ZM W w ffrsurnliebe. Roman von Horst B o d e m e r. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da trat Hans-Wilhelm ein; man empfing ihn mit Htzllo. Er schüttelte den Herren die Hand; die einfache Jagd- joppe, die hohen Stiefel, ließen ihn noch größer und breiter erscheinen, als er ohnehin schon war. „Wie bekommt dir denn das Feilschen um die lieben Schweinchen?" fragte Jochem Düssedau. „Das versteht der alte Drewel viel besser als ich. Ich seh' zu und lerne." Da polterte Püschkow, der schon recht tief ins Glas gesehen, los. „Früher kam einem die Bande wenigstens auf den Hof; heute heißt's hübsch selber auf den Markt fahren und sich anöden lassen, sonst kann man überhaupt nichts mehr los werden. Und das Mafsenangebot drückt auf die Kreise." Und nun ging die Schimpferei erst los. Auf die Leute könne man sich nicht mehr verlassen, Treu und Glauben sei unter die Räder geraten. Jeder hatte einen besonderen Fall auf Lager. Han-Wilhelm schob seine langen Beine unter den Tisch und steckte die Hänoe in die Hosentaschen. Aufmerksam hörte er zu. Was würden die Herren wohl sagen, wenn er ihnen erzählte, wie der alte Drewel für ihn eingesprungen svär? Aber er hielt den Mund! und schämte sich. Eva hatte sich notiert, wieviel der Oberinspektor zu seinem Monatswechsel beigesteuert hatte, und da waren über fünfzehnhundert Mark zusammengekommen — ein Vermögen für den ehentaligen Hütejungen. Natürlich hatte Wilhelm alles zuzüglich Zinsen zurückgezahlt. Graf Nelendorfs betrat das Zimmer Püschkow war bereits ziemlich blau, er saß bereits schon vor der dritten Flasche, auch einige Schnäpse hatten schon den Weg durch seine Kehle gefunden. „Ach, der angehende Großpapa!" Hans-Wilhelm wurde sehr verlegen. Er sprang auf und begrüßte seinen Schwiegervater mit einer Verbeugung. Düsedau markierte geschäftig den Kellner, er trug einen Stuhl herbei. * „Bitte, Herr Graf, wenn Ihr Schwiegersohn die langen Knochen ein wenig einzieht, haben Sie ihm gerade gegenüber einen wundervollen Platz." Ruhig erwiderte der Graf: „Ich danke sehr." Er setzte sich, bestellte eine halbe Flasche Mosel und ein paar Eier. Püschkow schielte zu ihm hinüber. Relendorff war weit Und breit der reichste Mann und machte die kleinste Zeche. Wlle sahen auf ihn und Mvreth. So etwas gab> es doch in dieser kleinen Ecke der Welt nicht alle Tage, daß sich Schwiegervater und Schwiegersohn gegenübersaßen wi« Holzklötze. Düsedau rief: „'Nun sind wir so ziemlich alle zusammen; draußen regnet es Sackstrippen, wie wäre es, mein lieber Hans- Wilhelm, du benutztest diese Gelegenheit und gäbst eins kleine Antrittsbowle, so Burgunder mit Sekt — das macht nicht zu viel Arbeit?" „Leider habe ich kein Geld! dazu," erwiderte er ruhig. „Herr Graf, treten Sie mal Ihren neugebackenen Schwiegersohn!" meinte Püschkow. Relendorff aber hatte für diese beiden Brüder gar nichts übrig. „Meine Herren, solange Sie fortgesetzt — und ich gebe zu mit Recht — über die Rot der Landwirtschaft klagen, wird es das beste sein, jeder streckt sich nach seiner eigenen Decke." f Düsedau wurde spöttisch. Er sang mit dröhnender Stimme: „Der alte Brauch wird nicht gebrochen. Hier können Familien Kaffee kochen!" Ein allgemeines Lachen des ganzen Stammtisches war die Antwort. Sobald Graf Relendorff fertig war mit dem frühstücken, brach er auf; wenn Hans-Wilhelm Düssedau in die Hände fiel war er bald geliefert, die verstanden es mit Hohn und Spott denen die Köpfe zu verdrehen, die nicht ganz fest in ihren Stiefeln standen. Auch Hans-Wilhelm empfahl sich bald. „Ja, ja, Gräfin Braut ist ein Magnet!" „Gewiße Düsedau, das ist sie", erwiderte er ruhig. Draußen sprach er mit Drewel. „Sperr Oberleutnant, verkaufen wir die Säuen lieber noch nicht!" „Drewel, wir müssen doch!" „I Gott bewahre, die Preise werden iveiter anziehen, und die Hypotherenzinsen haben wir ja bezahlt." „Aber die Ställe müssen ausgebessert werden." „Auch dazu langt's; wir kommen weit mit der Summe, die der Herr Oberleutnant mit nach Hanse gebracht haben." Da wendete sich Hans-Wilhelm ab. Zum ersten Male schämte er sich dieses Geldes. Aber es war da, und verspielt hatte er wahrlich viel mehr, als er zurückgeholt. Das war ein schwacher Trost für ihn. „Ganz wie Sie denken Drewel. Mer machen Sie mir später keine Vorwürfe. Der ehrlichen Haut gibt's einen Stich ins Herz. Sein Lebtag hat er seinem Herrn keine Vorwürfe gemacht, obgleich Grund genug vorhanden war. Aber dann geht ein zufriedenes Lächeln über sein Gesicht. Aus dem leichtsinnigen Offizier wär jetzt doch eüt ernster Mann geworden. —, Kaum hatte Hans-Wilhelm die Tür von draußen geschlossen, drehte sich das Gespräch nm seine Person. Man 174 trage die Folgen auch."' Beeren-- glücklich nicht gefeiert!" , „Papa, wenn dein einziges Kind dich verlaßt, um dem Manne seiner Wahl anzugehören, dann gebietet es! die Sitte, daß du bie. Hochzeit ausrichtest." „Liebe Eva, du hast mich schon längst verlassen, also ausüben zu können?" c , „Nein, das glaube ich allerdings nach deinem bty= heriqen Verhalten nicht." „Also, du willst nur das Gerede der Menschen heraus- Eva hatte unterdessen die Räume tut rechten Flügel! wohnlich hergerichtet. Frau von Moreth wollte dem jüngere Paare durchaus ihre Zimmer, die besser waren, zur Verfügung stellen, da hatten die Verlobten aber sehr energisch aufbegehrt. „Fast dreißig Jahre hast du den linken Flügel bewohnt, jede Kleinigkeit hat ihren alten, dir lieb gewordenen Platz, du bleibst die Hauptperson, die Stürme sind vorüber nun freue dich an deinem Lebensabend auf den Sonnenschein!" Da hatte Frau von Moreth die Hände gefaltet. „Kinder, mir ist das noch alles so unfaßbar; ich weiß gar nicht, ob ich das Glück ertragen kann!" Da war Hans-Wilhelm aufgestanden und hatte dm Mütter stumm auf die Stirn geküßt. * bett „Du wirst dein Wunder erleben! Evas Vater spielt • Hans-Wilhelm und Eva wurden anfgeboten. ^eden Nachmittag war sie drüben in Moreth, denn er kam nie nach Glossow, da sein Schwiegervater ihn nie aufforderte. Auch der mied Moreth, obgleich er wüßte, daß die einfache Frau, der dock ein guter Teil seines Herzens noch immer gehörte, schwer darunter litt. Er sagte sich; gebe ich Nur ein wenig nach, so werde ich-bald nicht anders tonnen, Ivie . Hans-Wilhelm Ratschläge erteilen, und das will ich fürs erste auf keinen Fall. Täglich brachte Eva 'Grüße mit; er dankte und ließ wieder grüßen und 'wenn er mit Hans-Wilhelm zusaminen- traf, so redete er mit ihm nur das unumganglicy Zotigste. Sein Schwiegersohn nannte ihn immer noch „Onkel", die die Leute fanden es albern; Relendorf aber meinte, dies dokumentiere seinen Standpunkt vor aller Welt. Die Einladungen zur Hochzeit wurden verschickt. Beil ^‘uitfere Eva!" sagt die Mütter stolz.---- der Gelegenheit stieß Eva mit ihrem Vater heftig zusammen. ! seinem Arbeitszimmer stehen sich Fritz von Beeren- „Natürlich bin ich dabei, aber hier in Glossow wird sie I ^erg^ und Hans-Wilhelm gegenüber, während die Braut Abenteuer öe§ Brigadier Gerard. Von C. Doyle. (Schluß des 1. Teils.) Wie der Brigadier sein letztes Abenteuer bestandl Endlich hörte der Wind auf, der uns'so lange begünstigt hatte/ und mehrere Tage trieben wir auf spiegelglatter See und unter einer Sonne, daß auf Deck zwischen den Planken das Pech heraus- quoll. Wir drehten und drehten an unseren Segeln, um jedes Lüftchen aufzusangen, bis wir endlich aus Meter windstillen Zone 'rauskamen und wieder mit einer frischen Brise südlich liefen. In dieser Gegend wimmelte es von fliegenden Fischen. Einige Tage schon war Burns sehr unruhig, ich bemerkte, wie er sich fortwährend die Hände über die Augen hielt und nach dem Horizont ausblickte, als ob er Land suchte. Zweimal erwischte ich ihn in. der Kajüte, wie er auf der Karte die Stecknadel anstierte, die sich der Küste immer mehr näherte und sie doch nie erreichte. Endlich, eines Abends, als der Kapitän und ich eine Partie Ecarto in der Kajüte spielten, trat er mit einem wütenden Ausdruck aus keinem sonnengebrnunten Gesicht zur Türe 'rein. „Nein!" „Papa, das ist hart, das wird die Welt nicht begreifen!" .„Ich lasse nur meine Ansicht gelten, das müßtest du I doch gerade wissen, Eva." --- Da ritt Hans-Wilhelm bei den Nachbarn herum und sorgte für Unterkommen der Hochzeitsgäste und für Wagen und Pferde. Auch an Düsedau wandte er sich. Der schlug ihm vergnügt auf die Schulter. „Selbstverständlich, machen wir! Uebrigens, Häns-Wil- Sm, auf deinen Hochzeitstag freue ich mich, wie eine alte ngfer auf den Brautkranz!" stritt hin und her. Einer meinte, er hätte nun die Kinderschuhe ausgetreten und wäre vernünftig geworden, ein anderer wiegte den Kopf zweifelnd hin und her. Die neuen Lebensbedingungen habeii ihn stutzig ge macht. Die moralische Anwandlung wird nicht lange anhalten fürchte ich." Jochem Düsedau lachte Heger. , ,. „Fürchten - Quatsch! Der gute Junge war fertig aber er wußte ja, die Eva Relendorff rannte ihm nicht weg - na, und da hat er sich nun rangiert. Daß der Schwiegervater ihm so wenig grün ist,, wtrd wohl seme guten Gründe haben, da marÄert ersetzt einfach den gesetzten Rann Sind erst mal die Flitterwochen vorüber, dann wollen wir uns wieder sprechen!" Manche stimmten Düsedau zu, manche meinten, jeder wäre einmal in seiner Jugend mehr oder weniger leicht- finnia gewesen, dann käme eben emes Tages die Vernunft. Man machte einen dicken Strich unter die Rechnung — und wurde eilt anderer. -k- Am Tage des Polterabends standen sich Frau von Mo- reih und Oberst von Seinsheim zum ersten Male wieder seit fünfundzwanzig Jahren gegenüber. „Gnädige Frau, wie gern ich gekommen bin! „Vor allem, lassen Sie mich danken, daß sie ihre Hände so väterlich über Hans-Wilhelm gehalten haben/' „Es war mir Herzenssache — ich tat's gern." „Mein Junge hat es in erster Linie Ihnen zu verdanken, daß er morgen au seinem höchsten Ehrentage den Koller unseres glorreichen Regiments tragen darf." Da wurde es dem Obersten schwer zu antworten. . „Wir wissen, was wir dem Namen Moreth schuldig sind", sagte er dann endlich. Da reicht ihm die alte Freundin herzlich die Hand. „Mein Mann, das Andenken an ihn ist mein stolz und die Pflicht, über seinen Sohn zu wachen, ist die Ausgabe meines Herzens gewesen!" Der Kampfgenosse Hans von Moreths beugt jtch über die schlanke, feingeäderte Hand. Bewegt antwortet er: .„Ich habe Vertrauen zu Hans-Wilhelm; ein starkes Weib geht neben ihm!" „Ja, unsere Eva!" sagt die Mutter stolz. — - ' In seinem Arbeitszimmer stehen sich Fritz von Beerenberg und Hans-Wilhelm gegenüber, während die Bram mit Frau von Seinsheim und der Gräfin Beerenberg plau- den Gekränkten!" . f , „Hans-Wilhelm, verlange auf einmal nicht zu viel. ■ w owuvu. „Ich hab's Za schließlich nicht anders verdient — zu- .Glaubst du etwa auf diese Weise einen Druck auf mich gegeben; aber schön ist das nicht!" '■ 1 -• — „Mit der Zeit äüdert sich das fchon noch. Uebrigens heiratest du doch den Alten nicht!" , .Soll ich vielleicht ein gutes Wort für dich bei ihm! einlegen? Du weißt, ich tu's von Herzen gern." fordern?" I „Um Gottes willen, laß die Hände davon! Heute abend Das ist mir herzlich einerlei, mein Kind. Jedermann I wirst du selbst zu der Erkenntnis kommen ; bei dem ver- soll aus meinem Verhalten den richtigen Schluß, ziehen, daß I fangen nur Beweise!" ich mit deiner Wahl durchaus nicht einverstanden bin." „Sv freue Dich darüber „Gut, dann werde ich eine ganz große Hochzeit geben", I „Ehrlich gestanden, lieber Fritz, ich tu es sagte die Komtesse sehr entschieden. — | „Hans-Wilhelm so gefällst du mir. J Und so war es. Annähernd hundert Einladungskarten I Und die Frau von Seinsheim und die Gräfin flatterten in die Welt hinaus. Schon aus Neugier sagten I bürg sind sich darüber einig: „Moreth kann sich die meisten zu. Vom Regiment hatte Oberst Seinsheim und I preisen, denn er bekommt eine reizende Frau. Graf Beerenberg mit ihren Gemahlinnen ihr Kommen an- | (Fortsetzung folgt.) ^meldet, auch noch ein paar andere Kameraden wollten erscheinen. „ . c Eva war's zufrieden, nur das Unterbrmgen der Gaste machte ihr Sorge. Noch einmal wandte sie sich bittend an ihren Vater. „Du wirst uns doch deine vielen FreindenzimMer wenigstens zur Verfügung stellen nnd deine Wagen und Pferde?" - 178 - „Entschuldigen Sie, Herr Kapitän," sagte er. Wissen Sie eigentlich, welchen Kurs der Mann am1 Ruder steuert?" „Direkt südlich," antwortete der Kapitän. „Und direkt östlich sollte er steuern!" „Woher wissen Sie das?" Der Maat brum'mte zornig etwas in den Bart. .. „Ich habe keine bessere Ausbildung gehabt, Herr Kapitän/ sagte er dann, „aber ich kann Ihnen sagen, ich fahre in bieten. Gewässern, seitdem' ich ein Bengel von zehn Jahren war, und rch Weift, wann wir die Linie passieren, und weist, wann wir in den Kalmen sind, und weist, Ivie man nach den Oelflnssen fährt. Wir sind jetzt südlich der Linie und wir müßten direkt östlich, statt südlich steuern, wenn wir in den Hafen kommen wollen, wo uns die Reeder hingeschickt haben." . _ „Entschuldigen Sie, Herr Gerard. MerkenSie, daß rch am Ausspielen bin," sagte der Kapitän, indem er die. Karten hinlegte. „Kommen Sie an die Karte, Herr Burns, ich will Ihnen eine Lektion in praktischer Navigation erteilen. Hier ist die Region des Südwest-Passats, und hier ist die Lsirie, rind hier in diesen Hafen wollen wir, und hier ist ein Mann, der sein Schiff nach seiner Weise lenkt." Während er noch sprach, erwischte er den unglücklichen Maaten an der Kehle und würgte ihn, bis er fast besinnungslos war. Der Steward Kerouan war inzwischen mit einem Tau herbeigeeilt, womit sie ihn knebelten und banden, dast er vollständig machtlos war. „Am Steuer ist einer von unseren Franzosen," sagte der Steward. „Den Maat werfen wir am besten über Bord." „Das ist das sicherste," Meinte Kapitän Fourneau. Doch das war mehr, als ich ertragen konnte. Niemals würde ich mich dazu bereden lassen, zum Mord eines wehrlosen Menschen meine Einwilligung zu geben. Sehr ungnädig erklärte sich der Kapitän schließlich damit einverstanden, ihm das Leben zu schenken. Wir trugen ihn nach hinten in einen Raum unter der Kajüte, wo er zwischen Ballen von Manchestertuch gelegt wurde. „Es ist kaum der Mühe wert, dast man erst die Luke wieder schließt," sagte Kapitän Fourneau. „Gustav, geh' zu Herrn Turner und sag ihm, daß! ich ihn sprechen mochte." Der ahnungslose zweite Maat trat in die Kajüte nnd wurde auf der Stelle ebenso traktiert, wie sein Kollege Burns. Er wurde dann gleichfalls 'nuntergetragen und neben ihn gelegt. Tie Luke wurde bann wieder zu gemacht. „Der rothaarige Hund hat uns zu raschem' Eingreifen gezwungen," sagte der Kapitän, „und ich must eher losschlagen, als ich wollte. Doch, es schadet weiter nichts und wird meine Pläne nicht ernstlich gefährden. Kerouan, du kannst der Mannschaft vorn ein Fäßchen Rum bringen und ihnen sagen, daß es ihnen der Kapitän schickt, damit sies aus Anlaß des Passierens der Linie auf sein Wohl austrinken. Sie werdens nicht besser haben wollen. Unsere eigenen Leute bringst du dann ’nunter in deine Pantry, damit wir sicher sind, dast sie alle zur Tat bereit sind. Nun, Oberst Gerard, können wir, Wenns Ihnen recht ist, unser Eearlß weiter spielen." Cs War dies eine Lebenslage, die man nicht leicht vergißt- Dieser Kapitän War ein Mann mit eisernen Nerven, er mischte und hob ab, gab Karten nnd spielte, als ob er in seinem Caf6 säße. Von nuten hörten Wir die unartikulierten Laute der beiden Maate, die durch- die Taschentücher, die sie im! Mund hatten, ziemlich abgeschwächt waren. Draußen knarrte und ächzte in Der starken Brise, die uns flott vorwärts trieb, das ganze Holz- Ünd Segelwerk unseres Fahrzeugs. Durch das Rauschen der Wellen und das Pfeisen des Windes drang das wüste Jnbelgefchrei der englischen Matrosen, die dem Rnmfäß.chen zu Leibe gingen. Wir machten ein Dutzend Spiele, und dann erhob sich der Kapitän und fagte: „Ich glaube, jetzt sind sie so weit". Er nahm ein Paar Pistolen ans einer Schublade und händigte mir eine ein. Aber wir brauchten keinen Widerstand zu fürchten, denn es war kein Mensch- zum Widerstand da. Dxr Engländer jener Zeit, ph Soldat oder Matrose, war ein unverbesserlicher Säufer. Wenn er nichts zu trinken hatte, war er ein braver und guter Mensch. Hatte -er aber zu trinken, so gebärdete er sich wie ein Wahnsinniger ’ Maß halten kannte er nicht. In dem! trüben Licht des Loches, worin sie hausten, fanden wir fünf Besinnungslose und zwei Wahnsinnige, die schrien, fluchten und fangen — das war die derzeitige Bemannung des-„Schwarzen Schwans". Der Steward schleifte die nötigen Taue herbei, und mit &üfe. der zwei Franzosen (der dritte war am Steuerrad) fesselten Wir die Betrunkenen und banden sie so fest, dast sie weder sprechen noch sich rühren konnten. Sie wurden in den entsprechenden Raum im Vorderschiff gelegt, wie ihre Vorgesetzten im hinteren, und Kerouan bekam die Weisung, ihnen zweimal täglich Essen und Trinken zu bringen. So befand sich denn der „Schwarze Schwan" vollständig in unserem Besitz. Wenn schlechtes Wetter eingetreten wäre, so weist ich nicht, was wir hätten anfangen sollen, aber wir sichren vergnügt weiter; per Wind war stark genug, uns rasch südlich zu treiben, aber Nicht so stark, dast er uns beunruhigte. Am Abend des dritten Tages traf ich Kapitän Fourneau auf dem Oberdeck und merkte, daß er scharfen Ausguck hielt. Plötzlich rief er: „Gerard, sehen Sie Port, dort!" und zeigte Über den Bugspriet des Fahrzeugs hinweg. Ueber der tiefblauen See erhob sich der hellblaue Himmel, und in ganz weiter Ferne, wo sie zusammenstietzen, sah ich etwas Schattenartiges wie eine Wolke, aber mit deutlicheren Umrissen. „Was ist das?" fragte ich. „Das ist Land." „Was für ’n Land?" Ich War gespannt auf die Antwort, und doch wußte ich schon, wie sie lauten würde. „Es ist St. Helena!" Das war sie also, die Insel meiner Träume! Das war also der Käfig, wo unser großer Kaiser eingesperrt war! All jene Tausende von Meilen Wasser hatten Gerard nicht von seinem Herrn zurückzuhalten vermocht. Dort war er, dort auf jener Wolkenbank über dem dunkelblauen Meer. Wie sie meine Blicke verschlangen! Wie Meine Seele dem Schiff vorauseilte ■— weiter unb weiter, ihm zu sagen, baß er nicht vergessen sei, daß nach langer Zeit endlich ein treuer Diener an seine Seite geeilt sei! Jeden Augenblick wurde der schwarze Fleck auf dem Wasser größer und deutlich-er. Bald konnte ich ernennen, daß es wahrhaftigem bergiges Eiland war. Tie Nacht senkte sich nieder, aber ich lag noch immer auf den Knien, meine Augen in der Dunkelheit auf die Stelle gerichtet, wo ich wußte, daß mein großer Kaiser sei. Wir fuhren eine Stunde und noch eine, als uns plötzlich ein kleines, goldenes, funkelndes Licht direkt von vorne entgegeuschim- M-erte. Cs kam- aus dem Fenster von irgendeinem Haus — vielleicht von feinem Hause. Es konnte höchstens ein bis zwei Meilen entfernt sein. O, wie ich meine Hande danach ausstreckte! f— es waren nur die Hände Etienne Gerards', aber für ganz Frankreich waren sie ausgestreckt. An Bord unseres Schiffes' waren sämtliche Lichter ausgelöscht, und unter Anleitung des Kapitäns Fourneau zogen wir alle an einem der Taue, wodurch- sich eine der Raan über uns 'rumdrehte und das Schiff zum stoppen kam. Dann bat er mich, mit in die Kajüte zu kommen. „Sie werden jetzt alles begreifen, Oberst Gerard," sagte er zu mir, als wir unten waren, „und Sie werden mir verzeihen, dast ich Sie nicht vorher vollkommen ins Vertrauen gezogen habe. In einer Sache von einer derartigen Wichtigkeit mache ich- jedoch niemanben zum Vertrauten. Ich habe bie Befreiung bes Kaisers schon sehr lange geplant, unb mein Verbleiben in England, Wie mein Eintritt in ihre Handelsflotte geschah nur zu diesem Zweck. Es ist alles gegangen, wie ichs erwartet hatte. Ich habe mehrere erfolgreiche Reisen nach der Westküste Lffrikas gemacht, so baßes keine Schwierigkeiten bereitete, auch dieses Kommando zu bekommen. Nach unb nach gewann ich. diese alten französischen Marinematrosen zur Besatzung. Sie habe ich- mitgenommen, weil ich gerne einen erprobten Streiter iml Fall des Widerstandes haben wollte, unb auch auf der langen Heimreise einen passenden Geführten für den Kaiser. Meine Kajüte ist schon zu diesem Zweck hergerichtet. Ich hoffe zuversichtlich-, dast er vor Tagesanbruch drin ist, und wir außer Sicht sind von dieser verfluchten Insel." Sie können sich denken, mes amis, wie mich diese Worte bewegten. Ich umarmte den braven Fourneau und flehte ihn an, mir zu sagen, wie ich ihm behilflich sein könnte. „Ich, 'muß Ihnen alles überlassen," sagte er. „Ich Würbe gern der erste fein, ihm meine Ehrfurcht zu bezeugen, aber es würde nicht ratsam für mich sein, das Schiss zu verlassen. Tas Wetterglas fällt, das bedeutet Sturm, unb wir haben das Land unter unserer Leeseite. Außerdem kreuzen drei englische Kriegsfahrzeuge um die Insel 'rum, die jeden Augenblick auf uns stoßen können. Ich muß also das Schiff bewachen, und Sie müssen den Kaiser bringen." Ich erzitterte bei diesen Worten. „Geben Sie mir Ihre Weisungen!" schrie ich. „Ich kann Ihnen nur einen Mann ablassen, denn ich kam, so schon kaum- die Segel bewältigen," fuhr er fort. „Eins von den Booten ist 'nuntergelassen, unb bieser Mann wird Sie an Land rudern und warten, bis Sie zurückkommen. Das' Licht, was Sie sehen, ist tatsächlich das Licht von Longwood. Mhe Menschen in diesem Hause sind Ihnen wohlgesinnt, und auf alle können Sie zählen, daß sie Ihnen bei der Flucht des Kaisers helfen. Es ist zwar uM das Haus ein Kordon englischer Wachtposten aufgestellt, aber die sind ziemlich Weit ab davon. Wenn Sie erst so weit sind, übermitteln Sie dann dem Kaiser unsere Pläne, geleiten ihn ans Boot und bringen ihn an Bord." Der Kaiser selbst hätte seine Instruktionen nicht kürzer und klarer geben können als Kapitän Fonrneau. Es war kein Augenblick zu verlieren. Das Boot mit dem Matrosen wartete längsieit. Ich stieg ein und wir stießen ab. Unser kleines Fahrzeug tanzte über die dunkle Flut, aber vor meinen Augen leuchtete stets das Licht von Longwood, das Licht des Kaisers, der Stern metner Öoffnung! Bald kratzte der Boden unseres Nachens über die Steine; wir waren ani Ufer! Es war eine verlassene Stelle, und keine Wache rief uns an. Ich ließ den Seemann beim Boot und kletterte den Hügel hinaus. Ein schmaler Ziegenpfad wand sich zlvricheu den Felten burd), so daß es mir nicht schwer wurde, meinen Weg zu finden. IN St. Helena konnte man mit Recht sagen, daß alle Pfade zum Kaiser führten. Ich kam an ein Tor. Keine Wache — rch ging durch. Noch ein Tor — wieder keine Wache ! Ich! wunderte mich, was aus dem Kordon geworden sein möchte, von dem Fourneau gesprochen hatte. Ich war nun auf der Höhe angelangt, denn gerade vor mir brannte das Licht. Ich verbarg mich unb schaute mich nach allen Seiten um, aber ich konnte noch immer 176 feine Spur von einem' Feind entdecken. Als ich naher wtg, sah ich da- Hans, ein langes, niedriges Gebäude mit «ner Beraiida Auf dem Weg davor spazierte ein Mann auf und ab. Ich schlich mich näher und betrachtete ihn. Vielleicht wars der verdammte Hudson Lowe. Welch ein Triumph, tvenn ich den Kaiser nicht nur befreien, sondern mich rächen könnte! Doch wars wohl wahrscheinlicher, daß es eine englische Wache war. Ich kroch noch etwas näßer, nnd der Mann blieb vor dem- erleuchteten Fenster stehen, so daß ich ihn genauer sehen konnte. Nein, es war fern Soldat, sondern ein -Geistlicher. Ich wunderte mich, was etit solcher Mann nachts um zwei Uhr hier tun möchte. War er ein Engländer oder ein Franzose? Wenn er ins Haus gehörte, so durfte ich ihn ins Vertrauen ziehen. W-enn er aber ein Engländer war, wurde er alle meine Pläne zerstören. Ich schlich noch immer ’n bißchen naher, und in diesem Augenblick ging er ins Haus hinein. . isefet hatte ich freie Bahn, und ich Ivar mlir bewußt, daß ich kerne Sekunde verlieren dürfte. Gebückt lief ich schnell vorwärts an das erleuchtete Fenster. 'Ich hob den Kopf in die Höhe und guckte durch — vor mir lag die Leiche des Kaisers ! Weine Freunde, ich stürzte bewußtlos auf den Kiesweg, als ob ich einen Schuß durch den Kopf bekommen hatte. Mein Schreck war so groß, daß ich -mich heute noch wundere, ihn iioenebt zn haben. Nnd trotzdem hatte ich mich nach einer halben Stunde wieder Mfgerafft und stand, an allen Gliedern zitternd und mit den Zähnen klappernd, an der Wand und stierte mit den starren Blicken eines Wahnsinnigen in das Zimmer des Toten. Er lag auf einer Bahre mitten im Zimmer, ruhig, friedlich, majestätisch, sein Gesicht zeigte jene geheime Macht, die unsere Herzen leichter machte am Tage der Schlacht. „ Seme bleichen Lippen waren zu einem ganz unmerklichen Lächeln verzogen, seine Halbgeöffneten Augen schienen auf mich gewandt. Er war stärker als damals, wo ich ihn bei Waterloo zum letzten Male gesehen hatte, und in seinem Gesicht lag ein sanfter Zug, den ich im Men nie bemerkt hatte. Zu beiden Seiten brannte eine R-erhe Kerzen, unb das war das Licht, das uns auf der See erfreut, das Mich über das Wasser geleitet, und das ich als den Stern meiner Hoffnung begrüßt hatte! Dunkel sah ich allmählich, daß viele Menschen niederknieten: der kleine Hofstaat, Männer und Frauen, die sein Geschenk geteilt hatten, Bertrand, seine Gemaplin, der Geistliche, Montholon — alle waren sie da. Ich hätte gerne auch gebetet, aber das Herz war mir zu schwer und gu weh. Und doch mußte ich Abschied nehmen, aber ich konnte ihn nicht verlassen, ohne ihm ein Zeichen zil geben. Ohne Rücksicht, ob ich gesehen werden möchte oder nicht, stellte ich mich aufrecht vor meinen entschlafenen Heerführer hin, nahm die Hacken zusammen und erhob meine Hand zn einem letzten Salut. Dann machte ich kehrt nnb eilte hinweg durch die dunkle Nacht, das Bild der bleichen, lächelnden Lippen und der starren grauen Augen vor nur. Mir war's, als ob ich nur eine kurze Weile weggewesen sei, aber der Mann im Boot sagte mir, es seien Stunden. Erst als er davon sprach, bemerkte ich, daß sich der Wind erhoben hatte und daß die Wellen rauschend an die Felsen schlugen-. Zweimal versuchten wir unser Boot abzustoßen, und zweimal wurde es vom Meere zurückgeworfen. Das drittemag schlug eine starke Welle, den Boden durch. Hilflos warteten wir daneben, bis der Tag anbrach, doch zeigte er uns nur eine wütende See. Von dem „Schwarzen --Schwan" war keine Spur zu sehen. Um weiter blicken zu können, klommen wir den Hügel hinauf, aber im weiten Umkreis schimmerte kein Segel auf dem Ozean. Er war fort. Ob er gesunken oder von seiner englischen Besatzung wieder genommen, oder was sonst für ein seltsam-es Schicksal ihm beschieden gewesen sein mag, weiß ich nicht. Auch Kapitän Fourneau habe jich nie wieder gesehen, uM ihm das Resultat meiner Mission zu erzählen. Ich selbst übergab mich den Engländern, mein Bootführer und ich behaupteten, daß wir die einzigen Ueberlebendüu eines untergegangenen Schiffes wären. Bei ihren Offizieren fand ich die großmütige Gastfreundschaft, die ich immer getroffen habe, aber »es verstrich manch' langer Monat, ehe sich eine Gelegenheit zur Rückreise bot nach dem teueren Land, außerhalb dessen es für einen wahren Franzosen, wie ich es bin, keine wirkliche Glückseligkeit gibt. Nachdem ich Ihnen nun erzählt habe, wie ich mich von meinem Herrn und Meister verabschiedet habe, will ich mich nun auch von Ihnen verabschieden, meine lieben Freunde, die Sie so geduldig den langatmigen Geschichten eines allen, gebrochenen Soldaten zugehört haben. Rußland, Italien, Deutschland, Spanien, Portugal und England, durch alle diese Länder sind Sie mir gefolgt, und durch meine trüben Augen hindurch haben Sie etwas -von dem Funkeln und dem Glanz jener großen Zeit gesehen, und ich habe Ihnen einen schwachen Schatten gemalt von jenen Männern, bei deren Tritt die Erde zitterte. Bewahren Sie's in Ihrem- Herzen und übertragen Sie's auf Ihre Kinder, denn die Erinnerung an ein großes Zeitalter ist der kostbarste Schatz, den eine Nation nur besitzen kann. Wie der Baum sich von seinen eigenen abgefallenen Blättern nährt, so mögen auch diese Toten und diese entschwundenen Tage eine neue blühende Epoche hervorbringen tion Helden, Herrschern und Weisen. Ich ziehe nun nach der Gascogne, aber meine Worte bleiben hier in Ihrem Andenken, und wenn Etienne Gerard lange vergess«! ist, wird sich vielleicht noch Manchmal ein Herz erwärmen, oder ein -Geist stärken durch irgendein schwaches Echo der Worte, die et hier gesprochen hat. Messieurs, ein alter Soldat salutiert und sagt Ihnen Adieu! Bachertisch. — „Dic Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Bildnerei und ihre Beziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Herausgeber: Alexander H e i l m e y e r. Verlag Georg D. W. Call weh, München. Mit der modernen: Renaissance des Porzellans, der Kammerkunst der Keramik, ist auch die Freude und das Interesse an den Werken der Kunsttöpferei wieder erwacht. Wenn das Porzellan als Kleinplastik unserer allernächsten Umgebung, im Zimmer auftritt und uns dort durch die elegante Schönheit des Materials und durch reizvolle Darstellungen erfreut und entzückt, so gebührt auch den größeren Werken der Keramik wieder ein bestimmter Platz int und am Hause. Die italienischen Majoliken sind so beliebt, daß wir Wgüsse davon in unzähligen Häusern finden. Sie sind aber Gips und entbehren vollständig des farbigen Reizes echter Majolika. Nr. 1 der ihren 3. Jahrgang beginnenden „Plastik" bringt in 10 Kunstdrucktafeln überraschende Schöpfungen neuer Keramik. Die Bilder stellen in ihrer Auswahl nicht nur fachlich, fonbern auch gegenständlich interessante Plastiken, Putten, Ktnderfriese, Vögel, Figuren und .Büsten dar. Man gewinnt einen Ueberblick über die künstlerischen Tendenzen nrtb Richtungen im keramischen Schaffen der Gegenwart und erhält zugleich noch durch die wertvollen Erläuterungen des Herausgebers einen Einblick in die Werkstätte des Keramikers. — Des Kindes Fibel, herausgegeben von Wilhelm Kotz.de, mit Mlderu von Arpad Schmidhamnter. In Seinen gebunden 3 Mk. Verlag von Jos. S ch o l z in Mainz. Eine Fibel, wie sie der deutschen Jugend noch nicht geboten wurde! Mit rund 120 farbigen Bildern von Meister Schmidhammer! Doch alle Lust und Freude an Bildern würde nicht genügen, wenn der methodische Ausbau dem kleinen Leser zu große Schwierigkeiten bietet, Tiefen Mangel so Mancher modernen Bilderfibel hat der Verfasser zu vermeiden gewußt. Der Verfasser ging nicht von vorgefaßten Ideen aus, fonbern ließ die lebendigen Bedürfnisse des Kindes Maßgebend sein, er achtele vor allem darauf, daß auch dem weniger begabten Kinde das Lesen- und Schreibenlernen erleichtert werde. So ist eine Fibel entstanden, die ans dem Bedürfnis des Kindes erwachsen ist. Zu dem in liebevoller, jahrelanger Arbeit gewonnenen Text tritt ein Bildschmuck, der unübertrefflich ist. Arpad Schmidhammer gilt seit langem als unser bester Kinder- Wnstler und Humorist. Die Fibel wird zunächst all den Kindern hochwillkommen fein, die im Einzelunterricht in die Anfangsgründe eingeführt werden sollen. -Für alle anderen Kinder wird sie ein herrliches Bilderbuch von seltener Fülle fein, das den Schulunterricht unterstützt. Und manche Schule wird den Wunsch haben, sie zu benützen. — „De r BortruP p", Halbmonatsschrift für das Deutschtum Unserer Zeit. Die soeben erschienene Nummer 6 des 2. Jahrganges trägt zunächst mit einer Arbeit von Dr. Otto Mensendivck der Erinnerilngsfeier an Friedrich Hebbel Rechnung. „Tie deutschen Landerziehungsheime" würdigt Dr. Trusen. Auch in „Was andre sagen" bietet die vorliegende NuMmer des „Vortrupp" dazu einen wertvollen Beitrag. Eine Betrachtung „Zur Umfrage über das Rechtsstudium" von Werner Jungfer soll für eine sehr wichtige Frage das Urteil der öffentlichen Meinung wecken. Energisch und unter Anführung sachlichen Materials nimmt Friedrich Wilhelm Fulda die Wandervogelbewegung gegen den Vorwurf „Flurschaden" zu verursachen, in Schutz, lieber die Kunst des „Schilaiiss" plaudert der Mitherausgeber Hans Paasche und zum Kinderrufe „Märchen erzählen!" macht Walther_ Kluge sehr beherzigenswerte Ausführungen. Unter der ständigen Abteilung „Rund nm uns" bietet Heinrich Scharrelmann „Oster- gebanten", Gustav Temme „Einen neuen Weg in der Arbeit für Volkswohlfahrt" und „Zur Breslauer Jahrhundertfeier" äußert sich eine Reihe studentischer Vereinigungen. Charade. Steigt leuchtend die äiactete auf. Bleibt Eins nicht aus, verlaß dich d'raus. Zwei-Trei lebt fro[) in Busch und Wald, Ist bunt und zierlich von Gestalt. Das Ganze ist ein Bild des Fleißes. — Wer's nicht erraten kann, den beiß' es! Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummerr AGNES GRAN NAB E N 8 Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS»Buch« und Steindruckerei. B. Lange, Gieße»