Donnerstag, den (2. Juni 8EEM ül HE A i 8 •/,„ an MUA> i 1/ k fei MW . >7" Die jflsmmenzeichen rauchen. Romccir aus dem Jahre 1813 von Miajx Kärl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck Verboten.) (Fortsetzung.) „Jawohl, vorläufig hat es aber für ihn sein liebenswürdiger Diener Anatole besorgt! — Du stellst mich als einen Barbaren hin, waruni nicht gleich als Menschenfresser," sagte jetzt halb lachend, halb ärgerlich- Linthardt von Mtenlohe. Und zu dein Diener Jules -gewendet, fuhr er fort: „Bitte, melde mich trotz der späten Abendstunde deiner Herrschaft. Ein Mißverständnis, dessen Schuld wahrlich ich nicht trage, ist wohl Ursache dieses Zusammentref- fens?" Und er folgte den: Diener Jules, während Anabole zum Reisewagen zurückkehrte und dem Kutscher beim Gepäck- abladen half. Die beiden Damen von Bourgee hatten Wohl draußen den erregten Wortwechsel der Männer gehört, aber nichts verstanden. Sie saßen in dem kleinen blauen Saale in dem Erdgeschoß, dichtam Altan, Heu sie sich zum Wohnzimmer erkoren hatten, und waren liicht wenig erstaunt, als sie hinter dem Diener Jules die hohe Gestalt Linthardts von Mtenlohe mit eintreten sahen. Linthardt verbeugte sich lächelnd, küßte den noch immer in Schreck und Staunen fast erstarrten Damen höflich die Hand und sagte verbindlich : „Niemand von uns hätte wohl geahnt, als wir uns, verehrte Damen, in Malmaison verabschiedeten, daß wir uns so bald und unter so veränderten Verhältnissen Wiedersehen würden, und obenein Sie noch als Gast auf meinem Erbschloß!" "Frau von Bourgee schien aber wenig Lust zr:'haben, aus diesen freundschaftlichen Ton einzugehen, denn sie antwortete gereizt: „Auf Ihrem Erbschloß? Sie scheinen, bester Junker, nicht unterrichtet über das zu sein, was in den letzten Wochen vorgefallen ist. Ihre Familie hat sich im Kampfe gegen Napoleon und Frankreich gewendet, die Folge davon ist, läut Testament und des bei der Ehe Ihres Vaters' abgeschlossenen und beeideten Vertrags, daß von jener Stunde an Heidehorst an die französischen Erben fällt, also an uns!" „Leider nur zu gut bin ich unterrichtet, verehrte Frau Tante,st seufzte Linthardt. „Aber ich bin mit den Meinen nicht einer Ansicht und eines Willens. Ich willige nicht ein unchbin selbst, wie Sie von meinem Aufenthalt in Ihrem gastfreien Hause in Malmaison wissen, nicht Feind Frankreichs und Napoleons, sondern ein Verehrer dieses göttlichen Helden, lind da ich der Erbjunker derer von Altenlohe bin, fällt Schloß und Herrschaft 'Heidehorst natürlich an mich!" „Das ist schändlich! Das ist schändlich! "stieß Frau von Bourgee hervor und achtete nicht der beruhigenden Worte T-oinettes, sondern gebot dein Diener: „Jules, gehe . sofort hinaus in das Zimmer des Notars Winter und wecke den Advokaten, falls er noch schläft. Er solle sich sofort herabbemühten und dem Herrn von Altenlohe den Rechtsstandpunkt dar- und klarlegen!" „Ah, Dr. Winter, dieser famose Mann, dieser Held der Rechtswissenschaft ist auch anwesend?" sagte Linthardt lachend und fuhr dann fort: „Auf jeden Fall, Madame,- bin jetzt da und. gedenke, aller Rechtsstandpunkte zum Trotz auch dazubleiben. Wir, oder besser Sie, täten gut. Sie besännen sich auf unser nahes verwandtschaftliches Verhältnis und böten mir Gastfreundschaft in meinem eigenen Hanse. Und Sie, 'teuerste Toinette, bitte ich jetzt um ein Glas Tee, denn mich fröstelt nach her langen Fahrt in kühler Nacht!" - Während Linthardt mit Behagen trank und aß, fragte er nach den Verhältnissen des Gutes und nach seinem Vater. Frau von Bourgee antwortete kurz: „Es ist doch zwecklos, über diese Angelegenheiten zu reden, solange nicht rechtlich klargestellt ist, daß Sie auch nicht den geringsten Anspruch auf Heidehorst haben. Und über Ihren Vater kann ich Ihnen nur sagen, 'daß er mir sämtliche Leute des Gutes und Ortes abspenstig gemacht hat und sie gegen mich aufhetzt, so daß wir nicht wagen, vor die Tur -zu gehen!" Dann wandte sie sich ab und würdigte ihren Neffen keines Blickes weiter, sondern las in einer Zeitung. Vom "Verkauf des gefaulten Viehbestandes zu sprechen, scheute sie sich vorerst noch. Linthardt stand auf und ging erregt im Zimmer ailf und ab, und als er seinen Diener "Anatole draußen vor der -Glastür auf dem Flur seiner harren sah, befahl er ihm, das Gepäck mit Hilfe des Kutschers in den linken Seitenflügel des Schlosses zir schaffen Und die.beiden letzten Zimmer im ersten Stockwerk, die voll Jugend an seine Gemächer gewesen waren, für ihn 'herzurichten. Toinette stand jetzt schweigend auf und suchte aus einem mit grünem Samt ausgeschlagenen, reichgeschnitzten Kasten, der früher ein Behälter für Pistolen gewesen sein inochte, unter zahlreichen, je mit einem Zettel versehenen.Schlüsseln den zu Linthardts Zimmern heraus und übergab ihn dem Diener. Der alte Haus- und Rentnreister hatte das Inventar genau aufgestellt und in Listen eingetragen und die Schlüssel zU jedem Raume erkenntlich gemacht, damit man nicht sagen könne, das Schloß, sei in verlottertem Zustand übergeben worden. Rur um die peinliche "Stille zu unterbrechen, sagte Toinette zu Linthardt: „Das ist nicht Ihr Bedienter, Herr von Altenlohe, den Sie mit in Malmaisoil hatten?" „Rein, John verließ mich au jenem Tage, da mir Botschaft ward, daß mein Vater das Schloß hier preisgegeben. Er ist, glaube ich, mit zur Fahne gegangen. Anatole, mein jetziger Diener, ist ein Juwel nnb gehört eigentlich nicht mir. Eine Prager Dame stellte ihn mir zur Verfügung!" „Ach, wohl die Gräfin Stvrsch-Piesek, von der Sie tote* derholt in Malmaison mit Wärme sprachen?" 358 „Ja, dieselbe," bestätigte Linthardt, aber die Sache schien ihm etwas peinlich zu sein, und er fuhr deshalb hastig fort, von seinem Diener zu sprechen. „Anatole ist treu wie Gold, er 'hat sich in kürzer Zeit an alte meine Bedürfnisse gewöhnt, und, was besonders von Wert ist, er ist Teilt Deutscher, sondern ein Schweizerfranzose, aus Genf, glaube ich, oder Neuchatel. Er wird mich deshalb nicht tn vaterländischer Gefühlsaufwallung verlassen wie sein Vorgänger!" In diesem Augenblick meldete Jules den Notar, und kurze Zeit darauf trat dieser, verschlafen und, wie es schien, nicht gerade bester Laune, ein. Er nickte dem Erbjunker nur kurz zu und sagte dann zu Frau von Bourgee: „Gnädigste Frau, mir diese Mühe zur nachtschlafenden Zeit zu machen, war nicht nötig. Es ist selbstverständlich, daß dieser junge Herr sich hier stark im Unrecht befindet, und ein Rechtsstairdpuukt ist hier überhaupt nicht festzusteklen. Im Testament des Herrn Vaters 'der gnädigen Fran sowohl, wie auch im Ehevertrag des Freiherrn von Altenlohe steht folgendes." — Er entnahm einer Mappe ein Aktenstück und las: „Sollte die Familie derer von Attenlohs oder auch nur eins seiner Mitglieder sich zum Kampfe gegen Frankreich oder einen französischen Machthaber bereit finden, verfällt von Stund an die Besitzung Heidehorst mit allem Vermögen, mit allen Liegenschaften und Inventar an )ie französischen Erben." „Nun also, bester Junker, nun eid Ihr wohl unterrichtet?" fragte Frau von Bourgee Pitz, und nur mühsam gelang es ihr, ein triumphierendes Lächeln zu unterdrücken. Linthardt sah zu Boden und nagte an der Unterlippe, aber dann sagte er offen und frei: „Mir ganz gleich, meine Verehrtesten! Ich füge mich eben nicht und bleibe. Glauben Sie, ich sei vom Alter schwach wie mein Vater, oder von Vaterlandseifer gepackt wie mein Bruder? Also mein letztes Wort: ich bleibe!" Er ging zur Tür, die nach dem Vorplatz führte, verbeugte sich dort noch einmal kurz gegen die Damen und schritt dann hinaus. Sie hörten, Wie er die Treppe emporstieg, und wie er die Tür zu seinem Zimmer zuschlug. „Was nun," fragte Frau von Bourgee den Notar. „Ja, was nun? Gnädige Frau, Sie müssen ihn mit Gewalt aus dem Schloß bringen, ein andres Mittel kenne ich vorläufig nicht!" „Aber Mama, das geht doch nicht, das können ivir doch nicht. Er ist ja dein Neffe und hat doch von seinem Standpunkt aus gewiß recht!" „Bitte, liebes Kind: in Sachen des Lebens verstehst du nichts, üiid in Sachen des Geldes, des Besitzes hört jede Verwandtschaft auf. Ueberlaß ruhig alle Entschließungen mir," erwiderte Frau von Bourgee kurz, und erhob sich. „Und nun wollen wir zu Bett!" Sie klingelte dem Diener und fragte, was aus dem Kutscher qrnd ans dem Reisewagen geworden sei. „Die Pferde hat der Kutscher in einen leeren Stall gebracht und sich dazu gelegt. Der Wagen steht noch vor der Rampe!" „Mag er stehen. Morgen, hoffe ich, wird er uiijeriV ungebetenen Gast wieder aus den Toren Heidehorsts bringen!" Mit diesen Worten küßte sie Toinette auf die Stirn und ließ sich dann in ihr Schlafgemach führen. Toinette schlief nebenan. Als Fürchtegott Etzinger, der Stelzfuß^ durch die Gassen des Dorfes schritt und an Stelle des mit ins Feld gezogenen Nachtwächters Mitternacht ausrief, lag das große Schloß im Dunkeln. Nur aus einem Zimmer im ersten Stockwerk des Seitenflügels drang noch ein schwacher Lichtschein in die düstere Nacht. Etzinger, der auf seinem Rundgange durch das Dorf bis an den Park gelangt war, sah das Licht und blieb verwundert stehen. Seit Jahren waren diese Fenster nicht erleuchtet gewesen, und heute auf einmal dieser Lichtschein! Der alte Stelzfuß überlegte eine Weile und kam zu dem Entschluß, den Herrn Pfarrer zu wecken. Er wußte, wie jeder im Dorfe, genau, daß dies erleuchtete Zimmer dem Erbjunker gehörte. Sollte der junge Herr heute zurückgekehrt sein? Nein, das war nicht möglich,, denn das müßte das ganze Dorf,. da doch sicher der Junker die Seinen im Schulhause aufgesucht hätte. Sollte der junge Herr von Bourgee, der eigentliche neue Besitzer des Schlosses, Einzug gehalten haben? Etzinger humpelte in Gedanken ins Dorf zurück und ging, um den Weg abzukürzeu, quer über die Wiesen. Da hörte er vor sich ein Rascheln und entfliehende Schritte, dann ein Stolpern und Stöhnen, Er eilte hinzu, hielt seine Laterne vor und fuhr erschrocken zurück. „Um Himmels Willen, Baroneß Gisela! Sie um Mitternacht hier am Schloß? Haben Sie sich Schaden getan?" ,/Nein, nein, Etzinger, — ach bitte, verraten Sie mich nicht, ich, will Ihnen alles erklären!" Baroneß Gisela erhob sich mühsam und stützte sich auf den . Alten. „Ich glaube doch, daß ich mir den Fuß ein wenig verrenkt habe!" Sie versuchte zu gehen, mußte sich aber auf Etzinger stützen. „Wer beste Baroneß, ich bin wie vom den Kopf ge» schlagen. — Wollten Sie ins Schloß?" „Nein, nein! — Ich weiß selbst nicht, was ich eigentlich hier wollte. Ich sah, als ich zu Bett gehen wollte, von meiner Kammer aus in dem Zimmer meines Bruders Linthardt Licht schimmern, und da trieb es mich mit unwiderstehlicher Gewalt fort. Ich schlich mich aus dem Hause über die Wiesen nach dem Parke, und bis unter die Fenster und» aber, bitte, schweigen Sie gegen jedermann, Etzinger, — und sah wirklich den Schatten eines Mannes, der'mir mein Bruder sein kann. Er ist eingezogen, er ist da, — er ist int Schloß! Er sagt sich also los von uns und ist ein Vaterlandsverräter!" Sie schluchzte aus und schlug die Hände vor das Antlitz. „Nu, nu, kleines Bäroneßcheu! Das wird sich schon alles aufklären und zum guten wenden. Jetzt beruhigen Sie sich erst. — Können Sie gehen?" Gisela .nickte und schritt an Etzingers Seite dem Dorfe zu. „O, wenn das «teilt Vater erfährt, bringt es ihm den Tod, freilich. Das muß ihm löffelweise beigebracht werden. Unser guter Pfarrer wird das schon besorgen." „Und nun gute Nacht, Barorießchen. Sehen Sie zu, daß Sie unbemerkt in Ihr Stübel kommen, und wenn Ihr Fuß noch schmerzt oder etwa gar geschwollen ist, legen Sie feuchte Tücher darauf!" Etzinger drückte der Baroneß die Hand, ging dann die Darfst raße abwärts, und er hörte noch, wie Gisela die Türe leise öffnete. Dann war alles stilk. (Fortsetzung folgt.) Aus polens letztem Attfsiand. Zur 50 jährigen Wiederkehr der Erhebung von 1863/1864. Nach den Erinnerungen einer Augenzcngin erzählt von Tr. Paul Grab ein. (Schluß.) II. Von den mancherlei ausregeudcn Szenen, die in buntem' Wechsel einander drängten, steht mir eine namentlich noch frisch in Erinnerung. Mehrere bekannte Damen aus Chedlitz waren zum Besuch zu uns gekommen, und wir saßen beim Gespräch! um den Teetifch, als ein Haufen berittener Aufständischer vvrs Haus kam und Einlaß und Verpflegung forderte. Wir waren alle ans Fenster getreten, um die Ankömmlinge zu betrachten, als die eine der Damen mit lautem Aufschrei zusammenfuhr. Sie glaubte ihren Bruder darunter zu sehen, den sie in Genf studieren wähnte. Sie hatte sich, nicht getäuscht; als die Reiter in unsere Wohnung traten, erkannten sich die Geschwister sofort! und schlossen sich tränenden Auges in die Arme. Tas war ein rührendes, trauriges Wiedersehen. Ter Bruder erzählte, wie er uud seine Kameraden wie ein gehetztes Wild von Torf zu Dorf flüchten müßten, immer die Verfolger int Nacken. Heute hätten sie einmal glücklich die Meute auf eine falsche Fährte! gelenkt, und sie dürften sich einige Stunden der Erholung gönnen. Man pflegte die zu Tode Erschöpften und ihre abgejagten- ausgehungerten Tiere aufs beste und bereitete ihnen dann ein! Lager, auf dem sie bald in tiefen Schlaf versanken. Die Mägde nahmen sich der Wäsche an, die die Reiter im Mantelsack mit sich führten, wuschen sie und hingen sie zum Trocknen draußen auf den Zaun. Gegen Abend fanden sich die Insurgenten, die sämtlich den gebildeten Ständen angehörten, wieder an unserm! Tisch ein, und bei dem gemeinschaftlichen Mahl entspann sich eine Unterhaltung, aus der die tiefe Niedergeschlagenheit der Flücht- linge deutlich hervorging. Sie gaben ihre Sache und sich selbst völlig verloren, wollten aber trotzdem bis zum letzten Atemzuge zu der Fahne des Ausstandes halten, die sie einmal erhoben hatten. Alles Einreden vermochte sie nicht davon abzubringen. Tie verzweifelten Bitten der Schwester, ihr Bruder möge sich doch über die Grenze flüchten, waren auch vergeblich. Schließlich rüsteten sich die Herren zum Ausbruch; sie wollten sich in der Nacht in einem benachbarten Orte mit einigen anderen Versprengten zu einer Meinen Freischar vereinigen und nun zu dem abgemach^ ten Stelldichein aufbrechen. Bald standen sie neben den gesattelten Pferden und nähmen kurzen, aber ernsten Abschied. Sie versprachen, am nächsten Taqe wiederzukommen, mit sich die Wäsche zu holen« 359 die noch nicht getrockiict war. Nach einem letzten Gruß trabten sie zum Hofe hinaus. Es war ein Glück, daß sic gegangen waren; denn kaimi eine Halbe Stunde später kämen die Missen, die offenbar auf ihrer WHrte waren. Wir versicherten, niemanden gesehen zu haben, und die Verfolger wollten sich auch schon beruhigt bei uns zur Nacht einlogieren, als die unglückselige Wäsche, die sie auf deut Zaune draußen entdeckten, ihren Argwohn rege machte und sie dazu bestimmte, die Verfolgung sofort wieder aufzunehmen. So lagten sie denn unter Drohungen eilig davon. In banger Erwartung blieben wir zurück; aber nichts war zu hören und zu sehen. Allmählich war es völlig Nacht geworden, und wir gaben uns der Hoffnung hin, daß die Flüchtlinge wohl gut davongekommcn sein möchten. Plötzlich schreckten uns nahende Hnfschläge und Lärmen draußen auf und lockten uns angsterfüllt hinaus. Wir sahen im hellen Mondschein einige von unseren Leuten bemüht, ein lediges Pferd einzusangen, das wild und aufgeregt auf dem Hof umherlief. Während sie noch damit beschäftigt waren, dröhUten von der Straße schon wieder Vufschläge. Gleich darauf jagten zwei weitere ledige Tiere mit Vorgestreckten Hälsen und Köpfen, ivcit aufgerissenen Nüstern und hochgebäumten Schwänzen in rasender Karriere heran. Tas Zaumzeug war zerrissen. Dem einen hing der Sattel unterm Leib, ein anderes blutete heftig aus mehreren Wunden. .. Voll banger Ahnung sahen wir das alles. Wir glaubten die Pferde zu erkennen, die einige der Flüchtlinge geritten hatten. Der Pferdeknecht bestätigte diese Vermutung mit Bestimmtheit. Nun war kein Zweifel mehr, daß die Verfolger sie eingeholt und gefangen genommen oder niedergeschossen hatten. Tie Schwester des Studenten war untröstlich nnd erregte unser tiefstes Mitleid Sie klagte am meisten darüber, daß sie keine Gewiß- ei' das Schicksal des Bruders habe, und sprach ihren Entschluß aus, noch in der Nacht, sofort, nach, dem Torfe zu n\roo ^,e Zusammenkunft der Insurgenten erfolgen sollte, und das etwa anderthalb Stunden entfernt lag. Ta sie von diesem Gedanken nicht abzubringen war, so ließ man schließlich einen Knecht anspannen, und sie fuhr in seiner Begleitung eilends zum Hof hinaus. < > Gegen morgen erst kam der Wägen zurück, aber ohne sie. L-cr Knecht erzählte,. wie sie nach £). gekommen seien, hätte der ganze Ort int tiefsten Schlaf gelegen; ein Pferdekadaver kurz vor dem Dorfe am Wege gefunden hatten, u. Blutlachen auf der Straße hätten ihnen angezeigt, daß ein Kamps stattgefunden haben mußte. Sie hätten schließlich in "uem Hause noch Licht bemerkt und die Einwohner herausgettopst. Da hatte man ihnen bestätigt, daß es in uiimittelbarer Nähe des Dorfes zuni Gefecht gekommen war. Mtzhrerc Polen und auch ä1’ ^usse seren gefallen; sie lägen in einer Scheuer aUfgebährt» Aus vieles Bitten hatte der Btann sich bereit finden lassen,, ste dahin zu fuhren. Sie fanden bei dem Gebäude eine russische' M ,?tc /rst den Eintritt verweigerte, nach einem reichlichen Trinkgeld aber sehr dienstbeflissen war und ihnen persönlich in ™*.* dunklen, öden RanM hineinleuchtete. Da lagen in einem MlNkel auf L-troh rm trüben Schimmer der schwelenden Laterne ein halbes Dutzend starrer menschlicher Gestalten, entsetzlich an- zuseheii mit ihren aschbleichen, verzerrten Zügen, verglasten Augen und den zerfetzten, blutgetränkten Kleidern. In dem einen der -^olen erkannte die Suchende den Bruder, neben dem sie ohnmächtig mcdcrsank. Endlich war sie zu sich gekommen und hatte nun erklärt, nicht von deut Toten zu lassen, den sie daheim begraben lassen wollte. Da die Wache nicht erlaubte, ihn gleich Mitzunehmen, war sie dort geblieben, um am anderen Morgen den Befehlshaber des russischen Kommandos dämm zu bitten. So mußte denn der Kutscher allein zurückkehren. anderer Vorfall haftet mir namentlich im Ge- dachtms Es war im September, zur Zeit der Kartoffelernte. Wir hatten aus den! nächsten Garnisonorte ein Anzahl Soldaten unter Führung eines Unteroffiziers zur Aushilfe bei der Ernte erbeten, die nun auf dem Felde draußen tüchtig bei der Arbeit Ivqicu. A.ci feint flogen fine 9lbteilung unter dcm Kommando eines Offiziers auf das Gut geritten. Ter Führer, ver anscheinend äußerst betrunken war, verlangte den Hausherrn zu sprechen. Da dieser nicht gleich erscheinen konnte, stellte sich ihm statt seiner der Inspektor zur Verfügung. Aber der Angetrunkene geriet über diese angebliche Mißachtung seiner Person m solche Wut, daß er ohne weiteres mit der Knute auf den Inspektor losschlug. Aks durch den Lärm aufgeschreckt, Herr Server selbst dazu kam und den Wütenden zu beschwichtigen b.fbchv er die gleiche Behandlung. Ja, der Tobende verschwur sich hoch und teuer, er werde die beiden.Herren als Jn- surgenten ut den Wald führen und am ersten besten Baum nuf- hangen lasten. Das dem sinnlos betrunkenen Wüterich alles zu- Utrauen war, geriet das ganze „Personal in die entsetzlichste Musregung. In ihrer Angst liefen einige Mägde zu den russischen Soldaten aufs Feld hinaus und beschworen sie, zu helfen. Die Lmte erklärten, einem Vorgesetzten gegenüber inachtlos zu sein, ^rr einem fiel es da zum Glück ein, daß in einem benachbarten Welhof ein höherer Offizier mit seiner Begleitung zurzeit ein* Zuartiert sei. Auf einem' abgefchirrten Slckergaul ritt er sofort hinüber, oort Meldung von dem Vorfall zu machen. Wir verlebten indessen eine Stunde in Todesangst. Herr Werder und der Jnspeltor wurden draußen von den Kosaken bewacht, wahrend ihr würdiger Führer sich- erst durch einen Zwbiß zich der Exekution starken wollte. . Er saß drinnen im Speisezimmer und ließ sich Essen und Trugen gut schmecken. Da kam plötzlich die Rettung in Gestalt des höheren Offiziers, der sich sofort aufs Pferd gesetzt hatte und heizugeeilt war. Er trat in das Zimmer zu dem Angetrunkenen und stellie ihn in scharfen Worten zur Rede. Ter aver vergaß sich ganz und gar und antwortete in lauter, wider- k 1 cm1 l Voller Angst hörten wir im Nebenzimmer, wie der Wortwechsel immer drohender wurde. Plötzlich hörten wir das Rasteln von Säbelklingen und vernahmen gleichzeitig, mie . Rohere Offizier durchs offene Fenster den Kosaken draußen einen Befehl zurief. _ Im nächsten Augenblick wurde die Tür von oraußen anfgerissen und die Kosaken stürmten an uns tior* bei uw Nebenzimmer. Wir sahen durch die offene Tür, wie die beiden da drinnen mit der blanken Waffe aufeinander losschlngen nnd auch schon blutende Wunden hatten. Einen Moment später lvar der Kosakenofsizier von seinen eigenen Leuten entwaffnet uno ergriffen, die aus Befehl den Rasenden mit Stricken binden und lofort nach der nächsten Garnison eskortieren mußten. Wir Sanften dem wackeren Offizier aufs wärmste und Baten, UM feine Wunden verbinden zu dürfen. Er aber wischte sich lachend mi£ dem Taschentuch das Blut vom Gesicht, besah seinen Kops nn Spiegel und meinte, das seien nur Kratzer, nicht der Rede Wert. 'Er sprach dann »sein Bedauern über den An.ftrith aus und tagte, den andern würde seine verdiente Strafe vor dem Kriegsgericht ereilen. Dann verabschiedete er sich kurz und ritt wieder davon. Waren wir so bisher noch immer vor dem größten Unglück verschont geblieben, so sollte das doch mit einem Male anders werden. Und es kam, wie Herr Werder mir ahnungsvoll gesagt Ijattc: _ Ter Bräutigam seiner Tochter sollte sich und fein ganzes Haus ins Verderben stürzen. Es hatte nn den ernstesten Versuchen nicht gefehlt, beit jungen Menschen zur Einsicht zu.bringen., Alles lvar geschehen, ihm eine Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Man hatte ihm die Kleidung eines Siebhändlers verschafft, so daß er mit seinem nach russischer Art kurz geschnittenem Haar. Nicht, wiederzuerkeiinen war. Er war mit Geldmitteln reichlich versorgt worden. Aber anstatt sich nun, wie er sollte, über die Grenze nach Galizien zu flüchten, blieb er in der Umgegend, nm sich bald diesem, bald jenem Haufen von Aufständischen anzuschließen und sich mit ihnen von den Russen hin und her hetzen zu lassen. Er stand dabei im Briefwechsel mit seiner Braut, so gut das möglich war, und stahl sich sogar tollkühn oft zu ihr, ohne die Gefahr zu bedenken, die er damit über sie und ihre Familie brachte. Da ereilte ihn aber, plötzbich sein Verhängnis. Er lvar eines Tages in einem benachbarten Gutshof, wo er auch bekannt war, untergeschlüpst. Unerwartet wurde das Haus aber von Wachen umstellt, und ein Diener hatte gerade nur noch Zeit, mit dieser Meldung ins Zimmer zu stürzen. Alles war entsetzt und ratlos. Pawl schien unrettbar verloren. Er hatte oft damit geprahlt, daß ihn die Russen immerhin nicht lebendig in die Hände bekommen würden. Er trug nämlich einen Ring mit Gift bei sich. In dieser verzweifelten Lage schien bei ihnt jedoch iwch die Lust am Leben und die Hoffnung auf ein Ent- kommcli größer als die Neigung zum freiwillige» Tode. So sprang er denn zum Fenster in bett Garten hinaus und versuchte zu entfliehen. Allein, man bemerkte ihn sofort und war ihnt gleich auf den Fersen. Pawl kam bis an den Mühlgraben und stürzte sich hinein. Seine Verfolger fischten ihn aber heraus und nahmen ihn gefangen. Man machte kurzen Prozeß mit ihm; er wurde einfach am folgenden Tage füsiliert, da das! Kriegsgericht ihn als einen gesuchten Agitator und Offizier der Insurgenten im höchsten Maße schuldig fand. Aber mit seinem traurigen Los war das Unglück noch nicht genug über die Familie des Herrn Werder gekommen. Bei dem Gefangenen hatte man eine Menge Briese von seiner Braut entdeckt, woraus hervorging, daß Pawl häufig Aufnahme und Unterstützung in deren Vaterhaus gefunden hatte. Das genügte, nm die Anklage des Hochverrats auch gegen den Vater des Mäd- cheiis zu erheben. Eines Tages, als wir alle noch unter dem rischen Eindruck deS surchtbaren Schlages standen, erschien eine eine Abteilung Kosaken und erklärte Herrn Werder für verhaftet. Er wurde sofort abgeführt. Der Jainmer der unglücklichen Tochter, die sich sagte, daß sie all das verschuldet hätte, war herzzerreißend. Sie warf sich den Soldaten zu Füßen und lebte sie an, ihr den Vater zu lassen, den letzten, der ihr von ihren Lieben geblieben sei und der ja ganz unschuldig wäre. Man vllte fie verhaften, sie wäre an allem schuld! Die rohen Kerle 'ließen sie endlich mit Fußtritten und Knutenhieben zurück und waren bald mit dem unglücklichen Manne verschwunden, der neben ihren Pferden mit gefesselten Annen herlaufen mußte. Hedwig hatte rtur noch ein Lebensziel: den Vater vor dem letzten zu retten. Mit rastlosem Eifer versuchte sie alles, seine Unschuld darzutun, ihm ein mildes Urteil zu erwirken.. Erst 360 hatte man Herrn Werder nach Warschau auf die Zitadelle, dann nach Moskau überführt. Dort sollte er abgeurteilt werden; es hieß, daß ihn die Todesstrafe treffen würde. In furchtbarster Angst reiste das Mädchen nach Moskau, tat dort bei einem hohen Würdenträger einen Fußfall und hatte damit Erfolg. Herr Werder wurde mir zu fünfjähriger Verschickung nach Sibirien verurteilt. Seine Tochter erklärte, ihn nicht verlassen zu wollen und folgte ihm ins Elend. Im Orenburgischen — ich weiß den Ort nicht mehr — wurde dem Verbannten sein Aufenthalt angewiesen. In all seinem Gram ward ihm hier an der Grenze des unwirtlichsten aller Erdteile eine fast überwältigende . Freude. Eines Tages wurde ein Transport anderer Verbannter durch den Ort gebracht, und darunter befand sich — er glaubte seinen Augen nicht zu trauen — der totgeglaubte Sohn. Das Wiedersehen war unbeschreiblich, aber nur kurz. Aaver, der zu zehnjähriger Verschickung verurteilt war, kam tief nach Asien hinein. Tränenden Auges trennten sich wenige Minuten später Vater und Sohn wieder. Würden sie sich je noch einmal Wiedersehen? Tas Geschick ersparte ihnen jedoch das schwerste. Nach fünf Jahren kehrte Herr Werder in die Heimat auf sein Gut zurück, freilich, als ein alter-, völlig gebrochener Mann. Der jüngste Sohn, der nun ziemlich herangewachsen war, erkannte den eigenen Vater nicht mehr wieder. Auch Hedwig trug ihren stillen, schweren Gram bis zu ihrem frühen Tode. Zu den seelischen Sorgen gesellten sich auch noch wirtschaftliche. Tas Gut war "durch die langen Unruhen und die Abwesenheit des Besitzers ganz in Verfall geraten. So harrte ihrer denn freudlose, harte Arbeit. Aber sie erlebten es doch noch, daß der Sohn und Bruder eines Tages unerwartet zurückkehrte: zwei Jahre vor Ablauf seiner Zeit, da er auf Verwendung eines Offiziers, dessen Kinder er unterrichtet hatte, begnadigt worden war. Er kam als ein ernster, fast finsterer Mann, trotz seiner Jugend mit ergrautem Haar, und er kam gerade noch zurecht, um Vater und Schwester die Augen zuzudrücken; denn sie wurden bald darauf beide von ihrem Leid erlöst. So blieb ihm nur noch die Sorge um den jüngeren Bruder und das zerrüttete väterliche Gut, das er in harten:, unermüdlichem Kampfe ganz allmählich wieder von den schweren Schäden heilte, die ihm der letzte Freiheitskampf der Polen beigebracht hatte. _ Vermachtes» * Das Wunderbare. Von den vielen Weltwundern des Altertums ragen nur noch die Pyramide« Aegyptens trotzig empor; unbeirrt durch den neuen Geist, der die Weit zu ihren Füßen beherrscht, reden sie die Sprache ferner Jahrtausende. Die feiner und reicher gestalteten Wunderwerke, wie der Semiramis hängende Gärten, den Tempel der Artemis zu Ephesus und das gewaltige Zeusbild des Phidias, aber hat die darüber hinrollende Zeit abgeschliffeir und zerstört. Eine amerikanische Zeitschrift hatte den dankenswerten Einfall, durch eine Rundkrage seslzustellen, welches wohl die sieben wunderbarsten Werke der Gegenwart wären und welchem vor allen anderen der erste Preis gebühre. Das Ergebnis war folgendes: Die drahtlose Telegraphie erhielt 1244 Stimmen, das Telephon 985. Dann folgen Flugzeug, das Radium, die Antiseptika und Antitoxine (künstliche Heilmittel), die Spektralanalyse, die Röntgenstrahlen. Welche Wandlung im Begriff des Wunderbaren! Nicht das Riesenhafte, Körpergewaltige und Körperschöne, das den antiken Weltwundern eignete, wird heute angestaunt. Der moderne Mensch zollt die höchste Bewunderung den geheimen, unsichtbaren Wirkungen, die etivas von der Wesensart der Gedanken an sich haben. Was uns die Rundfrage über den Stand der heutigen Technik sagt, bedeutet wenig gegenüber der psychologifchen Erkenntnis, die man aus ihr schöpfen kann. Sie hebt das Ideal der modernen Zeit silberglänzend aus dem dunklen Chaos des Lebens. Nicht die Körperkralt, die Wucht der Maffen sind wie im Altertum ausschlaggebend. Ter schöpferische Gedanke verleiht heute die höchste Macht. Riesenheere können durch eine unheimliche Erfindung vernichtet iverden. Nobel, der Entdecker des Dynamits, wurde der reichste Mann von Europa. Von allen wirkenden Naturkräften hat jene die größte Bedeutung für die Gegenwart erlangt, für die wir keinen Sinn haben: die Elektrizität. Das im modernen Sinne Wunderbarste bietet sie uns lächelnd dar. Den Gedanken trägt sie durch den Raum, Züge reißt sie vorwärts und füllt unsere Nächte mit Sonnenglanz. Im 19. Jahrhundert wurde unsere alte Erde ein höherer Organismus. Sic erhielt Nerven durch das Netz von Kabeln und Leitungsdrähten, das heute ihren Leib durchwirkt. ;---— Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Willi o d e r W i l l y ? Emmi ober (s m in i) ? Immer wieder begegnet man der Schreibweise solcher Kosenamen mit y. lind doch ist das 2) überhaupt kein deutscher Buchstabe. Es ist also auch dies nichts als eine gedankenlose Engländcrei: iveil die Engländer Willy schreiben, meint der Deutsche, er müsse auch io schreiben. Das einzig Richtige sind aber nur die Formen Willi, Emmi, Addi, Lilli, Betti, Milli usw. Wollten es sich doch alle Träger und Trägerinnen dieser Namen merken! . Keinem Alenschen wird cs doch je einfallen, Loni und Trudi oder Rudi und Bnbi mit y zu schreiben. Weshalb müssen denn all die anderen immrr wieder verengländert werden? Vüchertisch. — Geschichte von Nieder - R am stadt mit einem Beitrag zur Geschichte des M ü h l t a l s, von Dr. Phil. Wilh. Ludwig Friedrich. 50 Seiten; 8°. Darmstadt, bei Bergstr ässer 1 Mk. Die mit 3 Siegelbildern geschmückte Schrift zerfällt in 3 Kapitel. Kap. I, „Meder-Ramstadts wirtschaftliche Bedeutung in früheren Jahrhunderten", umfaßt folgende Abschnitte: Geschichte der von Landgraf Georg I. begründeten Bäcker- und Müllerzunft in Rieder-Ramstadt—Traisa, Geschichte eines „Weckstreits", Auskommen und Entwicklung der Mühlen im Mühltal vom 14. Jahrhundert an, Getreide- und Weinbau in Ricder- Ramstadt und int Amt Darmstadt. Kapitel II, betitelt „Gang durch die Geschichte von Rieder-Ramstadt", enthält folgende Abschnitte: Entstehung und Name des Ortes, politische Zugehörigkeit, Rieder-Ramstadt als Heimat dreier adliger Geschlechter (von Ramestat, Walbron, von Reckershausen),. Prozeß mit den Herren von Gemmingen, Geschichte der adligen Güter, Teichwirtschaft, Entwicklung des Ortes bis zum 30jährigen Krieg, seine Schicksale während desselben, znr Geschichte des Schafweidegelds, die Dieburger Straße eine alte bis ins 16. Jahrhundert benutzte Verkehrsstraße mit dem Brückenübergang im Kühlen Grund/ die neueste Entwicklung des Ortes. Kapitel III: Kirche und schule in Rieder-Ramstadt. Obwohl die Schrift ganz auf Urkunden- und Äktcnstudium aufgebaut kst, ist ihre Darstellung einfach und verständlich; alles unwesentliche Detail wird vermieden. . Der historische Wert der Flurnamen leuchtet säst aus jeder Seite hervor. Tas Büchlein enthält viel Lehrreiches und kann daher jedem Geschichtssreund warm empfohlen werden (auch zur Anschaffung für Volksbibliotheken geeignet). — Der Thüringer Wald und seine Hcilfak - t o r e n. Klimatologische, medizinische unh hygienische Beiträge von Dr. med. Bieling-Friedrichsroda i. Thür., Prof. Dr. Caspari- Berlin, Ingenieur Dr. Törr-Charlottcnburg, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Enlenbxrg-Bcrlin, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Franz-Berlin, Geh. Med.-Rat Prof. Tr. Hildebrand-Berlin, Architekt Kraaz- Berlin, Geh. Reg.-Rat Prof. Lang-Hannover, Hofrat Prof. Dr. Lipliawsky-Berlin, Dr. Phil. Lippmann-Leipzig, Prof. Dr. Moeller- Berlin, Prof. Dr. Neuberg-Berlin, Prof. Tr. Nosin-Berlin, Prof. Dr. Roth-Halle a. d. S., Prof. Tr. Sticker-Berlin, Prof. Dr. Strubcll-Dresden. Herausgegebcn vom Herzoglich Sächsischen Staatsministerium in Gotha. Gotha. Friedrich Andreas Perthes A.-G. Mit vorliegendem Sammelwerk ist zum ersten Male auf Veranlassung des Herzoglich Sächsischen Staatsministeriums in Gotha eine wissenschaftliche Erforschung der Heilfaktoren des Thüringer Waldes durch eilte Reihe namhafter Gelehrter und Praktiker zustande gekommen. Das umfangreiche Buch führt in 15 Kapiteln, die nach verschiedenen Gesichtspunkten hin geordnet sinc, die Bedeutung des Thüringer Waldes für die einzelnen Krankheitsgruppen in übersichtlicher Darstellung vor Augen. Das Sammelwerk umfaßt 328 Seiten und enthält eine Reihe von Abbildungen und Plänen, die zur Erläuterung des Textes tvertvolle Dienste leisten. Dem Inhalt entsprechend ist auch die äußere Ausstattung des Buches vornehm gehalten; es kommt zu dem verhältnismäßig niedrigen Preis von 6 Mk. in den Handel, um dcu weitesten Kreisen die Möglichkeit zu geben, sich über die Heilfaktoren des Thüringer Waldes eingehend zu unterrichten. AriÜWsgriph. 1 2 4 6 südamerikan sicher Freistaat. 2 9 3 2 ein Schwimmvogel. 3 5 4 5 kanimänuische Bezeichnung. 2 4 8 10 2 nabrhcckte Hüliensrucht. 4 6 8 2 7 fremdländische Münze. 1 5 6 7 männlicher Vorname. , 5 6 10 3 2 4 etwas für Feinschmecker. 6 9 3 2 4 eine Kartensigur. 7 2 9 5 sibirischer Fluß. 4 5 3 3 2 ein Nagetier. 6 1 10 5 7 5 schwedische Stadt. 8 6 3 3 2 4 ein Nahrungsmittel. 2 4 7 2 ein Baum. 9 5 3 5 7 britische Kolonie. 10 6 7 7 5 römischer Staatsmann. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter sollen der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, beit Namen eines niebev* ländischen Malers ergeben Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Tiamant-Rätsels in voriger Nummer: 18 Dan Anbei Habich* Eiche 0 h in t Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- uitb Steindruckerei, R, Lauge, Gießen.