W SRII WM H .M-i - WWW 'j4da Jfrautnliebe. Roman von Horst Bodeme r„ (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) '.,' der seinem Eintritt lenkten sich wieder aller Blicke ans !W*- n,a^nt emen Stnhl und setzte sich an einen Spiel- ^?^../?eute mußte die Sache noch besser gehen. Er hatte oas Gefühl, wenn er hintereinander wegspielt, würde er rascher zum Zrel kommen. Er schob zur Abwechselung! tarisend Franken auf Schwarz, — 'Rot kam heraus. „Wie dunim!" brummte er. '.„Rot ist doch meine Farbe!" ■ Wieder setzte er tausend Franken ans Rot. Er ge- wanil, ließ das Geld und den Gewinn stehen und "—, Kchlvarz kam heraus. ., . Hans Wilhelm wurde ärgerlich, stieß den Stuhl zurück und ging an einen andern Tisch. Der wär besser für chn, erst gewann er, dann wechselte Verlust und Gewinn' er kam nicht von der Stelle. Das' machte ihn nervös Er stand auf, steckte sich eine Zigarre an und hörte vorläufig Mit dein Spielen anf. Ob er ein wenig spazieren ging? Ganz klar war sein Kopf noch iiicht. Aber das Rufen der Croupiers, das Helle Rasseln der Kugeln in den Rouletten hielten ihn mit unsichtbaren Fäden fest. „Probiere ichs am dritten Tische," sprach er vor sich hin. Tausend Franken flogen über die Köpfe der am Roulette Sitzenden auf Rot. Wenige Augenblicke später kam wirklich Rot. ! „Ra, endlich," sagte Hans-Wilhelm laut. Er ließ Einsatz und Gewinn stehen und wieder wär ihm das Gluck hold. Auf der Stelle, auf die er vorhin tausend Franken geworfen, lagen jetzt viertausend. Ob er sie noch einmal stehen lassen sollte? Nein, doch lieber nicht' Ein Stuhl wurde genommen, er setzte sich, strich sein Geld eilt Und wartete. — ,Wic dumm, da kam richtig noch einmal Not heraus! Eine ganze Weile sah er zu, dann setzte er sich wieder Und verlor Schlag auf Schlag. Er hatte sich auf Rot verbissen und Schwärz kam, und als er wechselte, riß die Serie ab, und Rot folgte auf Rot. Von dem gestrigen Gewinn waren bereits fünftausend Franken weg. " Da trat der Aufsichtsbeamte an Hans-Wilhelm von Moreth heran. „Herr von Moreth?" fragte er. .„Jawohl!" Er bekam einen Brief ausgehändigt. Es war Beeren- vurgs Handschrift. , „Komme sofort herunter, ich werde nicht eingelassen, deine Mutter liegt im Sterben." Die Sinne drohten ihm zu schwinden, alles Mut drängte zum Herzen; wie betäubt saß er da, und die Kugeln surrten und Me Croupiers riefen gleichgültig das Resultat. Die Spieler blickten verwundert auf den Riesen, der totenbleich, mit starren Augen und vorgebeugtem Kopfe am Tische saß. Da ging ein Zittern durch seinen Körper, seine Energie erwachte, er sprang auf und raste die Treppe hinunter. Ohne sich Hut und Stock geben zu lassen, lief er auf die Straße. . Beerenburg stand vor dem Portale. „Mein lieber Junge, pack schleunigst deine sieben Sachen! In einer Stunde geht der Zug!" Ganz verstört nickte Hans-Wilhelm mit dem Kopfe, ließ sich Hut und Stock geben und ging mit Beerenburä hinüber ins Hotel. „Ist es denn wirklich wahr?" „Leider!" ' 1 „Woher hast du denn meine Adresse?" „Aus deinen! Papierkorb!" „Du — Beerenburg —, du willst mich nur von hier fort-t haben. Sags, meine Mutter ist nicht krank?" Da sah der andere ihn mit einem sonderbaren Blich an. ,,Däs würde doch nutzlos sein. Bei der ersten besten Gelegenheit süßest du doch wieder mitten zwischen den Hochstaplern da oben-" .. Hans-Wilhelm biß sich auf die Unterlippe und packte cisrug, um nicht merken zu lassen, wie. ibn der Hieb getroffen. Er suchte nach einer Entschuldigung. -„Ich habe mir vorgenommen, mit dem Hundeleben Schluß zu machen; nur meine kolossalen Verluste wollte ich erst wieder reiuhäben". 1 ! l ' i,,Von hier?" „Gestern habe ich fünf'unddreißigtansend Franken ae- Wonnen." „Und heute natürlich wieder verloren?" „Nein, nur fünftausend." „Da bin ich ja gerade zur rechten Zeit gekommen?'' Wieder erwachte das Mißtrauen Hans-Wilhelms. „Nun sag mir bloß in aller Welt, was fehlt denn meiner Mutter?" „Auf deinTelegramm hin hat sie einen Schlaganfall bekommen." Da knickte Hans-Wilhelm eftff dem nächsten Stuhl zusammen. Sechstes Kapitel. Wie weltgeivändt auch Graf Norderoog war, so mußt« er doch bald -erkennen, daß die Rolle, die er in Gl-ossow spielte, von Stunde zu Stunde peinlicher wurde. Eva von Relendorff blieb gleichmäßig liebenswürdig und — zurückhaltend. Man sah -es ihr an, sie fühlte sich abgespannt, ihre Bewegungen bekamen etwas Gezwungenes, Schatten lagen unter ihren Augen. 150 Die kamen von den schlaflosen Nächten. Ihre Gedanken vermochten sich nicht loszureißen von. Hans-Wilhelm. Oft rief ihr der Verstand zu: „Wirf den Gespielen deiner Jugend über Bord!" Aber dann fing immer gleich ihr Herz an zu sprechen: „Nein, tu es nicht. Du hast eine hehre Aufgabe, mußt einen Menschen, den du liebst, vom Untergänge retten." Und nun redete sie sich ein: „Ja, das ist meine Pflicht. Schlecht ist Hans-Wilhelm nicht, nur lercht- sinniq. Wenn er erst hier ist, dann will ich meine Mission erfüllen, vergessen, daß ich die stolze Gräfin bin; ihm gegenüber ivill ich nichts'fein, als liebendes Weib, das ihn zurückführt auf ebene Bahnen. Er soll gesunden durch Arbeit, durch Pflichten, die er übernehmen muß.' Dann wird er wieder Zutrauen bekommen zu seiner eigenen. Kraft, Ivenn ihn treue Liebe umgibt." Graf Norderoog lernte bald sehen bis auf den Grund ihres Herzens. Er teilte seine Wahrnehmungen dem Grafen °mit. „Sie haben recht; aber als Vater habe ich die Pflicht, meine Tochter, koste es, was es »volle, von dieser Partie abzubringen." „Ich halte es für angebracht, meine Koffer zu packen; die Situation bessert sich durchaus nicht zu meinen Gunsten." „Das bleibt natürlich Ihnen überlassen, mein lieber Norderoog; ich selbst spiele ja in dieser Sache eine Rolle, die mir durchaus nicht behagt. Aber Sie haben sich an mich, den Vater, gewendet, und da bin ich ehrlich gewesen, weil — nun weil ich es für ein Glück halten würde, dürfte ich Sie als meinen Schwiegersohn willkoinmen heißen." „Sehr schmeichelhaft ftir mich!" Relendorff reichte dem jungen Diplomaten die Hand. „O, ich bitte — Ehrlichke.it gegen Ehrlichkeit!" „Und dennoch, sehe ich auch ganz davon ab, daß für mich in meinem Hiersein etwas Demütigendes liegt, wird ks besser sein, ich breche meine Zelte ab." „Demütigend ist vor allen Dingen für mich alten. Mann die Lage, bester Gras. Heute abend kommt der Oberleutnant von Moreth an; bitte' verschieben Sie, falls Sie meine Tochter noch lieben können, Ihre Abreise um zwei Tage. .Bis dahin denke ich die Situation geklärt zu haben." „Unter diesen Umstanden bleibe ich gern." „Ich danke Ihnen." Aber Graf Norderoog glaubte nicht an den Sieg. — Als er gegangen, klingelte Graf Relendorff dem Diener. „Bitten Sie die Komtesse zu mir!" Wenige Minuten später stand Eva ihrenr Vater gegenüber. „Mein liebes Kind, ich habe vorhin ein Telegraniin des Grafen Beerenburg — er ist Seinsheims Adjutant — .erhalten; heute abend kommt Hans-Wilhelm an." „Gott sei Dank!" Ihr Vater sah sie mit einem'; langen Blick an. „Leider muß ich deine Freude einschränken. Lies dieses Telegramm; es ist in französischer Sprache aufgegeben, damit man nicht noch mehr Trauriges über Hans-Wilhelm erfährt, als man ohnehin fchon weiß." Eva las: „Habe soeben Moreth aus den: Spielsaal in! Spa geholt; glaube nicht, daß er noch zu retten ist. Tun Sie ihr möglichstes, damit er den Wschied nimmt Und sein Gilt bewirtschaftet; vielleicht ist er so ivieder auf den richtigen Weg zurückzuführen." Mit zitternder Hand legte die Komtesse das Telegramm auf die Tischplatte. . : „Nun, was sagst du dazu?" „Graf Beerenburg hat vollkommen recht; denselben Gedanken habe ich auch schon gehabt." „Dll willst doch, nicht etwa, falls es mir gelingt, ihn in Moreth festzuhalteu. Dein Schicksal mit dem seinen verketten?" „Doch, Papa — wenn er mich nicht von sich stößt!" : Da steigt ihm das Blut zu Kopf. „Fühlst dir denn nicht, welche erbärmliche Rolle du spielst?" ' ■ Aber sein einziges Kind zuckte nur die Achseln. - „Ich liebe, Papa." „Aber -einen Unwürdigen." „Mag sein." ' . r-, .. . 1 „Denke doch an die Zukunft, Eva!" „Gerade -deshalb muß ich mich! jetzt offen zü ihm be- Le'n'nen."- ' i „Um lnit ihm später unterzugehen!" „Auch das kann sein, Papa." Sie sagt's ruhig und -entschlossen. Die Stimme ihres Vaters zittert. „Ich werde deine Pläne zu durchkreuzen wissen." „Du irrst." . ' , „Kind, ich bin ein alter Mann. Dutzende vorr Beispielen kann ich dir nennen, Leute, die einst auch so gedacht wie du, und die erbarmungslos auf das Pflaster des Lebens gefegt wurden." „Gern glaube ich dir das." „Und du willst trotzdem nicht Vernunft annehmen?z< „Papa, denke an die einsame Fran drüben in Moreth. Nach einem kurzen Glück kamen die Tage, die ihr nicht gefielen. Hat sie nicht erst dich-, den Mann mit beim goldenen .Herzen, der für mich der Inbegriff der Tadellosigkeit ist, hat sie dann nicht Seinsheim ausgeschlagen? — Dü schweigst? Du wirst gerecht sein und zugeben müssen, so ist Frauenliebe, über die könnt ihr -Männer nicht urteilen, denn wir fühlen anders als ihr." Graf Relendorff weiß keine Antwort. Der Name Norderoog ist von beiden während des ganzen Gesprächs nicht ein -einziges Mal genannt worden. * Frau von Moreth hatte die letzten Tage in Bangen verlebt; sie verließ Haus und Hof nicht, um ja sofort zur Stelle zu sein, wenn ein Telegramm ihres Sohnes kommen sollte. lind wirklich kam anr vierten Tage- der gefürchtete Telegraphenbote. Er kannte die Sorgen der alten Frau und rief ihr zu: „Der Herr Oberleutnant kommt heute abend. Aus Berlin hat er telegraphiert. „Gott fei Dank." Ein Stein siel ihr vom Herzen. Mit zitternden Händen öffnete sie -die Depesche. Hans-Wilhelms Unterschrift stand -darunter. Nun ging sie wieder eilfertig treppauf, treppab, denn dem Jungen sollte die Heimat so lieb- wie nur möglich gemacht werden. Nach dem Essen fuhr Eva in ihrem Dogcart in M-o- reth vor. „Weißt Dn's schon mein Kind, Haus-Wilhelm kommt heute abend?" „Ja Tante." Aber die Komtesse macht ein ernstes Gesicht. „Freust du denn dich nicht and)?" Eva nickte stumm und sah zur Erde. „Ist ihm ein Unglück zugestoßen? Du bist so ernst '!"• fragte Frau von Moreth ängstlich. (Fortsetzung folgt.) Die wunderheUungen von Lourdes. Von Dr. Edit ar b A igncr (München). Tie nachstehenden, völlig objektiven Auslastungen entnehmen wir der „U -in f ch a u" (Frankfurt a. Main), In den letzten zehn Jahren haben 3049 Aerzte und 53 985! Kranke in 2886 Pilgersonderzügen die Wuudergrotte und die katholischen Krankenhäuser in Lourdes- ausgesucht. Allein int letzten Jahre gab es 602 Eisenbahnzüge mit fast 10 000 Krankem sanden 131 261 Eintauchungen in das wundertätige Wasser stakst boten 5646 freiwillige Krankenträger kostenlos ihre Hilfe an.! Die Einnahmen, die die städtische Verzehrungssteuer von den Wallfahrern hatte, betrugen int letzten Jahre über 135 000 Fr., Die Post verkaufte um 1.10 000 Fr. Wertzeichen mehr als inti Vorjahre. Tie Mehreinnahme der für Pilgerfahrten in Betracht kommenden Estenbahngesellschaften belief sich auf 26 729 425 Fr.s Schätzungsweise wurden im letzten Jahre 50—60 Mill. Fr. durch 2,5 Millionen Pilger nach Frankreich gebracht. So schreibt eine katholische Statistik. Diese Zahlen jprecheü eine beredte Sprache. Sie zeigen mehr als alle theoretischen Erörterungen, welche Bedeutung die Lourdespropaganda allmählich für alle Kulturländer gewonnen hat. -Selbst die vorsichtigen Berichte des „Deutschen Lourdesvereius" geben zu, daß -an deutschem Nationalvermögen alljährlich von deutschen Lourdespilgern mehrere' Millionen Mark nach Frankreich getragen werden. Die angeführte Statistik läßt aber mit aller Deutlichkeit einen zweiten Umstand erkennen, der von noch bedeutsamerer Tragweite zu sein scheint. Die Zahl der Kranken, die in Lourdes Heilung und Rettung suchen, die dort in das wundertätige Wasser getaucht werden, hat eine fabelhafte Höhe erreicht! Lourdes ist ein Städtchen von etwa 8QÖ0 Einwohnern airt Nordabhang der Pyrenäen. Der ganze Ort ist ein riesiger Markt von amerikanischem Wachstum. Mes ist auf das Geschäft und — 151 - den Handel -«geschnitten. Riesige Kirchenbauten ragen tiom Ufer des Gaveflusses gegen Himmel und Tausende von Pilgern umlagern zur Zeit der Nationalpilgersahrt die Grotte und die.Stätte der Sakramentsprozessionen. Arber die Ursache, die Lourdes zum Zielpunkt dieser Völkerwanderung gemacht hat, erzählt man, daß dort im Fahre 1858 einem 14jährigen Mädchen 18 Mal die Jungfrau Maria in einer Grotte erschienen sein soll. Diese Erscheinungen wurden 11862 von dem Bischof von Tarbes (Städtchen bei Lourdes) und seit 1874 in wiederholten Gnadenverweisungen vom Papste anerkannt, 1891 wurde für den 11. Februar, dein Tag der.ersten Erscheinung, .ein eigenes Offizium und eine Messe unserer lieben Frau von (Lourdes bewilligt. Lourdes hat damit seine Stelle tu der Liturgie der römischen Kirche gefunden. Seit 1892 nun hat ein französischer Arzt, .Dr. nred. ^Loissaric, die Leitung des in Lourdes zwecks fachmännischer Konstatierung der Heilnngsvorgänge errichteten ärztlichen Konstatierungsbureaus übernommen. In ausführlichen, reichillustrierten Werken sind die Beobachtungen dieses ärztlichen Leiters von Lourdes festgelegt. Ausdrücklich sind dabei die wissenschaftlichen Einwände gegen das Wunder berücksichtigt und besonders alles, was an suggestiven Einflüssen in Betracht gezogen werden könnte, bei beit Wunder- konstatierungcn ausgescha'ltet. Zahllos sind die angeführten Krankenberichte, ein ärztliches Protokoll reiht sich an das andere, die Sprache ist außerordentlich überzeugend, und fast unmöglich ist cs dem Laien, die Lücken zu finden, um diesem engmaschigen Reh der Wundcrberichte zu entrinnen. Im August vorigen Jahres versuchte ich es, in einem mehrwöchigen Aufenthalt in Lourdes selbst, mir ein Bild über die dortigen .Vorgänge zu schaffen. Die Reise ging über Paris', Bordeaux, Biarrih und Lourdes. Die erste Woche beobachteten wir — meine Frau und ich — vollkommen inkognito die Verhältnisse. Ein Gesinnungsgenosse und vorzüglicher Kenner der Verhältnisse, Professor der Philosophie A. Chide vom Lyceum in Eap, hatte in sehr dankenswerter Weise alles vorbereitet und für Unterkunft und Gelegenheit zu geeigneter Beobachtung gesorgt. Gerade waren die deutschen Pilgerzüge angekommcn, 700 deutsche Wallfahrer ans Straßburg, 100 aus der Pfalz. Tag für Tag sahen wir unsere Landsleute vor der Grotte knien, wir hörten die Gebete der deutschen Priester vor den Piscinen, wo die Kranken badeten und nachmittags fanden die Anrufungen bei der Sakranientsprozcssion in deutscher Sprache statt. Unsere Aufmerksamkeit war begreiflicherweise in höchstem Grade auf das Erleben eines Wunders gerichtet. Wir brauchten nicht lange zu warten. Bereits in dcm ersten Tagen brachte die Abendausgabe der Lourder Tagespresse die Schilderung von der Heilung einer Deutschen. Ich legte anderen Tags den Bericht einem der Krankenträger vor. Auf meine Bitte nm Auskunft erhielt ich die ernüchternde Antwort: „Das' müssen Sie nicht glauben, wenn das wahr wäre, müßten wir es wissen." Tatsächlich stellte sich bei allen weiteren Nachforschungen heraus', daß die Tagespresse in Lourdes, in einer ganz unverantwortlichen Weise unter genauer .Angabe der Personalien, der Krankheit und der Heilungsvorgänge von Wundern erzählt, ohne daß auch nur das geringste an diesen Berichten überhaupt wahr wäre. , Es war am Donnerstag, den 14. August, am Feste Maria Himmelfahrt, als wir zum erstenmal ein „Wunder" mit eigenen Augen erlebten. Ein Mann in den 30er Jahren, ein Teilnehmer des irländischen Pilgerzuges, war bisher Tag für Tag in einem Rollwägelchen zur Grotte und zur Sakramentsprozession gefahren. Er war am ganzen Körper gelähmt. Tie Sakramentsprozession war eben vorüber, als tosendes Beifallsklatschen der nach Tan- senden zählenden Menschenmassen über den Riesenplah vor der Kirche dröhnte und die Meüge wild durcheinanderstürzte.. Inmitten des Knäuels sah ich unseren Irländer, wie er, gestützt aus zwei Französinnen, langsamen Schrittes über beit Platz ging. Ein halbes Dutzend der Krankenträger umringte den „Geheilten", um ihn vor den immer sich «erneuernden Ansturm der Kolksmassen zu schützen. Glückstrahlend schritt unser Irländer den Weg nach seinem Hotel zu. Es war ein Triumphzug, der an Enthusiasmus seiner Teilnehmer nicht zu überbieten war. Die zahllosen Pilger zogen mit vor das Hotel und stundenlang umlagerte gestikulierend Und diskutierend das erregte Volk den Hoteleingang, um immer aufs neue von den Angestellten das Unfaßliche des Ergebnisses sich erzählen zu lassen. Die Menge hatte ihr Wunder. Die Presse hatte ihr Wunder. Und damit war mau zufrieden. Ich versuchte, mich weiter über den Verlaus dieses interessanten.Vorkommnisses zu erkundigen und fragte schließlich Tr. Boissarie selbst. Es stellte sich heraus, das; der Mann seit Jahren au einer schweren Nervenerkrankung litt, jedoch das Gehvermögrn keineswegs ganz erloschen gewesen war, die. enorme physische Erregung, die die Erlebnisse in 'Lourdes in dem Kranken erzeugt hatten, riefen momentan eine Steigerung der Willenskraft und dadurch der Leistungsfähigkeit hervor, die jedoch andern Tags dem alten Zustand wieder Platz machte. Begreiflicherweise blieb diese letzte Konstatierung der breiten Oeffent- lichkeit vorenthalten und das Erlebnis allein, das dem Unkundigen ein Wunder vortäuschte, blieb in der Erinnerung der Pilger bestehen. Die zweite Woche Unseres Aufenthaltes sollte systematischen Beobachtungen int Konstatieruugsbureau dienen. Dr. Boissarie empfing uns mit ausgesuchter Höflichkeit, er begrüßte mich wie einen alten Bekannten. Man gab mir das Abzeichen der Merzte, gestattete mir jede Untersuchung der Kranken und jeden Besuch der Spitäler. Das Konstatieruugsbureau befaßt sich mit der Feststellung der Heilungsvorgänge. Einem Stab von Aerzten, der leider fast ständig wechselt, von dem einzelne Herren oft nur einige Stunden in Lourdes sind, fällt fast ausschließlich die Aufgabe der Konstatierungen zu. Diese durchreisenden Merzte entfernen die Ver- bände, machen die ersten Untersuchungen und zeichnen auch die offiziellen Berichte tut Journal de la Grotte. In diesem Wechsel und in dem Mangel einer ständig verantwortlichen einheitlichen' Leitung liegt für den wissenschaftlichen Beobachter ein gruudsätz- ltcher systematischer Fehler des KonstatierUitgsbüreaus'. Aber von den zahlreichen Eindrücken, die ick; in diesem Bureau gehabt habe, das ständig von Leuten in Ekstase überfüllt oder umdrängt 'war, blieb als! wichtigster nur der, daß — der Glaube Berge zu versetzen vermag. Die suggestive Wirkung der ganzen Aufmachung in Lourdes ist unvergleichlich. Sie ist vielleicht auch auf organische sTrkranküugen bedeutsamer als der Arzt im allgemeinen annimmt. Wenn mau die beispiellose Hingabe, das grenzenlose Vertrauen der armen Kranken sieht, möchte man wünschen, daß diese suggestive Wirkung noch viel größer wäre. Aber wenn Man nun beurteilt, daß allein tuberkulöse Erkrankungen, die keiner suggestiven Heilwirkung zugänglich sind, ungefähr die Hälfte der in Lourdes' Heilung suchenden Krankheiten ausmachen, daß ferner für viele dieser Kranken eine ganz unabsehbare Schädigung durch die Reise, durch die Aufregung und den Mangel jede« ärztlichen Beratung Mit Sicherheit konstatiert werden kann, dann mUß der Arzt — darin stimme ich mit manchem katholischgläubigen Kollegen überein — vor solchen Lourdesreisen aufs nachdrücklichste warnen. Das Experiment ist als gesundheitsschädlich, als gefährlich zu bezeichnen. So ist denn auch Enttäuschung und Reue nur zu ost das Resultat der mit so viel Begeisterung angetretcnen Wallfahrt. ____________ ttaiser Wilhelm als Leser und Sriefschreiber. Der Großherzoglich Mecklenburg-Strelitzsche Kammerherr Baron von Dewitz veröffentlicht in der amerikanischen Monatsschrift „Muusey's Magazine" ein anschauliches Bild des deutschen Kaisers, in dem 'er u. a. folgendes erzählt: Noch ehe der Kanzler und Minister des Morgens beit Kaiser ausgesucht haben, ist bieser bereits mit ber Lektüre der wichtigsten Zeitungen Deutsch- lands und des Auslandes fertig. Natürlich kann der Kaiser nicht alle Zcituugen selbst lesen. Damit ihm nun nichts Wichtiges entgehe, hat er seit Fahren einen ganzen Stab von (geübten Lesern in seinem Dienste, die in sieben Sprachen arbeiten und alle wesentlichen Neuigkeiten oder was sich sonst auf Dinge bezieht/ an beiten der Kaiser besonbcren Anteil nimmt, ausschneiden. Diese Zeitungsausschnitte werben ans große Papptaseln geklebt und! dann in ein Portefeuille ans Maroquin getan, das Has kaiserliche Wappen trägt. Schlag sieben Uhr legt ber Offizier, der ine Leitung dieses Dienstes in Händen hat, dieses Portefeuille vor/ aus dem der Kaiser seine Informationen bezieht. Beim Lesen macht der Kaiser am Rande Anmerkungen mit Blaustift, indem er kritisiert ober seine Billigung ausdrückt.- Durch diese planmäßige Auswahl aus Zcituugen und Zcit- fchristcn hat der Kaiser cs dazu gebracht, daß er der best bcnackj- richtigtc und technisch unterrichtete Herrscher ist. Als Beispiel hierfür erwähnt Baron von Dewitz, daß bet der Einführung von Turbinen in die Kriegsflotte c3 der Kaiser war, nicht aber bie Minister, der bie technischen Grundlagen lieferte. Die Nachtlektüre, ber der Kaiser sich int Bette liegeitb widmet, unterscheidet sich von dem Schnellesen des Morgens. Sie tst beschaulicherer Natur, aber auch durchaus plaurnäßig angelegt. Ent großer Stapel Papier und ein .angebundener Blaustift liegen zur Hand. Das Licht piuß auf das fallen, was der Kaiser heft,- darf ihm aber nicht inS Gesicht scheinen. Zu dieser Nachtbibliothek hat niemand Zutritt. Sie soll gegenwärtig ein paar starke Bande umfassen. Wenn der Kaiser bei der Lektüre Bemerknngeii auf- schreibt, soll er sich einer eigentümlich aus Antiqua- und Frakturlettern gemischten Schrift bedienen, und dieses Gemisch soll sich sogar in einzelnen Wörtern finden. Dabei soll er eine große Vorliebe für Abkürzungen haben, und z. B ledes überflüssige e auslassen. Beispielsweise soll er „Infantin' statt ^nfanterte, ober anstelle von fliegender Adler „sligndr. Adr" schreiben. Für seine Briefe, soweit sie nicht persönlicher Korresponbenzj angehoreii/ verwendet der Kaiser bestes .Pergament, das natürlich mit den kaiserlichen und königlichen Siegeln versehen ist. Privatbriefe soll der Kaiser auf ziemlich einfachem Leiuenpapter mit rauher Oberfläche und bräunlichem Farbtone, ober auf ganz schwerent/ stcisem, iveißcin Elfenbeinpapier schreiben. Das ganze erstes Viertel des Blattes wird von Monogramm und Krone eingenommen, so daß nur drei Viertel ber Fläche zum Schreiben übrig bleiben. Da der Kaiser ziemlich große Buchstaben schreibt, müssen die Blatter sehr groß fein, und da es ettikettenwidrig wäre, einen kaiscr- lichen Brief zu falten, müssen die Briefumschläge ungewöhnlich groß sein. Sie werden übrigens nicht zU'gPklcbt, sondern durch ein großes schwarzes Siegel verschlossen: 152 Baron von Dewitz rühmt bcm Kaiser im Gespräche epigrammatische Kürze nach nnd erzählt dafür ein hübsches Beispiel: der leitende Offizier des kaiserlichen Zeitnirgsansschnittdrenftes brachte eines ^ages eine Botschaft des amerikanischen Präsidenten an den'Kongreß im Umfange von 25 000 Worten. Am nächsten Tage fand er diesen Zeitungsausschnitt, auf seinem Pult, und am Rande stand mit Blaustift in lakouischer Kürze: „Auf einen Satz zusammendrängen nnd auf Eis legen!" Im Anschluß an diese Schilderung des Kaisers als Leser und Briefichretber erzählt Baron von Dewitz den Amerikanern auch ein paar hübsche Ge- schichtchen aus dem Leben dis Kaisers, die Wilhelm II. tut Verkehr mit seinen Offizieren zeigen. Bei einem Manöver jagte der Kaiser zu einem Ulanenkommandeur: „Prächtig, Oberst, es könnte nicht besser sein! Sie haben den tüchtigsten Fähnrich int Dienst, aber der Prachtkerl ist zu schnell: er ist sechs Meter lveiter, als er sollte! Dieses Mal wirds wohl an dem Pferde liege» — ein Prachtviech!" Dabei zuckte es nm seinen Schuurr- bart verräterisch, und dann sprach der Kaiser weiter: „Ich meine natürlich das Pferd!" — Eines Tages meldete sich der Kaiser in der Offiziersmesse eines Feldjägerkorps als Gast an. Er stellte jedoch die Bedingung, es solle kein besserer Aufwand getrieben werden, er wolle vielmehr an dem üblichen Mahle der Offiziere teilnehmen, insbesondere solle kein kostspieliger Cham- pagner getrunken werden, sondern er zöge gutes, ehrliches deutsches Bier vor. Ein Leutnant verfiel auf die, List, auf teilt paar Flaschen des besten Champagners Etiketten der billigsten Sorten zu kleben. Als der Kaiser von diesem „billigen Champagner" gekostet hatte, schmeckte er nach Kennerart mit der Zunge, setzte das Glas noch einmal an die Lippen, sah es an und bemerkte dabei deil schnld- belvußten Gesichtsausdruck des Nebeltäters. Dann lehnte er sich zurück und sagte: „Wenn dieses billiger Champagner ist, wie ich ihn aiigeordnet habe, dann setzen Sie mir doch bitte.einmal eine Flasche vom besten vor." Die Offiziere erröteten, der verantwortliche Meßoffizier wollte eine Entschuldigung Vorbringen, aber der Kaiser fuhr gutgelaunt fort: „Macht nichts, ich verstehe. Wenn die Herren mich aber noch einmal in diese Messe locken, bestehe ich darauf, Pilsener in Blumentöpfen zu bekommen!" Dke Vogelwelt der Vibel. „Das fünfte Evangelium" ist Palästina genannt worben, um die hohe Bedeutung zu kennzeichnen, die das heilige Land für die Erkenntnis und das Verständnis des Neuen und auch des Alten Testamentes besitzt. Allüberall wird auch im heutigen Palästina der Blick auf unzählige Einzelheiten der heiligen Geschichte gelenkt, wie sie im Buch der Bücher aufgezeichnet ist. Nicht nur die Formen der Landschaft und die markanten Züge des Votkslebens, auch die geflügelten Bewohner der Luft lenken den Blick auf die Bibel hin. So bringt denn ein inhaltsreicher Aufsatz „Streifzüge durch die Vogelwelt Palästinas", beit der Pfarrer der Insel Hiddensöe bei Rügen, Arnold Gustave, auf Grund eingehender Studien im neuesten Jahrgang des Palästina-Jahrbuches veröffentlicht, auch viel Interessantes über die Vogelwelt der Bibel bei, , Es ist auffällig, daß von ben] Heineren Singvögeln, von jenen in Palästina heimischen und auch bei uns wohlbekannten Frühlingsboten, kein einziger im Alten Testament erwähnt wird. Nur an einer Stelle ist ganz allgemein von Singvögeln die Rede, nämlich im 104, Psalm: „Tu lässest Brunnen guellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen, daß alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild feinen Durst lösche. An denselben sitzen die Vögel des Himmels und fingen unter den Zweigen." Dem Dichter mag wohl die liebliche Landschaft von En-fara und Elckanwar unweit Jerusalem vor Augen geschiveot haben; er macht die ornithologische Beobachtung, daß die Vögel sich am zahlreichsten in der Nähe fließenden Wassers aushalten. Deshalb brauchen aber die Israeliten, die einen so regen Naturstun und ein offenes Ange für die Wunder der Gotteswelt zeigen, noch keine Vogelverächter gewesen zu sein. Man hat sogar au3 einer stelle in Hiob geschloffen, daß sie bereits Singvögel als Stubenvögel gehalten Hadem Wenn es dort vorn Leviathan heißt: „Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Bogel? oder ihn für veine Dirnen anbinben ?", so erinnert dies an eine noch heute int Orient übliche Sitte, nach der kleine Mädchen einen Vogel als Spielgefährten an einen langen Faden binden. Sehr häufig wird die B o g e l st e l l e r e i im Alten Testament erwähnt. Im Neuen -teitament findet nur der stümperhafteste unter den Singvögeln, öer © p e r I i n g, Erwähnung. Er ist nach Aussehen, Charakter und Häufigkeit berfelbejvie bei uns in Deutschland. Seine Dreistig- teit ist sogar noch größer, da er sich nicht begnügt, an den Häuser- mauern m nisten, sondern sogar in den Wänden sein Domizil auf« schlagt, indem er zwischen den Luftziegeln der Fellachenhäuser den Lehm herausgrabt. Palästina ist ein waldarmes Land, und daher st"..„. re die Vogel, die Buschwerk und Wald lieben, verhältnis- mäßig selten vertreten. Sehr zahlreich sind die Raubvögel, unter denen wohl als der häufigste der Schmutzgeier gelten muß, den die Bibel imter den unreinen Vögeln erwähnt. Wo im Orient menschliche Ntederlahungen sind, da gibt es auch reichliche Abfälle, und bet den Fellachendörfern und Bednineiilageril übernehmen die ' Geier das Amt der Reinigung. das in den Städten die Hunde besorgen. Noch heute heißts wie im Matthäus-Evangelium: „Wo ein Aas, da sammeln sich die Geier." Die markanteste Geierart, zugleich der Vogel mit der größten Spannweite der Flügel, ist in Palästina der W e i ß ko p f g ei er, von dessen scharfem Gesicht es im Talmud übertreibend heißt: „Er kann in Babel sich befinden und dennoch ein Aas in Palästina erblicken". Dieser Geier, der in großen Kolonien lebt, ist vielfach da gemeint, wo Luther in seiner Uebersetznng des Alten Testamentes den Adler nennt. Unzweifelhaft ist z. B. der Geier gemeint, wenn es bei Micha heißt: „Mach? dich gar kahl wie ein Adler", denn der Geier, nicht der Adler ist kahlköpfig. Uns dünkt der Adler gewiß der herrlichen poetischen Vergleiche in der Bibel würdiger, aber die Orientalen, bei denen der Geier ebenso wie der Hund eine höhere Wertschätzung genießt als bei uns, empfinden darin anders. Von den Nachtvögeln wird in der Bibel die am häufigsten in Palästina vorkommende Eulenart, der Steinkauz, erwähnt. Eine andere Art, die Schleiereule, hat durch ihr unheimliches Schnaufen, ihren geisterhaft leisen Flug und den frauenhaft wirkenden Kops die Ursache für den Aberglauben von dem Gespenst Lilith gegeben, das im Jesaias erwähnt wird. Dieser dämonische „Kobold", wie Luther an der Stelle übersetzt, raubt und tötet in Eulengestatt bei Nacht die Kinder. Tie Schwalbenart, die in dem Klagelied des kranken Königs Hiskia als Vergleich für sein Winseln herangezogen wird, ist der Mauersegler, dessen Schrei einem Schmerzgestöhn gleicht. Der größten Zuneigung und Pflege erfreute sich bei den Israeliten die Taube; sie ist der einzige Vogel, der geopfert werden durfte, und aus der Bedeutung, die die Tauben im Kultus hatten, erklären sich auch wohl die zahlreichen Taubenhäuser, die man in Palästina findet, z. T. großartige Anlagen mit Hunderten von Nistlöchern. Vermochte». '— D asGo11esgeri ch t. Bon denk Domkapitular Schnük-t gen, der neulich seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, erzählt tnäll sich in Köln eine hübsche Anekdote, die uns ein Freund unseres Blattes mitteilt: Schnütgen hatte vor einigen Jahren bet einem! Eifeler Bäuerlein eine alte geschnitzte Eichentruhe „gekauft", das heißt, das Bäuerlein hatte dem hochwürdigen Herrn im Talar das Ding ohne Ahnung von seinem! Kunstwerk für einen Schnitz überlassen. Durch irgendeinen Zufall wurde der Bauer über seine Dummheit aufgeklärt. Er ärgerte sich, zo ' ' ftaat an und fuhr nach Köln zum Professor s , zur Rede zu stellen. Der Bauer Würbe von der Magd in das Wartezimmer geführt und ihm bedeutet: „Der Herr Dompropst kommt gleich !" Der Herr Propst war aber in diesem Augenblick gerade sehr beschäftigt. Da gerade ein befreundeter Amtsbruder — genau das Gegenteil Schnütgens in Figur und Haltung —■ anwesend Ivar, so bat ihn Schnütgen, doch einmal hinüberzngehen and den Bauern nach seinem Begehr zu fragen. So verfügte sich also der Herr Amtsbruder, ein gebücktes, vertrocknetes und hustendes Männchen im schwarzen Talar, zu dem Bauern im Sprechzimmer. Als das Bäuerlein die Jammergestalt erblickte, war es höchlich bestürzt. So hatte sich also der Propst Schnütgen, den er noch vor kurzem so stramm uns) munter in seinem Eifeldorf gesprochen hatte, verändert! Aus einem Riesen war ein kranker Zwerg geworden, nur durch den Druck des bösen Gewissens! Das packte den Bauer jm innersten Herzen. Erschüttert nahm er seine Mütze, ititlb an der Wand vorbei sich zur Tür hindrückend, sagte er: „Och Herriesses, Herr Pastur, ich sinn et all, ich will eckes sonn: Hä hält Jott gerich'." (Ach Herrjeses, Herr Pastor, ich sehe es schon, ich will gleich Wicker gehen: hier hat Gott gerichtet.) -- 1 * Das stinrmk. „Merke es dir, Dora, je mehr man einest Mann fesselt, desto leichter wird er ein Freier." * Hausherrnlogik. „Hörst dus, Alte? Jetzt singt cti schon wieder, der Mieter int dritten Stock: „Was frag ich viel! nach Geld und Gut . . ." Der wird Morgen gleich gesteigert!" Silbenrätsel. a, a, ar, b, be, de, en, en, la, la, lisk, ine, ne, ne, nee, ui, ni, o, o, or, pel, re, ros, fi, w. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart unter einander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben, von oben nach nuten, und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, den Namen eines gefeierten Malers ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Vorderasiatisches Reich. 2. Einen Opernkomponisten. 3. Stadt in Italien. 4. Fremdländisches Bauwerk. * 5. Berühmten französischen Arzt. 6. Fluß in Amerika. Eine der Sunda-Fnseln. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer z Nimm Rat von allem, aber spar' dein Urteil. einen sonnt niätaen, uni R-daklion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gieße»