iTJM w-g jwl'ilyMßä ■zÄM i Fraurnliebe. Roman von H o r st Bode m e r. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Warum sich bloß der alte Drewel nicht sehen ließ? Der War doch sonst immer sofort z>ur Stelle gewesen! Er ging hinab in den Wirtschaftshof. An der Tür zum Herrschaftsstall stand der Oberinspektor. „Holla, Drewel, guten Tag!" Ueber das verwitterte Gesicht des alten Mannes huschte eilt Lächeln; er kam heran und erhielt einen Händedruck. „Sie hätten sich auch gleich sehen lassen können, alter Freund!" - „War beim Kartoffelausmachen." Recht kurz kam die Antwort heraus. In Hans-Wilhelm stieg ein unangenehmes Gefühl auf. §„Das letzte Jahr in Masse, Herr Oberleutnant." „Gehen wir in den Pferdestall." Der Oberinspektor wartete, bis der Kutscher ausgespannt und Futter geschüttet'hatte, dann schickte er ihn weg. ■ • Hans-Wilhelm war zu den Pferden getreten. „Schön sehen die alten Klepper gerade nicht mehr aus." Drewel zuckte die Achseln. .„Wir haben kein Geld für neue." „Und die Scheunen, Drewel! Man schämt sich ja!" „Warum haben der Herr Oberleutnant soviel Hypotheken aufgenommen! Wir arbeiten ja nur noch für fremde Leute!" Da biß er sich auf die Unterlippe; der Hieb hatte gesessen. „Die lappischen hundert Taler monatlich werden Sie wohl noch 'rauswirtschaften können! Mehr habe ich doch in der letzten Zeit nicht verlangt! „Wenn der Herr Oberleutnant das Kunststück fertig bringen, aus Moreth außer den Zinsen noch hundert Taler monatlich 'rauszuholen, will ich mich für den Rest meiner 'Tage öffentlich ausstellen lassen." Hans-Wilhelm ärgerte sich maßlos, aber er konnte dem alten Mann, "der schon seinem Großvater gedient, nicht grob kommen. Auch wußte er zu viel. . „Drewel, schön ist der Empfang gerade nicht!" meinte er bissig. „Die Wahrheit ist bst nicht schön, Herr Oberleutnant!" „Es muß mehr 'rausgeholt werden — im Jahre mindestens sechstausend Mark reiner Ueberschnß! Meine Mutter will doch auch leben!" Da spuckt der Oberinspektor aus und lacht verbittert Vor sich hin. Dann sieht der alte Mann^seinen Herrn an. „Herr Oberleutnant, was hilft das alles! Reingewinn wirft das Gut schon seit drei Jahren nicht mehr ab, die Wirtschaft geht rückwärts; wenn wir nicht Geld in die Hände bekommen, ist in spätestens zwei Jahren die Herrlichkeit aus — ganz aus!" „Sie sind verrückt, Drewel?" schreit er den Alten an. Da tritt dem die Galle ins Mut. „Herr Oberleutnant, eine Affenschande ist's! Wenn man gesehen hat, wie Moreth einst dastand — und jetzt? Man schämt sich nachgerade, auf den Markt zu gehen, solche Reden muß man über das Gut hören!" ^Vergessen Sie nicht <— ich bin der Herr!" Da sieht Drewel den „Herrn" unsäglich traurig an. „Wie lange noch, Herr Oberleutnant? Ich alter Mann habe ja wegen Moreth soviel schlaflose Nächte, und die gnädige Frau erst! Keunen Sie die Kleider, die Ihre Frau Mutter trägt? Schon seit zehn Jahren spart sie jeden Groschen vom Munde ab, es könnte ja wieder einmal ein Telegramm kommen!" Mit beiden Händen hält sich Hans-Wilhelm den Kopf. „Bringen Sie mich nicht um den Verstand, Drewel! So schlimm kann es ja doch nicht stehen!" „Noch viel schlimmer!" „Herrgott, wieso denn?" Meine Bücher sind voller Lug und Trug." „Drewel!" ■ Ein Verzweiflungsschrei ist es. Aber nun legte der alte Oberinspektor los, und dabei zuckt es heftig über sein bartloses, mit tausend Runzeln bedecktes Gesicht. „Ja, ja, Herr Oberleutnant, ich bin ein Betrüger. Aber Gott wird mir's verzeihen. Ich trage fortgesetzt falsche Summen in das Buch ein, UM einen Reingewinn wenigstens auf dem Papier zu haben." („Mein Gott pnd Herr! ; Wegen meiner Mutter,- Drewel? Drewel?" Stumm nickte der. Da schießt Hacks-Wilhelm das Wasser in die Augen. „Menschenskinch wie konnten Sie mir denn da monatlich hundert Taler schicken?" Mit einem langen Blick sieht in der Oberinspektor an. ftDie sind nicht vom Gute, ich trage sie nur zur Post!" — Hans-Wilhelm packt ohne weiteres den vom Wind und Wetter gedörrten alten Mann und setzt ihn auf die Futterkiste. „'raus mit der Sprache! Woher stammt das Geld?" „Ich breche zwar mein Wort, aber auch das wird mir Gott verzeihen — von der gnädigen Komtesse!" .Da taumelt Hans-Wilhelm gegen die Wand, seine Augen treten aus den Höhlen, sein Gesicht ist totenbleich,- die Lippen zucken. Ruhig sagte der Oberinspektor: i.,Ja, ja, Herr Oberleutnant!" Keuchend lehnte Hans^Wilhelm an der Wand. Wieder spuckt der alte Drewel gelassen aus. Wenn jetzt sein Herr Vernunft annahm, so schnürte er nach mehr denn vierzigjährigen Diensten in Moreth sein Bündel, dann war's vorbei mit der Herrlichkeit. Die geprüfte Frau hatte iW 158 bis heute hier gehalten, ihr Sohn schon lange nicht mehr, der war für ihn abgetan. , Er tat ja ganz, gleichgültig, Lüeb aus der Fntterttste sitzen und starrte vor sich hin, _ Die Pferde zermalmten das gutter, die Halfterketten klirrten, die Fliegen summten, draußen quietschte ein Pum- penschwengel. . Endlich fand der Offizier die Sprache wieder. „Drewel — weiß meine Mutter von dem Almosen der Komtesse?" Der schüttelte fhimm mit dem Kopf. Aber woher nimmt sie denn das diele Geld'?" „Sie spart sich's ab. Der Herr Graf gibt ihr nronat- lieh vierhundert Mark, davon muß sie kaufen, was sie braucht. Manchmal bettelte sie Lei ihrem .Vater ton' mehr." Also, auch Eva betrog — um seinetwillen! Er riß die dicke Brieftasche heraus und entnahm ihr* einen Tausender. „Hier Drewel, lassen Sie ausbessern. Gleich morgen geht's los!" Der Alt^faltete den Schein vorsichtig zusammen und steckte ihn ein. '„Nee, Herr Oberleutnant, da gibt's Nötigeres M tun." „Was beim?" „Für die Zinsen zum Oktobertermin sorgen." „Ja, liegen denn die noch nicht bereit?" „Wenn ich die ganze Roggenernte verkaufe, dann schon. Der Oktober ist am leichtesten zu bezahlen. Aber der April und der Juli, wenn nichts mehr da . ist —i wie wir da drüber wegkommen werden, weiß ich heute noch nicht." „Wir kommen drüber weg. Hier" — Hans-Wilhelm hob die Brieftasche hoch — „sind zwanzigtausend Mark für's Gut." „Wenigstens etwas." Ganz gleichgültig sagte es der Oberinspektor und kletterte von der Futterkiste herunter. „Kommen Sie morgen früh mit den Büchern um sechs Uhr zu mir 'rauf!" „Jawohl, Herr Oberleutnant." Hans-Wilhelm reichte hem alten treuen Diener die Hand. „Ich muß zu meiner Mütter — gute Nacht!" Drewel sah ihm mit abgezogenem Hute nach. Er Ivar ein einfacher Mann, aber soviel begriff er doch: das Geld war im Spiele gewonnen, und das bringt kein Glück, Kopfschüttelnd ging er noch einmal durch die Ställe, dann Nahm er seine Bücher vor. Bis nach Mitternacht saß er, aber Klarheit brachte er in diesen Lug und Trug nicht mehr herein, Wahrheit und Dichtung standen zu schroff nebeneinander. — Hans-Wilhelm begab sich erst in sein Zimmer. Der große, starke Mann war total fertig mit seinen Nerven. So durfte er feiner Mutter nicht unter die Augen treten, die hätte doch sofort gemerkt, daß er eine niederschmetternde Nachricht erhalten. In seinem Leichtsinn hatte er also von Evas Almosen gelebt! Jawohl, das war der einzig richtige Ausdruck, und trotz dieser Demütigung befriedigte es ihn, daß er Drewel gegenüber gerade dieses Wort gebraucht hatte. Der alte Kerl mußte fühlen, wie furchtbar ihn der Schlag getroffen. Und ihr Vater war ihm auch noch mit zwanzigtausend Mark beigesprungen! Er überschlug den Inhalt seiner Brieftasche. Wohl vier- bis fiinf- und vierzigtausend Mark mochte er bei sich tragen. Gleich morgen mittag wollte er dem Grafen sein Geld mit den Zinsen zurückgeben; steckte er dann zwanzigtausend in die Wirtschaft, blieb ihm für ein Jahr lang genug zuiu Leben. Aber auch Eva mußte doch auf der Stelle ihr Geld wieder haben! Wieviel mochte sie wohl schon geopfert haben? Sicherlich mehrere tausend. Da konnte eben Drewel nicht soviel bekommen. Wenn ihn Beerenburg nicht vom Spieltische weggeholt hätte, zweifellos wäre er bald wieder im Gewinn gewesen noch au demselben Abend. Da kam die Wut über ihn. War er denn ein dummer Junge, den: man Angst machen durste? Ob -or nicht lieber dem Oberinspetor zehntausend Mark hier lassen und mit dem Rest nach Spa zurückkehren, sollte? Der alte Relen- dorff konnte warten! Freilich, alle Tage lacht einem nicht das Glück, aber probieren geht über studieren! Mit großen' Schritten wanderte er im Zimmer auf und ab, und schließlich kam er zu dem Entschluß: erst sehe ich mir die Bücher an, dann werde ich meine Entscheidung treffen! Da klopfte es. Ein Mädchen meldete, daß das Wendessen bereit sei. Einen Diener hatte man auf Moreth schon lange nicht mehr. In ihrem Zimmer erwartete ihn die Mutter. „Nun, Hans-Wilhelm, fertig ausgepackt?" „Nein, Mama, wie ich vorhin auf den Hof ging- traf ich Drewel; mit dein habe ich über die Wirtschaft gesprochen." Löise seufzte Frau von Moreth. „Morgen früh kornint er um sechs Uhr mit den Büchern zu mir." „Erfreuliches wirst du wenig finden." Da legte Hans-Wilhelm seine .Hand auf die Schulter der Mütter. „Erfreuliches oder Unerfreuliches — es wird Zeit, daß ich der Zukunft mit ruhigen Augen entgegensehe!" IN diesem Augenblick^dachte er nicht mehr an Spa. —! „Haus-Wilhelm, wenn du das ernstlich wolltest!" „Ich will!" , „Komm mit mir vor das Bild dernes Vaters; dort versprich mir's." Und der Sohn sieht fest auf den jungen Vater, der fröhlichen Gesichtes, fast lachend, aus dem Rahmen auf ihn niederblickt. „Für Moreth will ich kämpfen, Ivie der Vater für die Standarte des Regiments!" Da fällt eine Zentnerlast vom Mutterherzen, (Fortsetzung folgt.) Zrauenschicksale im Arbeite? stand. Von Paula Messer-Platz. Wie in der Aufklärungszeit durch das neuerwachte Interesse für die Einzelpersönlichkeit die Zahl der Biographien wuchs/ so auch wieder in der Gegenwart, deren psychologische Neigungen und Forschungen die Wertschätzung des Biographischen steigern, Was aber unsere Zeit von der des 18. Jahrhunderts unterscheidet — der Blick auf die Massen, die Arbeiterfrage, die .Sozialdemokratie —, das unterscheidet auch die biographische Literatur unserer Tage von der damaligen: die Jetztzeit hat als Neues die Arbeiterbiographie hervorgebracht. Wohl die drei besten verdanken wir der Vermittlung von Paul Göhre.*) Jedes dieser Bücher hat seine Eigenart. Das Fischers zeigt eine episch-ruhige Schilderung von Tatsachen, die eben hingenommen werden, weil sie sein müssen. Das innere Feuer dieses Mannes umleuchtet diese Tatsachen, hat sich aber noch nicht gegen sie geivandt. Anders bei Bramme. Hier Zittiert schon Erkenntnis und Abwehr durch, die sozialdemokratische Idee wird geboren. In der Biographie von Holet endlich flammt hell auf das Bewußtsein der körperlichen und geistigen Art des Arbeiters, flammt ans die Begierde zn helfen, zu ändern, >zu organi- fieren. So führt dies Buch mitten in die Erregungen und Probleme der modernen Zeit und zwar auf einem Wege, der den meisten Lesern fremd, gber zum Verständnis fast unentbehrlich sein wird. Eines dieser modernen Probleme ist die Frauenfrage und in ihrem Gefolge die llntersuchungen über die Lage der Arbeiterin, ihr Leben, ihre Bildnng, über das, was ihr not tut. Wo aber ließe sich davon ein unmittelbarer Eindruck gewinnen als durch die Lektüre einer solchen Arbeiterbiographie! Meines Wissens ist ihr Wert von diesem Gesichtspunkt aus noch nie gewürdigt worden. Drei Frauen treten in dem Buch von. Holek in den Vordergrund: die Mutter und seine beiden Frauen. Seine erste Erinnerung sieht die Mutter weinend. Und dieses stille, hoffnungslose Weinen bleibt der Unterton in den drei Franenleben/ in denen Hungern, Arbeiten, Gebären die traurige Melodie ab- geben. Trotzdem nimmt es jede in ihrer Art tatkräftig mit dem Leben auf. WaS Schulbildung anbetrifft, so ist die Mutter sehr schlecht dafür, ausgerüstet: sie kann .weder schreiben noch lesen. Holet sagt dazu: „Noch bedauernswerter als mein Vater war meine Mutter. Denn er konnte wenig, sie aber gar nichts. Das. war für uns Kinder der größte Schaden." „Nur Deutsch hatte sie während ihrer Di^stzeit gelernt und zwar so geläufig, wie ich *) „Denkwürdigkeiten und Erinnerungen eines Arbeiters", (Karl Fischer.) — „Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters. (William Bromme.) — Wenzel Holek: „Lebensgang eines deutsch-tschechischen Arbeiters". Sämtlich bei Engen Diedr- richs in Jena. 159 es selten von einem Tschechen hörte."**) Auch zeigte sie „in mancher Hinsicht mehr Scharfsinn wie andere Leute" und war mit einer lebhaften Phantasie begabt, die sie dazu verleitete, den Kindern Mord- und Gespenstergeschichten zu erzählen, um sie durch Angst vom Bösen abzuhalteu. Sie hatte nichts Besseres gewußt, nichts Besseres gelernt! Sic war unsere Blutter, aber keine wahre Erzieherin." Es zeigt sich hier deutlich, welchen Schaden gerade die Unwissenheit der Mutter anrichten kann: sie versteht nichts voin Nutzen der Schule und hindert den Knaben am Lernen. Noch mehr ist ihre Unkenntnis i n Hy g re urschen Dingen zu bedauern, unter der schon die,erste körperliche Entwicklung des Kindes leidet. Da drängt sich manchem die Frage auf: Wäre nicht hier das nächstliegendfte Gebiet für moderne Reformen! Oder sollte es. gar so schwer sein, den Mädchen der oberen Bolksschulklassen das Nötigste bcizubrrngen über Säuglingspflege, einfachste Krankenbehandlung und -Ber- hütnng. Die Klage über Kindersterblichkeit, Militäruntauglich- keit und ähnliches wird immer lauter. Aber man fchemt nicht daran zu denken, daß auch hier kleine Ursachen große Wirkungen hervorbringen. Man braucht noch lange keine übertriebenen Erwartungen mit dem Schulunterricht verbinden, aber elementare Fehler, wie sie hier erzählt werden, könnten, doch durch ihn beseitigt werden. So liest man z. B. über die Behandlung von Säuglingen: „Sie packte das Würmchen in Windeln und Federbetten ein, zog das Wickelband so fest an, daß das arme Wesen wie eine Holzpuppe aussah." Also iveder Luft noch Bewegung! Und so lag das Kind, mit einem schmutzigen „Gummel" zur Beruhigung im Muiid, stundenlang regungslos, bis die Mutter von der Arbeit heimkam. Arbeiten musste sie wie kaum ein Mann. Sie geht mit dem Vater in die Fabrik, zu dm,)8ahnbauten, aus die Rübenfelder. Oder sie sammelt Holz, was so mühsam und schwer ist, daß es „eigentlich nur die Männer taten". „Ach, löte leid tat mir dam meine Mutter . . . wenn ich sah, wie sie die ganze Woche über aus dem Felde arbeitete ober in der Scheune das Getreide mit Flegeln drosch, dann irachts das kleine Mädchen versah, die Wäsche wusch und unsere Sachen flickte. Sie schien mir wie eine Heldin." Und war sie es nicht wirklich! Trotz ihrer Mitarbeit hatte sie nichts zu sagen bei der Verwendung des gemeinsam verdienten Geldes. „Ter Vater strich das Geld ein und gab der Mutter einen Betrag als Kostgeld ... er frug sie nie, ob sie damit anskomme." Er war so geizig und gab so wenig her, daß die Mutter Schulden machen mußte, die sie dann heimlich durch doppelte Arbeit wieder abverdiente. Ihr Gemüt aber war trotz des harten Daseins nicht verschüttet: sie liebt ihre Kinder, zwet Buben und drei Mädchen, tritt schützend dazwischen, wenn der Vater „schimpft" : eine schöne Offenheit herrscht zwischen ihr und ihrem Sohne. Auch als dieser nach Jahren in die äußerste Not gerät, wendet sie sich nicht ab wie der Vater, sondern „tat für mich ihr möglichstes; in ihrem Herzen war die Mutterliebe nicht erloschen." Und nun zu Holeks erster Frau, seiner „Luis"! Etwas Zartes, Feines liegt über ihr. Sie ist von schlankem Wuchs, mit schwarzen Haaren und blauen Augen und hat eine schöne.Stimme. Aber nicht ihr Aeußeres macht tieferen Eindruck auf ihn, sondern „ihre Zurückhaltung und ihr sittliches Benehmen". Und nachdem er noch erfährt, daß sie mutig Angriffe auf ihre Ehre abgeschlagen, „da war ich wie verwandelt zu dem Mädchen. Sw war in meinen Augen die Tugendhafteste, die Reinste!" Tie beiden jungen Menschen, die in derselben Fabrik arbeiten, lieben sich und gehören sich an. Sie leben mit Luisens Mutter zusammen, und nun beginnt auch für sie der schwere Kampf um Arbeit, um Brot, nut die Existenz. Tapfer setzt Luis ihre Kraft ein. Sie verdient mit als Handlangerin, sie ladt für 2 Gulden 21/2 Waggon Kohlen in Karren, ja zuzeiten lebt die ganze Familie allein von ihrem Verdienst in der! Glasfabrik, obwohl sich Holek einst geschworen hatte, „sie soll sich nicht soyvie meine Mutter Tag und Nacht schinden und plagen." Die Not wird immer größer, es gibt gegenseitig Vorwürfe, Streit, Zorn, und endlich vergreift er sich an seiner Frau. Wahrlich traurig, daß das äußere Elend auch den Frieden der Familie zerstört, daß sich der Mensch Zum äußeren Unglück auch noch das innere auflädt! Der Mann, der sonst nüchtern und sparsam ist, greift zum Alkohol und schlagt seine Frau! Gewiß, es ist psychologisch begreiflich als Ausgeburt der Vei^weiflung. Aber die Frau, die die gleiche Rot durchlebt, wo bleibt ihr Ausweg?,! Es wird von jedem und auch von ihr als selbstverständlich betrachtet, daß sie weder im Trinken.Trost sucht, noch in Wutausbrüchen. Sie hält die Familie zusammen, sie wirtschaftet für den Mann und zwei Kinder so gut es eben geht, die Aermste, wird mitten jm Hunger und Jammer von einem Kinde entbunden, das sie nach sieben Wochen weinend begraben muß. Als durch neuen Verdienst des Mannes die leibliche Not verringert wird, tut sich eine andere Kluft zwischen ihnen auf. _ Der Mann sehnt sich nach Wissen, nach Bildung, nach einem geistigen Inhalt. Für den Arbeiter liegt es am nächsten, dies alles in der Sozialdemokratie verkörpert zu sehen, und ihr schließt sich **) Holeks' Eltern waren Tschechen und lebten im nördlichen Köhnien. Holek an mit der ganzen Begcisteiungssähigkeit und dem ganzen Opferwillen eines selbstlosen Herzens. Dieser Kamps um „mehr Licht" ist fürwahr nichts Kleines; wird aber ausgefochten wie hier, wo er äußerlich nichts bringt als Arbeitsentlassung, Hunger, Heimatlosigkeit, dann steht man erschüttert vor solch einer „Menschwerdung". Wer will es trotzdem dem armen Weibe verargen, daß es sich gegen die politische Betätigung des Mannes wendet, die so viel Zeit und Geld verschlingt und die Familie immer wieder brotlos macht! Es hat sich ja niemand die Mühe genommen, sie über den.tieferen Zweck der politischen Bewegung aufzuklären. Sie teilt allein das Unglück des Verfehmten, von dessen innerem Gluck bleibt sie ausgeschlossen. Der Streit beginnt aufs neue. — Und doch wird uns heute so oft entgegen gehalten: politische Aufklärung der Frau bringt Streit in die Familie. Indessen, man bedenke, daß politisches Verständnis mindestens. ebenso oft auch ein Band werden , kann, das Eheleute zusammenhält. Der Arbeiter braucht nicht immer ins Wirtshaus zu sitzen, toeitn er von dem reden will, was fein Inneres beschäftigt. Und der praktische Sinn der Frau lvird manchen Rat geben können über das Wie und Wieviel der Beteiligung an politischer Agitation. Hat diese, aber Arbeitsentlassung und Not im Gefolge, so wird der Opfermut des Werves nicht zurückstehen hinter dem des Mannes. Man darf heute nicht mehr übersehen, welche Rolle die Politik im. Leben des Arbeiters spielt; daß gewaltige Bolksmassen, unbefriedigt von der geistigen Speise der Kirche, ihren Gedankenhunger zu stillen suchen dyrch politische Tätigkeit und politifche Jenseitsträume. Religiös sind aber gerade, die Besten imter ihnen geblieben, freilich, ohne es meist selbst zu wissen. Oder ist es nicht im tiefsten Sinne religiös empfunden, wenn Holet auf alle Vorwürfe antwortet: „Der Jesus hat auch für die Wahrheit am Kreuze geduldet! Weshalb sollen es nicht auch wer? Ebenso geht ihm, dem Atheisten, das starke Gefühl für sittliche Werte nicht verloren. Zwar lebt er etwa acht Jahre in „wilder Ehe" mit der Luis, die auch teilten Anstoß daran nimmt, und läßt sich später nur tragen um* der Kinder willen. Die Ehe ist ihm aber an sich heilig, und als er bei seinem Werbe Untreue vermutet, da ist die Ehe für ihn zerstört, und er bleibt nur den Kindern zuliebe. Bald danach stirbt Luis, um Zwillingen das Leben zu geben. Ihre letzten, beteuernden Worte sind: „Wenzel, meine Liebe zu dir . . ." Da heißt der Tod sie schweigen. Bwr Kinder läßt sie dein Vater zurück, fünf sind gestorben. Wahrlich, dies müde Weib hat- sich den Tod verdient und bte Ruhe, Bald zwingt die Not Holet, wieder zu heiraten. Aenßere Eigenschaften spielen diesmal noch weniger eme Rolle. Jm Gegeiiteil: „ihre Gesichtsfarbe und Züge, verrieten, da« es ihr aiich nicht gerade zum beften ging. Aber ihr Ansehen gefiel mir." Sie ist die Tochter eines kleinen Schneiders, 24 Jahre alt und von lebhaftem Temperament. .Holet hofft sogar von ihr zu lernen, da sie eine schöne Handschrift besitzt und gut int Rechtschreiben beschlagen ist. Sonst freilich hat sie nichts, gelernt als etwas Rechnen und viel Beteii. Kein Wunder, denn in ihres frommen katholischen Vaters Haus „war noch nie eine Zeitung gekommen und außer Kalender und Gebetbuch auch kein anderes .Puch." Wie hätte sie da mehr lernen können! Wieder ist es die Kindererziehung, die am meisten Schaden darunter leidet. „Es fehlte ihr die Aufklärung, um die Kinder stets in einer bestimmten Richtung zu zieheii." Sie ist leicht ungeduldig, schlagt viel, zankt mit lauter 'Stimme und wie! sie selber einst, so 1 ollen auch ihre Kinder in Furcht und Zittern gehalten werden Doch scheint ihr Gerechtigkeit nicht abzugeheu, denn „sie behandelt ihre eigenen Kinder genau so wie die Stiefkinder". „Sie war.em Weib, wie ich es mir nur wünschen und wie ich es als Arbeiter auch allein braucheil konnte," sagte Holek von ihr. Tiefe tüchtige Frau und das neu erstandene ordentliche Heim bringen den Manu vorn Trinken zurück, dem er sich! als Witwer ergeben hat. Das ist gewiß kein Ausnahmefall. Die Frau ist dcr _(yeino des Alkoholismns, denn er steht wie em Gespenst täglich und stündlich vor ihrer Tür und droht ihr das bißchen Gesundheit, Geld und Glück zu nehmen, das sie für sich unb bie ^5breit bem. Leben aberungen. Wie schrecklich aber der Trunk unter beit Arbeitern wütet, das zeigt dies Buch deutlich. Dazu ist der Arbeitgeber noch häufig Besitzer der Kantine unb zwingt seine Leute einen guten Teil des Lohnes dort siegen zu lallen. Gewiß werben nicht überall solche Zustände herrschen wie an der beutlch- tschechifchen Grenze, aber es wäre allgemein zu nmnschen, daß der Arbeitgeber keinen Anteil an Kantine und Kaufladen belaße unb damit kein Interesse, wo unb wieviel die Angestellten kaufen. Je mehr Anregung zum Trunk aber für den Arbeiter in I einer Laae oft liegt, um so größeres Verdienst erwerben sich-bw grauen für* bie Gesunbheit unb Höherentwicklung des Volkes burch ihren Kampf gegen den Alkoholismns. Obwohl Holeks Fran „eine gute Wirtschafterin ist, mit jedem Kreuzer rechnet, nichts verfchwendet, nicht naschig ist" und gilt einzuteilen weiß, läßt sich die Not nicht verscheuchen. Sind doch nun acht Esser zu versorgen unb der Ernährer liegt an Lungenentzündung barnieber. Da entschließt sich die Frau, zugleich mit ihrem Neugeborenen bas Kinb einer Beamtensaimlie zu stillen, unb von bem Lohn lebt bie Familie. Aber die Folgen der Ueber- anftrengimg zeigen sich bald: kaum ist der. Mann gesund,,erkrankt 160 sie selber und der Arzt konstatiert Lungenentzündung, Herzleiden und Wassersucht. Nach acht Tagen aber steht sie schon 'aus, damit der Manu auf Arbeit kann. Die Not wird immer großer, die Lage verzweifelter. Holek sucht Vergessenheit im Trunk; die Frau macht ihrn zwar keine Vorwürfe, nur das Jammern kann sie nicht unterdrücken und schließlich muß wieder das arme Weib büßen für die traurigen Verhältnisse: sie wird von ihm geichlagen. Endlich findet der Mann Arbeit als Ziegelfetzer, und langsam kommt die Familie wieder empor. — So geht es aus und nieder; oft scheint das Lebensschifflein dieser Menschen verschlungen zu werden von den Wogen des Unglücks und der äußersten Not. Doch immer wieder taucht es aus und erobert sich.für kurze Zeit ruhige Fahrt, bis ein neuer Schicksalssturm es wieder dem Untergang nahebringt. Die Frau aber bleibt nicht zurück in diesen sorgenvollen Zeiten. Sie teilt redlich Kampf und Arbeit des Mannes. Sie schleppt aus ihrem, Rücken den ganzen .Kohlenvorrar für den Winter nach Hause. Obwohl sie den Haushalt und die Bedürfnisse von acht Personen zu versorgen hat, lernt sic das Ziegelmachen und bringt schließlich zehn- bis zwölfhundert Stück täglich zustande. An den Abenden, wo der Mann ruhen kann, muß sie noch die Wäsche für die ganze Familie waschen. Eine neue Heimsuchung kommt über die Armen: Holek erleidet einen Unfall und wieder ist die Frau die alleinige Ernährerin der Familie. „Sie wusch Wäsche, räumte Mistgruben aus, kurz, sie machte alles, was ihr jemand anbot und was ihr einen Verdienst versprach." Deutlich zeigte sich hier — wie so oft in dieser Biographie —, daß die Frau des Arbeiters ebenso als Ernährerin und E r h a l t e r i n der Familie in Betracht kommt wie der Mann. Diese Tatsache erscheint deshalb als besonders wichtig, weil häufig das Stirn m recht des Mannes begründet wird mit der Behauptung: er ernährt die Familie, also soll er sie auch vertreten! Abgesehen davon, daß dann auch die Söhne nicht zu wählen hätten, beweist dieses Lebensbild von Holek, das man als typisch für unsere Arbeiterklasse ansehen darf, daß die Frau zum mindesten die eine Hälfte dessen teiltet, was von einer Familie zum eigenen Fortkommen und zur Erhaltung des Staates gefordert werden kann. Wird der Mann für seine Arbeitshälfte mit dem Stimmrecht belohnt, warum get die Frau für die gleiche Leistung leer aus? Verfolgen wir den Leidensweg der .Familie weiter. Der Mann wird aufs neue arbeitslos. „Wie ich da mit der Familie lebte, brauche ich nicht erst zu erzählen, es gab.oft Kartoffeln zu essen früh, mittags und abends. Manchmal gingen ich und meine Frau hungrig schlafen, da wir den letzten Bissen nicht den Kindern entreißen wollten." Das waren schwere Zeiten für Mann und Frau, aber auch diesmal ist es das Weib, das den Leidensbecher bis zur Hefe leeren muß, -denn „in dieser trostlosen Lage ist meine Frau niedergekommen mit einem Mädchen". Das Kind stirbt bald. Man denke sich einmal hinein in die Seele dieser Aermsten, in ihre körperlichen Schmerzen und Entbehrungen, in ihre geistige Zerrissenheit und Verzweiflung! Schon das vierte Kind wird ihr begraben, und schließlich muß sie noch froh sein, daß die Kleinen nicht leben und darben müssen wie sie selber. Einem plötzlichen Entschluß folgend, verläßt Holek das Land, in dem er soviel gelitten, und sucht in Sachsen Arbeit. Bis er etwas Gckld nach Hause schicken kann, muß seine Frau selber sich INd die ganze Familie durchbringen. „Wie sie das gemacht hat, weiß ich nicht. Ich verließ sie in der größten Mot." Dann fährt sie mit den Kindern und dem bißchen Hab und Gut auf einem Leiterwagen ihm nach in die neue Heimat, nach Dresden, Hier schließt das Buch, und ergriffen legt man es beiseite. Freilich, die Gedanken, die es geweckt Hat, lassen sich nicht so schnell zur Seite legen. Wie wird sich das Schicksal dieser Menschen noch weiter gestalten? Haben wir die letzte'-Station vom Kreuzweg dieses Weibes durchlebt, oder wird auch er erst an einem Grabe enden? Und vor allem: wie wäre hier zu ändern, z'n bessern? Wer zuerst sollte all dick Fragen und-Probleme dieses Buches erfassen und in Angriff nehmen? Doch wir Frauen, Wer nicht mitzuleideir hat wie diese Arbeiterfrau, der hat dafür mitzuhelfen. Ist dies« Hilfe doch sicher gar oft verdient; denn noch von mancher Arbeiterfrau wird gelten, was Holek über seine Mutter sagt: „Du bist g«benebelt unter den Weibern, du Heldin!" ___________ Gestalten und Bilder aus den; Völkerfrühling. Die Studenten und der heilige Krieg. In fieberhaster Erregung, in heißer Sehnsucht hallen die Edelsten des Volkes der Stunde der Befreiung geharrt, des Augen- blicks, wo der alles lähmende Druck der Fremdherrschaft weichen würde. Tief Halle auch die studentische Jugend die Slot der Zeit empfunden. Da war auch keine unter Deutschlands hohen Schulen unberührt geblieben von, Erwachen des neuen, valerländischen Geistes. Da ()atten sich Geheimbünde zur Wahrung deutscher Slrt und Freiheit gegründet. Da wurden offen imb versteckt zahlreiche Pereals auf die welschen Schergen ausgebracht. HebernH gährle eS. Da entflammten die Februartage die Gemüter zum Aeußersten. Nach dem langen Warten aui die Rache nahte endlich die Erlösung. „Burschen heraus!" Mächtig erscholl der Ruf von Schule zu Schule, von Munde zu Munde. Mit einem Schlage waren alle landsmannschaftlichen Eifersüchteleien vergessen. Tas Vaterland rief. Da gab es keine Zeit mehr zu so breiter Wichtigtuerei, zu nichtigen Händeln. Es galt die Waffen zu zücken für die Freiheit. Das Spiel der Waffen ward zum Ernst. Allen schwebte das hehre Ziel der Befreiung der deutschen Heinmt vor Augen. Aus des kühnen Breslauer Professors Steffen Munde kam der erste Freiheitsodem. Den vierzigjährigen, still grübelnden Gelehrten packt es mit zwingender Gewalt: er inuß die Waffen greisen zum Kampf fürs Vaterland. Er muß ein Krieger werden, soll, sein kühner Kampfruf die rechte Wärme haben, um in den Herzen aller zu zünden. Und seine Breslauer schualleir die Eisenbraut um zum Kamp! der Ehre für Freiheit und Vaterland. Breslau >var in jenen Tagen das Mekka, wo sich die akademische Jugend zusammenscharle. Da stellte sich der frühere Leipziger LandSmann- schaftler Theodor Körner, der einst wegen eines Duells von Leipzig relegiert worden war, zu den Fahnen ein. Dem Lützowschen Freikorps galt die Sehnsucht aller. Und dort erklang auch zum ersten Male Scheukendorfs Studentenkriegslied: „Ich bin Student gewesen, Nun heiß ich Leulennnt, Fahr wohl, gelahrtes Wesen, Ade, du Bücherstand! Zum König will ich ziehen Jus grüne Waffenseld, Wo rote Rosen blühen, Ta schlaf ich ohne Zell." Da kamen die Jenenser, von der Alma Mater im Oster- programm zum Freiheitskampfe mit des Aeschylos Versen gegürtet : „Geht hin, ihr Söhne der Hellenen, befreit das Vaterland, befreit die Kinder und Frauen, die Heiligtümer unserer Götter und die Grüfte unserer Ahnen; in diesem Kampfe gilt es das Höchste I” Von Berlin her kamen sie in Scharen. Wahrlich! Fichtes leidenschaftliche patriolische Gesänge und Schriilen hatten in der Preußen Hauptstadt eine gute Saat gesäet. Prächtig war sie aufgegangen. Und aus den Hörsälen der Albertina rannten die Königsberger zu den Fahnen Borks. Doch auch die Göttinger, die Hallenser reihten sich ein. Und aus den welschen Rheinbundstaaten eilten die Mufensöhne zu den preußischen Fahnen, um die Freiheit ihres Volkes auf den Schlachtgefilden zu erringen. In Erlangen gedachte die Studentenschaft sogar ein eigenes Freikorps zu errichten. Ta hielt sich feiner zu gut „zum Opfertode für die Freiheit und für die Ehre der Nation", dem Hohn und der Verachtung fielen die anheim, die zurückblieben (wie ein studentisches Tagebuch von Göttingen und Marburg erwähnt). Auch die Friedliebenden erkoren den Streit. Die Büchse auf der Schulter, das Neue Testament int Brotbeutel, so zogen die Gollesmänner hinaus in beit Kampf. Im Tonrnisler steckte zwischen Proviant und Munition der Schiller. Mit dem Kriegsgerät befreundete sich die Guitarre. Weihevoll und kräftig erschollen die alten Vaterlandslieder und hinein jubelten viele neue Töne, Kriegs- und Marschlieder. Die Studenten brannten daraus, sich mit dem Feinde zu messen. Ihre Sehnsucht sollte bald gestillt werden. humoristisches. * Kaltblütig. Buchhalter: „Herr Chef, wissen Sie auch/ daß es! heute 25 Jahre sind, seit ich bei Ihnen bin!" — Chef- „Hm . . ich hab immer gemeint, es! sind schon 28!" * B o s h a f t. „Was meinst du, soll ich meinen Karl französisch oder englisch unterrichten lassen?" — „Natürlich englisch man brennt ja meistens; nach Amerika durch!" Logogriph. Dem Menschen nütze ich seit alter Zeit Als schneller Bote, und auch heute uoch Werd ich geschätzt von allen weit und breit; Ich trage deshalb gern der Arbeit Joch. Verwandelst du das erste Zeichen mir, Bin ich sogleich der Hausfrau lieb und wert Im trauten Heim ; doch werd ich nicht als Zier Beim Ball, Theater ober sonst begehrt. Hub änderst du nochmals ein Zeichen nur, Nu! ich in dein Gedächtnis frohe Stunden; Als dir dein Liebchen ew'ge Treue schwur, Da hört ich, wie zwei Herzen sich gefunden. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Königspromeuade in voriger Nummer r Der Sturm sprach einst: Ich kenne Tie Well, beim ich zerpflücke sie; Da sprach der Reif: Ich kenne Sie näher, ich erdrücke sie; Die Sonne lacht: Ich kenne Eie besser, id). beglücke sie. Carmen Silva. Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts^Buck» >>nd Steindruckerei, R. Lange. ©>e&em