zSSeS SM <3fe Die Msmmenzeichrn rauchen. Roman aus dein Jjahre 1813 von Miaix Karl Böttcher-Chemnitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Tempel stand stumm und sah zu Boden. Er hatte die Zähne so fest auf die Lippe gepreßt, daß daraus das Blut Wer seinen Bart rieselte. Die Arme hatte er lang nach unten gestreckt und die Hände tute zum Gebet verschlungen. Linthardt stand neben ihm, bleich und blaß, und zitterte ein wenig. Aber seine Augen glühten, und sein Atem flog wie im Fieber; nach geraumer Zeit wandte sich der Pfarrer zu Linthardt urib faßte dessen beide Hände und sah ihm in die Augen, und ein Erkennen schien über ihn zu kommen. Der Tod, der ihn in Augenblicken ereilen mußte, schien ihn zum Hellseher gemacht zu haben. Er sagte zu Linthardt: „Tut, was Euch im Sinne steht. Ihr könnt jetzt Euern Namen noch rein waschen!" Da rief laut die Stimme des Adjutanten: „Herr Oberst, die Frist ist abgelaufen!" Lehaire trat zum Pfarrer und sagte kalt: „Ihr habt Euch besonnen, ich weiß es, ich kenne die Menschenssele. Die Angst vor dem Tode hat schön andere Menschen klein gekriegt!" Da sah der Pfarrer den Obersten mit einem unsäglich verächtlichen Blick an. Von seiner Höhe blickte er auf den kleinen giftigen Mann wie auf einen Wicht, dann sagte er schlicht: „Ihr scheint nur wenig oder keine wahrhaft großen Seelen kennen gelernt zu haben!" „Ha, große Menschen gibt es überhaupt nicht, höchstens verdient unser Kaiser die Bezeichnung. Doch, wir sind nicht hier, um zu philosophieren. Also führen Sie uns, wie ich es vorhin verlangte?" „Nein!" „Er stirbt!" — Wie scharfe Messer, so schneidend klang der Befehl. Pfarrer Tempel hob die Arme, als wollte er bitten. Eine Sekunde wurden seine Gesichtszüge weich, und sein Auge blickte flehend. Das ivar der Augenblick, wo er seiner Kinder gedachte und seines Weibes. Doch das ging schnell vorüber. Der Adjutant faßte ihn sanft am Arm und führte ihn zehn Schritt fort aus dem Kreise der Offiziere. Die Grenadiere traten vor und bis auf vier Schritt vor Tempel hin. Da sprang Linthardt vor und schrie auf: „Er muß leben, Herr Oberst, — er ist der Edelsten einer! Ich führe Sie nach Tiefenbach!" Mer der Oberst sagte kurz: „Das tun Sie ohnehin. Er stirbt!" Da schlug Linthardt die Hände vor sein Gesicht und wandte sich ab. Und Pfarrer Tempel hob die Arme ein wenig und betete: „Herr, schütze alle, die meiner noch bedürfen !" — Da krachten die Schüsse, nicht alle gleichzeitig sondern, ungeschickt abgefeuert, dicht hintereinander. Di« Kraft der Kugeln aus so dichter Nähe war so groß, daß der Pfarrer sich um sich selbst drehte und dann dumpf niederfiel. — Kein Zucken mehr, — kein Röcheln, er war tot. — Die Grenadiere traten zurück rind wischten sich das Blut von Gesicht und Montur, das ihnen warm aus dem Körper deS Ermordeten entgegengespritzt war. Im Kreise der Offiziere herrschte wohl eine Minute eisiges Schweigen. Dann gingen etliche fluchend davon, andere wischten sich den Schweiß von der Stirn, einer deckte die Hand vor die Augen. Ein Oberleutnant stand in Sinnen versunken und stierte zu Boden, als schäme er sich dieses Mordes — und waren doch alle harte Männer, die dem Tode schon hundertmal ins Auge gesehen hatten. Doch Lehaire befahl: „Gebt stillen Alarm, wir marschieren weiter!" Man brachte die Pferde, die die Offiziere bestiegen. Der Oberst rief: „Wo ist der Preuß, der Junker? Er mag an meiner Seite gehen!" Der Adjutant rüttelte Linthardt am Arm: „Junker, führt uns!" Linthardt erwachte wie aus einem Traum. Er blickte sich um und sah am Boden etwas -liegen, — sah aus, wie ein Mensch. — Das brachte ihn zur Besinnung. — Er ging hin und wollte dem Pfarrer die Augen zudrücken, aber er fand nur eine blutige, formlose Masse, zerrissen und zerfetzt, so hatten die zwölf Kugeln den Aermsten zerstückelt. Er trat zum Obersten und sagte: „Wir gehen zuerst in dieses Tal hinab!" Md doch lag dieses der Heeresstraßss von Tiefenbach entgegengesetzt. Er erschauerte über seine eigene Stimme. — Wer sprach das? — Wem war diese Stimme? — Hatte er selbst ge-, sprachen? War dieser spröde, harte Klang seinem Munde entsprungen? , „ . _ Sie schritten in das Tal. Der Mond hatte fern Angesicht verhüllt, als trauere er um den Toten, der da droben stumm im Felde lag. „Ist das der nächste Weg?" fragte der Oberst mißtrauisch. , „Kein kürzerer führt zum Ziel!" erwiderte Linthardt, und jetzt schien es, als klänge eine wilde Fröhlichkeit aus seiner Stimme. Er blickte beim schwachen Lichte der wenigen Fackeln nach rechts und links. Ja, er ging richtig, wohin er wollte. Die Straße, auf die er den Feind führen sollte, lag weit links seitwärts, sie marschierten also beinahe in entgegengesetzter Richtung. Und immer näher, immer näher kamen sie dem Heidemoor. Dem Obersten ging das Marschieren zu langsam, auch schien ihn zu frösteln. Er schenkelte sein Tier zu leichtem Trabe, und Linthardt mußte scharf nebenher rennen. Und immer näher, limmer näher kamen sie dem Heidemoor. Hinter ihnen aber zog sich' den Hang herab eine lange, lange! Mcnschenschlange. Wie das klirrte und klang in stiller Nacht! Die dumpfen Schritte, die die Erdschollen trafen, em leiser 418 Fluch, wenn einer strauchelte, das Schnauben eines Rosses, ein Kommandoruf, — schauerlich hallte alles in dieser sternenlosen Finsternis. — Und droben lug! ein Toter im Felde, und in der Heimat schliefen friedlich die Seinen. Da gedachte Linthardt Kornettes, und sein Herz krampfte sich zusammen, und er mußte einen Augenblick halten. Mer der Oberst rief ihm barsch zu: „Zum Ausruhen ist nicht Zeit! Schneller, schneller!" Und der Rastlose spornte sein Pferd und sprengte voran, und Linthardt und die andern folgten. Du war es ihm, als ob von vorn ein schwacher Schrei ertönt wäre. — Nein, ein Käuzchen im Busche wird es gewesen sein. — Nun rannten sie im Laufschritt vom Schollen«, felde auf die grüne Wiese mit langem, saftigem Grase. Da wich ihnen der Boden unter den Füßen toie weicher Brei, und schwarze, schlammige Arme umfaßten sie und zogen sie in die Tiefe, und das Moor fraß sie aus. Als Linthardt versank, da hatte er nur einen Gedanken: „Nun bin ich wie Werner und Etzinger und alle die andern, und der Pfarrer ist gerächt!" Und jetzt Hub ein Würgen und Balgen an und ein Schreien und Jammern. Die Franzosen wateten und krampften mit den Händen in der Lust und umschlangen sich gegenseitig und traten aufeinander, um am andern wieder hochzukommen, und sie bissen in ihter Todesangst den Kameraden, der sie umklammerte, um sich loszumachen, und würgten sich und schlugen mit der Waffe um sich, aber das grausige schwarze Moor verschluckte sie doch. Die sich am Rande sperrten, in das tückische Gras zu treten, wurden von hinten gedrängt und geschoben und mußten hinein, und immer mehr kamen mit Ungestüm; denn die das Schreien und Wüten hörten, meinten, es seien Feinde aufgetaucht, und es gäbe Kampf, und sie wurden von den Offizieren vorgetrieben und mußten auch in den unerbittlichen Tod! — Solch eine Nacht! Wohl hundert versanken im unergründlichen Schlick, ehe endlich die lange Menschenkette! zum Halten gebracht wurde. Da sprengte der Oberstleutnant herbei und fragte nach dem Obersten, aber der war stumm und tot, wie jener droben am Feldrain. Und er ries nach dem Preußen, dem Junker, der sie geführt hatte. Auch der lag leblos im Moore. 11. Teil. Am andern Morgen klang ein hundertfaches Wehe durch Heidehorst. „Pfarrer Tempel ist verschwunden!" tönte die Kunde von Haus zu Haus. Die Invaliden waren die letzten, die ihn gesehen hatten, doch auch sie wußten nicht, wohin er von jener Margareteninfel am Buschsaume gegangen war, keiner hatte sich nach ihm umgedreht. Der Schultheiß ging in das Schloß, um nach ihm zu forschen, nnd alle Dörfler machten sich auf, die umliegenden Wälder und Fluren nach ihm abzusuchen. Ein Bote ritt in die Stadt auf das Kreisamt, um dort das rätselhafte Verschwinden des geliebten Seelsorgers zu melden. Dem alten Freiherrn von Altenlohe hatte man bisher das Unglück noch verschwiegen. Als sich der Schultheiß bei Frau von Bourgee melden ließ, kam ihm Toinette mit verweinten Augen entgegen. Sie war am—frühen Morgen nach dem Zimmer Linthardts gegangen, um ihn zu bitten, mit zur Mutter zu gehen, dieser ihre Liebe zu gestehen. Aber sie sand das Zimmer leer und das Bett unberührt. Da fiel ein jäher Schreck in ihre Seele. Sollte der Pfarrer durch, seine Unterredung mit dem Junker den Geliebten doch noch, veranlaßt haben, das Schloß zu verlassen und sich den Freiheitskämpfern anzuschließen?! Sie kehrte zur Mutter zurück und gestand ihr ihre heiße Liebe zu Linthardt. Die alte Dame geriet darüber in so unmäßgen Zorn, daß es wohl zu einem tiefen Riß zwischen ihr und der Tochter gekommen wäre, wenn nicht eben gerade der Schultheiß sich hätte melden lassen. „Verzeihen Sie, Fräulein, ich bitte um eine Auskunft!" „Wegen des Erbjuukers Linthardt von Altenlohe?" „Nein, wegen unseres alten, geliebten Pfarrers Tempel!" Seine Stimme zitterte, und seine Augen wurden feucht. „Was ist mit dem Pfarrer?" fragte Toinette bestürzt. „Er ist nicht da, er ist nicht heimgekommen seit gestern abend!" „O Gott! O Gott!" „War er im Schloß?" „Ja, gegen neun Uhr. Er ging zu Linthardt von! Altenlohe und . . ." „Und wie lange blieb er dort?" „Ich weiß es nicht!" „Ich will zu Linthardt gehen, so schwer mir der Gang wird!" Aber Toinette hielt ihn zurück. „Auch Linthardt ist verschwunden; sie müssen gestern abend zusammen fortgegangen sein. Das Bett des Junkers ist unberührt!" „Der Pfarrer mit Linthardt fort?" schrie der Schultheiß bestürzt. „Wir wollen das Schloß durchsuchen, vielleicht ist ein Unglück geschehen!" antwortete Toinette. ~ Sie riefen Jules, der mußte mit den beiden riesigen Schlüsselbunden kommen, . und nun gingen sie durch die Säle und Zimmer, aber nirgends fand sich eine Spur. Da verließ der Schultheiß betrübt das Schloß und kehrte in das Dorf zurück. Unterdessen waren neue Schreckensnachrichten einge- troffen: Der Feind- war wieder in der Nähe. Man verbarg in höchster Eile alles, was man an Wertsachen hatte. Ein sieber- hastes Schaffen in jedem Haufe. Um die zehnte Stunde schritt ein kleiner Zug durch die Dorfstraße. Mit wuchtigen Schritten ,wie fie Männer haben, die schwer tragen, kauien sie daher. Und sie trugen eine Last. Auf einer Reisigbahre, mit Moos gepolstert, lag ihr toter Pfarrer. Zwei Mäntel deckten den entstellten Leib. Weit draußen, nicht fern vom Heidemoor, hatten sie ihn aus dem Felde gesunden, von Kugeln zerfetzt. Sie brachten noch andere Nachrichten mit, die Hiobsboten. Marodeure, plündernde Nachzügler der französischen Abteilung, die sich bis in die Nachbardörfer geschleppt hatten, erzählten von den grausigen Ereignissen der vergangenen Nacht, von der unblutigen Schlacht, die doch viele Tote gefordert hatte: Wie zwei Männer dem Obersten Lehaire zugeführt worden seien, wie der eine sich geweigert, den Wegführer zu machen, wie er mannhaft den Tod erlitten, und wie dann der andere, der jüngere, die Feinde mit Absicht in den Sumpf geführt habe, in dem er selbst mit erstickt sei. Der eine >var den Pfarrer, aber der andere? Wer konnte es sein? Sie trugen den Leichnam nicht in das Pfarrhaus. Uumöglich konnte die Pfarrerin den entstellten Körper ihres Gatten sehen. Im Schultheißenauck setzten sie die Bahre nieder und erfuhren, wer der andere gewesen war. Wie ein Lauffeuer flog die Kunde durch den Ort: Pfarrer Tem-, pel ist tot, und der Erbjuuker Linthardt ist tot, und beide starben als Helden. Boten eilten zum Schreiner, um einen Sarg für den Pfarrer zu holen, noch ehe jemand seinen Leichnam geseheu hatte. Aber solch großen Sarg hatte Etzinger nicht vorrätig, und so nahm man aus der mühsam gesäuberten Kirche — an ihren Aufbau war jetzt doch nicht zu denken — das Altartuch und umschlang damit beit Körper des Entseeltem Dann legte man ihn auf grünes Reis und auf weiches Mdos. Kinder brachten Arme voll Wiesenblumen, die schüttete man über ihn aus und setzte brennende Lichte zu seinen Häup- ten und Füßen. Der Schultheiß ging zur Pfarrerssrau, die in Aengsten daheim aus ihren Gatten wartete und noch nichts von dein großen Weh wußte. Ein tiefes Trauern war im ganzen Torst, ein Trauern toie um einen König. Der alte Freiherr nahm auch diese Kunde mit seiner stillen, stummen Ergebenheit aus; als aber die Burschen kamen, die von den Marodeuren gehört hatten, toie Linthardt seine Ehre toiederhcrgestellt, toie er hundert der Feinde getötet und selbst mit in den Tod gezogen, da richtete er sich^aus und sagte: „Nun bin ich wieder ein Altenlohe!" Mit diesen Worten sank er hintenüber, legte int Fallen seine Hände auf Giselas Haupt und flüsterte: „Nun bist du allein, Kind!" Dann war er dahin. Drei Tote im Dörslein: zwei, die den Dörflern etwas gewesen waren, und einer, der ihnen hätte etwas werden sollen. (Fortsetzung folgt.) Dos Reisegepäck. Von Tr. jur. W. Brandls, Berlin-Lichterfelde. Bekanntlich unterscheidet die Eisenbahn zwischen Handgepäck und Reisegepäck. Für ersteres hat der Fahrgast selbst zu sorgen; die Eisenbahn haftet für Verlust oder Beschädigung nur, wenn ihr oder einem ihrer Bediensteten Verschulden nachgewiesen wiM z. B., wenn ein Schaffner rücksichtslos auf die Hutschachtel tritt ober das Gepäck ohne Grund in ein fremdes dlbteil bringt, oder 419 Wenn ein Eisenbahnunglück durch 'Fahrlässigkeit herbeigesührt wird. Mitgenommen werden können als Handgepäck alle leicht tragbaren Gegenstände, vorausgesetzt, daß, dadurch die Mitreisenden nicht belästigt werden, z. B. durch die Größe oder den Geruch pder fettiges oder stachliges Aeußere. Auch dürfen leine Zoll- oder Steuer- oder Polizeivorschriften entgegenstehen. Tie Eisenbahnverkehrsordnung verbietet besonders, gefährliche Gegenstände, z. Bl explodierende, ferner leicht entzündliche, ätzende und übelriechende Stosse mitzunehmen und verhängt über Zuwiderhandelnde eine bahnpölizeilich festgesetzte Strafe und macht sie außerdem für jeden entstandenen Schaden verantwortlich. Um die Beschaffenheit des Handgepäcks fcstzustcllen, sind die Bediensteten berechtigt, sich von der Beschaffenheit der mitgenommenen Gegenstände zu überzeugen. Zu den von der Mitnahme ausgeschlossenen gefährlichen Gegenständen gehören insbesoirdere geladene Schußwaffen; jedoch ist hier eine Ausnahme gemacht zugunsten der Begleiter von Gefangenen, wenn sie mit diesen in besonderem Abteil fahren. Polizeibcamte, Jäger, Schützen dürfen keine geladene Schußwaffe bei sich führen, wohl aber dürfen sie Handmunition (obwohl diese explosionsgefährlich ist) mitnehmen. Zur Unterbringung der mitgenommenen Gegenstände steht dem Reisenden in den ersten drei Wagenklassen lediglich der Raum über und unter seinem Sitzplatz zur Verfügung. 'Tie anderen Sitzplätze darf er nicht mit Handgepäck belegen; auch auf seinem eigenen Sitzplatz darf er cs' nur unterbringen, um, während er vorübergehend seinen Platz verläßt, denselben damit zu belegen. Es ist also niemand verpflichtet, zu dulden, daß ein anderer über oder- unter seinem Sitzplatz sein Handgepäck hinlegt. Wird einem Wunsche, das Gepäck zu entfernen, nicht entsprochen, so wird während der Fahrt der Schaffner oder Zugführer, während des Haltens auf einer Station der Aufsichtsbeamte (an der roten Mütze erkennbar) die Fortschafsung des Gepäcks anordnen. In die vierte Klasse darf jeder Reisende nur eine Traglast mit sich führen, die aber aus mehreren Stücken bestehen kann. Es dürfen Handwerkszeug, Tornister, Körbe, Säcke, Kiepen und ähnlicher Gegenstände mitgenommen werden, vorausgesetzt, daß sie ein einzelner Fußgänger zu tragen vermag. Mehr Gegenstände als einer tragen, kann, darf der Fahrgast nicht mitnehmen, auch wenn er mehrere Karten gelöst hat. Fahrräder dürfen in die Personenwagen überhaupt nicht mitgenommen werden, auch wenn sie zerlegt sind. Auch dasjenige Gepäck, welches jemand mit in den Schlafwagen nimmt, ist rechtlich Handgepäck. Ter Reisende muß es also selbst beaufsichtigen. Er schließt mit der Eisenbahngescll- schast einen Beförderungsvcrtrag und mit der Schlaswagengescll- schaft, deren Wagen die Eisenbahn auf ihrem Bahnkörper von ihrer Lokomotive mitnehmen laßt, einen Vertrag auf Benutzung eines Schlafwagens mit Bett, also einen Mietvertrag, ähnlich dem Vertrag auf Mietung eines möblierten Zimmers. So wenig der Vermieter eines solchen für Abhandenkommen der eilige« brachten .Sachen des Mieters haftet, ebensowenig die Schlaf- wagengesellschast. In beiden Fällen haftet der Vermieter nur, wenn ihm ein Verschulden nachgcwiesen wird. Wer ängstlich oder vorsichtig ist, wird sein mitgebrachtes Hab und Gut versichern müssen, wobei zu bedenken ist, daß auch die Bersicherüngsgesell- schast, ehe sie den angcmeldcten Schaden ersetzt, in der Regel den Beweis verlangt, daß man die angeblich verloren gegangenen Sachen auch wirklich in den Wagen hineingcbracht hat und sie später.verschwunden waren. Im Gegensatz zu -cm bisher erwähnten, nicht aufgegebenen Reisegepäck, steht das aufgcgebenc, indem die Eisenbahn sür dessen Abhandenkommen und Beschädigung die volle Haftung übernimmt, d. h. ohne daß der Reisende den Nachweis eines Verschuldens der Eisenbahnverwaltung oder ihrer Beamten oder Arbeiter zu führen braucht. Tie Eisenbahn haftet also^auch sür einen durch »einen Zufall entstandenen Verlust oder Schaden des Gepäcks. Sie verlangt, daß es durch die Verpackung in Koffern, Reisekörben, Hutschachteln, handlichen Kasten und dergleichen als Reisegepäck kenntlich ist, nimmt also keine großen Kisten oder Kommoden' oder dergleichen. Zugelassen sind aber: Fahr- und Rollstühle, die Kranke oder Gelähmte mit sich führen, ebenso Kinderwagen, Musikinstrumente in Futteralen oder Kasten, desgleichen Geräte von Artisten oder Schaustellern, auch Meßinstrumente bis zu 5 Metern Länge und handwerkzeug, Fahrräder, auch einsitzige Motorzweiräder, und Handschlitten bis zu vier Metern Länge, Warenproben in Musterkosfcrn, Markt-- und Hausiererwaren, jedoch nur in Personenzügen im Rahmen einer Tragelast. Mangelhaft verpacktes Gepäck kann die Eisenbahn zurückweisen oder mit einem entsprechenden Vermerk auf dem .Gepäckschein annehmen. Wird das Gepäck beschädigt und kann die Beschädigung eine Folge der mangelhaften Verpackung sein, so wird vermutet, daß es so sei. Reisegepäck soll spätestens 15 Minuten vor Abgang des Zuges aufgeliefert werden und wird nur gegen Vorlage der Fahrkarte angenommen. Will der Reisende die rechtzeitige Ankunft versichern, so muß dies spätestens eine halbe Stunde vor Abgang des Zuges geschehen. Die Gepäckfracht ist sofort bei der Aufgabe zu entrichten. Sie beträgt für Gepäck bis 25 Kilogramm (sogenannte Vorstufe) auf eine Entfernung von 50 Kilometern 20 Pfg., bis 300 Kilometer 50 Pfg. und bis 800 Kilometer 1 Mark. Bei- schwererem Gepäck ist der Tarif auf einem Frachtsatz von je 25 Pfg. füjr je 25 Kilogramm auf je 50 Kilometer Entfernung aufgebaut. . Die Fracht ermäßigt sich erheblich, wenn das Gepäck für „mehrere zusammengehörende" und nach einer Station reisende Personen auf einen Gepäckschein aufgegeben wird. Herausgabe des Gepäcks auf einer Zwischenstation zu fordern ist der Reisende nicht berechtigt. Ausgegeben wird es ihm am Bestimmungsort im Gepäckraum, bisher Expedition genannt. Hat eine kleine Station solchen Raum nicht, so erfolgt die Ausgabe am Packwagen des Zuges. Sic kann nach Ankunft des Zuges verlangt werden; der Gepäckschein ist zurückzugeben. Während 24 Stunden bewahrt die Eisenbahn das Gepäck unentgeltlich auf, Fahrzeuge nur zwei Stunden lang. Nach Ablauf dieser Stunden ist das tarifmäßige Lager- oder Standgeld zu entrichten; es beträgt sür jede auch nur angefangene 24 Stunden für jedes Stück 20 Pfg. Sollte das Gepäck ausnahmsweise noch nicht angekommen sein, so kann der Reisende verlangen, daß ihm auf dem Gepäckschein Tag und Stunde der Abforderung be- kanntgegebcn wird. Hat der Reisende den Gepäckschein verloren, so ist die Eisenbahn zur Herausgabe des Gepäcks nur verpflichtet, wenn er eine Berechtigung zum Empfang des bezeichneten Gepäckstücks glaubhaft macht. Hat ein anderer den Schein gesunden oder weggenommen und inzwischen das Gepäck, abgehvlt, so kann der Eigentümer sich nur an den ändern, nicht an die Eisenbahn halten. Für die Beförderung des Gepäcks aus dem Abteil und von dem Gepäckraum an die Droschke usw. sind auf größern Bahnhöfeitz Gepäckträger bestellt, welche im Dienste der Eisenbahn nur insoweit stehen, als es fidj um Beförderung des Gepäcks, sowohl des Reise- als auch des Handgepäcks', innerhalb des Bahnhofsbereichs handelt. Nur insoweit haftet die Eisenbahn für sie. Nur der Gepäckträger persönlich ist mir also haftbar, wenn er mein Gepäck in das Hotel oder aus den Droschkenhalteplatz außerhalb des Bahnhofs oder auf einen benachbarten Bahnhof bringt, der einer Kleinbahngesellschaft gehört. , _ „ r, Ist das Gepäck nach Ablauf von drei Tagen nach Ankunft des Zuges, zu dem es aufgegeben war, noch nicht angekommen, so gilt es für verloren und kann der Absender, wenn er binne'ü 14 Tagen nach der Ankunft des' betreffenden Zuges sich meldet, den Wertersatz beanspruchen. Die Eisenbahn ersetzt den vollen Wert oder wie das Gesetz sich ausdrückt, den „gemeinen" Wert oder Handels'wert. Für Gegenstände, die in beförderten Fahrzeugen belassen sind, haftet die Eisenbahn nur, wenn ihr .ein! Verschulden zur Last ffällt. . Tas Gepäck kann man vor oder nach der Reise einstweilen zur Aufbewahrung ans den Stationen bis auf die Tauer dort acht Tagen hinterlegen, länger nur auf ausdrücklichen Antrag des Aufgebers. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist tmrd das Gepäckstück als 'Fundsache behandelt. Auch bei Verlust oder M- schädigung der zur Aufbewahrung gegebenen Sachen ersetzen die Eisenbahnen den vollen Schaden, jedoch nur bis zum Hochstbetrag von 100 Mk. für das Stück. , r „ t ' Bei Reisen int Ausland ist es mir ausgefallen, daß dort in weit höherem Maße als bei uns die Fahrgäste ihr ganzes Gepäck in den. Netzen und, Weil diese nicht ausreichen, in den Gängen mit sich führen. Der Grund soll darin hegen,, daß dort' nicht in dem gleichen Maße wie bei uns mit dem pünkt-, lichcn Eintreffen des Gepäcks zu rechnen sei. Uarolme von Humboldt 'und Schillers Lotte. AuS seinen Urkunden über den Schiller-Humboldtschen Kreis teilt der Jenenser Literaturhistoriker Albert Lcitzmann int neuesten Hefte der Deutschen Rundschau einige unbekannte ^ugendbriese Karolinc von Humboldts mit. Es befinden sich darunter zwei an Schillers Lotte gerichtete, die ein fesselndes Bild der Freundschaft zwischen der Gattin des Dichters und der des Staatsmannes geben. Von den beiden Lengefelds wurde Lotte, die anfangs unter,chatzte, allmählich die vertrautere Freundin Karolinc von Humboldts, und die beiden Briefe Karolinens an .Lotte, die Lcitzmann mittetlt, sind voller Humor und Ausgelassenheit, aber auch voll wahrer und tiefer Empfindung. Der eine, am 16 .Juli 1790 geschrieben^ Brief an Schillers Lotte hat zum Teil die unglückliche Ehe^ihrer Schwester Karolinc von Beulwitz, deren Gatte mit dem Spitznamen Ursus bezeichnet wird, zum Gegenstände. Nach fun,- vicrtcljähriger Abwesenheit von seiner Gattin wurde er gerade wieder zurückerwartct. Ich kann, ich mag nicht gegen Karolinen reden" (so heißt es in Karolinc von Humboldts Briefe). „Wie könnte ich mir selbst gefallen, wenn ich ihr einen stillen Moment, einen tropfen des Lebensmutes nähme, den sie jetzt so sehr bedarf — o meine gute Lotte, es ist mir ein so großer Trost, daß Du mit ihr nebft — es ist mein einziger. Schreibe mir alles umständlich — die erste Eutrevue, wie sich Ursus nimmt, wie-Du Karolinen bei dem allem empfindest. . . O meine sanfte, gute Lotte, da Du selbst so zart fühlest, da Dein Schiller Deinen leisesten Empsindungen, allen Bewegungen Deiner Seele so sein und schön begegnet, da wirst Du doppelt fühlen, was unserer Karohne abgeht, was allein schon Ursus' Dasein stört — laß mich schweigen von so manchem anderen. — Wenn ich den Gefühlen eines weiblichen Herzens nachhänge, und denn empfinde, was Manner wie Schiller,, wie Wilheltn uns geben, was sic aus uns machen 420 * Ein Dickfelliger. Geschäftsführer (zu einem neu ctt Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen, muß Sie darauf aufmerksam machen, Papier auf dem Erdboden liegen sehen Dann ist ja der Herr Chef furchtbar gagicrten Boten): „Ich daß der Herr Chef kein kann." — Bote: kurzsichtig." Vermischtes. * Albanesen, Albaner oder Albanier? alba- nesisch oder albanisch? Das Volk, das den .Albanien" genannten Teil des Osmanischen Reiches bewohnt und sich selbst „Schkypetaren" (Söhne des Adlers, von Skype — Adlers?!) nennt, wurde von den Deutschen bis in die jüngste Zeit nur .Albanesen" genannt. Hierbei lehnte inan sich au das italienische Albanesi an, wie mau auch „Malteser, Veroneser, Genueser" sagt. Das entsprechende Eigenschaftswort Inntet „albanesisch". In neuerer Zeit, wo man das löbliche Bestreben hat, den Namen fremder Völker deutsche Endungen zu geben, tauchten in den Zeitungen die Wörter „Albaner" und „albanisch" auf. Hierzu mag der Umstand beigetragen haben, daß wir (schon seit längerer Zeit) „Japaner" sagen, und nicht mehr, wie scühcr, „Japanesen" (hier ist die Endung -ese englischen Ursprungs). Vielleicht spielte aber auch die Erinnerung an die „Albaner Berge" und den „Albaner See" bei Rom mit. Nun scheint es aber dem deutschen Sprachgefühl zu entsprechen, von Ländernamen, die aus ,,-nien" endigen, Völkernamen auf ,,-nier" zu bilden. So wird in den meisten, wenn auch nicht in allen Fällen (vgl. „Rumäne") vorgegangen. Wir haben eine Mengctzcher- artiger Völkernamen, die auf ,,-nier" endigen, so „Spanier, Sufta= Ionier, Aragonier, Bosnier, Mazedonier, Armenier, Abessinier" usw. Aus dem angeführten Grunde und damit eine Verwechslung mit dem Begriffe „Einwohner von Albano" vermieden werde, empfiehlt es sich, das eingangs erwähnte Volk „Albanier" nicht „Albaner" zu nennen. Tas entsprechende Eigenschastsivort lautet „albanisch". — Auch die auf dem Italienischen beruhenden Formen „Triestiuer, Dalmatiner, Montenegriner" lassen sich ungezwungen durch „Triester, Dalmatier, Montenegrer" ersetzen (vgl. „Kreter, Karthager"). Haumeder (Wien). Bilderrätsel. Auflösnng in nächster Nummer. Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer r Wenn ei» Liebes dir der Tod Aus den Augen sortgerückt, Such' es nicht im Morgenrot. Nicht im Stern, der abends blickt. Such' es nirgends früh und spät, Als im Herzen immerfort; Was man io geliebet, geht Nimmermehr aus diesem Ort. Justinus Körner. können, und dann an sie denke — ach Lotte, kann ich dann all» Ideen, die mir kommen, als Hirngespinste einer kranken Phantasie zurückweisen? Ich weiß, ihr Herz, ihre Liebe ruht selig unter uns — aber ich weiß auch duckch meine Lage, vielleicht noch mehr als Du, wie äußere unangenehme Verhältnisse, fremdere Wesen uns hindern in den schönen Gestalten unseres Geistes zu leben, uns einig herausreißen aus unserer blühenden Schöpfung in ihre Wüste, und wie wir Unter ihnen verlieren an regem, quellendem Leben, an Reichtum und Fülle des Geistes. Und nun Lotte, die Forderungen eines Menschen, der so wenig Delikatesse hat, wie Ursus. Forderungen an ein Gefühl, das das freieste in dem ganzen Reich der Empfindung ist — o Liebe, das ist nicht wenig. — Die erste,n Tage mit Ursus werden noch die erträglichsten fein durch die Zerstreuung der! äußeren Gegenstände, die in der Abwesenheit neu geworden sind, durch die Hoffnung, Karolinen nach seinem Sinn zu ihren Pflichten zurückzuführen, aber daun —i o möchte ich mich trügen, meine Geliebte, aber man trügt sich selten in Menschen wie Ursus. Sie gehen zu sehr den gewöhnlichen Schlendrian, als daß man sie nicht berechnen könnte. Ich halte es übrigens für sehr gut, wenn Karoline Mama einiges Licht gibt und ihr soviel sagt, als zu ihrem 'Frieden dient; es ist mit Ursus nicht daran HU gedenken, daß man Mama das Unangenehme ersparen könnte, und so wird es ihr leidlicher sein, wenn sie Karolinen sich ihr Vertrauen sichert. Du wirst in Deiner neuen Lage, bei Deinem Dasein Ursus etwas mehr die Stange bieten können, lieber gemeine Menschen haben äußere Verhältnisse Einfluß. . . Was macht Deine Gesundheit, Liebste? Schreib mirs ja gleich, wenn Dein Kränkeln etwas anderes vermuten ließe. Ich muß ja alles wissen. Ich möchte im Grunde, daß >es etwas anderes wäre. Ich kann mir doch nur eine weibliche Existenz recht schön irt mütterlichen Gefühlen denken. Unsere 9 Söhne — wie diese einzig schöne .Familie keinen Reiz für Dich hat, kann ich nicht begreifen. Ich lege Dir meine Tochter zu Füßen. Sie ist jetzt sehr garstig, sie haart sich, und da sieht sie abscheulich aus, aber bald wird ihre Verwandlung vollendet sein und sie wird in doppelter Schönheit hervorgehen. Gib doch von den Kindern der Infantin Clara Eugenia nicht alle dem Flußgotte des Manzanares. In meine künftige Wirtschaft muß ich einen Abkömmling von ihr haben. Wenn der Neffe nur Ursus nicht in sein Haus ließe und bisse ihn weg. Karl kommt alle Sonnabend zu mir und bleibt den Sonntag immer bei mir. Es ist ein wahrer Trost. Morgen kommt auch sein jüngster Bruder. Wilhelm erwarte ich Anfang August, doch das wirst Du aus feinen Briefen! gesehen haben. Ach, Liebe, eine selige Zeit wird es sein — kaum, daß ich sie erwarten kann. — Vor einem Jahre waren: wir nun in Lauchstedt, wie schöner ist Dein Leben seitdem geworden und wie entwickelt hat sich mein Schicksal. Nun nur I noch Karoline — o ewiger Verstand über uns, mögest Du das I lösen!" Einige Stellen dieses Briefes, wie auch einige des zweiten I sind ohne Schlüssel nicht verständlich. Die „Infantin Clara I Eugenia", genannt nach der Tochter Philipps II. in Schillers I Don Carlos und der „Neffe" waren Hunde des Schillerschest I und Lengefeldschen Hauses. Ter „Goldschatz" ist Dalberg, der I Ksadjuktor des Kurfürsten von Mainz, Lili ist Karoline von Beul- I Witz und der „Spanische Molch" der Sohn des Geheimrates von | Ketelhodt, Friedrich Wilhelm, der auch Lotten einst augeschwärmt I hatte. Ter zweite Brief, vom 3. November 1790 beginnt mit dem I Berichte über den Besuch, den Karoline von Humboldt in Rudol- j stadt ihrer Freundin Karoline abgestattet hatte. „Ich war den Sonntag krank, meine liebe Lolo (so heißt es da), [ sonst hättest Du schon mit der letzten Post einen Brief von mir I empfangen mit der Relation der Rudolstadter Reise. Ach, was waren I es ein paar schöne unbeschreibliche Tage; nicht minder weh, aber I minder verworren ist meine Seele, seit ich sie aussprach nn Lilis I Busen. — Wie lebte Tein Andenken unter uns, Du liebes trautes I Wesen. In Deinem kleinen Zimmerchen sprach mich alles so I freundlich an, alles trug Spuren Deiner Gegenwart. Die Aus- I sicht ist gar lieblich — könnte ich nur den Winter da zubringen! I Lili und mir würde besser werden. — Wie wir ankamen, empfing, uns der Ursus und Lili an der Tür. I Oben fanden wir den Onkel, den alten Ketelholdt und den spanischen I Molch. Ich mußte gleich mit dem Geheimenrat eine Partie Schach I spielen und es war mir lieb, daß ich sie gewann, weil er so vor- I laut war. Sie war so gütig, so zuvorkommend und liebreich, I das; ich auch auftaute. Im ganzen hat mir Mama sehr gut gefallen. Ich fand sie noch über meine Erwartung jung und wohlausseheud und mein alter Plan mit einem Liebesverhältnis zwischen ihr und Papa kam mir wieder in den Sinn. In der Tat weiß ich mir doch nichts lustigeres, als wenn Lili und ich die Korrespon-- denz führten. Aber es scheint nicht zu sangen. Warna hat Lilin gesagt, Papa gefiele ihr nicht besonders, und Papa findet die chsre mere zwar recht leidlich, aber einen tiefen Eindruck hat sie nicht auf sein Herz gemacht. Einen desto tieferen habe ich auf den spanischen Molch gemacht, gleich den ersten Abend würd' er so zärtlich, daß ich wohl merkte, die Funken glimmten tpied« unter der Asche aus, und nachher Mr er so assidu unb Uahm alle Gelegenheiten wahr, bei mir zu sitzen Und bergt. . . . Sprich doch nicht mehr vom Point saillant. Es ist so ungraziös und paßt sich nur in des Ursus Ansicht der Dinge. Bei uns heißt jetzt Schönheitsideen. Was Schiller davon zu Sillen gesagt Hail erzähl' ich Dir, aber ich schreibe es nicht. Vielleicht treibt Dich die Neugierde um einen Tag früher her und denn hab' ich schon viel gewonnen, lieber das Sujet der Kinder bin ich nicht Deinep Meinung. Ich wünsche sie mir außerordentlich, besonders Söhne. Aber ich nehme auch Mädchen, wenn nicht anders ist. Eine Frauenexistenz ist doch schön, wenn sie einem anderen gehört, und zu dem vollen, reinen, höchsten Glück des Mannes gehört doch ein. Weib. Sehr süß könnt' es mir doch fein, wenn mein Kind ein Dasein schöner machte. Erziehen werd' ich eigentlich meine Kinder _ nicht. Das sollen sie selbst und Dankbarkeit und kindliche Liebe dafür zu fordern, da,ß sie da sind, war mir immer eine lächerliche Idee. Nun Adieu, liebes Wesen. Ich muß noch an Bill schreiben. Gestern bekam ich sein Porträt. O, wie ich nun mit dem Bilde lebe ! — Die Phantasie lehnt sich doch so gern an den Sinn. Adieu, schreib bald. Mich verlangt nach einem Laut von Dir. Schiller umarm ich wie Dich meine Loko."