl ans: Könntest du ihm helfen, ihn ent- chädigen für alles, was ihm das Leben schuldig geblieben ist! Da griff sie nach seinen Händen. Die Erhabenheit des Augenblicks — zwei Menschen so verloren allein hier in weiter Unendlichkeit, Hingedrängt, angewiesen aufeinander — ließ! afle falsche Scheu schwinden. So entfuhr es ihr, während! in ihren Augen eine grenzenlose Hingabe an ihn Leuchtete: „Ob ich Sie verstehe, Herr v. Malmort? Helfen möcht ich Ihnen, mit meistem Herzblut — könnt' ich es nur!" Mit jähem Druck preßten feine starken Hände ihre chlanken Finger; es -arbeitete gewaltig in ihm, w-ährend- eine Blicke auf den Grund ihrer Seele drangen, mit einem suchten, das sie selig machte, Und dann in einem so tröst- Lösen Weh, daß es. ihr das Herz zerschnitt. „Mir kann niemand helfen — auch Sie nicht, Gottliebe. Wer unvergessen sei Ahnen dies Wort!" Und plötzlich führte er, ehe sie sich dessen versah, ihre Linke -an seine Lippen — fühlte sie seinen Kuß aus ihrer Hand. Gottliebe hatte ungezählte Male dies Zeichen kava- lierer Ehrenbezeugung empfangen, ohne den leisesten Hauch! eines Empfindens dabei. Wer in diesem Augenblick durchzuckte es sie wie ein elektrischer Schlag. Mit Gewalt fast entzog sie ihm ihre Hand. Er sollte an ihrem Erbeben nicht merken, wie -es um sie stand-, und-, nm es 'zu verbergen, zeigte sie, deren Herz- in diesem Augenblick in hellem Aufruhr war, ein Lächeln um die zuckenden Lippen, und leichthin sagte sie in scherzhaft mahnendem Ton: „Unser Pakt, Herr v. M-almort! Keine Galanterien, Wenn ich bitten darf!" Er sah sie einen Moment an, mit durchdringendem. starrem Blick. Konnte sie wirklich glauben, daß ihm in dieser Minute nach oberflächlicher Tändelei zumute war? Wer sie wich diesem Blick aus und wandte sich ab; sie wollte ja nicht verraten, wie es um sie stand- Mit einer plötzlichen Bewegung ließ sie sich auf den Boden nieder. „Verzeihen Sie — aber ich bin doch etwas müde." Langsam folgte er ihrem Beispiel und lagerte sich auch aus den sonnendurchglühten Fels, notgedrungen dicht neben ihr, denn das winzige Plateau bot kaum für die beiden hingestreckten Körper Platz. Sie lag ihm abgewandt, den Kopf in die Rechte gestützt und verloren in die Weite schauend; der Ausdruck ihrer Züge war ihm so verborgen. Wer dennoch sagte ihm ein untrügliches Ahnen, daß ihre Gedanken bei ihm waren/ daß das leise Scherzen eben nur -eine Maske gewesen war, hinter der sie ein tiefes Empfinden verbarg. Ja, er fühlte es nur zu gewiß, was sie dachte — was für eine quälende Frage sich immer und immer wieder in ihr erhob, die sie doch nicht laut an ihn richten mochte. Da gab er ihr unaufgefordert die Antwort. „Ich weiß, was Sie denken," leise sprach er es mit seiner tiefen, schwingenden Stimme zu ihr hinüber, die, aus so großer Nähe kommend, fühlbar an ihr Ohr schlug. „Sie verstehen es nicht, warum mir nicht zu helfen sein soll — nicht wahr?" i Er sah zu ihr hin. Es war ihm, als ob den schlanken Körper des Mädchens neben ihm ein -geheimes Erzittern durchlief; aber kein Laut kam von ihren Lippen. Da sprach er unbeirrt weiter: „Sie fragen sich, ivarum ich die Banden, die mich niederziehen, die mich umschlingen und alle Lebensfreude in nur ersticken, nicht mit starker Hand zerreiße — ich weiß es wohl, Fräulein Gottliebe, auch wenn Sie eg' taktvoll nicht aussprechen." Eine heftigere Bewegung, ein Zucken, ging jetzt über sie hin. „Nun, Sie sollen es wissen; so hören Sie mein Schicksal :" „Die Frau, die Sie da drunten kennen gelernt, die dem Namen nach mein Weib! und mir doch fremder ist im! Innern als jede sonst auf der Welt, sie hat ernst mein Herz besessen, mein ganzes Sein in jedem Atemzuge." „Freilich, das ist schon lange her, in goldenen Jugendtagen, wo ich ein schwärmender Jüngling noch mit gleichgesinnten Genossen jauchzend, mit ausgebreiteten Armen, der Sonne nachlief über lachend grüne Auen — ein arkadischer Romantiker, ein großes Kind mit schönheitsdurstigen Äugen. Unter der Künstlersippe hauste ich damals auf Capri, selber ein halber Künstler, wenigstens den Augen und dem Herzen nach, wenn auch die Hand nur laienhaftes Pfuschwerk vollführte" „Aber was tats? Es machte mich ja so glücklich, so selig, dies Schlürfen elysischer Luft am blauen Golf, mich, der in der düsteren Enge des grauen väterlichen Schlosses aufgewachsen war ohne Licht und- Luft. Wer nun, früh verwaist und großjährig geworden, hatte es mich hinausgelockt in die Freiheit. Mit einem Jugendfreunde, einem reich begabten Künstler, hatte ich die Fahrt ins Land der Sonne schüchtern, zaghaft unternommen, und nun Ivar ein jauchzender Bacchant aus mir geworden." Mit einem trüben Lächeln sah er zu ihr hin, die sich während feines Erzählens langsam ihm zugekehrt hatte. „Sie glauben es wohl nicht? Freilich, es mag schwer fallen, in dem Grillenfänger int Grauhaar den rosennm- kränzten Schwärmer wiederzuerkennen. Und doch —- es war so." „Da war's, in diesen Tagen des Jauchzens und der Rosen, daß mir ein Mädchen begegnete — auf einem Künstlerfeste in Sorrent —, süß, zauberisch lieblich, berauschend für mich in ihrem Gemisch von verführerischer Grazie und kindlicher Unschuld in bett dunklen, strahlenden Augen — Ninon Laroche, eine junge Genferin aus vornehmem Patrizierhause, die mit ihrer Mutter zu längerem Aufenthalt int Süden weilte. Sie kennen sie — die Frau, die jetzt meinen Namen trägt." (Fortsetzung folgt.) 519 Die Bergstraße. Aon. Kans Otto Becker. Bergstraße — so heißt der westliche Rand des Oden- walds, dle Strecke von Darmstadt bis Heidelberg, wo das Ge- vrrge sich schroff Mr Rheinebene, zum Ried hinabsenkt — gehört den Ichonsten Gegenden der deutschen Heimat und wird mit Macht der Garten Deutschlands genannt. Tie Landschaft hat das müdeste Klima Deutschlands. Ende Februar oder Anfang Mürz! schon beginnt hier die Baumblüte mit der Mandel, die hier zur Reife gelangt wie die Edelkastanie. Dann folgen Pfirsiche, dlp-ri- rosen, Pflaumen, und endlich -Mepsel und Birnen und hüllen ^.Hvnhlingsmonaten die ganze liebliche Landschaft in einen Blutrnsch.muck, in dessen Weiß und Rosa das Auge trunken schwelgt. Wenn der Lenz in die Bergstraße einzieht, so empfindet das Gemüt des M-enschen etwas wie eine Ahnung von Seligkeit und Glück. Und ist die Baumblüte vorüber, dann erquickt das junge Grün der Laubwälder, die allenthalben die Hänge der Berge decken und unter ihrem dichten Dach zum' Wandern lochen, den Blick. Im Herbst fesseln die Wälder, in Flammenglut getaucht, durch die Pracht ihrer Farben, und die Weinernte mit ihrer frohen Stimmung zaubert Bilder von hvhem Reiz hervor. Dann wird der feurige Bergsträßer, derMuerbacher Rott, der Heppenheimer Steinköpfler, der Bensheimer Kirchberg und der Lützelsachser Rote gewonnen, die auf den fonnendurchgllihteir Weinbergen der Bergstraße wachsen. Wenn wir von mildem Klima und Sonnenglut sprechen, so dürfen wir keine falschen .Vorstellungen, etwa von einer heißen Gegend, erwecken. Der Bergwald wie die Wiesen und Wässerchen der Quertäler wirken abkühlertd genug, um auch die nölige -Erquickung zu schaffen. Die günstigen klimatischen Verhältnisse haben der Bergstraße große wirtschaftliche .Vorteile gebracht; sie schufen zaUrerche Kurorte und lenkten den Strom der Sommerfrischler ünd Touristen hierher, begünstigten aber auch die Ansiedlung in den entzückenden Städtchen. Eine Kette von alten Orten, erweitert durch die geschmackvollen neuen .Villenquartiere, die hauptsächlich einem M-etzend-orff ihr Dasein verdanken, zieht sich am Fuße her Berge dahin. In der nördlichen Bergstraße reiht sich, fast ein Ort unmittelbar an den andern, fo sehr haben die Landhausbauten die räumliche Trennung der Orte überwunden. Droben aber, von den Bergen, grüßen die altersgrauen Burgruinen -und Türme, die Zeugen wehrhafter Vergangenheit, und mahnen an wilde Kriegsstürm-e, die in früheren Jahren dies« gesegnete Landschaft heinrsuchten. Die Geschscht-e der Bergstraße reicht weit zurück bis in die römische -Zeit. Sie war damals schon eine wichtige Verkehrs- und Militärstraße, ihr Hauptort Lupodurrum, das heutige Ladenburg. Am Felsberg brachen die Römer ihre Steine und bearbeiteten sie an Ort und Stelle. Im .frühen Mittelalter, in fränkischer Zeit, gehörte der größte Teil der Bergstraße dem in ganz Westdeutschland begüterten reichen Kloster Lorsch an der Weschnitz, dessen -.fränkische Dorhalle" tiS hochberühmtes Architekturstück karolingischer Kunst bekannt ist. Im 13. Jahrhundert trat Kurmainz. die Erbschaft von Lorsch an. Auch Kurpfalz hatte hier Besitzungen, ebenso die Grafen von Katz.enellnbogen, deren Nachfolger die hessischen Landgrafen wurden. Viel Ungenrach kam im 17. Jahrhundert, im dreißigjährigen Krieg und in den Franzosenkriegen, über das Land. Aus der Neuzeit verdient das Jähr achtundvierzig Erwähnung, da an der Bergstraße Kümpfe zwischen den: hessischen Militär und den badischen Aufständischen stattfanbeu. Heute ist die Bergstraße ein .Gebiet der Kultur, des Verkehrs. Eine der stärkst frequentierten Eisenbahnlinien, Fvankfurt-Darm- .stadt-Heidelberg, zieht an ihr vorüber und erschließt sie dem internattonalen Reiseverkehr. Reges Leben herrscht in den Kurorten im Sommer, aus -allen Gegenden finden sich die Fremden in den Hotels der Bergstraße ein. Auch für Unterhaltung ist gesorgt, man braucht nicht „nur für Natur" M schwärmen, Konzerts Theater, Reunions, Tennis, Jagd, Fischerei, ergänzen den Genuß, den die in ungezählter.Fülle auf die Berge und zu den Burgen möglichen Wanderungen dem Besucher verschaffen. Leicht ist die Verbindung mit den naheir Großstädten Frankfurt, Mannheim', Darmstadt und Mainz, und der Besuch aus diesen an den Sonntagen ist enorm. Kräftig pulsiert hier das Leben, der Verkehr in allen feinen Erscheinungen: elegantes moudaines Publikum im Automvbil, der schlichte Tourist im Lodengewand, alles kommt Mer zü seinem.Recht. Mit Recht wird, der historischen Forschung zufolge, Darmstadt als -erste Stadt, der Bergstraße genannt, wird doch dessen südlicher Stadtteil Besserungen in einer Urkunde des 11. Jahrhunderts „an der Bergstraße" gelegen bezeichnet, und mit ihren letzten Ausläufern endet die Bergstraße unmittelbar vor Darmstadt. Mit Eberstadt und Seeheim am Fuße des Frankensteins, dessen Burgruine Weit in die Ebene hinausschMt, sind wir schon in einem Gebiet schönen Bergwalds angelangt und die nächsten Orte, Bickenbach, Jugenheim und Alsbäch liegen inmitten einer herrlichen Gebirgsnatnr von Rebhugeln und grünen Bergen, deren stolzester und höchster Gipfel, der Melibo'kus- oder Malchen, von einem Turm gekrönt, die Landschaft beherrscht. Herrlich ist der Blick von dessen Höhe auf den Odenwflld, Taunus, Donnersberg und Hardgebirge, Vogesen, Hunsrück und die weite Rheinebme mit dem silbernen Bänd des Stromes und den Städten Darmstadt, ^rms mit seinem Dom, Mannheim, Speyer, Mainz. Am' Fuß Berges hegt das -alte Städtchen Zwingenberg mit seiner charak- tensttschen -Kirche hoch über dem Ort — sie ist als Buchschmuck ®ootc m Berlin erschienenen Odenwaldromans Michael ftarrrtloit in Weinheim schon manchem im Bild ÄÄ , !"^darrlber erhebt sich der schon geformte Kegel des nVr J zwischen zwei ihm vorgelagerten niedrigen Vorbergen, Orblshdhe und Lnzcherg. < schaut der Turm des Msbacher Schlosses aus hervor, das ein nördlicher Ausläufer des Melibvkus ^ Fp^ ?eherbergte ernst Landgraf Philipp der Großmütige t r .auS stmer Heimat vertriebenen Herzog Ulrich von F^'^^mbcrg, -bis -er den Freund mit Waffengewalt wieder in sein d?«ch Süden senkt sich der Berg in wundervoll ge- hVn3U6§n^t>'Ttwl'ek$lt AuKrbacher Schloß- dessen Türme auf äÄT« Bergstraße, Auerbach, herabschauen. Der wachste Ort, Bmshum, hat keine beir-aldeten Berge, sondern nur Rebhugol tn fernem Rüchen; überragt wird die Stadt, die unter den Villenorten die hervorragendsten Bauten aufweist, von dem Kirchberg nut einem Tempel in antikem Stil und dem Heinsberg mit dein Bismarckturm. -Eine sehr waldreiche Umgebung hat wieder Heppenheim, am Ausgang zweier hübscher Täler und am Fuß steiler Hohen gelegen. Hier drückt die Starkenburg auf ihrem M Berg der Landschaft ein markantes Gepräge auf. Balo ist die hessische Grenze überschritten und das Nachbarland Baden nimmt uns auf. . Kurze Zeit ist nun die Bergstraße etwas eintönig, bis Weinheim erreicht ist. Die Stadt liegt nm Ausgang des Birkenauer und Gorxheimer Tals, die wieder ins Hessische führen. Malerisch da.'Mit ihren alten Türmen und Bauten, am Fuße der Ruine Windcck, die noch überhöht wird von dem Wachenb-erg mit der vom Weinheimer S. C. der Technischen Hochschulen neu erbauten Wachen- ourg. Dre neuen Stadtteile Weinheims zieren schöne, elegante ^ulen. Hier verläßt nun die Bahn die seither schnurgerade längs der Bergstraße verfolgte Linie, um über Ladenburg nach Friedrichs- felü und HeidÄberg—Mannheim zu führen. Eine Nebenbahn geht dagegen längs der südlichen Bergstraße weiter über Schriesheim, Dossenheim, Handschuhsheim, SLeuenHeim nach Heidelberg. Bei Schriesheim -erhebt sich der steile Porph-yrb-erg Oelberg, an dessen Hang die Ruine der Str-ahlenburg klebt; w-eiter drinnen im ®e» birge liegt d-er von Ladenburg aus sichtbare Weiß« Stein mit einem schönen neuen Turm. Die letzte Burgruine der .Bergstraße ist dre Schauenburg bei Dossenheim. Unmittelb-är über Neuenheim -erhebt sich der imposante H-ciligenberg mit einer .Bismarckfeuer- säule auf seinem Hang .und der malerischen Ruine der Michaels- bafilikla auf seiner Höhe, und schon ruht -der Wirk bewundernd auf Heidelbergs Herrlichkeit, dem Ende der Bergstraße. pfianMfrermdschasten. Ebenso wie Pflanzen mit anderen Pflanzen dauernd freund- sehastlich beisammen leben, wie etwa Algen und Moose bei den Flechten (was zuerst Schwendencr nachgewiesen hat), gibt es Pflanzen, deren Freunde Tiere sind, rind das Zusammenleben von Tier und Pflanze kann soweit entwickelt sein, daß die Pflanze ohne das besreundete Tier im Kampfe ums Dasein kaum noch bestehen kann. Für diese interessante Form der Symbiose bringt G. Roux in der „Revue" ein paar interessante Beispiele, indem er die neuesten Forschungen aus diesem Gebiete zusammen mit den älteren, dahn- breehenken von Schimper, Trend und anderen behandelt. Tas schönste Beispiel sirr solche Pflanzensrenndschasten findet sich wohl bei den sogenannten Ameisenpflanzen, insbesondere bei dem Trom- petenbaum (ober Armleuchterbaum, Cecropia peltata, L?, einem Baume des tropischen Südamerikas. Einzelne Organe dieses Trom- petenbanmes sind ans die Ameisen geradezu zngeschnitten: in den Achsenwinkeln sind nämlich Oeffmmgen, dnrch die die Ameisen hineingelangen können; ein trächtiges Weibchen findet seinen Eingang in die Pflanze, erweitert die Höhlung, legt dort seine Eier ab und die Pflanze bildet eine Art Geschwulst ans, die der jungen Ameisenkolonie als Nest dient. Die Ameisen leben bann dauernd auf dem Baume; wenn man sich der Pflanze vorsichtig nähert, kann man die Azteca instabilis bei ihrem geschäftigen Treiben beobachten. Erschüttert man aber den Baum, so ändert sich das Bild: die Ameisen kommen massenhast hervor, um ihren Wirt zu verteidigen. Tatsächlich bienen sie betn Baume als Sicherheitswache unb vergelten so die Freiwohnung, die er ihnen gewährt. Tie Feinbe, die sie von dem Baume fernhalten, sind verschiedene andere Insekten, die die Blätter sonst benagen. In Brasilien gibt es gewisse Insekten, die von Blättern leben unb bie Ceeropia vollständig kahl fressen würden, wären sie nicht durch die Ameisen geschützt. Eine nahe Verwandte der Ceeropia hat Schimper am Golf von Coreo» vado beobachtet. Trotz der nahen Verwandtschaft mit der anderen Ceeropia beherbergt dieser Baum, keine Ameisen. Er hat nämlich den Schutz gegen die blattiressenden Insekten nicht nötig, weil diese an [einet glatten Oberfläche nicht emporsteigen können. Kürzlich hat Dr. Marquis, Professor an der Nationalschule zu Panama, in Mittelamerika, eine Mimose, Acacia spbaerophala, beschrieben, bie, ähnlich wie bie Ceeropia mit der Azteea, mit Pren- domirma bicoloi zusammenlebt und ebenfalls von dieser als Entgelt für bie freie Wohnung geschützt wird. Solche »Ameffenpflanzen" 520 — gibt es noch eine ganze Reihe, und die Freundschaft mit Insekten findet sich bei Pflanzen, die durchaus nicht miteinander verwandt sind. Zu einer ganz anderen Pflanzengruppe gehört beispielsweise der Muskatbauni. Eine in diese Gattung gehörige Art, myristica myrmeeophila, beherbergt eine ganze Reihe Insekten, z. B. Verbesinas clerondendron, die nach den Untersuchungen Beccaris, des Leiters des Museuins in Florenz, als schutzwache dienen. Auch wenn man viel tiefer ins Tierreich hinabsteigt, findet man noch Lebe- rvesen, die mit Pflanzen Freundschaften unterhalten. Man braucht nur die Wurzeln von gewissen Schmetterlingsblütlern auszugraben, um an ihnen kleine Knoten zu finden, die nichts weiter sind als Haufen von Bakterien, die in Symbiose mit den Pflanzen leben und für die Pflanze von größtem Nutzen sind. Auch oberhalb der Erde findet sich das Zusammenleben von Pflanzen mit Bakterien. Ein ostasiatischer Busch, Ardisia crispa, hat am Rande seiner lanzettlichen Blätter Reihen von Knoten. Auch hier handelt es sich um Ansiedelungen von Bakterien, und diese Bakterien leben ebenso lange wie das Blatt. Sie arbeiten so ähnlich mit den Blättern zusammen wie die grünen Algen, die in unseren Süßwasserpolypen leben; nur ist bei dieser zuletzt erwähnten Freundschaft zwischen Tier und Pflanze nicht die Pflanze der Wirt, sondern das Tier. Vermischtes. , * Kampf mit einem Bären. Aus Rozsahegyer Jäger- kreisen wird der „Neuen Fr. Presse" von einer Bärenjagd berichtet. .Graf Seefried weilt derzeit in den Liptauer Wäldern (in Ungarn), und am Nachmittag des 8. August kam ihm auf den Rehruf statt des erwarteten Rehbockes ganz nahe ein großer Bär angesprungen. Als Graf Seefried anlegte, tourde der Bär flüchtig, worauf der Schütze ihm eine Kugel nachschickte, die der Bär, im Dickicht ver- schlvindend, mit Gebrüll beantwortete. Er begab sich nun mit dem Revierjäger Ugrosdy auf den Anschuß, und der vorgefundene viele Schweiß bestimmte die Beiden, dem . Bären nachzngehen, in der Erwartung, ihn nach wenigen Schritten verendet vorzufinden. Kurze Zeit waren sie der Schweißspur gefolgt, da brach, hinter Baumstämmen verdeckt, plötzlich ber Bär hervor, und warf den neben Graf Seefried gehenden Jäger Ugrosdy nieder. Ugrosdy schrie aus Leibeskräften und wehrte sich. Doch hatte er nur den Kopf und einen Arm fr et Als Graf Seefried an den Bären herantrat, um ihm den Fangschuß zu geben, sprang der Bär, so blitzschnell wie er gekommen war, in das dichte Buschwerk. Nun wurde Ugrosdy Untersucht, der Bär hatte ihm Riffe mit seinen Pranken durch die feste Lederhose am Gesäß beigebracht, aber der Hieb auf die Schulter war durch Ugrosdys Ausweichen vorbeigesaust, nicht die mächtigen Krallen, nur die Prankenknochen hatten, allerdings sehr unzart, die Schulter gestreift. Die Verletzungen wurdest mit Weißwein ausgewaschen, mit Taschentüchern verbunden, und bald war Ugrosdy wieder frisch und munter, so daß er allein talwärts gehen konnte. Graf Seefried aber folgte, da ein Gewitter am Himmel stand und der Regen die Spur zu verregnen drohte, denr Bären allein, bis er ihn auf einem kleinen Raume ganz ein- gekreist hatte. In diesem blieb der Bär bis zum Abend. Da des Bären Wunde zu schweißen aufgehört hatte, schien er nicht tödlich geschossen, und so machten sich am andern Tage der Rozsahegyer Nreisgerichtspräsident v. Chudovszky, ein passionierter Jäger, der Osjadaer Forstingenieur Glock, Graf Seefried und Forstwart Richter an die weitere Verfolgung des Bären. Die beiden erstgenannten Herren wurde,: angestellt, Graf Seefried und Richter gingen mit zwei Hunden auf der Spur des Bären, wo sie tags- vorher verlassen wurde. Nach etwa zweihundert Schritt fanden sie im dichten, oft mannshohen Gestrüpp den Bären verendet. Es war ein alter Hauptbär. Die Kugel war ihm in die linke Keule eingedrungcn, hatte den 1,80 Meter langen Körper diirch- fluert und war in der rechten vorderen Schulter stecken geblieben. * Enthüllungen aus amerikanischen Hotel- küchen. Schauderhafte Geschichten weiß das Journal der amerikanischen medizinischen Bereinigung aus den Küchen einiger großer Hotels in New Bork und anderen Städten der Bereinigten Staaten zu berichten. Es ist schon an sich ein Uebelstand, der auch außerhalb Amerikas häufig zu finden ist, daß die Küchen meist im Erdgeschoß oder noch tiefer liegen und infolgedessen eine sehr schlechte Luft enthalten. Der Aufenthalt für die Köche und ihre Hilfskräfte wird infolgedessen bei einer Hitze von 35—55 Grad nahezu unerträglich. Daraus müssen sich auch für die hergestellten Speisen unerfreuliche Folgen ergeben, da in einer solchen Höhle niemand so besonnen und sauber arbeiten wird wie in einem kühlen und gut gelüfteten Raum. Auch der Gesundheitszustand der Beschäftigten läßt begreiflicherweise viel zu wünschen. Die Tuberkulose ist nach der Versicherung hygienischer Erhebungen geradezu eine Berufskrankheit der Küchenarbeiter. Dazu kommen Häufige Verbrennungen und Hautleidem Die einzelnen Schilderungen wiederzugeben, sträubt sich die Feder. Jeder Koch erhält in den amerikanischen Küchen täglich zwei Handtücher, um sich damit die Stirn und die Hände abzuwischen. Dasselbe aber gebraucht er auch zuweilen zum Anfassen der Schüsseln und in bedenklicher Berührung mit den Speisen selbst. Der Geruch, der in den Küchen herrscht, wird mit dem eines türkischen Schwitzbades' öder einer Menagerie verglichen. In manchen Hotels wech, seln auch die Köche ihre Kleidung in der Küche selbst. Gesetzliche Verordnungen über Hotelküchen scheint es in Amerika überhaupt mcyt zu geben, und es klingt wie Ironie, wenn allen Ernstes behauptet wird, daß die Gesundheitsbehörde mit den Dingen, die unterhalb des Straßenpflasters vor sich gehen, nichts zu tun habe. Erfüllte Sehnsucht. „Kann ich meinen Augen trauen?" tief Mr. Timkins, als er den Einbrecher erwischte. Er hatte, in der Macht ein Geräusch gehört, wie wenn jemand Srlber einpackt, und war in das Eßzimmer geeilt. Der Einbrecher faßte nach seinem Revolver, aber Mrs Timkins ergriff sinne Hand. „Nicht doch," sagte er, und drückte diese Hand herz- bch. „Sie, glauben nicht, wie ich mich freue, daß Sie da sind., Warten Sie nur einen Augenblick, W rufe gleich meine Frau. Seit zwanzig Jähren hat sie jede Nacht gehört, daß Sie da find, und endlich kann sie Sie nun sehen." * Schonungsvolle Freund s ch a ft. Ein geistvoller Mann besuchte einmal einen Selfmademan, der Millionär geworden war, und ihn voll Stolz in feine Bibliothek führte. „Hier," sagte der Millionär,,und wies dabei auf einen mit Büchern bedeckten Tisch, „das find meine besten Freunde." — Der Besucher blätterte in einigen. „So," sagte er bann, „ich freue mich, daß Sie fie nicht schneiden." Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachverein;. h * Occasion. Occasion! Welch .herrliches" Wort im utschen Sprachschatz I In weit sichtbaren Buchstaben ist es viel- wch an den Schaufenstern großer Geschalte zu lesen. Der ®e- schaltsinann will dadurch die Raufer auf die Gelegenheit aufmerksam machen, in diesen Tagen bei ihm besonders billig und vorteilhaft einzukaufen, also einen „Gelegenheitskans" zn machen. Ob er aber bei der Mehrzahl der Borbeigehenden Verständnis für dieses Fremdwort findet? Oder sollen bloß Käufer mit fremdsprachlicher Bildung zum Eintritt eingeladen werden? Beides ist nicht anzunehmen. Auch die Kanimannschaft konnte an ihrem Teil bei der allgemeinen Pflege der deutschen Sprache mitwirken, wenn sie einmal in ihren FachauZdrücken „Inventur" machte und veraltete »Ladenhüter" ausmerzte. Dillmann. Büchertisch. — N r. 7 d e r i l l u st ri e rt e n Z e i t s ch ri f t f ü r H e i m a t- kund e und Verkehrsinteressen „Deuts chlan d" führt in die Thüringer Lande. Trinius, der ewigjunge deutsche Wandersmann, führt den Leser nach Kobnrg, zeigt ihm die Schönheiten dieser alten Stadt und schildert, wie hier dank der freudigen Förderung durch den jungen Herzog Karl Eduard die schönen Künste verständnisvoll und tatkräftig geschützt und gepflegt werden. Johannes Schlaf, der Führer jener realistischen Literaturbewegung, die uns in den beiden letzten Jahrzehnten eine so gesunde Erneuerung des dichterischen Schaffens in Deutschland gebracht hat, schildert das „neue Weimar". Wie Staat und Wissenschaft die Thüringer Kurorte fordern, beweist ein Artikel von Dr. Walter Schwarz. Karl Sonnekalb führt an die klassischen Stätten in und um Ilmenau, Friedrich Lienhard in einer stimmungsvollen Wanderskizze auf den Kickelhahn und Wilhelni von Scholz in drei Gedichten über den Rennstieg. Eine geschichtliche Erzählung des bekannten thüringischen Novellisten Wilhelm Arininius „Die glückliche Gefangennahme" beschließt das außerdem noch durch eine Reihe anderer Aufsätze und aktueller wirtschaftlicher und kultureller Erörterung fesselnde Heft- Arithmogriph. 123456789 10 ein Hausgerät. 2 9 8 3 5 3 4 germanischer Volksstamin. 3 10 10 3 9 8 6 7 ein Komponist. 4 3 9 1 römischer Kaiser. 5 3 8 4 3 Fluß in Frankreich. 6 8 6 3 9 1 römischer Staatsmann. 7 19 4 ein Musikinstrument. 8 9 3 4 3 weiblicher Vorname. 9 15 3 eine Blume. 10 1 1 9 niederländischer Maler. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, c — Coeur, car — Garreau trB ----- Tress-Bube, pA = Pique-Aß, cD — Coeur-Dame usw. Mittelhand erhielt: trB. carB, carT; Hinterhand die übrigen. H. cA = (- 21) M. car7 ---- (+ 11) H. cB = (- 4) M. car8 = (4- 14) 5. V. c9 M. trB H. pB — (- 4) Die übrigen Stiche macht Vorhand; mithin sind die Gegner im Schneider geblieben. Im Skat liegen tr7 und p8. cZ, trZ, trK, tr8, pK, carD, car8, Spielgang: 1. V. c7 M. cZ 2. H. carK V. carA 3. V. c8 M. carB 4. H. carZ V. cK Redaktion: I. V.: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen»