MZ — nr. s- Ul Bit «n ffiMdSHBES ffrsuenlirbe. Roman von Horst Bodemer. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da fand die Komtesse die Sprache wieder. Hoch rich- kete sie sich auf und sah ihre mütterliche Freundin ruhig an. „Tante, Hans-Wilhelm steht am Scheidewege. Entweder wird er jetzt eüt Mann oder ein — Lump!" Da zuckten Frau von Moreths Lippen vor Schmerz. „Mer, Kind, nicht wahr, du weißt nichts gar zu Schlimmes? Den Abschied braucht er doch nicht zu nehmen?" „Nein, Tante, vorläufig braucht er ihn nicht zu nehmen, auch bekommt er ihn nicht. Aber gut wäre es doch, er würde endlich solide und bliebe in Moreth." Ein Seufzer der Mutter ist die ganze Antwort. „Sieh mal an, Tante," fährt Eva fort, „hier hat er doch picht so viel Gelegenheiten, leichtsinnig zu fein. Freilich, gespielt wird überall, aber da erfahren wir's bald Und können über Hans-Wilhelm unsere Hände halten." Mit einem langen Blick sieht Frau von Moreth die Komtesse cm; langsam kommen ihr die Worte aus dem Munde. „Und was sagt Graf Norderoog dazu?" Da verläßt Ewa die Selbstbeherrschung. Die schlaflosen Nächte, die Auseinandersetzung mit dem Vater haben ihre Nerven stark mitgenommen. Sie wirft sich an die Brust der mit Sorgen überladenen Frau und weint sich aus. Und sie, die das hohe Evangelium der Frauenliebe kennt, streicht ihr mit zitternder Hand über das Haar, langsam lösen sich erst ein paar Tranen aus ihren Augen und rollen die vor Kummer abgezehrten Wangen hinab. Draußen im Wirtschaftshofe ruft die Glocke zu neuer Arbeit; es ist halb fünf, die Vesper vorüber. Die beiden Frauen blicken sich, an, sie verstehen sich — auch ohne Worte. „Schick' ihn morgen zu mir!" „Gewiß, Eva!" Hans-Wilhelm müßte ja mit Blindheit geschlagen sein, wenn er länger achtlos an solcher Perle vorbeilaufen wollte!" Nachdem die Komtesse die brennenden Augen mit kalten: Wasser gekühlt, fährt sie nach Hause, um als Tochter des Hauses ihren Verpflichtungen gegen Gras Norde- xoog nachzukommen. Während der Zug durch Wald und Feld raste, saß Hans-Wilhelm in der Ecke seines Abteils und brütet vor sich hin. Er dankte Gott, daß er den Raum mit keinem anderen Menschen teilen mußte. Seine Gedanken wirbelten wild durcheinander. Wenn die Mutter gelähmt war für ihr ganzes ferneres Leben, wenn —! Doch nein, so grausam konnte das Schicksal nicht sein, lebend würde er sie auf jeden Fall vorfinden! Ganz gewiß! Er versuchte es sich einzureden und wenn er im Augenblick glaubte, er wäre der Herr der trüben Gedanken geworden, da tauchten auch schon sofort wieder die fürchterlichen Zweifel auf. Alle zehn Minuten sah -er nach der Uhr. Wie die Zeit schlich,. Zum Rasendwerden war es! Ab und zu schlug ihm das Gewissen mit ganzer Kraft. Dann hielt er sich für einen erbärmlichen Kerl; bessern wollte er sich, ja, das hatte er sich schon in Spa gelobt, als er noch g«r nichts wußte von der Krankheit der Mutter. Leichtsinnig wie er war, fing er an sich einzureden, daß die guten Vorsätze bereits älteren Datums seien, daß denen ja auch die Tat folgen sollte; den Anfang hatte er ja auch schon in Spa gemacht, als er sich vorgenommen, nachdem er seine Verluste wieder gewonnen haben würde, mit diesem Leben zu brechen. Beerenburg hatte er's doch auch gesagt. Der war allerdings mit Spott und Hohn schnell bei der Hand gewesen, erbet als Kronzeugen konnte er ihn doch anfiihren. Ja, wer Nagte ihn denn eigentlich an? Kein Mensch, aber sein Gewissen. So klug war er doch, daß er das einsah. Und das üehagte ihm, nicht! Quatsch war es, sinnloser Quatsch! Gewaltsam versuchte er die „albernen Gedanken" zu bannen, aber sie kehrten zurück und pochten ohne Unterlaß an dem guten Ker!:, der trotz allein in Hans-Wilhelm von Moreth noch vorhanden war. Hm — es war ja richtig, was Beerenburg gesagt, die Gesellschaft, in der er sich in Spa bewegt hatte, war nicht die seine; Schiffbrüchige, die nach dem Strohhalm Glück griffen, um sich zu retten, ohne arbeiten zu wollen. Arbeiten? Ja, das tat er doch! Als Offizier dienen ist heutzutage keine Spielerei und das nrußte man ihm lassen, wenn er auch die Nacht durchgespielt hatte, saß er erst wieder im Sattel oder stand er in der Reitbashu, dann war er nichts weiter als pflichteifriger Soldat. Ihtb ihm schien, mehr Arbeit müsse ihn besser machen; der moralische Jammer fing an nachzulassen, seine Gedanken vertieften sich, unwillkürlich krampfte er die Hcnide zusammen. Wenn er jetzt ein Beil zirr Hand nehmen tonnte, Rock und Weste abwerfen, das Hemd öffnen dürfte, so daß die breite Brust freien Spielraum hätte — wie wohl wäre es ihm da! —i Einmal wieder, wie in seiner Kindheit Tagen, zuschlagen können, daß ihn: rechts und links die Splitter um die Ohren fliegen würden, sich die Poren öffneten, der Schweiß in Strömen herunterliefe — das würde ihm Befreiung bringen. Er wähnte, durch körperliche Arbeit müßte auch all der Unrat aus seinem Leibe, der seit Jahren um sein Herz und seine Sinne golxgt, er würde wieder mit freiem und ruhigem Blick in die Welt sehen lernen, denn sein Gewissen würde rein werden. Den Leute:: konnte er dann mit Fug und Recht Anrufen: „Bis zu dieser Stunde war ich ein Rohr, das im Wirwe schwankte; da. ich aus stieg auS dem Zuge, um meine kranke Mutter zu sehen, ward ich ein« 164 Wetterharte Eich« ;— ein Mann, ich, Haus-Wilhelm von Moreth! Es ist int Himmel mehr Freude Wer einen Sünder, der Buße tut, denn über neunundneunzig Gerechte! Wer von euch will richten über mich? Schätzt mich ein, wie ich seitdem bin und wer das nicht kann, darf nicht mein Richter sein! Der beste Wein war einst unklarer Most. Am Strom der Welt, da wird der Mensch geläutert, erst dann tritt der Charakter ganz zutage, und nochmals sag id} euch: Was war, das war, was ist, wird fein, das betrachtet!" Da glaubte Hans-Wilhelm an seine Zukunft! Aber die Unruhe kam schnell ivieder über ihn. Wenn er nur wüßte, wie es um seine Mutter stand. Die Zeit hatte Erbarmen mit ihm, näher und- näher trug ihn der Zug der Heimat entgehn. Er mußte umsteigen. Furcht hatte ihn beschlichen, Onkel Releudorff würde womöglich hier auf dem Bahnhofe sein und ihm sagen: „Deine Mutter ist nicht mehr!" Niemand war zu entdecken, erleichtert atmete er auf. Aber nun ging ihm Onkel Relendorf durch den Kopf. Der hatte immer so eine Art, ihn abzukanzeln, deutlich verletzend, und doch ließ er sich nicht packen. Wie ein geprügelter Hund schlich er, ein Offizier, sich immer von ihm. Und Eva! Gut, daß er die antreffen würde, mit der konnte er reden, wie es ihnr ums Herz war, bei der würde er Verständnis finden! Ja, sein sollte sie werden, nachdem tzr morgen ihrem Vater die geborgten zwauzigtausend Mark samt den Zinsen zurückerstattet hatte! Noch dreiviertelstunden hatte er mit der Kleinbahn zu fahren, dann war er zu Hause. Bei jeder Station sah er aus dem Fenster, ob er nicht einen Bekannten erblickte, den er fragen konnte, wie es seiner Mutter gehe. Wie verhext war es — keiner tarn! Sonst war er den letzten Teil der Strecke eigentlich immer mit einem gefahren, mit dem er sich „aus-, quatschen" konnte. Endlich — Hans-Wilhelm hatte sich weit aus dem Fenster hinausgebeugt — sah er in der Ferne den kleinen Bahnhof aus roten Ziegelsteinen auftauchen. Von, dort fuhr er eine halbe Stunde mit dein Wagen und, auf dem Bahnsteig — ja, sah er denn recht? ■— stand seine Mutter und winkte mit dem Taschentuche. Im Moment war er wie vor den Kopf geschlagen, dann stieg ihm ein bitteres Gefühl auf. Dieser Beeren- hurg hat ihm einen Bollen aufgebunden, um ihn schleunigst nach Hause zu lotsen. Und er war in Spa so schön heim Gewinnen s^tvesen! Und dann die Angst, die namenlose Angst ous der ganzen Reisest Wie verweht waren glle guten Vorsätze. Man hatte ihn wie einen dummen Jungen hinters Licht geführt. „Hans-Wilhelm, willkommen in der Heimat! Er gab der Mutter einen Kuß. Da geht ein Fröstelit durch ihren Leib, sie sieht den Sohn nut starren Augen an. So küßt Kindesliebe nicht. „Was ist dir?" „Nichts, Mama, nichts." Seine Worte überstürzten sich, dann reichte er ihr den Arm und führte sie zum Wagen. Frau von Moreth sagt kein Wort mehr. Plötzlich fährt Hans-Wilhelm, der zusantmengesunken in einer Ecke gesessen hat, aus seinen Träumereien auf. „Denke nur, der Beerenburg, das Schaf, hat mir gesagt, du seist totkrank!" Da läßt die arme Frau den Kopf sinken; sie weiß genug. 7. Kapitel. Das Leben hatte Frau Moreth gelehrt, sich zu beherrschen. Heute fiel ihr das aber unsagbar schwer. Sie hatte sich die Heimkehr ihres Jungen anders gedacht. Ein ganzes Jahr war verstrichen, da sehitt sich doch ein Kind, und ist es auch zehnmal ein Mann geworden, nach Mutterliebe. Doppelt hatte sie sich auf Hans-Wilhelms Kommen gefreut, weil er so lange nicht um Geld geschrieben, sie war berechtigt gewesen zu dem Glauben, er sei vernünftig geworden. Und ttun? Stumm lehnte er in seiner Ecke mit gefurchter Stirn. Nach all den Aufregungen war der Rückschlag ge- konMen, er fühlte sich gewissermaßen enttäuscht. Die Mutter wär gesund. Er dankte Gott dafür. Wer daß ihn dieser Beerenburg gerade in dem Moment vom grünen Tisch weggeholt, als ihm das Glück lächelt«, war scheußliche Nicht einmal seinen Kameraden und Freunden brauchte jr das Geld abnehmen, nur unbekannten Leuten, die aus dem Spiel ein Geschäft machten und auch noch genug übrig hatten, wenn er ihnen eine halbe Mlllton wegholte. Da mahnte ihn aber doch das Gewissen. Mächte er denn nicht auch aus dem Spiel ein Geschäft? Er wollte den moralischen Katzenjammer von sich weisen, aber es gelang ihm nicht. Da kam eine sinnlose Wut über ihn, weil er sich ohnmächtig fühlte, gegen den guten Kern, der in ihm steckte, anzukämpfen. Er sah nicht einmal klar, nur das dumpfe Gefühl hatte er: mache es wie du willst, immer wird es verkehrt! Zuschlägen mußt du bei der ersten besten Gelegenheit und wenn es mit dem Beil auf einen Hackklotz ist! Das war es, körperliche Arbeit brauchte er, um seine Nerven wieder zur Ruhe zu bringen. Zufassen an allen Ecken und Enden, dann wollte er den Schmutz an seinen Händen segnen, der sollte seit: Herz rein scheuern von allem Unrat. Aber im nächsten Augenblick, sprangen seine Gedanken wieder auf den Spieltisch über. Das war ja alles gut und schön, hätte er sein Geld nicht leichtsinnig verplempert, so wäre jetzt die Stunde gekommen, in der er mit Freuden sagen konnte: „Nun adieu, geliebter Koller, an die Wand mit Küraß, Pallasch und Helm, jetzt werde iclji Krautjunker, wie es meine Ahnen waren. Das erhält gesund, macht den Blick frei, und wenn der König ruft, na, dann bin ich auch noch da, und werde ebenso, ohne! mit der Wimper zu, zucken, in den Tod reiten, wie es mein Vater getan!" Aber so? Als armer Kerl ftd} plagen und schinden und die Nerven mürbe reiben an den Aufregungen, ob! man zu den Terminen die Hypothekenzinsen zahlen kann? Nein, das ging nicht, nein, das hielte Haus-Wilhelm nicht aus, das war Sache seines Oberinspektors, des alten Drewel, da blieb er lieber weit weg vom Schuß und drillte Rekruten! lind doch ärgerte er sich über den Widerstreit. Konnte er denn nicht mehr klar denken? Spiel, Dienst, das Gut — wild wirbelte es in seinem Kopfe durcheinander. Und seine Mütter saß neben ihn: und schwieg. Er warf ihr einen Blick zu. Jünger war sie in diesem Jahre nicht geworden — im Gegenteil. Da sing doch sein Herz gewaltig an zu hämmern. Schon seit fünf Minuten fuhr man durch Morethsche Fluren, keinen Blijck hatte er auf das Erbe seiner Väter geworfen, und' da tauchte gerade aus dem Grün der Bäume das langgestreckte Herrenhaus und der Wirtschaftshof aus. Eine Fahne wehte im Winde. Wohl ihm zu Ehren? Da stieg ihm die Scham in di« Wangen. Hatte er gewuchert mit seinem Erbe? Nein, verschleudert, verspielt — und man flaggte, weil der Bankerotteur heim kam!" Da legte er die Hand auf die der Mutter. „Verzeih, Mama, ich bin kaput, es soll besser werden mit mir!" Da schluchzte die schwergeprüfte Frau auf. „Hans-Wilhelm, wenn ich das noch erlebte!" Der Wagen bog von der Landstraße ab, nach, der Lindenallee; die Wirtschaftsgebäude lagen vor seinen Augen. „O weh, die sehen böse aus!" „Der Winter hat sie arg mitgenommen." „Sie müssen aus gebessert werden." „Es fehlt an Geld, Hans-Wilhelm." „Morgen wird angefangen," ertoiberte er energisch. Die Mutter schwieg, sie dachte an die leere Kasse. Der Wagen hielt. Frau von Moreth begleitete ihren Sohn in ihr Zimmer. Der Park lag vor seinen Fenstern. „Alles hast du lieb nutz gut tote immer hergerichtet, Mama!" „Du kommst herunter zu mir, nicht wahr?" „Ja, das heißt — sagen wir in einer Stunde. Ich bin abgespannt von der langen Reise — na, so lang ist sie ja eigentlich nicht!" Seine Mutter sollte doch nicht wissen, woher er kam. „Aber 'ne Stunde wird doch vergehen, Bestelle das Essen auf halb neune. Die Sorge um dich hat mich aus dem Gleichgewicht gebracht. Wer dann bin ich, wieder int reinen mit mir." Stumm nickte die Mutter und ging. „So ein Mann hält doch rein gar nichts aus," dachtet sie, „meine Sorgen hätten Hans-Wilhelm längst erdrückt.^ Schnell wusch er sich und zog sich um. (Fortsetzung folgt.) 15b Die kritisierten. Won Ludwig Hirschfeld. S e l b st g e s p r ä ch d e s K r i t i k e r s, Mit jemand anderm als mit mir selber werde idji nämlich halb nicht mehr sprechen können. Denn ich bin so ziemlich der Einzige, den ich bisher noch nicht ungünstig und abfällig kritisiert habe. Die übrige Menschheit besteht für mich aus zwer Gruppen: Leute, die ich bereits kritisiert habe, und solche, die erst dran kommen, und mit beiden kann ich nicht aufrichtig und unbefangen sprechen. Natürlich, ich weiß schon, man soll die Sache und die Person auseinander halten. Es kann einer miserable Stücke schreiben und dabei ein reizender, seiner Mensch sein, gewiß — ich kenne sogar sehr viele reizende, feine Menschen. Aber das Nuseinanderhalten ist doch nicht so leicht. Ich bin zwar, immer dazu bereit und es macht mir gar' nichts, mit jemand nachmittags in herzlichem Gespräch über den Graben zu gehen und ihn pbends ebenso herzlich zu zerreißen. Aber die anderen, die Kritisierten, die sind nie so objektiv. Die halten niemals die Sache Nnd die Person, die Kritik und den Kritiker auseinander. Wer über sie künftig schreibt, ist ein gescheiter und lieber Kerl, und wer es nrcht tut, ist ein Schuft und ein Ignorant. So ost ein schlechtes Stück aufgeführt wird, heißt es nachher, daß ich nichts perstehe und ein gehässiger, mißgünstiger Bursche sei. Dabei hin ich persönlich ein so sanfter, ruhiger und gutmütiger Mensch Und die Leute, die mich kennen lernen, sagen mir immer: „Ich hab' Sie mir ganz anders vorgestellt, viel älter, mit einem langen, grauen Bart, überhaupt als einen ekelhaften Kerl. . ." Nein, es ist durchaus kein Vergnügen, ein Kritiker zu sein. Sich geängstigt in einem Milieu von lauter Kritisierten zu bewegen, nie zu wissen, ob man erbitterte Freunde oder herzliche Feinde bat. Denn das wechselt ja fortwährend, und meine einzige bescheidene Freude ist es noch, diesen Wechsel zu beobachten, das Verhalten der Kritisierten vor und nach der Premiere, vor und nach der Kritik, wie sie aus glühenden Bewunderern zu eisigen Beleidigten werden und umgekehrt. Das ganze Auf und Nieder von Eintagsleidenschaften, die man nicht zu ernst nehmen darf, und die immer ein bißchen übertrieben und unecht sind, wie alles, >vas zum Theater gehört. , > Auch unter den Kritisierten gibts verschiedene Kategorien. 'Zum Beispiel der Direktor, der immer mit so wutverzerrte Liebens- ivürdigkeit grüßt. Wenn ich an die Abendkasse trete, mit der immerhin auffälligen Absicht, mir einen Sitz zu kaufen, läßt er mich abfangen und will mir die Karte umsonst (geben, und ich habe Mühe, mich dieser gewalttätigen Liebenswürdrgkeit zu erwehren. Dabei ist dieser Direktor sonst ein sehr heftiger Herr, der das Publikum in Ansprachen frozzelt und Mit Galeriebesuchern debattiert. In seinen Premieren schaut er mich immer von der Bühne so drohend an, daß ich jeden Moment glaube, er wird mir einige Grobheiten zurufen. Oder er beobachtet von seiner Loge aus die Kritiker, ob sie auch brav und ruhig sitzen, nicht schwätzen und sich über die Schwächen des Stückes unterhalten . . . Ein anderer Typus ist der Operettendirektor mit dem Gulaschakzent. Man kann schimpfen, wie man will: er ist immer von einer üvvigen Herzlichkeit, immer aus dem Sprung, einen zu umarmen. Wie das Schillersche Mädchen sträube ich mich in seinem^ehnichten Tantiemenarm gegen die verdächtige direktoriale Zärtlichkeit — vergebens: das Umarmen von Kritikern ist eines seiner eisernen Geschäftsprinzipien. Höchstens, daß er mir den klagenden Bor- Wurf macht: „Aber lieber Freund, warum schimpfen? Operett' ist doch fei’ Kunst. Wozu Kritik? Hob’ ich zweihundertfünfzig Menschen zu ernähren. . ." Es wird überhaupt fortwährend an mein Mitleid appelliert, an mein gutes Herz, das sich infolgedessen nach und nach völlig verhärtet hat. Im Lauf eines Premierenabends bringt man mir alle möglichen Milderungsgründe zu meinem Ecksitz: „Der Autor hat sich unlängst den Blinddarm operieren lassen — sein jüngstes Kind.hat Masern — er hat das Stück während der Flitterwochen geschrieben." Oder: „Was liegt Ihnen dran — loben Sie's. Lang’ geht so 'was ohnehin nicht. Es ist ja ein schwaches Stück, aber er weiß es selber." Oder: >,Er ist ein sehr ordentlicher braver Mensch" — dann ist es aber schon eilt sehr schlechtes Stück. . . Manche warnen rind drohen auch: „Warten Sie nur, bis von Ihnen ein Stück,herauskommt, da werden Sie schon sehen." Na, so werde ich.eben sehen. Anders verhalten sich wieder die Schauspieler, Die sind immer bestrickend und bezaubernd, die Herren wie die Damen, die überdies von der Bühne aus ihren verheißungsvoll leuchtenden Blick tief in den meinen versenken, so daß idji unfehlbar betört würde, wüßte ich nicht leider genau, daß sich dieser herrliche Blick ebenso tief in die Augen Meiner kritischen Kollegen versenkt. Im Eaföhaus begrüßt mich vor der Premiere die Operettengröße mit treuem, herzlichem Händedruck: „Wie gehts Ihnen, lieber Doktor? Sie schauen schlecht aus ■— Sie sollten wegfahren . . ." Aus der andern Ecke kommt aber einer und sagt: „Wie glänzend Sie ausschauen — und wie reizend Ihr letztes Feuilleton war . . ." Und ein Dritter streichelt meinen Otterkragen und sagt: „Was Sie für einen schönen Pelz habet: ..." , Am interessantesten benehmen sich aber doch die Autoren. Solange jemand nicht aufgcführt wird, kennt man ihn nicht. Dann kommt erst der wahre Mensch zum Vorschein. Berühmte Eklinge werden charmant, abgeklärte hochliterarische Geister volkstümlich und leutselig, Augenleidende werden sehend und Lümmel wohl- erzogen. . Man erlebt seine Wunder. Ich kenne sogar Autoren, dte sind in der einen Saison nett, in der andern arrogant, je nach pent, ob sie aufgeführt werden oder nicht. Diese Umwandlung fangt gewöhnlich vier bis sechs Wochen vor der Premiere an, wenn die ersten Notizen erscheinen. Der Autor sieht plötzlich gut, kann artig grüßen, hängt sich ein, wird mitteilsam, klagt über dte Proben, Über den dramatischen Beruf und warnt mich: „Bleiben Sie bei der Wiener Skizze . . ." Er begleitet mich bis.zur Tramwayhaltestelle, gibt mir Feuer, dramaturgische Winke uno Züge aus setnent Leben. Besonders arge Heuchler sagen: „Wenn Sie darüber schrieben — das wäre mir eigentlich am liebsten. Sie verstehen mich, Sie haben das nötige Feingefühl. . ." Auch die Gattin,, die Freundin, der Hausfreund blicken nett und wohlgefällig auf mtch, und ich habe ba immer so ein eigentümliches Gefühl, denn ich weiß, daß ich soviel Liebe und Vertrauen nicht verdiene — ich kenne mich. Und meistens behalte ich recht. Am Morgen nach der Premiere schaut die Welt plötzlich ganz anders aus. Der Autor von der Tramwayhaltestelle sieht mich wie durch einen dichten Nebel an: Wer bist du? Woher kenne ich dich nur? Gattin und Freundin machen bei meinem Anblick beleidigte, hoffärtige Damengesichter, und sogar der Hausfreund ist merklich abgekühlt. In der nächsten Premiere sitze ich verachtet und gemieden auf meinem Ecksitz, niemand kümmert sich um mein Aussehen, niemand lobt mein letztes Feuilleton, niemand streichelt meinen Otterkragen . . . Höchstens, daß ein sittlich Entrüsteter zu mir kommt und überlegen sagt: „Wenn man jemand persönlich kennt, schimpft man nicht so." Nein, es ist wirklich fein Vergnügen, Kritiker zu sein. Für mich wenigstens wird es von Tag zu Tag schwieriger. Es gibt doch heute überhaupt keinen Menschen, der nicht talentiert ist oder Beziehungen hat, der nicht Stücke schreibt, bearbeitet, übersetzt, verlegt, der nicht mit einem Autor, Schauspieler, Komponisten, Direktor oder Verleger verwandt oder befreundet ist. Auf allen Seiten diese Rücksichten und Empfindlichkeiten — das halte ich nicht aus, das irritiert mich. Für mich gibts nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich schimpfe so weiter, bann werbe ich mich bald mit allen Menschen verfeindet haben und mit keinem mehr grüßen. Ober ich andre meinen Ton, werde mild, nachsichtig, nett und gefällig, bann werde ich aus einmal beliebt fein und lauter gute intime Freunde haben — nein: ich schimpf’ doch lieber weiter . . . Der Tag des Eisernen Kreuzer. (10. März.) Am 10. März vor 100 Jahren, am Geburtstag der Königin Luise, wurde das schlichte Symbol dieser großen Zeit, das Kreuz aus Eisen, geschaffen. Der tiefe religiöse Grundzug der Bewegung fand seinen Ausdruck in diesem einzigen Ehrenschmuck des’ heiligen Krieges. Das schlichte Blechkreuz trug jeder ÜandwehrmÄnn auf der Mühe: das Kreuz aus Eisen sollte jeder, der es sich im Befreiungskampf errungen, stolz auf der Brust tragen. Bisher hatte es int preußischen Heer zwei Orbenszeichen gegeben, den Orden pour le nterite ausschließlich für die Offiziere, das Militärehren- zeichen ausschließlich für die Mannschaften bestimmt. Für das neu zu schaffende „Volk in Waffen" durfte es nur noch einen Ehrenschmuck geben, bett Scharnhorst bett „Verdienst - Orden" nannt; nicht bei Truppenschau und Prunkfestlichkeiten sollte er verliehen werden, wie die früheren Orden, sondern allein für eine ausgezeichnete Tat im Kampf gegen bett Feind. Nachdem nunmehr das Volksheer begründet war, säumte der König nicht, auch diesen bisher auf dem Papier gebliebenen Plan zur Wirklichkeit zu machen. Das Vorbild des schwarzen Kreuzes auf weißem Mantel, das die preußischen Ordeitsritter als ihr heiliges Zeichen so ruhmvoll verteidigt hatten, möchte bei der Stiftung dieses neuen „deutschen Kreuzes" vorschweben. Der Anstoß zur Stiftung ging von Friedrich Wilhelm selbst ans. „Ich habe," erzählt Boyen, „den eigenhändigen ersten Entwurf des Königs sowie die von ihm mit Bleistift entworfene Zeichnung selbst in Händen gehabt. Es war dies in jeder Hinsicht ein glücklicher Gedanke: die Eigentümlichkeit des gewählten Zeichens, welches von allen bisherigen Dekorationen abwich, das Metall, ans den: es bestand, und das zugleich als Symbol der Zeit dienen konnte, die Form, die an die deutschen Ritter in Preußen erinnerte, vor allem aber das gleiche Anrecht des Soldaten wie des Generals gaben diesem Schmuck einen großen Wert und erzeugten bei dem allgemeinen Wunsch, ihn zu erwerben, mehr als eine kühne Tat." Mag die erste Skizze des Kreuzes, die sein ungefähres Aussehen feststellte, vom Kömg selbst oder nach seinen Angaben von den: Kriegsrat iEinsiebel, wie andere Quellen berichten, entworfen worden fein, feine eigentliche einfach edle Gestaltung erhielt es von Künstlerhand : ber Entwurf wurde Sch: n- kel, dem genialen Meister, in dessen Kopf sich damals zugleich großartige monumentale Pläne zur Verherrlichung der Zeit formten, nach Berlin gesandt und von ihm in der allbekannten Form ausgesührt mit den drei Eichenblättern in der Mitte. Zum Stistungstage ward der 10. März, der Geburtstag der unvergeßlichen Königin Luise gewählt, ans deren „Tränen die Saaten des Völkersrühlings so herrlich aufsproßten". Tie Verordnung über die Stiftung wurde zugleich mit dem Aufruf „An me:n Volk am 20. März in den Zeitungen veröffentlicht. „In der jetzigen 156 Ehre geblieben, lottten an den Kirchen eingegraben .....। rti«infi-t.«.«♦ tmS'.tvtS/ivä* gesordert hatte. großen Katastrophe," heißt es da, ,,von welcher für das Vaterland alles abhängt, verdient der kräftige Sinn, der die Natron so hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Monumente geehrt und verewigt zu werden . . . Wir haben daher beschloffen, das Verdienst, welches in denr jetzt ausbrechenden Kriege entweder rm wirklichen Kampfe mit dem Feinde oder außerdem im Felde oder daheim, jedoch in Beziehung auf diesen großen Kampf um Freiheit und Selbständigkeit, erworben wird, besonders auszuzeichnen und diese eigentrmiliche Auszeichnung nach diesem Kriege nicht weiter zu verleihen “ Mit der Verleihung des Kreuzes, das in zwei Klaffen und einem GroMreuz — für Blücher wurde ein besonderes, da» sog. Blücherkrenz geschaffen — gegliedert war, wurden durch eine spawre Verfügung iwch neue Ehrungen verbunden. Me Namen der also Ausgezeichneten, die auf dem Felde der Ehre gÄlieben, >ollten an erster Stelle auf Gedächtnistafeln in den Kirchen elNgLgraben werden: bei der Totenfeier wurden sie voM Geistlichen besonders erivähnt Und anch ihre Hinterbliebenen noch geehrt, wie es bereits Grolmänn mit mächtigen Worten in seinem Vorschlag von 1»O < Wie Semchmitte! vergiftet werden. Koffeinfreien Kaffee und nikotinfreie Zigarren sieht man heutzutage oft angepriesen. Der richtige Kasfeetrinler, .tote, der eingefleischte Raucher, betrachten diese Erzeugnisse mit einem ge- Ivissen Mißtrauen, weil sie die Befürchtung hegen, mit dem Koffern und dem Nikotin, den schädlichen Stoffen, seien dem Kaffee, dem Tabak, oder um was für Genußmittel es sich ,sonst handelt, auch die angenehmen Aronrastoffe entzogen Daß dies ledoch> rncht richtig ist, zeigt ein fesselnder Aufsatz des, Wiener Chemikers Dr. Viktor Grafe, in den „Naturwissenschaften", der sich mit der „Gewinnung uird Entfernung von Naturstoffen durch Aufschließen beschäftigt. Unter Aufschließen versteht der Chemiker die Verdrängung schwächere Verbindungen durch stärkere, und des Ausschließens bedient er sich auch, unt Gennßmittel zu entgiften. Beim, Kaffee ist dies schon ziemlich weit geglückt, ohne daß zugleich mit dem Giftstoff aroma- und geschinackgebende Stoffe entfernt werden. Dem Bremer K. Wimmer ist es gelungen, die Allkaloide des Kaffees zu beseitigen, obwohl sie fest an deren Stoffe gebunden sind. Wimmer ist auf den Gedanken gekommen, das Rohmaterial der Aufschließung zu unterwerfen. In der Kaffeebohne ist der gesamte Koffeingehalt an Chlorogensäure gebunden. Behandelt man die Bohnen mit gespanntem Wasserdampf, so wird diese Verbindung zum großen Teile gelöst; das, befreite Koffein wird dann durch reines Benzol zum größten Teile ausgezogen, und dann wird das Benzol durch Wasserdampf weggeblasen. Der Koffein^ehalt wird durch dieses Verfahren um 1,4 auf 0,1 Prozent, eine Physiologisch ganz harmlose Menge, erniedrigt, gleichzeitig entfernt das Benzol Fett und Wachs, und schließlich lockert die Wasserdampf- behandlung auch die Zellen auf, wodurch die Heinizellulosen, die die Ausgangsstoffe für gewisse Röststoffe bilden, gelöst werden. In den Röststoffen, den beim Rösten entstehenden aromatischen Substanzen, die beim Aufguß das Aroma bilden helfen, steckt nach der Ansicht mancher Forscher ebensoviel Schädliches, wie in denr Koffein. Diese Röststoffe, die unter dem Namen Kaffeol zusammengefaßt werden, hat Dr. Grafe selbst untersucht. Etwa die Hälfte des Kaffeols wird von Furfuralkohol gebildet, daneben ist Vale- riansüure, Essigsäure und eine stickstoffhaltige, aromagebende Substanz vorhanden. Der Wasserdampfprozeß beseitigt nun, wie Grafe gefunden hat, auch eine große Menge des Furfuralkotzols. Neuerdings befreit man auch den Dee von seinem, als schädlich betrachteten Allkaloid, dem Koffein. Hierbei ist Has Verfahren der Entgiftung bedeutend einfacher, als bei Kaffee, denn man zieht zunächst die aromagebenden Stoffe aus, entfernt dann das Koffein durch geeignete Lösungsmittel und setzt die aromagebenden Stoffe wieder hinzu. Bei der Entgiftung der Tabaksblätter standen die Chemiker vor einem schwierigen Problem. In ihnen ist das Nikotin an Apfelsäure, Zitronensäure, Oxalsäure und andere organische Säuren gebunden vorhanden, daneben sind in den Blättern Tabakharze vorhanden, die für den Geschmack des Genußmittels wichtig sind. Fast alle Nikotinlösungsmittel, die man versucht hat, entfernen nun auch die anderen wertvollen Stoffe. Diesen Uebelstand vermeidet ein Aufschließungsverfahren von A. Falk. Nach diesem Verfahern wird das Nikotin, eine schwache Base, durch AMnioniak aus ihrer Verbindung ausgetrieben, und diese Austreibung besorgt der Ammoniak, der schon vorher beim Fvr- nrentieren des Tabakblattes gebildet ist. Tas Falksche Entgif- tunasverfahren kann an fertigen Zigarren vorgenommen werden, die in geeigneten Behältern auf 195 Grad erhitzt werden. Hierbei entweicht Nikotin, Ammoniak und Wasser. Die so entgifteten Zigarren sind dann vollkommen ausgetrocknet, so daß sie wieder künstlich mit dem nötigen Feuchtigkeitsgehalte versehen iverden muffen. Nach Grases Analysen vermindert sich der Nikotingehalt um 30 bis 45 Prozent und selbst gewiegte Raucher können die so entgifteten Zigarren nicht von gewöhnlichen Zigarren unterscheiden. VesmisÄtter. * Deutsche Zeitungen im Auslände. Ein sichtbares Zeichen für die weithin reichende Geltung innerer Sprache sind di« deutschen Zeitungen im Auslande. Daß es außerhalb des Deutschen Reiches im geschlossenen deutschen Sprachgebiete von Mitteleuropa — also in Oesterreich, in der Schweiz und in Luxemburg — Hunderte von deutschen Zeitungen gibt, wird niemand wundern, viele Leser dieses Blattes iverden aber mit sreudigem Erstaunen lesen, daß sich das D en ts cht um in der Zerstreuung, in bet Fremde — gut deutsch: in der Diaspora — eine Menge zum Teil hochansehnlicher Zeitungen geschaffen hat. Obenan stehen die Vereinigten Staaten mit mehr als 700 deutschen Zeitungen, die vor allem in den Staaten Wiskonsin, Illinois, New York und Ohio ersmeinen. Wie anhänglich die Deutschen Brasiliens an ihre Muttersprache lind, geht aus der großen Zahl der vornehmlich in Südbrasilien erscheiiienden deutschen Blätter hervor. 35 Zeitungen, von denen 10 aus Porto Allegre entsallen, Hellen den 400000 deutschen Bauern und Burgern Brasiliens ihr Volkstum wahren. Es spricht für die Bedeutung und für die Volkstreue der 20 000 Deutschen in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, daß sie zwei täglich erscheinende große Zeitungen deutscher Zunge haben. In Kanada halten die in den letzten Jahren gegründeten 11 deutschen Zeitungen bte aus dem Lande wohnenden deutschen Bauern in geistiger Verbindung mit der großen deutschen Sprachgemeinschaft. — Alter deutscher Sprachboden ist S i e b e n b ü r g e n. In den 17 deutschen Zeitungen und den 24 deutschen Jahresberichten, Jahrbüchern und Kalendern dieses Landes ivaltet Geist von unserem Geiste; ivir haben es hier zum Teil mit allen Kämpen für unsere Art und Sprache zu tun; denn die Hermannstädter Zeitung steht im 128’ und die Kronstädter Zeitung im 76. Jahrgang. Obgleich wir in dem zivischen Theiß, Donau und Maros gelegenen Banat keine einzige reiudeulsche Schule finden, erscheinen doch 26 deutsche Zeitungen dort. — In Rußland vehauplen unter den nicht- russischen Blättern die deutschen die erste Stelle mit 68. Wie ernst auch die Lage der Ballen ist, ihr Schrifttum ist ein lebendiger Zweig des unserigen; findet man doch in den Ostseeprovinzen 44 deutsche Zeitungen, und 14 deutsche gelehrte Gesellschaften geben 23 Monatsschriften, Jahrbücher und Sitzungsberichte heraus. Vor Jahren haben fränkische und schwäbische Siedler ode Landschaften des Kaukafus zu Stätten der Kultur gemacht, heute haben die Nachkommen dieser Siedler em eigenes Blatt, die Kaukasiiche Post. — Sogar das ferne Japan l>at zivei deutsche Zeitungen, obgleich dort noch nicht 1000 Deutsche ivohnen. Japaner geben eine »Zeitschrift für deutsche Sprache in Japan" heraus, die schon int 12. Jahrgange steht. In Yokohama erscheint seit zehn Jahren wöchentlich einmal die deiitsche Japan-Post; es haben auch einzelne wissenschaftliche japanische Zeitschriften einen besonderen deutschen Teil. — 9!ur wenige Kulturländer haben gar keine deutsche Zeitung, ivie z. B. Spanien, Portugal, Norivegen. — Wenn auch solch eine kurze Betrachtung wie die unsere nicht alle Länder der Welt berücksichtigen kann, sei doch noch erwähnt, daß England 5 deutsche Zeitungen hat, Australien 4, Chile 3, Rumänien, Deutsch-Ostafrika, Britisch-Südairika je 2 imb Italien, Frankreich, die Türkei, Teutsch-Südivestafrika je 1. Sie alle tragen ihr Teil baztl bei, itnserer Sprache die Stellung einer W elt- sprache zu erhalten, und ui diesem Sinne wünschen wir ihnen allen ein fröhliches Glückauf! M. Ran (Zwickau). Aömgspromenade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — rote der König aus dem Schach» breit — stets von einem Feld aus atif ein benachbartes übergefct glücke be ich er der sie ich drücke näher kenne sturm einst besser kenne die sie sie ich ich sprach ich sie sonne da reis der kenne weit lacht ich sie sprach die beim pflücke zer Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Armemm — Rossini — Neapel — Obelisk — ImSnnec — Nelawar« — Borneo; A r nold B o e ck l i n. Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«!