M3 — Nr. 60 Donnerstag, Sen \I. April Gl W ■ MH MMM UV Ws« W Zwei Welten. Roman von Emma M e r T. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tränen der Beschämung traten in Hildegards Augen, -re sie tapfer niederkämpfte. Sie wollte sich nicht reuevoll und niedergeschlagen Zeigen vor all diesen Verwandten, die sie mißbilligend, empört anblickten, die sich freuten, daß sie gründlich abgekanzelt worden war. * Nur Marianne drückte ihr im Vorübergehen mitleidig die Hand Und nickte ihr zu mit ihrem schönen, traurigen Gesicht. In ihrer peinlichen Vereinsamung war es Hildegard ein Trost, daß Leutnant Schmidt sich ihr höflich näherte, sie vielmals um Verzeihung bat, daß er durch sein ungeschicktes Ausplaudern diesen Sturm heraufbefchworen hatte, und die Hoffnung aussprach, ihr recht bald wieder begegnen zu dürfen. Er begleitete sie auch noch bis zum Wagen und drückte ihr beim Abschied warm die Hand mit einem einschmeichelnden Blick und einem fast zärtlich klingenden: „Auf Wiedersehen!" i Sie hatte in dem Augenblick;eitt freundliches Gefühl für ihn. In ihrer erregten Stimmung war sie so dankbar für ein wenig Aufmerksamkeit, für:etn bißchen Güte und Wohlwollen. i Schweigsam und mißtrauisch saßen die Eltern im Wagen. i Der Vater erwiderte kaum ihren Gutenachtgruß. Die Mutter seufzte schwer. i Die junge Rebellin aber dachte noch lange, schlaflos Wer ein Wort der Großsnutter mach: „Du gehörst nicht zu uns." ( Was bedeutete das ? 1 Hatte der mit so harter Stimme, mit so bösen Augen gesprochene Satz einen tieferen Sinn?( Warum lag es ihr im Wut, daß sie anders war als die Anderen? 4. Baron Flassan hatte seiner Frau höflich und galant den Abendmantel umgehängt, sich aufs liebenswürdigste um sie bemüht, solange die scharfen Augen feiner Schwiegermutter auf ihm ruhten. Dann begleitete er sie an den Wagon: -„Ich gehe noch ein wenig aus, Marianne. Ein angebrochener Abend für mich. Gute «Nacht!" Sie nickte nur gleichgültig mit dem müden, ergebenen Nusdruck, der -etwas Fremdes, Auferzwungenes schien auf diesem- jungen Antlitz mit den -warmen, tiefen, zärtlichen Klugen. Der Baron aber wurde ordentlich «jung und vergnügt, wie elektrisiert in freudiger Erwartung, als er von den Verwandten sich verabschiedet, die letzte Hand geschüttelt hatte. « Nur der Offizier stand noch in der Haustür. »„Nun, Herr Leutnant, kommen -Sie nicht mit ins Deutsche Theater auf die Redoute?«Man muß sich noch ein wenig erholen nach dieser Unterhaltung -da oben, nicht?" fügte er lachend hinzu. i Dem jungen Mann schien der Gedanke an die Redoute sichtlich verlockend. Aber -er sagte «ablehnend: ,,Unmöglich — leider, Herr Baron.-Ach bin in Uniform." -,,Ah, bah! Sie ziehen sich «eben rasch um. Wo wohnen Sie denn? In der Augu stenstraß-e?«Na, das ist ja kein Um- weg. Ich fahre Sie hin, sehen Sie, hier kommt gerads eine Droschke. Heda! Sie Kutscher. — Bis Sie fertig sind, kann ich gerade meine Havanna «zu Ende rauchen." „Zu liebenswürdig, Herr Baron! Ich «fürchte nur — ich weiß nicht ,— es würde bei den Damen vielleicht keinen guten Eindruck machen, Flassan lachte. ' «, „Verstehe, verstehe! Sie haben meiner Mchte Hildegard ein wenig den Hof gemacht.! Aber woher soll sie es denn erfahren? Von Mir doch nicht! «Ich bitte Sie, mein Lieber, Diskretion unter Leuten wie wir einfach selbstverständlich. Kommen Sie nur, wir haben «einen reizenden Tisch. Ich möchte fast sagen, einen Stammtisch, «lauter gute Bekannte. Werden sich amüsieren. Reizende Dominos!"« Er schnalzte begeistert mit den «Fingern. Sie unterhielten sich im Wagen «so gut miteiuander und erkannten sich bald so als Seelenverwandte und Ge- siunungsgenossen, daß der Baron in «vergnügter Laune rief: ^Wahrhaftig, es ,wäre ein Segen, - wenn in die (ang- weilrge Spießbürgerfcimilie meiner Frau ein lebensfrisches Element hereinkäme. Es freut mich, «Herr Leutnant, daß Ihnen meine Nichte gefällt. Das Mädel ist nicht so ohne. Sie hat Temperament. Sie erstickt -ja auch in Langeweile. Sehen Sie nur, daß Sie -sie kriegen! Meine Frau muß Sie -einmal zusammen «eiuladen. Das «arrangieren wir schon." ! -Als die beiden im Deutschen -Theater ankamen, war die Stimmung schon auf ihrem -Höhepunkt — eine Rausch- Atmosphäre. ! ( «Eben .wurde eine Francaise getanzt, oder vielmehr getobt. Singend, jauchzend- umschlangen sich die Paare beim „tour de mains“ und -wirbelten, drehten sich dicht aneinander gedrückt, in ganz wahnsinnigem Tempo. ' Aus den glitzernden Gewändern der Damen, aus äll den falsche» und echten Steinen, die -an den weißen Nacken, an den Hüten und Haaren, an den schmalen Schulterbändern schimmerten, schienen tausend tolle, sinnverwirrende Funken hervorzusprühen; schon hing« da und-dort eine leichte duftige Schleppe in Fetzen herab, - lose flatterten die Haare und tiefer sanken die .Hullen, aus «den Masken und Schleiern 238 übermütigen Gesellschaft, Berg'. I Er batte sein Skizzenbuch- auf den Knien liegen und suchte mit flüchtigen Strichen so manches festzuhalten, was ihn interessierte oft nur einen originellen Faltenwurf, eine Schleppe, einen ,9terme(. ; Seit geraumer Zeit hing sein Blick an den: Tisch der übermütigen Gesellschaft, in deren Mittelpunkt Baron Flas- «Lühten die Augen; verführerisch lockten -dre entblößten Schultern und Arme unter den verhüllten Gesichtern tn den» schwülen, üppigen Dunst, der sich über bte Raume Ictctcrtc. i Flassan steuerte, grüAend, nickend; sich einer allzu stür- Ulisck-en Annäherung'eines kecken Dominos'erwehrend; als gewandter Stammgast mit seinem Begleiter auf eine Loge, in der sie mit freudigen! -„Hallo" begrüßt wurden Mehrere elegante Damen mit verschleierten Gesichtern, aber freigebig enthüllten Nacken, saßen hier, an einem mit Sektflaschen besetzten Tisch mit einigen älteren, blasiert aus- sehenden Herren zusammen. ! „Endlich! Endlich!" rief man erfreut, als Flassan herangetreten war. „Wie Sie uns gefehlt haben! Es kommt Vein Zug in die Geschichte, 'wenn Sie nicht da sind!" „Ja, endlich, Barönchen!" schrie eine Schöne mit großer, rotblonder Perücke und warf Flassan eine Kußhand zu. „Du bist wirklich der König'Argus in der Tafelrunde!" sagte eine kleine Choristin, die sich auf ihre Bildung viel zugute tat tn geziertem Hochdeutsch. . ' Der Baron ließ sofort neuen 'Sekt bringen und füllte die Gläser. ! Er war bald umringt, von lachenden, kichernden Dämchen, die er mit frechen Augen anblickte, denen er freche Witze ins Ohr flüsterte. i Der Leutnant hatte sich anfänglich etwas fremd gefühlt in dem üb ermutig eit Kreis.! Er mußte sich zusammen- ueymen, um den rechten Ton zu treffen. Aber eine kleine, zierliche Tischnachbarin, deren schwarze Augeii keck aus der Maske hervorblitzten, 'nahm ihn bald in ihren Beschlag und sagte ihm in ihrem drolligen ungarischen Deutsch so nette Schmeicheleien, daß ihm ungemein behaglich zumute ward. > In einer gegenüberliegenden Loge saß der Maler Gron- san sich breit machte. i Doktor Weitring, ein dem Maler befreundeter Arzt, der auch mehr als Zuschauer zudem Red-onienabend gekommen und sich W ihm gesellt -hatte, warf einen neugierigen Blick auf das Buch. „Es ist ja gar nichts -zu sehen — nur Notizen, die Man sich so hinwirst, man kann ja kaum etwas festhalten in diesem Kaleidoskop." I „O, der Kopf von dem kahlen alten Sünder da drüben Mit dem halb blasierten, halb lüsternen Ausdruck ist ganz famos! Wie Sie das mit den wenigen Strichen herausbringen !" I „Ein Faun gesicht," meinte Grimberg, der noch immer an Flassans Kopf zeichnete und ihm-nun übermütig ein Paar Bockshörnchen aufsetzte. „Er mag einmal sogar hübsch gewesen sein, aber er hat seine Züge verwüstet. Kennen Sie den Mann?" l -„Nein. Ich finde ihn aber sehr widerlich mit seinem frechen Gebühren. Wenn die Jugend toll wird, na ja, es ist auch nicht immer hübsch-, aber es ist doch begreiflich So ein krank aussehender, fahler -Kumpan aber — brr! Uebrügens den jungen Menschen, der da drüben sitzt, den sollte ich ja kennen. Das-ist ja das Leutnantchen, der Martin Schmidt. Ich muß sagen: es -tut mir in der Seele weh-, daß ich ihn in der-Gesellschaft seh'." „Scheint sich aber sehr gut hineinz-ufinden. Der kleine Domino sitzt ihm schon fast auf dem Schoßte." „Tie Eltern haben bei uns im Hinterhause gewohnt," erzählte der Arzt. „Kleine Leute; — ich glaube, der Mann war ein Winkelschreiber und die-Mutter hatte ein Mägdever- dinggeschäft. Ich erinnere mich, daß der Martin als sechs- (ähnges Bübchen schon in Uniform sm Hof herummar- chierte und die Alte lehnte in der Nachtjacke oben am' fenster und- strahlte vor Bewunderung. - Damals ist wohl chon der Ehrgeiz in ihr erwacht, ihr Martin solle Offizier werden. Wie sie es zustande-gebracht hat, das weiß ich! nicht, denn er war ein mäßig begabter Bub, der nicht gern lernte, und es mag der Familie blutig schwere Opfer gekostet hab en. Und nun kann sich die -Frau Mama jedenfalls vor ihm verkriechen, um ihm keine Schande zu machen, was wohl aus der hübschen Schwester geworden -ist? Die war immö« der Hauspudel." , „Es fragt sich; ob sie dem- Menschen was Gutes- angetan haben," meinte Grönberg. „Allerdings, wenn er sich nun.den Sekt und diese Wcidcr angewöhnt." Brit lautem Jubel wurde eben drüben an dem Tisch eine große, üppige Blondine empfangen, die hinter'Flassans Stuhl geschlichen war und- ihm die übervollen weißen Arme um den Hals -gelegt hatte. l,Jch gehe," sagte Grönberg, sich erhebend. „Ich habe keinen Geschmack mehr an der Geschichte. Man ward alt." „Mir geht's wie Ihnen, Grönberg. Ich komme mir vov wie ein Nüchterner unter Bezechten.-Gehen wir!" In der Loge gegenüber dachte noch niemand an den Aufbruch. t Manchmal senkte sich wohl einen Moment lang bleierne Müdigkeit auf die Stirnen, aber man schüttelte sie ab, mit einer unerschütterlichen Gier nach einer Steigerung der ausgelassenen Stimmung. i Jeder frechste Witz, der auf der Zunge prickelte, wurde ausgesprochen und mit Lachsalven belohnt. Dreister drückten sich die heißen Lippen auf die nackten Schultern, ein Schrei, ein Fächerschlag, ein wildes Auf-! lachen — mit zynischem Vergnügen rief Flassan sein „Prosit" über den Tisch, mit schweren'Lidern in dem gleichmäßig blassen Gesicht. I , (Fortsetzung folgt.) Frühlingssport. Von Tr. Wilhelm Teschen, t Das Frühjahr ist die beste Zeit, den Sport im! Freien zu beginnen oder den schon erlernten Sport wieder außunehmen. Ein Sport im Freien, in der frischen Luft, schafft Neuen Lebensmut, frischen Lebenssaft und stärkt die Gesundheit. Ein rtchttg geübter Sport bringt das kostbarste Gut mdheit. Nach dem langen Winter mit seiner Stnbengcm ,.u leasen unsere Lunge und unsere Haut nach reiner Luft, nach oeu milden strahlen der Sonne. Tie verbrciteste und modernste Krankheit bei alt und jung ist die Nervosität. Ueberanstrcnguug und Ueberfeinerung sind die Hauptursachen dieser Nervenschwäche. Daher Muß sich auch die Behandlung und Heilung derselben in den Bahnen einer rem naturgemäßen Heilung bewegen. Der ganze Arzneischatz versagt bei der Behandlung der Nervosität. Das beste HcftMlttel ist der Sport. Jeder Sport, der im Freien ansgeübt wird, bient zur Verschönerung, Kräftigung und Entfaltung des ganzen Organismus. Für den Arzt, der eine kräftige Nation heranztehest will, huldige derjenige weniger dem heilsamen Sport, der das Endziel nur in einem- Siegespreis beim Wettkampf sieht, als vielmehr derjenige, welcher ihn vorsichtig, methodisch und naturgemäß ausübt. Gewiß liegt es int Interesse eines jeden Sports durch Erteilen von Siegespreisen den Ehrgeiz zu wecken und drö Leistungsfähigkeit zu erhöhen, nur darf dabei die Gesundheit keinen Schaden leiden. Beim nahenden oder jungen Frühling kommt in erster Linie der Radfahrsport in Betracht, denn er kamt schon bei dem mildesten Sonnenschein in Angriff genomlueu werden. Ter Radfahrsport hat. schon längst mit voller Berechtigung das Bürgerrecht bei uns erhalten, denn die ganze Pharmakopoe, der gesamte Arznei-, schätz enthält kein Stärkungsmittel, keine Blutreiniguugs- odev Werdauungsmittel, das angenehmer und sicherer wirkt als der richtige Gebrauch eines Zweirades. Er stärkt die Lungen und das Herz. Er wirkt wohltuend auf die DarurmUskulatur ein und fördert s-o den Appetit und den Stoffwechsel. Auch für F ' - 'chtige ist der Radfährsport sehr zu empfehlen, denn er vermi.ucrt das Wasser im Organismus. Fettsüchtige haben nämlich immer zu viel Wasser im Blut. Ist dieses aber der Fall, so verringert sich die Leistungsfähigkeit des -Gesamt-Organismus. Wer bei den leichtesten Arbeiten tn Schweiß gerät, dessen Blut hat zu viel Wasser. Viele Menschen glauben, daß ihnen das Wer die Kraft geraubt habe, während es nur der '.starke Wassergehalt ihres Blutes ist, der ihnen das schnelle und anhaltende Arbeiten unmöglich macht. Wir können den normalen Wassergehalt unseres Blutes wieder erlangen, wenn wir uns ost Bewegungen bis zuM Schweißausbruch machen. Dazu eignet sich der Fahrradsport ganz besonders. Die großartige Verbreitung dieses Sports beweist es ja auch, wie beliebt und wie gesuud er ist. Tas komMt auch daher, daß neben dest körperlichen Vorteilen auch -schöne seelische Erfolge erzielt werden, wie Stärkung der Willenskraft, Erlangung von Geistesgegenwart und Selbstvertrauen, sowie Evhöhung des Persönlichen Mutes. Darin ähnelt der Fahrradsport sehr dem Reitsport. Es ist nicht zu leugnen, daß der Reitsport edler ist als der Radsport, aber er ist leider für die mristen Menschen unausführbar. Der Reitsport erzielt nicht nur eine ausgezeichnete Schulung des Körpers, 239 er wirkt auch seelisch eiljebenb. Das beweist genügend die charakteristische Signatur aller Reitervölker. Ein Ritt in gestrecktem Trab oder in fliegendem Galopp^ auf schöner Ebene bei herrlicher Frühlingslust zählt zu den schönsten Genüssen, da suhlt man so recht die echte Lebensfreude und die volle Gesundheit. Diesen Genuß, erreicht annähernd auch der tüchtige Radler. Für ihn ist sein Rad eilt Pferd, er nennt es daher auch mit voller» Recht sein Stahlroß. Er liebt und putzt es eben so sorgfältig wie der echte Reiter sein Pferd. Nächst dem Radsport ist das Lawu-Tennisspiel am geeignetsten, beim beginnenden Frühjahr in Angriff genommen zu werden. Ter Lawn-Tennissport weist wie der Zweiradsport tinen großen Aufschwung auf. Das verdankt er seiner hervorragend gesundheitlichen Wirkung. Schon die Bewegung int1 Freien, in der erfrischenden Luft, ist der Ausbildung kräftiger Lungen sehr förderlich. Hier weitet sich die Brust beim Spiele und läßt die ozonreiche ,Frühliitgsluf't kräftig in die Lungen einströmen. Wie nur selten bei einem Spiel, kommen beim Tennis die Glieder unseres Körpers M einer allgemeinen Bewegung, die, je ungezwungener sie erfolgt, uMso harmonischer, schöner und gesünder wird. Tas erklärt es, warum gerade das Tennisspiel bei der Tamemvelr so beliebt ist; es fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die AnMut der Bewegungen. Tas ist ein unschätzbarer Vorteil, denn Anmut ist unwiderstehlich und unvergänglich. AnMut verwelkt nicht wie so oft die Schönheit, sie begleitet vielmehr durch alle Stadien des Erdenlebens und schmückt selbst noch das Greisenalter. Das Tennisspiel erzeugt auch gute Läufer durch die gesunde Bewegung der Beinmüskeln. Deshalb eignet es' sich, besonders stir Personen, die eine sitzende Lebensweise fuhren müssen. Das Leben eines Stubenhockers macht schlaff, griesgrämig, und melancholisch, ertötet nach! und nach! Körper und Geist, hingegen das elastische Treiben beim Tennisspiel weckt die Lebensgeister und Macht fröhlich. Tas hervorragend Gesunde beim Tennis- fpiel beruht auch darauf, daß Atme und Beine zu gleicher Zeit Angestrengt werden. Wie beim Radsport so darf man aber auch heim Dennisspiel nichts übertreiben. Kein Sport darf bis zur pölligen Erschöpfung betrieben werden. So wie Man Radfahrerkrankheiten kennt, so gibt es auch schon Tenniskrankheiten. Tie bekannteste und häufigste ist der sogenannte „Tennis-Ellbogen", Has heißt eine Entzündung der äußeren Ellenbogengelenkkapsel. Diese Entzündung, die sehr,'schmerzhaft ist, entsteht bei zu hastigem Spiel und beim Abschlagen des Balles mit abwärtsgestrecktem Arm, also wenn der Ball sich unter Schulterhöhe befindet. Vollständige Ruhe des Armes und zugleich! Umschläge mit essigsaurer Tonerde, fünffach verdünnt. Heilen bald das Leiden. Geschieht das nicht, so rufe man den Arzt, um chronisches Leiden zu verhüten. Beim Frühlingssonnenschein kann auch der Rudersport schon begonnen werden. Er hat den großen Vorteil, daß er in staubfreier und bazillenarMer Luft betrieben wird. Er schützt ferner seine Anhänger am! besten vor Erkältungen, weil die Temperatur der Wasserlüft nicht so schnell schwankt wie die Landluft. Tie Armlbewegungen, welche der Rudersport erfordert, erweitern ganz besonders Mit der Zeit den Brustkorb uni1 fördern so die Atmung und den Stoffwechsel. Wie die Lunge, so gedeiht auch beim Wassersport, Rudern oder Schwimlnen, der ganze Verdauungsapparat. Tie schlechte Verdauung, der nervöse und schwächte Magen, das sind die Grundleiden der geistig arbeitenden Großstädter. Wer diese unangenehmen Gäste für immer bannen will, der greife zum Radfahr- und Rudersport. Wer Sport treibt, richtig und ausdauernd, der treibt prophylaktische Gesundheitspflege, er beugt der Krankheit vor, er schafft sich selbst das wirkungsvollste Schutzmittel gegen das Krank- werdm, er lebt gesundheitsmäßig und achtet von selbst die Gesetze der Hygiene. Das Ziel aller sportlichen Erziehung ist die Heranziehung einer gesunden Nation. Das geschieht durch die Abhärtung und Stärkung der Menschlichen Organe. ' Auf solche Weise ist der richtig geübte Sport auch ein Mittel zur Verlängerung des Lebens, eines gesunden Lebens. Ter Sport ist nicht dazu da, UM den Ehrgeiz oder.die Vergnügungssucht zu befriedigen, sondern aMenschen von körperlichem und seelischem Gleichgewicht zü feit. Der Sport duldet keine Nervösen, keine Melancholiker und keine Lebensüberdrüssigen. Ter Sport ist Ur die moderne Menschheit nm so mehr ein unerläßliches Bedürfnis geworden, als unsere ganze Lebensweise eine verweichlichende und naturwidrige geworden ist, wodurch, der menschliche Organismus int erhöhten Grade allen Einflüssen der Erkrauküng und Schwächung ausgesetzt ist. SB et aus irgend einem Grunde keinen ..teuren Sport treiben rann, der vergesse nie, haß das Fußwandern der billigste, einfachste Und natürlichste Sport ist. Bei ihm! werden alle Muskeln gleichmäßig in Tätigkeit gesetzt. Keine Jahreszeit ist zum Beginnen Mehr geeignet als das Frühjahr. Auch dieser Sport müß richtig betrieben werden, ohne Hast und ohne Lässigkeit. Man fange Ute schnell an, Halte einen mäßigen Schritt. Man atme stets kräftig mit geschlossenem Munde durch! die Nase. Beim Atmen durch den Mund wird die Kehle leicht trocken, und man ist auch, eher einer Erkältung der inneren edlen Organe ausgesetzt. !Der Frühling ist da, wer tS gut Mit sich selbst meint, der prginn« einen Sport.. ——-- Neber dar Glücksspiel macht Generalleutnant z. D. Kl. im Deutschen Offizierblatt, angeregt durch den Stallmannprozeß,, folgende Ausführungen, die auch für die Allgemeinheit nützlich sind.1 ■ Tie Spielerprozesse reißen nicht ab. Da »st es Wohl am Platz, den jungen Kameraden zu erzählen, wie ich vor dem Spielteufel bewahrt wurde, und daran eine Mahnung zu knüpfen. Tas Verdienst hatte ein alter Mathematiklehrer, Mn Professor Dr. Dölp in G. Er Mächte seiner Klasse bereits in Tertia 2 Lehrsätze klar, die geeignet waren, seinen Schülern einen festen Halt für das ganze Leben gegenüber den Versuchungen des Spiels zu geben und so Manche Irrlehren, die — sei es auch nur aus kln- verstand — verbreitet werden, in Wer vollen Unrichtigkeit vor Augen zu Uhren. Ter erste dieser Lehrsätze war: „Nur der Bankhalter hat die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen." Ich führe ausdrücklich, an: die „Wahrscheinlichkeit", denn mit Möglichkeiten darf in einem solchen Fall kein vernünftiger Mensch rechnen. Nehmen wir als einfachstes Beispiel v,bie lustige Sieben". Tie Sieben gehört dem Bankhalter. Er zieht also mit Sicherheit! den siebenten Teil aller Einsätze ein. Noch günstiger für ihn stehen die Tinge bei dem Pferdchen- und Disenbahnspiel in Schweizer und sonstigen ausländischen Kurorten. Dort streicht die Bank den fünften Teil des Umsatzes ein. Am „nobelsten" ist die Bank von Monte Carlo, wenigstens beim! „Roulette". Ueber das dort auch gespielte „Trente et quarante“ bin ich nicht unterrichtet. Beim! Roulette handelt es sich bekanntlich um' 36 Nummern und ein zero, das der Bank gehört, „bei einfachen Chancen", also wenn jemand nur auf gerade oder üngerade Zahlen, rot oder schwarz usw. spielt, jedoch nur die Hälfte. Beim Roulettespiel mit einfachen Chancen zieht die Bank also V?2 des Umsatzes ein, beim Spiel mit mehrfachen Gewinnchancen jedoch! Vss, sie zahlt dafür allerdings die Sätze auf zero 35sach aus. Wie hoch dieser Bankgewimi ist, geht aus dem jährlichen Reingewinn hervor, der strotz der riesigen Ausgaben der Bank für die Spielpaläste, Gartenanlagen, Vergnügungen, Beamten, Pacht, Steuern, Abfindungen, Reklame usw. ganz gleichbleibend jedes Jahr viele Millionen beträgt. Daß die Höhe des Gewinns sich so gleichbleibt, erklärt sich zuM Teil aus' dem „beschränkten" Satz, der die Einnahme der Bank zu einer ganz sicheren Macht. In manche Spiele und deren Gewinnaussichten kann man freilich keinen Einblick erlangen. So erinnere ich mich! aus Nizza zweier derartiger Veranstaltungen, bei denen dies nicht zu ergründen war. Gering konnte der Verdieiist nicht fein, denn. die Banken zahlten eine außerordentlich hohe Pacht und,unterhielten Barietee- bühnen Mit allerersten Kräften bei sehr geringem Eintrittspreise. Der Andrang zu den Spieltischen war groß. Und was für Leute spielten! Hier, ebenso wie in Genf, sah ich kleine Leute, Metzger- burschen und dergleichen, die bei jedem! Spiel Zwei- und Fünf- Frantstücke — den höchsten Satz, — fetzten. Allerdings durfte in der Schweiz nur in den Pausen der Varieteevorstellungen gespielt werden, aber diese Pausen wurden recht lang gemacht; ein kleiner Manu konnte sich schon in diesen Pausen ruinieren. Und wieviel mehr, wenn das Spiel länger dauert! s Dann steigt der sichere Gewinn der Bank und der ebenso sichere Verlust der Spieler bis zu großen Summen. Nun könnte man auf den Gedanken kommen, man dürfe der Bank keine Zeit lassen, ihren gleichbleibenden Gewinn abzuziehen und Müsse gleich recht Hoch spielen. Ich stand dabei, wie in Monte Carlo ein sog. Systematiker diese Ansicht in die Praxis übersetzen wollte. Es fielen sofort 2 zero hintereinander und bewiesen das Unzutreffende dieser Theorie. Um ganz logisch, zu sein, muß man also sagen: Wen Man die Wahrscheinlichkeit haben will zu gewinnen, muß, man selbst Bankhalter fein, vorausgesetzt natürlich, daß ein Spiel gewählt wird, bei dem die Gewinnchancen auf feiten des Bankhalters liegen. Es' bedarf keiner Erörterung, daß ein derartiges An-sich-Ziehen der Bank nach den Anschauungen unseres Standes unanständig und unwürdig ist. Auch haben gerissene Mitspieler genügend Mittel an der Hand, ein derartiges Bestreben zu vereiteln und sich in Vorteil zu setzen. Aus Einzelheiten will ich nicht eingeheN, es würde zu weit Uhren. Ich glaube aber, den Satz bewiesen zu Haben, daß die Wahrscheinlichkeit des Gewinnens Nur der Bankhalter hat, und daß es daher töricht ist, gegen einen Bankhalter zu spielen. Nun wird viel von „Systemen" gesprochen, welche eine Wahrscheinlichkeit bieten sollen, auch gegen den Bankhalter zu gewinnen. Diese Systeme wirft der zweite Lehrsatz meines Maihe- Matiklehrers über den Hausen: „Tie Wahrscheinlichkeit ist immer neu!" Hat es beim Roulette zehnmal rot geschlagen, so kann Man gewiß leicht zu der Annahme gelangen, nun müsse es doch einmal schwarz schlagen. Ganz falsch! „Die Wahrscheinlichkeit ist ,Hinter neu!" Es kann gerade so'gut wieder rot wie schwarz sein. Eher könnte män schon sagen, es müsse ein Fehler int Apparat vorliegen, der das Fallen von Rot begünstigt. Doch dagegen sichert sich die Bank, und zwar durch sorgfältigste Anfertigung der Geräte und durch deren 'fortwährenden Wechsel. Auch!,wäre ein derartiges' Ausnutzen eines erkannten Fehlers zweifellos wieder unanständig. Nun sind manche der Meinung, durch Verdoppeln des Satzes fei das „Glück" zu zwingen; doch dagegen sichern den Bankhalter 240 fein zaro oder andere Spielfestsetzungen, der beschränkte Satz, bmv. die Höhe des Bettags, den er als „Bank" anflegt. Wie jedem Zeitungsleser bekannt, kommt es auch vor, da» gewerbsmäßige Spieler dem -u Rupfenden das Latten der Bank zuschieben. Sie korrigieren dann den Nachteil, in den sie sich selbst gebracht haben, einfach durch Falschspiel. Den Rechtsgriindsatz, daß Spielschulden nicht eingeklagt werden dürfen, machen sie unwirksam, indem die Spielschuld in ein Tarlchn eines mrtemge- weihten Tritten um'gewandelt wird. Dadurch wird die „Ehrenschuld zu einer einklagbaren. Darüber, daß es ganz unsinnig ist, mit wildfremden Leuten zu spielen, will ich kein Wort verlieren; gegen solche Unklugheit hilft auch der beste Rat nicht, gegen gewisse Beanlagungen kämpfen bekanntlich selbst die Gotter vergeblich. Auf das Unmoralische des Spiels einzugehen, war nicht Zweck dieser Zeilen. Ich möchte aber doch.erwähnen, einen wie widerlichen Eindruck in Nauheim, Ems usw., wo twch bis 1872 gespielt wurde, Und später in Monte Carlo die eigentliche Spielergesellschaft auf mich machte. Ich selbst war durch meinen! Mathematiklehrer vor jeder Versuchung gefeit. Aber auch in der Offizier-spei>eansialt wurde nach dem Feldzug gespielt. Mich hier konnte ich zu sehen, ohne irgend eine Neigung zum Mitspielen Lu verspüren. ^>ch war dadurch ein NM so kühlerer Beobachter. Und wie entpuppte sich da mitunter ein Kamerad, von dem ich bis dahin eine so ganz andere Vorstellung gehabt hatte! Leidenschaftlich, heftig, geldgierig, boshaft, nur zu leicht geneigt, Irrtümer zu feinen Ungunsten zu vermuten, dabei, sowie er gewonnen hatte, verschwenderisch! So manchen von diesen für mich geradezu.niedcrschlagenden und tief» gehenden Eindrücken bin ich in Meinem.ganzen Leben nicht wieder losgeworden. Einer unserer Kameraden ging wegen'.Schulden um die Ecke; was für ein Vorwurf für die Mitspieler! Schließlich kam es zu eiitenv bösen Zusammenstoß — dieser erst machte der Spieldrei endgültig den Garaus. Ich rate also jedem meiner jungen Kameraden, nicht allein an den alten Mathematiker, sondern auch an das Unmoralische und die bösen Begleiterscheinungen des Spielens zu denken und sich von jedem Hazardspiel grundsätzlich fernzuhalten. Für die Kameradschaft ist es eilt Ruin! Principiis obsta! welmarische Erinnerungen einer Engländerin. Mrs. Moberly, eine englische Dame, die Weimar wiederholt Äund in deut Zeiträume von 1871 bis 1876 dauernd dort t hat, hat allerlei hübsche Erinnerungen an jene Zeit ver- Sffentlicht. Ihre Mutter, Mrs. Jane Phillips, war eine nahe Freundin von Ulrike von Pogwisch, der Schwester von Goethes Schwiegertochter Ottilie. Dieser entfernten Verbindung mit der Familie Goethe hatte sie es wohl zu danken, daß ihr ein Teil des Laufes am 'Frauenplane, das damals' noch nicht zum Nationallmuseum eingerichtet war, mietweise überlassen wurde, während Goethes Enkel Walther und Wolfgang von Goethe den Rest des Laufes bewohnten. So lernte Mrs. Moberly, die damals Mari- guita Phillips hieß, die beiden Goetheenkel näher kennen. Sie waren, so berichtet sie, beides intelligente nnd anziehende P-er- fönlichketten, aber erdrückt von dem Riesenschatten des Großvaters, dem! sie sich nicht entziehen konnten. Sie stellten sich, ihren englischen Frennden als völlig lebensfremde, unsichere und ängstliche Menschen dar, und besonders war Wolfgang mit seinen schönen, Mnzenden und tiefen melancholischen braunen Augen von äußerster Schüchternheit und Zurückhaltung. Eher, war Walther von Goethe einmal zu einer Unterhaltung zu bewegen, und noch erinnert sich Mrs. Moberly einer hübschen kleinen Geschichte, die sie damals in ihren Mädchenjahren von Walther Goethe gehört haben mitt. Er war einmal zu einem musikalischen Abend geladen, bei dem sich ein berühmter Sänger hören lassen sollte. Ter Gastgeber hatte diesem schon mehrere Tage zuvor hie Komposition eines jungen Tonsehers mit der Bitte zugesandt, dies Stück einzu- studieren. Aber als die Gäste beisammen waren, weigerte sich der Sänger, das ihm übersandte Lied zu singen, weil es sich, wie er behauptete, nicht lohne. Da stellte indes der Wirt an dem' kunstreichen Knoten, mit dem er das Paket verschnürt hatte, fest, daß es überhaupt von dein! Sänger nicht geöffnet worden war, und nun öffnete er es selbst und bewog den Sänger, sich das Lied auf der Stelle durchzuschen. Der trug es vor, der Erfolg war Mächtig — diese Neuheit war der „Erlkönig" von einem jungen Wiener Tonsetz-er namens Schubert, dessen Ruhm in Weimar hauptsächlich von diesem Abende datieren soll. Der große Mann in Weimar war zur Zeit, da die Familie Phillips in Weimar wohnte, Liszt, aber da Ottilie von Goethe Nicht wünschte, daß sich die Tochter ihrer Freundin in den etwas übertriebenen und lächerlichen Bewundererkreis des Meisters mischte, so bekam Mrs. Moberly Liszt nur selten zu sehen. Einmal sah sie ihn auf dem Bahnhof, begleitet von etwa dreißig Enthusiastinnen, von denen jede einzelne ihm einen Strauß brachte. Ein ander Mal nahm sie selbst teil an einem Chor, der als Geburtstagsüber- paschung für Liszt eine seiner religiösen Kompositionen in der Kirche zum Vortrage bringen sollte. Die Dame, die diese Huldigung ins Werk setzte, gehörte zu seinen glühenden Verehrerinnen, und Man kann sich ihre Niedergeschlagenheit, ihre Verzweiflung denken, als der Chor am Geburtstage geradezu miserabel ausfiel. Hier zeigte sich -aber Liszts oft bekundete Herzensgüte in schönstÄ« Lichte. Mit seiner sanftesten Stimme tröstete er, lobte die gute Absicht nnd schlug dann vor, am folgenden Sonntag unter ferner eigenen Leitung den Vortrag zu wiederholen. Er übernahm dann selbst die weitere Einstudierung, und der zweite Versuch fiel hiernach söhr _ befriedigend aus. Jeden Sonntag nach Beendigung der Messe pflegte Liszt seine Freunde um sich in seinem Hause zu versammeln und mit ihnen Musik zu machen. Die englische FamjliS hätte diesen Sonntagsnttisiken bei Liszt schon gern beigewöhnt, aber da sie wußten, daß die Goethes sich dadurch empfindlich berührt fühlen würden, so entschuldigten sie sich auf Liszts Einladung damit, daß der englische Gottesdienst gerade in die sh Stunden falle. Aber man spürt aus Mrs. Moberlys Erzählung noch heule das Bedauern, baß sie däMals Liszt fernbleiben mußte. Vüchertisch. — von der Goltz über Wilhelm II. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen, die das Regierungsjubiläum des. Kaisers bringt, nimmt die im Verlage von Velhagen & Mlasing (Bielefeld und Leipzig) erschienene Fesffchrift des Generalfeld- marschatts Freiherrn von der Goltz einen hervorragenden Platz ein. — Geschichte der Philosophie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Von Professor Dr. A. Messer. 174 Seiten. (Wissenschaft und Bildung Bd. 117). In Originalleinenband 1,25 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1913. Messers Geschichte der Philosophie, deren 3. Band hiermit vorliegt, erbringt den Beweis, daß 'der als Psychologe, Erkemttnistheoretikep und Kant-Forscher in philosophischen Kreisen geschätzte Gelehcke auch für geschichtliche Darstellungen aus seinem Gebiet das Talent bekundet, wissenschaftliche Gründlichkeit mit edler Popularität zu vereinen. Darstellungen über das hier vorliegende Thema gibt es in Menge; aber unter diesen snid es doch nur wenige, denen die Aufdeckung der pragmatischen und kulturgeschichtlichen Zusammenhänge so gelungen wäre, wie das hier geschehen ist. Der öde Schematismus: Das hat der gesagt, und so jener die großen Rätselfragen gelöst, ist aus dem Buche völlig verbannt. Wer sich in die neuesten Probleme der Geschichtsforschung einführen lassen witt, oder einen Ueberblick über die so reiche Entwicklung des letzten Jahrhunderts sucht, wird nicht besser tun können, als. sich durch dieses schöne Buch beraten zu lassen. — Gesundheit und Lebensklugheit. Von Geh. Sanitätsrat Dr. R. Paasch. 110 Seiten. (Wissenschaft und Bildung Bd. 117.) Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1913. In unserer zum Spezialistentum neigenden Zeit vergißt man nur zu sehr den Menschen als Mikrokosmus anzuseheu, vergißt daß Gesundheit und Lebensklugheit-einander notwendig bedingen, und daß es der Mensch bis zu gewissen Grenzen in der Hand hat seine Gesundheit zu erhalten. Hierbei wird dieses Büchlein ein treuer Berater feilt. Es ist interessant und gut geschrieben und unterzieht alle Erscheinungen des menschlichen Körpers seiner Betrachtung — Die Textilindustrie. Herstellung textiler Flächengebilde. Bd. 3. Bon Geh. Reg.-Rat Dipl.-Jng. H. G l a f e y. 171 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. (Wissenschaft und Bildung Bd. 118.) Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1913. Mit diesem Bande ist Geheimrat Glafeys in Fach- und Laienkreisen gleich beifällig aufgenommene Darstellung der Textilindustrie abgeschlossen. Befaßten sich die beiden vorhergehenden Bändchen mit den Rohstoffen der Textilindustrie sowie mit der Herstellung der Fadengebilde, so wird hier die Fabrikation textiler Flächengebilde dargestellt. Stets ist, der Aufgabe der gemeinverständlichen Bändchen entsprechend, alles Nebensächliche weggelassen, dafür sind aber die einzelnen Arbeitsvorgänge möglichst anschaulich geschildert,. Spruch. Um keinen Preis gestehe du Der Mittelmäßigkett was zu, Hast du dich erst mit ihr vertragen, So wird's dir bald bei ihr behagen. Bis du zuletzt, du iveißt nicht wie, Geworden bist so flach wie sie. Geibel. LrgänMirgsrätsel. S.. h. ch. es.. ig. o.. r l..d.: .a. .e.z b. d..s ..n .w.i. es . e. z; G..h.i.t. F.. u.' .s. d.p..l. F..u.e, G..h.i.t.r ..h.e.z J. .a.b.r S.. rn.. zl , Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer z Weiß. Schwarz. 1. L f 3 — g 4 f. K f 6 — e 4. 8. Le5—16. Beliebig ob. Lc5n.b4. 3. S c 4 — d 2 f und Matt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Langte (SHefiefc