LLLLÜ M 1 [UJütil V:;,7UDI Firnrnraulch. Roman von Paul G r a b e i n» M-achdruck verboten.) (Fortsetzung.) Auch tont nächsten Morgen hielt der Regen noch »alt, in t>e» das Gewitter übergegangen war. Gottliebe war daher gern der Einladung Malmorts gefolgt, noch weiter hier zu rasten. Sie hatte es gern gesehen. War sie doch durch die Stunde ernster Gefahr gestern den beiden Menschen, von deren Existenz sie vor vierundzwanzig Stunden noch nicht einmal etwas gewußt hatte, nahegerückt worden. Die Unterhaltung des gestrigen Wends im dunkelgetäfelten Wohnzimmer hatte dann das weitere getan, um die drei vertraut zu machen. Jetzt nun durchschritt Gottliebe Arm in Arm mit der Tochter, die sich tu leiser Zärtlichkeit an sie schmiegte, alle Räume des alten Schlosses, deren Besichtigung sie lebhaft interessierte. „Wie lauge ist das Schloß schon im Besitz Ihrer Familie?" forschte sie. „Alter Tradition zufolge soll der erste Herr von Malmort von Karl dem Großen als Gaugraf und Richter auf diesem Kastell eingesetzt worden sein; urkundlich ist es allerdings nicht zu beweisen. Unsere alten Familiendolü- mente sind leider bei einem Brande des Schlosses schon vor langer Zeit sämtlich vernichtet worden." „Wie schade! Nun, ohne Zweifel ist aber hier Ihr Geschlecht seit Urzeiten ansässig." „Das sicherlich. Denn viele Orte ringsum heißen danach schon seit ältesten Zeiten." Die beiden schlanken Frauengestalten standen in dem Erker eines Borsaals, und Gottliebe schaute in das weite Tal hinab. „Es muß. doch ein stolzes, herrliches Gefühl sein für Sie, sich so zu sagen: All das ist unser, seit Menschen-^ gedenken. Wise kleine Fürsten Hausen wir hier auf eigenem Grund und Boden; wohin unser Auge fällt, auf Berg und Tal, es ist unser eigen, nie hat es fremde Hand besessen." Das junge Mädchen antwortete nicht gleich; über ihrer klaren Stirn lagerte ein Schatten. Den Blick verloren hinaus! durchs Fenster sendend, erwiderte sie dann: „Glauben Sie, daß dies Bewußtsein genügt, um den Menschen glückliche zu machen?" Gottliebe schwieg einen Moment zu dieser Erwiderung. Eine Gegenfrage wollte sich ihr auf die Lippen drängen, aber ihr Takt hinderte sie, danach zu forschen, warum sie Mit ihrem Vater hier so in einsiedlerhafter Weltabgeschiedenheit hauste. Natürlich, das konnte sie sich ja nur allzu wohl denken, daß ein jugendliches Herz sich hier, fern von allem freundlichen, lichten Schmuck des Lebens, unbefriedigt fühlen müsse. Aus diesem Gedankengang heraus sagte sie dann warm, des jungen Mädchens Arm näher an sich ziehend: „Ich verstehe, Sie entbehren hier viel. Sind, waren Sie denn aber immer hier? Sind Sie nie einmal hiuausgekom- men in die Welt zu den Menschen?" Langsam schüttelte das Mädchen das Haupt. „In die Welt nicht. Denn das Kloster, in dem ich meine Erziehung"Lrhalten habe, rechnen Sie ja wohl auch nicht Gottliebe verneinte schweigend. Armes Kind! So einsam von Jugend an? Wieder wollte sich ihr eine Frage aufdrängen, nach ihrer Mutter; aber wieder tat sie sie nicht. Ihre Begleiterin aber machte nun dem Thema selbst ein Ende. „Wollen wir weiter? Es gibt noch allerlei zu sehen, wenn es Sie interessiert." Gern folgte Gottliebe der Führerin. Durch mehrere Gemächer waren sie so geschritten, eine Flucht modern eingerichteter Säle und kleinerer Zimmer, deren kostbare farbenfrohe Pracht auffallend abstach von dem gedämpften altersbraunen Ton und der altväterischen Behaglichkeit der sonstigen Schloßräume. Uebrigens verrieten die tief herabgelassenen Fenstervorhänge und der Staub auf den blankpolierten Möbelflächen, daß diese Gemächer lange außer Gebrauch waren. Gottliebe staunte. Es wehte sie hier ein so ganz anderer Geist, etwas Lebensfrohes, Luxus gewohntes aus diesen modern zugestutzten Räumen an. Fräulein v. Malmort bemerkte Gottliebes fragenden Blick, aber sie gab keine Auskunft. Vielmehr schritt sie schneller weiter, wie um einer solchen enthoben zu werden. Sie waren so in das letzte Zimmer der Flucht gelangt, einen kleinen Damensalon, der mit einer koketten, kapriziösen Eleganz ausgestattet war. Schon wollte Gottliebe ihrer ohne Halt zu machenden, insgeheim vorwärtsdränaeir- den Führerin durch eine Seitentür wieder hinausfolgen aus den Gang draußen, da stockte unwillkürlich ihr Fuß. Ihr Auge war aus ein BM> gefallen, ein großes Frauenporträt in kostbar geschnitztem, altgoldenem Rahmen, das auf einer Staffelei in der Ecke stand. Ein Frauenkopf von einer bezaubernden, pikanten Schönheit und — wie seltsam ! i— in diesem weichen, süßen Gesichtchen waren Linien, ein Ausdruck, der ihr so bekannt vorkam. Wo hatte sie diese Dame schon -einmal gesehen? „Wer ist das — bitte?" Unwillkürlich entschlüpfte ihr die Frage, und sie wandte sich nach Fräulein v. Malmort um, die schon auf der Schwelle der geöffneten Tür stand. „Meine Mutter," Eine leise Falte erschien im selben Augenblick auf der reinen Stirn des Mädchens, und mit einem harten Zug uni den lieblichen Mund — ganz wie der auf dem Bilde 498 trott! — wandte sie schnell den Kopf herum, auf den Gang hinaustretend. Gottliebe schämte sich tief ihrer unbedachten Frage. 'Kein Zweifel mehr: die Mutter war früh verstorben! Nun löste ihr sich ja das ganze Rätsel dieses düsteren Schlosses. Der Mann hatte den Verlust der angebetenen jungen Frau nicht verwinden können; darum hatte er sich hier als ein weltscheuer Einsiedler vergraben mit dem Kinde, das sie ihn: gelassen, das vielleicht gar der Mutter das Leben gekostet haben mochte. Darum war das Mädchen hier eben auch so schmerzlich zusammengezuckt; in ihrer Seele vernarbte nie das Flaminemnal des quälenden Bewußtseins: du hast deiner Mutter das Leben, dem Vater die Gattin geraubt! Daher all der schwere, frühreife Ernst an diesem süßen Kinde. Ein inniges Mitleid mit dem armen Geschöpf, ein mütterlich-zärtliches Aufwallen kam über Gottliebe. Lin nächsten Augenblick war sie draußen bei ihr und zog die schlanke, zarte Gestalt an sich. „Verzeihen Sie mir!" bat sie leise. Das Mädchen sah sie aus den dunklen, klaren Augen, in denen jetzt ein tiefstes Weh schimmerte, gütig an. „Sie konnten es ja nicht wissen", gab sie still zurück. „Liebe, kleine Rahe!" Mit zärtlichem Druck umfing Gottliebe die feinen Schultern sdes Mädchens. Sie hatte den Namen von dem Vater gehört. „Ich darf Sie doch so nennen, ja?" Ein freudiges Erstrahlen der Augensterne und ein schüchternes Anschmiegen des lieben Kindes gab ihr Ant- vort, wie glücklich sie das Anerbieten machte. Sie hatte a noch nie eine Freundin gehabt. Da beugte sich Gottliebe schnell zu ihr nieder und küßte ihr die reine, weiße Stirn. Und so den neuen Freundschasts- bund besiegelnd, forderte sie: „Und Sie müssen mich Gottliebe nennen, Rahe, rneine kleine Rahe! — Aber sagen Sie, was ist Ihr Name seltsam, wohl die 'Abkürzung eines alten rhätischen Frauennamens ?" Das Mädchen schüttelte mit leisem Lächeln das Haupt — wie sonnig schaute in solchem Augenblick das Gesichtchen aus, ganz das Zauberische, Liebreizende der toten Mutter! „Der Name ist gut deutsch — Rehe, heiß ich, Rehe Malmort!" ,Mie — Rehe?" Sie nickte noch einmal bestätigend, fast heiter über die Verwunderung der anderen. „'Es ist ein alter Familienname in unserm Hanse." „And Sie tragen ihn mit Recht, mit Ihren lieb«:, großen, dunklen Augen, glänzenden Rehangen!" Gottliebe blickte sie innig-zärtlich an. '„Ich bin Ihnen ja so gut, Rehe!" Statt jeder Antwort warf plötzlich das junge Geschöpf W Arme Gottliebe um den Hals. In einem übermächtigen Ausbruch des Glücksgefühls und jahrelang verhaltenen Seh- nens nach solch einer Stunde, preßte sie sich an die neugewonnene Freundin, die ihr mütterlich-lieb evolk über das lose, gewellte Dunkelhaar strich. So drang plötzlich mitten in dem grauen Regentags ein warmer Sonnenstrahl in das finstere Gemäuer des' alten Schlosses ein. „Ja, Vater, sing doch — bitte!" -Auch Rehe Malmort schloß sich den Bitten Gottlieb'es au, die durch das an der Säule drüben hängende Saiteninstrument angeregt worden waren. Die drei saßen traulich in der Halle vor'm Kamin, während draußen immer noch der Regen hernieder rieselte. Herr v. Malmort, der in dem alten, schön geschnitzten Kutherstuhl zurückgelehnt ruhte, machte eine leis abweh- kende Bewegung. „Ich kann ja doch nicht singen, Kind. Wenigstens nicht, was man. in der Welt draußen darunter versteht. Mein bißchen Singsang, der dir sehr schön vorkommt, weil du noch nichts Besseres gehört hast, ist sicher kein Genuß für verwohnte Ohren wie die Fräulein Rhyngaerts." „Wer sagt Ihnen, daß ich verwöhnt bin, Herr v. Mäl- mort?" Gottliebe blickte von der Kaminnische her, wo sie eng an Rehe geschmiegt, auf der Marmorbank vor'm Inster saß, zu ihm hinüber, der außerhalb des Kaminvorbiaus seinen Platz hatte. Es lag ein leiser Vorwurf in diesem Blick, und auch nun noch, wie sie fortfuhr: „Trauen Sie mir nicht zu, auch an schlichtem, kunstlosem Gesänge meine Freude zu haben, wenn er nur mit richtigem Empfinden geboten wird?" Herr v. Malmort sandte ihr feilten eigenen, still fragenden Blick zu; er hatte so die Art, einem sekundenlang schweigend ins Gesicht zu sehen — und auch Rahe hatte das von ihm — aber Gottliebe empfand das bei diesen beiden eigenartigen, vornehmen Naturen nicht lästig, was sie an anderen sicher als ungezogen vermerkt hätte. So hielt sie denn auch jetzt diesem stillen Durchdringen stand, bis Herr v. Malmort langsam die Gegenfrage tat: „Und Sie sind sicher, bei mir diese Voraussetzung zu finden?" , „Ja — unbedingt! Und nun bitte, Herr v. MalmorU lassen Sie sich nicht länger nötigen." Der Schloßherr erhob sich. „Ich singe sonst nie vor einem Dritten," sein Blich streifte Gottliebe ernst, „aber ich will vor Ihnen eine Ausnahme machen." Gottliebe hatte dieser flüchtige Blick ganz eigen durchrieselt. Versonnen sah sie der hohen Gestalt nach, die nun zu der Säule hinüberschritt, die Gitarre vom Nagel nahm und dann, das Jnstrunient stimmend, sonore, tiessummendö Akkorde darauf ergriff. Es war also eine seltene Auszeichnung, daß er sie für wert hielt, Zeugin dieser nun ganz intim geübten Kunst zu sein. Dem Kameraden in ernster Stunde gegenüber — ihr klang das Wort noch immer so wohltuend sm Ohr — ließ er seine stolze Zurückhaltung fallen. Zum zweiten Male kam jenes leise, frohe Gefühl über sie; die Auszeichnung dieses Mannes galt ihr etwas. Sie vergaß ganz, wie kühl ablehnend, überlegen sie sich bisher immer 'dem andern Geschlecht gegenüber gezeigt hatte. Die Welt da draußen war ja für sie versunken, seitdem sie die Mauern dieses alten, düstern Schlosses umfingen, in denen die Zeit jahrhundertelang stillgestanden zu haben schien. Ihr war wirklich zumute, als lebe sie hier im Mittelalter; die Gestalten Rehes und ihres Vaters in seiner ritterlichen, aber schweren, altfränkischen Art paßten ja auch viel mehr in jene grauen Tage als in das moderne Leben hinein. Daß war noch ein Mann, dieser Träger eines uralten Namens! Ein Mann von. hoher, echt adliger Gesinnung und entschlossener, kraftvoller Tat. Wo gab es davon noch draußeq etwas in der Welt? (Fortsetzung folgt.) Der Uartoffelprmz. Von Karl Schäfer -Geromonk. Bei einem Spaziergange fand ich im Felde einen Stein, geformt wie eine schöne, große Kartoffel, und nahm ihn mit nach Hanse. Abends zeigte ich ihn meinen Kindern. Es war gerade zwischen Licht und Dunkel, wo wir gewöhnlich in der Familie beisammen saßen und uns unterhielten. Lange wurde der Stein bewundert; da ries plötzlich mein Töchterchen freudestrahlend aus: „Vater, das ist der Kartosfelprinz!" „Der Kartoffelprinz? Wer ist das?", frug ich erstaunt; und sie erzählte nun ein Märchen, daß sie einmal irgendwo gehört hatte: Es war einmal ein Landgraf, der hatte ein Schloß, da, wo eben die Ruinen des Bergschlosses von Ulrichstein stehen. Der Landgraf hatte einen Sohn, den Prinzen Wolfgang. Ein schöner Knabe war der Prinz, mutig und flink. Mit zwölf Jahren konnte er schon den Speer werfen und die Armbrust spannen, und munter tummelte er sein Pferd. Er war der Swlz und die Freuds seines Vaters. Da kam eines Tages ein altes, häßliches Weib nach dem Vergschlossc, um zu betteln. Der Landgraf, der ein gutes Herz hatte, befahl, daß man ihr Speise und Trank bringe, und gab ihrs noch ein Geldstück. Als die Alte sich satt gegessen und auch von dem Weine, den ntan_ ihr gebracht, getrunken hatte, bat sie, man möge ihr doch gestatten, einmal in den Prunksaal des Schlosses/ von dessen herrlicher Ausstattung man ihr erzählt 'habe, schauen zu dürfen. Auch diese Bitte wurde ihr gewährt, und ein Diener führte das Weib durch den Saal. Hier bestaunte und bewunderte sie alles; besonders die schweren goldenen und silbernen Trinkbecher schienen ihr zu gefallen. Als sie alles gesehen und genug bewundert hatte, ließ sie sich wieder hinausführen und humpelte dann, auf ihren sonderbaren Krückstock gestützt, weiter, den Schloßberg hinunter. Bald entdeckte man, daß 'in dem Prunksaale ein Becher von großem Werte, der obendrein noch für den Landgrafen ein teueres! Andenken war, fehlte. Der Verdacht, den Becher gestohlen zu haben, fiel sofort auf das alte Weib. Rasch sattelten einige Schloßknechte ihre Pferde, um der Diebin nachzueilen. Auch Prinz 499 — wlt Latten, da war von dem Wolfgang erhielt von fernem Vater die Erlaubnis, mitzüreiten. Nachdem die Reiter eine Stunde das Feld durchstreift hatten, sahen s,e die Alte in einem Kartoffelacker sitzen. In ihren Händen hielt sie den Becher, und liest die Sonnenstrahlen in seinem .Glanze spielen. Prinz Wolfgang, der ein ebenso gutes Herz hatte wie sein Vater, fürchtete, die Knechte möchten das Weib schlagen, und er befahl daher, sie sollten zurückbleiben. Er allein kitt rasch auf die Alte, zu, die ihn zu spät bemerkte und nun schnell den Becher in die. Schürze wickelte. „Fürchte dich nicht," Wolfgang, „es geschieht dir nichts zu Leide; gib inir nur den Becher wieder." „Hehehe," lachte die Alte, „komm nur Bürsch- chen und hole dir ihn. Und sie hob drohend ihren Krückstock gegen den Prinzen. Als die Knechte dies sahen, kamen sie rasch herangesprengt, und einer faßte das Weib im Genicke: „Den Becher nlte Hexe, oder ich erwürge dich!" Jedoch wie ein glatter AW entschlüpfte die Alte dem festen Griffe des' 'Knechtes: „Hihi, mern Becher , hab ich nicht." „Doch, hier in der Schürze hast du ihn, du Diebin, her damit," schrien die Kttechte, und einer faßte Nach der Schürze. Rasch ließ das Weib die Schürze los und fiel eine große Kartoffel. „Hihi, hier nehmt," grinste höhnisch die Drebm. Da geriet auch Prinz Wolfgang in Zorn; er hob die Kartoffel auf, und schleuderte sie, die schwer wie ein Stein war, gegen.die Alte. Da fuhr an der Stelle, wo die Kar- . .anfflel, ein grellblendender Feuerstrahl aus der Erde, und "s die Knechte sich von dem Schrecken und der Blendung er- S2" -hatten, da war von dem Weibe nichts mehr zu sehen. Aber auch Prinz Wolfgang war spurlos verschwunden. Man luchte alles ab, — umgebens; es fand sich nirgends eine Spur sMüen Herrn. Mit der Trauerkunde tarnen die Knechte Hanse. Sofort ließ der Landgraf alle Pferde satteln und zog mit au ent Gesinde hinaus nach der Stelle, wo der Prinz verschwunden war. Man suchte tage- und wochenlang alle Felder und «33 a wer ab, jedoch vergebens; der Prinz wurde nicht gefunden. Als dann der Landgraf Koch einmal die Stelle, voii der fein Sohn verschwunden war, genan untersuchte, fLud er zwei irtoffeln, beide schwer wie Steine. Die eine war die, die das Weib in der Schürze hatte, 'woher die andere kam, wußte niemand. Der Landgras hob beide Kartoffeln auf und schleuderte sie mit einem Fluche auf den Boden, daß sie sich tief eingruben. Da. tönte vom Wälde herüber ein höhnisches, schrilles Lachen: >^Vihi, Landgraf, eben habt ihr eitern Sohn begraben." Am Waldrande sah man die Alte stehen, die grinste und mit ihrer Krücke hcrüberwinkte. Man grub an der Stelle, wo der Landgraf die Kartoffeln in die Erde geschleudert hatte, aber es fand sich Nichts. Viele Jahre später, kam eines Tags ein alter Mann vor das Tor des Bergschlosses von Ulrichstein und begehrte den Schlost- herrn zu sprechen Man führte ihn vor den Landgrafen, und der Alte bat Um eine Unterredung unter vier Angen. Als die Diener sich aus einen Wink des Landgrafen entfernt hätten, begann der Mann: „Herr Landgraf, ihr hattet einen Sohn —". Da sprang der Landgraf, dem die Erwähnung seines Sohnes jäh die alte Herzenswunde aufgerissen hätte, empor: „Mein Sohn, — was weißt du von meinem Sohne, sprich!" Der Alte liest sich nicht aus der Ru'he bringen, und ruhig, wie er begonnen, fuhr er zu sprechen fort: „Es sind nunmehr acht Tage her, da fand ich im Oberwalde, beim Taufstein, die Hexe vom Koppel. Sie lag im Sterben; der Teufel' forderte ihre Ssele, die sie ihm verschrieben hatte. $err, es war ein Dodeskampf, wie ich ihn noch nie gesehen habe, — so schrecklich. Wie ich sie so kämpfen sah, da packte mich em Grausen. Die Hexe vom Köppel hat Vein Mitleid verdient. Und ich wollte forteilen von der Stätte, da der Teufel ihr eben die Seele ausriß; doch die Wße waren mir gelähmt; ich konnte Nicht von der Stelle. Ein Stöhnen und Aechzeu !oar das, und dann Wieder ein Johlen und Meisen, das aus allen Ecken und Winkeln des Waldes schallte: Herr, mir standen die Haare zu Berg. — Die Hexe hatte mich bemerkt, und winkte mir, näher zu kommen. Ich wvllte nicht, doch eine unheimliche Gewalt drängte mich hin. Ms ich ganz nahe bei der Men war, ließen ihre Krämpfe scheinbar etwas nach. Sie blickte mich lange an, dann begann fie zU sprechen. Sie beichtete mir die Schlechtigkeiten und Verbrechen ihres ganzen Lebens. Ms sie geendet hätte, ging ein Bittern durch ihren Körper, und noch einmal erhob sich im Walde Und in der Luft das höllische Johlen nud Pfeifen, dann war es still. Die Hexe war tot. — Herr, sie hat mir in ihrer Beichte K') erzählt von euerem Sohn, tote sie ihn, da er ihr den ge- lenen Becher wieder nehmen wollte, und als Rache, weil er mit der Kartoffel nach! ihr geworfen, mit Hilfe ihrer teuflischen Macht in eine Kartoffel verwandelte. Sie sagte mir auch, wenn Muer, sei es wo es wolle, die Kartoffel fände, und sie dreimal still Um seinen Wohnort trüge, der Prinz erlöst sei." Ms der Landgraf dies horte, liest er von neuem an der Stelle graben, an der er die beiden Kartoffeln in den Boden geschleudert. Es fand sich nichts. Es hat auch bis häute noch keiner die Kartoffel gefunden, die schwer wie ein Stein sein soll, und so bleibt der Prinz noch verzaubert und harrt, Gatt weist wo, der Erlösung. Ms mein Töchterchen seine Erzählung vom Kartoffelprinzen beendet hatte, da bat mich mdin Meiner Fritz: „Vater, gib mir den Kartoffelprirrz." Ich gab ihm den Stein, und er trug ihn behutsam in sein Schlafzimmer und legte ihn in fein Veilchen. ^Fle mein Fritz, ckls es Zeit zum Mittagessen nw$;- fe.tne Gewohnheit; sonst war er der pv Tur Essenszeit etnfanb. Wir warteten eine Stunde, frin r r1“8 ^m bei feinen Spielkameraden; ii Uk. h gesehen. Wir machten uns alle auf die Suche. aIS Ergebens die Stadt durchstreift und bei i."achgefragt halte, ging ich nach Hause, in der der nun da. Aber er fehlte immer noch. Ich meldete aw S FfAckWinden, und dann begab ich mich wieder «tot Ptof durchwanderte ich die ganze Stadl, doch d»n pI £ Ä? Böhnchens zu finden. Es fing schon an, dunkel Ku werden, war in die Nähe des Bahndamms gekommen, bte Foerstraste unter ihm duxchMrl, und wollte gerade! —etiU!a8 int Graben neben,mir liegen sah: Fritz, «„„^ fin Fritz. er war es. Hier lag er mnd schlief ganz ruhig. hfp1 Freudenschrei hebe ich ihn au!f; ba öffnet er erstaunt die Aeuglein, und noch ganz 'schlaftrunken lallt er: „Baler, bald M er erlöst, ich habe ihn schon zweimal um die ganze Stadl ge- hp?,8®b- • Händchpn hielt er, zärtlich PN sich gedrückt, den Stein, seinen Kartoffelpriüzi. Vie Pater Ohrwalder aus der Gefangenschaft des Mahdis eniwich. Der Name des Paters Ohrwalder, der auf seinem Posten als Missionar fern im Sudan gestorben ist, wurde vor jetzt 21 Jahren nnmal in der ganzen Welt genannt, als feine sensationelle Ent- wluchung aus der Gefangenschaft des Mahdis blutigen Angedenkens benannt wurde. Als 24jähriger war Peter Ohrwalder in die Gefangenschast des Mahdis geraten, er hatte unsägliche Strapazen, unmenschliche Behandlung, schwere Krankheiten und Huw ger und die empfindlichsten geistigen Entbehrungen und Qualen erlitten, mehrfach war feine Hinrichtung 'angevroht worden, ein paar Mal waren fchon alle Anstalten dazu getroffen, und dennoch hatte er nach neunjähriger Gefangenschaft die Hoffiiuilg auf Flucht noch nicht aufgegeben. Alle Boten, die er heimlich abgesandt hatte, hatten ihn im Stich gelassen. Im Jahre 1890 kam nun ein junger Araber, Achmed Hassan, vom Stamme der Ababba aus Kairo und erbat von Ohrwalder einen Brief an dessen Angehörige. Dieses Arabers beschloß Pater .Ohrwalder sich zu feiner Flucht zu bedienen. Er gab ihm eine Empfehlung an den Bischof Franz Sogaro, der die Geldmittel zur Flucht aufbringen würde, und der Araber versprach, nach einem Jahr wiederzukommen. Das letzte Jahr der Gefangenschaft verbrachte Ohrwalder so kümmerlich wie die ersten neun; er ernährte sich mit Seifensiederei und Weberei, obwohl die ungewohnte Arbeit den Rest seiner Kräfte aufzehrte, und harrte geduldig der Wiederkehr des Arabers. Das Jahr verstrich, und Achmed Hassan erschien nicht am 27. Oktober 1891, sondern viel später, als verabredet, erschien aber dennoch in Omdurman, erklärte die Gründe seiner Verspätung, und nun wurden in Eile die letzten Vorbereitungen zu der Flucht getroffen, durch die außfir dem Pater zwei Schwestern der Mission und eine Negersklävin gerettet werden sollten. Heimlich kaufte Achmed Kassau Kamele, und in den letzten Novembertagen begünstigte der Aufstand gegen Abdullah, den Nachfolger des Mahdis, die Flucht. Am 30. November abends brachen sieben Personen, Ohrwalder selbst, die beiden Schwestern, die Negersklävin und Achmed Hassan mit zwei Stam- mesgenossen auf 'sieben Kamelen auf. Ein kalter Nordwind blies ihnen entgegen, verstärkt durch den rasenden Lauf 'der Kamele. „Der enge Weg führte durch Dornsträucher," so erzählt Ohrwalder selbst die Einzelheiten der Flucht, „die man im Dunkeln nicht sehen konnte. Die Dornen zerrissen unsere Kleider, die Füße und die Hände, welche wir vor die Augen hielten, um sie zu schützen. Das . Blut träufelte von den Gliedern, aber es gab keinen Halt, stets und rastlos ging es nach Norden. .Beit ist Geld, heißt es: für uns war Zeit Leben. Wir überschritten tiefe Bette der Gießbäche, manchmal stolperte das Tier und mit ihm der Reiter, aber jes gab feine Zeit, über Schmerzen und Quetschungen zu klagen." Nach der ersten Nacht waren die Augen der Flüchtlinge angeschwvl- len, jie waren zum Umfallen müde, eine der Schwestern tourbte vor Schwäche ohnmächtig, aber weiter und weiter ging die eilige Flucht, Tag und Nacht hindurch, über öde Wüsten während des Tages, bei Nacht am Strom entlang. Am dritten Tage sahen die Flüchtlinge Berber vor sich; gegen Abend füllten sie gegenüber der Stadt ihre Schläuche und ritten eilig weiter; in den dreieinhalb Tagen hatten sie nur vier Stunden schlafen können. Zwieback und Wasser wär die einzige Nahrung, der Ritt hatte die Flüchtlinge starr und wund gemacht, ihre Wunden brannten, aber weiter und weiter mußte die Flucht gehen, denn die Entweichung müßte in Omdurman längst bekannt geworden sein, und in jedem Reiter, auf den die Flüchttinge stießen, witterten sie einen Untertan des Mahdis, der sie anhalten und nach dem Befehle Abdullahs „lebendig oder tot nach der Residenz bringen sollte". Die Kamele waren völlig abgetrieben, und nur noch Skelette, und die Flüchtlinge selbst Waren nichts als Haut und Knocken. „Unser Proviant War aufgözehrt," fo beschreibt Ohrwalder den Zustand der Flüchtlinge am fünften Tage des Rittes. Die Kamele und wir waren äußerst ermüdet. Mich schmerzte die Rechte, da ich 500 stets die Peitsche führen mußte, um das' lärme Kamel anzlutrsiben. f£ie Nahe unseres Zieles gab uns Mut, die furchtbaren Strapazen KU ertragen. D>er größte Feind war der Schlaf. Es ist unbcschreib- lickp welche Gewalt uns dieser Tyrann antot Mr suchten uns laut Ku unterhalten und durch plötzliches giütteln M ersthrecklen^ die Haut Ku kneifen Lis aufs Blut, und Haare auszuraufen, um den Schlaf Ku verjagen. Wie Blei drückten die Augenlider nieder. Und es bedurfte der größten Kraft, sie wieder zu öffnen. Am 8. Dezember endlijch näherte man sich dem Brunnen Murad, zwischen Kovoskd und Abn-Hamad. „Schon erblickten wir die Cyklvpen- bauten ähnlichen Befestigungen auf den die Bruuneir umgebende Bergen und die vom Morgenwind geputschte rote Fahne mit Halbmond und Stern. „MchmÄ>," schrie ich, „grüße die Fahne der Freiheit!" ^Der mutige Mtter nahm fein Gewehr und mehrere Salven verkündeten der ÜMptischen Garnison imfere Ankunft. Kräftig widerhallten die Salven in den crackten Bergen. Jetzt waren )irit den grausamen Händen des Chalifa Mdullah entronnen und wir hatten unsere Geister unter seiner Farua hervorgeholt: der Chalifa pflegt nämlich zu sagen, er halbe die Geister seiner Feinde unter dem Schaffell (farua), worauf er betet; woinit er sagen Will, daß er fern Feinde in feiner Hand habe. Jetzt waren wir wieder freie Menschen. Ein aus tiefster Seele dringendes Dank- gebet stieg Wer die Berge Murads zum heitereu Kinrmel empor: es waren Gefühle, die wir nicht in Worte kleiden konnten." Line altrömische Zchlafwagengesellschaft. An eine bedeutsame Grabinsck/rrft, die sich jetzt im Rathaus von Velletri befindet, knüpft Professor Lanciani im Athenaeum interessante Mitteilungen über die Reifewagen gesellschaft, die im alten Rom bestand und eine Zentralstelle für die Reiseverkehr der Kaiserzeit bildete. Aus der Inschrift wird ein gewisser Jovinus „De Schola Carrnearum" erwähnt, und diese Angabe war bisher noch nicht befriedigend erklärt worden. Grabsteine, die Angaben über die Adresse und den Beruf des Dahingeschiedenen enthalten, sind nicht selten. Für die Topographie des alten Rom haben sie sehr wertvolle Angaben geliefert, und fast alle altrömischen Straßennamen, die sich in Prof. Jordans Katalog verzeichnet finden, rühren von Gräbern her. Es ist daher anzunehmen, daß mit der Schola Carruearum nicht nur der Beruf des Jovinus, sondern auch eine bestimmte Oertlichkeit Roms angegeben wurde. Was war diese „Wagenschule" und wo lag sie? Carruea ist ein Name gallischen Ursprungs, der von den Römern einer befand ern Art bequemer Luxuswagen gegeben wurde. Diese Wagen waren vielfach herrlich geschmückt, enthielten an den Wänden silberne Inkrustationen und Elfenbeinschnitzereien. Martial spricht von einer carruea aurea, die schwer vergoldet gewesen sein muß Neros Reisezeug zählte nach den Angaben Suetons 1000 solcher Gefährte, nach denen des Lampridius 500. Die Mehrzahl der Wagen enthielt auch Vorrichtungen zum Schlafen, so daß der Reisende in diesen sog. carrucae dormitoriae bequem wie in einem Bett sich dem Schlaf hingeben konnte. Das Aussehen der Reisewagen ist auf zwei alten Reliefs, die sich fm Museum Calvet zu Avignon und in dem Schatz der Kathedrale von Trevis befinden, genau dargestellt. Die Wagenschule in Rom ist nun nicht anders aufzufassen als das Zentralbureau oder Hauptquartier einer Gesellschaft, die solche Wagen an Leute verlieh, denen das Privileg, mit der kaiserlichen Post reisen zu dürfen, von den betreffenden Beamten gewährt worden war. Die Grundstücke, die der ausgedehnte Wagenpark dieser Gesellschaft mit all seinen Baulichkeiten einnahm, lagen auf der linken Seite der Appischen Straße, etwa einen halben Kilometer vor der Porta Capena, ganz in der Nähe des Ortes, wo heute Kirche und Kloster von San Sisto Vecchio sich befinden. Auf der andern Seite desselben Weges, nahe bei den Bädern des Ccrracalla, erhob sich das Mutatorium Caesaris, das Gebäude, in dem die kaiserlichen Reisewagen untergebracht waren und an das sich die kaiserlichen Stallungen schlossen. Außer diesen beiden Hauptinstituten der Neisewagengesellschaft gab es an allen wichtigeren Poststationen, die an den Hauptstraßen des Kaiserreiches lagen, Wagen, die an Reisende verliehen wurden. Ju Ostia, nahe bet der Porta Romana, wird ein solcher Halteplatz von Kutschern mit Droschken und.Reisewagen erwähnt. Vermischtes. * Die Falkenjagd. In französischen und englischen Sportskreisen wird zurzeit der Versuch gemacht, die Falkenjagd wieder aivleben zu lassen; damit würde ein Sport wieder erscheinen, der vor vielen Jahrhunderten Privileg und Haupt- vergnügen an den Burgen und Höien des alten Europa gewesen ist. . Auf wie vielen Mimaturen, Holzschnitten und Gemälden der Gotik oder der frühen Renaissance ist die „Falknerey" verewigt; der Falke sitzt da an einer leichten Kette auf der Fanst des Ritters oder der Burgfrau, oder man sieht ihn, wie er, losgelassen, pfeilgerade in die Lust schiebt. Aber auch Bücher über die Falkenjagd und über die Pflege des edlen Vogels sind auf uns gekommen: allerdings sind sie selten genug. Die Art, wie ein junger, eben gegangener Falke aufgezogen und abgerichtet wurde, war'grausam genug, aber erfolgreich. Das wilde und ungebärdige Tierchen wurde ivahrend der ersten Tage und Nächte des Schlages beraubt und zwar dadurch, daß ihm die Augen, iveim sie zufallen wollten' immer wieder mit einer Rute berührt wurden. Mit dem Schlaf verlor der junge Falke seine Wildheit; nach einigen Tagen war er mube und zahm. Nun mußte er an seinen Herrn gewöhnt werden und dazu dienten die Leckerbissen, die ihm dieser selbst verabreichte' Um hieraus den Blick des Vogels zu schärfen, nähte man ihm die Boer leicht zuiammen und stülpte ihm eine Haube über den Kopf bie ihm nur während der Jagd abgenommen wurde. Die Jagd war für den Falken nicht ungefährlich. Verlor er dabei Federn m wurden ihm neue angeheftet, und zwar nut einer feinen Nadel- der Falkner hatte sich für diesen Fall eine Sammlung von Federn in allen Größen angelegt. Sorgsam wurden auch die Bälge der zugrunde gegängelten Falken aufbewahrt; auf jedem einzelnen prangte ein Verzeichnis seiner Taten. Ludwig XIII. hatte für die Falkenjagd eine solche Leidenschaft, das; er, wenn gerade keine Falken zu haben waren, mit Sperbern jagte. Dagegen hatte Ludwig XIV. nichts dafür übrig, und das brachte die Jagd mit dem Falken außer Mode. Ob sie jetzt wieder auleben wird? bk. Neues vom Schutze des Biber s. In Europa findet sich der ehemals weit verbreitete Biber mir noch an zwei Stellen, nämlich im Mittellauf der Elbe nicht weit von Magdeburg und am Unterlaufe der Rhone, in der Sarinague, auf den Besitzungen des Fürsten Karl von Löwenstein. Sein nordamerika- nischer Verwandter ist in den Vereinigten Staaten, abgesehen von seinem Vorkommen in den Nationalschutzgebieten, so gut wie aus- gestorben und in Kanada geht et dem gleichen Schicksale entgegen, obwohl die Kanadier ihn zu ihrem Nationaltier erhoben haben. Schutzgesetze für den Biber gibt es in Kanada vorläufig noch nicht. Die „Nature" weiß aber mitzuteilen, daß der Biber von Privatleuten in der alten wie in der neuen Welt neuerdings geschützt wird: Gaston Dlenier, der französische Großindustrielle, hat aus der Insel Anticosti, die ihm gehört, einige Biberpärchen ausgesetzt und glaubt, daß hieraus bald Biberkolomen werden können. Für die neue Welt hat der britische Zcitungsmagnat Lord Northcsisse ein Schutzgebiet für Biber geschaffen. Es handelt sich um ein 55'JO Quadratkilometer großes Waldgebiet int Innern Neufundlands, das Lord Northcliffe erworben hat, um genügend Holzvorräte zur Papierfabrikation in Besitz zu haben. Er hat verfügt, daß innerhalb seines Besitztumes d,e Biber vollständig sich selbst überlasfen werden. "Französischer Witz. Der Herr im Hanse. Mr. Legrand, schüchtern zum Dienstmädchen: „Ach bitte Sophie, ich glaube, Ihre Herrin und meine Töchter haben beschlossen, eine Sommerreise zu unternehmen; können sie mir vielleicht jagen, ob schon Bestimmungen darüber getroffen sind, was man mit mir anfangen will?" — Strandidyll. Die kleine Mart soll zum ersten 'Male in der See baden, bisher kannte sie nur die Badewanne. Als die erste Welle kommt, klammert sie sich iveinend an die Miitler: „Mama, nimm mich heraus, es ist zu voll." — Je n a ch d e m. Der Kunstmaler, zu der älteren Dame, die keine Venus ist: „Wenn ich Sie ähnlich darstelle, kostet das Porträt 500 Frcs.; unähnlich kostet es 10 000." - Für alle Fälle. Die Frau, im Öandschuhladen: „Ich werde für alle Fälle schwarze Handschuhe nehmen, mein Mann ist so sehr leidend. . ." —. Gezwungen Milde. „Willy," sagt die Lehrerin zn dem ungezogenen kleinen Jungen, „hat dich dein Vater auch tüchtig 'verhauen, für das, was du gestern in der Schule gemacht hast?" „Nein, Fräulein," erwidert Willy, „er sagt, das Prügeln würde ihm mehr weh tun wie mir." „Das ist aber sehr unrecht," meint nun die Lclwerin mißbilligend. „Dein Vater ist zu nachsichtig." „O nein, Fräulein, erklärt Willy, „aber er hat solchen Rheumatismus in beiden Armen." — Zweideutig. Er: „Wenn wir nickst im Boot wären, würde ich Sie küssen." Sie: „Rüdem Sie mich augenblicklich ans Land!" Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Mucker, Zucker. Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lauge, Gießen,