M3- Nr. 196 Monrag, den 15. Dezember W Das achte Gebot. Novelle von Gerhard Walter. . (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Da stand ich mit dem Talent! Ein häßliches Lachen weckte mich aus meiner Betäubung. Ich selbst hatte gelacht. Also alles — Lüge! Stimmte genau. Jawohl, im vergangenen November war sie in Düsseldorf gewesen, „eine Malstunde zu nehmen." Sv hatte sie mir geschrieben. Und hatte ihre Zeit so wohl angewandt! Und das Bild im ersten besten Laden für mich gekauft, und es dreist für ihr eigenes aus- gegeben, dies kleine Meisterwerk. — Und noch eine Stunde später saß ich da und hielt den Karton mit dein Bilde in der herabhängenden Hand: und im Lauf dieser Stunde hatte ich alles begraben. Einer Frau, der die Sünde gegen das achte Gebot so sehr leicht von der Hand ging, der hätte ich auch kein anderes Gebot anvertraut. Emma! Mit uns. war's aus! Jetzt erst merkte ich es, wie lieb mir das Mädchen geworden Ivar, und wie schwer es mir wurde, mich von ihr zu trennen. Seufzend stand ich auf, legte, das Bild, so wie es war, in meine Mappe, zerschlug das Glas und warf den Rahmen ins Feuer. „Es war einmal!" Ich habe nicht wieder hingeschrieben. Einmal noch kühl und förmlich an den Vater. Und dann habe ich ihnen nach Jahr und Tag meine Verlobungsanzeige geschickt: aber hab' keine Antwort bekommen. Ich hatte einen entfernten Freund in Düsseldorf, einen früheren Schulkameraden, der Maler geworden !var. Au den schrieb ich, ob ihm eine Frau oder ein Fräulein Hacht- rnann bekannt sei, und bekam ziemlich umgehend die" Antwort: „allerdings," und nicht ihm allein: sie male allerliebstes Genre. Im übrigen lade er mich ein, zur Auffrischung alter Freundschaft am bevorstehenden Fest des berühmten Malerveveins „Malkasten" als sein Gast teilzunehmen. Mir war's gerade recht, aus den trübseligen Gedanken heransgekommen, in die ich mich eingesponneu hatte; freute mich auch, ihn wiederzuseheir und reiste hin. Als Studienreise sah ich es außerdem an. Man mutz sich vom Strom des Lebens fassen und von außen an regen lassen. „Na, nun sag' mir 'mal," fragte ich meinen Freund, als wir den ersten Abend zusannneusaßen, „wer ist denn nun eigentlich diese Thora Hachtmann?" „Ja, was hast du denn eigentlich mit der?" „Ich sah kürzlich ein Aquarell von ihr, das mir ausnehmend gefiel." „O ja, ganz tüchtige Künstlerin; iveit über das durchschnittliche Dilettentenmaß hinaus. Wirst sie übermorgen treffen. Aber wappne dich! Sie ist geradezu erschreckend' häßlich, Witwe und möchte gern wieder heiraten; so einige vierzig —" „So? — Na, meinetwegen!" Ich hatte überhaupt genüg vom Heiraten. — Und doch konnte ich Emma noch nicht recht vergessen. Immer wenn ich dachte, es wäre vorbei, kam's ivieder, und ich sagte mir umsonst: „liebl-ich und schön sein ist nichts". Häßlich und wüst sein machte mir aber auch keinen Eindruck. DaS Fest tvar im vollen Gauge. Da klopfte mich jemand auf die Schulter. Es war mein Freund. Ich stand Per- sunken und verdrossen an einer Säule und ärgerte mjich über die Welt im allgemeinen und besonderen. „Darf ich vorstellen?" hörte ich seine Stimme, und dann hörte und sah ich gar nichts mehr, als nur den Namen: Thora Hachtmann, und ein bildschönes, blondes, junges Weib, die im schlichten griechischen Gewand vor mir stand, einen goldenen Halbmond in dein gelösten, üppigen Haar. Ich bot der herrlichen Frau den Arm. „Du bist ja ein ganzer Halunke!" konnte ich noch zu meinem Freunde sagen, der teuflisch lächelnd in seinem Mephistvkostüm in der Menge unter-, tauchte. Er arbeitete immer etwas mit Knalleffekt. „Ich kenne Sie!" sagte sie mit dein eigenartigen Wohl- klang ihrer Stimme, „es kommt fein Buch von Ihnen heraus, das ich nicht besitze," und sie sah mich an aus strahlenden Augen, „und oft habe ich gewünscht, Sie kennen zu lernen. Aber wie sind Sie nur auf mich gekommen? Ihr Freund sagte mir, Sie kennten mich —" „Ich besitze Ihr Aquarell aus dem Ziegenstall." Sie lachte mit einem köstlichen Lachen auf. „Die tolle Laune eines Augenblicks; ein Momentbild vom Pfarrhof meines Schwagers, aber dem Öeben ent* itommen; hatte es hier ausgestellt und es war zu meinem Erstaunen am zweiten Tage an -eine fremde, junge Dame verkauft —" Wir saßen allein in einer Laube von Palmen. „Geben Sie mir Ihre Hand!" bat ich. Etwas verwundert tat sie es, zaghaft und scheu. Ich sah ihr tief in die leuchtenden Augen. „Wie heißt das achte Gebot? fragte ich plötzlich. Sie schaute mich betroffen und etwas bedenklich an. „Bitte, wie heißt es?" fragte ich dringlich und ernst. Sie sah sehr gemessen aus: „Mit welchem Recht tun Sie diese eigenartige Frage?" „Weil auf ein Haar mein Lebensglück daran gescheitert wäre, daß ein junges Mädchen es vergessen hatte." „Wie denn?" fragte sie tief verwundert; „ich verstehe Sie nicht." Da faßte mich ein großes und starkes ..Vertrauen zu der edelu. Gestalt vor mir. „Es ist die Geschichte Ihres Bildes —!" Und ich erzählte ihr. Vornübergebeugt, an meinen Lippen hängend, hörte sie mir zu; und wie ich geendet hatte, da gab sie mir beide Hände und sagte mit tiefem Ton: „Also daW war mein armes Bild gut! — Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen!^ und lächelnd fügte sie hinzu, ihre Hände zurück- ziehend: „und mit dein Karton haben Sie recht; es warl Schuld des Vergolders." Da schaute Freund Mephisto lachend durch die Palmen. Sie sprang auf. „Darf ich Sie zu Tisch führen?" fragte ich schnell. „Von Herzen gern," antwortete sie freundlich. Ich atmete ans. Wie klein kam mir jetzt jenes Mädchen vor, an das ich noch vor kurzem mit tief bedauerndem Sehnen gedacht. Hier war mehr: Natur, Kraft und Wahrheit. Ihr stand das achte Gebot üt den blauen Augen geschrieben. „Die betrügt keinen Mann!" klang es in mir. Und das tat es noch, als ich mich nach Jahr und Dag dem Pfarrhof ihres Schwagers näherte. Ich hatte ehre Spur behalten. Und vor zwei Tagen hatte ich ihr geschrieben: „Ich möchte Ernstes mit Ihnen besprechen. Wenn ich Ihnen etwas Vertrauen eingeflößt habe, dann kommen Sie mir im Walde auf halbem Wege zum Bahnhof entgegen." Und da stand sie im lichten, schlichten Kleide an eine Buche gelehnt, das Haar im dicken Knoten tief int Nacken zusammengefaßt, den Hut in den herabhängenden Händen, vom ersten Abendgold ümleuchtet, und sah mir still entgegen. Ich grüßte sie jubelnd von weitem. Da richtete sie sich auf und stand da in ihrer ganzen Schönheit, ein prächtiges junges Weib. Ich reichte ihr die Hand. Sie legte schweigend und hochatmend die ihre hinein. Ihr Blick las in meinen Augen, und lieblicher Ernst lag um den feinen Mund. „Und was sollte ich?" fragte sie leise. „Du sollst kein falsch' Zeugnis reden!" antwortete ich, „und darum sage ich's und frage ich's gerade heraus: Thora, kannst du mich lieb haben? Daun bleib ich! Unit kannst düs nicht, dann behüt' dich; Gott, dann gehe ich wieder in die Welt hinaus! Aber: das Bild behalte ich doch; und dich behalt' ich im Herzen!" Da sah sie mich lächelnd an und reichte mir die Hände: „Bleib' hier!" k Fern im Walde saug eine Drossel ihr Abendlied. Die Sonne ging glühend unter und warf einen Flammenglanz durch den Wald. Ich tat die Arme auf, und Thorns Gesicht lag an meinem, und sie legte die "Hände um meinen Nacken. Es dämmerte, als wir der Pfarre zugingen. Sie lehnte in süßer Hingabe auf meinem Arm und sah zu mir auf: „Wir kommen gerade zur rechten Zeit; jetzt wird die Ziege gemolken; da magst du vergleichen, ob ich Licht und Schatten recht gesehen; und Zicklein haben wir auch wieder;, aber diesmal sind sie schwarz und nicht weiß. Als ich von zwei Jahren lachend in der Tür stand, da dachte ich nicht, daß es so kommen würde." Der Hofhund bellte und riß an der Kette. Da küßte sie mich mit heißen Lippen: „Und nun komm! Ich will dir ein treues Weib sein!" Die Botschaft vom Mars. Humoreske von Adolf Stark, Marienbad. „Rrrrrrrrrr!" „ , Fran Professor Stummer fuhr aus dem «chla;e empor und lauschte. Nein, sie hatte sich nicht getäuscht, boä, Telephon int Speisezimmer nebenan läutete grell und schrill. Sie rüttelte den schnarchenden Gemahl. „Anton, steh auf." , .... „Chchchch!" Der Herr Professor ichnarchte unentwegt werter. „Anton, das Telephon läutet. Jetzt um Mitternacht. Anton. , Ja, ja!" Langsam kehrte der Geist des Herrn Proftnors, der irgendwo aus den seligen Gebilden des Traumlandes promeniert und sich in tiefsinnigen.Gesprächen nut laugst verstorbenen Gelehrten ergötzt hatte, in den Körper zuruck, „yo, was gibt e<3f. z Nerm es rst^m^erst Mitternacht. Aber das Telephon läutet." „Ich bin doch kein Arzt oder Feuerwehrmann oder btacht- wiächter! Wer hat mir bei Nacht zu telephonieren? E- wird e n Irrtum in der Nummer sein. Ich werde mich morgen beschweren. Brummend drehte er sich wieder um, aber tm gleichen Moment klang grell und schrill die Glocke. Jetzt fuhr auch er wie elektriiiertt E^Anton, ich furchte mich so! Am Ende sind es Räuber!" Aurelie, du machst dich lächerlich. Die Kunst, einem durchs Telephon die Brieftasche zu stehlen, ist noch nicht erfunden Wo sind denn meine Schlafschuhe? Herrgott, letzt sinoe ich wieder die Aermel vom Schlafrock nicht. Verfluchtes Zeng Und das Telephon läutet, als wäre das Telephonfraulem verrückt geworden Endlich war er so weit, nm ins Nebenzimmer au den Apparat eilen zu können. Die Frau Professor lauschte bange im Bette aufrecht sitzend. Aber sie hörte nut einige erstaunte Ausrufe ihus sagst du?".--„Unmöglich." — — »Vom Mars sagst du?"---„Natürlich komme ich so,ort! Aufgeregt stürzte er herein, suchte nach den Kleibern, zog die Weste über den Rock, konnte den Hut nicht finden, horte nicht auf die besorgten Fragen seiner Gattin und stürzte endlich, nur halb angekleidet, in Pantoffeln davon. Die Frau Profegor lang die Hände. „Aber Anton, was gibt es denn?". „Eine Botschaft Pom Mars! Laß mich,.ich.habe keine Zeck Und schon war er draußen, in der.Hast die Vorzrimnertnre offen lassend. .Babette, das alte Sausmöbel durch den ungewohnten Lärm aus ihrer Ruhe aufgeschreckt, ei schien auf der Schwüle in einem Nachtkostüm, das ihr unter den Hexen des Blocksbergs unstreitig einen Schönheitspreis, eingetragen hatte „Wohin läuft denn der Herr Professor, letzt, bei uachtlchlastn- Aurelie rang die Hände. „Es hat geklingelt nnd darauf ist er fortgelaufen. Er sagt, es wäre eine Botichaft vom Mar». Vom Mars? Wo ist denn das?" erkundigte ,ich Babette. "Das ist der rote Stern da draußen am Himmel, stöhnte „Und dorthin will er laufen, in Schlaf,chnhen und halb angezogen Babette schüttelte den Kopf. „Ich habe^ es langst gesagt, das nimmt fern gutes Ende mit der ewigen otutnerereu. Da muß ja der Mensch seinen Verstand verlieren." ,Um Gottes willen!" Frau Aurelie sprang aus dein Bette. „Du 'glaubst doch liicht, daß er wahnsinnig geworden ist? Babette zog ein beleidigtes Gesicht. Das ivar ihre Spezialität. Wenn sie nicht täglich ein halbes Dutzendmal aufs tiefste beleidigt und gekränkt Ivar, dann war sie nicht zufrieden. Natürlich, ich bin ja nur ein dummer ungebildeter Dteiht- bote ' Vielleicht bin ich A die nicht recht bei Tröste ist. Aber mein bißchen gesunder Menschenverstand sagt mir, wenn ein Mensch bei Nacht und Nebel davonläuft, um irgendwo auf einen Stern hinaufzuklettern, dann. . .?" _ _ Fran Aurelie kleidete sich in atemloser Hast an. „Ich muß ihm nach, Babette, bevor ein Unglück geschieht. Komm mit, ich 6itte3e6n Minuten später liefen die Frauen durch die stillen nächtlichen Straßen. Ans dem großen Hauptplatz standen einige Nachtdroschken, deren Gäule und Lenker »erträumt nickten. „Sie, Kutscher, haben sie nicht einen älteren Herrn gesthen, in Schlafschuhen, der hier vorüber kam?" „In Schiafschuhen? Nee, Madam, das kann ich nicht behanp- ten, weil ich ihm nicht auf die Füße geschaut habe. Aber ein Herr war vorhin da und schrecklich eilig hat er es gehabt." „Wissen Sie, wohin er gefahren ist?" „Nee, das weiß ich nicht. Aber wenn Sie ihn suchen, so können wir ihn vielleicht noch einholen. Tommys Gaul ist kein Rennpferd, und weit können sie noch nicht sein. Steigen Sie ein, und ich will acht Tage keinen Tropsen Bier trinken, wenn meine Lucie — das ist nämlich mjein Werd —• nicht in fünf Minuten ihn eingeholt hat." . Sucie trottete durch die Straßen, machte, wenn die Peitsche auf ihren mageren Rücken niederfiel, einige mißlungene Versuche, zu galoppieren und verfiel im nächsten Augenblick wieder in einen gleichmäßigen Schaukelschritt. Wenn der Kutscher recht hatte. * Der Hausherr schwieg nnd griff nach der Flasche und fchenkte ein in die Gläser. Der Kapitän sah hinüber nach beut kleinen Bilde im breiten Goldrahmen: „Ja, ja," sagte er ernsthaft, „man soll's nicht glauben, daß es einen Zusammenhang geben kann zwischen einem Ziegenstall und hem achten 'Gebot, und zwischen einem Stück grauer Pappe und dem Lebensglück von zwei Menschen, aber da es so ist, wollen wir auf das Wohl deiner prächtigen Frau Thora trinken." „Ja, ihres Mannes Herz kann sich auf sie verlassen!" sagte er fröhlich. „Drücke doch dreimal auf den Knopf. .Sie kann nun kommen. Prosit!" Draußen rieselte sachte der Schnee. Leise ging die Tür, und Frau Thora stand in ihr, groß und schön. Da hoben die Männer die Gläser und hielten sie ihr schweigend dar. Ein roter Schein flog über ihr Gesicht. „Komm, Thora, und küsse mich!" Und sie kam und neigte sich über ihn. Und der Kapitän dachte an die Walküren, wie sie die sterbenden Krieger nach Walhall trugen. ,183 — dann mußte Tommys Pferd direkt aus einer Kreuzung von Schildkröte mtb Schnecke herstammen. Und der Kutscher Hatte tatsächlich recht! Nach einer Viertelstunde, die der Frau Professor wie eine Ewigkeit vorkam, drehte er sich um und deutete mit dem Peitschenstiel nach vorn. „Sehen Sic, Madam, >3 ist Tommy. Ich erkenne den Wagen unter Tausenden, weil dre .Laterne an der rechten Wägenseite ein grünes Licht hat. Das rote Glas ist ihm im vorigen Jahr zerbrochen, und der Glaser, der ein neues einsetzen sollte, war farbenblind und erwischte ein grünes. Komisch das, nicht? So eilte Krankheit, rot von grün nicht zu unterscheiden. Aber Tommy ist ein Hartkopf Md läßt das grüne Glas wo es ist, trotzdem ihm die-Polizei schon zweimal mit Strafen gedroht hat, weil die rote Farbe vorgeschrieben ist. Aber Tommy sagt immer, daß er auch farbenblind ist. Ern Schlaukopf der Tommy! Und deshalb erkennt man seine Droschke unter allen andern, besonders bei Nacht, wenn die Laternen brennen. Hüh, Lncie, mein Pferdchen." . „Aber, wo fahreit wir denn hin?" jammerte Frau Aurelie. „Wir sind ja langst aus der Stadt heraus." „Geht hier vielleicht der Weg nach dem Mars?" erkundigte sich Babette. „Nach dem Mars?" Ter Kutscher lachte. „Nee, Fräuleinchen, der Weg geht auf der gn!dc,rn Seite, rechts uni die Ecke, Und Mars heißt die Kneipe auch nicht, sondern Mauch „Zur fidelen Maus". Schau, schau, das Lokal kennen Sie auch? Und Sie sehen doch so solide aus."' Er drohte schalkhaft mit der Peitsche, woraus sich Babette beleidigt und gekränkt in tiefes Schweigen hüllte. „Da draußen irgendwo muß die Sternwarte sein," plauderte der schwatzhafte Kutscher weiter. „Ich war einmal mit einem Engländer draußen, der sich nur einen Tag bei uns aufhielt, und partout die Sternwarte sehen wollte. Komisch, was? Ich bin hier geboren, fahre seit dreißig Jahren auf dem Kutschbock Und habe nie gewußt, das; eine Sternwarte existiert. Ich habe ihnr gesagt, gnädiger Herr, wenn Sie ins Palais de^danse fahren wollen, oder in Moulin rouge oder „Zu den fidelen Schweinchen", da gehen alle die distinguierten Fremden hin, aber nein, ausgerechnet zur Sternwarte wollte er, tat! Ta sind wir schon." Frau Aurelie sprang aus bent Wagen, eilte durch beit Vorgarten und erkletterte eine steile Wendeltreppe. Sie atmete auf, als sie oben die Stimme ihres Mannes hörte. Bei ihrem Eintritt wandte sich der Professor um, und rief, ohne über ihr Kommen Erstaunen zn verraten: „Denke dir nur, Aurelie, Professor Sternenglanz hat gar nicht telephoniert. Jetzt möchte ich nur wissen, wer mich zum besten gehalten hat." Schluchzend hing sie an seinem Halse. „Ach, Anton, weil ich dich nur gesund wieder habe!" Nach vielen Entschuldigungen verabschiedeten sich die beiden von dem Astronomen. Inzwischen hatte Babette dein Kutscher das Geheimnis anvertraut, daß der Herr Professor vor lauter Stu- bieren übergeschnappt unb mitten in der Nacht fortgelaufen sei, um zu einem Stern hmaufzuklcttern. Ter Rossclenkcr nickte nachdenklich. „Tas habe ich mir schon gedacht. Der Engländer damals war auch verrückt. Ich bitte Sie, welcher vernünftige Mensch fährt in der Nacht hier heraus, anstatt in Moulin rouge zu gehen ober ins „Fibele Schweinchen"?" Als Frau Aurelie erschien, um mit dein Gatten in den Wagen zu steigen, beugte er sich vertraulich voin Kutschbock herab. „Madam, soll ich vielleicht gleich zum Narrenhaus fahren?" „Wenn ich nur wüßte, wer sich diesen schlechten Scherz mit mir erlaubt hat?" tobte drinnen int Wagen der Professor. „Mich anzurufen und zu behaupten, es sei eine Botschaft vom Mars auf dem Wege der drahtlosen Telegraphie eingelaufen unb ich -solle sofort in die Sternwarte kommen. Tas Rätsel muß ich lösen, und wenn ich ein Jahr danach forschen sollte." Aber das Rätsel war viel früher gelöst. Als die Drei daheim ankamen und die Tür öffneten, starrte ihnen in den Zimmern ein Chaos entgegen: die Schränke waren erbrochen, die. Kleider lagen auf dem Boden verstreut, das Geld und der.Schmuck fehlte. Frau Aurelie unb Babette rangen jammernd die Hände, der Herr Professor aber strahlte übers ganze Gesicht. „Ein Gaunerstreich also, um mich vom Hause fortzulocken! Fein ausgcdacht. Gott sei dank!" „Gott sei dank, sagst du noch?" jammerte Frau Autelte. _ „Laß mich ausredcn, Liebste, Gott sei dank, daß ich das Rätsel gelöst habe, sonst hätte ich wahrhaftig die ganze Nacht nicht schlafen können. „ lind zufrieden und stillvergnügt kroch er wieder tns Bett. vom jungen Beethoven. Bei dem heutigen allgemeinen Interesse für psychologische Erkenntnisse dürften Mitteilungen über den jungen Beethoven willkommen fein, die ein Licht auf die Psyche des späteren Meisters werfen Dieser galt den Wienern im allgemeinen als ein Narr, besonders dem gewöhnlichen Volk; und auch von den Gebildeten und Musikverständigen waren manche von seiner Verrücktyett Überzeugt, als sie feine letzten genialen Werke hörten. Wir sind heute in der Sage, das ganze Leben des Meisters an ber Hand eines neuen Werkes*) zu verfolgen, das endlich die schon seit Jahrzehnten gewünschte Sammlung der Erinnerungen an den Meister bringt. Dort finden wir auch Berichte aus Bect- hovens Jugendzeit, von denen wir unfern Lesern im Nachfolgenden einige mitteilen. Ein Spielkamerad des kleinen Beethoven war der spätere Bäckermeister Gottfried Fischer in Bonn, j>er hochbetagt 1864 starb, vorher aber seine und seiner älteren Schwester Cäcilie Erinnerungen niederschrieb, die nun int Beethoveuhaus zu Bonn aufbewahrt werden. Kerst hat die schrullige Form der Fischerschen Erzählungen getreu beibehaiten, in denen wir z., B. folgendes lesen. Es war ein Mensch mittlerer Jähre in Bonn, namens Stommb, der früher auch Musiker war und komponieren gelernt hatte. Er war dadurch, wie man sagte, irrsinnig geworden, hatte die Gewohnheit, durch die Stadt zu gehen, in der rechten Hand einen Taktschläger und in ber linken eine Rolle Noten; er redete kein Wort. Wenn er in die Rheinstraße Nr. 934 ins Hinterhaus! kam, wo keiner an ihn dachte, schlug er mit seinem Stock im Unterhaus auf den Tisch und wies nach oben auf Beethovens Wohnung, als wollte er zu verstehen geben, daß da auch Musiker wären, und schlug bann mit dem Taktschläger auf die Noten den Takt, redete fein Wort. , Ludwig van Beethoven lachte oft darüber, sagte mal: ^,Da können wir sehen, wie es den Musikern ergeht; dieser ist schort durch die Musik irre geworden. Wie mag cs uns noch,ergehen?" Es scheint, als wenn es diesen unsinnigen Müsiker schon; geahnt hätte; wenn er dann herausging, auf der Straße war, bann wies er auf Beethövens Quartier und schlug mit bent. Taktschläger auf die Noten, ging fort. . . Wenn das Sprichwort oft angenommen wird,, bte Stuber und die Gäckcn (rheinisch für Narren) beuten oft die Wahrheitj an, so könnte man denken (da er immer auf Beethoven hinwies), er hätte sagen wollen, daß Ludwig van Beethoven als ein großer Mann ausgehen werde, von dem iwch viel gesprochen werde. Cäcilie Fischer war oft darüber aufgebracht, daß der Narr immer nur in dieses Haus kam und die Leute erschreckte.-- An einem frühen Sommermorgen hatte sich ans einem benachbarten Hof ein Hahn verflogen, hatte sich auf Fischers Hintergebäude auf das Dach niedergelassen, wo Ludwigs Vater und Mama schliefen, straßeuwärts. Die drei Knaben schliefen nach dem Hofe zu, Subtotg hat den Hahn gleich gesehen. Die Fischerknaben schliefen auch nach dem Hofe zu, die hatten den Hahn auch gesehen, die sahen im stillen zu, wie sich der Spaß endigte. 1 Ludwig sagt: „Ter Hahn, das scheint mir ein junger fetter Reuter zu fein, der hat noch kleine Sporen. Sieh mal, sieh mal, wie sich uns der Hahn so geneigt empfiehlt! Wenn ich den erwischen könnte, wollte ich ihm bald den Takt schlagen." Ludwig unb Kaspar kamen schleichend auf den Hof, lockten unb flattierten (schmeichelten) mit Brot den Hahn, bis sie ihn erwischt hatten. Da hielten sie ihm den Hals zu, daß er nicht schreien konnte, liefen herauf auf ihren Speicher und lachten. Nun hatten fie sich mit der Magd vermutlich vereinbart, daß sie den Hahn, wenn der Papa und die Mama herauswarcn, bann anrichteten. Den andern Tag sagte der Haussohn Johann Fischer zn Ludwig: „Der Hahn muß auch Musiker getoorbeit fein; denn ich habe gehört, der Hahn hat Altstimme gesungen." — Sic lachten, Ludwig sagte: „Der Altstimme, wie er genug gebraten war, war ich auch bald müde. Aber du wirst gewiß nicht bent Papa ober der Manta was davon sagen, sonst müßten wir drei Jungen aus bent Hause laufen gehen." „ . . . Ter andere sagte: „O, was geht mich ber Hahn an, ber konnte in seinem Hof bleiben." Ludwig sagte, daß ehemals das Reckst gewesen, was einem am! Morgen stütz auf bett Hof geflogen sich einfinbet, könnte man mit Recht behalten. Das ist auch recht, bann sollen bie Leute ihr Vieh besser verwahren; denn durch Bteh können auch große Unglücker kommen. —- . Ludwig van Beethoven war eines Morgens in seinem eajlaf» zimmer nach dem Hof zu und lag im Fenster, hatte den Ko« in beide Hände gelegt und sah ganz starr auf einen Fleck hin. Cäcilie Fischer kam über den Hof und sagte ihm: „Wie siehts aus, Ludwig?" erhielt keine Antwort. Nachher fragte sie ihn mal, was das bedeute? Keine Antwort ist auch Antwort. Er sagte: „O nein, das nicht, entschuldige mich, ich war da in einem so schönen tiefen Gedanken beschäftigt, da konnte ich mich gar nicht stören lassen/ Von dieser Zerstreutheit des werdenden Genies, dein in späteren Jahren aus diesem Grunde so ost der Vorwurf der Rücksichtslosigkeit unb des ungebildeten Benehmens, ja ber Verrücktheit gemacht wurde, hören wir noch in einem Bericht-, der von bemjefaunten Joh. Peter Lyser in der „Wiener Zeitschrift" vom 16. @ebt. 1845 veröffentlicht wurde. Kerst fand ihn im Jahnschen Nachlay in ber Kgl. Bibliothek zu Berlin. Dort lesen wir: Beethoven war als 17jähriger Jüngling eines Abends bei der Familie Sim rock, wo eine junge Anverwandte den Kindern Märchen erzählte. Beethoven saß mit vvrgerccktem Kopf, die Hände auf die Knie gestützt unb hörte zu, unterbrach aber oft bie Erzählerin, indem er fragte rote? was? *) Die Erinnerungen au Beethoven. Gesammelt und herausgegeben von Friedrich Kerst. Zwei Bände mit sechs Bildbeigaben. Stuttgart 1913, Verlag von Julius Hofsmaim. — 784 — das sagte der? das tat die? wobei er bann oft die seltsamsten Reden zitierte, so daß die Kinder über sein Mißverstehen laut lachten. Der verstorbene Sänger Haberkorn rief endlich: „Kerl, bist du verrückt oder taub?", worauf Beethoven kein Wort mehr sprach. — So stehen wir bereits in der frühen Jugend des Meisters vor der Frage, ob diese Beobachtungeir schon mit seinem tragischen Verhängnis, dem schweren Gehörleiden und der schließlichen Taubheit, in Zusammenhang zu bringen sind. Vie Weihnachtswunsche der Kinder. Eine Charakterstudie von Maria v. M urzig. Es wird Viel 'dagegen geeifert, daß Kinder ihre Weihnachts- Wünsche aufschreiben dürfen. — Man sagt, es mache die Kinder begehrlich, unbescheiden, anspruchsvoll, wenn mau sie zum Mittelpunkt macht und ihre Ideen wichtig nimmt. Das halte ich für falsch. Kinder müssen sich früh als Individualitäten fühlen lernen, und deshalb sind ihre Weihnachtswunschzettel ebenso viele Dokumente für die Entwicklung des höheren Jchs im Menschen. Wer mit Kindern viel zu tun hat, wer sich in Kindersgelen hineinzudenken vermag, wer nicht nur der strenge Erzieher, die stocksteife Lehrerin mit dem Rohrstock, nicht nur die zum Ausgehen sein angezogene Mama spielt . . . wer nicht nur als Vater mal jede Woche wie die rächende Nemesis selber im' Kinderzimmer auf» tritt und Vergehen von vor acht Tagen mit fulminanten Reden und kräftigen Ohrfeigen straft, wer nicht bloß Bonbons in der Tasche und Küsse auf den Lippen für die „süßen Babies" hat, der oder die werden mir recht geben, daß es kaum etwas Reizvolleres gibt, als die Wünsche unverdorbener, guter Kinder zum Weihnachtsfest. Drei oder vier Wochen vorm heiligen Abend, am Rhein meist mit St. Mklas, dem' 6. Dezember, wird den aufhorchcnden Kindern eröffnet, daß das liebe Christkindlein in höchsteigener Person, oder aber mindestens vertreten durch den Niklas und den Knecht Ruprecht, durch die Straßen gehe, nnb in b'.e dichtverhängten Fenster zu schauen vermöge, um zu scheu, ob die Kinder auch brav, folgsam und fleißig wären. — Wo das der Fall, dürften nun die Kinder ihre Wünsche aufschreiben und an einen bestimmten Platz in der Kinderstube legen. Und nun sitzen sie, der neunjährige Bub, der schon an der Feder kaut, uikd der so gern noch ein Schaukelpferd oder eine Eisenbahn haben möchte, dessen „großes" Gewissen sich aber dagegen aufbäumt und ihm vorsagt . . . das ist wohl für das fünfjährige Fritzcheu, so lein großer Bub wünscht sich doch besser Bücher oder ein Flugzeug, ein richtiges, oder ein Zweirad, ober . . . einen Pony! Zögernd setzt er diese Wünsche aufs Papier, aber daun koutmt doch der echte Junge durch und er schreibt den Nachsatz: aber, liebes Christkind, Zvenn das nicht augeht, daun bringe mir bitte doch lieber eine Schachtel Franzosen nnb eine Schachtel deutsche Marine. . . und wenn es geht, ein schönes Schiff, richtig zum Abtakeln und Bemannen, Mit drei Kanonen. Und das kleine dicke, drollige Schwesterchen bittet: Du, Karlchen, laß Lisa auch sreibm . . . und er muß ihr die kleinen Patschen halten und den Bleistift dazwischenklcmmteu, den sie ausgiebig beleckt, daß er auch „söhn fraz" schreibt, und diktiert dann wichtig: Lisa will eine große Zuckerdüte und eine Wachspuppe, ober ein „Taraterbaby" oder einen Puppenwagen. . . und .Gretchen, die schon ein großes Mädel ist, schreibt aus alter lieber Gewohnheit mit, Liebe Eltern, bitte schenkt mir doch eine Notenmappe zum heiligen. Christ und ein Paar Rollschuhe und ein Abonnement auf den Schwimmklub! Oder ein anderes: Ich möchte gern ein Sportkostüm, ganz, weiß, mit Mütze. Rodel- und Golfjacken, Hockey-Geräte, Fußbälle usw. spielen jetzt eine jgroße Rolle auf den Wunschzetteln, und die kleinen Mädel denken alle viel früher an einen Tennisschläger als an die vor 20 Jahren beliebte Balldame ober Brautpuppe! Gewiß, es gibt Kinder, die nie zufrieden sind, die immer mit Neid nach dem Gabentisch der Geschtvister und Freunde sehe» . . . aber ba§ sind schlecht erzogene, krankte ober sonst irgendwie unnormale Kinder! Ein gutes Kind freut sich zuerst mal über die eigenen Geschenke nnb bann ebenso über hie ber Geschwister. Wir hatten einen kleinen Jungen, der leider sehr früh wieder ins Jenseits gegangen ist, ber zog die kleineren Brüderchen erst an ihre Spielsachen und zeigte sie ihnen und sagte: „Guck, das ist alles deine!" Und wenn man ihm seine Sachen zeigte, lief er zuerst zu dem kleineren Bruder und sagte: „Aber deins auch!" — Das sind ja nun Ausnahmen von Selbstlosigkeit . . . aber ich glaube, wir können wohl unsere Kinder zu solcher Selbstlosigkeit erziehen. Mache einem Kinde klar, daß dies oder jenes seiner Bekannten es nicht so gut hat wie er selbst, daß es schwach und krank ist, die Freude nicht kennt und vielleicht gar die liebenden Eltern entbehrt ..... nun, Ihr werdet sehen, wie das kleine Herz sich mit Mitleid und Hingabe füllt, und wie von selbst, ganz ohne unser Zutun, Idas Kind irgendeins seiner schönen Geschenke nimmt und leise fragt: „Muttchen, darf ich das morgen ber kranken Minna . . . dem armen Peterle bringen?" Wird da eine Mütter nein sagen? — Gewiß nicht! Gott danken tvird sie, für ihr liebes Kind! — Wie oft habe ich gesehen, daß Kinder zuerst nicht tmtßten, was sie wohl dem Christkindchen zu bringen anftragen möchten, nnb oft genügt ein hingeworfenes Wort, ein kleiner Wink, und reizende Studien können gemacht Werben. Die kleinen Neidhammel und Geizkragen unter den Kindern werden gerade durch die Wunschzettel erziehlich beeinflußt, sie müssen sehen, daß sie ihren Willen nicht voll durchsetzen, daß sie nicht mehr bekommen, iöie die Geschwister, wenn auch ber Wunschzettel viel umfänglicher war. — Rührende Dokumente. . . und trübe Dokumente, — aber immer Charakterbilder sind diese Wunschzettel, und wer sie für überflüssig in ber mobernen Kinderstube hält, der sollte sich doch erst fragen: Sind sie es wirklich? Geben sie mir nicht eine besonders gute Handhabe, besonders kräftige Aufschlüsse über die Art und das Wesen meines Kindes, aus denen ich lernen kann, wie ich tes leiten, bilden, wohin ich es führeln muß, damit es glücklich und selbstlos — froh und gesund an Selb und Seele bleibe! Ich glaube, in dieser.Hinsicht werden Sie mir recht geben, daß ber Wunschzettel einen ungeheuren ethischen Wert repräsentiert, auf den wir bei der Erziehung nicht genug Rücksicht nehmen können. vüchsrtisch. — Joseph Conrad, M i t den Augen des Westen S> Roman. Einzige berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen von Ernst W. Günter. Mit einem Vorwort von Frank Savery. Umschlagzeichmmg von Wilhelm Schulz. Verlag von Albert Langen in München. Es ist ein russischer Roman, der mit einem düsteren Aufakt anhebt, der Ermordung des Ministers von P — worunter Herr von Plehve zu verstehen.ist. Der Held ist ein junger und strebsamer Student, Rasumoff mit Namen, der durch ein unglückliches Mißverständnis mit dem Mörder in Fühlung kommt. Dieser, ein überzeugter Anarchist, hat bei früheren, zufälligen Zusammenkünften Rasumoffs uninteressierte Ruhe für überlegte Verschlossenheit, sein indifferentes Schweigen für stumme Bejahung gehalten. Ans diesem tragischen Verkennen eines fremden Wesens baut sich wuchtig die Handlung auf. Rasumoff hat nicht den Mut, dem Mörder, der bei ihm Zuflucht sucht, die Türe zu weisen, willigt zunächst ein, ihm zur Flucht zu verhelfen, wird dann von einer Angst gepackt, die er .für Gewissensnot hält, und verrät seinen Gast. Damit ist fein Schicksal besiegelt. Rasumoff, ehrlich und anständig im Grunde, ist den ethischen Anforderungen dieser Situation doch nicht gewachsen und wird Spitzel im Dienste der Polizei.. Wie aber der Durchschnittsmensch Rasumoff an der unverschuldeten Tragik seines Erlebens über sich selbst hinauswächst, bis zu dem hohen Entschluß, freiwillig die Lüge feiner Existenz zu rühmen, das erst macht den Wert des Buches aus. — Gustaf Janson: D i e Spekulation Costa Negra. Ein Abenteurerbuch. Verlag von Georg Merseburger in Leipzig. Wenn auch, die Abenteuer des jungen Kaufmannes, der uni geschäftlicher Interessen willen eine Revolution anzettelt, stellenweise ein wenig übertrieben und phantastisch sind, so ist das Buch doch spannend bis zur letzten Seite. Janson hat nicht nur eine ganze südamerikanische Republik, mit ihrer Bevölkerung und ^Regierung, ihrer Residenz, ihren Städten und Dörfern, ihrer Armee und Gesellschaft geschildert, sondern auch eine Revolution „gemacht", die alles.in diesem Staat auf den Kopf stellt. Der Leser könnte glauben, daß ber Autor diese ganze Serie von politischen, militärischen und großfinanziellen Unternehmungen in einer einzigen Explosion übermütigen Humors geschaffen habe, so nymter geht es in dieser scharfsinnig ausgedachten Märchenwelt zu. __ viamantrcitsel. s In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaacccg hhhlmmpprrrsstuu derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Geographische Bezeichnung. 3. Ein Hausgerät. 4. Dramatische: Dichter. 5. Ein Gewicht. (>. Ungarischen Ort. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bersteckrätsels in voriger Nummer: Ein Sippe!! an die Furcht findet im deutschen Herzen niemals ein Echo. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lang^ Gießern