Bar ‘42*Ri|liKv ji n ii MÄ&H ä M MM MSN Firnenraulch. Roman von Paul G r a b e i n. (Nachdruck verboten.) Erster Teil. „Eigentlich ist es doch zu albern! Diese Toiletten, Ge- sellschaftsfratzen — wie daheim — mitten, in der Hochsaison — und das nennt inan Sommerfrische, dazu reist man ins Hochgebirge! Einfach verrückt!" Gottliebe Rhyngaert drückte, nach einem langen verächtlichen Blick über ihre Umgebung, die Zigarette so energisch auf der versilberten Aschenschale aus, als könnte sie damit der ganzen, ihr so widerwärtigen Gesellschaft ringsum den Garaus machen. In der Tat sah es im weiten, kühldämmerigen Vestibül des eleganten Trafoi-Hotels nicht nach einem Bergwirtshaus aus. IN die komfortablen, vvtlackierten Korbsessel bequem zurückgelehnt, saßen die Hunderte von Hotelgästen mit fetter behaglich faulen Siestastimmung, die der «gute Lunch in ihnen erzeugt hatte. Der schwere, süßlich-aromatische Duft von Parfüms, Mokka und Zigaretten legte sich fast lähmend um die Sinne im Verein mit dem schwirrenden Lärm der schwatzenden und flirtenden Gesellschaft, eines internationalen Gemisches von Leuten in zumeist höchst elegantem', tadellosem Anzuge. Die paar Herren im Touristenkostüm' und Damen in einfacher Hemdbluse fielen ordentlich auf. Dietrich Bessow, selber im Smokiug, sah seine Nachbarin an dem zierlichen Korbtischchen, auf dem das silberne M'okka- service blinkte, einen Augenblick schweigend an; beobachtend, mit einem leis-ironischen Zug um die Lippen, über denen der nach der neuesten englischen Mode ganz kurz geschnittene blonde Schnurrbart stand. Dann sagte er, sein Zigarettenetui aus der Brusttasche nehmend, in seiner halblauten, vornehm gedämpften Art: „Sie belieb eit heut besonders kritisch zu sein, mein gnädiges Fräulein. Aber darf ich bitten?" Dach sie wies lebhaft das ihr dargebotene Etui ab. ' „Danke, ich rauche nicht mehr." Die Tante neben ihr am Tisch atmete erleichtert auf. Die Frau Major Morell, noch ganz eine Dame der alten Schule, konnte diese modernen Freiheiten für den Tod nicht ausstehen, aber Gottliebe ließ sich ja bei ihrem starren' Eigensinn leider gar tticht beeinflussen in ihren exzentrischen Neigungen. Gottliebes Ablehnung geschah denn auch beileibe nicht ans Rücksicht auf die Tante. Nein! Sie mochte einfach richt. Aus Opposition gegen diese sich so modern gebärdende Gesellschaft ringsum, die sie in ihrer augenblicklichen Laune o reizte, daß sie qm liebsten irgend etwas ganz Tolles, Un- mögltches angegeben hätte, nur um ihrer widerwärtigen, Mngwetligen Korrektheit und Manieriertheit einen Schlag ins Gesicht zu versetzen. Am liebsten hätte sie da deut steif- leinenen Pedanten ihr zur Seite fein silbernes Etui an den Kopf geworfen! , Den ganzen Lunch über hatte sie sich über den Regier rungsrat Bessow geärigert, und nun jetzt wieder dies gt» Heime, spöttisch-überlegene Lächeln, das sie Wohl gemeM hatte! Aber wenn er glaubte, sie mit dieser Art erziehen zu können, so irrte er ganz gewaltig. Gan^ im Gegenteil, das trieb sie nun erst recht in ihre Eigenheiten hinein. Bessow steckte mit leichter Verneigung Has Cshti ioieder ein. Sein Blick glitt dabei einen Moment durch, das brette Eingangsportal des Vestibüls hinaus ins Freie, wo, im scharfen Kontrast zum tiefen Schatten dieser Halle, eine heiße Sonnenlnst flimmerte. „ „Da kommt eine Partie zurück — gewiß vom yriler." Er wies leicht mit der Zigarette auf eine kleine Gruppe von Männern, die jetzt draußen auf dem Vorplatz Halt gemacht hatte; ihrer vier, jalle in derber BergsteigerausrüsiuW, von Sonne und Staub arg mitgenommen. „Unglaublich! Die leibhaftigen Vagabunden!" In ästhetischem Mscheu betrachtete Bessow die rotgebrannten, schweißperlenden Gesichter und die verstaubte, zerdrückte Kleidung bis hinunter zu den fettgeschmierten Nagelschuhen von schwerstem Kaliber. „Die Kerls werden doch nicht hier ins Hotel —" Der Gedanke, mit solchen durchschwitzten Leuten in einem Raume zu weilen, verursachte ihw ein wirkliches Grauen. Gottliebe Rhyngaert sah nun auch htnaus auf ine vier. Im Grunde hatte sie früher oftmals genau so gedacht ime der Regierungsrat, namentlich wenn sie auf der Poststraße von der hohen Bankette der Maileoach aus stolz-verächtlich auf die hochgeschürzt dahinmarschierenden Touristinnen mit dem zerzausten Haar um die rotglänzenden Gesichter htnab- geschaut hatte. Heute aper rief Bessows Bemerkung nur thsren Widerspruch wach. r . „Warum nicht?" Lebhaft die Stimme erhebend, musterte Gottliebe die Leute draußen, von denen sich jetzt zwei, die Touristen, von den beiden anderen, den Führern, verabschiedeten. , r. r. , .. , „Wenn die Leute einen Smoking anhaben, sind |te sicherlich Gentlemen so gut wie Sie!" Der Regierungsrat zog leicht die Brauen zusammen. Der Vergleich war ihm peinlich. Gewiß, möglicherweife waren die beiden da draußen auch Leute der sogenannten „Gesellschaft" — sehr leicht sogar auch Juristen. Jetzt, m den Gerichtsferien, wimmelte es ja leider m den Bergen von solchen. Mer irgend so ein rauhbeiniger Rechtsanwalt oder verbauerter Amtsrichter, so ein „Röllchen" und Jäger- Hemden trageiides JndiviDuum war doch längst nicht seinesgleichen! Eigentlich hätte er ja über diese Zumutung einfach lächeln sollen, aber Gottliebe Rhyngaert hatte ihm heute schon zu übel mitgespielt. Er mußte ihr endlich einmal angemessen erwidern. „Wenn Sie Geschmack an diesen Herrschaften finden — bitte sehr," spöttelnd verneigte er sich vor ihr. „Mer Sie 430 Massen mir schon gestatten, für meine Person den Begriff des Gentlemarnetwas anders aufzufassen. Nach meiner Auffassung darf ein Gentleman eben niemals — nie—mals — wie ein Rowdy aussehen!" „Sie würden also in Frack und Lackstiefeln auf den Ortler hinaufgehen!" höhnte Gottliebe. „Ich würde nie hinanfgehen." „Das ist freilich das Bequemere und — Ungefährlichere !" Jü Bessows Zügen zuckte es sekundenlang auf. Mit geheimer Freude sah sie es: der Hieb hatte gesessen. Dann aber nahmen seine Mienen gleich toieber die gewohnte Ruh e an. „Ich habe keinerlei Veranlassung, erst derartige Beweise für meinen Mut zu erbringen. Im übrigen — wenn ich nicht irre, gnädigstes Fräulein — haben auch Sie ja noch nie Gipfel gestürmt." Gottliebe fuhr auf, nun ihrerseits getroffen. „Wollen Sie damit sagen, daß ich es aus Feigheit nicht getan hätte?" Ihre dunklen Augen blitzten ihn drohend an. „Aber bitte," wehrte er mit höflicher Handbewegung M „Mur, Sie werden mir zugeben: Man soll nicht attackieren, wenn man selbst Blößen hat." Gottliebe biß sich auf die Lippen. Gerade weil er recht hatte, brannte der Trotz in ihr um so höher auf. Und der Gedanke, er könnte ihr wirklich Furchtsamkeit oder Schwäche zutrauen, schürte ihre Erregung noch mehr. „Wenn ich bisher keine Hochtouren gemacht habe, hatte das seine anderen Gründe. Nun aber könnte es mich reizen —" „Um Gottes willen!" fuhr jetzt die Tante aus ihrer Referve auf; sie hatte bisher der schon gewohnten Plänkelei zwischen den beiden nur mit halbem Ohr zugehört. „Nun fang' auch noch mit so etwas an!" „Wahrhaftig?" spöttelte Bessow seinerseits. „Sie gehen vielleicht gleich morgen auf den Ortler." „Warum nicht? Wenn ich's mir vornehme!" „Ich bitt' Sie, Herr Regierungsrat!" Verzweifelt sah die Frau Major zu Bessow hinüber: „Ist Ihnen nun so etwas schon vorgekommen?" „Dar Einfall Ihrer Fräulein Nichte entbehrt zum mindesten der Originalität nicht, gnädigste Frau," wandte sich Bessow an Frau Morell. „Gott sei Dank nur, daß sich so etwas schneller ausspricht als ausführt." Die Äberlegen-hofmeisterliche Art Bessows und der Zweifel am Ernst ihrer Worte taten bei Gottliebe das Letzte. „Sie dürften sich irren, Herr Bessow," und fchon war sie aufgestanden. „Ich werde morgen die Ortlertour wachen." „Gottliebe — wo willst du hin?" fast entsetzt rief es die Tante. „Mit den Führern sprechen," kam es entschlossen von Hottliebes Lippen, und wirklich schritt sie schnell dem Ausgang zu. „Aber das kann ja nicht sein, Herr Regierungsrat!" Beschwörend hob Frau Morell die Hände zu Bessow auf. „Selbstverständlich, meine gnädige Frau," und auch dieser erhob sich, „werde ich mit den Leuten ein ernstes Mort reden, ©je werden verständig sein." Verständiger als Gottliebe, hatte er den Satz für sich beendet. „Ach ja!" bestärkte ihn die Tante mit dankbar bittendem Blick. „Mein Gott, was einem das Mädel nicht für Sorge macht!" Ihr tiefer Seufzer fand einen Widerhall in Bessows Brust, während er langsam hin aus ging. Er ging niemals schnell; seine ihm in Fleisch und Blut übergegangene Auffassung von Vornehmheit verbot ihm die würdevolle schnelle Bewegung. Aber trotz dieser äußeren unerschütterlichen Ruhe war er im Innersten keineswegs so gleichgültig. Bessow interessierte sich ernstlich für Gottliebe, die er vor drei Wochen hier im Hotel mit ihrer Tante kennen gelernt hatte. Gerade die eigenartige Mischung ihres Wesens — halb Zigeunerin, halb Prinzessin, fand er — hatte ihn, den korrektesten Gentleman, lebhaft angezogen. Er verspürte zum erstenmal einen Reiz seiner Empfindungen, den die tadellos erzogenen Damen seiner Kreise nie bei ihm erweckt hatten. Im übrigen — zu seiner Beruhigung — sie war ja von bester Familie, aus einem alten rheinischen Patrizier- hau^> Der Pater, ein hochbegabter Maler, war früh gestorben. Auch die Mutter, aus einer norddeutschen Offiziersfamilie stammend, lebte schon lange nicht mehr, so daß Gottliebe bei ihrer Taute, der Frau Major Morell, ausgewachsen war. So durfte sich Gottliebe, ohne mißgedeutet zu werden, schon die Eigenart ihres Wesens erlauben, um so mehr, als fehr plötzlich auch wieder eine so strenge, fast hochmütige Abweisung bei ihr zum Durchbruch kommen konnte, daß sie jeden Zweifel über ihre gesellschaftliche und persönliche Qualität gründlichst beseitigte. Bessow hatte sich in diesen Wochen ausschließlich der Gesellschaft der beiden Damen gewidmet, aber er war trotzdem Gottliebe innerlich nicht näher gekommen. Sie behandelte ihn vielmehr, je mehr er sich um sie bemühte, mit einer souveränen Ironie, die ihn schließlich bei all seiner Ruhe doch in Harnisch brachte. Auch die Tante war sehr unzufrieden mit diesem Stand der Dinge. Sie begünstigte den Regierungsrat offenkundig und hatte Gottliebe eine Verbindung mit dem seht begüterten Mann in so guter Karriere als ein erlesenes Glück hin- gestellt, da die Nichte ihrerseits ohne jedes nennenswert« Vermögen war. Aber gerade diese Anempfehlung aus berechnenden Vernunftsgründen hatte Gottliebe halsstarrig gemacht. Sie ipax eine ehrliche und charaktervolle Natur. Die Jagd auf einen reichen Mann war rhr hXbettoutuß. AM so behandelte sie denn Bessow mit voller Absicht schlecht. Je mehr sie aber Bessow nt Distanz hielt, um so tiefer wurzelte bei diesem das Begehren nach ihr. Der kühl den- kende Mann steigerte sich allmählich in ein Empfinden hinein, das bei anderen zur Leidenschaft geworden wäre, bei ihm ein immerhin quälender Wunsch nach ihrem Besitz war. Und wenn er dennoch ihr gegenüber den Ton kalt spöttelnder, gelassener Ueberlegenheit anschlug, so geschah es nur aus kluger Selbstbeherrschung. Er wollte sein wahres Empfinden nicht nutzlos verraten, das, soweit es seiner Natur möglich war, insgeheim Gottliebe mit Zärtlichkeit umfing. So war denn auch jetzt, als er ihr nachging, in ihm neben Aerger über ihren Eigensinn wirlliche Sorge um sie: daß sie in hitzköpfiger Uebereilung etwas unternehmen möchte, das sie, einmal mit ihrem Ehrgeiz engagiert, sicherlich zu Ende führen würde, wenn auch zu ihrem Schaden. Er dachte an ihre schlanke, feine Gestalt. Sie war doch absolut solchen Strapazen nicht gewachsen. Wirllich — eine Tollheit, was sie vor hatte! Nun war er draußen, auf dem freien Platze vor dem Hotel. Richtig, da trat sie gerade drüben neben dem Verkaufskiosk zu den beiden Führern, die eben mit den Tou- risteu von der Partie zurückgekommen waren. „Guten Tag!" begrüßte sie die Leute, einen älteren und einen jüngeren Wann, die mit einem treuherzigen „Grüß Gott, Fräula!" höflich ihre Hüte lüfteten. „Sie kommen vom Ortler, nicht wahr?" „Jo freili!" bestätigte der Aeltere. „Wir sind schon droben gewesen, heut in der Fruah mit unfern Herrn." „Sagen Sie mal — ist der Ortler schwer zu besteigen?" Der ältere der Führer sah mit seinem ruhigen Mick aus dem freundlichen, braunverwitterten Gesicht einen Moment prüfend aus die Fragerin und an ihrer feingliedrigen Gestalt hinab. „Jo, schwer ist's scho net — aber es verlangt scho a bissel Uebung und Gewandtheit. — Grüß Gott, mein Herr!" In diesem Augenblick war Bessow, die Hand an die Hutkrempe legend, zu der Gruppe getreten. Ein erstaunter, dann sehr unwilliger Blick Gottliebes traf ihn aus ihrem halb herumgewandten Gesicht; danü nahm sie weiter nicht mehr von ihm Notiz, sondern sagte entschlossen zu dem Mten: „Dann möcht' ich hinauf. Morgen! Wollen Sie mich führen?" (Fortsetzung folgt.) Aus alten Verrröder Uriegsrechmmgen, besonders der WM793!m W5 und andere mündliche Erinnerungen aus dieser Zeit. Von Lehrer Wolf- Bersrod Vorwor t. Geschichtlich denken kann nur der Gebildete. Die große Masse des Volkes hat im harten Daseinskämpfe keine Zeit und keine Lust, sich mit der Geschichte unsres weilen Vaterlandes zu befassen, für sie hat fast ausschließlich die Gegenwart Interesse, das Vergangene aber nur insofern, als die Lebensführung der Vorfahren unmittelbar davon berührt wurde. Erstaunlich ist daher 431 Vst die Unwissenheit über den Werdegang unsres Vaterlandes, seine geographische, geistige und fulturelle Entwicklung. Hier ist der in unsrer Zeit sattsam bekannte Ruf: Die Schule must! usw. ganz am Platze. Wieviele erinnern sich noch mit heimlichem Grauen an die Geschichtsstunden ihrer Schulzeit, die in einförmiger Weise Jahreszahl an Jahreszahl, Schlacht an Schlacht, Kaiser an Kaiser reihte, nur nackte Tatsachen bot, urteilslos und ohne Farbe, und sich um das Gesetz der Kausalität wenig kümmerte. Heute ist das anders geworden. Man erzählt nicht nur .„Kaisergeschichte" und webt um. alle Regenten einen Glorienschein, sondern schildert sie — hoffentlich in jeder Dorfschule — als Menschen von Fleisch und Blut, mit ihren Fehlern und Mängeln, und lehrt mehr Kulturgeschichte, in anschaulichen Zeitbildern die innere Entwicklung unseres Volkes zeigend. Und eine der neuesten Forderungen des Geschichtsunterrichts lautet: anschaulicher und bodenständiger. Dies ist aber für den Lehrenden durchaus nicht so einfach, denn es erfordert vor allen Dingen ein eingehendes Studium der Ortsgeschichte und der der näheren und weiteren Umgebung, also selbständiges Suchen und Forschen, und dann geschickte Verknüpfung mit den großen geschichtlichen Ereignissen. Hier bietet sich aber ein weites Feld, das des Beackerns wohl wert ist und manchen überraschenden Schatz finden läßt, der ein sinnendes Rückversenken ermöglicht und Verständnis weckt für das Tun und Treiben, Denken und Fühlen der Ortsvorfahren. Mit Freude und Interesse hört alt und jung zu, wenn man aus dem oft reichen Schatze heimatlicher Geschichte itf anschaulicher Werse erzüW. DW hackt und tvird so leicht nicht bergessen, weil die Phantasie nun Ort und Flur mit geschichtlichen Gestalten und Geschehnissen belebt. Kann cs aber eine geeignetere Zeit geben, gerade den Bewohnern des Kreises Gießen, der Wetterau und des südlichen Vogelsberges Heimatgeschichte zu bieten, als jetzt, da wir in die Erinnerung an die große Zeit vor 100 Jahren eingetreten sind? Eine Flut von Einzelerinnerungen ivird durch die Presse ans Tageslicht kommen. Es kann nicht schaden in unsrer eben so ernsten, kriegerisch krieselnden Zeit. Man wird lernen aus jenen sturmbcwegten Tagen: „Das Vaterland über der Partei!" und sich begeistern an dem Gedanken: „Das ganze Deutschland soll es sein!" Auch aus den Einzelheiten der Ortsgeschichte lassen sich diese Gedanken entwickeln. Ganz besonders aber wird die Liebe zur Heimat und zu den Volksgenossen durch die Heimatgeschichte geweckt und gepflegt. Das soll der Leitgedanke der folgenden Ausführungen sein. Einleitung. „Wenn weit in den Landen wir zogen einher, wie die Heimat, so finden kein Fleckchen iuii mehr!" So beginnt ein Volkslied, und noch gar manches andere hat 'denselben Grundton der Heimatliebe und der Sehnsucht nach der Heimat und bringt ihn durch Wort und Weise zu innigem Ausdruck. Wie der Ballast zum Schiff, so gehört Heimatliebe zum Gemütsleben des Menschen, ihm erst rechte Tiefe verleihend. Doch^ wieviele geben die Heimat auf mit einem leichten, flattrigen Sinn, der sehr an den Flug der Motten nach dem Lichte erinnert! sie lieben die Großstadt mit ihren Zerstreuungen und größeren Verdienst und ziehen sie dem „stillen Tal", dem „schönsten Wiesels gründe", dem „Hüttlein klein" vor. Großsprecherische Jugend scheut sich nicht, die eigenen Dorfgenossen, die Einrichtungen der Heimat mit überlegen sein sollendem Spott zu übergießen, nachdem sie Großstadtluft genossen. Auch hat die jähe Entwicklung unsres modernen Volkslebens mit seinem Jagen nach Erwerb und Gewinn, seinem alle Lebensnerven spannenden Handel und Wandel, seinen Großstädten und Fabriken, seinen religiösen, politischen und wirtschaftlichen Kämpfen das Gemütsleben ver- slacht und den Menschen die Heimatliebe genommen oder gar nicht anfkommen lassen. Wieviele Beamten und Arbeiter wirken Und wohnen in Dienstwohnungen oder gemieteten Räumen, an die man sich wohl gewöhnt, mit denen man aber nicht mit dem Gefühl des Besitzes und Geborgenseins verwächst, da man sich bald wieder anders „gewöhnen" muß. Wie kann Heimatliebe bei den Kindern solcher oft verschlagenen Familien aufkommen, die nirgends recht heimisch geworden sind! Am ursprünglichsten und tiefsten ist die -Heimatliebe noch in unserm Bauernstände erhalten. Der Bauer klebt an der Scholle. Der Sohn wohnt im Hause seiner Väter, oder doch im selben Dorfe, wenigstens aber noch im Bannkreise seiner Mundart, der heimatlichen Laute. Ganze Generationen bewohnen oft dasselbe Haus, woran und worin vieles an die Voreltern erinnert. Heilig ist den Bauern darum die Stätte, er ändert nicht gerne daran, er hängt am Alten. Tief sind die Wurzeln und zahlreich, aus denen seine Heimatlieb« keimt. * Etwas Großes und Schönes ist die Heimatliebe, und deshalb ist es schon der Mühe wert, das Interesse an der Heimat zu wecken. Gerade böse Zeiten, die unsre Heimat durchzumachen hatte, wollen wir aber an unserm Auge vorüberziehen lassen, weil die Not am eindringlichsten zum Herzen spricht. * * * Große geschichtliche Ereignisse sind in unsrer Dorfgeschichte nicht zu verzeichnen, dafür ist unser Oertchen zu klein und junbedeutend. Mer allgemeine böse Kriegszeiten sind auch an ihm durchaus nicht spurlos vorübergegangen. Viele Belege dazu finden sich in unfern Torsakten, besonders in den Rechnungen über das Gemeinwesen, die von 1694 an vollständig vorhanden und sehr gut erhalten sind. Abgesehen vom 30 jährigen Kriege, der fast ganz Deutschland in Mitleidenschaft zog, hatte unser Dorf im 7 jährigen Kriege durch Cinquartierungslasten mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen zu leiden. Damals stand Halb-Europa gegen Friedrich den Großen im Felde, darunter auch die dem aufblühenden Preußenstaatc feindlich gesinnten Franzosen. Der französische Führer, Prinz Conde, lag mit 20 000 Mann in einem verschanzten Lager zwischen Reinhardshain und Grünberg. Als er sich 1762 vor den anrückenden Preußen unter dem Erbprinzen Ferdinand von Braunschweig zurückzog, verlegte er das Hauptquartier ans dem Schlosse zu Grünberg/ dem ölten Amtsgerichte, in der Nacht vom 22. auf den 23. August nach Winnerod. Hierdurch erhielt unser Dörfchen so viel Einquartierung, als es nur zu fassen vermochte. Aber auch schon in den vorhergehenden Jahren war es samt der Umgegend durch die von Friedrich dem Großen bei Roßbach 1757 geschlagenen Franzosen ausgesogen worden. Doch hielt ein einqimrtiertet Offizier streng auf Soldatenehre, wie folgendes, durch mündliche Ueberlieferung verbürgtes Erlebnis zeigt. Im Strohschen Hause suchte ein französischer Soldat nach dem versteckten Gelde, das er auch schließlich im Keller fand. Auf das Geschrei der Frau, einer Witwe, eilte der Nachbar Dippel, ein kräftiger Mann, herzu, dabei hie Mauer zwischen, dem. Strohschen und Bornschen Haüsd überspringend. Als sich der Soldat dem stärken Manne gegenübersah, warf er das Geld fort in einen Haufen Kartoffeln. Dippel ist wohl nicht fein säuberlich mit dem Diebe umgegangen/ -denn auf dessen Geschrei kam ein Offizier hinzu. Der deutschen Sprache mächtig, erfuhr er bald den Sachverhalt und entschied kürzst „Wenn das Geld bei dein Kerl gefunden worden wäre, müßte er sogleich da an dem Birnbaum aufgehenkt werden." Die Besitzerin des Geldes hat später schaudernd gemeint: „Herrjemersch, wann der Kerle dovoanne gebarnbelt hätt!" Daß es nicht immet so glatt ab-ging, mußte dieselbe Fran auch zu ihrem Leidwesen erfahren, denn als ein Trupp Soldaten die ungedroschenen Garbqf aus ihrer Scheuer requirierte, und sie bat, man sollte ihr doch etwas lassen für ihr Kind, da radebrechte grob ein Sergeant: „Du Dreck fressen mit deinem Kind!" ■ Nach dem 7jährigen Kriege blieb es in unserer Gegend 30 Jahre lang ruhig. Aber dann brachen die Heimsuchungen mit Macht herein. Schwer, sehr schwer haben die Orte des Buseckertales Albach, Oppenrod, Reiskirchen, Burkhardsfelden, Bersrod, Beuern, Großen-Buseck, Alten-Buscck und Rödgen, welche alle zum damaligen Amt Großen-Buseck gehörten, unter Feind und Fre-.md gelitten. Die Kriegsrechnungen jener Jahre entrollen unH ein trauriges Bild des wirtschaftlichen Elends der Gemeinden und ihres Ruins durch fremde und deutsche Landeskinder. „Ein furchtbar wütend Schrecknis ist der Krieg, die Herde schlägt er und den Hirten!" Im Jahre 1789 war in Frankreich eine blutige Revolution ausgebrochen. Da die deutschen Fürsten fürchteten, der Aufruhr könne auch über den Rhein herüber seine Wellen schlagen, sp verbanden sich Preußen und Oesterreich, um in Frankreich die alte Verfassung wieder herzustellen. Ein preußisches Heer zog über die Grenze, mußte aber trotz einiger Erfolge den Rückzug über den Rhein aittreten. Durch Verrat nahmen die Franzosen Mainz und waren nun Herren des linken Rheinufers 1792. Unser Hessenland war französischem Vordringen am ersten ausgesetzt und bemühte sich, dagegen zu rüsten. In dieser Zeit erließ das Amt Großen- Buseck eine Aufforderung zu einer Hauskollekte für die am Rhein stehenden hessischen Soldaten. Dieser Aufruf interessiert uns durch seine befehlende und am Schlüsse ganz besonders derbe Sprache. Er lautet: „Es ist jedermann, bekannt, welche Gefahr und Strapazen diejenigen unterer Soldaten zu erdulden haben,- welche unser wohldenkender Landesfürst zur Beschützung diesseitiger Rheinufer gegen die andringenden französischen Truppen gebraucht und beständig in Dienst hat. Auf eine menschenfreundlich Art hat daher die Gemeinde Großen-Buseck aus eigener Bewegung durch die geschworenen Ortsvorstände eine Kollekte von Haus zu Haus für diese notleidenden Kinder diesseitiger Amtsuntertanen zu erheben um so mehr für Pflicht erachtet, als bekanntlich an den dortigen Rheingegenden eine außerordentliche Teuerung ist und dem Soldat ein solcher Zuschuß wohl zustatten kommt. Es wird daher jedem Ortsvorstand hierdurch aufgegeben, sobald in jeder Gemeinde nach der Anfrage jene nnlden Gaben zu erheben, den Namen des Gebers und die von ihm gegebene Summe aufzuzeichnen und längstens bis nächsten Samstag Btorgen hierher einzuliefern, damit den Samstag unfehlbar diese Summe an die Behörde versendet und in der Laudzcitung diese schöne Handlung ganz bestimmt bekannt gemacht werden könne. Gleichwie nun jeder, der eine solche milde Beisteuer leistet, namentlich ausgeschrieben werden muß, also ist auch derjenige Niederträchtige, der diesem allgemeinen nützlichen Vorhaben die Hand nicht bieten wollte, mit Namen aufzuschreiben." Diesem Schlußsätze fehlt ganz ent» schieden „Europas übertünchte Höflichkeit". So forderte man vor mehr als 100 Jahren eine „milde Gabe", lieber das erste Menschenopfer unserer Gemeinde in der nun beginnenden KriegSzeit steht im Kirchenbuch zu Winnerod folgende Notiz: „Den 7. Febr. 1793 ist Joys. Ludwig Stroh, Kirchenältester zu Bersrod, auf 432 einer Hess. Soldatenfahrt von Groß-Buseck nach Kirchhain kurz vor Kirchhain in einem Garten, darein er vermutlich beichcm stürmisch Schncelvetter ganz abgemattet ein wenig hat ausruhen wollen, weil er vor der gesamten Juhre etwas vorangegangen, im großen Elend gestorben und des Morgens tot aufgefunden worden. Des Sonntags, als den 10. Febr., ist er zu Kirchhain begraben worden, da er von einigen Mitgliedern der Schnhmacherzunft getragen und von dieser ganzen Gesellschaft zu seinem Grab auf dem dasigcn Kirchhof begleitet worden. Alter 67 Jahre weniger 4^Monat/' Das .Jahr 1794 forderte zwei weitere Opfer. Ein Sohn des Philipps Bellof „ist in den Niederlanden mit Tod abgegangen", ein Sohn des Ludwig Spaar „beim 2. Bataillon Landgraf in Bickebach verstorben". (Fortsetzung folgt.) Bukarest. Wer vom Berge der Metropolie (des Domes) auf Bukarest hinunterblickt, genießt einen unvergleichlich schonen Anblick. In die Lichtfülle eines leuchtenden, fast nie bewölkten Himmels getaucht, liegen die weißen Häuser im saftigen Grün ihrer Garten, die mit silbernem Blech gedeckten Dächer glitzern itt~ tausend Funken. Ein unübersehliches Meer von Farbe und Feuer, fo dehnt sich diese Perle des Orients aus. Diesen Anblick kann ich yup vergleichen mit dein von Konstgntinvpcl, vom Bosporus äüs gesehen, wenn die ersten Strahlen der Morgensonne ein rötliches Licht über das alte Byzanz mit seinen Minarets und Marmorpalästen gießen. Obwohl Bukarest, Rumäniens Hauptstadt, eine moderne, westeuropäische Stadt geworden ist, so hat es doch seinen eigentümlichen Charakter bewahrt, _unt> wird vielleicht gerade durch die Kontraste von Ost und West besonders anziehend. Breite, asphaltierte Straßen, auf denen die elektrischen Bahnen donnern, mit modernen Riesenbauten wirken doppelt anziehend, wenn darüber mit schweren Schritten schwarze Büffel mit ihren gewaltigen, fast meterlangen, nach hinten zurückge- hogenen Hörnern ein Leiterfuhrwerk ziehen, auf dem, Bauern in ihren malerischen, weißen, buntbestickten Kleidern Wassermelonen, das Stück zu 5 parale (4 Pfennig), zu Markte fahren. Um die Ecke biegt ein kleiner, zweirädriger Karren, von einem der ausdauernden rumänischen Steppenpferdchen gezogen, und auf dem Karren liegt ein Faß, während der Mann sein lautes >,Apa, v!" aüs'rnft. Das ist ein Wasserträger, Saceagiu, der jetzt noch, wie vor Jahrzehnten, gegen kleines Entgelt das Wasser für den täglichen Hausgebrauch verkauft. Denn wenn auch Bukarest jetzt eine großartige Wasserleitung hat, so gibt es doch noch viele Häuser, die ihren Wasserbedarf auf diese Weise decken müssen. Und im Hofe manches fürstlichen Palais steht noch der Brunnen, aus dem das Wasser mit Eimern emporgewunden wird. Die flinken zweispännigen Wagen mit ihren in duntlen Samtkaftan gekleideten Kutschern eilen in neiderregendem Tempo über Vie Straße, und dazwischen rollen die eleganten Wagen der Gesellschaft, die zum Korso fahren. Tagtäglich zwischen 4 und 6 Uhr bewegt sich dieser glänzende Zug die Calsa Victoria entlang, am königlichen Schloß vorbei zur „Chaussee": „tout Buoarest" ist dort täglich zu sehen. Nur Paris oder Petersburg kann sich in der Eleganz der Toiletten, in der Pracht der Wagen und Pferde mit Bukarest messen, wie auch die rumänische Aristokratie ein Jahrhundert lang in Paris gelebt hat. Die „Palais Brancovan, Bibescu, Stirbep, Ghica, Cantacuzsne, Mornsi ufw." sind in. Paris ebenso berühmt wie die „Palais Rohan", „hötel Montmorency", „Palais Rochefoucauld" usw. Französisches Wesen, gepaart mit orientalischer Großzügigkeit, sind das Charakteristikum der rumänischen Gesellschaft, im Guten, wie int Schlechten. Die.völlige Verderbnis der Sitten findet in der spielenden Leichtigkeit der Ehescheidungen ihren Ausdruck. Treffe ich nach einem Jahr einen Bekannten von dort wieder, so wage ich nicht, ihn nach seiner Frau zu fragen. Er könnte ja geschieden und schon wieder mit einer anderen verheiratet sein. Ein treffendes Beispiel für die moralische Auf- fassung dort ist auch der Fall eines gerade jetzt vielgenannten: Ministers: der erste Prozeß, den er als Einundzwanzig! ähriger — wir wurden sagen: Lausbub — führte, bezweckte den Nachweis, daß er nicht der Sohn seines Vaters sei, was ihm auch glänzend gluckte. Deswegen hat er sich aber weder mit seinem wirklichen, noch mit seinem nominellen Bater, auch nicht mit seiner Mutter verfeindet. Wo aber viel Schatten ist, ist meistens auch viel Licht. Der hervorstechendste Zug der rumänischen Gesellschaft ist ihre unbegrenzte Wohltätigkeit. In keinem Krankenhaus hat der Patient für Behandlung und Verpflegung auch nur einen Pfennig zu zahlen! Alle Hospitäler sind aus Stiftungen errichtet und verfügen über fürstliche Einkünfte. Bei Wohltätigkeitsfesten werden Eintrittspreise und Zuschüsse verlangt und auch gerne gezahlt, die nur mit den Verhältnissen amerikanischer Milliardäre verglichen werden können. Sympathisch berührt der Mangel an jeglichen Titeln und Adelsprädikaten. Mancher nicht eingeweihte ausländische Aristokrat hat schon die unattgenehm.e Erfahrung machen müssen, datz der Herr, den er eben mit viel Herablassung behandelt hat, ein Minister und mit den mächtigsten Fainilien Europas recht nahe verwandt ist. Für den Deutschen, der nach Bukarest komntt und in die Gesellschaft eingeführt wird (einen sogenannten Mittelstand gibt es dort nicht!), find die Eindrücke überwältigend. Liebenswürdigkeit und feinste weltmännische Bildung, die den Mann und nicht seinen Stand ansieht, die fabelhafte Eleganz und das selbstverständliche, aus dem Herzen stammende Entgegenkommen, verwirren ihn: er wird Rumänien überschätzen. Umgekehrt ivird unser Vaterlaitd nitterschätzt: ich werde nie den ersten Eindruck vergessen, den mir die Berliner Gesellschaft! machte: statt Eleganz Arroganz, statt der Liebenswürdigkeit, tvahrer Bildung, bornierter Standesdünkel. Es hat Jahre gedauert, bis ich die kolossale Ueberlegcnheit Preußens über alle andern Nationen verstehen und bewundern lernte, allerdings noch länger, bis ich es begriffen hatte, daß man einem ungebildeten und unsyinpathischen Rcgiernngsrat bei weitem achtungsvoller entgegenkommen müsse, als einem Rechnungsrat mit viel Wissen und Herzensbildung. Ja, der Titel! Und die Kriecherei! Bott solchen Kleinkrämereien ist Rumänien frei. So ergeben das ganze Land seinem Könige ist, gegen und über ihn wird nie ein Blatt vor den Mund genommen. Wie der König einmal einen Ministerpräsidenten ziemlich unerwartet entließ, erklärte die Frau Ministerpräsident bet ejttentf offiziellen Empfang ganz tMeniert: „Der Knabe Karl fängt an, nur flirchwxljch zu werden!" Trotz dieses auch für die dortigen! Verhältnisse etwas starken Ausspruchs der Dame, ist ihr Mann später noch einmal Minister geworden. Denn der König fühlt sich erhaben über Lob und Tadel, und steht hoch über den Parteien/ wie über seinen Untertanen und ihren Aeußernngen. Er hat es meisterhaft verstanden, mit deut rumänischen Volkscharaktcr fertig zu werden nnd dabei persönlich seine Unnahbarkeit zu betvahren/ die ihm den unbegrenzten Respekt iutd die Anbetttng seines Volkes erworben hat. Man kommt in eine andere Welt, wenn man das Schloß betritt, man fühlt vom ersten Augenblick an, daß man in eine Atmosphäre von eisernem Pflichtgefühl, von strengster Orditung und Pünktlichkeit, von unermüdlicher Arbeit kommt, daß man einem seelisch Großen naht. Wie über einem Tal, in dem tausend bunte Blumen in berückenden Farben und betäubenden Düsten blüh'n, wo bunte Schmetterlinge ohne Zahl in Licht und Glanz schweben, auf einsamem Felsenhorst der Adler herrschend thront, so thront der einfache, allem Prunk abholde König über seinem färben- unif prachtliebenden Volke, das in Ehrfurcht und treuer Liebe zu ihm aufblickt. E manuel Kre m n i tz, vüchertisch. — Griebens Reiseführer, Band 77: „Die Vage s e n". 8. Auflage. Mit 7 Karten (2 Mk.) Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Zu rechter Zeit, da jedem Wanderlustigen das Herz ansgeht schon beim Schmieden seiner Reisepläne, erscheint in neuer Bearbeitung die 8. Auflage des als zuverlässig bewährten Führers durch die Vogesen in der rühmlichst bekannten Sammlung Grieben. Manchem noch Unentschlossenen dürfte damit ein Hinweis für die Wahl des Reiseziels gegeben sein, wenn er in dem praktisch angeordneten Text des Bändchens liest, welche Herrlichkeiten dieses! schönste aller detttschen Mittelgebirge zu bieten hat, und welch vielseikige Anregung unser sagen- und burgenreiches Elsaß jedem Frdunds der Poesie und Romantik vermittelt. Buchstabenrätsel. al, ch, co, ck, er, er, ba, 1’1, falt, gel, i, n, ui, nen, os, rel, t, la, tr, u, yo, z, zu. Ans vorstehenden Silben und Buchstaben sollen fünf Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines Klaviervirtuosen und Komponisten ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Militärisches Vergehen. 2. Badeort in Schlesien. 3. Bekannte Erscheinung auf dem Weltmeere. 4. Geistlichen Liederdichter. 5. Gefiederten Sänger. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer I E D D A v A R M D R A U A M U R Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lattge, Gießm»