Donnerstag, den U- Dezember '81 1! H i ^UU >^WKW »EkM«! KM AM8 WM „ Ssuernblut. Eontaw dorr Gerhart ö. Amyntor (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Man tritt an das Fußende des Katafalks heran, und vor Dells Augen webt sich ein Schleier, durch den ihm das bleiche bartumrahmte Antlitz des nun von allen Qualen befreiten kaiserlichen Dulders fast wie das Angesicht des Erlösers erscheinen will. Der Eindruck, den er von der würdevollen, aber im Vergleiche mit dem um Kaiser Wilhelms Leiche im März entfalteten Pompe hier nur bescheidenen Pracht gewinnt, ist ein so tief ins Herz greifender, daß er unwillkürlich die Hand seiner Nachbarin erfaßt und in wildem Weh krampfhaft preßt. Leise fühlt er den Druck erwidert, denn auch in Ellens Brust wühlt der Schmerz, und sie möchte sich auf den von den Füßen des Verklärten herabwallenden, schweren Samtfalten aus die Knie werfen und ein herzinniges Gebet zum Vater im Himmel für den Frieden des Erlösten, aber auch um Kraft mts Trost für alle, alle Hinterbliebenen emporsendeu. Und dieser sanfte Gegendruck, den er von dep Hand des geliebten Mädchens empfindet, wirkt wie ein schmerzstillender Balsam auf seine schwerverwundete Seele; er fühlt, daß er nicht allein ist mit seinem Weh, daß es noch ein Wesen gibt, das ihn versteht und auch den geheimsten Gängen seiner Gedanken spurkräftig nachzugehen vermag. Ja, die Liebe ist das wunderbare Gnadenmittel, das Gott der Herr den armen Menschenkindern gespendet hat, das selbst dem Tode und der Verwesung gegenüber noch seine Kraft behauptet und das vom Schmerz betäubte Hirn vor völliger Lähmung, das zuckende Herz vor Verbitterung und Hoffnungslosigkeit bewahrt. Immer neue Massen treten heran, um nach einer Minute stummen, ehrfurchtsvollen Schauens langsam weiter zu gehen und durch eine zweite Pforte wieder den Ausgang zu gewinnen; nur die Familie Brank und Tell haben sich an die Wand der Galerie zurückgezogen, wo sie unbeweglich verharren, um, mit gefalteten Händen und die Tränen nur mühsam zurückdrängend, unverwandt auf die sterblichen Ueberreste des kaiserlichen Märtyrers hinzublickeu. Die Sonne sinkt tiefer und tiefer, aber die Schmerzgebannreu merken es nicht; sie stehen fast ebenso regungslos wie oie Adjuranten, Schloßgarden und Leibjäger, die in voller Trauergala zwischen den Palmen und flimmernden Kandelabern zu beiden Seiten des aus einer weitgebreitetcn Fülle duftiger Blumen und Kränze aufragenden Katafalks den letzten Ehrenwachtdieust verrichten. Endlich gibt Herr Kurt v. Brank mit einer leisen Handbewegung das Zeichen zum Aufbruche. Man reiht sich wieder der allgemeinen Prozession ein, erreicht die Schloßterrasse u-,ro vcn Vorplatz des Schlosses mit seinen Teppichbeeten und jueiibel sich rechts, um auf dem sogenannten Oekonomiewege, der heute ebenfalls von einem Spalier von Posten eingefaßt ist, dem fernen Parkausgange durch das „Grüne Gitter" zuzustreben. Der Bann ist gelöst, mit der erquickenden Abendlufs atmet man neues Leben und neue Hoffnung ein: Tell urch> Ellen sind etwas zurückgeblieben; die Trauer zittert in ihrem gepreßten Herzen noch nach und ihre Lippen verharren noch geschlossen. Wie Ellens Blick einmal zufällig das Antlitz ihres schweigsamen Begleiters streift, bemerkt sie, daß ihm zwei schwere Tropfen an den Wimpern hängen. Der starke Mann weint. Barmherziger Gott! Wie tief muß ihn der Schmerz um seinen Kaiser getroffen haben, daß er, der Trotzige und Jchbewußte, sich der heimlichen Tränen nicht erwehren kann! Der überraschende Anblick erschüttert sie derart, daß es ihr wie ein Krampf emporsteigt; ihre Brust wird von heftigem Schluchzen bewegt und sie birgt ihr von plötzlichen Tränen »verstromtes Angesicht in ihrem Battisttaschentüchlein. Ein Arm legt sich sanft um ihren Wuchs und eine tiefe, aber innig bewegte Stimme fragt liebevoll: „Warum weinen Sie?" Einen Augenblick lang dämmt sie die Tränenflut zurück, und mit stockender, nur stoßweise gehorchender Stimme bekennt sie: „Weil — weil ich — Sie — weinen sah." Und wieder bricht sie in neues Schluchzen aus, und Tell, der ihren Arm unter den seinen gezogen hat, um sie zu stützen und zu beruhigen, fühlt das Beben ihres schlanken, jungfräulichen Körpers an seinem Leibe. „Ellen!" sagt er mit weicher, zärtlich schmeichelnder Stimme. „Ellen, fassen Sie sich doch! — Die Leute —!" Er beugt sich leise zu ihr nieder und sieht ihr in das von Tränen gebadete, holdselige Angesicht. Der höchste Schmuck der Rose sind die Tauperlen in ihrem Kelche. Wie ex in die feucht fchimmernden Augen bes Mädchens schaut, ist es um seine Selbstbeherrschung geschehen; die Quellen des Mitleids und der Liebe brechen in seinem Innern gewaltsam hervor; der Sturm der plötzlich entfesselten Leidenschaft reißt ihn hin — er zieht die Ueberraschte an seine Brust und küßt ihr in wilden, trunkenen Küssen die Tränentropfen von den Wimpern. „Ellen! Süßes Mädchen!" haucht er heiß und flammend, „willst Du die Meine sein?" „Das bin ich ja schon längst, William!" gibt sie beseligt zurück; auch sie hat Zeit und Ort vergessen, doch plötzlich besinnt sie sich — Purpurröte schießt in ihre Wangen empor — sie schreitet wieder sittsam und ehrbar neben ihm und mahnt erschrocken und bereuend: „Die Leute — was sollen die Leute denken?" „Mögen Sie denken, was sie wollen! Du bist meine Brant und ein Bräutigam hat das Recht, seine Braut zu küssen." „Was gibt es denn?" fragt Frau v. Brank verwundert. Sic ist mit den anderen stehen geblieben und muß die Szene zwischen Ellen und ihrem Begleiter gesehen haben. 774 Teil wird sich plötzlich feiner Lage bewußt; er will seine Pflicht erfüllen, aber auf seine Weise. „Gnädige Frau, und Sie, Herr v. Brank!" sagt er mit gedämpfter Stimme, „ich habe Ihnen eine Mitteilung zu machen; wenn es Ihnen recht ist, gehen wir dort hinein." Teil deutet auf einen Nebenweg, der in die schattendunk- len und menschenleeren Teile des Parkes führt. Herr Kurt v. Brank, der längst begriffen hat, worum es sich handelt, schlügt schweigend die an gedeutete Richtung ein. Die anderen folgen ihm. Der hier aufgestellte Posten gibt den die Garde-Ulanen-Uniform tragenden Herrn mit seiner Begleitung ohne weiteres den Weg frei. Wie man aus dem Hörbereich; der auf dem Oekonomie-- wege zurückflutenden Menschenmenge gekommen ist, hebt Teil, sich an das Branksche Paar wendend, entschlossen an: „Ich stelle Ihnen hiermit meine Brant vor." Er ergreift Ellens Hand und fährt trotzig fort: „Wir haben uns soeben verlobt. Ich trage zwar nur einen birrgerlichen Namen und habe keinen anderen Ehrgeiz, als glücklich zu werden und meine Braut glücklich zu machen; mein Selbstgefühl aber verbietet mir, vor den altadeligen Freiherrn und dessen Gemahlin als demütiger Bittsteller hinzutreten und sie um die Gnade anznflehen, über mein dunkles Herkommen hinwegsehen mi wollen und mir die Hand der Tochter großmütig zu bewilligen. Deshalb habe ich mich, ohne jede Vorfrage bei den Eltern, selbständig mit dieser Dame hier verlobt. Wollen Sie uns Ihren Segen geben, so werden wir Ihnen dankbar die Hände küssen; verweigern Sie uns Ihre Zustimmung, so werde ich zu warten wissen, bis meine Braut das ehemündige Alter erreicht hat und ihre eigenen Entschlüsse zu fassen berechtigt ist." Herr Kürt v. Brank, der dem Sprecher mit streng gerunzelter Stirn, aber mit einem kaum beherrschten, verräterischen Zucken um die Mundwinkel geduldig zugehört hat, wölbt die festgeschlossenen Lippen etwas nach vorn und läßt einen brummenden Ton hören; dann schaut er nach Ellen und fragt in geheucheltem Gleichmut und scheinbar kühlster Geschäftsmäßigkeit, während er doch nicht verhindern kann, daß ihm aus den Augenwinkeln der Schelm blitzt: „Und welchen Entschluß würde meine Tochter in solchem Falle fassen?" ' Doch Dell kommt Ellen mit der Antwort zuvor und erwidert statt ihrer zuversichtlich: „Sie würde zwar schmerzlich den Segen der Eltern entbehren, aber unbeirrt den! Weg gehen, den das Machtgebot der wahren, siegreichen Liebe jedem edlen, hochgeratenen Weibe vorschreibt: den Weg zum Herzen des Geliebten." „Ist das so, meine Tochter?" fragt der Vater. Die Gefragte wirft einen zaghaft prüfenden Blick in des Vaters Augen, die trotz aller Verstellung sie nicht zu täuschen vermögen, und beruhigt nickt sie fast schelmisch mit dem Kopfe. „Nun, nun," lächelt der Freiherr, der mehr und mehr die Rolle des gestrengen Vaters aufgibt, „ich sehe schon, wie die Sachen stehen. Was meinst du, Claire?" wendet er sich gemütlich an seine Gattin, „dürfen wir diesem kühn entschlossenen Pärchen unseren Segen noch länger vorenthalten?" Schon lag Ellen an der Brust der glücklich lächelnden Mutter, und die Mütter bedeckte Stirn und Wangen des wonnig erschauernden Töchterleins mit innigen Küssen. „Mein verehrter Herr Schwiegersohn," hebt nun der Freiherr int Tone eines freundschaftlichen, gutmütigen Tadels an, „wissen Sie auch, daß Sie ein verteufelt hochmütiger Geselle sind? Pst, pst! Nicht gemuckst! Ich habe Ihnen ruhig zugehört, nun lassen Sie auch mich einmal frei von der Leber weg sprechen. Was Sie da vom Bauer und dem altadeligen Freiherrn fabelten, das sind doch nur Unterschiede, die sich Ihr Stolz und Ihr Mißtrauen selber zurecht gemacht haben. Sie sind gar kein Bauer — wie? Sie wollen doch einer fein, weil in Ihren Adern märkisches Bauernblut fließt? Nun gut, lassen wir die Sache einmal gelten! Wissen Sie denn aber guch, daß der Muer und der Edelmann rechte Geschwister sind, die legitim geborenen Söhne derselben mütterlichen Scholle? Der erste Edelmann, was war es denn anderes, als nur ein zu Macht und Einfluß gelangter Bauer? Ich freue mich, daß Sie ein Bauer sein wollen, und mit Freuden gebe ich dem Bauer meine Tochter. Wollte Gott, es erstünden unserem Vaterlande noch recht viele so ichbewußte, ehrenhafte und trotzige Bauern, wie .Hie einer sind! Ein tüchtiger und gebildeter Bauernstand dessen Söhne sich nicht in das Proletariat des Gelehrtest» und kleinen Beamtentums hineindrängten, sondern nach Erlangung einer soliden wissenschaftlichen Bildung stolz wieder zum väterlichen Pfluge griffen, um ihn in Ehren und erstarktem Standesbewußtsein zu führen, würde ein Jung- und Gesundbrunnen für unser ganzes Volk werden, ein Quell der Erneuerung und Wiedergeburt eines echt nationalen Geistes. Die sogenannte Nivellierung der Stände — Sie wissen, ich bin nun einmal ein Aristokrat, und Sie, mein Teuerster, sind, Sie mögen sich sperren, wie Sie wollen, erst recht ein solcher — diese sogenannte Nivellierung ist eine Utopie, der Märchentraum eines kindlichen Schivär- mers; die Natur liebt das Ungleiche, und sie schafft nuv Ungleiches, damit es im Kampfe gegeneinander den Fortschritt des Menschengeschlechtes sicherstellt. So lange die Welt stehen wird, so lange wird es Standesunterschiede geben; die Menschheit wird aber erst auf der Höhe angekommen fein, wenn jeder Stand sich selbst achtet, anderen Ständen neidlos und ohne Eifersucht Luft und Raum zur Entfaltung gönnt. Doch nun ist's vorläufig genug — geben' Sie Ihrer Braut den Arm und kommen Sie mit uns nach Giesdorf, wo wir das weitere erledigen wollen — wenn wir nicht bald machen, pa!ß wir hier fortkommen, so werden wir wahrhaftig noch gewaltsam hinausbefördert." Als man durchs „Grüne Gitter" bei der Friedenskirche schritt, drückte Walter v. Brank dem zukünftigen Schwager die Hand, und auf die Kirche deutend, raunte er: „Sie ist dem Frieden geweiht — wollen auch wir hier unseren dauernden Frieden besiegeln?" „Bon Herzen gern, Herr v. Brank." „Dann nenne mich fortan Walter, wie ich dich nur noch William nennen werde, mein ehrenfester Freund und Schwager!" „Nicht William," warf Ellen dazwischen, „ich mag die fremdländischen Namen nicht leiden; mein Bräutigam heißt von heute an Wilhelm." „Einverstanden," nickte Tell mit einem glücklich lächelnden Mick nach seiner Braut. — „Dann also Wilhelm," stimmte Walter bei, „und die Brüderschaft begießen wir noch heute abend mit einem Glase Wein." — v Schon längst war die ambrosische Juninacht hereingebrochen, als zwei selige Menschenkinder noch am Giesdorfer Seeufer saßen. Die beiden Linden, unter deren breiten! Wipfeln sie die süße Einsamkeit zu zweien gesucht und ge- flinden hatten, hauchten einen fast betäubenden Blütenduft aus; leise, ganz leise schaukelte ich das angekettete Boot auf den leichtbewegten Wellen. Der See sang fein nur pia- nissimo hingehauchtes Noetnrno, das den schweigend aneinander Geschmiegten wie die geheimnisvolle Verkündigung ewiger, nie getrübter Wonne in die Seele drang. „Wie trügerisch sind doch meist unsere sogenannten Bor- empfindungen," bricht endlich Tell das Schweigen, „tagelang habe ich mich einer mutlosen, gedrückten Stimmung! nicht erwehren können — immer summte mir jener melancholische Vers in den Ohren: „Verwelkte Rosen, verwelktes Glück!" und nun ist mir die Wunderrose der Liebe so unerwartet aufgeblüht!" „Wir sind im Rosenmonde, Geliebter, da sprengen die Knospen ihre Hülle." Er zieht die Sprecherin art seine Brust und dankt ihr mit einem feurigen Kusse auf die Lippen. Sie erwidert die Liebkosung mit sanftem Gegendrücke, dann fährt sie, dem Ausspruch« des Geliebten nachsinnend', fort: „Mir ist es ganz erklärlich daß du mutlos und gedrückt warst, der Tod unseres attgeliebten Kaisers hat dir einen Hoffnungsstern am Himmel ausgelöscht —" „Aber noch im Diode ist mir der Unvergeßliche zum Segen geworden; hat doch- der gemeinsame Schmerz um ihn uns einander in die Arme geführt." Ellen nickte sinnend mit dem Kopfe. Nach einer Weile sagte sie, dem Ergebnis einer im stillen durchlaufenen Gedankenreihe Ausdruck gebende „Weißt du, Wilhelm, wir dürfen uns der Trauer um den nun zum Frieden eingegangenen Dulder nicht mutlos' hingeben — es wäre undankbar von uns. Mcht nur der Stern der Liebe ist uns aus dem Dunkel der Trübsal aufgegangen, auch ein neuer Stern steht am Himmel unseres Vaterlandes j der jugendliche Erbe des Thrones." -,Und ihm sott alles gehören, foas du, Geliebte, mir an Kraft und Witten übrig läßt! Ich bin ja ein Bauer, 775 ttiib der Bauer ist allzeit die treueste und festeste Stütze seines Vaterlandes gewesen." „So denke und empfinde auch ich — und mir ist es! eine doppelt heilige Pflicht, es zu lieben und zu verehren." „Du meine süße Ellen!" quillt es von der Lippe des Entzückten, und wieder preßt er die Geliebte an sein stürmisch klopfendes Herz. „Jetzt haben die Tage des Glückes für uns begonnen, jetzt bin ich ein Bauer, der sein Weib heimführen darf! Im Herbste mache ich Hochzeit, und bis dahin will ich mir Schwielen an die Hände arbeiten, daß mein Haus und Hof geschmückt sei, wenn die Herrin einzieht." Und wieder küßt er seine Braut, und' ein unendliches Glücksgesühl durchflutet die Seelen des Liebespaares, das in seliger Weltvergess-enheit von den Tagen künftigen Glücks träumt. Anekdoten von Vrahmr. Von dem groß angelegten biographischen Werke, das Max Kälbeck seinem Freunde Johannes Brahms widmet, ist soeben im Verlage der Deutschen Brahms-Gesellschaft in Berlin ein neuer Teck, die erste Hälfte des vierten Bandes, die Zeit von 1886 bis 18m 1 umfassend, erschienen. Wie immer weiß Kalbeck viel Neues und Interessantes von Brahms zu erzählen. Wir entnehmen dem fesselnden Werke ein paar besonders charakteristische Stellen. Wie Brahms komponierte. Gegen Ende der achtziger Jahre stand Brahms, wie Kalbeck Uach dem Berichte von Frau Celestine Truxa angibt, regelmäßig inn sechs Uhr früh auf und trank den ganzen Morgen über von seinem Kaffee, den er sich auf der Müschine selbst bereitete, wahrend er am Stehpult (int Bibliothekzimmer) Noten schrieb. So hielt er es in der Stadt. (Auf dem Lande stand er noch zeitiger auf itub ging gleich nach dein Frühstück stundenlang spazieren.) Denn er komponierte, seltene Ausnahmen abgerechnet, niemals im Zimmer.ober gar am Klavier, sondern regelmäßig im Gehen. Das Fixieren seiner Kompositionen geschah erst,, wenn er sie vollständig im Kopf fertig hatte. Was er geschaffen, stand ihm so klar vor Augen und haftete so treu in seinem Gedächtnis, daß er es jck>erzcit ohne Besinnet niederschretben konnte, gleichgültig, ob es ein einfaches Lied oder eine komplizierte Orckesterpartitur war. Als ich ihm 1885 die Partitur seiner G-moll-Symphonie zurückbrachte, (fügt Kalbeck hinzu), die er mir auf einige Tage geliehen hatte, wartete er schon ungeduldig darauf, band das kostbare Manuskript, von dem keine Abschrift vorhanden war, nach seiner Gewohnheit mit einem Spagatfaben zusammen, um es offen unter Kreuzband als „Geschäftspapiere" an Joachim weiter zu befördern. Entsetzt darüber, bat ich ihn, die Sendung wenigstens zu rekommandieren. Da erwiderte er: „Ach was, solches Zeug geht nicht verloren!" „Wenn aber ausnahmsweise einmal doch?" „So würde ich die Partitur eben noch einmal schreiben, llebrigens will ich brav sein und meine Sachen künftig rekommandieren." Brahnis am Klavier. Von Frau Professor Vetter, der Tochter von Brahms Freunde Widmann, kam: Kalbeck eine reizende Schilderung von Brahms am Klavier beibringen: „Wir touren mit ihm im Sommertheater ans dem Schänzli (bei Bern), wo er höchst vergnügt zuhörte; während der Fledermaus sagte er öfters zu mir: „Das sollten Sie in Wien hören!" Als wir hie und da hei den lustigen Walzern die Füße nicht stillhalten konnten, sagte er: „Wartet nur, ich will euch einmal Walzer spielen!" Und acht Tage nachher, am Sonntag abend, als wir alle bei meinen Mein mit Hegar von Zürich und Menzinger zusammen waren, da faßte ich mir ein Herz und erinnerte ihn an sein Versprechen. Lächelnd sagte er: „Zuerst wollen wir mal was Ernsthaftes spielen für die Musikdirektoren, nachher müssen die 'naus, dann spiel ich euch Tänze." Und er fing an und spielte ganz gewaltig, aus dem Kopfe natürlich, und, wie immer, dazu summend und brummend, so daß der Flügel und das Zimmer und das Haus dröhnte: die Paganini- Variationen und ein Schubertsches Streichquartett, dann eine prachtvolle Tokkata und Fuge von Bach, — man glaubte die Orgel brausen zu hören. Zuletzt fragte er: „Wollen Sie noch einen kleinen Bach?" und als Hegar rief- Lieber einen großen!", ließ er noch eine Bachsche Fuge folgen. Nachher versuchte er die Musikdirektoren hinauszubugsieven. Sie ließen sich aber nicht wegbringen und waren geradezu entzückt wie wir von den herrlichen Straußschen Wälzern. Bach zu spielen, so fügt Kälbeck nun aus eigener Erfahrung hinzu, war Brahms unermüdlich. Als ich einmal in der Karlsgasse bei ihm eintreten wollte, begann er mit deut Präludium der großen Orgelfuge in A-moll. Ich blieb hinter der Glastür stehen und ließ Mir keinen Ton entgehen. Nach dem Schluß rief er mich hinein, sagte, da ich ihm dankte: „Nun wollen wir das Stück aber erst einmal ordentlich spielen," und begann das Riesenwerk von neuem und übertraf sich selbst, ohne eine Spur von Ermattung zu zeigen. Brahms behandelt seine Influenza. ' Im Dezember 1889 wurde Brahms von der Influenza heim- -esncht, die damals in Men grassierte. Kurz vorher Halle er Kälbeck, der auch unter der tückischen Krankheit zu leiden hatte, mit den Worten angefahren: „Natürlich, Sie müssen jeden Mode- unsinn mitmachen!" Bald darauf besuchte Kalbeck nun Brahms in seiner Wohnung. Was er da erlebte, beschreibt er folgendermaßen: „Schon beim Eintritt ins Schlafzimmer hörte ich durch die angelehnte Glastür ein heftiges Schnaufen und Prusten von der Bibliothek her, die immer offen stand. Dort bot sich mir ein halb erheiternder, halb beängstigender Anblick: Brahms stand mit entblößtem Oberkörper über das Becken der in die Mitte des Zimmers gerückten Waschtollette gebeugt und goß sich unaufhörlich aus einem mächtigen Kruge eiskaltes Wasser über den Kopf. Sein Gesicht war blaurot gefärbt, die Augeu glühten, und er sah mit dem triefenden Kopf- und Barthaar aus, wie der Triton eines Böcklin- scheu Meeresidylls. Auf die Frage, was er da tue, antwortete er, zwischen vielen Atempausen keuchend: „Ich kühle mich 'n Bißchen ab. Mir ist so furchtbar.heiß." (In der Aufregung fiel er in feinen Hamburger Dialekt.) Dabei sah er mich angstvoll und kläglich an. Ich griff nach seiner Hand, die Pulse flogen im hitzigsten Fieber. Durch eigene Erfahrung belehrt, erlaubte ich mir, ihn darauf aufmerksam zu machen, daß er die Influenza habe. Da. brummte er ärgerlich: „Warum nicht gar," trocknete sich eilig ah, zog den Rock an und nötigte mich zum Sitzen. Ich lehnte ab und bat ihn, er möge zum Doktor schicken. Da er sich heftig dagegen sträubte, sagte ich: „Nun gut, so muß ich Sie in die KUr nehmen," und fuhr tm Ton eines ordinierenden Arztes fort: „Sie werden jetzt sofort zu Belle gehen, heißen Tee mit Kognak oder Rum trinken, abends höchstens eine trockene Semmel essen, tüchtig schwitzen, hungern und schlafen. Morgen früh sehe ich wieder nach." „Ich werde mich nicht ins Bett legen, sondern in den „Igel" gehen, .werde kernen Tee, sondern Pilsener Bier trinken, keine trockne Semmel, sondern serbisches Reisfleisch essen," erklärte ex gereizt. „So?" warf ich ein, „dann wird es Ihnen ergehen wie vor hundert Jahren Mlozart." In einer alten Musikzeitung von 1791 hatte ich gerade die Nollz gefunden, daß Mozart an einer „bösen Influenza", die in Wien viele Opfer forderte, gestorben fei. Die Krankheit war also nichts Neues und auch keine Modesache. Meine möglichst ruhige Mitteilung machte ihn stutzig. „Na," lenkte er nach kurzem Besinnen ein, „so will ich Ihnen meinetwegen den Gefallen tun. Adjes." Ich sprach bei Frau Truxa vor und war überzeugt, daß seine Riesennatur sich selbst am besten helfen werde." Wie Brahms Bücher las. Brahms lieh sich häufig Bücher, besonders gern von seinem! Freunde Widmann, aber wer Brahms Bücher lieh, durfte kein Bibliophile sein. Zwar Ivar er, wie Kalbeck berichtet, auch hiervon musterhafter Ordnungsliebe, insofern er über jedes Blatt, dqs er verlieh, Protokoll führte, und in jedes Buch, das er entlieh, den Namen des rechtmäßigen Eigentümers einschrieb. Aber er hatte die üble Gewohnheit, während des Lesens alle Knötchen und Körnchen mit dem Nagel wegzukratzen und Stellen, die ihm bemerkenswert erschienen, dick anzustreichen, oder mit einem NB. (notabene) am Rande zu versehen. Da ich infolgedessen durch Schaden klug geworden, mit den kostbaren Originalausgaben meiner Büchersammlung unter allerlei Vorwänden zurückhielt, räsonnierte er immer über die vielen unnützen Bücher, die ich hätte, während mir gerade die wichtigsten fehlten. Ein durchlöcherter Lichteicberg in neun und ein verschwärzter Klinger in vier Bänden sind Zeitgen seines kratzlustigen Leseeifers. Brahms und die S ch n e i d e r k u n st. „Wenn an seiner Toilette etwas nicht in Ordnung war, ein Band oder ein Knopf fehlte, legte er den betreffenden Gegenstand oben auf seine Schublade und ließ sie ausgezogen offen stehen. Frau Truxa (so hat sie Kalbeck erzählt) besserte dann den Schaden ans, ohne ein Wort zu sagen: auch er erwähnte die Angelegenheit mit keinem Worte. Da er auf feine Garderobe nur insofern achtete, als er sie nach feiner Bequemlichkeit verfertigt wünschte, kant es vor, daß er in abgetragenen Kleidern ausging, die bei der feinen Welt Anstoß erregten. Etwas Neues anznschaffen, konnte er sich schwer entschließen, und Frau Truxa mußte ihm! zureden, oder sie bestellte, tvenn dies nichts fruchtete, auf eigene Faust den Schneider. Als sie einmal heimlich einen seiner alten Röcke wenden ließ, den sie dann für neu in den Schrank hing, betrachtete er das Werk des Meisters Zwirn wie ein Wunder und wollte nicht glauben, daß es sein alter Rock wär. Deshalb .saß ihm auch selten etie Kleidungsstück gut. Am meisten machten die Beinfleider zu schäften, die er immer so weit hinaufschnallte, daß sie bei den Knöcheln nicht zur eichten. .Es half nichts, daß der Schneider beauftragt wurde, sie länger und länger zu inachen. Brahms zog den Leib bis unter die Achseln in die Höhe und schnitt die Hosen endlich unten mit der Papierschere ab." Brahms als E n l e n s p i e g e 1. Nach dem Schluß des Musikfestes in Hamburg im Jahre 1889 erhielt Brahms den Hamburger Ehrenbürgerbrief. Andere, hiermit iit Verbindung stehende künstlerische Geschenke erreichten ihn jedoch erst in Wien und zwar unter sehr komischen Umwänden: „Ich war eines Vormittags zu Brahms gekommen, (so beruhtet Kalbeck), und wir wollten zusammen in den „Sloten Igel" gehen. Wie wir auf die Straße traten, hielt ein Zweispänner vor dem Laustor. Ans dem Wagen flog uns ein feierlicher Herr in Zylinder, Krack, Lackstiefeln und weißen Glaces entgegen, der ein in 77® Florpapier eittgeschlagenes albumartiges schweres Paket unterm Arme trag. Er wandte sich an uns mit der Frage, ob hier im Hause nicht Herr Dr. Brahms wohne. Brahms, der einen Autographenjäger oder irgend ein anderes, gemeingefährliches Individuum in ihm vermutete, sagte : „Jawohl, gehen Sie nur hinauf. Im dritten Stock linker Hand Der Fremde war eben jener Maler Duysske, von dem Kierschrist und Bilderschmuck der Adresse herrühren, und der Senat hatte ihn nach Wien gesendet, um das Geschenk persönlich zu überreichen. Das Mißverständnis klärte sich erst im Laufe des Tages auf." Vermisehtes. kos. Die Tote» uhr. Auch beute noch behauptet der Aberglaube, daß bald einer der Hausbewohner sterben muffe, wbald die „Tatenuhr" ertönt. ES ist ja allerdings auch ein ganz besonderes Geiühl, wenn zur stillen Nachttunde plötzlich anS irgend einer Zimmerecke her ein leises, aber deutlich vernehmbares Tick tick tick ertönt, daS dein rhpthmischeil Schlag einer Wandrihr recht ähnlich ist und mit geringer Unterbrechung ost lange anhält. Sieht inan sich dnraushrn näher im Zimmer um, so wird man meist irgend ein alles Hausgerät entdecken, von den» das Klopien ausgeht, und tuen» man soiort dem Ticken nachgeht u d etivas Glück dabei hat, io wird man auch diesen unheimlichen Störenfried als eiu schwarzbraunes kleines Käierchen (Aitobinm pertluax L>- im Holze antreffen. Tadel ivird man auch noch eine höchst sonderbare lleberrascbnng erleben: Der Kaier ziept nämlich bei der leisesten Berührung die Beine unb Fühler an und stellt sich tot. Er rührt und regt sich nicht mehr und nichts ist imstande, ihn dahin zu bringen, ein Lebenszeichen von sich zu geben; daher heißt er auch Trogkopf. Dieser sonderbare Kauz, der auch Poch- oder Klopikä'er heißt, ist einer unserer .anhänglichsten" Hausgenossen, der mit Vorliebe in alten Blödeln tind Hause,erät bnuit. Gibt man sich die Blühe, das Ticken etwa durch lenes, regelmäßiges Ausstößen eines Schlüsiels aus den Tisch nachzuahmen, so wird das Käfercden soiort durch wiederholtes Klopien antworten. Wir leben schon daraus, daß durch dieses Ticken der Kaier sich irgendwem verständlich machen null. Und so ist es auch. Tas Bürschlein hat nämlich von dem Alleinsein in seinem dunklen Gefängnis genug und sucht nun durch das Klopien eine Geiährtin iiirs weitere Leben anzulocken. Die Stellung, die er zürn Klooien in seiner Zelle entnimmt, ist dabet höchst sonderbar. Er zieht nämltch die Vorderbeine und Fühler ein, seizt sich soznsagen auf seine vier Hinterbeine imd schlägt nun mit seiner Stirn und dem Halsichildrand an das Holz. — Seine Lar re ist als „Holzwurm" hinreichend in ihrer Wirksamkeit bekannt. All die kleinen kreisrunden Löcher in »wurmstichigen" Möbeln und das herausrieselnde seine Holzittehl rühren von solchen Holzwürmern her. — Vögel als Bahnreiseude. Jetzt, wo die Zugzeit vieler Wandervögel noch in vollem Gange ist, kann nt'an öfters die interessante Beobachtung machen, daß manche der geflügelten Wanderer, wenn sie unterwegs ermüdet sind, ohne S.che.u vor dem Menschen sich der modernen Verkehrsmittel zur Fortsetzung ihrer Reise bedienen. Meist handelt es sich dabei um wenig flugbegabte Vögel, die vielleicht schon von Natur aus keine besondere Scheu vor Menschen haben. Ein bemerkenswertes Vorkommnis dieser Art konnte kürzlich in einer am Fuße des Hardtgebirges gelegenen Stadt der Rheinpfalz beobachtet werden. Ein Passagier der elektrischen Bahn, die die Rheinebene mit dem Gebirge verbindet, bemerkte, daß sich auf dem Dach eines Motorwagens ein ihm unbekannter Vogel befand, der ganz ruhig mitfuhr. Als am Endpunkt der Fahrt der Wagen hielt, versuchte der kleine, blinde Passagier abzufliegen, verletzte sich jedoch dabei an einem Draht und fiel zu Boden, wo er gefangen wurde. Das Tierchen, das nach kurzer Zeit an der Verwundung einging, crlvies sich als der Zwergsteißfnß ambus minor). Es ist kaum zweifelhaft, daß dieser kleine, kecke jer die Fahrt auf dem elektrischen Wagen aus der Rheinebene her gemacht hat. Das ist wieder ein Beweis, wie sich manche Vögel an moderne Verkehrsmittel gewöhnen. Daß Vögel mit der Bahn reisen, wurde auch schon im Vorjahr gemeldet. In der Rheinpfalz hatte ein Rotschwänzchenpaar sein Nest in mitten Eisenbahngüterwagen gebaut, brütete die Jungen aus und reiste so lange mit dem Wagen herum, bis die Brut ausgcflogen war. * Englischer W e i hn a cht s h u m v r. Unverzeihliche Vergeßlichkeit. „Ach," sagt Mrs. Brown, „das Weihnachtsgeschenk für Tante Sarah macht mir solche Sorge; es kostet nur 2 Schilling und denken Sie: ich vergaß im Laden zu sagen, man möge die Preisauszeichnung vor der Zusendung entfernen." „Mein Pech ist noch größer," beichtet die Freundin, „ich habe für Onkels Geschenk 200 Mark angelegt und vergessen, im Lade,: zu sagen, man möge die Preisbezeichnung dran lassen....." — Brüderchens Geschenk. „Nun, kleiner Harry, was wirst du deinem kleinen Brüderchen dieses Jahr schenken?" Der sechsjährige Harry: „Ich weiß nickst, voriges Jahr bekam er von mir die Masern." — DieWe i h uachtspanto m i m e. Mit Pfeifen und Zsichen hat das Publikum die neue Pantominte empfangen. Der Autor ist verzweifelt. „Man weiß wirklich nicht mehr, 'was die Leute wollen," stöhnt er ratlos, worauf der nüchterne Herr Direktor 'antwortet: „Was sie wollen? Das ist doch klar: sie wollen ihr Eintrittsgeld wieder halten." — Der Plumpud- ding. „Sag, Lieb, stammt dein PluMpudding aus dem Koch« buch?" „Ja, Liebster!" „Ich dachte mir's, er schmeckt so nach Buchdeckel." _____________ Vüchertisch. —■ „Was die fjrratt von Berlin wissen muß." Herausgegeben von Elrza Jchenhaeuser; Verlag von Hubert S. LoeSdau, Berlin W. 57. Die Herausgeberin hat es verstanden, sowohl einen vertieften, ivie auch gleichzeitig praktischen Führer zu schaffen. Es ist ihr gelungen, eine Reihe von Mitarbeiterinnen zu gewinnen, die auf den Gebieten, über die fie in dem Buchs sprechen, Führerinnen sind. Der praktischen Orientierung der Fremden btcttcn Beiträge über die Berliner Wohnungsverhältnisss und Wohnungskunst, über die Mode in Berliit, die Schaufenster-, dekoration, Gymnassik, Sport, Berliner Verkehrswesen und Berliner Spaziergänge und Ausflüge. — Im Verlage „Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart" ist der 2. und 3. Band von der BibliothekderUnter- haltung und des Wissens erschienen. Zu Geschenkzwecken sehr geeignet, sind die Bücher nicht nur itnterhaltend, sondern auch äußerst lehrreich und mit zahlreichen Bildern ausgeschmückt. Her- vorragenbe Schriftsteller und Gelehrte zählen zu den Verfassern der einzelnen Originalbeiträge. Der Roman von Horst Bodemer „Die Kupplerinnen" ist von vielen anderen schönen Erzählungen und lehrreichen Schilderungen und Aufsätzen besoitders hervvr- zuheben. — DerPolizeiagent und andere Kriminalgeschichten von Hans Hyan. Nr. 923 von Kürschners Bücherschatz. Verlag Hillger, Berlin. — I ch kann handarbetten von Mizi Donner und C. S ch n e b e l. Mit vielen hundert Abbildungen. Verlag Ullstein & Co., Berlin-Wien. Geb. 3 Mk. — In der Serie der Ull- stcinschen Hausbücher ist soeben ein neuer Band unter dem Titel „Ich kann Handarbeiten" erschienen. Der Herausgeberin ist es gelungen, das weite Gebiet in erschöpfender und allgemein verständlicher Weise zu behandeln. Die einzelnen Handfertigkeiten werden neuartig und übersichtlich in Gruppen eingeteilt, _ deren jede in präziser Form, unter Ausschaltung alles Ueberflüssigen, die Anfangs- und Uebungsarbeiten erklärt und in systematischer Steigerung bis zur vollständigen Beherrschung der betreffenden Technik hinüberleitet. Aus verschiedenen Stilperioden sind Vorlagen beigegeben, die meist in Kontureit- oder Typenmustern erhältlich sind, ein Vorteil, der auch Lernenden das Kopieren stilvoller Arbeiten ermöglicht. Neues und Interessantes enthalten die Lehrkurse der Haudarbeiten nach dem Prinzip der Entwicklung durch Maschenoder Knotenbildung und die Tabellen mit Stoff- und Farbenproben, die am meisten für Stickereien in Betracht kommen, und denen die im Handel üblichen Benennungen beigegeben sind. Eine Anleitung zur Selbstherstellnng echter Spitzen, von den ein» fachsten Hohlnäytchen an bis zur künstlerischen Ausführung, gestattet auch Ungeübten, die Schwierigkeiten dieser Technik zu überwinden. Nöffrisprurrg. ihm dem so spricht nicht der noch gib von wer ehrlich alle schlecht daß deinem Freunde nur Freunde Htm gibt de ihm unb Io Freun- er miß- mel sglanb' Welt inand Recht wert Freunde be schlecht seine scheint Welt stand Freun- Ivenn 3e. spricht trän' ist hast von der । liebt und deinem Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: F r e u b e u t r ä n e n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schett Universitätr-Luch- und Steiudruckcrei, R. Lange, Gieße»