|S'K , 5« Mittwoch, den P. September 4 . W - Nr. Hl । 5ZsMK SWÄi» U^MEHA SW SO? I I'-.; •7 | A a WUM NNÜ ktf >3' fl Dom Pikkolo zum Millionär. Heitere Erzählung von Harry Nitsch. (dtachdruck Verbote.) (Fortsetzung.) .. S_m Herbst, als Frau Cernau und Mila in Frohwinkel ■ n' tourbe die Quelle analysiert. Der Winter verging wie wr Fluge und der mit Duft und Glanz einziehende Früh- ung sah bereits ewige neugierige Badegäste. Sie rissen aller- dings bald wieder aus, denn es war fein Vergnügen, in dem Bauschutt, den riesigen Erdhaufeii und Steinbergen, die allerorten herumlagen, spazieren zu gehen. Aber man sah daran doch bereits den Erfolg und erwartete von der Zukunft r. Die Frohwinkler lebten wie im Traum. Junge Leute schmiedeten goldene Pläne, die Alten dagegen, die schon halb kindisch geworden waren, machten Truhen und Kästen leer, damit der nun kommende Goldregen einen Platz finden wurde, wo er sich niederlassen könne. Der „Goldene Schwan" war von dieser allgemeinen Aufregung natürlich nicht verschont geblieben. Im Gegenteil, dort waren die Hoffnungen bis ins Riesenhafte gewachsen. Die kommenden Kurgäste mußten doch irgendwo wohnen, das neue, im Bau begriffene Kurhaus und seine Nebenhotels wurden ste sicher nicht alle aufnehmen können. Da mußte also der „Goldne Schwan" in die Bresche springen. Der „Goldene Schwan" würde seinem Namen nun endlich Ehre machen und wirklich ein „goldener" Schwan werden. Herr Wenzel konferierte den ganzen Tag mit Baumeistern, die ihm sein Haus vergrößeru sollten. Einstweilen wurden int Innern alle möglichen Verbesserungen getroffen Die Zimmer wurden neu tapeziert, modern eingerichtet und auch die Gaststuben einer durchgreifenden Renovation unterzogen. . t Erich avanzierte offiziell zum Kellner, allerdings nur in der Titulatur, denn von seiner Lehrzeit wurde ihm nichts geschenkt. Dafür wurde er Herr und Lehrmeister eines neuen Pikkolos, den Herr Wenzel aufgenommen hatte, um für Alles gerüstet zu sein. . So waren unter ständiger Aufregung anderthalb Jahre wre im Fluge entschwunden. Durch die neuen Verhältnisse hatte Erich wenig Zeit gefunden, der fernen Freundin zu gedemen, die ihm zwar in der ersten Zeit einige flüchtige Briefe schrieb, dann aber nichts mehr von sich hören ließ. Doch ihre Bucher waren unvergessen, und die knappen freien Augenblicke, die Erich sich erobern konnte, blieben den beiden Ar^'watlken gewidmet. Herr Wenzel durfte von diesem Fleiß allerdings nichts merken, denn seit die russischen Damen abgereist waren, war es auch mit der Hochachtung des Hoteliers vor seinem Pikkolo vorüber. Herr Wenzel duldete nichts bei seinem Lehrling, wovon der Lehrherr nicht selbst die Fruchte ernten konnte. ' . 2lls nach Entdeckung der Quelle der zweite Frühling ms Land gezogen kam, war in Frohwinkel bereits alles für den Empfang der Badegäste gerüstet. Zwar wurde an den verschiedensten Stellen des Städtchens gebaut, am Fuße des Etzoerges, des am schönsten bewaldeten Hügels nahe der Stadt wuchsen gleich mehrere neue, im beliebten Schweizer- stil gehaltene Villen empor, aber das Kurhaus mit seinen Dependancen war fertig mtb auch der „Goldene Schwan" schaute in verjüngter Gestalt erstaunt in die neue Welt. Statt ves alten, abgedankten Wortes „Gasthof" prangte jetzt in rie- Ngen Goldbuchstaben „Hotel zum goldenen Schwan" an der Stirnseite des Giebelhauses. Seit einigen Tagen erschien an dem weiten Portal des Hauses auch öfters am Tage der neue Oberkellner, den Herr ^knzcl sich in eigener Person in Dresden engagiert hatte. Er hielt Ausschau nach den Gästen^, die da kommen sollten, aber infolge des schlechten Frühjahrswetters noch auf sich warten ließen. Max Gerstner, so hieß der neue Oberkellner, war ein vielgereister Herr. Man merkte es dem etwas unscheinbar aussehenden Mann, der etwa achtundzwanzig Jahre zählen mochte, nicht an, daß die Schweiz, Italien, England, Belgien und sogar Algier schon die Ehre hatten, Herrn Gerstner innerhalb ihrer Grenzpfähle zu beherbergen. Herr Gerstner war mittelgroß, sein Gesicht ziemlich nichtssagend. Das blonde Haar trug er schlicht gescheitelt, um das blonde Bärtchen auf der Oberlippe würde ihn nicht einmal ein Sekundaner beneidet haben, und nur ein gewisser Zug um die Rasens Wurzel zeigte dem aufmerksamen Beobachter, daß in dem unscheinbaren Menschen eine beträchtliche Energie wohnen mußte. Mit Erich Sanner war der Oberkellner sehr leutselig. Der bescheidene, diensteifrige junge Mensch gefiel dem Oberkellner, der sich in seinem Beruf eine gewisse Menschenkenntnis angeeignet hatte.„ Er gab sich daher sehr viel Mühe mit EsM, um ihm den nötigen Schliff beizubringen, den weitgereiste Fremde an den Angestellten eines guten Hotels zu finden gewohnt sind. Erich dagegen imponierten an dem Oberkellner in erster Linie dessen Sprachkenntnisse, denn Herr Gerstner sprach perfekt englisch und französisch!, außer seiner deutschen Muttersprache; zur Not konnte er sich auch mit einem Italiener verständigen. Die Erscheinung des Oberkellners dagegen hatte Erich ziemlich enttäuscht. Er hatte dem neuen Mann »it Bangen entgegengesehen, den er sich nach den Schilderungen seiner ersten Liebe, der kleinen Mila, als einen großen, stattlichen Herrn mit hochmütigen Manieren vorgestellt hatte. Nun kam ein Mensch wie jeder andere daher, der dem gemachten Bilde so wenig wie möglich entsprach, und der nur m seinen Sprachkenntnissen den Erwartungen gerecht wurde, die Erich an sein Kommen geknüpft hatte. 562 Doch schon nach wenig Tagen gelangte Erich zu einein andern Urteil über seinen neuen Vorgesetzten. Denn die,er war kaum im Hause warm geworden, als er auch die Zuge, der Regierung ergriff. Herr Wenzel war in allen Gingen, die eilt wirklicher Hotelier wissen muß, ein krasser Ignorant, und so sehr er sich auch dagegen sträubte, er mußte sich bod; in allem der besseren Einsicht und höheren Begabung des Oberkellners fügen. Nach der Table d'hote war stille Zeit, dann unterhielt sich Gerstner gern mit Erich, dent er von seinem Aufenthalt int Süden und in Algier erzählte. Eines Tages wagte es Erich, an seinen Oberkellner eine Frage zu richten, die ihn schon lange beschäftigte. Wie kam es wohl, daß dieser tüchtige, vielgewandte Mann, der tn den ersten Häusern an großen Plätzen gearbeitet hatte, nach Frohwinkel in den „Goldenen Schwan" verschlagen worden war? Denn so viel Welt- und Menschenkenntnis besaß Erich nun doch schon, um zu sehen, daß Herr Gerstner hier ganz und gar nicht am Platze war. Wenn Frohwtnkel vielleicht auch eine große Zukunft hatte, so war es gegenwärtig doch immer nur ein bescheidenes, im Entstehen begriffenes Nett von einem Badeorte und die Kurgäste kamen vorerst noch spärlich. „Wie kommen Sie eigentlich in unser kleines Frohwinkel, Herr Gerstner", fragte Erich daher in seiner bescheidenen Weise. Ueber die Stirn des Oberkellners huschte ein trüber Schatten, dann sagte er langsam: „Wie ich nach Frohwinkel kam? Auf die einfachste Weise von der Welt: Weil ich Hunger hatte." „Herr Gerstner!" warf Erich erschreckt dazwischen. „Nun, ganz so schlimm war es wohl nicht, aber cs war doch die Not, die mich nach hier verschlagen hat. Ich will es Dir erzählen, denn ein junger Mensch wie Du kaun aus den Schicksalen anderer viel lernen. In den letzten —" Gerstner unterbrach sich, denn der schrille Klang einer Glocke ertönte plötzlich. Der Oberkellner sprang auf und sah nach dem Apparat, welcher die Zimmernummer des Läutenden anzeigte. „Natürlich Nummer zwölf. Die alte Jungfer wird sich wohl wieder wegen des Kinderlärmes auf der Straße beklagen und Abhilfe fordern. Geh hinauf, Erich, und rede ihr gut zu; wir würden die Kinder fortjagen." Erich eilte fort. Eine Viertelstunde später kam er wieder. „Das dauerte ja ziemlich lange," fragte Gerstner. „Fräulein Rösicke beklagte sich über die vielen Fliegen in ihrem Zimmer, sie könne gar nicht einschlafen. Und da habe ich--" „Nun?" „Und da habe ich die Fliegen gefangen." „Da bist ein Prachtkerl, Erich," rief lachend der Oberkellner. „Wenn die Rösicke morgen von einem Floh geplagt wirb und nicht einschlafen kann, dann willst Du ihr den wohl auch einfangen?" Erich lächelte verlegen und wollte sein Tun bescheiden verteidigen. Doch Gerstner winkte ihm lachend ab und sagte begütigend: „Ich meinte es ja nur scherzhaft, dummer Kerl. Ein rechter Kellner muß die Gäste immer zufrieden zu stellen suchen, so lange er es mit seinem Gewissen und mit den Interessen seines Prinzipates in Einklang bringen kann.. Lieber ein paar Fliegen wegfangen, als die Gäste wegfliegen kaffen. Doch Du wolltest wissen, warum ich hier bin? Wie Du schon weißt, war ich in den letzten drei,Jahren im Sommer regelmäßig in Bad Ems, den Winter über arbeitete ich dagegen in Mentone. Ich hatte das Reiseleben aber satt und sehnte mich nach einer festen, womöglich eigenen' Tätigkeit. Ich hatte mir daher vor zirka drei Monaten in Ehemnitz ein kleines Hotel gekauft, denn neben einem ererbten kleinen Vermögen habe ich mir int Laufe der Jahre auch gegen zehntausend Mark gespart. Da ich auf meine Erkundigungen über das Geschäft überall die beste Auskunft erhielt, so habe 'ich denn auch vertrauensvoll die Anzahlung geleistet, es waren fünszehntausend Mark, mein ganzes Vermögen. Etwas Betriebskapital sollte ich von einer Brauerei erhalten. Als die gerichtliche Eintragung erfolgen sollte, erfuhr ich zu meinem grenzenlosen Schrecken, daß das Hotel dem Gauner gar nicht mehr gehörte! Es war von ihm vor drei Tagen an einen Herrn aus Leipzig verkauft worden. Der Betrüger aber war mit meinen sünfzehntausend Mark und der Anzahlung des ersten Käufers verschwunden, man hat ihn bis heute noch nicht erwischt. Ich war nämlich so leichtsinnig, ihm das Geld einen Tag früher auszuhändigen weil er mir sagte, daß er das Geld zur Ablösung einer Hypothek brauche. So war ich fast ganz ohne Mittel. Meine früheren Stellungen waren längst durch andere Leute besetzt, die Engagements für die Sommersaison waren auch schon lange abgeschlossen, für mich blieb also wenig Hoffnung, noch eine entsprechende Stellung zu finden. So nahm ich denn dieses Angebot an, um wenigstens etwas zu haben." Erich sah seinen Oberkellner mit einem Gesicht an, in dem sich deutlich Mitleid, Staunen, Zorn über den Gauner und Bewunderung Gerstner's, der den Verlust seines Geldes und seiner Lebenshoffnung mit solchein Gleichmut und solcher Fassung trug, widerspiegelte. „Und es war gar keine Möglichkeit da, Ihr Geld zu retten?" fragte er teilnahmsvoll. m „Leider gar keine. Ich bin selbst für meine Vertrauensseligkeit, oder richtiger Dummheit, gestraft worden, denn ich hätte mich nicht nur über das Geschäft, sondern auch über die Person des Verkäufers erkundigen sollen., Dann hätte ich diesem die Gelder nicht eher einhändigen dürfen, als bis ich sämtliche Besitztitel erhalten hatte. Doch das nützt nichts mehr. Hin ist hin, und mit dem Heiraten hat es nun gute Wege. Wir waren schon aufgeboten, meine Braut hat aber wieder Stellung annehmen müssen. Laß' Dir meinen Fall zur Warnung dienen, Junge, denn wir Kellner sind in Geldsachen alle viel zu leichtsinnig, zu oberflächlich, es bringt dies unser Beruf so mit sich. Die Trinkgelder tragen die Schuld. Man weiß nie, was man morgen haben wird, unser Einkommen setzt sich aus lauter Kleinigkeiten zusammen, so daß wir gar nicht zu einer rechten Würdigung des Geldes kommen. Würden wir Ende des Monats, tote die Kaufleute, unfern festen Gehalt bekommen, eine runde Summe, die man fühlt und zählen kann, so würden wir mit der Zeit den Wert des Geldes auch mehr schätzen lernen."--- Mit der Besserung des Wetters kamen auch allmählich die Kurgäste. Die meisten von ihnen trieb die Neugier herbei, sie wollten die Wunderquelle kennen lernen, die auf so eigentümliche Weise gefunden wurde. Es waren auch viele darunter, die von einer Heilquelle zur andern, von einem Badeort zum andern ziehen, weil ihnen nicht mehr zu helfen ist, und welche dann die früheren Quellen überall schlecht machen. Auch der „Goldene Schwan" füllte sich langsam, und der neue Koch konnte nicht mehr fast den ganzen Tag an der Seitenpforte des Hanfes stehen, um mit den vorübergehenden Dienstmädchen zu schäkern. Fräulein Maus hatte dem neuen Koch Platz machen müssen. Ihre kulinarischen Kenntnisse hatten wohl für die Frohwinkler ausgereicht, die vielgereistert Fremdlinge aber, welche jetzt den „Goldenen Schwan" bevölkerten, brachten andere Ansprüche mit. Nach einem leidvollen, stark mit Tränen begossenen Abschied von ihrem Liebling, dem schlanken Erich, war Maus am I.Mai abgereist. Ihr guter Stern hatte sie in eine Knabenerziehungsanstalt geführt, wo sie genug junge Menschen vorfand. Denen sie Liebes erweisen konnte. Von Herrn Wenzel merkte man sehr wenig im Hotel, er überließ in kluger Vorsicht das Feld dem Oberkellner und' widmete sich vorzugsweise den äußeren Geschäften. Denn Herr Wenzel hatte gehört, daß ein bekannter sächsischer Hotelbautenunternehmer, der schon seit einer Reihe von Jahren alle neu auftauchenden Badeörter und Sommerfrischen mit „Grand Hotels" versorgte, inkognito in Frohwinkel war und sogar int „Goldenen Schwan" logierte. Dort konnte er allerdings bequem genug das Terrain studieren. Deshalb betrieb Herr Wenzel den Neubau seines Hotels, welches mitten in dem prächtigen großen Garten des alten Schwan entstand, und die Front nach einer neu angelegten breiten Promenade hatte, mit regem Eifer. Er wollte sich' von keinem Fremden überflügeln lassen. Als man ihn wegen seiner Bauwut neckte, rief er aufgeregt: „Frohwinkel gehört uns Frohwinklern. Was die fremden Leute verstehen, können wir auch. Wir haben nicht nötig, nüs von ihnen die Butter vom Brote nehmen zu lassen. Man muß nur schnell sein, auf der Höhe der Situation stehen und zur rechten Zeit die rechte Gelegenheit ergreifen." (Fortsetzung folgt.) 663 Der „Merkaspar". Erlebnisse eines Dorfjägers aus dem Vogelsberg. Mon Hermann Strack. I. Ha nn kasper und Baltin. „Annelies, dös Johr neamm ich Dail on d'r Jahd; se moag Toste, tpoaS. se will!" „ diesen Worten redet Hannkasper, ein stämmiger, kräf- nger Bauersmann des Vogelsberges, im Anfänge der vierziger Kahre, eines, Tages seine Frau an. Als ob sie sich in eine Nadel gestochen, fuhr die Frau herum, sah voll ihrem Strickstrumpf auf Und sagte in gezogenem Tone: „Deaß d' m'r nitt kimmst mett den Bosse! Woas witt ddu. nret d'r Jahd? För daich paßt sich doach kah Jahd! — 53Iew d ha am — ean seurer bet Bäih — ean acker bet Aecker — bo kommst d' weiter!" ^/'Äal bet Maul! Doas verstihst b' nitt!" erwiderte är- 8^rltch Hannkasper. „Ihr Weiber Hot lang Hoor, oawer 'n kurze Verstahnd. D' waßt doach, deaß mir b't Doktor väil Bewegung Wege meter, Döcking vhngerohre hott, soft wird ich nitt ahlt!" „(Stetjet! Kannst dou d'r nitt Bewegung genunk mache mett Merwett, wann d' eawer witt? — Oawer bei Doak (Tag) beast b ”1« vom Stoul z' breange ean bei Noacht nitt vom Wörts- tcsch! entgegnet, in Eifer gerateitd, die rothaarige, dralle Bäuerin! ?,Nut Hoor ean Erleholz woase off kaim goure Burre! Doas steht m r on dir!" warf ihr bissig der Bauer entgegen. ,,Ean der bte Aerwett ofgebroocht hott, woar aach kah Döicker, wat dou, sagte Annelies schlagfertig. „Die Jahd," fuhr sie dann ärgerlich fort, „eas vor vornehme Leut, bat naüt z' tu Huh, vawer nitt vör 'n gemahne Bauersmann, wäi dou. Ich sahn dirsch eam gourem: kost dich vo d'r Jahd!" - V/9?,0'/' Wgt Hannkasper mit Bestimmtheit, „sah, woas d' witt, eas batt dich naut. Ich krihe Dail on d'r Jahd ean domett basta!" Mtt diesen Worten gtng er zum Ofen, entnahm dem in seiner /tsahe an der Wand hängenden Streichholzbehälter ein Zündhölz- n)en, strich es am Ofen an, hielt das brennenbe Hölzchen über fetne. kurze Pfeife, deren Kopf ein Jagdstlick zierte, tat ein paar ^astwe Zuge, daß die Dampfwolken hoch aufflogen, spuckte aus, ?,aMe den Pfeifendeckel herab und schritt zur Tür hinaus zur .Gastwirtschaft seines Schwagers „Baltin". Der Baltin war in feinem Aeußern gerade das Gegenteil von 1 einem Schwager Hannkasper. War letzterer wohlbeleibt Und dm, so tonnte man ersteren an einem Licht anjitnben, wie man zu sagen Pflegt, so dünn und schmal sah er aus. Ihn hin- derte kein überflüssiges Fleisch, die Jagd fleißig anszuiiben, der er von fügend auf mit Leib und Seel' ergeben war. In weiter Untgegenb galt Baltin als ein durchaus tüchtiger Jager, der die Hasen auf dem Felde von weitem sitzen sah. Ja, man nannte Wn .ijtaiftg wegen seiner Erfolge auf der Hasenjagd den „Hoasen- valtin . Auch in ihrem sonstigen Wesen waren die beiden Männer grundverschieden. Baltin trank keinen Tropfen alkoholischer ®e= kranke und aß wenig. Seine Leibspeise war „Huinkebrut" (Honig- v-rot). Er war anspruchslos in allen Dingen. .. rr Hannkasper aber klunkelte den ganzen Tag über am „Pukkel", dessen Boden nicht trocken werden durfte von Branntwein. Dazu "pornte' er auch abends beim Solospiel in der Gastwirtschaft Nicht schlecht, so daß manches „Kännche" „geroppt" wurde. Much verschmähte Hannkasper liicht einen guten Bissen. Sein Bollmond- aestcht, sein feistes Bäuchlein legten davon Zeugnis ab. Die Jagderfolge Baltins erweckten in feinem Schwager die Jagblust. Fast keinen M'end kam Baltin von der Jagd ohne Beute, einmal war ^ etn Hase, einmal auch ein Reh, manchmal auch ein Fuchs. Bestand die Jagdbeute in einem Reh, dann kam sie in die Wirtschaft zur Be- und Verwunderung der Gäste. . Die grössten Augen machte dann immer der Hannkasper. Da- bei blies er Wolken aus seiner Jagdpfeife, daß man vermeinte, es sei eine kleine Dampfmaschine ober ein Backhaus'. Wurde am Abend in der Wirtschaft ein Sieb gesungen, bann fang Hannkasper vor. Immer mußte es aber ein Jagdlied sein, das er anstimmte. Sein Lieblingslieb aber war: „Der Jäger in dem grünen Wald, wollt' suchen feinen Aufenthalt", mit dem Refrain: „Mein Hündlein jagt, mein Herz das lacht. Meine Augen, meine Augen leuchten als wie zwei Stern'." II. Jagdverpachtung und Reichs tags wähl. Der Tag der Jagdverpachtung kam. Bon auswärts erschienen die angrenzendeii Jagdpächter und Jagdliebhaber, so bafj die Stube des Bürgermeisters schier voll ward. Beim Ausgebot der Jagd blieben zuletzt Baltin mit seinem Schwager Hannkasper Sieger. Wie leuchteten jetzt, nachdem Hamikasper das Steigerungs- Protokoll unterschrieben, seine Augen! Jedem, der ihm begegnete, sagte er: „Alleweil huh mir sche!" Das Pfeifchen schmauchte er mit einer Miene, wie sie wohl dem Feldherrn eigen nach einet) gewonnenen Schlacht. Von der Verpachtung ging es aus der Bürgermeisterei zurück zum Schwager Baltin; denn Hannkasper mußte als neu- Vebackener Jäger seinen „Anstand" geben. Das' tat er von Herzen gern, und der Anstand (das zum Besten geben), beit er gab, war fein lumpiger. „Steurer," sagt Hamikasper zu den Jagdkollegen, „etz muß oawer aach amol g'simge wem." Dabei stimmte er fein Leiblied- chcn cm: „Der Jäger ging im grünen Wald." Beim Refrain: „Mein Hundletn jagt, mein Herz das lacht," fang er fortiffimo mit solcher Vehemenz, daß fein Nachbar vom Stuhl aufftanb mit den Worten: „D'r Kerle plärrt ein jo domm ean baab!" Des Hannkaspers Tochter, ein vierzehnjähriges Mädchen, kam herein, um den Vater zum Mittagessen zu rufen. „Sah bei er Motter, haut bräucht ich kah Meattogssoppe." So war es auch; beim schon stauben auf dem Wirtstisch mehrere Teller voll Wurst. Das gehörte zum „Anstand", den Hannkasper abgab. Da mahnte Baltin die Jägergesellschaft: „Ihr Junge, eilt euch, dowe eam Soal gihts buhl lug!" Der Tag hatte nämlich außer der Jagdverpachtung noch eine andere.„Bedeutung: Es wollte nachmittags im Saale Baltins der Relchstagskaitdidat Dr. Böckel sprechen. Schon hatte sich der Saal gefüllt mit neugierigen Zuhörern^ schon stand der Redner auf der Musikaiitenbühne, die als Rednerpult diente, da erschien die Jagdgesellschaft, voran Hannkasper, die qualmende Pfeife im Munde, mit gewichtiger Miene. Böckel redete; er verstand es aus dem ff, seine Zuhörer zu fesseln. Wie gebannt hingen fie an seinem Munde, aus dem die Rede wie ein rauschender Quell hervorsprudelte. Bei besonderen Kraftstellen klatschte man ihm lebhaft Beifall. Hannkasper immer länger als die anderen, so daß er stets noch allein klatschte, nachdem die übrigen schon ausgehört hatten. Als der Redner bei der Abfertigung der Gegenkandidaten im Wahlbezirk an den Sozialdemokraten kam, da sagte er: „Meine Herren, da ist die Sozialdemokratie, die schreibt Gleichheit und Freiheit des Eigentums auf ihre Parteifahne. Meine Herren, spalten Sie jedem Menschen den Schädel, nehmen Sie das.Gehirn heraus, zerhacken Sie es, teilen Sie es in lauter kleine Portionen, schieben Sie in jeden Schädel die gleiche Portion Gehirn, dann — denkt, will Und fühlt die Menschheit gleich, bann! kann auch das Eigentum, das „Vermögen, da kann alles geteilt werden." „Bravo! Bravo!" rief die Versammlung mit Händeklatschen und „der kanns," gings durch den Saal. „Den wähn m'r, sost kahn!" rüst Hannkasper, und die Jagd- kollegen stimmten ihm lebhaft bei, auch die übrige ganze Versammlung. Als nun Böckel die Börse geißelt und von einer Bvrsen- steuer spricht, da ruft ein bejahrter Einwohner: „Was? Auch noch Beasesteuer sinn m'r b'zoahn — do Hirt sech doch alles off!" Der Beifall wollte kein Ende nehmen, als Böckel feine Rede beendet. Was Hannkafper gesagt, erfüllte sich: Böckel ging später aus dem Wahlkampfe als Sieger, hervor. — Run fiel Hannkasper etwas beklommeii das Heimgehen ein; denn schon dunkelte die Dämmerung durch die Fensterscheiben. Obwohl er schwer geladen, vermochte er doch sicheren Schritts, nur in etwas krausem Tempo, die Straße zu halten und feine Wohnung zu ereichen. „R-o, do kimmt der nau Jäger!", sagt höhnisch Annelies zu dem Heimkehrenden und fährt fort: „Gelt, d' kannst doach die Noppe nitt gelosse, b’ muß amol Jahd huh! Oawer, woas! wem do die Hoase gucke, wann se daich seh! — Z' läse brauche se nitt, dou tonst ’n doach naut." „Woarts ab! Wu aich hinhale, wäst ka Groas!", entgegnete selbstbewußt und schmunzelnd Hamikasper. Dabei nähert er sich Annelies, legt seinen Arm um ihren Hals und sucht seine Wange an die ihrige zu drücken. „Ahler Schaute, loß däi Posse!" wehrt Annelies ab. „Oawer doas sahn ich dir," sie hebt den Zeigesinger hoch, „off die Pingste krih ich nti aach a nau schwoarz Mab. Host d' Geald för unnürige Werke, host d' aach Geald für a Mab sör maich!" „Ei ge'weaß käis ich dir a nau Mab; ich käse d'r aach noach a Kirmessellad," sagt süßschmunzelnd Hannkasper. „Aich brauch noach Kirmeß," erwiderte lächelnd Annelies, -,aich hu se alle Doag d'ham eam Haus," III. Die erste Jagd. Eine schwere Geduldsprobe kam nun für Hannkasper, die Zeit des Wartens bis zum Beginn der Jagd, die im heimatlichen Jagdbezirk erst mit dem ersten September beginnt. Ehe aber nicht alles geschossen werden durfte, was da kreucht und fleucht, wollte auch Hannkasper nicht auf die Jagd gehen. Endlich kam auch der ersehnte erste September. Hannkasper ließ) sich feilte# Schwagers alte Doppelflinte geben. Der hatte diese längst mit einem modernen Hinterlader, „Löffel- schee", wie Hannkasper sagte, vertauscht. Mit Pulver und Blei hatte sich Hannkasper vorher versehen. Mit leichtem, russisch-grünen Nesselrock augezogen, auf dem Kopfe einen alten Strohhnt aus dünnem schwarzen und weiße« Bast geflochten, in den an seinem Hinteren Rand die Mäuse ein Loch genagt, die Doppelflinte über der Schulter, die Jagbpfeife qualmend, zog Hannkasper mit seinem Schwager Baltin zur ersten Jagd. 564 Es ging zum nächsten Berg, einer mit Hecken ringsum ter- rassenförmig bestandenen Koppe. „D'r Hond stitt!" ruft plötzlich Hannkasper, dabei die Flinte im Anschlag an der Backe haltend, im Laufschritt herzueilend. „Nur langsam!" mahnt Baltin, „ean fest droff gehale!" Da —prr—prr! eine Kette Rebhühner stiebt auf aus dem Kar- toffelacker. Zwei Schüsse sendet ihnen Baltin nach, doch keiner trifft. Hannkasper hat nicht geschossen. „Warum schäißt d' dann nitt?" fragt ihn ärgerlich Baltin. „Ich woard nitt fertig", entgegnet Hannkasper. „No, do geab etz oacht!" mahnt Baltin, „der Hond stitt schu wirrer!" Wiederum purren einige Feldhühner auf, Wiederum knallt ihnen Valentin nach und wiederum hat er — was' übrigens' Bet ihm selten vorkam — keins getroffen. Hannkasper aber hat abermals' — nicht geschossen. Jetzt fährt ihn Baltin, der sich über seinen Mißerfolg giftet, an: „Wann D' nitt schäisse witt, do bleib d'ham! — Dou beast m'r aach 'en V* „Ei", sagt • Hannkasper, „ich hatt' mich jo vergröffe, ich drucht ean drucht, eans geng nitt lus. Do guck ich ean seh, deatz ich die Finger, stoatt om Drücker, om Bühl hu." „Mach' dich emol enoab on die Hecke, do stitt der Hond wirrer!" bemerkt Baltin, mit dem Finger auf die Hecke weisend. Hannkasper eilig hinunter. Die Flinte am Backen, pirscht er sich vorsichtig näher. Da springt der Hund ein, und — alle Himmel, was für einen „Bomb^! Wie der Knall einer Donnerbüchse krachte Hannkaspers Schutz. Hannkasper aber ist verschwunden; er ist in die Hecke hineingepurzelt. Baltin eilt hin, nm zu sehen, was vorgefallen ist. Da kommt Hannkasper ans der Hecke hervorgekrochen. „Donnerkeil", sagt er, „harr ich oawer a Laring ean nietet Flente! Se goabi m'r ernt Stomp, wäis lusgeang, deatz ich ean die Hecke slug." „Woas host d' dann für a Bolwerfatz?" fragte ihn jetzt der sich des Lachens nicht mehr haltende Schwager. „Ei häi," er zieht etwas aus seiner Rocktasche, „d's Kaffi- mätzt vo meiner Fraa!" „Konz Krenk, Kerle, mett d'r Hälft Bolwer hast d's aach ge- nunk. Wer wird dann so uhflärig loare? Do kann jo die Flente verspreange," belehrt ihn Baltin. Hannkasper will nun bett ab- geschossenen Lauf seiner Flinte wieder laden, da fährt er heraus: „Schwernut, etz huh ich aach mein Loadsteacke verloarn!" Sein Jagdgewehr war nämlich noch ein Vorderlader, zu dessen Laden ein Ladestock gehörte, der vorn an der Mündung des Gewehres zwischen den beiden Läufen eingesteckt wurde. Hannkasper geht zurück, um den Ladestock zu suchen. Nach einiger Mühe entdeckt er ihn. „Etz gihst d' mir nitt wirrer verloarn!" Mit diesen Worten hob er ihn auf und steckte ihn in die beiden Ohren seines Jagdranzens, der den „Puttel" barg. Da der Ladestock bei weitem die Breite des Ranzens überragte, so sah er weit nach hinten heraus. Sobald nun Hannkasper an einer Hecke vorüberkam, blieb er mit dem Ladestock daran hängen. Wie der Blitz fuhr er dann herum; er wähnte nämlich stets, es hielt ihn jemand hinten fest. >,Doas soll doach die Krenk krihe! Ich komme jo häi goar nitt aus d' Aengste eraus. Alleweil steck ich d' Loadsteacke ean mein Stiwelschaft!" erklärte Hannkasper. Nun war der Ladestock, der wie eine Reitpeitsche neben dem Bein des Hannkaspers herpendelte, vor dem Verlieren gesichert. Der erste Jagdtag verlief ohne Erfolg für Hannkasper. Baltin war es dagegen noch gelungen, zwei Hühner von der Kette abzuknöpfen, „Ich Mutz erscht d's Loare verstih", tröstete sich Hannkasper, noach winn m'r fche schun krihe." Einem Bauersmann, der den heimkehrenden Hannkasper mit spöttischer Miene fragte: „No, Hannkasper, woas host dou dann tritt?" entgegnet Haunkasper schlagfertig: >,A teer Flente!" (Fortsetzung folgt.) Vermischte». * Der Ehemann in der Falle. Einem Strohwitwer der die Abwesenheit seiner Ehefrau zu einigen Seitensprüngen benutzen wollte, ist es in Tiflis übel ergangen. Er halte die Bekanntschaft einer jungen hübschen Dame gemacht, die auch durchaus nicht blöde seiner Einladung zu seinem Hause gefolgt war. Aber das Auge der Schwiegermutter wachte. Längst hatte sie die Treue ihres Schwiegersohnes beargwöhnt und Spione ausgestellt, die ihr alsbald auch berichteten, dach der Schwiegersohn mit einer jungen, hübschen Dame tete-ä-tete sei. Darauf eilte die gestrenge Dame zu ihren Nachbarinnen und forderte sie auf, ihr beizustehen, um mit vereinten Kräften den ungetreuen Ehemann Mores zn lehren. Am anderen Morgen ivaren gegen hundert kampflustige weibliche Rachegeister vor dem Hause versammelt, in dem der ungetreue Ehemann mit seiner Liebsten seine Schäierstunde verbrachte. Die wilden Weiber wollten das unglückliche Pärchen lynchen, und die Polizei kostete es große Mühe, sich einen Weg zu bahnen, um die beiden Sünder in den sicheren Schutz des Polizeigewahrsams zu bringen. 'Die Versicherung d e r S o m m e r s r i s ch l e r. Die Londoner stehen in dem Rus, außerordentlich vorsichtige und sparsame Leute zu sein, die sehr gern für nichts etwas erhalten und sehr sorgsam der Gefahr ausweichen, für nichts etivas zu bezahlen. Aber in diesem Jahre des sommerlichen Regens hat sie ihre Sparsamkeit und ihre Vorsicht um sehr angenehme Einnahmen und Gewinne betrogen. Seit Jahren besteht in England eine große Versicherungsgesellschaft, die es unternimmt, Ferienreisende und Sommerfrischler gegen schlechtes Wetter zu versichern. Besonders nach langen schönen Wetterperwden ist die Bereitwilligkeit der Londoner, eine solche Versicherung abzuschließen, stets sehr groß, denn die spekulativen Geister sagen sich: „Nun ist es schon so lauge gutes Wetter geivesen: trenn ich jetzt in Urlaub fahre, dann kommt todsicher der Landregen." Je nach den allgemeinen meteorologischen Verhältnissen schwanken die Versicherungssätze, aber nicht selten legen die Londoner 15 Schilling die Woche an, um dagegen die Geirißheit zu erlangen, daß sie für jeden Regentag von der Versicherung 10 Schilling vergütet bekommen, ivns ja immerhin ein geivisser Trost im Leide ist. Aber in diesem Jahre waren die Sommermonate so regenreich, daß die schlauen Londoner sich verkalkulierten; sie sagten sich: „Nun war wochenlang schlechtes Wetter, jetzt wird es sicher schön, sparen wir die Versicherung." Und bei den vielen Regentagen des Jahres sind sie diesmal um ein kleines Vermögen gekommen, das ihnen in Form von Prämien zugesallen wäre. Im Gegensatz zu den Sommerfrischlern aber, so erzählte ein Beamter der Versicherungsbranche einem englischen Jutervieiver, sind in diesem Sommer alle Veranstaltungen int Freien so eifrig wie nie versichert worden. Es sind nicht nur die Gastwirte, die ihr Risiko auf diese Art zu verminderu trachten; in den letzten Jahren ist es immer üblicher geworden, Privatieste, die im Freien stattfinden sollen, Garteuieste, Picknicks usw. gegen Regen zu versichern, um bei schlechter Witterung nicht den ganzen Verlust der vorbereiteten Speisen und Getränke, die bei der Absage des Festes nahezu wertlos werden, tragen zu müssen. Auch Fuß- ballwettkämpse werden in England gegen Regen versichert. * Des Touristen Klage. „Ich weiß nicht, diese Ritter im Mittelalter waren doch zu dumme Kerle. Da haben sie ihre Schlösser und Burgen immer so weit weg von der Eisenbahn gebaut, und jetzt kann man stundenlang hinlaufen!" Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. * Der Kronzeuge. Wie überraschend schnell Begriffe ihren ursprünglichen Inhalt ändern können, bezeugt niemand besser als der — Kronzeuge. Er ist erst im 19. Jahrhundert aus England zu uns herübergewaudert und bisher weder bei Grimm noch bei Heyne, Paul, Ktuge zu finden. Weigand ist der einzige, der ihn bucht. Ein Rechtswort ist er bei uns zwar nicht, aber sonst wie geläufig, rote allbekannt! Was ist er in England, was ivard er bei uns? Im Strafverfahren Englands ist er nichts anderes als ein Verbrecher, als der Mitschuldige eines Verbrechens, der durch die Aussicht auf Begnadigung sich als Zeuge gegen seins Genossen gebrauchen läßt. Der ihn dazu gebraucht, ist'der Ankläger, der Amvalt des Staates, die Krone, daher sein Name „Zeuge der Krone" (engt, king's evidence). Natürlich muß ein solcher Zeuge, vorausgesetzt, daß er die volle Wahrheit sagt, von größter, von entscheidender Bedeutung für die Sache, kürz der Hauptzeuge sein. Und „£> auptzeug e" ist denn auch die Bedeutung, die wir als einzige dem Worte zugrunde legen; an bett Verbrecher, an die Krone denkt bei uns dabei niemand. S ö h n s (Hannover). Skat-Aufgabe. Beim Bierskat steht Vorhand bereits so hoch, daß jedes zu ihrem Nachteil ausfallende Spiel für sie den Verlust der ganzen Partie bewirkt. Welches Spiel ivürde mit folgenden Karten am empfehlenswertesten fein, falls die Mitspieler passen? Mittelhand hat fünf Augen tveniger als Hinterhand. Auflösung cd Q Q l£> Q Q Q £> Q V <71 v? LOQ C> Q * + in nächster Nummer. Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Sieht jeder sein vergangnes Leben an, Bereut ein jeder etwas ganz gewiß: Der eine, was er alles hat getan, Ter andre, was er alles unterließ. Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brtthl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,