Mitiwoch, den |5. Oktober 3 ÄfÄB sgfcte* ksVU^Ä ßaurrnblut. ßlonian von Gerhart v. A m y n t o r (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Erst nach Mitternacht legte sich der Staatsanwalt zur Ruhe, aber kein erquickender Schlummer wollte seine wild erregten Pulse besänftigen. Eine wirbelnde Gedankenjagd tobte durch sein Hirn; Bild auf Bild erstand vor seinem inneren Äuge, und tvenn er ein solches Bild näher betrachten wollte, dann zerfiel es, ivie das Spiegelbild in einem Kaleidoskop, um sofort durch ein anderes Bild ersetzt zu werden. Und alle diese Bilder setzten sich immer aus denselben Personen zusammen: dem Freiherrn, dessen Tochter, den Gästen im „Kaiserhof", und seiner, des Staatsanwalts, Mutter. Im Jahre 1861 (er war wenig älter als zwei Jahre gewesen) hatte er seine Mutter zum letztenmal gesehen, aber sein Erinnerungsvermögen hatte wie die lichtempfindliche Platte in der Kamera obskura des Photographen ein Bild derselben ausgenommen, das auch heute noch nicht verblaßt war. Er sah ein junges, rosiges Weib mit nachtdunklen, üppigen .Haaren und einem Augenpaar, das ivie zwei schwarze Diamanten leuchtete, und diese Augen richteten sich gespannt und erwartungsvoll auf ihn, als fragten sie ihn: Wirst dn auch deine Mutter vertreten? Wirft du ihren Rus verteidigen? Ihre Ehre retten? Barmherziger Gott, konnte er denn das? Gab es noch eine mütterliche Ehre, zu deren Verteidiger er sich auswerfen durfte? Oder war diese Ehre nicht vielmehr unwiederbringlich dahin? War nicht seine Mutter eine leichtfertige Frau gewesen, von der er alle Ursache zu schweigen hatte? Erhallte die Fäuste auf-der Steppdecke seines Bettes; er stieß die Steppdecke weit zurück, um die keuchende Brust zu entblößen und so ein wenig Kühlung zu gewinnen in der Fieberhitze, die ihn verzehrte, lind wenn feine Mutter eine Verlorene gewesen war — gleichviel, dann wollte er sie wenigstens rächen au dem, der sie freventlich von ihrer Pflicht als Gattin abgewandt hatte! Auch die Rache tvar eine Schuldigkeit, die er als Viktorinens Sohn zu erfüllen hatte. Da tauchte das Bild eines zierlichen, anmutigen, -elfen- haften Wesens vor ihm auf. Ellen! Du süße Knospe, die du an dem uralten, aber wahrscheinlich sittlich faulen Stamme der Branks ausgeblüht bist! Wenn ich deinen Kater im Zweikampfe fälle, dann bist bit mir für immer verloren, und wenn er mich nied-erschietzt, nun, dann kannst du mir wenigstens, wenn ich dir wirklich nicht ganz gleichgültig bin, ein heimliches Tränlein nachweinen im Schmerze um den zu früh Dahingegangenen. Unsinn! unterbricht er diesen Ge- pankengang; es wird ihr herzlich gleichgültig sein, ob William Tell noch länger im Lichte der Sonne wandelt pder hinabsteigt zu den Schatten der Unterwelt ; sie ist das Kind ihres Katers; was wird ihr, der bkcrublütigen Prinzessin, ein Bürgerlicher, ein Äktenreiter mit dem anrüchigen Namen Tell bedeuten? So jagen sich die Bilder und die Gedanken, und erst, gegen Morgen fällt der Erschöpfte in einen kurzen, bler- schweren Schlaf, aus dem -er schon in der siebenten Stunde wieder auffährt, denn er weiß, daß um 8 Uhr der M- gesandte des Freiherrn bei ihm sein wird. Obgleich heute nicht Rasiertag für ihn ist, beginnt er doch die Vorbereitungen zu dem Geschäft des Bartkratzens; er will heute aufs gründlichste Toilette machen, um dem Herrn von Tollen als eleganter unb korrekter Kavalier zu erscheinen. Während er aber Idas Messer über die eingeseiften Wangen führt, grinst er fein Spiegelbild verächtlich an; .Hidalgostolz! denkt er int stillen; du wirst nicht vornehmer werden für die adligen Herren, auch wenn Sn dich glatt rasiert hast. Mit milikä ris^rer Pünktlichkeit tritt Herr von Tollen zur angemeldeten Stunde über die.Schwelle. „Es tut mir leid, Herr Staatsanwalt", hebt -er Der* Kindlich an, „daß es kein erfreulicher Anlaß ist, der mich schon so sehr zeitig zu Ihnen führt. Wollen und können Sie den schweren Borivurf, den Sie gestern b-etn Herrn von Brant gemacht haben, zurücknehmen? Hat vielleicht nur der Wein Sie zn einer Aeußerung hingerissen, von dex Ihr Kopf und Ihr Herz nichts wußten? Es wäre MM außerordentlich lieb, wenn wir auf Grund solchen Zugeständnisses den Frieden Herstellen könnten." „Ich bedaure, Herr von Tollen, diesen Erwartungen nicht entsprechen zu können. Ich bin der uierft Beleidigte. In diesem Augenblick ist mein Zeuge, -der Maler Völker, bei Herrn von Brank, um ihm meine Herausforderung zu überbringen. Erst wenn mir Genugtuung geworden ist, daun wäre ich in der Lage, auf Ihre Frage Antwort zu geben." „Sie sittd der Beleidigte, das verstehe ich in der Tat tiicht! als Augen- und Ohrenzeuge habe ich nicht bemerkt, daß Ihnen Herr von Brank in irgend welcher Weise zu nahe getreten wäre." „Und doch ist es so. Ich mochte darüber keine näheren Erklärungen abgeben--" „Sie werden nicht umhin können, dies dennoch zu tun, wenn Sie nicht den Schein auf sich lenken wollen, -als suchten Sie absichtlich. Händel mit einem Manne, der Ihnen nichts zuleide getan hat." „Diesen Schein wird mein Zeuge zerstören, der hoffentlich itt diesem Augenblick bei Herrn von Brank ist." Tollen überlegte; nach einer Weile versetzte er: „Gut. Es wird- wenig darauf ankommen, wer im vorliegenden Falle der Herausforderer oder der Herausgeforderte ist; es genügt vollkommen, daß jede der Parteien der anderen Ge- nugtuung geben will. Herr von Brank besteht auf Pistolen; ist Jhnett diese Waffe recht?" „Mein Zeuge wird dieselbe Waffe Vorschlägen." 642 Friedrich Justs Wangen nahmen einen dunkleren Ton an und vorwurfsvoll fragte er zurück: „Sic wollen doch die Unbescholtenheit Ihrer Frau Mutter nicht in Zweifel ziehen?" „Das möchte ich allerdings nach dem, was ich gehört habe." „Wer hat diese Frau verdächtigt?" Empört stieß es Just hervor; seine Augen leuchteten in Hellem Zorn. „Ein Junker vom Lande hat mir erzählt, daß er einst die Gunst einer gewissen Viktorine genossen habe, die mit -- einem Herrn Lechner, Fechner oder dergleichen verheiratet gewesen sei." „Wie heißt dieser freche Junker?" Der Frager war aufgestanden und sah den Staatsanwalt erwartungsvoll an. „Es ist der edle Freiherr Kurt von Brank-Giesdorf." „Ha, ha, ha!" lachte Just in verächtlichem Ingrimm, während die Spannung auf seinen Muskeln schwand und seine gerade aufgerichtete Gestalt sich wieder leicht krümmte. „Das dachte ich mir, ja, das dachte ich mir! Aber glauben Sic um Gotteswillen keine Silbe davon, es ist nicht wahr!" wiederholte er schneidend mit erhobener Stimme. Dann rannte er ein paarmal auf dem Brüsseler Teppich, der den Fußboden bedeckte, hin und her, stellte sich wieder vor den noch immer Sitzenden und sagte viel ruhiger: „Ich entsinne mich jetzt, Ihre Frau Mutter hat mir vor vielen Jahren einmal diesen ersten und einzigen Roinan"ihrer Jugend anvertraut, sie hat jenen Offizier geliebt, daraus hat sie kein Hehl gemacht; aber sie hat ihm nie etwas gewährt, auf das nur der ihr aufgedrnngene Gatte rechtmäßigen Anspruch hatte." „Sie hat mit ihm Zusammenkünfte gehabt; sie hat sich und meinen Vater bloßgestellt; sie hat unseren Familien- namen beschimpft und mich dadurch für vogelfrei erklärt, sodaß mir jeder vornehme Lump den Namen meiner Mutter als den seiner einstigen Geliebten ins Gesicht schleudern darf. Ich denke, das ist genug! O, Mutter, Mutter, das hättest! du uicht tun sollen!" Der Staatsanwalt hatte sich Ebenfalls erhoben und durchmaß nun seinerseits heftigen Schrittes das Zimmer, während der andere sich wieder gesetzt hatte und mit leichenfahler Wange auf den vernickelten Aschenbecher starrte, den er immer noch mit krampfhaft zuckenden Fingern umfaßt hielt. „Könnte Ihre arme, so schmählich verleumdete Mutter hier vor Sie hintreten," wagte er endlich mit gepreßter Stimme hervorzustammeln, „sie würde sich wohl zu rechtfertigen wissen. Oft genug hat sie mir erzählt, daß sie als! blutjunges, in der kanadischen Einöde ausgewachsenes Ding nichts dabei fand, wenn sie, eine schmählich verschacherte Ehefrau, hinter dem Rücken des herzlosen, nur mit ihrer Schönheit prunken wollenden Gatten manchmal mit dem zusammenkam, den sie wahrhaft lieben gelernt hatte und der ihr auch seinerseits eine hingebende, leidenschaftliche und dabei stets respektvolle Neigung entgegenbrachte. Wenn dieser Mann noch heute lebt und sich etwa noch anderer Gunstbeweise von feiten Ihrer Frau Mutter rühmt, als ihm wirklich zuteil geworden sind, dann gibt es keine Ehre mehr hienieden, dann ist Treue und Glauben ausgestorben." Nur mit halbem Ohre hörte der Staatsanwalt, was der Graukopf da zugunsten der Verstorbenen vorzubringen versuchte; er stürmte aufgeregt durchs Zimmer, schüttelte ab und zu heftig mit dem Kopfe und stieß schwere, verzweifelte Seufzer aus. Endlich hielt er vor Just an und legte ihm die Hand auf die Schulter, eine Bewegung, unter der der andere zusammenzuzucken schien. „Sic meinen's gut, alter Freund, ich danke Ihnen. Doch jetzt lassen Sic mich allein, ich habe hentc noch viel zu arbeiten." Just drückte teilnahmsvoll des Staatsanwalts bebende Hand und fragte eindringlich: „Herr Staatsanwalt, was haben Sie vor? Gestehen Sie's mir: Sie wollen sich mit dem Freiherrn schlagen?" Tell zog seine Hand zurück und sagte ausweichend: „Was fällt Ihnen ein? Ich habe anderes zu tun." „Ja, ja! Sie wollen sich duellieren, ich sehe es Ihnen an! Deshalb der so zeitige Besuch des Ulanenoffiziers? Ich beschwöre Sie, lassen Sie sich nicht darauf ein! Warum wollen Sie Ihr Leben in Gefahr bringen für eine Tote, der Sie doch nichts mehr nützen können, für eine Unwürdige--" „Jetzt geben Sie es selber zu, daß sie eines Waffenganges nicht wert sei?" „Tann proponiere ich, daß Sie und Herr von Brauk entweder nm den ersten Schuß losen oder nach Kömmanda zu gleicher Zeit feuern. „Mir ist jeder Modus gleich; Herr Völker mag das Nähere mit Ihnen vereinbaren." „Ich werde zehn Schritte Distanz ausbedingen." „Angenommen." „Die Sache mag nun äblanfen, wie sie will — ich stelle übrigens fest, daß Sie mir jeden Versuch einer friedlichen Beilegung unmöglich gemacht haben —, soviel erkläre ich schon heute: sie muß durch den bevorstehenden Waffengang ein für allemal aus der Welt geschafft werden; von einer Wiederaufnahme derselben durch eine der kontrahierenden Parteien darf unter keinen Umständen die Rede sein." „Tas ist Sache des Herrn von Brank; die Genugtuung für mich finde ich in der Annahme meiner Forderung." „So bliebe nur noch Ort und Stunde festznsetzen." „Ich bin zu jeder Zeit bereit und auch an jedem Orte. Bitte, Herr von Tollen, erledigen Sie das mit meinem Sekundanten." „Wie Sie wünschen. Ich habe die Ehre, mich zu emp- fchlcn." Der Rittmeister brummte ein unhörbares „Dickiopf!" in den Bart und schritt nach gemessener Verbeugung zur Tür hinaus. Im Korridor stieß Herr von Tollen auf einen ihm unbekannten kleinen Mann mit breitkrempigem Schlapphut, der gerade zur Tür hineinwollte. Der kleine Mann trat höflich zur Seite, schaute dem Davongehenden aufmerksam nach, seufzte unzufrieden, nahm dann den Hut in die Hand und klopfte an. Auf das ungeduldige „Herein!" des Staatsanwalts öffnete er und schob sich in dessen Zimmer. „Ich störe doch nicht, Herr Staatsanwalt?" „Sie sind es, Just? Was bringen Sie schon so zeitig?" „Nur mich selbst und einen guten Morgen." „Den könnte ich brauchen." „Sie haben Verdrießlichkeiten gehabt?" „Wieso?" „Nun, schon so zeitigen Besuch und wahrscheinlich in Geschäftssachen--Die Herren schienen nicht aufs aller- sreundlichste miteinander zu sprechen." „Haben Sie gehorcht?" „Das ist nicht meine Gewohnheit. Jhü» Aufwärterin ließ mich im Flur warten, da Besuch driuneir wäre, und so konnte ich wider Willen einzelne Laute der Unterhaltung vernehmen, ohne daß ich' deren Sinn verstanden hätte." „Ich will Ihnen glauben; sollten Sie aber doch etwas aufgeschnappt haben, so halten Sie reinen Mund; ich verlasse mich darauf." „Aha!" dachte Just, „es ist etwas Ernstes im Gange; wenn ich nur wüßte, wie ich es verhindern könnte!" Er verriet aber in keiner Weise diesen heimlichen Gedanken, sondern begnügte sich, sein Gegenüber, wenn auch unauffällig, doch möglichst scharf zu mustern. „Hören Sie, Just", hob der Staatsanwalt nach einer Weile wieder an, indem er sich, wie ermattet, in einen Lehnsessel fallen ließ und den anderen durch eine Handbewegung ebenfalls zum Sitzen einlud, „Sie könnten mir eine Frage beantworten. Aber erst sagen Sic mir, wie geht es Ihnen? Was treiben Sie jetzt? Sie haben sich ja seit Wochen nicht mehr sehen lassen." „Danke, Herr Staatsanwalt, es geht mir nach Wunsch. Ich treibe allerlei Geschäfte; ich bin, wie Figaro, das Faktotum der ganzen Nachbarschaft, und ich freue mich immer, wenn ich Sie von dort aus", er deutete dnrch's Fenster nach einem schräg gegenüberliegenden Hause, „Ihre Wohnung verlassen oder zurückkommen sehe." „Tort wohnen Sie? So nahe bei mir? Und ich wußte es uicht!" „Ich habe es Ihnen noch nicht mitteilen können: seit dem Ersten dieses Monats bin ich dort eingezogen; der Zufall hat mich in diese Gegend verschlagen." Er nahm einen vernickelten Aschenbecher, der vor ihni auf dem Tische stand, in die Hand und spielte damit, indem er seine schwarzen, verschleierten Augen niederschlug und auf den zierlich gear^ beiteten Gegenstand gerichtet hielt. „Sie sollen mir eine Frage beantworten", kam der Staatsanwalt wieder auf sein voriges Anliegen zurück. „Ist Löhnen je bekannt geworden, daß meine Mutter im Anfänge ihrer Ehe hier in Berlin Beziehungen mit einem jungen Ula- nenoffizwr unterhalten hat?" t j s ( I 1 i I 1 i 648 . „Ich gebe nichts zu, ich versprach mich nur. Aber ich dulde es nicht, daß Sie für eine Tote in den Tod gehen--" „Herr Inst," unterbrach Teil ärgerlich den Aufgeregten, „Sie smd von Sinnen! Ich muß dringend bitten, daß Sie sm) nicht um meine Angelegenheiten kümmern. Ich habe Ihr Wort, daß Sie reinen Mund halten. Nun, bitte, verlassen Sie mich, meine Zeit ist vollauf in Anspruch genommen." Er drängte ihn zur Tür. Just war plötzlich wie verwandelt; seine angstvolle, lei- ^buichaftliche Erregung hatte einer scheuen, demütigen Unterwürfigkeit Platz gemacht. Er sagte kein Wort mehr, nickte nur immer mit dem dichtbehaarten, kurzgeschorenen Grau- kopf, sah noch einmal wie bittend oder segnend, zu Teils Angesicht empor und ging dann schnell und geräuschlos davon. „Sonderbarer Alter," murmelte Teil, „er würde für mich durchs Feuer gehen." Dann begab er sich an seinen Schreibtisch und begann Mt fliegender Feder Briefe zu schreiben. (Fortsetzung folgt.) Georg Büchner und die Gegenwart. Zum 100. Geburtstag des Dichters, den 17. Oktober. Von Dr. Paul Landau. Moden sind nie sinnlos. Sic sind vielmehr bunte und inauch- wal grelle Leuchtkugeln, die den dunkeln, schwer zu findenden Weg des Zeitgeistes mit ihrem irrlichterierenden Feuer erhellen. So yot bs denn auch seine tiefere Bedeutung, daß gerade heute, 100 Jahre nach seiner Geburt, fast 77 nach seinem Tode, der Dichter Georg Büchner modern ist. Was zieht die Gegenwart zu diefenr jungen Männe, der sich eben erst anschickte, zu ernten, lö» der noch in nichts ferjig war, als der Thphus ihn mit 23 fuhren jäh aus des Lebens Bahn schleuderte, fern, fern Vom Ziel? Wohl mag dabei die Aufmerksamkeit mitsprechen, die wir so gern dem Unvollendeten, Fragmentarischen einer Existenz zürnenden, in deren Anläufen und Versuchen wir eine reife Schönheit voll unwirklichen Reizes ahnen und träumen dürfen. Auch das dramatisch erregende Schicksal dieses Jünglings erweckt Anteil: totr Tetern den Revolutionär, der in einer Zeit schwüler, drückender Dumpfheit mit dem brausenden Wirbelwind der Jugend einher- • kfÄ^gen will, was alt und verrottet, als ein Kämpfer fallt für ein »zdeal der Zukunft, die Stirn verklärt von dem Morgenrot einer besseren Zeit. Georg Büchner ist letzten Endes doch auch^ em Opfer der Demagogenverfolgung gewesen, denn die Ver- schworniig, in der er neben dem Pfarrer Weidig die Hauptrolle spielte, hat ihn zu einem Heimatlosen, Entwurzelten gemacht. Die Aufregungeii und dualen, einer gesellschaftlichen Aechtung, denen Jtc0, ourcri die Flucht nicht entziehen konnte, untergruben seine Gesundheit und ließen ihn rascher dem Ansprunge des Todes erueaeit. Aber so wichtig nun sein höchst persönliches und gewaltsames Erleben auch ist, um das Phänomen feiner Dichtung zu erklären, so gern wir von dem zerstörten Höhensluge seines Genies sprechen weder die Abenteuer des verfolgten Studenten, die in dieser chbaktionsepoche durchaus nicht vereinzelt dastehen, noch der un- einaelöste Wechsel auf die Zukunft würden hinreichen, um das Andenken dieser „vielversprechenden" Begabung mit einem so heißen Leben zu erfüllen, daß neue Ausgaben seiner Werke erscheinen, die Künstler uiid Gelehrten ihm ihr Schaffen widmen Und letzt nach 100 Jahren feine früher nie aufgeführten Werke tut Licht der Rampen ihre Wirkuugsprvbe bestehen. Wie bet jedem Genie ist nichts anderes bei ihm unsterblich als fein Werk. Daß es ihm gelang, aus seinem zermarterten, wild klopfenden Herzen einige Bekenntnisse und Gestalten hervorzustoßen, in denen der Schrei dieses Herzens erschütternd lebt, das macht ihn unvergeßlich, ewig, läßt die Nachwelt sich in sein Wesen vertiefen, so wie sie sich mit Goethe beschäftigen würde, wenn sie von ihm nur die Friederiken-Lieder und den Urfaust, und mit Schiller, wenn sie von ihm nur die Anthologie und die Räuber besäße. Zu diesem allgemein menschlichen Urgehalt seiner Kunst kommt aber noch ein spezifisch Modernes, das seine Dichtungen uns besonders wertvoll, und interessant macht. Wir spüren gewisse Züge und Kunstmittel in seiner Dichtung, die ein enger Zusammenhang mit der Dichtung Unserer Tage verbindet. Dieser Frühvcrstorbene, der nur rasch und abgerissen stammeln konnte, wo andere nach langer Vorbereitung rein und kunstvoll fangen, hat Anregungen der reichsten Art ausgestreut, und nun, da so manches von dem heraugereift Und verwirklicht ist, haben mir ein feineres Ohr, ein tieferes Verständnis auch für ihn empfangen, fühlen eine stärkere Melodik anklingen in seinen Worten, setzen die schwankende Vorläufergestalt nicht mehr unglücklich eingeklemmt zwischen Romantik und jungem Deutschland, sondern in unserem, im modernen und damit hellsten Licht. Vier, höchstens fünf wenig umfangreiche Werke hat Büchner hinterlassen: eilt historisches Drama „Dantons Tod", ein romau- LiMPiel „Leonce und Lena", das Fragment einer rea» »inschen Tragödie „Wozzek", ein Novellen-Bruchstück „Lenz" und dann noch eine politische Flugschrift, den „Hessischen Landboten". - er Dtcfcr Arbeiten flammt etwas Neues auf, erkennen wir etwas Zukunstsvolles, an das die moderne Literatur augeknüpft hat. Keine feiner Schöpfungen wiederholt die andere, sondern eine lebe spmut Faden in weite Fernen, streckt ihre Fühler aus nach £ 1 rt, dieuland, das damals noch der Entdeckung harrte. Und zugleich pud sie alle, diese Werke, keine hybriden, außerhalb der Entwicklung liegenden Schöpfungen; vielmehr stehen sie aus dem Boden der Tradition, wachsen organisch hervor aus den literarischen Boraiisietzunimn ihrer Zeit. Nur die Allergrößten vor ihm haben eine gleiche Folgerichtigkeit des künstlerischen Weiterwirkens be- wiesen haben zugleich die dichterische Entwicklung so vorwärts geführt. Mißt man die Künstler nach der Originalität ihres Sehens und Formens, nach den Werten, um die sie die Gesamtheit ihrer Kultur bereichert haben, dann braucht Büchner wahrlich feinem zu weichen. ' „Dantons Tod": Dies Drama wächst aus dem Stil der Goethe- ichen viugenddramen, des „Götz" und „Egmont", heraus; es hat von Grabbes geschichtlichem Realismus, von seiner sprunghaften. Pointierten Technik gelernt; aber es macht zum erstenmal Ernst mit der dramatischen Gestaltung des Milieus, mit der lebendigen. Psychologischen Behandlung der Massen, mit der Ausschaltung beg tragischen Helden und führt in grober Linie hin zu der naturalistischen Tragödie, die in Gerhart Hauptmanns „Webern" und „Florian Geyer" ihren .Ausdruck gefunden. „Leonce und Lena": Dies Lustspiel ist in seiner geistreichen Ironie, mit feinen , ev Witzraketen ein echtes Kind der Romantik, ohne Tiecks Marchensatire und Brentanos Wortakrobatik nicht zu denken, und doch ist darin jenes skurrile Spielen mit den Stilen, jenes graziöse Btedermeierparfüm, in dem Romantik und Spießbürgerlichkeit sich einen. Die eigensten Gestalten Herbert Eulenbergs, sein „natürlicher Vater", sein Hyazinth in der „Belinde", sprechen so wie Leonce: schwärmerisch-mokant, pathetisch-bissig, vieldeutig- banal. Dandytum und Weltschmerz, Allsehnsucht und innerliche Zerrissenheit, diese typischen Konflikte der moberneu Romantik, die seit Hofmannsthal das ewige Thema unserer Jungen bilden, haben in dieser nachdenklich-übermütigen Komödie bereits ihre wundervolle Gestaltung erfahren. „Wozzek": Die Tragödie des um seine Persönlichkeit und sein Weib Betrogenen hat das abgerissene, rasend hingewühlte Tempo mit den Werken des „Sturm und Drang" gemein, mit dem „Urfaust", mit den Dramen von Lenz. Doch übertönt den meisterhaften Realismus der Menschengestaltung, die blutvolle Sinnlichkeit der szenischen Anschauung ein unwirklicher greller Balladenklang, etwas Marionettenhaftes, eine kühne und wilde Stilisierung. Wer den „Wozzek" liest, muß an Wedekinb denken, an den.Wedekind von „Frühlings Erwachen" und von „Musik", an diesen Meister einer absichtlich hölzernen steifen Technik, die das dämonische lieberschäumen einer maßlosen Persönlichkeit bändigt. Die hohnvoll wüste, in einem schmerzvollen Gelächter aufschreiende Weltverachtuug, die starre Gegenüberstellung tragischer Größe und burlesker Karikaturistik, die unser modernster Dramatiker hat, ist im „Wozzek" mit einer fabelhaften Sicherheit ausgebildet. „Lenz": Die erste psychologische Landschaftsstubie unserer Literatur hat man bieS merkwürdigste aller Werke Büchners genannt. Diese wenigen Seiten sind so etwas wie das ABC aller Prosadichtuug des 19. Jahrhunderts. Schwer dürste cs werden, hier die dichterischen Vorbilder zu finden. Dafür bot ihm der Stoff bereits in den Aufzeichnungen des Pfarrers Oberlin über das Ansbrecheu des Wahusinus bei Lenz einen Seelenton, wie ihn nur das Leben gibt. Der ungeheuere Gegensatz von Menscheuseele und Natur, jene tiefste Beziehung des modernen, innerlich entzweiten Menschen zur Landschaft, die die feinsten Schwebungen des Natiirschöneu aus dem Gefühl der heißesten Sehnsucht erlebt, sie sind in dieser Novelle ausgedrückt, und so hat sie denn Verwandtschaft mit allem, was nachher die Dichtung auf diesem Gebiet geschaffen, mit Jacobsens durchgeisterter Laudschastsschilderung und Bourgets psychologischer Analyse, mit Stifter und Otto Ludwig und Keller. Und zuletzt noch der „Hessische Landbote": um dieses politischen Meistcrpamphlets willen hat man in Büchner einen Vorläufer Lassalles gesehen, einen bewußten Sozialisten und Propheten des Zukuuftsstaates. Wirklich klingt aus seinen ehernen, an E. M. Arndt und Courier geschulten Sätzen der aufrüttclnbe, leidenschaftlich klagende Ton hervor, der in den stärksten und besten Propaganda-Schriften des modernen Sozialismus vernehmbar ist. Und was ist nun das Grundelement in der Wesensart dieses Dichters, durch das all die eben aufgezeigten Zusammenhänge mit dem Stil und der Kunst unserer Tage bedingt sind? Einen „Klassiker des Impressionismus" hat man in Büchner entdecken wollen, wie er auch selbst ja schon in dem ästhetischen Glaubensbekenntnis seines „Lenz" die Tendenzen und Ziele der impressionistischen Malerei formuliert hat. Farbe und Licht spielen in feinem Werk eine größere und eigentümlichere Rolle, als in dem jedes Dichter vorher. Das ist vor kurzem in einer besonderen Arbeit (Dr. Rudols Majut „Farbe und Licht im Knnstgefühl Georg Büchners") ausführlich betont worden. Wie bett großen Meistern der neuen Kunst, wie Manet iinb Monet, wie Liebermann und Trübner, ist ihm das Licht alles, offenbart ihm die Seele der 644 Landschaft Die Farbe erhält erst Schönheit und Aufdruck durch die HelliakcÄswerte, die sich in ihr offenbaren. Buii einem ffinsten, MoremvsandNchen Gefühl für Lichtphänomene ausgestattet, malt er schön die lmntm Schatten, die die. Pleiuairrsten entdeckten mth wird nicht müde, die zartesten Stimmungen der ~»tt, dre Spiegelungen und Brechungen des Li ch t sinder Atmo spb are auf- zufangen und darzustellen. Und Jmprefsromst rst er auch rn der Beobachtung momentaner Eindrücke, voruberhuschender L>eelcn- zustäude, in dem Festhalten jenes eigentümlichen Zubers des Alktags, da im flüchtigen Augenblick „die Amtston ^er, schwellendsten Töne sich gruppieren und auflown ^re^» nistisch ist endlich sein hastiger aiideutend« Stil, lerne kühne Art leicht auspielender Achektlve, rasch abbrechender ^atze, worin er bereits deines Art vorausnimmt. . . - Erwägt mau all dies an Büchners 100. Geburts agcz sc> must man sagen: Dies kurze Leben war Rberrerch»an Ebarstew Schaffen. Fortissimo und strestrsstmo ist die Tonart, in der es sich absvielte Der frühreife Schüler in Darmstadt, der skepttßyi. Strastbnrqer'Student, der in den allgemeinen Frerhettstaume der abklinacnden Juli-Revolution hinetugertsseue Empörer in Gnd-n, der verzweifelnde, gehetzte Flüchtling, der religmerende und doch auf einer höheren Warte für seine Ideale Weiterkampfende lh>rivat- dolent in Zürich, der sich durch eine vortreffliche tofffenßha tliche ?lrbeit die gelehrten Sporen verdient hat — diese Etappen s eines Lebens sind typisch für den begabten Sohn ferner Zeit, aber fre erhalten einen Ewiakeits-Grirndton durch dre dichterischen Schöpfungen die durch sie genährt und bedingt wurden. Wie jedem Grasten ward ihm sein Leben zum Dichten nttb druckte feiner Persönlichkeit die leuchtende Märtyrerlroire des Gernes aufs Hanpt, vor der wir uns in Verehrung neigen, mögen wir sie auch, tote hier, auf einem kaum erblühten Scheitel erblicken. Warum folgen die Schafe dem Le'ühammel? Von Dr. Th. Zell. Kein Tier wird selbst von Tierfreunden,so abfällig beurteilt, wie das Schaf. Selbst ein Brehm, der sich für die meisten Tiere begeistern kann, will von ihm nichts wissen. Vor allen Dingen stützt uns die Dummheit des Schafes ab, die nad)- Ueberzeuqunq darin glänzend zum Ausdruck gelaugt, die näheren Umstände zu prüfen, dem Leithammel blmdlmgo wlgt. So kann es kommen, daß eine nn Schiffe besindliche «chasherd- ihrem Fnljrer ohne Besinnen ins Verderben folgt, fall» dieser ffch- durch einen unglücklichen Zufall freigemacht und rnv Meer sesturzt hat In Wirklichkeit ist die Haiidlungswrffe des Schafes nicht ,o furchtbar dumm, Ivie es auf den ersten Blick erscheint. Ich habe schon ost betont, daß man das Benehmen emes Haustieres niemals verstehen kann, wenn man nicht die Lebensweife der wilden Vorfahren kennt. Denn ist schon der Mensch in semen Gewohnheiten konservativ, so ist es das Tier noch unendlich mehr. Beim Wikdschas ist es nun uralte Sitte daß jedes Glied der Serbe genau dem Vordermanns folgt. Der Grund ckn dn st Eigen- tümlichkeit ist ganz einleuchtend. Wildschafe leben Mit Vorliebe m gebirgigen Gegenden. Wallte bei ciner^ eiligen Flucht jedes Laer seinen eigenen Weg gehen, so wurde e» leicht verunglt.cken. Wti soll es in der Eile prüfen, ob ein Weg bedenklich ist, em Stern abbröckelt, zumal ivenn ihm durch ärmere Lrere die Aus,lcht versperrt ist^ Man kann noch einen Schritt wettergehen und behaupten daß. die Methode der Wildschafe geradezu bewundernswert ist. Das Lestschaf ist das erfahrenste Glied der «erde da» bei der Flucht sicherlich die günstigsten Wege ernschkagen wird, zumal es stets einen völlig freien Ausblick hat. Die anderen ^rere können gar nichts besseres tun, als ihrem Führer blindlinb» M folgen Auch der Mensch handelt nn Gebirge nn Verhältnis «u seinem Führer nicht viel anders. Mit Dmumhert hat dieses Benehmen also gar nichts zu ton. Ueberdres machen e- zwei andere Tiere, deren Intelligenz ganz „unbestritten ist, m der Wt dnw genau ebenso. Es sind das nämlich Elefanten und Affen. Der Dickhäuter folgt dem Leittier deshalb ganz genau, weis er iveiß daß ein Geschöpf von etwa hundert Zentikern -schwere sehr leicht durchbrechen kann und dann verloren ist. Bei stullstenden Affen ist ebenfalls, so seltsam es sich anhört, dre: BewrgmS wegen ihrer Schwere maßgebend. Ob em Zweig halt, ist ihm rn der Eile von weitem nicht immer anzusehen. Bricht der Zwerg ivas gewöhnlich zur Folge hat, daß der Affe zu Boden stürzt, so ist er verloren. Hat der Ast aber den Lettaffen getragen, so wird er sicherlich auch die anderen Mitglieder der Herde aushalten. Brehm schildert beispielsweise eingehend, wie die klugen Ateer- katzen aus der Flucht genau denselben Ast ergreifen,, den der Vordermann benutzt hat. Sie können auch, gar nichts besseres tun. Das Schaf, das blindlings dem Leithammel folgt, tut also nichts anderes, als daß es von einer in der Wildnis durchaus angebrachten Handlungsweise, die wir auch bei Affen und Elefanten antreffen, als Haustier nicht abläßt, obivohl sie hier ganz sinnlos ist Das ist für uns Menschen bedauerlich, aber von Dummheit kann man hierbei nicht gut sprechen. Derrn auch der Hund und das Werd handeln nicht anders. Der Hund dreht sich herrte noch um, ehe er sich hinlegt, als mutzte er tote seine Vorfahren erffl das Gras Niederdrücken. Ebenso geht das Pferd noch heute zu unserem Entsetzen durch, weil seine svilden Vorfahren rn den endlosen Ebenen genau das Gleiche taten, sobald sie Gefahr merkten. Dort gibt es auch keine Häuser und Bäume, gegen die mcml rennen kann. vermischte». — Chinesische Kochkunst in Loudon. Wenn es in London so weiter geht, wird es in absehbarer Zeit dem Restaurant- besucher in der britischen Metropole schwer werden, feuunt Hunger mit einem einfachen Beefsteak oder Roastbeef zu stillen. Denn,über Rächt ist eine neue Mode aufgetaucht, der die Neugier dre Anhänger in Scharen zutreibt. Keine Mode, die den äußeren Menschen angehk, nein, eine viel innerlichere Mode. Die chinesische Kochkunst belagert London. Gewiß gab es schon immier in den Hafenvierteln und bei beit Docks kleine chinesische Kneipen, in denen die Seefahrer ans dem fernen Osten seltsame Leckerbissen genießen konnten. Aber das waren bescheidene Gasthöfe, die nur vom seefahrenden Volke besucht wurden und in die sich kaum ein Angehöriger der wohlhabenderen Stände der Themsestadt ans Abenteuerlust und Nengrer er um al verirrte. Jetzt aber wird es anders, in der besten Gegend schießen luxuriöse elegante chinesische Restaurants aus dem Boden, Lokale, die von vornherein in ihrer Ausstattung bekunden, daß sie eilte wohlhabende Kundschaft erstreben. Allein drei große derartige Restaurants haben in jüngster Zeit ihre Pforten geöffnet, das eine in der Shaftesbury-Aoenue, das zweite am Ptcadulh- Zirkus, das dritte am Strand nahe beim Lyzeum-Theater. ,^>l dem letztgenannten Gasthof walten allein sieben erprobte chtnestsche Köche ihres Amtes, und verblüfft starrt der europäische Besucher auf die Speisekarte, die ihm Hunderte von unbekannten exotischen Lückerbissen verheißt. Wer zählt die Ingredienzien, nennt die Rauten! Da gibt cs.gehackte Gerichte, in denen die seltsamsten Etzbar- feiten sich vermengen, da ißt man Bohuentrtebe und Bauibus- knospen, Zwiebeln und Reis, natürlich viel Reis Da gibt, es Suppen aus merkwürdigen Pilzen, in denen Schweinefleisch, Ente, Fischteile und natürlich auch Haifischflossen schtonnmen, kurz, an Auswahl und Sensationen ist kein Mangel. Die Speisekarte,ne-utt Namen und Preis in chinesischer Sprache und chinesischen «christ- zeichen und daneben in Englisch; und der Gast, der Platz nimmt,- erhält außer den EtzstLbo« ohne weiteres auch gleich ein enropaislpe» Besteck, so daß er die Wahl hat, alle diese Leckerbissen aus dem Reiche des Himmels echt chinesisch oder mitteleuropäisch zu den Lippen zu führen Für Kapitalisten gibt es besondere Genüsse, etwa das Kai Si Tschuu, .Haifi s ch f k os se n mit. lungern, tnochenlosent Huhn, das Gericht 12 Schilling: oder.vielleicht Kai Aong Ym Wu, ; B»g eine st su ppe mit gehacktem Hühnerfleisch, spottbillig, der ! Teller Suppe für nur 3,50 Mark .... * Studienerfolg. „Bei meinem Sohn hat sich das Studium rentiert: er hat seilte erste Patientin geheiratet und jetzt ist er Rittergutsbesitzer." * Bon tä eg eit. Im kulturhistorischen Museum hängen ein paar Strümpfe, die vor vier Jahrhunderten .die Herzogin Sibylle von Sachsen getragen hat. Herr Slivinsky steht nut seiner eleganten Frau vor dem Glaskasten und meint spitz: „D«me Strümpfe wird man dereinst gewiß mcht ansstetlen. — „Du ärgerst mich, nicht", erwidert siez „nickst rede Frau kann eben eine Herzogin sein !" — „Gewiß," sagt er, „aber ich mein' ja nur van wegen der Löcher!" * Kemers „Mein Fräulein, ich liebe Sie glühend!" —t „Dann springen Sie mal ins Wasser. Wenn es zischt, will ich eS glauben!" ____________ S!ai-Aufg2de. Mittelhand reizt bis Trefs-Solo: Vorhand, welche anfangs nur Pique-Solo spielen wallte, meldet deshalb Grand ans folgende Karte O ❖' ❖ ❖ o <> <> ♦4? » * Wat liege« zwei leere Blätter. Trotzdem vertäust das Spiel für Borband so günstig, daß die Gegner Schneider werden. Mittelband bat 34 Augen in ihren Karie« mehr als Hinterhand. Wie waren die Karten Verteilt und ime wurde gespielt? Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Kapselrätsels in voriger Nummer; Was dich nicht dremtt, das blase nicht. Redaktion: K. Neurath — Rotationsdruck und Berlaa der Brühl'ichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießen