i c 1 X I, e v e t a e 3 4 t t 3 t> l a i 3 r t v ( e t < X e a l t t l o 3 e r r b t t r it r t ii it r Mntag, den 20. Januar Sßf i/ätnbvcH' <* Ct"f i L« SN Von Frühling ?u Frühling. Roman von Erich Eben st ein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ?(m nächsten Vormittag ließ er sich abermals melden. Meta hatte ihn kaum wiedererkannt. Das dünne, schon grau melierte Haar um das krankhaft blasse Gesicht mit den unruhigen, schwarzen Augen — dazu das Zivil, alles schien ihr fremd. Er bemerkte den Eindruck und lächelte verlegen. „Sie wußten nicht, daß ich quittiert habe, gnädige Frau?" „Nein. Ich ersah es aus Ihrer Karte." „Ja, es kam etwas plötzlich. Differenzen mit dem Vorgesetzten... daun dieses schauderhafte ungarische Nest, in das man mich verbannt hatte! Grauenhaft! Und da ich zufällig eine kleine Erbschaft machte, besann ich mich natürlich nicht lange. Aber vor allem muß ich um Entschuldigung bitten, daß ich Sre heute belästige, liebe gnädige Frau... Der Weihnachtsabend ist gerade kein Tag für Besuche — immerhin — ich verlebte so angenehme Stunden in Herminenruhe, daß ich einfach nicht widerstehen konnte!" „Sie stören mich, gar nicht. Ich bin mit den Borbe- reitungen für den Abend fertig." Meta sagte es beinahe herzlich. Es fiel ihr angenehm auf, daß er keinerlei persönliche Schmeichelei anssprach. Er schien ernster als früher, gereifter. Die törichte Leidenschaft für sie war offenbar vorüber. Gottlob! Man sprach von allerlei gemeinsamen Bekannten, von dem verstorbenen Petermann und der alten Frau Bettina. Nikis Name wurde uur flüchtig genannt. Zuletzt bat Montelli, Konradchen sehen zu dürfen. Schweigend führte ihn Meta in das Kinderz immer. Sie brachte '£§ nicht über sich, ihm ein Wort über den Zustand des Kindes zu sagen und errötete nur tief, als sie seinen' bestürzten Blick sah. Aber Montelli faßte sich rasch, nahm das Kind in seiner lebhaften Art auf den Arm und trieb allerlei Unsinn mit ihm, so daß'man über das 'Peinliche der Situation rasch hinweg kam. Und sonderbar. Waren es die funkelnden, lebhaften schwarzen Angen oder das sprudelnde Wesen des Italieners, welches auf Konradchen einen ungewöhnlichen Eindruck machte — genug, in seine blauen Augen kam plötzlich ein Schimmer von Leben, und er griff nach dem Schnurrbart Moutellis- Meta war anfangs ganz sprachlos, dann glückselig. „A, Sie wissen nicht, was das ist! Sie wissen nicht, was das bedeutet! Ein einziges Mal hat das Kind bisher Zeichen von Teilnahme gezeigt — ein einziges Mal. Und damals lvar ich nicht dabei. Welche Weihnachtssreude! O, Herr von Montelli!" Sie war ganz außer sich. Nie hatte er ihre Augen so aufleuchten sehen! „Nun freue ich mich erst auf den Abend," fuhr sie erregt, fort. „Ich habe den Baum selbst geputzt,, in der Hoffnung, daß die Lichter... und dann fürchtete ich mich wieder so sehr!... Ach, Sie wissen gar nicht, welches Glück Sre mir bereitet haben!" „Wollen Sie nicht Ihren Herrn Gemahl rufen, damit er sich auch freut? Sehen Sie nur, jetzt lacht Konradchen sogar! Ah — kleiner Mann — warte nur, wir werden schon eine recht dicke Freundschaft schließen!", Mesas Gesicht hing immer noch ent dem Kinde. „Mein Mann ist in Paris," sagte sie zerstreut. Montelli hob überrascht den Kopf. „Wie — am Heiligen Abend?" „Ja, er hat Geschäfte dort. „Und Sie, gnädige Frau? Wo werden Sie den Abend zubrtngen? Doch nicht allein?" „Doch — mit dem Kinde." Montelli setzte den Kleinen wieder in sein Wägelchen. „Nein, das gebe ich auf keinen Fall zu, lieVfte gnädige Frau! An solchem Abend ist man entweder in der Familie oder unter Freunden. Das Kind muß doch, bald zu Bett gebracht werden und dann säßen Sie allein. Das geht absolut nicht." „O, es geht so vieles. Alles — wenn man will." „Aber Sie dürfen das nicht wollen! Ich habe auch schon einen Plan. Ich bin bei meiner Tante Ada Minori abgestiegen — die kennen Sie ja auch — und wir klagten erst heute morgen, wie trübselig der Abend so allein für uns beide werden wird. Niemand wäre glückseliger als Tante Ada, — io, bitte, liebe gnädige Frau, kommen Sie zu ihr heute abend!" Das klang so warm und teilnehmend, so voll echter Herzlichkeit, daß Meta unwillkürlich bewegt wurde. Erst jetzt fühlte sie, daß sie sich im tiefsten Innern fast kindisch vor dem einsamen Abend gefürchtet hatte. Ada Minori war eine ältliche Stiftsdame und immer gut mit ihr befreundet gewesen. Aber das Kind? Keinesfalls konnte sie sich von ihm trennen. Wenn zum Hauptgesims 14, bis zum Dachfirst 23 Meter hohen Gebäude-. Durch die schmiedeeiserne in Blau und Gold gehaltene Gittertür des Hauptportals gegenüber dem Dom gelangt man zunächst in die geräumige Wandelhalle des Erdgeschosses, denen äußere Erscheinung durch den Belag des Fußbodens mrt einem schach- brettähnlichen Muster gelber und grüner Tonfließen altm Lttl- und die weiße kassettierte Decke bestimmt wird. . Hier befinden sich nur einige Diensträume für Senatoren, sowie die Kanzlei- und Registraturräume. Zu den oberen stockwerten, deren ^and^l- hallen ihrerseits Fußböden aus verschiedenen Marmor,orten ^igen, während sämtliche Treppenbelage und Handlaufer au- Unttrs- berger Marnror, sämtliche Tür- ititdPortalumrahtnungen, ^r.PPem Pfeiler iind Treppenbrüstungen ans Oberkirchner Sandstein her- gestellt sind, führt das in einfachen, aber anmutigerr normen..gehaltene Treppenhaus. Auf der Wandelhalle des ersten Gefchosfe-, in dem auch die meisten Sitzungszimmer der Senatoren und Syndici liegen, angelangt, finden wir uns einer^ großen «hr mit in die Wand eingcl.asfenem, auf Holz gemaltrui Zifferllatt von Prof. Selger-Nürnberg gegenüber, die die mahnende Anschrift trägt: „Die Zeit ist heilig". Hier ist ferner die vom Norddeutschen Lloyd gestiftete Bronzegruppe der Schiffahrt, eine Jungfrau auf einem Delphin reitend, von Prof. Cahn-Munchen, aufgestellt, während gegenüber . die von dem Bonner Maler C. Wiegandt mit Oelfarbe auf Lernwand aufgttragena 3,v0 Meter breite und 2 Meter hohe „Landkarte von Bremen , 191^ das Interesse des Besuchers fesselt. An die Marktfertedief er Wandelhalle, die noch durch ein paar Büsten Kar,er Wilhelms 1. niid Friedrichs III. geschmückt ist, schließt sich das Zimmer de- Se- natsvräsidenten, das mit seinen vergoldeten Ledertapeten, feiner gemalten Holzdecke iind seineni Beleuchtungskörper (aus einem Walroßschüdel mit Goldbeschlag hergestellt) einen ebenso prächtigen als originellen Eindruck macht. t , Auf der andern Seite der Halle erhebt sich das Portal des Senatssitzungssaals. Auch er zeigt mit seinen Möbeln und Doppeltüren aus Mahagoni, seinem schweren Teppich, seinen allen Kaiserporträts, seiner von Leisten eingeteilten Stoffbekleidung der Wände und seinen mächtigen Glaslüsters, die sich auch rn den übrigen größeren Räumen überall finden, solide Pracht. Recht- von ihm liegen die Senatsgarderoben, das Spreche und Wartezimmer und die Handaufzüge für die Aktenbeförderung,,unks, mit ihm direkt verbunden, die Bibliothek. Durch Mit kostbaren alten geschnitzten Schränken und Spiegeln geschmückte Wandelgänge gelangen wir in ein gemütliches Spielzimmer für Festlichkeiten, das zwei Jahrhunderte alte große bremische Familten- bilder zieren, dann weiter in das weitzgetäfelte und mit weißen vergoldeten Möbeln ausgestattete Kabinett des Senatspräsidenten, in dem wir zwei kostbare alte Gobelins und eine alte Uhr mit Schildvattverkleidung bewundern; dieser Raum ist für den Empfang von Fürsten und Gesandten bestimmt. Bon hier aus betritt man den Kaminsaal, der seinen Rameil von einem großen Kamin aus edlem farbigen Marmor führt. Hier ziehen besonders die Originalporträts alter bremischer Bürgermeister und die nach Entwürfen von Prof. Hupp-Schleißheim gefertigten Prunkstühle an dm Wänden die Aufmerksamkeit auf sich. Dieser Raum l,t durch eine große Tür mit dem alten Rathaussaal verbunden, und schließt sich andererseits an den großen Festsaal an, der mit seiner Damengalerie und seiner Musiktribüne noch ins zweite Stockwerk hinaufragt. Doch erfolgt der Aufgang zu diesem, bei Festlichkeiten auf einer eigenen Festtreppe mit einem dazugehörigen Portal an der Marktseite für die Auffahrt der Gäste. Ueber dieser Treppe zeigt ein großes Gemälde Bremerhaven im Jahre 1842; rechts von ihr liest man über dem Portal des Festsaals die einladende Inschrift: For gode Fruenn und gode Tid Sind alle Dag de Dreien wid. Im Festsaal selbst imponiert uns zunächst der gewaltige, 80 Leuchtkörper tragende Lüster aus vergoldeter Bronze. Sein Haupt- schmuck sind Werke der Kunst, ein großes allegorisches Gemälde, Merkur als Repräsentant der fahrenden Kaufleute der Weser huldigend (von Prof. L. Herterich-München), Bilder der alten bremischen Stadttore von dem Bremer Maler O. Bollhageu, ein die Gegenwart versinnlichender Spiegel, dessen Goldumrahmung die Gestalten der Vergangenheit und der Zukunft bilden, von Prof. Georg Römer-München, die reichgeschnitzten und vergoldeten Wappen der Hansestädte und eine Reihe von Fahnen über den Fenstern, Kopien nach Originalen aus dem Zeughanse. Für die Festlichkeiten ist durch eine Küche neben dem Festsaat im zweiten Stock gesorgt, von wo elektrisch geheizte Speiseivagen das Mahl in den ersten Stock befördern. Im zweiten Stock befinden sich ferner das Bauburean des neuen Stadthauses, von dem aus der Bremer Architekt Weidner die dreijährige mühevolle und komplizierte Bauarbeit geleitet hat, das Sitzungszimmer für die Deputationen und der Gerichtssaal für Disziplinar-- sachen, dessen Hauptzierde eine auch von C. Wiegandt geschaffene Ansicht der Weser (mit der Stadt in der Ferne), vom Elektrizität^ markt der Hemelinger Wehranlage ans, bildet. Das Dachgeschoß birgt mit seinen feuerfesten Decken und Wänden das ca. 1000 Quadratmeter große Archiv, während mächtige Kellerräume di« überschüssigen Schätze des weltberühmten Ratskellers bewahren. Das ganze Bauwerk aber darf gewissermaßen als der würdig« Schlußstein in dem prachtvollen Gebäudekranze gelten, den das Bremen von einst und das von jetzt in rühmlichem Wetteifer nm den alten Marktplatz, beit Kern und Sitz des städtischen; Lebens, gelegt haben. Vermrßchtss. — Speisekarten an deutschen Fürsten höfen. Das Hauptblatt des deutschen Gastwirteverbandes veröffentlicht folgende „Menus": Hof-Tiner im Residenzschloß zu Bückeburg. (86 Personen.) Menu du 1. Janvier 1913. Diner. Hultres Potage clair de tortue Poulardes truffees Toulousaine Mousseline ä l’andalouse Selle de daim rotte, salade Cardons bordelaise Coinpote de cerises Bombe Nelusco Friandises de Roquefort Dessert Hof-Ball im Residenzschloß zu Bückeburg. (268 Personen.) Menu du 4. Janvier 1913. , Souper. Consomme double Aspic de homards, sauce gribiche Selle de gibier, garnie Pate de foie gras de Straßbourg Disidon rott, salade Glaces melees, gaufrettes Dessert Hausball des Kammerpräsidenten Sr. Exzellenz von Frese in den Rathausfestsälen zu Bückebiirg (Hostraiteur A. Ulrich). (125 Personen.) , ' Speisenfolge. Geflügelsuppe. । Forellen, blau Straßburger Gänseleberpastete Rehrücken mit Champignons Artischocken gefüllt mit Kaviar und Spargelspitzen i - Ananaseis Käsestangen Dessert Hoffentlich haben die Essen am 1, Janvier und M 4. Janvier besonders gut geschmeckt. der doch Uönrgsprsmenade. tat in mehrt scheiw bar tigl fläch lustig ver ver über Ziels wißt nicht geht heftig teil des ihr daß allzu rennt nenb den teuer wenn schwellt wer über trank es ihn men schau zum Auslösung tu na tratet Nummer. Auflösung der altägyptischen Hieroglyphen in voriger Nummert Gott ift des Schwalben Arm. Redaktion: K. Nenrath. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,