Montag, den 8. September ®6f uffiM »til '-n kjSlSgfgD «I M W W f E M Vom Pikkolo zum Millionär. Heitere Erzählung von Harry Nitsch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Es zeigte sich jetzt, was für ein guter Kern in dem schüchternen Jungen steckte. Erich wurde ehrgeizig, er wollte auch so ein gelehrter, vornehmer Kellner werden. Im innersten Herzen gestand er sich allerdings, daß er diesen Wunsch nur deshalb hegte, um Mila, seiner ersten „Hiebe", zu gefallen. Er hoffte, sie eher zu gewinnen, wenn sie sich auch mit ihm in den Sprachen, die ihr so geläufig waren, unterhalten konnte. Mila und Erich saßen jetzt jede Minute, die er bei seiner angestrengten Tätigkeit erübrigen konnte, zusammen und lehrten und lernten. Erich mit rotem Kopf und glühendem Eifer, er wollte seiner Lehrmeisterin durch Fleiß gefallen. Herr Wenzel sah dies wohl, aber er drückte ein Auge zu, denn die russischen Gäste ließen ein schönes Stück Geld bei ihm sitzen. Da konnte man schon ein klebriges tun und den Pikkolo zur Unterhaltung des kleinen Fräuleins opfern. Herr Wenzel hatte sich überhaupt in seinem früheren, etwas rohen Betragen gegen den Pikkolo geändert. Seitdem Erich mit den vornehmen russischen Gästen so intim verkehrte, war er in der Achtung seines Herrn und Meisters gestiegen. Der Hotelier war früher Hausdiener in einem kleinen Hotel in Zittau. Er hatte sich dabei ein hübsches Stück Geld zusammengespart, und als er seine Frau, die Zimmermädchen in demselben Hotel war, heiratete, kaufte er sich in Frohwinkel den „Goldenen Schwan" und avancierte vom Hausdiener zum Hotelbesitzer. „Klein aber mein", sagte Wenzel einst mit Stolz, als ihn die Stammgäste wegen des altertümlichen Baues mit den winkligen Treppen und Gängen neckten. Nach Art vieler solcher, aus kleinsten Verhältnissen ein- porgekommener Leute war der Hotelier gegen alle, die über ihm standen, kriechend höflich, gegen unter ihm Stehende oder von ihm Abhängige dagegen grob und brutal. Von ihm durfte man mit doppelter Bedeutung sagen: Er kann schimpfen wie ein Hausknecht. Die Russin — obgleich Frau Cernau ein gutes Fohwink- ler Kind war, sprach der Hotelier doch immer nur von „meinen Russinnen" — erschien ihm wie eine große, vornehme Dame; er behandelte sie auch danach. Ueberdies zahlte Frau Cernau anstandslos die mit Rücksicht auf das Gebotene manchmal wirklich unverschämt hohen Rechnungen; dies wob ihr bei dem, alle Menschen nur nach dem Geldsack taxierenden Hotelier eine goldene Gloriole. Ein Widerschein hiervon fiel auf Erich. Ein Pikkolo mit so vornehmem Umgang mußte doch ein wenig anders behandelt werden. Zum erstenmal, seit Erich Bei ihm in der Lehre war, betrachtete sich Herr Wenzel auch einmal das Aeußere seines Pikkolos. Die Musterung fiel sehr zu dessen Gunsten aus. Erich war tüchtig gewachsen und ein hübscher, schlanker Bursch geworden, dessen wunderschöne braune Augen gar treuherzig in die Welt blickten. Und als Herr Wenzel den schlanken Jungen so vor sich stehen sah, da kamen alte Zittauer Erinnerungen über ihn. Er gedachte der Zeit, als er noch in einem wirklichen, wenn auch kleinen Hotel angestellt war. Mit den Erinnerungen kam auch der Ehrgeiz. Er hatte vornehme Logiergäste, so vornehme, wie das „Lamm" in Zittau sie niemals gehabt, warum solle sein Haus hinter dem Zittauer zurückstehen! „Erich!" rief Herr Wenzel sehr laut und so unvermittelt, daß Erich heftig erschrak. „Geh' mal rüber zu Meister Müller", fuhr Wenzel fort, als Erich etwas ängstlich vor ihm stand, „er möchte sofort zu mir kommen und dir Maß nehmen. Er soll auch Tuchproben mitbringen. Na, marsch fort", setzte er hinzu, als Erich mit halbgeöffnetem Mund staunend und zweifelnd stehen blieb. Auf das barsche „marsch fort" verschwand Erich schleunigst hinter der Glastüre des Gastzimmers, doch nicht ohne vorher noch einen fragenden und zweifelnden Blick auf den Patron zu werfen. Der Schneider kam und diesmal knickte Erich vor freudigem Schreck wirklich in die Knie, als Herr Wenzel zu diesem sagte: „Messen Sie dem Jungen einen Frackanzug an. Und dann zeigen Sie mir Ihre Tuchmuster, lieber Meister, aber die billigsten." Nach einer Woche, in der Erich fleißig studiert hatte, trat der Pikkolo zum erstenmal der niedlichen Freundin im Frack gegenüber. Der Jüngling war halb schüchtern und verschämt, halb stolz und glücklich. Mila sah den schlanken Jungen erstaunt an, er erschien ihr erst so fremd, dann klatschte sie lustig in die Hände, sprang um ihn herum und rief lachend: „Wie du aussiehst, zu drollig! Als ob man dich in einen Sack gebunden hätte." Als Erich die Freundin statt bewundernd und staunend so spottlustig sah, wurde es ihm weh ums Herz. Der arme Junge wußte ja nichts, daß er in seinem neuen Frack, der auf Herrn Wenzels Geheiß auf „Zuwachs" berechnet und daher viel zu lang und zu weit war, eine mehr lächerliche als elegante Figur spielte. Als Mila das trostlose Gesicht des armen Jungen sah, regten sich in ihr Reue und Mitleid, sie machte Erich einen zierlichen Knicks, streckte ihm die Hand entgegen und sagte schelmisch: „Je suis mechante, je vous deman.de pardon, mon ami.“ Sie kicherte fröhlich, als Erichs trostloses Gesicht einen ungeschickten und hilflosen Ausdruck annahm und rief mit G.önnermiene: 558 „Allons donc, mon eher, 11 faut faire attention! Grb acht, ich werde es dir übersetzen, dann sprichst du es nach) je — ich, suis — bin, miiehante — schlecht, je — nun, was heißt je?“ „Ich", rief Erich eifrig „Vous — Sie, demande — bitte, pardon — Verzeihung, und mon ami heißt?“ „Mein Freund." „Siehst du, wie gelehrt du schon bist. Nun sage mir den ganzen Satz." Mit Feuereifer widmete sich Erich seinem Studium und hatte bald seinen Kummer wegen des unförmigen Fracks ver- Einige Tage nach diesem Vorfall ging Erich mit dick verweinten Augen umher. Frau Cernau hatte ihre Geschäfte beendet und war mit Mila und der Gouvernante abgereist. Jede Minute, die Erich seinen Pflichten abstehlen konnte, benutzte er dazu, um in sein kleines Kämmerchen zu eilen. Dort stand er dann mit tränenüberströmtem Gesicht vor enter Photographie der fernen Freundin, welche sie ihm in der schweren Abschiedsstunde geschenkt hatte. „A mon eher ami Erich Sanner, Mila Cernau. La Eussie.“ stand in zierlicher Mädchenschrift auf der Rückseite. Außer dem Bild hatte Mila dem Freund noch eine dicke französische und eine englische Grammatik hinterlassen, ferner einen älteren Jahrgang von Meyers kleinem Konversationslexikon, drei dicke Bände, sowie einige ziemlich wahllos zusammengesuchte französische und englische Bücher verschiedensten Inhaltes. Die meisten davon waren harmlose Geschichten für Backfische. Erich hatte für die scheidende Freundin im Drennark- bazar des Städtchens ein zierliches Kettchen mit einem.Herzen erworben und es ihr verstohlen in die Hand gedrückt, als er ihr zum letztenmal schluchzend Adieu sagte. * Inzwischen war der Herbst mit Macht ins Land gezogen. Die bewaldeten Berge rings um Frohwinkel schimmerten im goldfarbenen Kleid; fielen die Strahlen der Herbstsonne auf dieses Blättermeer, leuchtete und glühte es in nie geahnter Pracht. Das hellgelbe Laub der schlanken Birke wechselte ab mit dem tiefsatten, dunkelroten Blätterdach der ernsten Buche. Dunkle Tannen und breitausladende Fichten gaben dieser Farbensymphonie einer sterbenden Welt den warmen, lebenssatten Grundton. Sie verkörperten die Hoffnung: Wir sind das Leben und die Beständigkeit im ewigen Wechsel. Nehmt euch an uns ein Beispiel. Doch auf den schon feuchten Wegen des herbstlichen Waldes raschelte das welke Laub und der Fuß versank in diesem Meer einstiger Pracht. Was im Sonnenglanz wie gesponnenes Gold leuchtet, sieht im Schatten des Waldes, unter unseren Füßen, häßlich und fahl ans. Der sterbende Wald stimmt die Menschen ernst und traurig, sie suchen im Herbst daher lieber die weiten, freien Felder auf, wo Sonne und Wind ungehindert ihr neckisches Spiel treiben können. Das ist Menschenart! Ernste-Mahnr sucht niemand freiwillig auf. Die Wiesen und Felder rings um Frohwinkel widerhallten von fröhlichem Lachen und lustigem Geschrei, und hoch oben in den Lüften standen die stolzen Drachen, welche kundige Bubenhände gen Himmel steigen ließen. Der fröhliche Jubel fand in der Stadt fein Echo. Der Pikkolo des „Goldenen Schwan" stand an dem Fenster des Gastzimmers und dachte halb trüben Herzens, halb freudig bewegt der Zeit, als auch sein Drachen noch am blauen Firmament als winziges Pünktchen schwebte. In dem nun zu Ende gegangenen Sommer hatte ein bedeutsames Ereignis die Bewohner Frohwinkels aus ihrer beschaulichen Ruhe aufgerüttelt. Ein Mitglied der Barfüßergemeinde war durch einen ihm unerwartet in den Schoß gefallenen Goldregen zum reichen Mann geworden. Er hatte ein Viertellos der sächsischen Landeslotterie an Zahlungsstatt für eine Schuld annehmen müssen und darauf das große Los gewonnen. Das erste, was der nunmehrige reiche Mann, dem sächsischen Volkscharakter entsprechend, tat, war der Bau einer Villa, welche würdig genug erschien, die Behausung des reichen Herrn zu werden. Aus alter Anhänglichkeit an seine Pfarrgemeinde baute er sich die Villa nicht in dem vornehmen Viertel der Kreuzkirche, sondern in einem für billiges Geld erworbenen großen Garten, der am Ausgang des Städtchens lag und zur Barfüßergemeinde gehörte. Als man die Villa im Rohbau fertig hatte, ließ der Besitzer auch eilten Brunnen bohren, da eine Wasserleitung noch zn den Dingen gehörte, von denen die Einwohner Frohwinkels nur durch die Zeitungen wußten. Als der Brunnenbauer einige Meter tief in die Erde eingedrungen war, mußte die Arbeit plötzlich unterbrochen werden, denn aus dem finsteren Schacht war den Arbeitern mit einem Male, wie der Dieb in der Nacht, unvermutet ein mächtiger Strahl kochenden Wassers ins Gesicht gesprungen. Man mußte wohl eine verborgene heiße Quelle getroffen und bloßgelegt haben. Die Quelle strömte in großer Mächtigkeit fortgesetzt aus dem Schacht, füllte ihn ganz aus und bahnte sich dann einen Weg durch die benachbarten Wiesen, bis zu dem kleinen Flüßchen, an dem zu liegen Frohwinkel noch heute die Ehre hat. Zuerst waren die Besitzer der Wiesen empört und wollten dem reich gewordenen Brunnengräber den Prozeß machen. Doch nicht lange währte es, dann begann man sich allerlei in Frohwinkel, ganz speziell im Barfüßerviertel, zuzuraunen. Man munkelte von künftigem Reichtum, der im Schoße des Städtchens ruhe und den die Quelle freigespült habe. Einige reiche Angehörige der Kreuzkirchengemeinde entdeckten in ihren Herzen mit einem Male ein lebhaftes Interesse für die sonst so gemiedene Barfüßergegend, ja, sie machten sogar allen Ernstes den Versuch, sich dort anzukaufen. „Die Luft ist dort so gesund", meinten sie, als man nach den Gründen dieser plötzlich erwachten Liebe forschte. Dieses machte den alten Pastor Töpfer stutzig. Er hatte ohnedies die neue Quelle schon wiederholt mit lebhaftem Interesse besichtigt und ihr ganz merkwürdig schmeckendes Wasser gekostet. Er veranlaßte den Besitzer der Quelle daher, eine Probe des Wassers einigen bekannten Autoritäten auf diesem Gebiete zur Analyse einzusenden. Der Erfolg war überraschend. Statt der Analyse kamen die gelehrten Herren selbst. Mit dem ganzen Ernst der Wissenschaft untersuchten sie die Quelle, ihr ganzes Gebiet, sowie das Wasser wiederholt gründlich. Das Resultat ihrer gelehrten Forfchung war für Frohwinkel das mit heimlichem Bangen unb ängstlicher Hoffnung erwartete. Es wurde daher auch mit jubelnder Freude ausgenommen, denn mit dieser Analyse ging Frohwinkel einer glänzenden Zukunft entgegen. Der „Anzeiger für Frohwinkel und Umgegend" brachte die Analyse in riesigen Settern am Kopf des Blattes: „Die Quelle ist eine akratische Therme von ungeheurer, unerschöpflicher Mächtigkeit. In Zukunft werden Tausende durch sie die ersehnte Heilung von schweren Leiden finden. Die Quelle gibt an Stärke und Heilkraft denen in Wildbad und Gastein nichts nach." Nun nahm sich auch der Bürgermeister der Sache au. Fast im Handumdrehen hatte sich durch das tatkräftige Eingreifen einiger geschäftsgewandter Herren, sowie mit Hilfe von Leipziger und Dresdener Banken, eine Aktiengesellschaft gebildet, welche dem Glückspilz von Lotteriegewinner seinen Grund und Boden samt halb vollendeter Villa für eine ganz enorme Summe abkaufte. Dann wurde die Quelle gefaßt, und während schon die Reklamenotizen über das neue Heilbad in alle Winde hinausflatterten, begann ein ungeheuer geschäftiges Leben und Treiben auf dem der Quelle benachbarten Gebiet. Ein prächtiges Kurhaus wuchs dort wie aus dem Boden hervor, von einigen Dependancen im modernen Hotel- Villenstil umrahmt. Wie durch eines Zauberers Hand verwandelten sich die bescheidenen Obst- und Gemüsegärten der Barfüßer-Frohwinkler in Anlagen von englischem Charakter. (Fortsetzung folgt.) Die tausendjährige Statt, Zum Jubiläum der Residenzstadt Kassel. Bon Ernst Quadt - Kassel. In den letzten Septembertagen wird die Residenzstadt Kassel ein Jubiläum feiern, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung verdient und, wie die Festartikel in den deutschen und ausländischen Zeitschriften beweisen, auch findet. Tausend Jahre sind eine lange Zeit und tausend Jahre Geschichte eine endlose Kette von frohen und trüben Ereignissen. Wer Kassel nicht kennt, wird leicht verleitet, sich unter der jubilierenden Stadt einen Ort mit schlechten Straßen Und baufälligen Häusern und ähnlichen! Zeichen des Verfalls vorzustellen. Er wird nicht glauben wollen, daß das Kassel, welches heute auf eine Vergangenheit von zehn Jahrhunderten zurückblickt, mit zu den schönsten Städten Deutschlands gezählt werden muß. Die Wahrzeichen der Stadt reichen nur wenige Jahrhunderte zurück. Aus den Anfängen der Stadt 559 erzählt uns heute nur noch die Chronik. Nach ihr stand dort, wo heute sich das Gerichts- und RegierungsgebBude erheben, ans einer Anhöhe über der Fulda, das steinerne Haus eines edlen Sachsen und anschließend die Wohnhäuser der Meier und Dienstleute. Das war das Dorf Caßla, wie es im Jahre 813 zum erstenmal erwähnt wird. Der Eigenhos galt später als Besitztum des deutschen Königs Konrad I. Nach dessen Tode übernahm es sein Bruder Eberhard als Erbe. Als dieser starb, fiel es als kaiserliches Kammergut an Kaiser Otto I. Jnl Jahre 1008 'wurde das Dorf Cassala in einer Schenkungsurkunde zum erstenmal als Stadt bezeichnet und Cassel genannt. Zwei Jahrhunderte später, nachdem es verschiedenen Geschlechtern angehört hatte, im Jahre 1265, wurde Kassel vom Landgrafen Heinrich von Hessen zu seiner Residenz gemacht. Unter den Hesfensürsten erweiterte sich die Stadt, ward die Stätte, wo Kunst und Wissenschaft großes.Interesse und große Pflege fanden und wo unter der Sorge der Landesfürsten der Äürgerfleiß dem Gewerbe und dem Handwerk zu einem gewissen Wohlstand verhalf. Für alle Fortschritte und technischen Neuerungen, wie für alle Vorgänge in der Welt hatten Fürst und Bürger einen offenen Blick und entgegenkommendes Verständnis. Die Willkür des großen Korsen vertrieb schließlich den Kurfürsten Wilhelm I. und machte Kassel zuni Regierungssitz des Königsreichs Westfalen und den leichtlebigen Jerome zUm Herrscher auf Schloß Wilhelmshöhe, das vom Kurfürsten Wilhelm I. Ende des 18. Jahrhunderts erbaut worden war. Lange dauerte diese Verbannung jedoch nicht, denn nach der siegreichen Schlacht bei Leipzig verließ Jerome die Stätte seiner kurzen Regierungsherrlichkeit, und der kunstsinnige Hessenfürst konnte, von seinen Hessen freudig begrüßt, bald darauf wieder feinen Einzug in Kassel Und Wilhelmshöhe halten. Die frühere Zeit der beschaulichen Ruhe und Zufriedenheit wollte jedoch nicht wiederkehren. Bald begannen die Berfas- sungskämpfe, die namentlich Unter der Regierung des Nachfolgers Wilhelm I. zu Unruhen führten. Und im Jahre 1866 wurde das Schicksal der Hesscnfürsten dahin entschieden, daß sie ihrer Regierung entsetzt, ihrer Regierungsstadt Lebewohl sagen Und sich in Böhmen niederlassen mußten. Kurhessen wurde eine preußische Provinz und Kassel die Hauptstadt der Provinz Hessen- Nassau. Waren die Hessen auch ihrem Herrscherhause ergeben und Unwillig gegen das annektierende Preußen, so klebten sie doch Nicht lange an alten Ueberlieferungen, sondern paßten sich der Vorwärtsstrebenden Zeit an. Mit den Jahren wurden selbst die erbittertsten Gegner versöhnlicher und gaben ihre Oppositionsstellung gegen Preußen auf. Wohl haben sich kurhessische Eigenarten bis heute erhalten, echt preußischer Geist erfüllt jedoch jeden kurhessischen Bürger Und Bauer, Und Kassel ist eine durch Und durch preußische Stadt geworden. Alle geschichtlichen Ereignisse konnten das Wachstum der Stadt Kassel nicht aufhalten. Sie entwickelte sich stetig weiter. Man legte Wert darauf, das Alte neben dem Neuen zu erhalten Upd pflegte beides mit gleicher Liebe. Ein Fremder, der durch die schmalen Gassen der Altstadt an den malerischen Fachbauten Vorüber wandert, empfindet denn auch nicht, daß das Neue aus Mosten des Alten geht. Ein intimer Reiz haftet sowohl dem neuen wie dem alten Stadtteil an. Die neue Bauweise hat nicht die hypermodernen Formen angenommen, sondern lehnt sich an alte Vorbilder an. So bilden Altstadt und Neustadt tatsächlich fcin geschlossenes Ganze und ergänzen sich gegenseitig. Durch die glückliche Lage im Talkessel der Fulda, eingesäumt Vom Habichtswald, von der Söhre und dem Kaufunger Wald, hat Kassel Vorzüge, um die es von anderen Städten beneidet wird. Wohin man innerhalb der Stadt den Blick richtet, findet sich Kunst und Natur int friedlichen Verein, und schweifen die Augen über die Stadstgrenzen, fo zeigt sich im Norden, Osten, Süden und Westen eine Naturherrlichkeit, die ihresgleichen sucht: Ueberall Berge,. Hügel, Wälder und Wasser; überall verlockende Wege Md Stege und überall lauschige Plätze zum Ruhen und Träumen. Selbst ein flüchtiger Gast wird nicht versäumen, dem Aue- park einen Besuch abzustatten. Mit feinen uralten Bäumen, teppichartigen Rasenflächen und künstlichen Wasseranlagen schiebt er sich bis ans Herz der Stadt. Der Kunstsinn der Hessenfürsten hat hier der Natur hilfreich die Hand geboten. Ihnen verdankt Kassel überhaupt alles, was es heute an Schönheiten und Reizen besitzt und was es an Sehenswürdigkeiten aufweisen kann. Sie bauten die Schlösser, bauten Museen und vor allem das gewaltige Wunder, von dem Tausende und Abertausende gebannt werden, das Oktogon, dieje durch die mächtige Herkulesgestält gekrönten Wasserkünste auf Will lmshöhe. Sie verschönten Kassel und machten das von der Natur so verschwenderisch bedachte Wilhelmshöhe zu einem der sehenswertesten Flecken deutscher Erde. Kassel hat durch den steten Aufstieg und die vieleir Ein- gememdungeu feine Einwohnerzahl beträchtlich vermehrt. Mit mehr als 160 000 Einwohnern zählt es sich heute zu beit Großstädten. Industrie und Handel fanden in Kassel eine günstige Stätte, und die zentrale Lage machte es vielen leicht, den Sehenswürdigkeiten der Stadt und der lockenden Wilhelms- Höhe Besuche abzustatten. Der Fremdenverkehr ist ganz außerordentlich gewachsen. Und niemand hat die Stadt wohl verlassen ohne Erinnerungen, ohne fröhliches Gedenken an schöne Tage und Stunden, die ihm die große Zahl der historischen Denkmäler, die herrliche Natur und die Naturwunder, die Meisterhände schufen, boten. Trotz seiner großen Einwohnerzahl ist Kassel eine ruhige Stadt und wird von vielen pensionierten Beamten und ruhebedürftigen PrivatleUteit gerne als Wohnort benutzt. Der neue Stadtteil blickt auf ein nur geringes Alter zurück. In den letzten zehn Jahren gab- es nach einer Pause beschaulicher Ruhe ein neues Aufraffen. Die Stadt wetteiferte mit den Bürgern, Kassel auszubauen. Ganze Stadtteile schossen aus der Erde. Mit der Bürgerschaft und der Stadt wetteiferte der Staat. In schneller Reihenfolge erstanden die Reichsbank, die Handelskammer, die Gewerbehalle, die Hauptpost, die Oberpostdirektion, die Eisenbahndirektion, die Oberzolldirektion und das Polizeipräsidium. Diese Bauwerke Wurden gekrönt durch einen 4V2-MM.- Bau, das neue Rathaus, das als der größte und architektonisch schönste Bau der neueren Periode angesehn werden muß. Nicht zu vergessen das vor ein paar Jahren neuerbaute Hoftheater, das namentlich durch seine prachtvolle innere Ausstattung andere Theater aussticht und das Lob aller Tyeater- fachleute findet. Zur Tausendjahrfeier erhält die Stadt nun auch die langentbehrte S t a d th a l l e, die Raum für große Veranstaltungen bietet, wodurch Kassel oft der Versammlungsort wichtiger Tagungen werden wird. Am 27., 28. und 29. September wird Kassel im Festschmuck prangen. Die Vorbereitungen zu dieser Feier werden schon über ein Jahr eifrig betrieben. Einladungen sind an alle auswärts wohnenden Kasselaner ergangen und wie der Kaiser, so sind alle Fürsten und hochstehenden Persönlichkeiten, die jemals Kassel mit einem Besuch beehrten, eingeladen worden. Man erwartet einen Fremdenstrom aus aller Welt, erwartet Festteilnehmer ans allen Schichten und Kreisen und hat ein Festprogramm entworfen, das in einem Festzuge Kassel von Anbeginn zeigen soll und das in allen seinen Veranstaltungen das Gepräge eines echten und rechten Volksfestes tragen wird. Jetzt 'schon prangt am Bahnhof bon Girlanden geziert, ein großes „Willkommen". Die deutsche Kunst ausstellung int Orangerieschloß hat eigentlich die Jahrtausend- feier eröffnet und drei Regimentsjubiläen sind gleichsam als Vorfeier betrachtet worden. Das „Willkommen" wird jedoch in einen weit schöneren Rahmen gebracht werden, denn es soll, wie das bisherige, nicht nur Zehn-, sondern Hunderttausenden beim "Eintritt in die festfrohe Stadt entgegen leuchten. Die wiedererstandene Hafenstadt Homs ein zweites Pompeji. O st i a, die älteste Kolonie Roms und seine Hafenstadt, die in der Kaiserzeit ein so wichtiger Mittelpunkt des Handels war, lag seit dem Ausgang des Altertums, dem 5. und 6. christlichen Jahrhundert, verödet und wurde von den Rom- fahrern wenig beachtet. Erst in neuester Zeit ist darin eine Wandlung eingetreten: das alte Ostia ersteht wieder neu, nachdem es so lange unter den dünnen Schuttschichten vergraben gelegen, und eine ganze antike Stadt, ans Licht gerettet durch die jüngsten in großem Stil betriebenen Ausgrabungen, breitet sich ans. In der Internationalen Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik gibt der ausgezeichnete Kenner des alten Rom P r o f. C h r. H ü l s e n einen Ueberblick über die heute bereits sichtbaren Reste der Stadt und erörtert die außerordentliche Bedeutung, die die Wiedererstehung Ostias für die Kenntnis der alten Kultur und Kunst besitzt. Die neuesten Ausgrabungen, die seit 1908 unter der Leitung von Prof. Dante Vaglieri in imposantem Maßstabe ausgeführt wurden, haben so bedeutende Ergebnisse gezeitigt, daß man jetzt die Gesamtheit der etwa 40—5Ö ha bedeckenden und etwa 50 000 Einwohnern Raum bietenden antiken Stadt überschauen kann. Betritt man Ostia durch das Stadttor, schreitet an der Stadtmauer hin, an dem „Kutschenplatz" und der gewaltigen Statue der Siegessäule vorbei die Hauptstraße entlang, so erheben sich bald die erst vor kurzem ausgegrabenen neuen Thermen mit ihren großartigen Badeeinrichtungen und prächtigen Dekorationen. Die stattlichen Wohnhäuser auf der Straße an der Ostseite der Thermen, der Via bei Vigili, werden erst ausgegraben, aber man erkennt bereits den charakteristischen Typus des Großstad thau ses mit seinen vielen Stockwerken und zahlreichen voneinander unabhängigen Eingängen und Treppen, der sich von hem altitalischen aus Pompeji bekannten Atrienhause so deutlich unterscheidet. Unter dieser Straße, die frühestens am Ende des ersten christlichen Jahrhunderts angelegt ist, hat man Reste einer älteren Bauschicht gefunden, in der ein prächtiger Mosaikfußboden zutage trat. Um ein rechteckiges, mit vier Delphinen geschickt ausgefülltes Mittel- 560 felb gruppieren sich in diesem Mosaik acht quadrattscheFel-- der, von denen vier symbolische Darstellungen der Wmo- götter und vier solche von jenen römischen Provinzen enthalten, die zu Ostia lebhafte Handelsbeziehungen unterhielten und die Hauptstadt mit Korn und anderen Nahrungsmitteln versorgten. Ganz nahe nördlich von den Thermen liegt die bereits durch frühere Ausgrabungen berührte, aber erst jetzt ganz freigelegte Kaserne der Feuerwehr, em Rechteck von zirka 45:60 Meter mit festungsartig geschlossenem Erdgeschoß, dessen Wände nur von schmalen schretz- schartenähnlichen Fenstern durchbrochen werden. Vor dem Portal standen zwei kleine Häuschen, nach der Dekoration mit Trinkgefäßen zu schließen Marketenderbuden. Der stattliche Säulenhof ist an drei Seiten von Wachtlokalen, Magazinen und dergl. umgeben; an der vierten befindet sich eme große schön geschmückte Kapelle für den Kaiserkult., Unter den sonstigen Räumen fällt eine luxuriös und geräumig ausgestattete Latrinenanlage auf, in welcher sonderbarenweise eine kleine Kapelle der Fortuna mit entern Marmoraltar eingebaut ist. Sie war laut der Unterschrift von einem Unteroffizier des Feuerwehrkorps gestiftet und bestätigt das Wort des Kirchenvaters Clemens von Alexandrien, der die Heiden verhöhnt, weil sie der Glücksgöttin sogar auf dem Abtritt Altäre errichteten. Nicht weit von dem schon früher erforschten Theater ist ein interessantes christliches Denkmal ans Licht getreten, ein kleiner Bau mit mehreren Apsiden, wahrscheinlich ein zum Andenken an mehrere Märtyrer errichtetes Oratorium. Bei Freilegung des Platzes hinter dem Bühnengebäude wurden wichtige Mosaiken und Inschriften gefunden, die über die große Ausdehnung des von Ostia aus betriebenen Handels orientieren. Außerdem wurden große wohlerhaltene Speicher und Magazine freigelegt, so neben einer Bäckerei ein Magazinraum mit 35 kugelförmigen Tongefäßen, in denen Mehl bewahrt wurde. Die Häuser, die man in der Umgegend dieser großen Speicher ausgrub, haben Läden im Erdgeschoß, sind teilweise bis zum zweiten Stockwerk erhalten und lassen darauf schließen, daß noch ein drittes, vielleicht sogar noch mehrere Stockwerke vorhanden waren. Die großartigste aller Ruinen von Ostia, die Cella des großen Tempels, die Jahrhunderte lang als einziger Bau über die Schutthülle hervorragte, ist nunmehr näher durchforscht worden. Der prächtige Ziegelbau ist im Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts errichtet worden und war wohl, wie man einer Ehreninschrift entnehmen kann, der Roma und dem Augustus geweiht. Die lange umstrittene Stätte des F o- r u m s ist nun ebenfalls durch einen vor kurzem gemachten Fund sicher gestellt. Man fand in unmittelbarer Nähe des großen Tempels eine Marmorbasis mit Inschrift, die bewies, daß hier das Forum liegt, das in der nächsten Aus- grabungscampagne ans Licht gehoben werden soll. Ein zweites Pompeji vor den Toren Roms,— so darf man das wiedererstandene Ostia nennen, das seine einzigartige Bedeutung gerade als Ergänzung der in Pompeji gewonnenen Eindrücke besitzt. Während die Reste des zur Zeit der Republik entstandenen Ostia nicht sehr bedeutend sind und auch die älteste Anlage nicht über das Jahr 300 v. Ehr. hinauszugehen scheint, zeigt die obere Gebäudeschicht, das Ostia der Kaiserzeit, eine Stadtanlage, die zum großen Teil um die Wende des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. entstanden ist, also gerade da beginnt, wo Pompeji aufhört. Neben das mehr idyllische Bild der eampanischen Villenstadt tritt hier der imposante Eindruck einer römischen Han- de l s st ad t, die mit ihren vielstöckigen Häusern und ihren Bauten für Hafen und Handelszwecke ein reiches, bisher unbekanntes Material zum Studium der römischen Bautechnik und der Wanddekoration der Kaiserzeit darbietet. Vermischtes. kf. D i e T o t e n l i st e des Meeres. Nach einer amtlichen Ausstellung sind in den fünf Jahren von 1907 bis 1911 zusammen 1431 Schiffe aus dem Meere in Verlust gegangen, wobei jedoch nur Fahrzeuge von mehr als 100 Tonnen berücksichtigt worden sind. Die Tonnage der in Berlllst geratenen Seeschiffe zeigt die Neigung zu beständiger Zunahme: während im Jahre 1907 273 Schiffe von zusammen 408 328 Tonnen den Wogen zum Opfer getanen sind, waren es im Jahre 1911 305 Schiffe mit nahezu 450 000 Tonnen Gehalt. Interessant ist der Tribut, den die Flotte der verschiedenen Länder zu dieser Totenliste des Meeres zahlen mutz. Im Jahre 1911 führt Großbritannien die traurige Listen dessen Flotte in dem gedachten Jahre 112 Schiffe verloren hat. In weitem Abstande folgen Norwegen, Deutschland und Japan, die 23, 20 20 Schiffe eingebüßt haben. Ganz anders aber stellt sich das Verhältnis, wenn man die Schiffsverlttste der verschiedenen Länder im Verhältnisse zum Gesamtumsange ihrer Handelsflotte berechnet. Da schneidet am ungünstigsten Japan ab, welches 2,32 v. H. seiner Flotte im Jahre 1911 eingebüßt hat. Es folgen Norwegen mit 1,67, Großbritannien mit 1,32, Italien mit 1,25, Frankreich mit 1,24 v. H. und erst an sechster Stelle in dieser Liste stoßen wir auf unser Vaterland, das nur 1,08 v. H. seiner Flotte verloren hat. Diese Ausstellung berechtigt daher zu der Annahme, daß die deutschen Seeschiffe sich im allgemeinen durch große Seetüchtigkeit auszeichnen und von unseren Seeleuten vorsichtig und besonnen gesührt werden. " Die Ratte im Kampf gegen die schlagenden Wetter. In einer Parker Fachzeitschrift für Bergbau und Hüttenkunde macht ein phantasiereicher Amerikaner einen eigenartigen Vorschlag zur Verwendung der Ratte im Kamps gegen die schlagenden Wetter. Dieser Vierstißler ist, wie so mancher andere, gegen gistige Gase sehr empfindlich und kann als ein sicherer Verkünder des Auftretens dieser gefährlichen Erscheinungen gelten. Daran knüpft die neue Idee an. Es wird eine kräftige Ratte ausgesucht und in einen Trahtkäfig gesetzt, der eine sich drehende Fläche enthält. Diese Fläche setzt durch einen Riemen einen kleinen Elektrizitätserzeuger in Tätigkeit, der wieder eine kleine elektrische Lampe speist. Die Ratte aber dreht die Fläche, indem sie sich vergeblich bemüht, ein Stück stark riechenden Käse zu erreichen, das in deutlicher Geruchs- und Sehweite, aber für das Tier nicht erreichbar, angebracht ist. Der Apparat funktioniert also derartig, daß die Ratte den Käse riecht, ihn erlangen will und durch ihre Anstrengungen das Leuchten der Lampe hervorbringt. Füllt sich die Luft des Bergwerks mit giftigen Gasen, dann verliert die Ratte ihre Kräite und die Lampe erlischt. Der Beobachter des Apparates erkennt daraus die nahe Gefahr und schlägt Alarm. Die Ratte ist natürlich nicht immerwährend im Dienst; sie hat ihre Arbeils- und Ruhestunden; sie darf aber nicht zu viel zu essen bekommen, damit sie mager bleibt und ihr Verlangen nach dem Käse sowie ihre eifrige Bewegung nicht nachlassen. (?) * Der böse Blick von Ambroise Thomas. In der Pariser Schauspielerwelt war, wie die „Comödia" erzählt, Ambroise Thomas, der Komponist der entzückenden „Mignon", als der „Mann mit dein bösen Blick" gefürchtet lind gehaßt. Tie stets abergläubischen Künstler schrieben ihm mehrere unheimliche, Eigenschaften zu. Dieser Glaube ivurde noch durch zivei Ereignisse verstärkt. Die beiden größten Theaterbrände, die Paris erlebt hat, stehen mit dein Namen Ambroise Thonias in Verbindung. In der Nacht vorn 28. ans den 29. Oktober 1873, nach einer Probe der „Jeaiine d'Arc" von Mernet, brach in der Oper Feuer aus. An den Aiischlagsäulen war bereits die zehnte Vorstellung „Hamlets" von Thouras angeschlagen. Thomas und Dientet waren aber Feinde und so bemächtigte sich bald der Aberglaiibe der Schauspieler lebhast dieses Stoffes und brachte die beiden Namen in Zusammen- hang. Die Partitur der „Jeanne d'Arc" konnte nur mit Mühe gerettet werden. 14 Jahre später, am 25. Mai 1887, brach im Theater Favart in Paris ebentalls Feuer aus, das mehrere Opier forderte. Es ivar dies während einer Vorstellung der „Mignon". Hier konnte ebenfalls nur mit Mühe das Textbuch des „Königs wider Willen" von Chabrie, mit dein Thomas ebenfalls verfeindet war, gerettet werden. Rösselsprung. Auflösung in nächster Nummer. sein iviß unter er hat eine ge ließ al ver der der jeder les jeder gang den was les al ge was le ganz sieht be tan et and ein , an nes was re reut er Auflösung des Diamant-Rätsels, in voriger Nummerr A p t Blake Spanien Fries Lea n Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Nmversitäts-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange. Gießen»