Samstag, den H. Juni ?Ris TD AZ 11 i-gll •J: Eie FismmenMchen rauchen. Roman aus bem Jahre 1813 tfon Mäx K|arl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 5. Teil. Wochen waren seit dieser Nacht vergangen. Jeder im Dorfe wußte, daß der Erbjunler Liuthardt droben im Schloß wohnte, nur der Freiherr von Altenlohe nicht. Pfarrer Tempel hatte bis setzt noch nicht gewagt, ihm, der immer mehr kränkelte und oft über heftige Halsschmerzen klagte, dies mitzuteilen. Aber Gisela war heimlich allnächtlich aus dem Schulhause geschlichen bis unter die Fenster von ihres Bruders Zimmer und hatte gehofft, ihn durch irgendeinen Zufall sprechen zu können, und auf dem Rückwege hatte sie stets der alte Etzinger erwartet rind daun schweigend nach Hause begleitet. Die tagelang währende Aufregung der Dorfbewohner über die vaterlandslose Haltung des Erbjuukers wurde aber urplötzlich durch ein andres Ereignis abgelöst. Zunächst traf die Meldung ein, daß Napoleon mit einem Ungeheuern Heere von Westen heranrücke, doch zeigte sich bald, daß diese Nachricht übertrieben war. Der Vizekönig! Eugen, der Stiefsohn Napoleons, war es nur, der mit 30 000 Manu bei Magdeburg stand und mit dieser Truppenmacht Berlin überfallen wollte, um die Hauptstadt in seine Gewalt zu bekommen. Mer der russische Heerführer Wittgenstein und die preußischen Generale Porck und Bülow sammelten die zerstreuten Scharen deutscher Truppen und rückten der bedeutend stärkeren Armee Eugens entgegen. Paul Wintzer lag mit Werner von Altenlohe in demselben Quartier. Seit Wochen waren sie nun von einem Orte zum andern geworfen worden, untätig und dadurch beinahe kriegsunlustig geworden. Der Major von Reitzenstein, unter dessen Kommando das Bataillon Freiioilliger stand, tvär- tete täglich auf Order vom General Borck, sich mit einem größern Heeresteile vereinigen zu können. Da, eines Morgens, trat eine Ordonnanz tu das Bauernhänschen, welches Wintzer und Altenlohe bewohnten und brachte dem Musketier von Altenlohe den Befehl, sofort zu Major Reitzen- stein zu Toinnten. Dort wurde er gefragt, ob er reiten könne. „Dann nehmen Sie eins meiner Pferde, Altenlohe, unb jagen Sie, was Sie können, nach R.-Witz ins Hauptquartier und überbringen Sie folgende Kunde: Das Bataillon Reitzenstein ist alarmiert und trifft am heutigen Abend in R.-Witz ein. Es ist kampfbereit und schlagfertig. —•, Nun reiten Sie los, was Sie können, lueitit auch' der Gaul kaput geht. Aber hüten Sie sich vor dem Feinde. Französische Truppen haben Patrouillen ausgeschickt, deren Spitzelt bis dicht i,n die Nähe unseres Quartiers gekommen sind. Also verbinden Sie Mut mit Verschlagenheit. Heute abend melden Sie sich bei nur in R.-Witz zurück.". Wie im Taumel verließ Werner das Hans des Majors. Wintzer erwartete ihn und sah dem Freunde an, daß Großes int Werke sei. Und Werner rief schon von weitem: „Es geht los, Paul, noch heute wird marschiert, und ich mußin das! Hauptquartier reiten, Meldung zu bringen. Auf Wiedersehen heute abend in R.-Witz!" Er ließ sich von des Majors Stallburschen eins der Pferde satteln und ritt dann im leichten Trabe zum Tore hinaus. Bon R.-Witz hatte er nichts weiter erfahren könnest/ als daß es etloa drei Stunden ztt Pferde von seinem Quartier entfernt lag, in östlicher Richtung und daß die Kirche zwei spitze Holztürme habe. Es war seine erste ernste Kriegffleistung, die er tat, und das erfüllte ihn mit ungeh'euerm Stolze. Wenn ihn der Vater so reiten sähe oder die Schwester! Oder wenn er zufällig irgendwo den Binder! träfe, der gewiß bei beit Lützowern als Offizier eingetreten war! — Was sie jetzt wohl zu Hanse tun würden, hie Seinen? Zn Hause! Ein großes Weh fiel ihm in feine Seele. — Sein Vater und seine Schwester, sie hatten ja kein zu Hanse mehr, sie waren ja heimatlos, und das durch seine Kampfeslust und seine heiße Vaterlandsliebe. War es recht von ihm, beit alten, kranken Vater und die hilflose Schwester so von Haus und Herd zu bringen?! — „Ja, ja und tausendmal ja!" sagte eine feurige Stimme in seinem Herzen. „Und wenn du es nicht tatest, tat es doch dein Bruder," sagte eine erwägende Stimme in seinem Simst Da stand plötzlich das Pferd still. Zwei Soldaten mit vorgehaltenen Flinten sperrten ihm den Weg. Hohe 9töte stieg ihm ins Antlitz, Röte der Scham und des Zorns Wey sich selbst. So also hatte er seine erste Kriegsprobe bestanden! — Wie ein Träumer war er dahingeritten, seinen Gedanken nachhängend, statt zu spähen und zu forschen! Da riefen i.hn die Posten in gutem Deutsch an: „Wohin, Kamerad? Wer bist Du? Welchem Heere gehört deine Uniform? Bist du auch Rheiübüudler, wie wir Nassauer, unter König Engens Befehl?" Freundlich sprachen sie es, ein wenig schwäbelnd, und Werner erkannte, daß er durch eine kurze Lüge: „Ja, ich bin des Königs Eugen einer," freien Weg gehabt hätte. ~ Wer ein Altenlohe lügt nicht, und wenn er es tüte, hieße das nicht seine Schuld: Verträumt durch ein von Feinden besetztes Gebiet zu reiten, noch größer machen?" Er richtete sich auf und rief: „Seid Ihr Nassauer, so tut Ihr mir leid, auf Eures Fürsten Befehl dem Kaiser dienen zu müssen. — Ich bin ein Preuße und kenne mente deutsche Pflicht, Gebt Bahn!" Und er schlug seinem Gaul die Hacken in die Weichen und sprengte vorwärts, und als die verblüfften Nassauer die Lage erfaßten und nach ihm schießen wollten, war er längst querfeldein gesprengt und hinter Gebüsch ver- schwnttden. Nun war ihm Wohl und frei zumitte. Die drückenden Gedanken von vorhin waren verschivunden, Jetzt wär Krieg, 362 frischer, fröhlicher Krieg und er mitten drin. — Er spähte vorsichtig nach affen Seiten, benutzte jeden Büschsaum als Deckung, öoh jeder Anhöhe hielt er Umsicht. Endlich, nach vierstündigem Ritt sah er im Grunde ein Dorf liegen. Ein steinaltes Bauernmütterchen saß mit zwei drallen, hübschen Mädeln am Feldrand bei der Suppe. „Schon Mittag, Mutter?" fragte Werner und ritt herzu. Die Mädchen kreischten aus und raunten in wilder Hast über den Acker, und die Alte hob flehend die Hände: „Laßt sie in Frieden, Herr, laßt sie in Frieden! Es sind meine Enkelkinder, unb ich habe sie treu bewahrt in diesen wilden Zeiten. Gestern sind schon die Franzosen vorbei und haben schlimm gehaust, und ich hab die Mädels im Stroh versteckt gehalten und so vor den Wüterichen bewahtrt!" „Beruhigt Euch, gute Mutter, Eure Enkel sind sicher vor mir. Habe selbst ein Schwesterlein, zart unb rein, daheim. — Sagt mir, wie ich am schnellsten nach R.-Witz komme?" Die Alte wurde jetzt freundlich und zutraulich und erklärte: „Nach R.-Witz? — Da reitet nur durch Klcin- O.-Dorf hier drunteu int Grunde, und eine kleine halbe Stunde später seid Ihr schon in R.-Witz." „Sind Soldaten in diesen Orten?" „In Klein-O.-Dorf nicht mehr, aber in R.-Witz. Da wohnt ein hoher Herr, ein preußischer General." „Gut, Mutter, ich danke Euch, lind grüßt Eure Enke- limten von einem, der ihnen nichts zuleide tint wollte!" „Ja, — ja — Ihr seid ein lieber Herr, aber so sind sie nicht alle. Wenn dock) dieser Krieg erst zu Ende wäre!" „Eben fängt er erst an, Mutter. Und wenn er zu Ende ist, wird Ruhe int Lande werden, verlaßt Euch daraus!" Er nickte ihr noch einmal zu und ritt daun wieder nach dem Walde. Die Alte sah ihm verklärt nach und faltete die arbeitsmüden, runzligen Hättde, die ein Lebensalter geschafft hatten. Und dann, als der Schnee der Siebzig attf der Greisin Haupt gefallen war, kam der Feind ins Land und zerstörte ent ganzes Lebenswerk in einer Nacht und ließ nichts zurück, als Not und Httitger und hilflose Waisen. H Und die hatte der Reiter verschont, der schöne, junge Reiter. — Und sie stammelte: „Herr droben, behüte ihn!" — Die Mädchen kamen mit angstverzerrten Mienen aut Ackersaunt entlang gekrochett. „Ist er fort, Mutter, der böse Reiter? — Hat er dich geschlagen?" — „Nein, nein, er war kein böser Reiter. Er hatte so gute Augen!" — Und noch immer stierte die Alte nach dem Dickicht, in dem Werner verschwunden wär. Und dann atmete sie tief auf und sagte verträumt: „Wenn der Krieg zu Ende ist, wird Ruhe im Lande. Er hat es gesagt, und der lügt nicht!" Daun, aßen sie die kalte Suppe weiter. Werner aber umritt den Ort Klein O.-Dorf und sprengte dann in R.-Witz eitt. In dem weißgetünchten kleinen Pfarrhause lag das Hauptquartier. Ein Adjuvant in hohem, steifem, schwarzem Kragen nahm Werners Meldung entgegen. „Gut, mein Sohn, wie heisst du?" „Werner vott Altenlohe!" „Wie, ein adeliger Name und nur ein Musketier? Wer ist dein Vater?" „Freiherr von Altenlohe auf Heidehorft!" Das freundliche Atttlitz des Offiziers versteinerte sich im Augenblick. „Es ist gut, Sie fönnen gehen!" Werner wußte nicht, wie er das Gemach Verlassen. Was bedeutete dieses Benehmen des Adjutanten? Beim Nennen des Namens seines Vaters war der Offizier wie umgewandelt. Er rief einen der aus dem Haufe kommenden Kavalleristen an ttnd fragte ihn nach des Adjutanten Namen. „Graf Egbert von Singen-Hörtroup!" Den kannte Werner nicht, er hatte noch nie diese Namen gehört. Sollte er eilt Feind seines Vaters sein? Nein, fein Vater hatte keine Feinde. Er entschloß sich, der Sache auf deu Grund zu gehen und ließ sich nochmals bei dem Adjutanten melden, aber die Ordonnanz kehrte zurück: „Der Herr Rittmeister hat keine Zeit!" Nun war die fröhliche Stimmung, die Freude über den endlich beginnenden Krieg dahin. Er suchte sich sein Quartier und wirkte zugleich für seinen Freund Wintzer eine Ruhestatt mit aus, versorgte dann sein Pferd und harrte nun der ankommenden Truppen seines Bataillons. Mit jeder Stunde wurde es lebendiger im Orte. Von allen Seiten strömten Truppen herzu, Ordonnanzen jagten die Straßen auf uud ab, und gegen sechs Uhr rückte auch bas Bataillon Reitzenstein in die Quartiere. Unter den Soldaten herrschte fröhliche Kampfesstimmung, uud jeder freute sich, daß dem untätigen Hin- und Herziehen nun endlich durch einett Kampf und, wie jeder hoffte, durch einen Sieg ein Ende gemacht würde. Werner von Altenlohe meldete sich bei seinem Kommandeur zurück und gab das Pferd wiener ab, dann suchte er sich seinen Freund Wintzer und nahm ihir mit in das für beide besorgte Quartier. Unterwegs erzählte er ihm das eigentümliche, ihm unverständliche Benehmen des Adjutanten von General Porst. Wintzer ahnte den Zusammenhang, hütete sich aber, dem Freunde von seinen Befürchtungen zu sagen. Er beruhigte den Freund, sprach allerhand Vermutungen aus, die weit von dem wahren Sachverhalt entfernt waren, und es gelang ihm, Werner die trüben Gedanken zu verjagen. Als sie in ihr von Werner ausgesuchtes Quartier kamen, war dies bereits von etlichen Offizieren besetzt, und so mußten sie mit in das große Feldlager übersiedeln. Unterdessen hatte sich die Kunde verbreitet, daß von Magdeburg her der Vizekönig Eugen im Anmarsch fei und daß morgen früh der Zusammenstoß erfolgen müsse. Arm in Arm durchschritten die beiden Freunde das Lager, trafen dabei einige Bekannte aus ihrem Heimatdorf, vor allem Fridolin Etzinger, den Sohu des alten Stelzfußes. Werner erkundigte sich, ob Etzinger etwa irgendeine Nachricht aus der Heimat 'bekommen hätte, aber Fridolin verneinte kurz, fast schroff. Als aber Wintzer auf einen Augenblick, mit Fridolin allein stand, steckte ihm des Stellmachers Sohn hastig einen Brief zu. „Von meinem Vater, aber lasst den Junker nicht lesen!" (Fortsetzung folgt.) Ein Abschnitt aus der Negimenttgeschichte der „Hanseaten". Von Otto Mann s. Am 18. Mai 1871 verstarb in Darmstadt infolge von Typhus der Premier-Leutnant Heriuanu Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Ritter des Eisernen Kreuzes II. Kl. und des Mecklenburger Militär--Verdienstkreuzes. Nachdem er als Som» pagnieführer den ganzen Feldzug von 1870/71 unverletzt mitge- macht hatte, war er auf dem Rückmarsch nach der Heimat vom Typhus befallen worden und ist dieser Krankheit trotz sorgfältiger Pflege erlegen. Diese kurze Notiz hat im Jahre 1871 wohl mancher gelesen, oder doch davon gehört, doch Ivar mau von dem vielen Leid und dem großen Schmerz, welche das „große Jahr" über so viele von Deutsche und speziell Hessische Familien gebracht hatte, so abgestumpft,, daß die Trauer um den einzigen Sohu nur der bejahrten Mutter und der Schwester überlassen blieb, besonders da der Verstorbene in unserer engeren Heimat persönlich wenig bekannt war, da er in einem Preußischen Regiment (hanseatisches Jnsauterie-Rgt. Nr. 75) gestanden hatte. Wenn wir unseres Landmanues hier mit ein paar Zeilen gedenken wollen, so darf die Katastrophe von 1866 nicht unerwähnt bleiben, die dem jungen Offizier gleichzeitig den Verlust des Vaters und des Vaterlandes brachte. Als im Jahre 1866 der Preußische Generalmajor v. Beyer das Kurfürstentum Hessen besetzt hatte, wnr- den auch mit dem Kurfürstl. Landrat in Homberg (Rgbzk. Cassel), dem Freiherrn Louis Schenck zu Schweinsberg seitens des Preußischen Ober-Kommandos Verhandlungen geführt, daß der Landrat nunmehr sein Amt im Auftrage des Königs von Preußen verwalten solle, was einer Einverleibung feines Kreises an Preußen gleich kam. Auf die Weigerung des Landrates, der sich an seinen Diensteid gebunden glaubte, wurde ihm mit sofortiger Verhaftung gedroht und das Ende war, daß der treue und gewissenhafte Beamte infolge der Aufregung von einem Schlag-' anfall befallen würde und tot zusammenstürzte. Nun, über die Ereignisse vom Jahre 1866 ist läugit Gras gewachsen: ixe alten Kurhefsen sind gute Deutsche geworben und sprechen nicht gern über jene Zeit, derer hier dennoch gedacht werden mußte, um den Schmerz der Mutter zu verstehen, der, nachdem dcr^Er- nährer gestorben, es große Mühe uud Sorgen machte,^ den «ohu auch ferner zu unterstützen. Dieser hatte bis zum Jahre 186b in einem Kurhessischen Regiment gestaiiden und trat bann in Preußische Dienste über, wobei er dem hanseatischen Jnsauterie-Rgt. Nr. 75 zugeteilt wurde, in ivelchein er den Feldzug 1870/71 nut* gemacht hätte. In diesen Kriegs- und Siegesziig der Hanseaten fällt auch die Episode aus der Schlacht von Loigny, die uns hier beschäftigen soll und folgt nun der Abschnitt aus der Regiments- geschichte, wie er von einem Augenzeugen ergreifend geschildert wird: , , „Str. Dccemb. 1870. Ausgang der Schlacht bei Loigny: Von morgens 8 Uhr hatte die Schlacht schon gewährt, Loigny, der Stützpunkt der feindlichen Stellung, war noch nicht m uu- 363 seren Händen. Jetzt neigte sich der kurze Dezembertag seinem Mlde zu und nun versuchte der französische General Le Blanc «neu letzten gewaltige» Stoß, um die ermatteten Deutschen aus Lmgny zu werfen und die eingeschlossenen Franzosen zu he- freien. In Villepion sammelte er einen Haufen von ca. 3000 Mann fr: cher Truppen des 17. französischen Korps, darunter «» Bataillon päpstliche Zuaven unter Oberst Charette, denen sich Trümmer des geschlagenen 16. Korps, Mobilgarden und Franktireurs anhängten und führte sie auf Loigny. Die schwachen vorgeschobenen Abteilungen der 90 er, 89 er und 14 er Jäger mußten von Villours aus zurück bis alt die Chaussee Loigny^- Chartres, bestrichen zwar von hier aus die Flanke des Feindes, vermochten aber sein Vorwärtsdringen nicht aufzuhalten. Ge- lang^^ General Le Blanc in Loigny einzudringen, dann war die Schlacht für uns verloren und all das teuere Blut der Kameraden umsonst vergossen. Dies mit klarem Blick erkennend, setzte General von Treskow (Führer der 17. Division) schnell entschlossen seine letzten Reserven ein, das erste und unser Fü- siller-Bataillon (75. Rgt.). Es mochte 4 Uhr sein, als der Adiutant den Befehl überbrachte, „Füsilier-Bataillon soll einen Vorstoß machen". Sofort waren wir auf den Beinen. Die Trom- meln wirbelten Sturmmarsch, die schrillen Flöten übertönten Bsiifcn der Kugeln und im Laufschritt gings um die Süd- Ost-Ecke von Loigny. Hier sprengt der Divisionskommandeur selbst auf uns zu; die Mütze schwenkend rief er: „Hurra! Es lebe der König!" „Hurra!" jauchzten wir in wilder Saft. Jetzt Merkten loir, jetzt , galis! Die steifgewordenen Glieder waren diirch den Daucrlauf völlig geschmeidig geworden; aufgeregt durch .l Gedanken an das, was da kommen sollte, jagte das Blut t»te siedendes Feuer durch die Adern, klopfte stürmisch das Herz. Da, welch seltsamer Anblick: An den Außenmauern eines vor Loigny stehenden Gehöftes steht die Musikkapelle eines Mecklen- ourgischen Regiments (90 er ?). Sie blasen, was das Zeug halten will, denn die ganze Division gibt das Signal, „Das Ganze avancieren", weiter. Wir stürmen vorwärts; da kommt mQni| Marbel eine Kolonne auf uns zu. Wir glauben, cs sind Bayern, die in der Dämmerung aus Loigny abziehen. Kaum 100 Schritte trennen uns von ihnen, da ruft einer ltnks von mir: „Donnerwetter! Das sind ja Franzosen!" Nun konnten wir iins für das lange Stilliegen revanchieren! Ohne erst ben Befehl abzuwartim, fliegt das Gewehr an die Backe »»d ^chust auf 'Schuß fitzt in der Front und linker Flanke des Feindes. Dieser scheint ein so nahes Zusammentreffen auch nicht erwartet zu haben; erst stutzt er, dann wehrt er sich verzweifelt. Mitten durch dieses Kreuzfeuer, wunderbarer Weise ohne verletzt zu werden, stürmt der Führer der 11. Kompagnie, ’foeinterleutnont H. Freiherr Schenck zu Schweinsberg auf seinem dicken Brannen dem Feinde zu,, Mengt an den feindlichen Führer heran und haut ihn vom Pferde. Einige Leute seiner Kom- pagnie eilen ihm nach und nehmen mit ihm den feindlichen Oisizier ■— es ist der Kommandierende General Le Blanc selbst — gefangen. Auch Oberst Charette, der Führer der päpstlichen Zuaven, wird gefangen und von der 9. Kompagnie eine Mi- trauleuse erbeutet. Vergebens suchen nun die übrigen feind- lidjen Offiziere, auch die in der Kolonne befindlichen Geistlichen, unter Vorhalten des 'Kreuzes ihre Soldaten zum Standhalten anzufeuern Es ist verlorene Liebesmüh! Ihr Widerstand ivird schwacher, sic machen Kehrt und verschwinden in regelloser Flucht, non unserem Schnellfeuer verfolgt. Zwei Züge von den Flügeln des Bataillons, darunter unsere halbe Kompagiiie, verfolgen den Feind. Sie bringen in Loigny ein, wo erst jetzt der Widerstand der Verteidiger gebrochen ivird. Noch 600 unverwundete Feinde strecken auf dem Kirchhof die Waffen, das links von uns vor- toßende Bataillon drang in Villours ein und nahm es im erste» Anlauf, eine Menge Gefangene machend. Nach und nach er- Itarb der Kampf; der Feind erneuerte seine Angriffe nicht mehr und unseren .beide» Bataillonen bleibt der Ruhm, den Sieg von Loigny entschieden zu haben. — So lautet der interessante Abschnitt der Regimentsgeschichte, welcher der einzigen noch, in Darmstadt lebenden Schwester nn- seres Helden mit der Mbildung des erwähnten Reiterzweikampfes vom Regiment aus zugeschickt tonrbe. Der bekannte Schlachtenmaler Hünten hat nämlich die Gefangennahme des französischen Generals als Mittelpunkt in seinem berühmten Bild „Die Han- seatei! bei Loigny", zu Bild gebracht, und die Stadt Bremen hat dieses Meisterwerk, aus Dankbarkeit für ihre Hanseaten (Bremen war zeitweise Garnison des 75 ten Regiments) angetauft und wt Bremer Ratskeller zu jedermanns Ansicht ausgestellt. Von den vielen Fremde», die das Bild betrachte», wisse» nur wenige, »aß der kühne Reiter unferen hessischen Landsmann darstellt, de» den Künstler mit lebenstreuer Aehnlichkeit gemalt hat. Nur mc allen -siebziger" von beit Hanseateii erinnern sich beim Beschauen des Bildes mit Stolz und Verehrung ihres beliebte» Kameraden und Vorgesetzten. Ein tragisches Geschick hat es gewollt, ?asi fast z» derselben Zeit, wo die Kameraden nach dem Friedens- fchlusi unter Glockengeläute und dem Jubel der Einwohner mit bei» Lorbeer des Siegers geschinückt in ihre alten Garnisonen emzogen, der entschlafene Held in Darmstadt mit militärischen Wen zu Grabe getragen wurde, ohne seine alte Mutter noch einmal gesehen zu haben. Er ruht in geweihter hessischer Erde, in Hessen, das er so sehr geliebt hat und das auch ihm, wie so vielen feiner tapferen Landeskinder, die dem „großen Jahr" zum Opfer gefallen sind, ei» ehrendes Andenken bewahren wird. Die Aüche im )uni. Von A. Burg. Es ist erwiesen, daß im Sommer der Bedarf und das Ver- w^"uach Fleisch viel geringer ist als im Winter, besonders AM S um fettes Fletsch handelt. Demi Fett erzeugt im^intpr lT. Eövper Wärme, die dieser naturgemäß mr Winter mehr braucht als rnr Sommer. Speck und fetter Br°te» smd uns m der kalten Jahreszeit viel willkommener, Afa 1 m 1va^9 satter roher Schinken im Sommer beliebt, lS/~^eiJa0C . tungen Gemüsen. Vorzüglich ist solche Mrtbe. Schmken zu jungen Schoten, die aber im Ium auf beit Markten der Städte noch vielfach recht teuer fitck, ebenso es den Karotten. Ein echtes Juni-Mischgeinüse sind Mohr- ?ttb Spargel. Letztere fangen allerdings an, M dem 10. ober 12. ^uni im Preise zu steigen, da mit . n Mhanmstage fast von allen Spargelzüchtern das Stechen eingestellt wird. . ,^ucb Bohnen Pflegen im Juni oft noch ziemlich teuer zu sein, haben sie mäßige Preise, so ergeben sie eilt lebr gutes sommergemiise, zu dem man vielfach neue Kartoffeln tn der Schale und Matjeshering ober, wo solcher nicht zu habeil e -ru911« V! Bsilch und Wasser ausgezogenen Salzhering und srOnw Butter gibt. Dagegen pflegt von Mitte des Monats an der Kohlrabi in größeren Vorräten den Markt zu erobern. Oft Jlt er sogar recht wohlfeil, leider aber ist die Mannigfaltigkeit seiner Zubereitung noch nicht so allgemein bekannt. Die Ein- seitigkeit der Zubereitung eines Gerichts ist bekanntlich der größte Feind desselben. Solange die jungen Herzblätter der Kohlrabip-flaitze noch zart und weich sind, werden sie selbstverständlich mit z»bereitet, erne Art, die den meisten Menschen besser zusagt, als die Zu- bereitung der in Scheiben geschnittenen Knolle» allein. Sehr wenig bekannt sind braune Kohlrabi; die meisten Hausfrauen glauben, Kohlrabi nur mit weißer Mehleinbrenne ober, wie vsisiach ul Nieberschlesien und Rußland üblich, mit Milch oder Sahne lochen zu können. Um Kohlrabi braun herzurichten, lässt man die zerschnittenen Knollen (hier ohne Grün) in siedendem gesalzenen Wasser 12 bis 15 Minute» koche» und gießt das Wasser durch et» Sieb ab. In einer Kasserole läßt man ein großes Stuck Butter ober Butter mit Rinderfett nebst zwei «tu.ichen Zucker unter fortgesetztem Rühren kräftig bräunen, gibt die Kohlrabi hinein, schwenkt sie damit durch, läßt sie etwas airbraunen, gibt etwas Brühe ober auch nur Wasser und etwas «alz dazu, läßt alles kurz einkochen, schmeckt das Gemüse ob und richtet es in erwärmter Schüssel an. Ebenfalls unbekannt ist ein gebacknes Schüsselgericht von Kohlrabi mit Schinken. Die Kohlrabi werden, ebenfalls ohne Grün, geschalt, in Scheiben geschnitten, mit kaltem Wasser und Salz zum Kochen gebracht und 12 bis 15 Minuten gekocht, worauf man das Wasser durch ein Sieb abgießt. Dann dünstet man sie in Wasser nebst Butter ober in leichter Brühe fast weich, ftreiit Mehl barüber unb läßt durchziehen. 'Sine feuerfeste «chusstl oder Auflaufform streicht man mit Butter ans, gibt eine «chicht Kohlrabi hinein, legt eine Sage roher Schinkeir- schecken darauf, läßt Kohlrabi und nochmal Schinkenschnitte folgen, bis Kohlrabi die oberste Schicht bilde». 2 bis 3 Eidotter ver-. quirlt mau mit etwas Brühe, gährt dies langsam und gleichmäßig über die eingelegten Schichten, streut geriebene Semmel unb träufelt etwas zerlassene Butter barüber, schiebt die Schüssel ui den Ofen unb läßt bas Gericht in mäßiger Hitze zu schöner,- gelbbrauner Farbe backen. Es muß sofort »ach dem Heraus- nehmen aus dem Ofen aufgetragen werbe». Ebenso begehrt ist der Kopfsalat ober grüne Salat, welcher allerdings weniger den Anforderungen an Nahrhaftigkeit, als an Erfrischung entspricht. Und an heißen Junitagen bedeutet ein, erfrischendes Salatgcricht oft einen hohe» Genuß, der feiner kostspieligen Delikatesse gleich steht. Gerade im Monat Juni glänzt der Kopfsalat durch die Ausbildung seiner Fnuciiblätter, die in den festgeschlvssenen Köpfen verborgen, weit köstlicher sind, als die Außenblätter. Der Salat muß sehr oft und sorgfältig gewaschen werden, bann im Siebe ober im Salatkorbe vollständig trockne», ehe man ihn mit Essig, Oel, Zucker, Pfeffer, Salz ober mit Sahne ober mit Salatsauce mischt. Er bars aber auch erst im Augenblick des Servierens angemacht werben. Ist er beim Anmachen noch naß, so bringt die Flüssigkeit nicht in bie Blätter ein und sie bleiben geschmacklos. Vielfach wird anstatt Essig jetzt Zitronensaft genommen, was den Salat bekömmlicher machen oll, und die niederdeutsche Küche glänzt im Bereiten des Salats mit süßer ober saurer Sahne ober des berühmten Specksalats. Auch in der russischen, Küche huldigt man der Zugabe von saurer Sahne, die das Gericht nahrhafter macht. Sehr viele Leute lieben den _ Salat mit Zucker bestreut, andere dagegen wollen ihn ungesüßt, und deshalb ist es vorteilhafter, beit Zucker nicht daran z» geben, sondern zur freien Benutzung auf den Tisch 364 «u stelle« Man i&t Salat $« allen Fleischfpeiseir, namentlich Xu aarnierten, gebratenen, 5. B. zu Koteletts', Schnitzeln, gebratenen Fischen, vorzüglich auch zu Backhuhn, von welch« Zn^ saunucnstelluug schon ein vor mehr als hundert Fahren er schienener Küchcnkalender zu sagen weiß: „Streicht der Juniwind die Saat, Backhuhn ehrt mit Kopfsalat." Das ist nun in Heutiger Zeit schwer, benii die Reihe der Delikatessen, und gar das Backhuhn, d«» man so ganz besonders gut in der österrerchrschcn und schle, sichen Wiche findet. 1 , Vier werden in mancherlei Gestalt mit Kopfialat gereicht, und es wird vielfach behauptet, daß, diese AnsaMmieMellung erne spezielle Art der Mark Brandenburg und der Berliner Küche ist. Man serviert weiche, Halbweiche, Harte SalzeiÄ oder auch Merklichen dazu. Da die GuEn gegen Ende deS Monats ost schon wohlfeil werden, erwachst dem Kopfsalat Hier und dort eine Konkurrenz durch den Gurkensalat, der mit treuen Kartoffeln fn beÄraSlutto nndSK- oder MefaUaj salls ein echtes Sonunergericht darstellt. Von Mrtte des Monats an imjchren sich Kirschen und Erdbeeren. Aüs den nordisches Ländern, von Schweden und Dänemark Her, kam dre «rtte nach Deutschlarrd (und zwar zunächst in die an ^r Wasierkante be- legenen Länder irnd Provinzen), Früchte mrt Milch znsammcw- Ärstellen. Erdbeeren, die gezückerr smd, werden mit gekühlter Milch oder mit Schlagsahne gemischt, und Wer flüssige Sahne und Milch zu Kirschen nicht liebt, findet vielleicht in mit Schlagsahne vermischten, gezuckerten Glaskirschen oder Salier strschen einen Vorzüglichen Nachtisch. Manchmal bereitet inan auch Krdbeer- Niilch, indenl man gewaschene, vollständig abgetropfte Erobeeren durch ein Sieb streicht und mit Zucker und langsam dazu gefüllter frischer, gut gekühlter Milch vermischt. Tie Gärtnerkunst versorgt uns heute mit so vielen köstlichen Arten von Erdbeeren, daß mjan von den „besten" gar nicht mehr sprechen kann. Es gibt aber noch zahlreiche Menschen, denen das Aroma der kleinen echten Walderdbeere über alle andern geht. Nell in der Wiche dürste eine Erdbeercr'ewe mit saurer «ahne sein, die vielfach sehr gerühmt wird. Man wäscht »A Kilogramm schöne, reife Erdbeeren, läßt sie auf dem Sieb vollständig trocken werden, rührt sie durch ein Porzellaüsieb oder zerquetscht sie ttu Porzellannapf mit dem HMöffel zu Brei, mischt sie mtt 3 vis 31/2 Eßlöffel Zucker, einem knappen Liter dicker saurer Sahne und einem beliebigen Teil auserlesen schöner Erdbeeren, biege» waschen, Wgetro'pft und gezuckert werden, und stellt die cr-chnsicl für eine kleine Stunde in mit Salz gemischtes Eis. Tie Creme wird Mit gezuckerten Erdbeeren Md kleinen Makronen belegt. Zu toten MilchflamMecies ist auch Erdbeersauce sehr ivillwmmen, und zeitgemäß, um so niehr, als man int allgemeinen spater über weniger Erdbeersaft, mehr über Kirsch- und Himbeersaft verfugt jtnb diese z!u Saucen verwenden kann. Tie Erdbeeren werden nach dein Waschen und Abtropfen durch ein Sieb gestrichen, mit Zucker rind Rotwein etwas verkocht und mit ein wenig in Wem oder Wasser verquirltem Kartoffelmehl dicklich gekocht, dann schmeckt Man die (Stauee mit Zucker ab. ■ Eigentlich (um Johannis reifend) gehören die Johannisbeeren wirklich in die JUrnWchse, da sie aber die schöne Gewohn- Wt Haben, immerfort nachjzureifen, so werden sie meist erst nach der richtigen Erdbeerzeit, also ich Juli, recht gewertet, ebenso Wie die Stachelbseren, die erst Ende Juni reifen. Ein erfrischendes Junigericht ist Fliedermilchj, d. h. dazu wird nicht der Flieder, sondern der iveiße in Dolden blüHende Hollunder genoNlmen, also die Blüten des SiranckK, freit unsere Vorfahren für heilig und der Göttin Holda geweiht Hielten. Man läßt die voll den Stempeln gepflückten, ganz frischeir Blüten in siedender Milch ein paar Minuten kochen, gießt die Milch durch tin gut gespültes Seihtuch in die Terrine, Würzt «fit Zucker Und quirlt sie mit 2 bis 3 Eidottern ab. Auf die erkaltete Milch legt m'an von den Eiweißen mit Zucker geschlagenen Schaum als .Klößchen. Vermischtes. »Das Esse» mit P 0 ck e n i m p f n n g. Eine lniailgenehme Zugabe erhielten die Gäste, die der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Charlemagne Tower, zu einem.Diner in fein Haris in Philadelphia geladen'hatte. Als der frühere Gesandte mit Fran und Sohn rmd feinen 15 Gästen gemütlich bei der Tafel faß, ertönte plötzlich das Telephon und von dem öffentlichen Gesundheitsamt wurde ihm mitgeteilt, daß er sich mit feiner Familie, feinen Gästen und seinem ganzen Personal gegen. Pocken inrpfeir lassen müßte. Sein Hofmeister war närnlich plötzlich erkrankt, und es stellte sich heraus, daß er die Blattern hatte; Tower war entrüstet und hängte ab. Aber das nützte ihm nichts, denir bald erschien ein Arzt, um die Pockenimpfung vorzrinehmen. Dem früheren Gesandten war es unendlich peinlich, seinen Gästen ein solch unangenehmes Angebinde an sein Diner hinterlassen zu müssen, aber er mußte sich fügen. Und so fanden sich denn alle mit guter Miene in das Unvermeidliche unb reichten lachend ihre Arme der Impf» nadet dar, Herrschaft, Gäste und Diener ohne Ausnahme. * Vorn lustig en O nkel Sam. Sein Erfolg. „Nu, Jim, eifrig am Werk? Angeln?" „Nee, Würmer ertränken." — S elb sie r k e n n t n i s. Kellner: „Der Gast da möchte etwas Heißes Wasser, um seinen Kaffee zu verdünnen!" Wirt (für sich): „So'n Schmeichler." — Herzlich willk0mmen. Der kleine Junge staud am Torweg, als der Prediger ankant. „Sind Sie der Bruder Johannes?" fragte er den Gast. „Ja, kleiner Mann. Freust du dich, mich zu sehen?" „Aber freilich! Jetzt wird Mutter den Wichen anschneiden!" — Die Mermste. „Mr. und Mrs. WHiffer 'haben niemals miteinander Streit." „Wie ist das möglich?" „Ja Mr. Whiffer will nicht streiten." „Die arme Frau." — Entrüstung. „Es ist doch recht gewöhnlich, wenn eine Frau sich so kleidet, daß sie auf der Straße Aufmerksamkeit erregt." „Nicht wahr?" „Da sah ich Meß Kiwbby gestern in einem Weide über die Straße getot, daß jeder Herr, der ihr begegnete, sich umdrehte und ihr nachsah. „Schrecklich! Von welchem' Schneider mag sie so ein Meid Haben? , „Ich Habe sie auch Won danach gefragt, aber sie hat's nur mcht verraten." — Der bekannte Name. „Sie Haben sich da ja ein schönes neues Bild für ihren GmipfangÄsaal gekauft. es von einem Maler mit bekanntem Namen? „Geiviß, es ist der Maler Smith." — Ursache und Wirkung. Lieschent „Ich habe heute gelesen, daß der Kaffee Gift fein soll, Und ich trinke doch stets so viel!" Gustav: „Na also, da haben pur ja gleich die Erklärung dafür, weshalb Du immer so giftig bist!" ________________ Vüchertisch. b Erzählungen aus den Bergen. Für die Jugend aus seinen Werken ausgewählt von Ernst Zahn. In Pappband M. 1.—. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Diese Zahnfchen Erzählungen dürfen sich das bekannte Wort Theodor Storms zum Motto nehmen, daß die besten Jugendschriften die sind, die nicht für die Jugend geschrieben wurden. Sie wenden sich, ohne alle erzieherische und moralisierende Tendenz, an die besten Instinkte der heranreifenden jugendlichen Seelen: an die Freude am Tüch- tigen, Heldenhaften, wenn es sich auch nur im schlichten Heldentum des Alltags oder gar nur in einer richtigen, handfesten Bubenrauferei betätigt; sie leiten aber auch zu dem hin, wozu die naiu selbstsüchtige Jugend erst erzogen werden muß: ziim Mitgefühl für unverschuldetes Unglück, ziim Verständnis für stummes Leid und für gedankenlos mißhandelte Hilflosigkeit; zum Nachsmnen über das dunkle Walten des Schicksals, vor den, die menschlichen Maß- stäbe von Schuld und Unschuld, von Verdienst und Sühne versagen. Abend. (Große See bei Gedern). Leise zog ein heimlich Kosen lieber Wald und Saum, Cb der stillen Wasserrosen Lag ein goldner Traum. Aus den weiten Wellen lauschte Sanft Selenes Blick. Holder Frühlingszauber rauschte Ob dem Maienglück. Und ein Lüftchen huschte leise lieber Halm und Mohn. Raunte frohe Frühlingsweise Ob dem Tal davon. Sachte in dem Blütenhauche Glitt der Nachen hin Und ich sah dein dunkles ühige Wonnetrunken gltth'n. Stille lagen rings die Klippen Träumten tiefste Rnh Und an nieinen trunknen Lippen Schwelgend lägest bu.--. , . Heinrich Jung. Geographisches Verschiedrätsei. Nanking — Kiao-Tschou - Heringsdorf — Nordsee — Spanie»- Ämerika — Havana — New York — Nymphenburg. Vorstehende Nameil sollen derart untereinander geschoben iverden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten geicicn, jjen Namen eines beliebten Seebades ergibt. Auflösung in nächster Nmnmer. Auflösung des ArithmogripHs in voriger Nummer: Peru, Ente, Tarn, Eibfe, Wickel, Paul, Aufter, Enter, Eeua, Kalte, Llpsula, Mutter, Erle, Katar, SttHa; Peter Paul Nnbens. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch- und Steiiidriickerei, R. Lauge, G.ep