Mo — Nr. (98 LL Donnerstag, ven 18. Dezember ff - !'! teS Tante Bertas Weihnachtsgabe. Bon ErnstGeorg y. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Jetzt erschreckte Matchen noch mehr. „Welcher Hahn? Mama, komm doch zu dir!" —■:(—i Mm lachte Iran Weber: „Ach, du hältst mich für trank, du Närrchen!? Nein, ich rede klar. Unser älter Hahn ist in Berlin und bei mir gewesen, und der Hannes fontntt Zurück und soll Pfarrer werden, und ich schwöre darauf, in den Möbeln liegen Schätze für euch. Und heute abend kommt Hahn zur Bescherung her imd bringt einen Amtsrichter mit. Ach, Matchen, wenn ivtr - - wenn ich Tante Berta unrecht getan hätte?" Das ernste Mädchen hatte von all dem Gerede nur eins verstanden. Amalie war sehr bleich ge- tvorden und presste die Hände auf das stürmende Herz. Sie eilte in das Nebenzimmer, das sie mit ihrer Mutter teilte und trat au das Neuster, wls sie die plötzlich brennende Stirn gegen die kalte Scheibe lehnte. Draußen rieselte der Schnee. Sie sah es nicht. Sie dachte nur der wenigen Briefe des jungen Geistlichen, den sie seit frühester Kindheit geliebt hatte. Immer hatte er nur Sachliches geschrieben. Nur am Schlüsse seiner Zeilen war stets eine Bemerkung gewesen, di? von seiner Treue, seiner Ausdauer und' seinem Hoffen sprach. Galt das ihr? Meinte er damit ihr späteres Glück? Warum erwähnte er nie offen seine Liebe zu ihr? Warum erinnerte er sie nie au sein Versprechen aus der Studentenzeit ? Amalie kämpfte wie seit Jahren schwer mit sich. Sie wußte nur, daß sie ihn noch liebte, daß sie ihiu die Treue gehalten; aber nicht, ob er sie nach der langen, langen Trennuugszeit noch als seine Braut ansah! Also nun nahte die Entscheidung? Was galten ihr Geld und Gut angesichts dieser Tatsache! — Später kam auch Franz Weber aus dem Geschäft. Er hatte seine Braut, die Waise Ivar, gleich aus ihrer Stellung als Buchhalterin, das heißt aus ihrem Kontor, abgeholt. Der jungt Mann ivar in gehobener Stimmung. Seine Chefs hatten ihm eine ansehnliche Weihnachtsgrati- stkation gegeben. „Ich pfeife auf Tante Bertas Mammon," strgle er bitter. „Mag sie das Kapital für ihr Stift an- egeit, das sie ja auf Rompelswert erbauen wollte. Heute haben sie es mir fest zugesagt: Zu Ostern werde ich Prokurist und bekomme ein so anständiges Gehalt, daß wir heiraten können! Jetzt habe ich mich an Berlin uitb meine Gefängnismauern gewöhnt. Nicht, mein Lieschen, wir heirate,! zu Ostern und werden glücklich werden auch ohne die Tante?" — „Gewiß," entgegegnete das niedliche bleiche Mädchen und schmiegte sich an ihn, „aber schön wär's doch, wenn wir noch einen Batzen Geld bekamen. Dann brauchte Muttchen nicht so zu sparen, wir könnten ihr und uns das Leben leichter machen!"--- M war merkwürdig: aber der Anblick der Möbel schien die ganze Familie erst recht igegen die Verstorbene auszu- bringen. Nur die alte Frau Weber äußerte sich njcht. Ihre Wangen glühten wie im Fieber. Sie verging vor Neugier und geheimer hoffender Unruhe. Die andern verbitterten sich gegenseitig immer mehr. Amalie Hing mit verträumten Augen umher. Es war gut, daß die Vorbereitung für die Bescherung alle in Anspruch nahm und die Aufmerksamkeit von ihr ablenkte. „Es ist eigentlich etwas stark, daß der alte Hahn uns heute einen stockfremden Menschen aufhalst!" murrte Franz. „Wo er nur bleibt?" rief Lieschen. „Wenn er bis sieben Uhr nicht da ist, fangen wir an! Nicht, Muttchen?"--- „Ach ja, wir ivollen ans immer unsere Gaben überreichen, damit lvir nachher Ruhe haben!" — — Jeder in dem kleinen Kreise hatte das Jahr über gespart, um den andern am Weihnachtsfeste Freude machen zu können.. Der alte Regulator zeigte die siebente Stunde. Nun ließ sich die Ungeduld des Brautpaares nicht mehr zügeln. Die Mutter musste den Christbaum anzündeu. In gehobener Stimmung schleppte jeder seine unter Tüchern versteckten Gaben herbei und baute sie freudestrahlend auf. So bescheiden die Geschenke waren - sie waren mit Ucberlegung gewählt und mit Freuden dargereicht: darum fanden sie auch Anklang. Franz- hob die von seiner Braut gestiftete Schreibtisch-Garnitur in die Höhe und trat lächelnd zu den, Schreibtisch. „Im vorigen Jahr hat uns Tante Berta ja huldvollst das erste Stück in unsere neue Wirtschaft gespendet. Ich hatte zwar in meinem llrurinnersten stets auf das schöne Rompelswert gehofft. Na, damit ist es nun nichts! Aber Lieschen, wir lassen uns die Laune nicht verderben, nicht, Schatz? Wir werden doppelt stolz sein, wenn wir uns unser Nestchen so Stück für Stück zusammengetragen haben! Ich verzeihe heute der Tante Berta, daß sie uns so schmählich übergangen hat. Möge sie sanft ruhen!"--Unwillkürlich schwiegen alle. „Da in der Sofaecke saß sie noch heute vor einem Jahr," meinte Amalie sinnend. „Ich weiß nicht, aber ich mochte sie gern. Sie Ivar ja immer so kalt und verbittert: aber mir tat sie leid. Ich sehe immer noch die Tränen in ihren Augen schimmern, als sie im letzten Jahr vor ihren Aufbau unter den brennenden Weihnachtsbaum trat!" — Frau Weber hatte vorsorglich die Kerzen ausgelöscht. Sie tonnte nirgends still sitzen und verfolgte unablässig den Gang der Zeiger. Ihre Wangen glühten. Ihre Augen glänzten. „Muttchen ist ganz selig, weil unser alter Hahn kömmt!" rief die Schwiegertochter neckend. „Ja, Lieschen, das bin ich auch! Mir ist's, als müsse er das Christkind selber mitbringen!" entgegnete sie tief atmend. Dann sah ie nach dem Abendbrot und nach dem kleinen Aufbau, den man noch für die beiden unerwarteten Gäste zurechtgemacht hatte. — Endlich klingelte es. Die alte Dame zuckte schreckhaft zusammen und eilte hinaus. Ihre Kinder folgten. Das kleine Dienstnrädchen hatte schon geöffnet. „Hier sind zwei Schneemänner, Zwei Knechte Rupprecht. Dürfen sre nach hinein?" rief der Pfarrer dröhnend. „Willkommen alle 790 beide!" schrie Franz. — Amalie Weber stand in der er- lenchtenden Tür und schaute beklommen auf die Eintretcn- den. Plötzlich sanken ihre Arme schlaff herab, sie wurde kreideweiß und starrte mit weitausgerissenen Augen auf den schlanten Manu, dessen Gesicht so dunkelgebräunt war wie der Bart, der cs umrahmte: „Hannes!" sagte sie nur wie im Traume. Und da war er neben ihr und streckte ihr beide Arme entgegen. „Malchen!" Ta gab es kein Halten mehr. Benn Klang dieser lieben, heißentbehrten Stimme schluchzte sie nur auf und warf sich an seine Brust. Der junge Prediger preßte sie so gewaltig an sich, als wollte er sie nie wieder von sich lassen. ---„Nanu," schalt der alte Hahn lachend, ergriffen, „was soll denn das heißen? Heute hole ich mir meinen Jungen von der Bahn, um ihn in Amt und Würde zu bringen, und nun denkt er, nachdem er kaum den Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat, an weiter nichts als an Liebe?"--Johannes Hahn hob den Kopf: „Ach, Vater, an meine Liebe habe ich ja die ganzen sechs Jahre in der Fremde gedacht. Da kannst du es mir nicht verdenken, daß ich sie mir sosort leibhaftig in die Arme nehme. Malchen, meine Braut, mein Lieb, so bist du mir treu geblieben?" --„Ach, Hannes!" — Mehr vermochte sie noch nicht zu sagen. — Dann ging man in die trauliche Stube, die von dem ganzen deutschen Weihnachtsduft erfüllt Ivar. Iran Weber zündete wieder die Lichter an der Tanne an. Der alte Hahn aber setzte sich vor das wacklige Klavier: „Mir.fehlt meine Kirche und meine Orgel," sagte er. „Kommt, Kinder, laßt uns einmal unser altes Lied singen!" — Er griff in die Aasten. Und sie sangen mit zitternden Stimmen tief, ergriffen: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbrin^ gende Weihnachtszeit". Franz und Lieschen fest aneinander gelehnt. Tas neue Brautpaar aber Auge in Auge, Hand in Hand, die Herzen erfüllt von Glück und Seligkeit. ..... Endlich verklang das schöne Lied. — Hahn richtete sich empor und fuhr über die feuchten Augen: „Nun haben wir nn- fereilt Vater im Himmel gedankt für seine Gnade. Jetzt, meine Lieben, habe ich noch eine heilige Pflicht gegen eine Verstorbene zu erfüllen. Ich bin gewiß, sie ist im Geiste unter uns. Ich wünsche und hoffe es, daß sie Zeuge sein wird des Segens, den sie unter uns verbreiten wird !" — Er hielt an. Frau Weber ließ sich atemlos und schwach in einen Stuhl sinken. Ihre Kinder schauten den alten Herrn erwratungsvoll an. Er wandte sich tnt Franz und Amalie und reichte jedem einen Schlüssel, den sie erstaunt empfingen: „Hier," sagte er, „ich habe euch getauft und eiugesegnet. Ich hoffe euch, mit Gottes Hilfe, auch vor dem Traualtar zu segnen! — Kein Zweiter kennt wie ich eure guten, braven Herzen! Dennoch habe ich euch heute einen schweren Vorwurf zu machen. Ja, Franz — ja, Malchen! Keiner fand es von euch nötig, Tante Berta am letzten Weihnachten um die Schlüssel zu ihren Geschenken zu bitten! Ihr schafftet die alten Möbel auf die Bodenkammer und ließet die arme enttäuschte Geberin mit den Schlüsseln wieder ab reifen. — Dafür habt ihr euer eigenes Glück um ein .Jahr hinausgeschoben. Das fei eure Strafe! — Eure Tante Berta aber war edler und großmütiger, als ihr sie taxiert. Sie hat euch eure Gleich- gültiakeifi nicht nachgetragen. Auf dem Sterbebett gab sie mir diese Schlüssel für euch und sendet euch ihren Segen. Nun geht und öffnet!"--Franz und Amalie standen in tiefer Beschämung wie zwei Schuldige da. Ganz langsam erst hoben sie die Häupter und schritten zu den Möbeln. Franz'schloß die Rollwand des alten Schreibtisches und fand die innere Schublade geöffnet. Ein versiegeltes, großes Kuvert leuchtete ihm entgegen. Mit zitternden Fingern schnitt er den Umschlag auf. Ein großes Alten Toknm 'nt kam zum Vorschein. „Herr Pfarrer?" rief er fragend. — „Ja, mein Junge, es ist so! Du bist Herr des schöneip schuldenfreien Gutes Rompelswert. Was du da hältst, ist bie gerichtliche, unanfechtbare Schenkungsurkunde!" — — „Mutter!--Lieschen!" — — schrie Franz Weber beseligt. — Inzwischen hatte Malchen mit Hannes Hahns Hilfe ihren Nähtisch geöffnet. Auch für sie fand sich ein gerichtlich beglaubigtes Dokument und ein kurzer Brief der Heimgegangenen vor. Das junge Mädchen vermochte ihn nicht au lesen. Sie war zu stark erschüttert. Darum nahm ihr Bräutigam das kurz« L-chreiben und las es mit bewegter Stimme vor: „Meine liebe Nichte! Tn wirst in Rompelswert nicht bleiben. Ans den regelmäßigen Briesen meines Patensohnes Johannes Hahn weiß ich, daß er Dich treu liebt und zn seinem Weibe machen wird, sobald er heim- lehrt. Darum schenke ich Dir meinen gesamten Besitz an Barvermögen. Ich bitte nur, daß Ihr mir, so lange Gott mir noch das Leben schenken wird, ein Plätzchen in Eurer Mitte gönnt. Bei mir daheim ist es einsam und liebeleer. Bei Euch aber wohnt das häusliche Glück und der Frieden --" , „Und wir ließen sie fortreisen und allein sterben!" — jamwerte Malchen und schlug die Hände vor das erglühende Antlitz. „Wir haben ihr nicht die Freude gegönnt, uns tit ihrer Gegenwart mit ihren großherzigen Gaben zu erfreuen! Wir haben ihr nicht einmal gedankt!" sagte Franz beschämt. Seine Mutter schluchzte nur vor sich hin. Der alte Pfarrer überließ die Erben.ruhig eine kürze Zeit ihrem Schmerz und ihren Selbstvorwürfeu. Dann aber klopfte er Fran Weber auf die Schulter: „Frau Berta war klug. Sie hat alles verstanden und entschuldigt. Sie hat auch die' Wonne dieses heiligen Festabends vorausgeahnt und! mich darum nach Berlin gesandt, um Ihnen allen rechte Weihnachten zu verschaffen. Das Andenken dieser verkannten Frau wird in uns allen fortlebeu' ■ Nun aber lassen Sie den Weihnachtskärpfen auftragen, liebe Freundin! Das Leibliche verlangt sein Recht!"--- — Mutz kenn das sein? Ich habe eine kleine Freundin, die mich viel besucht und mir getreulich ihre Erfahrungen Und Erlebiiisse berichtet. Sie geht seit ein paar Jahren zur Schule, und ihre Stunden und die Unterhaltungen mit den Freundinnen bilden unseren nimmer endenden Gesprächsstoff. Am meisten liebt sie die Religionsstunde! Das Wort kann gar nicht feierlich genug ausgesprochen werden: Re-li-gion. Merkwürdig, was da den kleinen Köpfen zngemntet wird! Erst defiSündenfall im Paradies, dann Abel, Kain und der Brudermord, Joseph, den die Brüder verkaufen. Viele Stunden werden der Sündflut gewidmet. „Tante, weißt du, warum der Rabe nicht wiedergekommen ist?" „Vom Raben weiß ich nichts, nur die Taube ist mir noch bekannt." „Ja, natürlich, der Rabe kam nicht, der hatte zu viel zu fressen." „Aber Eva," sage ich, „es gab doch gar nichts, es war doch überall Wasser!" „Aber, Tante, der Rabe konnte doch an all den ertrunkenen Menschen fressen" und mein entsetztes Gesicht sehend, „es ist wirklich wahr, der Herr Breiter hat es heute erzählt." Nun, allzu gefühlvoll scheint dieser junge Lehrer nicht zu sein! Daß Abraham seinen Sohn töten will, empört sie sehr. „Der hätte doch wahrhaftig wissen können, daß der liebe Gott nie so was Böses sagen kann!" Für sie steht es fest, daß Abraham sich irrte, als er meinte, die Stimme des Herrn zu hören. Ihr Gott ist nur gut und kann nicht grausam fein. Die Biblische Geschichte ist nun freilich nicht anszu- jchalten, mit ihr müssen wir uns abfinden. Die Verwirrung, die sie manchmal in den jungen Geschöpfen anrichtet, löst sich in der ruhigen Luft des Elternhauses, unter den klaren Augen von Baker und Mutter. Vor kurzem haben die Kinemalographen den großen neuen „Prachtfilm" Quo vadis? gebracht. Ta kommt Eva eines Tages sehr erregt zu mir in das Zimmer gestürmt: Ob ich wisse, was lebende Fackeln sind? und ehe ich noch antworten kann, sprudelt sie alles Gehörte heraus.....von den Greueln Neros, von den brennenden Christen und dem rasenden Kaiser .... wie er langsam durch die. Reihen fährt, um das Schauspiel zu genießen und tote er selber Oel aufgießt, wo ihm die Flammen zu dunkel leuchten. Sie haben es in der Stunde erzählt bekommen, arme kleine Du. r; nun mischt es sich in ihre Träume und das Entsetzen wird der Gefährte ihrer Nächte. Wie schon oft, haben wir neulich einen Spaziergang zusammen gemacht. Da läßt sich besonders schön plaudern. Sie hat mich dann ganz für sich. Mein Haus ist lebhaft und sie findet mich selten allein. Ob es hier auch ein Haus gibt, wo die Narren sind? Tas Wort macht mich stutzig. Narren! wie das? sie macht eine Bewegung nach dein Kopf, die ich nicht mißverstehen kann, und lacht. Unheimlich gellt mir das Lachen in's Ohr — 791 und ich sehe sie vor mir, die qualverzogenen Gesichter jener Ausgestoßenen mib unter ihnen ein holdes junges, dos Evas Zuge trägt. Ein schweres Schicksal liegt auf dem ahnungslosen Kinde: seiner Mutter Leben vergeht hinter den Mauern einer Anstalt, in unheilbarer Schwermut siecht sie dahin. Und nun das häßliche Wort ans dem Munde ihres Kindes. Behutsam stelle ich meine Fragen. — Narren, das sind die Verrückten, die Fratzen schneiden nud die Glieder verrenken, die brüllen wie die Tiere und die man entsperren muß. Und Menschen gibt es, die tun nur so, als ob sie Narren sind. Menschen, die gestohlen haben oder Mörder sind und Angst vor der Strafe haben, die stellen sich verrückt, toben und schreien, bis sie aus dem Gefängnis heraus und in eine Anstalt kommen. Dort sind sie ganz toll, wenn jemand bei ihnen ist, aber wenn sie allein sind, sitzen sie ruhig da mtb freuen sich, wie schön sie die Seilte anführen. Die sind aber schlauer, gucken bur.ch rin winzig kleines Fensterchen irgendwo in der Tür und dann wissen sie gleich, daß der drinnen nur schwindelt. Sollte das nicht genügen? Eva weiß aber auch noch, daß einmal ein irrsinniger Lehrer in eine Schule ein- gedrungen ist und beit Lehrer und zehn Kinder totgeschossen hat! Ter Herr Breiter hat selbst gesagt, nun müsse man eigentlich immer die Klassentüre zuschließen. Wie weh tut es, wenn Kinderlippen die tiefsten Tragödien menschlichen Schicksals verkünden! Mein Herz schluchzt auf in Mitleid für das Kind an meiner Seite und für die, von denen es sprach. Und so finde ich die rechten Worte, die seinem Verständnis zugänglich sind; Worte, die genügend klären, um die wachen Kinder- sinne zu befriedigen und die doch schonend verhüllen, was Kinderwissen nicht fassen kann. Die erregten Augen werden ruhig, während ich spreche und als ich zu Ende bin, schimmern sie in inniger Bewegung zu mir auf und eine kleine Hand greift suchend nach der meinen. Ich aber frage mich: Muß denn das sein? Was mag einen Lehrer dazu bringen, die Stunden achtjähriger Kinder mit derartigen Schreckensbildern zu füllen? Ist es sorglose Gedankenlosigkeit, die in'S Erzählen kommt, wie es wohl bei Erwachsenen sein mag, wo keine Auswahl nötig ist? Oder läßt er sich von heißen Kinderaugen verführen, sie in immer größerer Spannung glänzen zu lassen? Wie darf man Kinder füttern mit der überwürzten Kost raffinierter Feinschmecker! Bald werden sie selber begehrlich die Hände danach ausstrecken und das, was ihren Jahren zukommt, werden sie unerträglich reizlos finden. Oder ist es ein Lehrer, den es treibt, aufkläreudev Psychologe zu sein und den Schleier wegznziehen von den Geheimnissen des Lebens? Es ist ein gefährlich Ding, in dieser Weise junge Herzen hart zu machen für die grausamen Möglichkeiten der Welt. Härte kann zur Stumpfheit führen, die alle frischen Lebenskeime im Werden erstickt. Kindergedanken gehen eigene Wege, wir können sie nicht führen: aber wir haben die Macht, Licht mitzugebeu oder Schatten. Und es ist nicht gut, im Dunkeln sein, wenn man jung ist und wachsen soll! Laßt Sonne in das Kinderleben Und keine Schatten tragt hinein! Licht, Liebe, Freude sollt Ihr geben, Wollt Ihr der Kinder Freunde sein! H.S. vermisstes» * Weihnachten in Südwestafrika! Der heilige Abend war hereingebrochen. Als deutsche Soldaten ließen wir es uns nicht nehmen, auch hier, mitten im Feindesland, fern von der Heimat, das Weihnachtsfest nach alter deutscher Sitte mit einem Weihnachtsbaum zu schmücken. Ein entsvrechender Baum war bald gesunden. Eigentlich war es ein Strauch und kein Baum. Erst waren wir nm den Schmuck verlegen. Woher sollten wir den in der Wildnis nehmen? Aber ein Kamerad wußte Rat. Alte leere Konservenbüchsen, buntes Papier und Verbandswatte wurden herbeigeschafft und recht bald war ein weihnachtsbanmähu- liches Gebilde geschaffen. Lichter hatten wir feine; deshalb wurde vor dem Baum ein Feuer entzündet, welches die Kerzen ersetzen sollte. Im Halbkreis umstanden wir das sonderbare Gebilde. Allein recht bald zog echte Weihnachtsstimmung in unser Herz ein. Recht kindlich wurde es uns zu Mute, als nun umgeben vom Feinde, aus rauher, deutscher Soldatenkehle das „Ihr Kinderlein kommet" zum Himmel emporschallte. Fröhliche Gesichter sah man allenthalben als „O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit" angestimmt wurde, und nie habe ich den erfrencitbciv Einfluß des Liedes so emp'chnden wie damals in der Wildnis von Südwestafrika. Unsere Gedanken schweisten weithin übers Meer in die traute Heimat. Im Geiste saheu wir die Unseren in geheizter Stube sröhlich uuterm Weihnachtsbaum versammelt. Sie gedachten gewiß unserer, wie wir umgeben von Gefahren mit Ihnen im Geiste die frohe Botschaft „Friede auf Erden" an unser Ohr schallen ließen. Nur an unser Öhr? O geht, sie ging tief in unsere Herzen hinein. War es nicht Hohn, Friede auf Erden? mitten im Krieg-? Ach nein, friedevolle Stimmung zog in unser Herz trotz des drohenden Kampses. Endlich einmal würde auch Friede werden in Südwestafrika. Der Wachtmeister hielt eine kernige Ansprache und ließ noch einmal alles, was wir im fremden Land erlebt, au ynserm Geist vorüberziehen. „Friede aus Erden", ach, möchte die Verheißung Wahrheit werben, so schallte es jetzt wieder in meinen Ohren, als wir der gefallenen Kameraden gedachten. Tiefe Stille herrschte unter uns und als nun einer der Kameraden das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" anstimmte, da erfüllte mich eine stille, feierliche Wehmut und ein heißes Gebet stieg aus meinem Herzen zum Himmel aus, wie in Kindertagen. — Der Ernst des Augenblicks erinnerte uns aber daran, daß vielleicht auch uns bald der Tod bevorstand. In diesem Bewußtsein stimmten wir das Reiterlieb: „Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir zum frühen Tod" an. Der Heimat galt aber auch unser Gruß bei der friedlichen und. erhebenden Feier. Mit dem eindrucksvollen Sieb „Gruß an die Heimat" endigte der Abend. Wir feierten ein Fest des Friedens mitten! im Krieg; rüstend zum neuen Kampfe. * Gute B ü ch e r. Hinter dem künstlerisch wertlosen Sen- sationsroman Der Tunnel und dem noch unbedeutenderen Kriegsroman v. Blo eins bleiben die wirklich wertvollen Romane dieses Jahres ziemlich unbeachtet. Wir wollen deshalb nachdrücklich lich aus das gute Werk eines bekannten Dichters Hinweisen, nämlich auf bie soeben erscheinende Gesamtausgabe von WiH. Raabes Werken, die soeben in derfVerlagsanstalt für Literatur Und Kunst (Herrn. Klemm, A.-G. Berlin-Grunewald) zu erscheinen beginnt. Eine ausführliche Würdigung dieser bedeutungsvollen Ausgabe behalten wir uns für später vor und weisen heute nur kurz aber nachdrücklich auf die hohe Bedeutung Raabes und seiner Schriften hin, der einer der Größten unserer Zeit war. Der soeben erschienene erste Band der Gesamtausgabe enthält die unvergleichliche Chronik der Sperlingsgasse und den gewaltigen Hungerpastor in einer gut ausgestatteten, erfreulich einfachen Art, wie sie glücklicherweise immer mehr Brauch wird. ! ff. Warum I bsen leine n Tec m o chte. Aus Ibsens römischen Tagen weiß die Komödie eine hübsche Anekdote mlt- zuteilen: zwei Fürsten von königlichem Geblüts aus irgend einem deutschen Hause baten den schwedisch-norwegischen Gesandten, ihnen Gelegenheit zu verschaffen, Ibsen kennen zu lernen. Sie meinten, er solle ihnen in der Gesandtschaft ein Frühstück geben und Ibsen dazu einladen. Das ging aber dem Gesandten gegen seine Begriffe von Etikette. Wie sollte er Ibsen zum Frühstück einladen, da dieser weder adelig war, ' noch ein öffentliches Amt bekleidete, noch mit einem Orden geziert war, noch Akademiker war oder: ähnliche Vorzüge auszuweisen hatte. Der Diplomat beschrankte sich daher darauf, Ibsen zu einem Tee einzuladen, den die Ge- laudlschast zu Ehren der beiden Fürsten gab. Ibsen aber hatte von der Geschichte Wind bekommen. Er lehnte die Einladung daher sehr höflich ab: „Exzellenz mögen mich entschuldigen, wenn ich bie Einladung nicht annehmen kann: ich wäre gern zu einem Frühstück gekommen, das die Gesandtschaft den jungen Fürsten gibt, die meine Werke mit verständiger Bewunderung ehren. Ich werde zu dem Empfange nicht kommen, weil ich Tee durchaus nicht vertragen kann." viichertisch. — Die Dürer-Bibel. Es fehlt bis jetzt an einer muster- aültiqcii deutschen Taschenausgabe der Bibel, des größten Buches der Menschheit. Denn wo ist die Ausgabe, die nicht nur billig und handlich, die vor allem charaktervoll, edel und deutsch ist durch und durch. Eine edle deutsche Schrift, gutes Papier, einfache,'einheitliche Ausstattung und schöne biegsame Entband«, das sind die offenen Geheimnisse der starken Wirkung der Durer- Bibel des Einhorn-Verlags in München. — Christliche Ku nst pflegt vorzugsweise der Verlag für Voltskunst, Rich. Keutel in Stuttgart, der eine ganze Reihe beachtenswerter Bilder, Konfirmaiidcnscheine und Waudipruche herausgegeben hat, unter denen jeder Liebhaber für billigen Preis wertvolles finden wird. Unter den Neuerscheinungen dieses JahreS sind außer einer Anzahl vaterländischer Bildwerke vier reizeiide K i n d e r f r i c s c von Gertrud Caspari erschienen, die vier Jahreszeiten, die nicht nur vorzügliche Kunstwerke sind, sondern auch in Ütrt Form und Farbe dem Kinde wertvolle Eindrücke bemuttern und' von dauernder Bedeutung find. Von den älteren Werken des Verlags ist der köstliche Brautzug im Frühling von L Richter in einer farbigen Ausgabe für 1. Mark zu erwähnen, sowie eine ganze Anzahl anderer Bilder von Richter. Auch Uhde und S ch tot n d, der Wundervolle, sind sehr gut vertreten. Bur- nand, der meist biblische Stoffe behandelt, Schüz mit guten Genrebildern. Gebhardt und Ster n b «nie n. sowie Leonardo 792 da Buni, Dürer und Rembrandt vervollsbändigen die Liste der namhaften Künstler dieses Verlags, zn denen neuerdings noch Franz Hein mit prächtigen Märchenbildern getreten ift. -h. — Panl Lindaus R vmane n n d Novellen sind in einer von Paul Telemann hübsch illustrierten Ausgabe von 10 Bänden in der Schlesischen Verlagsanstalt (vorni. Schottländer) erschienen. Es sind flüssig geschriebene Unterhaltungsblätter gediegenster Art, von denen inan wohl sagen kann, das; sie Werke einer sympathischen Volkskunst sind. Immer trifft Lindau einen angenehmen, charaktervollen Ton, und so bunt und wechselreich die Wett ist, die er in flotten Zügen schildert, so halten wir uns doch in allen spannenden Verstrickungen, in der Darstellung auch der mannigfaltigsteil Menschenblüten immer an die hohe Warte, voll der aus der Verfasser erzählt. Gleich der erste Roman des ersten Bandes „Herr u>ld Frau Baiver" zeigt >eus, daß Paul Lindau das Lebeil ailch in deil unteren Winkeln kennt: wir blicken in Schau- spielerkreise niederer Klasse, in ein Herz- und geistloses Getriebe sogenannter „Künstler", und daneben spielt sich doch der Herzens- roinan eines Mannes ab, der zwar flüchtigen Impulsen gehorcht, dessen Mangel an Wirklichkeitssinn aber ausgeglichen ivird durch ein höher strebendes Herz nitb eine unverderbte Seele. Wie dieser Typus eines Germanen, voll Optimismus, unbesonnen sich in die Ehe mit einer hübschen, aber geist- und bildungslosen Brettlkünst- lerin stürzt, die ihm zwar nicht betrügt, aber später auch nicht mehr zu fesselir vermag, wie er langsam ans feinen Träumen erwacht und die Ehe wieder löst, das alles wird in vielen Einzel - heiten flott 1111b stets unterhaltend dargestellt. „In der Droschke zweiter Klasse", die darauf folgende^Novelle dieses Bandes, handelt ebenfalls von einer Bühnenkünstlerin solcher Gattung, der in sehr gemütvoller Schilderung einer nächtlichen Droschkenfahrt durch prangenden Frühling das Wesen ihres Vaters, der ein armer Droschkenkutscher geblieben ist, gegenüber gestellt wird. So wechseln große, fesselnde Romans mit packenden Novellen und flotten und launigen Skizzen, und es ist ein Vorzug dieser Werke, das; sie keinen hohen Grad geistiger Anstrengung erfordern und doch gehaltvollen Inhalt bieten. Au größeren Romanen Paul Lindaus sind zu nennen: „Majo", „Die Gehilfin", „Hängendes Moos", „Der Agent". Da Lindau auch in reichem Maße über Humor und Ironie verfügt, sind seine literarischen Erzeugnisse, wie sie hier in schnnicken Hündchen und guter Ausstattung vorliegeu, sehr zn empfehlen. t-. — Eine ganze Fülle von B e s ch ä f t i g u n g s s p i e- len hat der bekannte Verlag von R. Maier in Ravens- burg herausgebracht, auf den wir ja auch während des Jahres mehrfach zu sprechen kamen. In einer ganzen Reihe von billigen Bändchen finden handfertige Kinder fachmännische Anleitung und Belehrung zur Herstellung von allerhand Dingen, unter denen naturgemäß die Spielzeuge obenan stehen. Besonders wertvoll sind dabei die beigegebenen Schnittbogen, nach denen sich nitW nur bewegliche Tiere, Puppenmöbel, Städte aus Streichholzschachteln nsw. anfertigen lassen, sondern auch fahrbare Kraftwagen) flugfähige 'Flugmaschinen, photographische Apparate, Segelschiffe, Dampfboote, Schneeschuhe, Lenkschlitten und bergt Von bett Unterhaltungsspielen ist besonders reizvoll das K ü n st l e r g u a r t e t t mit Bildern unserer besten Maler, sowie das Kinderliederguartett. Auch die Malbücher, Modellierbogen, Schattenbilder und Bilderbücher des Berlages sind sehr empfehlenswert. — Reizende U n t e r h-al t u n g s s p i e l e bringt der rühmlich bekannte Vertag von Jos. Scholz in Mainz auf den Weihnachtsmarkt. Künstlerisch, gediegen und billig, wie alle Veröffentlichungen dieses alten, an der Spitze der deutschen Kinder- literatnr stehenden Verlages sind auch diese Spiele, vorwiegend Quartettspiele. In sehr feiner und sorgfältiger Ausführung finden sich da Schiller-Quartett, Schnipp-Schnapp, To von speak english? und, vieles andere. Auch eine stattliche Reihe von Würfelspielen, die ja zu den beliebtesten Gesellschaftsspielen gehören und manchen langen Winterabend angenehm vertreiben, hat der Verlag heraus- gebracht. Besonders unterhaltend ist die Reise ins Ries e n- ge birg e, aber auch die übrigen sind einer besonderen Empfehlung wert, lieber die zahlreichen neuen Bilderbücher des Verlags haben wir bereits früher berichtet. -h. — , M c m 0 i r e n d e r Marquise von N a d a i l l a c (Herzogin von EScars). .Herausgegeben von ihrem Urenkel Oberst von Nadaillae. Deutsche Bearbeitung von E. von Kraatz. Mit acht Porträten. Buchschmuck von Alfred Busch. (Verlag von George Westermann, Braunschweig und Berlin.) In elegantem Leinenband Z Mk., in Halbfranz 7 Mk. Wer die Memoiren der Herzogin von Escars zur Hand nimmt, ivird bald empfinden, das; hier eine starke und feurige Natur das Wort ühfrt. Es ist interessant, zu beobachten, wie sich die großen weltgeschichtlichen Ereignisse und des uapoleo- »ische» Zeitalters in der Seele dieser glühend begeisterten Ultra- Royalistin widerspiegeln. Allerdings kann man es dieser grande dame, des ancien rsgime nachfühlen, das; sie dieser ihr so neuen und fremden Welt nur Abscheu entgegenzubringen bat. Ans der Heimat verbannt, eines großen Vermögens beraubt, irrt sie narb den ersten sorglosen und leichtsinnigen Emigrationstagen in Aachen und Mainz Ivie ein vom Sturm getriebenes Blatt in Europa um her. In England verliert sie ihren Gatten und mit ihm den letzten Halt für sich und ihre Kinder, und sagt selbst, das; es „einer der glücklichsten Momente ihres Lebens" gewesen sei, als der groß- mutige Friedrich Wilhelm II. von Preußen ihr 1000 Franken feitbet. Der gutmütige Monarch wird ihr väterlicher Freund. Nach dessen sode erregt ihre glühend royalistische Gesinnung den Zorn nnd^ Argwohn deS „Tyrannen Bnonaparte", und sie wird nach der St. Marguerite-Insel verbannt. Später kvmntt die Marquise an den Hof Ludwigs XVIII., wo sie und ihr zum Herzog ex» hobeuer Gatte den wohlverdienten Lohn treuer, aufopfernder Hingebung an ihren König ernten. — Kur Sammlung der G e i st e r. Bon Geheimrat Prof. Dc. Rudolf En cke n. 159 Seiten. In Originalleinenband 3,60 Mk. Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig. 1913. Wie Fichtes Reden an die deutsche Nation ein Weckruf waren zu sittlicher Wiedergeburt und Erneuernng, so wendet sich dieses neueste Werk des Jenaer Philosophen an jeden Deutschen. Es ist eilt Buch der Sammlung, eine Mahnung zur inneren Einkehr. Blicken wir 100 Jahre zurück, so erkennen wir mit Stolz, welche Entwicklung Deutschland auf politischem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Gebiet seitdem zurückgelegt, hat. Aber so glänzend diese Macht- entfaltuug, so groß die Erfolge von Industrie und Technik auch sein mögen, aus geistigem Gebiete herrscht heute Unsicherheit und Zwiespalt. In dieser Zerklüftung des deutschen Geisteslebens sieht Encken eine schwere Gefahr für tue Zukunft, sie zu überwinden die Lebensaufgabe der Nation. Richard Serait, Ewiger Durst. Ein Frauenschicksal. Roman. Mit handkoloriertem Umschlag von A. Wölfle. Preis geh. 2Mk., geb. 6,uOM. Axel Juncker, Verlag, Berlin. Dieses neue Werk von Rich. Sexau zeigt des Dichters voll entwickelte Kraft. Rein literarische Werte, die Plastik und Feinheit eines persönlichen Stils, der Vie Sprache wie ein Miisikinstrnment handhabt, architektonisch zielbewusster Ausbau, psychologische Tiefe und Kenntnis menschlichen Herzens vereinigen sich mit einer atemlos den Leser bannenden Spannung der dramatisch bewegten Handluug. Das Leben einer irrenden Frau zieht an uus vorüber, die nicht vermag, sich zur Entsagung durchzuringe«, die als Künstlerin tote als duldendes, in den Ausbrüchen ihrer elementaren Erbgebunden- heit toie im rätselvoll irrelichtierenden Spiel ihres Geistes und Seelenlebens uns fasziniert und erschüttert. Landschaftliche Bilder aus der Mark und Oberbayern, aus Italien und von der asrika- nischen Küste lragen zn den Reizen der Handlung bei. — Beethoven. Von Prof. Dr. Henn. Frech. von der Pfordten. 2. Auslage, 6. -10. Tausend. 146 Seiten mit 1 Porträt von Pros. Stuck. (Wissenichaft und Bildung, Bd. 17). In Originalleinenband 1,25 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig, 1913. Mit seltenem Geschick ist es dem Verfasser gelungen, in knappem Rahmen ein abgerundetes Bild von Beethovens menschlichen und künstlerischen Eigenschaften zn zeichnen, das ohne die üblichen Phrasen einer überspannten Künstlervergötternng, getragen ivird von einer echten und tiefen Beethovenbegeisternng, den Beschauer fesselt und innerlich für den großen Meister gewinnt. Seine Auffassung ist durchaus originell und mit über- zengettder Logik kämpft er gegen die Nichtigkeit und Hohlheit mancher loeit verbreiteter Urteile. Neben einer vollendeten Charakteristik der kraftvollen Persönlichkeit Beethovens geht eine feinsinnige Würdignng der Sonaten nitb Kammermusik, ber Symphonien, der Oper Fidelio n. a. einher. Gan; besonders eingehend ist die miss« solemnis besprochen. Schach-Aufgabe. Von N. Sarvotsch. Schwarz. abede fgh a b c d e f g h 8 8 6 5 3 3 Weist. Weist !ei;t mit dem zweiten Zuge Matt. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Loaogrtvbs tu voriger Nummer: 9( u ft e r, M u sl e v. Redaktion: K. Neurath. — SRotatioiiebrucI und Verlag der Brühl'icheu Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lauge.