Donnerstag, den Septenioer MM - MxvMV W^^lATr^IHT® r’-: - v-i K/'/^d -Q-sWW M vd^äÄJ.«>rMWK yp^Tgay1 f] b Qi MWW?.M ZWLLL^L. Dom Pikkolo zum Millionär. Heitere Erzählung von Harry Nitsch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Auch für Erich Sanner !var eine aufregende Zeit angebrochen. Er merkte jetzt, daß er in den verflossenen drei wahren eigentlich fo_ gut wie nichts gelernt hatte. Für ihn war es ein Glück, daß der Oberkellner ein freundlicher., netter Mann war, sonst hätte Erich einen schweren Stand gehabt. Dieser lies; sich die Mühe aber nicht verdrießen, seinen Gehilfen in die Geheimnisse seiner nicht leichten Kunst einzu- weihen. Es war gegen 11 Uhr vormittags und im Hause daher so gut wie nichts zu tun. Der Oberkellner war zu dieser Zeit gewöhnlich auf seinem Zimmer, um sich für die Table d'hote umzukleiden. Ganz weltvergessen kauerte Erich Sanner in einer Ecke des Speisezimmers uiib las eifrig in einem ab- gegriffen aussehenden Buch. Aber das Schicksal schreitet schnell! Der Oberkellner hatte etwas vergessen und benutzte diese Gelegenheit zu einer unverhofften Revision. Sehr bald lloUe^er auch den nichtsahnenden Erich entdeckt. Leise schlich sich Herr Gerstner heran und ergriff den Pikkolo bei beit Qhren: „Du Beugel, kannst du dir die Zeit nicht nützlicher vertreiben, als mit dem Lesen von allen, schmierigen Schmökern? Was hast du denn da, he?" Er nahm ihm das Buch aus der Hand und las den Titel. „Französische Grammatik von Ploetz?" Ein erstaunter Blick traf den etwas schuldbewußt da- sitzendeu Erich. „Junge, du treibst Französisch? Wie kommst du denn dazu?" Erich sah in dem Blick des Oberkellners etwas, was ihm Vertrauen einflößte, er sagte daher keck: „Auch Englisch, Herr Gerstner". „Junge, du bist ja der reine Weise von Lowood." — Der so sprachgewandte Oberkellner hatte von der „Waise von Lowood" unserer seligen Birch-Pfeiffer leider eine falsche Auffassung. — „Wie bist du denn dazu gekommen, diese wis- schaftlichen Studien zn^-machen?" In Erichs Gesicht arbeitete es. Sollte er dem Oberkellner von Mila erzählen und dadurch den süßen Traum seiner ersten Jugendliebe entweihen? Doch die Wahrheitsliebe siegte in ihm und Erich erzählte dem freundlich Zu- horeuden die seltsame Mär. Gerstner sah den glühend rot gegoltenen Erich lächelnd bon der Seite an, als dieser geendet hatte, dann sagte eit freundlich: „Es gefällt mir von dir, daß du strebsam und lernbeflissen bist. Du wirst es auch zu etwas briugen. Wenn du weiter brav und fleißig bist, werde ich dir hin und wieder, wie die Zeit es erlaubt. Stunden in den beiden Sprachen Keben."--- .Herr Gerstner hielt Wort. Jetzt merkte Erich erst, wie wenig ihm sein planloses Studieren der beiden Grammatiken genützt hatte. Das war ganz etwas anderes, was er dutch den Oberkellner erfuhr. Er hatte wohl einen ganz hübschen Vokabelschatz im Kopf, aber die Aussprache und seine Heber» setznngeu! Das konnte Hindostanisch, oder Sanskrit, oder auch Volapük sein, Französisch und Englisch war es nicht. Der Oberkellner verstand von der Grammatik zwar auch nicht viel, denn er hatte die Sprachen im Lande nur sprechen, nicht schreiben gelernt, aber er konnte Erich doch wenigstens in die richtige Aussprache einweihen. Satzbau und Stil ließen bei beiden zu wünschen übrig, das war aber nicht so schlimm, sie wollten ja keine gelehrten Abhandlungen schreiben, es genügte ihnen vollkommen, die praktische Sprache des Volkes zu beherrschen. So verging Erich Sanner unter stetem Lernen das letzte Jahr seiner Lehrzeit. Inzwischen waren sie in das neue „Grand Hotel Schwan" eingezogeu, denn Herr Wenzel hatte es sich nicht nehmen lassen, sein sehr hübsch gewordenes neues Haus so zu nennen. Er war der Ansicht, daß kein Konkurrent den Mut haben würde, ein weiteres Hotel zu bauen, wenn er schon ein „Grand Hotel" am Platze vorfand. .. In dieser Kalkulation hatte er sich allerdings gründlich getäuscht, denn seit einem Vierteljahr befanden sich sogar zwei neue große Hotels im Ban. Das eine ließ der gefürchtete sächsische Unternehmer erstehen, das andere wurde von einer englischen „Company" errichtet, die in London, Nizza, Karlsbad und Baden-Baden schon große Häuser besaß. Es war dies ein sicheres Zeichen, daß Froy- winkel eine glänzende Zukunft hatte. Tatsächlich waren alle Fachleute des Lobes voll über die Frohwinkler Wunderquelle, wie man sie getauft hatte. Vor einigen Monaten erschloß man noch eine zweite Quelle, die der ersten an Stärke und Heilkraft nicht viel nachstand und am Ende von Erichs Lehrzeit Ivar die Bade- verwaltung auf der Suche nach einer kohlensauren Quelle. Fremde Gelehrte fanden in der Chronik Frohwinkels dunkle Andeutungen über einen „Brunnen mit sonderbarem Wasser, das heftig braust und schäumt und einen angenehmen, prickelnden und erfrischenden Geschmack besitzt". Dies konnte nur kohlensäurehaltiges Wasser gewesen sein; der spekulative Sinn der Menschen gab sich mit dieser Kunde natürlich nicht zufrieden, sondern forschte der Quelle nach in der stillen Hoffnung, sie vielleicht wieder aufzufiuden. War doch über die Frohwinkler überhaupt eine wilde Spekulationswut gekommen. Die Preise der Grundstücke waren derart in die Höhe getrieben, daß die alten Leute die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Dabei hatten sich viele Einwohner in drückende Schulden gestürzt, und wurden trotz des guten Geschäftsganges des Lebens nicht froh, weil sie zu hohe Zinsen zu zahlen hatten. Sie mußten bauen, renovieren, Läden ausbrechen, hatten die Lasten für Straßenregulierungen, Wasserleitung usw. zu tragen, so daß viele von ihnen nicht ein noch aus wußten. Den eigentlichen Nutzen 566 hatten nur die fremden Geldleute, die andere für sich arbeiten und sorgen ließen und nur den Gewinn einheimsten. Daß Herr Wenzel ein praktischer und dabei rücksichtsloser Geschäftsmann war, hatte er schon wiederholt bewiesen; er zeigte es von neuem, als Erich Sanner ausgelernt hatte. Dies große Ereignis fand im Frühjahr statt, als sich Frohwinkel wieder für den Empfang seiner Gäste rüstete. Mitte März war ein neuer Oberkellner eingetrofsen, denn Herr Gerstner kehrte nicht zurück, er zog es vor, seine frühere Stellung in Bad Enis wieder anzutreten. Der „Neue" war ein semmelblonder, langaufgeschossener Mensch von unangenehmer Arroganz gegen alle, die ihm nichts zu befehlen hatten. Dabei sprach er weder Französisch noch Englisch, nicht einmal seine deutsche Muttersprache beherrschte er korrekt. Mit „mir" und „mich" stand er auf ständigem Kriegsfuß, und selten bildete er einen Satz, in dem er auch Ihnen und Sie nicht miteinander verwechselte. Außer dem neuen Oberkellner und Erich waren drei Pikkolos im Haus; am 1. Mai trat noch ein Kellner ein, welcher das Restaurant und den Garten übernahm, da der Oberkellner mit dem Hotel vollauf beschäftigt war. Herr Minkwitz, so hieß der neue Oberkellner, galt schon sehr viel bei Herrn Wenzel, weil dieser seinen Chef zu nehmen verstand. Minkwitz war unterwürfig und übereifrig, er wußte seine eigenen Anordnungen so geschickt zu treffen, daß der Chef sich einbildete, er selbst habe sie veranlaßt. Vielleicht acht Tage nach seinem Eintritt stand Minkwitz bei Herrn Wenzel in dessen Zimmer. Man sprach über das Personal und dessen Verteilung in die einzelnen Abteilungen des Hauses. „Mit, Erich — hm, ist das so eine Sache, Herr Wenzel, ich weiß nicht recht, wo ich ihn lassen soll. Er ist so, hm, ich weiß nicht---" Dem Oberkellner war Erich Sanner äußerst unsympathisch, der Semmelblonde konnte Erichs offenes, ehrliches Gesicht nicht ausstehen. „Was ist mit Erich?" „Ich weiß nicht, wie ich mir ausdrücken soll. Er ist nicht ungehorsam, aber er erledigt alles, was ich ihm heiße, mit einer Miene, als wollte er sagen: Du hast mich gar nichts zu befehlen, und der Patron auch nicht, ich bin der Herr." „Ist nicht möglich! Dann schmeiße ich ihn raus. Ich will dem Jungen lehren, den Herrn spielen zu wollen. Erich hat am ersten April,ausgelernt, er kann dann seine Sachen packen und sich fortscheren. Ich werde mich hüten, solchem Bengel noch Gehalt zu bezahlen, wozu ich ohnedies keine Lust verspüre. Sagen Sie ihm das, Minkwitz." „Wenn Sie dies so wünschen, Herr Wenzel, muß ich mir- natürlich fügen. Ich werde mich nicht erlauben, Sie zu widersprechen, denn Sie werden am besten wissen, was für Sie und Ihr Haus gut ist. Ich werde Erich sagen, baß er am Ersten gehen kann, weil Sie mit ihm nicht zufrieden sind." Erich empfing also zugleich mit seiner Freisprechung die Kündigung, und zwar durch den Oberkellner Minkwitz in einer so hämischen, niederträchtigen Weise, daß der arme Junge auf sein Zimmer eilen mußte, um sich dort auszuweinen. Den Oberkellner wollte er es doch nicht sehen lassen, wie schmerzlich ihn dessen rücksichtslose Art getroffen hatte. Der erste April war gekommen, Erich verließ die'Stätte, wo er in vier langen Jahren so vieles erlebt und auch gelitten hatte. Herr Wenzel überreichte ihm mit gleichgiltigem Gesicht sein Lehrzeugnis, drückte ihm dann flüchtig die Hand und wünschte ihm viel Glück. Der Oberkellner blieb unsichtbar, doch als Erich bereits auf der Straße stand, wurde das Fenster des Bureaus aufgerissen, der fade blonde Kopf des Oberkellners erschien und mit höhnisch zusammengekniffenen Lippen rief ihm der bisherige Vorgesetzte hämisch nach: „Adieu, Herr — Herr---, adieu Sie, viel Glück auf die Reise." Zwei Tage blieb Erich noch in Frohwinkel bei seiner Mutter und machte diese dadurch zrnn glücklichsten Menschen. Dann aber ging es wieder ans Abschiednehmen. Diesmal war das Scherben noch viel, viel schwerer als vom Schwan. War es doch bas erste Mal, daß Erich seine Vaterstadt verließ. Die Mutter weinte heiße Thränen, und auch Erich stand das Wasser in den Augen, als beide auf dem kleinen Bahnhof Frohwmkels ankamen und sie den zur Abfahrt bereiten Zug sahen. „Mein Junge, mein lieber Junge," weinte die alte Frau, „mußt Du denn so weit, gleich so sehr weit fort vom mir? In die Schweiz, das sind ja viele hundert Meilen, da werde ich Dich wohl niemals Wiedersehen. Der böse Herr Gerstner, wenn er Dir nicht diesen Floh ins Ohr gesetzt hätte, dann wüßtest Du nichts von diesen fernen Ländern, wo die Kellner angeblich zu ihrer Ausbildung hin müssen, damit sie dort.sterben und verderben." „Sei nur getrost, mein gutes Muttchen," schluchzte Erich, selbst äußerst trostbedürftig, und doch bemüht, die ganz trostlose Mutter ein wenig zu beruhigen, „es ist ja nicht für immer. Wenn ich genug gelernt, und recht viel verdient habe, dann komme ich wieder, kaufe mir ein Hotel und danu leben wir beide sorglos und friedlich mit einander." „Ja, wer's noch erlebt, wer's noch erlebt," meinte die skeptische Mutter. Doch das half nun nichts mehr, die Würfel waren gefallen, der Zug, der Erich zunächst nach Dresden bringen sollte, wartete nicht länger und Erich mußte sich losreißen. Noch ein schneller Händedruck, ein letztes Tücherwinken, und fort sauste der Zug, und entführte einer Mutter das einzige Kind, den Trost ihrer alten Tage. Die Schuld hieran trug Herr Gerstner. Kurz vor seiner Abreise von Frohwinkel fragte er Erich einmal ganz unvermittelt: „Hast Du Geld?" Erich sah den Oberkellner zuerst ganz verdutzt an, dann brachte er schüchtern und verschämt, wie eilt junges Mädchen, das seinen ersten erhaltenen Liebesbrief profanen Augen zeigen soll, sein Sparkassenbuch herbei und sagte mit einigem Stolz: „Nur 600 Mark." „Nuu, das ist ja sehr hübsch, mein Junge. Spare nur fleißig weiter für die Zeit, wo Du ausgelernt hast. Willst Du immer noch eilt richtige, tüchtiger Hotelkellner werden?" „Ach so gern, Herr Gerstner," erwiderte Erich mit leuchtenden Augen. „Na, dann paß mal aus. So weit ich den Alten kenne, wirft er Dich hinaus, wenn Du ausgelernt hast. Dann nimmst Du nicht etwa eine Stellung in einer obskuren Kneipe an, denn dazu bist Du zu schade, sondern dann packst Du sofort Deine Sachen, holst Dein Geld von der Sparkasse, hoffentlich ist es danu noch mehr geworden, setzest Dich auf die Bahn und fährst nach Genf." Erich stand mit offenem Munde da: „Nach Genf? Wo liegt denn das?" „In der Schweiz, Du dummer Junge, das könntest Du wirklich wissen. Wenn Du in Genf angekommen bist, fragst Du nach der Rue Gevray, und wenn Du die gefunden hast, danu suchst Du das Stellenvermittelungsbureau vou Wilhelm Schutz. Ich glaube, es ist in Nummer 14 oder 27, oder — rta. Du wirst es schon finden, bist ja sonst nicht auf den Kopf gefallen, und dann bestellst Du Herrn Schutz einen schönen Gruß von mir. Erzähle ihm Deine Geschichte, gib ihm Dein Lehrzeugnis und verlaß Dich auf ihn. Er wird' schon für Dich sorgen, wenn Du ihn gut bezahlst, das ist nämlich die Hauptsache. Wenn er von Dir zehn Frauken fordert, so gibst Du ihm zwanzig, verstanden?" (Fortsetzung folgt.) Der „Merkafpar". Erlebnisse eines Dorfjägers aus dem Vogelsbergs Bon Hermann Strack. (Fortsetzung.) IV. In der Stammkneipe. So vergingen die ersten acht Tage nach Eröffnung der Jagd« Hannkasper hatte noch keine Spur von einer Jagdbeute mit-?' heimgebracht. Für dieses Jagdpech mußte er nun weidlich abends in seiner Stammkneipe herhalten. Keiner der Stammgäste unterließ es, Hannkasper zu hänseln und zu bespötteln. Das Loch inj seinem Strohhut schob man einem Reh zu, das abends beim Anstand an Hannkaspers Hut geknappert. Als es Hannkasper wirklich ein?. mal gelungen, ein Rebhuhn zu erlegen, da sagten die Stammgäste« das Huhn sei von dem starken Donner, den die kräftige Ladung von Hännkaspers Flinte erzeugt, erschrocken zu Boden gestürzt und habe sich totgefallen. Hannkaspers Fall in die Hecke, de« auch nicht verborgen geblieben war, wurde nicht auf die starke Pulverladung in seiner Flinte, sondern auf das Kerbholz seine« eigenen kräftigen Ladung durch den „Puttel" geschoben.^ Einer der Stammgäste, dessen blinzenden Ueuglein unter de» hellgelben Augenbrauen den Pfiffikus verrieten, spielte eines Abends den Haupttrumps über Hännkaspers Jagderfolge aus. AlÄ 567 Hannkasper in der Wirtschaft erschien und aus seinem Stuhle Platz Benommen hatte, da Hub er an: „Hannkasper, haut Kun ich aut Uff ’m Feald geseh, doas sollst d' müsse!" „Wous tvoar doas?" fragt Hannkasper gespannt, er vermutete sofort etwas für die Jagd Interessantes. „Ei", sagt der pfiffigp Gast, „ich gcang übers Feald und kam owe off m Berg der 'n Kliacker. Do faße drei House ean spielte Koarte. Off amol faht der klauste, der sich herumgedreht: „Lauft/ 'u Jäger!" Do guckt sich der äffte auch um ean säht: üeabt eawer noach a paar mol herüin, doas eas jo der dock Hannkasper. Der dout us naut!" Wäi se nu herümgespielt harre, spetzt wirrer aner die Uhrn (Ohren) ean säht: „Alleweil knumt noach an Jäger!" Do guckt der älteste Hoas auch hinab! ean saht: „Etz Kamerade, laast, woas er könnt, alleweil kimmt der Baltin!" Ein Lachen folgte dieser Erzählung, das nicht enden wollte, selbst Hannkasper lachte mit. Von der Jagd konnte er alles vertragen, während er in anderen Dingen oft sehr kurz angebunden war und sich nicht ütef gefallen ließ. Das erste Huhn, das Hannkasper erlegte, brachte er in die Stammkneipe, um es triumphierend seinen spottenden Gästen zu zeigen. Daun nahm er's mit heim und meinte: „Doas brohre m'r amol d' Ham ean die Ferrern komme on Hont." seine Frau, aber sagte, als er das Feldhuhn auf den Tilch legte: „No, do hoste jo doach endlich amol aut tritt! A>er Vuil eas bei Geknäll cam Feald nroub geweasc, ean hott sich ean Tud gestürzt." „Erscht komme die Ferrern — noach die Hoor," replizierte Hannlusper und meinte damit, daß nun nach dem Rebhuhn auch behaartes Wild an die Reihe kommen werde. Und wirklich, nach einigen Tagen brachte er einen Hasen zu Fall. Nachdem er seinen Fehler elnge;ehen, den Hasen erst ein Stück ilachzulausen, um khuen nach seiner Meinung — näher zu kommen, dann zu schießen, blieb er jetzt, durch Baltin belehrt, stehen, wenn ein Ha>e hufglng, und schoß nach ihm. So gelang es ihm denn endlich, eines Tages einen Hasen zu erlegen. «ofort kehrte Hannkaspcr von der Jagd um. Hoch trug er den Hasen mit triumphierender Miene durch das Dorf. An seinem Dause ichlug er neben einem Fenster in einen Balken am oberere Stockwerk einen Nagel ein. Hieran hängte er den Hasen auf. .Acht Tage lang hing er so als Schild von Hannkaspers Jagd- eriolg am Hause. Wenn Hannkasper von der Jagd heimkehrte, da M fein Blick immer mit Wohlgefallen auf den Hasen und seine Miene drückte aus: „den habe ich aber getroffen." In der ..Stammkneipe aber sagte man zu Hannkasper, der Hase habe zu fest geschlafen, oder habe zu wenig Respekt vor Hann- kasper gehabt, sei sitzen geblieben, und Hannkasper habe ihn — totgetreten. Als erste Hauvtbeute wurde der Hase zur Sonntagsmahlzeit in »er ü'amthe Hannkaspers verzehrt. Annelies meinte beim Essen: „Doas Weald hott doach ’n vesounersch goure Geschmack." „Siehst d's nu bal ean, woas die Jagd wert eas?" sagte schmunzelnd Hannkasper. V. Eine Hasenjagd. Wenn auch Hannkasper und Baltin meist miteinander zur Jagd gingen, so kam es doch auch vor, daß Haiinkasper allein zu Felde schritt. Das war insbesondere am Samstag der Fall, an dem Baltin in der Wirtschaft mehr zu tun hatte als sonst und dadurch Hannkasper er)t später folgen konnte. War letzterer allein! rm Felde, dann sparte er nicht an Munition, dann knallte er gehörig, meist allerdings ohne Erfolg. So begab sich Hannkasper eines Samstags allein zur Feldjagd. Zu ihnr gesellte sich im Felde ein junger Bursche, den das Weidwerk interessierte. Wie Hannkasper mit der Flinte im Anschlag über die Aecker schreitet, ruft plötzlich der Bursche: „Häl — Hannkasper, häl — setzt aner!" Er meinte einen Hasen. „Wn?" fragte Hannkasper und kommt eiligst herzu. Der Bursche deutet auf die Stelle, wo das Häslein festsitzt. „R'eas noach a wink klan (klein)", sagt Hannkasper, „oawer, ich steache -’m doach an." Hannkasper stand vor dem jungen Häslein kaum einen Schritt entfernt; denn seine Flinte senkte sich beim Anlegen mit der Spitze fast zur Erde nieder. Bumbs! kracht der Schuß. Hannkasper hatte immer nodj eine starke Ladung in feiner Flinte. Der Klee, worin das Häslein saß, rauchte von dem Schuß. Hannkasper aber stand wre angewurzelt auf der Stelle und starrte Betroffen dahin, wo has Häschen gesessen; sie war —• leer. - '"'W W ich oawer doach vör ’m Rätsel," ruft Hannkasper Ans. "D Hoas eas fort — ean getroaffe hun ich ’n, doas woas ist ganz geweatz." rüst jetzt der Bursche, „Hai leihe jo DärMe vorn Hoas — ean här d' Kopp — ean häi an Bah (Sein)!" «yyi r,®° toar es- —-Hannkasper hatte das 'Häslein, es trank noch Muttermilch, zu Brer geschossen, daß die Teile desselben im Kleeacker umherflogen. _ , -„Oawer dem hu ich a gefloache!" sagt wohlgefällig Hann- ,,Oawer," ermahnt er den Jungen, „bei Leib naut dem Kaltrn gefaat, der schöllt. M'r sähe, ich härr noach 'm Bul geschosse." Wuf semem Wetterweg kam Hannkasper an einem Kar- chffelacker vorbei. Hieraiif waren Leute mit dem Ausmachen von Kartoffeln beschäftigt. Die Kartoffeln ) traten ausgemacht bis auf 8-vrcheil m der Mitte des Ackers. Der Eigentümer des Ackerv hatte einen Hufen bemerkt, der sich in einer der stehenge- Ntebenen Furchen uiedergeduckt 'hatte und schon den ganzen Tag uber in seinem Lager sitzen geblieben war. Da kommt Hannkasper in Sicht. Der Bauersmann winkt ihn zu sich und zeigt 'ihm die ®teile,wo der Ha;e lagert. Richtig, Hannkasper bemerkt ihn. Er hebt die Flinte ait die Backe, aber plötzlich läßt er sie wieder sinken. ,. »Wvas soll ich Hai imnürige (unnötigen) Speckdoakel ean E Welt mache; a moag setze bleiwe, bis b’r Baltin fimmt!" jJctt diesen Worten kehrt Hannkasper aus '.dem Acker zurück. VI. Ein Abenteuer mit Rehen. Zwischen dem kleinen Wald, der zu Hannkaspers Jagdbezirk gehörte, und dem nächsten größeren Walde über der Gemarkungsgrenze befand sich ein mit kupierten Buchen bestandener Harm Dieser war ein beliebter Wechselpunkt für Rehe im Winter, die vvu dem größeren Wald nach dem kleineren zogen, um hier an von Brombeerblättern ihre Nahrung zu finden. Tas wußte auch Hannkasper. Sein sehnlichster Wunsch war schon lange, auch einmal ein Reh zu schießen. Für das erste von lhm erlegte Reh hatte er seinen Stammgenossen in der Wirtschaft ent Faß Bier versprochen. In dem Buchenhain entdeckte Hannkasper bei seinem Gang nach dem Anstande im frischen Schnee Rehspuren. Da die Windrichtung eine günstige war, so daß die Rehe feine Witterung bekommen konnten, beschloß Hannkasper, hier im Buchenhain Poflo zu nehmen. . Kaum stand er in guter Deckung, da regte der Jagdhund "zü seinen Füßen die Ohren und hob die Nase zur Witterung/ Richtig, zwei Rehe kommen aus dem Grenzwalde direkt auf Hannkai Per zu. Seife tritt er dem Hund in die Seite, damit dieser! ruhig bleibt, hebt die Flinte und erwartet mit klopfendem Herzen und stockendem Atem die Rehe. Sie kamen näher und näher. Als sie nahe genug an Hannkaspers Stand gelangt, da — ein Krach aus Hannkaspers Flinte, und ein Reh stürzt. Das andere flieht. Hannkasper will dem Fliehenden die Ladung des zweiten Ge- wehrlaufes nachsenden, aber — ein leichter Patsch, nur das Ziindf? Hölzchen geht los, der Schuß aber versagt. Nun tritt Hannkasper aus seinem Versteck hervor, unt die kostbare Bente aufziiheben. Himmel, was ist das! Das für tot» gehaltene Reh springt empor Und vorwärts auf "und davon. Hannkasper steht da wie versteinert und sprachlos. Tränen treten ihm in die Augen, als er die so sicher geglaubte Beute fortspringenj sieht. Dann murmelt er nur: „Hin, hm, hm." Jetzt nimmt tzanw- kasper die Flinte und wirst sie fluchend in den Schnee: „O die ahlk Bealflente leiht die ganz Schold. Alleweil hu ich d's lestmol aus b’r geschosse. Etz käs ich m'r a nau Fleute. — Nu will ich oawer doach a mol seh, waorüm om ahle Oos d'r Laaf versaht." Er hebt die Flinte aus dem Schnee auf, setzt ein neues! Zündhütchen auf und drückt ab. Wieder ein leichter Patsch, und wieder versagt der Schuß. Nun will Hannkasper heim,- auf dem ganzen Weg das verdammte Jagdpech murmelnd verfluchend. Zu Hause angekommen, untersucht er die Flinte. Er zieht die Ladung aus dem Lause und da — des Rätsels Lösung: im Laus stecken zwei Ladungen Schrot, aber kein Pulver. Hannkasper hat sich beim Laden geirrt, er hat in den einen Lauf zwei Ladungen! Pulver, in den anderen zwei Ladungen Schrot gesteckt. Das Reh, was er vermeinte getroffen zu haben, war nur aus Schrecken durch den Schuß niedergestürzt. .„Etzt beengt mich sobahl faner wirrer off die Jahd," erklärt bestimmt Hannkasper. „Vör woas-, zäum Schinner, soll ich mich dann auch noach tut ärgern?" Aber schon am nächsten Tag, als die gewohnte Stunde des -Anstandes kam, wurde er wortbrüchig, griff nach der Flinte und ging hinaus. „Tie Jahd" — sagt er sich entschuldigend — „zähl schleammer o am, wäi die Menscherei." Mit dem letzteren Ausdruck bezeichnet man in der Dorssprache den Gang auf Freiersfüßen.- VII. Die neue Flinte und die erste Schnepfe. Die alte Doppelflinte stellte Hannkasper nun in eine Ecke, er griff sie nicht wieder an. Eine neue Lefaucheuxslinte ersetzte sie. Im Kaufmannsladen, darinnen Hannkasper die Flinte erstand, waren feine passenden Filzpfropfen für die Patronenhülsen, Kal. 16, vorhanden, sondern nur etwas größere. „Doas macht naut," fagt Hannkasper, „bäi tus auch!" und er nahm sich eine Schnur voll dieser Psropfen mit. Bald sollte er jedoch erfahren, wie irrig seine Meinung war. Es war im Herbst. Tie Schnepfen befanden sich auf dem Rückstriche. Valtin, Hannkaspers Schwager, dem letzterer öfters schon seinen Wunsch, einmal eine Schnepfe zu erlegen, wiederum mitgeteilt, stellte eines Abends beim Anstande Hannkasper an eine junge Fichtenschonung, vor der eine breite Wiese lag. Als erfahrener Jäger wußte Valtin, daß hier am sichersten der Strich einer Schnepfe zu erwarten war. Hannkasper platzierte sich zwischen zwei Fichten auf 'feinem neuen Jagdstuhle, den er bei der neuen Flinte kürzlich erworben.. Der Jagdstuhl diente als Stock und Stuhl zugleich, er bestand aus 568 einem Stock mit starkem Stachel and oben einem Griff, der sich zu einem Sitz auseinanderklappen ließ. Als Hannkasper eine geraume Zeit still gesessen, die Abend-? dämmerung sich herniedersenkte, und das Abendläuten aus den fernen Ortschaften gedämpft ertönte, da regte es sich hinter Hami- kasper im Unterholz ime schwerfälliges Aufflattern. „Das ist eine Schneppe," denkt Hannkasper, und er hatte sich diesmal nicht getäuscht. Bald streicht an seiner rechten Seite der erwartete, seltene Vogel vorbei und setzt sich in Schußweite vor ihn auf die Wiese. Hannkasper hatte schon längst die Flinte an der Backe und nahm die Schnepfe, sobald sie sich niedergelassen, aufs Korn. Baf! kracht der Schuß. Aber welch ein eigentümlicher Schall! Uehnlich, wie wenn ein Wiesbaum auf das Pflaster fällt. Hauukasper aber — liegt in der Fichtenschonung am Boden; er hat vom Schuß einen „Stomp" bekommen, daß er rücklings samt seinem Stuhle in die Fichten, purzelt. Schnell rafft er sich auf und eilt nach der Stelle, wo die Schnepfe gesessen, und — welche Freude! — er hat sie tödlich getroffeu. Die Schnepfe liegt am Boden. Schmunzelnd ruft Hannkasper: „So an Buil hu ich doach mei Leawe noach nitt geseh!" Inzwischen war auch Baltin herzugekommen, da er den Schuß gehört. Triumphierend zeigt ihm Hannkasper schon von weitem die seltene Beute. Baltin gönnt ihm den Erfolg von Herzen. ,,Oawer," redet er Hannkasper an, „woas hast b' dann eigent- lich geloare? Dei Flente deat fo ’n sonnerboare Knall!" Hannkasper erzählt nun, wie es ihm ergangen, und betrachtet jetzt seine Flinte, deren anderen Lauf er entladen will. „Kanone!" ruft er aus, „do fein jo die zwa Läf off amöl lusgegange! Daher aach d'r Stomp, den ich tritt hu, wäis lusgeng." So war es in der Tat. Durch die zu großen Pfropfen gab es beim Entzünden des Pulvers einen so starken Rückschlag, daß auch die andere Patrone sich entlud. .Hauukasper verschaffte sich jetzt besser passende Pfropfen. Die erlegte Schnepfe zeigte er abends den Stammfreunden mit den Worten: „Nu könnt 'r au Iltze daham gelosse!" (Schluß folgt.) Ist Karl XII. ermordet worden? Zu den historischen Rätseln, die immer wieder, auch noch nach Jahrhunderten, die Menschheit beschäftigen, gehört die Todesursache, die den kühnen Schwedenkönig Karl XII. zu jäh aus seiner Ruhmesbahn riß. Ob ihn eine feindliche Kugel dahiurasft, ob er den Soldatentod fand, den er sich stets ersehnt, oder ob ihn das heimtückische Geschoß eines Meuchelmörders hinterrücks aus dem Wege schaffte, das ist das Problem, das bald auftauchte, nachdem das Ende des Herrschers bekannt geworden. In der Biblio- theque universelle breitet F. Schultes; das ganze Material über biefe Frage aus und gelangt auf Grund der neuesten Forschungen zu einem bündigen Resultat, das die Wahrheit über den Tod des Königs enthält. Im November 1718 belagerte König Karl XII. die norwegische Festung Fredriksten und ließ dazu umfangreiche Schanzarbeiten ausführen. Am 30. November in der Dämmerung begab er sich selbst in die Schanzgräben, von einigen Offizieren begleitet, von denen nur zwei, der Kapitän Posse und der Leutnant Carlberg, Schweden waren; zwei andere, Schwerin und Kaulbars, waren Deutsche und vier Franzosen, unter ihnen der Kapitän Margret intb der Adjutant Sirre. Es herrschte eine so tiefe Dunkelheit, daß man „seine Hand vor den Augen nicht erkennen konnte". Die Stelle aber, wo die Soldaten eifrig gruben, ungefähr 160 m lang, war durch die vom Feinde geworfenen Brander und Leuchtkugeln stark erhellt. Um das Ganze besser überwachen zu können schwang sich der König, der um 8 Uhr eilig in dem Graben zu Abend gegessen hatte, hinauf auf die Böschung, streckte sich auf der schrägen Wand des Walles aus, die Wange auf seine linke Hand gestützt; mit der rechten Hand hielt er sich an dem Stock irgend eines Schanzkorbes fest. Das Kleid, das er an diesem Abend trug und das im Stockholmer Museum aufbewahrt wird, zeigt noch auf der ganzen linken Seite Spuren schmutziger Erde. In dieser Stellung waren der Kopf und der Oberkörper des Königs, die über den Wall hiuausragten, fo sichtbar, daß die Offiziere, die im Graben geblieben waren, ihn baten, sich nicht so sehr der Gefahr auszusetzen; der König aber antwortete nur, daß er „mit eigenen Augen sehen wollte, was vorging". Unterdessen wurde aus der Festung immerfort geschossen. Der Adjutant Kaulbars, bet im dichten Schatten der Schanze aufrecht stehend, fein Gesicht nahe an den Füßen des Herrschers hatte, bemerkte nach einer Viertelstunde, daß das Haupt Karls herabsank, ohne daß der Körper eine Bewegung machte. „Um Gottes willen," schrie er, „der König ist tot!" Man rief schnell den General Schwerin, der auf die Böschung hinausstieg, den Kopf des Fürsten aufhob und dann mit der Hand ein Zeichen machte, daß „alles aus sei". Man suchte nun den Tod möglichst zu verheimlichen. Sicre nahm den Hut des Toten ab und stülpte ihm statt dessen seine große weiße Perücke auf; man hüllte Ben König in einen großen Mantel und machte ihn so unkenntlich^ Dann wurden 12 Soldaten herbeigerufen und erhielten den Mts-, trag, den Körper dieses „tapferen Offiziers" ins Hauptquartier zu, tragen. Beim Herabheben von der /Böschung glitt aber der' Leichnam zu rasch herunter; die Perücke verschob sich und df« Träger erkannten das Gesicht des Königs, fo daß sich die.Trauer-! Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete. Ein Protokoll über diesen weltgeschichtlichen Vorfall wurde nicht aufgenommen. Der Leibarzt des Königs, Melchior Neumann) der die Leiche einbalsamierte, erklärte, daß die tödliche Kugel „von der linken Seite gekommen sei", also von der Festung her. Dem stand aber das Zeugnis der Träger gegenüber, die die Wunde „an der rechten Schläfe" gesehen haben wollten. So entstand gleich im Lager das.Gerücht, der König sei ermordet, die Kugel aus dem Schanzgraben abgeschossen. Als der Schuldige galt allgemein der Franzose Stere, der als ein Freund deH Prinzen Fredrik diesem rascher auf den Thron verhelfen wollte. Mit dem Fluch des Königsmordes beladen, fühlte sich der also Angeklagte von aller Welt gehaßt und verfiel deswegen 1721 in eine schwere Krankheit, die feinen Tod herbeiführte. Kurz vorher gestand er im Fieber den Mord ein. Aber was besagte dieses Bekenntnis eines Menschen im Dodesdelirium? Man stritt weiter leidenschaftlich um dies Problem und schritt 1746 zu einer Ausgrabung der Leiche, die in einem ganz zerfallenen Zustande vorgefunden wurde. Trotzdem glaubte man zu erkennen,^ daß die Wunde an der rechten Schläfe lag. Karl XII. galt alsp von nun an als das Opfer eines Mordes. Die Zweifel an dieseü Feststellung haben aber nie aufgehört, und die historische For- schuitg hat unterdessen so viel neues Material herbeigeschafft, daß der Direktor des Urtillerie-Müseums von Stockholm Oswald Kuylenstierna, der bei Fredriksten den Schauplatz der ganzen Tragödie genau festgestellt und alle Einzelheiten neu untersucht hat, zu dem zweifellosen Resultat gelangt ist: Karl XII. ist nicht; ermordet worden, sondern starb den Heldentod durch Feindes- Hand. ------------ Viichertisch. — Hessen - N i: in in e r des Christ!. Kunstblattes. Ein Doppelheit dieses Organs des Bundes der Freunde für Volkskunst (August-September l. I.) bringt aus der Feder des hessischen Bnndesobmamtes, Piairer Karl Sattler zu Staden, unter der lleberschriit „Kirchen und kirchliche Knust im Großherzogtiun Hessen" einen Ueberblick über Kirchenbau, Malerei und Plastik innerhalb des Gebietes der hessischen Landeskirche. Der Verfasser geht, geschichtlich vor, verweilend bei den Marksteinen der Entwicklung, dabei aber z. B. auch kleinere Kirchen würdigend, die sonst in größerem Rahmen die ihnen gebührende Beachtung nicht finden können. Der hessischen Denkmalpflege ein besonderes Kapitel zu widmen, mußte sich der Versasser bei dieser Gelegenheit versagen; doch zeigt seine Arbeit säst ans Schritt und Tritt, wie Kirche und Denkmalpflege in Hessen miteinander gehen und was sie sich gegenseitig zu danken haben. Das geht auch schon hervor aus der stattlichen Anzahl von Abbildungen aus dem Besitz des Großherzogl. Denkmalarchivs unter den 61 durchweg vorzüglichen Bildern. Die 69 Seiten umfassende Abhandlung wirb bei dem Fehlen einer be- onderen Darstellung über dieses'Gebiet dem von Wert sein, dem daran liegt, den Beitrag der Kirche aus dem Gebiete der Kunst in seiner Bedentung zu fassen, den innerhalb des Großherzogtums ein« zureihen in den der Kirche Deutschlands überhaupt. ‘ Das vom Volkskuustbaud in Angriff genommene und mit einer Schwaben» und Hannover-Nummer eingelciteie lluternehmeu einer Würdigung der kirchlichen Kunst nach dem Stand innerhalb der verschiedenen Landeskirchen hat mit dieser Hessen-Nummer eine dankenswette Fortsetzung gesunden und man darf kommenden Heften erwartungsvoll entgegensehen. Anmeldungen direkt beim Verlag sür VolkS- kimst, Rich. Keutel, Stuttgart, oder jeder Buchhandlung. Ergcmzlmgsrätsel. D .. k.. i. e W . r. ch.. „. u.” .f . .. ch v.. . tl. n . ti.f.it, . i. . e..ch.u .n.ck.. m.. s. n, .i. . kl. r. ä.. 's.. .. st (Auslösung in nächster Nr.) Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p Pique, c = Coeur, rar = Garreau trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD = Coeur-Dame usw. Vorhand steht von dem immerhin leicht verlierbaren Grand ab und spielt c = Solo. Mittelhand Halle: aB, dB, cA, cD, aD, a9, bD, d9, d8, d7, int Skat lagen b8 und c7; Hinterhand erhielt die übrigen. Spielgang: 1. V c9 M. cA H. cZ — — 21 2. M. bD H. b9 V. bA — (+ 14). 3. V. c8 M. cD £>. cB = — 5. 4. H. bK V. bZ ÖL dB = — 16. 5. M. d9 H. dD V. dA — (+ 14). 6. V. c7 AL nB H. bB — — 4. Der Spieler braucht jetzt nichts weiter abzugeben und hat demnach gewonnen. Redaktion: (t. 9leu«t«t& — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'lchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lang^ Dietzen,