Mittwoch, den 8. Januar EÄSai'' IW •M W Von Frühling ?u Frühling. Roman von Erich Eben st ein. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Ei, wie hübsch, meine Damen," sagte er galant, „daß ich Sie noch alle beisammen finde! 'n Abend, Fräulein Herta! Fräulein Isa, meine herzlichste Gratulation — ich habe schon gehört, daß Sie es uns nächstens nachtun wollen! Riesig fesch! Ja, ja, das Alleinsein taugt nichts und das Verheiratetsein ist gar nicht so übel — was, Mausi?" Er trat zu Meta und kneifte sie in die Wange. Aerger- lich bog sie den Kopf zurück. „Aber Niki....!" „Ach was — vor deinen besten Freundinnen! Sie entschuldigen doch, meine Damen? Wir sind eben noch in den Flitterwochen . . . übrigens. Kleine, willst du mir nicht ein Paar Leckereien,a>nbieten? Ich bin schauderhaft bei ^Appetit!" Meta schob ihm die halb geleerten Schüsseln zu. „Bitte, bediene dich! Wünschest du auch eine Tasse Tee?" Sie griff nach der Klingelschnur, welche von dem Lüster herabhing. „Tee? Nein. Hast du keinen Kognak?" „Du weißt, daß dir der Arzt Kognak verboten hat . ." „Lächerlich! Sie müssen wissen, meine Damen, daß Professor Burger mir durchaus ein Herzleiden hinaufdisputieren wiil. Mer ich lasse mir nicht bange machen. Das könnte mir fehlen! Jetzt erst recht Kognak her!" „Ich habe keinen hier." „Dann laß, bitte, welchen bringen!" Meta klingelte. Als der Diener kam, sagte Niki statt ihrer: „Bringen Sie Kognak, Jean, und drei Flaschen Sekt —" „Niki!" Er lachte. „Selbstverständlich! Wir müssen doch diesen ersten Besuch deiner Freundinnen gebührend feiern! Ich hoffe, Sie sind keine Kostverächterinnen, meine Damen?" „Das nicht, Herr Petermann," lachte Herta, „aber ich fürchte, daß wir nicht mehr viel Bescheid werden tun können. Es ist spät und wir müssen heim!" „Keine Spur, daß ich Sic fortlasse! Es ist ja riesig nett, daß Sie just heute hier sind. Ich bitte Sie — sonst müßten wir den Wend ganz allein verbringen!" „Nun, das Unglück wäre wohl kaum so groß!" antwortete Herta mit einem schelmischen Seitenblick auf Meta, die unbeweglich vor sich hinsah. Niki zog die Augenbrauen hoch und zuckte mit den Achseln. „Hm — je nach dem die allerhöchste Laune ist . . . was, Meta?" „Ich bitte dich, Niki!" Der Diener brachte den Sekt und Petermann machte sich eifrig an das Oeffnen der Flaschen. Dabei stürzte er ein Gläschen Kognak hinunter. „Ah — famos nach dem naßkalten Wetter draußen! So, meine Damen — Ihre Gläser, bitte! Meta, ich beschwöre dich, mache keine solche Leichenbittermiene! Auf dein Wohl!" Mit einem Zuge leerte er das Glas. „Fabelhaft gemütlich! So 'n Glas Sekt in Damengesellschaft! Ueberhaupt gemütlich hier. . . nicht wahr, Meta hat einen großartigen Geschmack im Arrangieren? Du, Meta, was ich dir erzählen wollte — rate mal, wessen Bekanntschaft ich heute gemacht habe?" „Wie soll ich das wissen?" „Prinz Joachim. Riesig netter Mensch! Habe ihn gleich in deinem Namen für Mittwoch zu unserer ersten Gesellschaft geladen. Es ist dir doch recht?" „Gewiß." „Haben Sie auch des Prinzen Adjutanten, Herrn von Münster, kennen gelernt?" fragte Herta interessiert. „Versteht sich! Ist aber weniger nett. Ein arroganter Mensch spricht kaum ein Wort." „Greifen Sie meiner Schwester nicht ins Herz," lächelte Isa; sie schwärmt für Herrn von Münster!" „Wirklich? Schade. . . übrigens alle Damen schwärmen für den steifen Ladestock! Na — Geschmackssache. Mnrm dich in acht, Meta!" Meta lachte zuin ersten Male, seit ihr Mann ins Zimmer getreten war. „Jetzt bin ich wirklich neugierig auf diesen Herrn von Münster — das ist die zweite Warnung in einer Stunde! Auch Herta warnte mich . . . als ob ich aus so brennbarem Material wäre!" „Nein, weiß Gott — das bist du nicht!" Petermann betrachtete seine Frau etwas spöttisch. Dann stürzte er abermals ein Glas Sekt hinab und bog sich näher zu ihr. „Aber an mir hast du doch gleich Feuer gefangen, nicht wahr?" lachte er triumphierend. Meta richtete sich steif auf. „Ich muß dich bitten, Niki, nicht zu vergessen, daß . ." „Wir nicht allein sind . . . natürlich! Wurde mir schon einmal nahegelegt! Aber die Damen sind ja selbst Dräute — sie finden nichts dabei, wenn ein Mann seine Frau lieb hat. Und ich hab dich riesig lieb, Mausi. Du bist entzückeird heute in diesem lichtblauen Kleid. Himmel, meine Damen, Sie trinken ja gar nicht! Bitte . . ." Herta stand auf. „Sie müssen uns wirklich für heute entschuldigen, Herr Petermann. Es ist die höchste Zeit, daß wir gehen." Er versuchte noch eine Weile, sie zurückzuhalten, aber 14 Vergebens. Die Rennermädchen blieben dabei, haß Papa sie erwarte und daß es höchste Zeit sei, Abschied zu nehmen. Kaunr waren Petermann und Meta, nachdem sie die Damen zum Wagen begleitet hatten, in ihr Zimmer zuruckgekehrt, als Niti seine Frau in die Arme schloß und rhr weinselig zuflüsterte: , ,, . „Herrgott, ist das reizend, Schatz, daß wir mal allein sind . . . ich hatte schon eine Heidenangst, sie blreben uns am Halse sitzen!" Meta machte sich kühl los. „Eben sagtest du ihnen unten noch das Gegenteil! „Gott, marr rnuß doch! Was redet man alles zusammen —" „Du wenigstens!" In Petermanns -graugrünen Augen blitzte es ärgerlich auf. Er trat an den Tisch, trank noch em Glas Champagner und lächelte plötzlich wieder. Leise trat er hinter Meta, legte seine langen, spindeldürren kalten Finger in die rötlich flimmernde Flut ihres Haares und beugte ihren Kopf nach rückwärts. Mit einem Schauder fühlte sie den Weindunst, der von ihni ausging, seine funkelnden Augen mit dem schwimmenden Blick über sich und die schmalen, bläulichen Lippen, welche die ihren suchten. Fast wild, riß sie sich los. „Laß das, wozu solche Kindereien?" „Kindereien? Na, hör mal. Meta--ich weiß wirklich nicht, wie komisch du manchmal bist! Hundertmal hast du mir den Borwurf gemacht, daß ich dich abends allein lasse, und nun ich einmal bei dir bleibe, bist du so! Was sollen wir denn anfangen, beide allein, wenn wir nicht ein bißchen verliebten Unsinn treiben? Ich wüßte wirklich nicht, wozn wir verheiratet wären!" „O — dazu also? Dazu hast du geheiratet?" „Hm — nicht allein, natürlich. Ich möchte auch einen Sohnhaben . . . später. Aber vorderhand finde ich es ganz nett zu zweien. Komm her, Kleine, sei vernünftig . . was siehst du mich denn so tragisch an? Was hast du eigentlich, Meta?" Sie trat ganz dicht an ihn heran. Ihr Gesicht war völlig weiß, nur die Augen sprühten ihn zornig an. „Was ich habe? Wissen möchte ich, weshalb dn mich anlügst?" „An—lügst?" Petermann blickte etwas verwirrt auf. „Wieso?" „Warum hast du mir gesagt, daß die Torlini von G. weg ist?" Petermaim fuhr ärgerlich auf. „Ich verbitte mir jedwedes Spionieren! Wenn du die Ehe als einen Käfig ansiehst und mich als den Gimpel, den du darin gefangen hältst, dann irrst du! Für moderne Menschen ist Eifersucht lächerlich, verstanden? Ueberlasse das ruhig diesen Kleinstädtern hier und nimm dir an den Damen der großen Welt ein Beispiel, die viel zu vornehm sind, solche Kleinigkeiten auch nur zu bemerken. Kleinlichkeit ist mir überhaupt verhaßt.. Er stampfte zornig im Zimmer auf und ab. „Ich meinerseits bin ja auch kein Othello... so lange du dich in den Grenzen des Anstandes hältst, werde ich dir nie unbequem werden. Du bist eine schöne Frau, man wird dir den Hof machen — und ich- gönne dir dieses Vergnügen. Natürlich beruht alles auf Gegenseitigkeit — was übrigens die Torloni betrifft: ich habe sie nicht gebeten-, zu bleiben — aber ausweisen kann ich sie doch nicht lassen!" Metas Augen waren jetzt immer größer geworden, Empörung, Haß und Abscheu spiegelten sich, in raschem Wechsel darin. Zuletzt blieb nichts als kalte Verachtung in ihrem Blick liegen. „Ich danke dir," sagte sie ruhig, „mehr Wollte ich nicht wissen. Du hast dich sehr deutlich ausgesprochen... wrr haben einander nun nichts mehr zu sagen." Damit wandte sie sich ab und schickte sich! an, das Zimmer zu verlassen. An der Tür zu ihrem Schlafzimmer holte Petermann sie ein. „Meta — was sollen deine Worte heißen?... Ich..." „Daß ich mit einem Menschen deiner Gesinnung nicht das mindeste mehr gemein habe. Wenn es dir beliebt, kannst du schon morgen die Scheidung dieser Komödie — welche du Ehe nanntest — einleiten. Jedenfalls wirst du von nun an, solange ich noch unter deinem Dache weile, deine ohnehin nie ausgelassene Junggesellenwohnung unten wieder beziehen. Gute Nacht!" Mit einer Kraft, wie er sie ihr nie zugetraut, hatte, drängte Meta Petermann zurück und trat rasch in das Schlafzimmer, dessen Tür sie hinter sich verschloß. Blaß vor Wnt starrte er auf die geschlossene Tür. Dann glitt ein böses Lächeln über seine Züge. „Scheiden lassen?" murmelte er zwischen den Zähnen. „O nein, meine Liebe — dazu gefällst dn mir viel zu gut. Aber vergessen soll dir diese Stunde nicht sein! Nun erst recht sollst du mich lieben..." Er trat an den Tisch zurück, entkorkte die letzte Flasche Sekt und stürzte hastig ein paar Gläser hinab. Dann klingelte er. „Macherr Sie hier Ordnung," befahl er dem eintretenden Diener, „und rufen Sie die Jungfer herauf. Meine Frau ist nicht ganz wohl, vorher aber sagen,Sie Johastn, daß er einspannen soll. Ich fahre noch in die Stadt." Er fuhr sich mit der Hand über die glühende Stirn, aus der kalte Schweißtropfen standen. In wilden Schlägen pochte ihm das Herz bis an den Hals hinauf. „Verdammter Sekt," dachte er, „ich fürchte fast, daß Burger recht hat. . Das hämmert ja wie närrisch..." Langsam, in tiefen, mühsamen Atemzügen die Luft einatmend, stieg Petermann dann hinab in seine ehemalige Junggesellenwohnung. Oben aber saß Meta mit starrem Gesicht in ihrem Schlafzimmer und fragte fick) immer wieder „Was nun? Wird er nrich freigeb-en?" Sie öffnete auch nicht, als die Zofe anklopfte. So viele Jahre hatte sie sich allein ausgekleidet, nun wollte sie es wieder tim. Sie brauchte keinen Luxus von Petermanns Gnaden. Nichts — nichts — nichts wollte sie mehr von ihm. Sie wußte: Es war die laxe Moral der Welt, in der er sich mit Vorliebe bisher bewegt hatte, die ihn solche Ansichten hatte aussprechen lassen. Sie wußte aber auch, daß diese Moral nie die ihre sein würde, daß sie Niki nie verzeihen konnte. (Fortsetzung folgt.) Kleine Geschichtsbilder aus Gberhessen. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Unter den Landbewohnern ist die Ansicht vielfach verbreitet, der Name „Echzell" stamme von „Achtzeil"; hierunter seien tue acht Gassen zu verstehen, welche in die Hauptstraße einmünden. Andere glauben, der Name stamme von „Eichzell" und erklären dies folgendermaßen: Fromme Mönche hätten sich hier erchene Zellen gebaut, hätten die Heiden bekehrt und an die eichenen Zellen habe sich Echzell nach und nach herangebaut. Beide Erklärungen sind unrichtig. Echzell hieß vor tausend und mehr Jahren „Achazz", aus „Acha" gebildet, was aus dem! Althochdeutschen stammt und so viel bedeutet wie „fließendes! Wasser". Bei Salzburg gibt es einen kleinen Fluß, der heißt bis! auf den heutigen Tag „Ache". Aus „Achazz" wurde nach und nach „Echaz". In Württemberg gibt es einen kleinen Fluß, welcher bis auf den heutigen Tag „Echaz" heißt- Um das Jahr 891 heißt Echzell Achizuvila. Das Wörtchen vila bedeutet Dors. Aus Achizuvila wurde Echezuvil, Echezil und Echtzil, d. h. ein Dorf am fließenden Wasser. Gettenau (Gettenowe) gehörte ursprünglich zu Echzell; fein Name wird vielfach von „Garteuaue" abgeleitet, was unrichtig ist. Man darf mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß der Name von einem Edlen Namens „Gerto", der in dieser Aue, „Gertenaue", „Gettenaue" seinen Sitz hatte, herrührt. Rechts' von der Hochstraße die nach Friedberg zieht, liegt ein erhabener Raum, der zu Gettenau gehört und erst vor einigen Jahrzehnten urbar gemacht wurde. Hier, auf der sog. Ladenau fanden sich Mauerreste, die auf einen ehemaligen Edelhof schließen lassen. Aehnlich ist der Name Geiß-Nidda zu erklären. Nicht „Siegens nidda" hat das Dörflein früher geheißen, weil es ehemals viele Ziegen dort gab, sondern ein Edler Namens „Geiso" hauste infl grauen Altertum dort, von welchem das Dörflein Nidda d. h. niederes Wasser zum Unterschiede von dem größeren Nidda den Namen Nidda des Geiso, Geisentnidda, Geisnidda erhielt. Biugenheinr erhielt seinen Namen offenbar von einem Edlen I Bingo, der sich hier ein „Heim" oder „Haus" von stattlichen!! Ansehen gebaut hatte. An dieses Haus', das als Burg bezeichnet! werden kann, baute sich nach und nach der Ort an. Kaiser Karl IV. gab im Jahre 1357 dem Abte Heinrich von Kraluk zü Fulda die Erlaubnis: „eine Stadt vor die Burg zu Bingeuheimb" bauen zu dürfen. (Unsere Haupt- und Residenzstadt erhielt kurzj vorher, im Jahre 1330, Stadtrechte.) Das Schloß zu Bingen- 15 Heim steht wahrscheinlich Ms den Fundamenten eines beseitigten xömischen Kastells. Aus diesen kurzen Angaben ersieht der freundliche Leser schon ganz deutlich, daß die drei Ortschaften Echzell, Bingenheim, Gettenau uralt, so an die zweitausend Jahre alt sein mögen. Zur Zeit Karls des Dicken betrug die Bevölkerung der Fuldischen Mark etwa 650 Seelen. Demnach hat sie sich in tausend Jahren verzehnfacht. Die Vermehrung würde eine viel bedeutendere sein, wenn der 30jährige Krieg keine so entsetzlichen Verheerungen Und Entvölkerungen auch in der Wetterau hervorgebracht hätte. Wir werden hernach daraus zurückkommen. Etwa 500 Jahre lang blieben die drei Dörfer Echzell, Bingen- heinr und Gettenau und mit ihnen die Fuldische Mark im Besitze des Klosters Fulda. Nach! dem Jahre 1300 trat Geldverlegenheit ein; cs wurden Stücke an die Grafen von Ziegenhain, die Herren von Münzenberg und Fakkenstein, die Grafen von Nassau, die Landgrafen von Hessen ver-fändet, verkauft, oder als Lehne übertragen. Es würde zu weit Uhren, wenn wir die Verpfändungen, Belehnungen, Tausche und Verkäufe einzeln hier vorführen wollten. Die Häuser Hessen und Nassau waren schließlich noch allein im Besitze der Fuldischen Mark. Im Jahre 1570 verkaufte Nassau seinen Anteil daran um 121000 Gulden an Hessen und behielt sich nur Reichelsheim zurück. Im Jahre 1866 fiel dieses mit Dornassenheim an Hessen, welches seitdem alleiniger Besitzer dieses fruchtbaren und geschichtlich interessanten Landstriches ist. Mehr als diese Uebergäuge, Käufe und Belehnungen interessieren den Leser urerkwürdige geschichtliche Ereignisse. Wie es Mr Zeit des 30jährigen Krieges bei den drei Dörfern aussah, darüber gibt uns folgende Aufzeichnung Kunde: „In der ganzen Gegend von Echzell wüthete 1635 die Pest. Aus den bis zu jener Zeit reichenden Kirchenbüchern kann man über die Wuth der Seuche einen Schluß fassen. Viele Bewohner hatten ihre verödete Heimath verlassen, wie dieses das Kirchenbuch von Dauernheim besagt und waren an andere Orte, besonders nach, Nidda, geflüchtet. Heinrich Gang, damals KMlan und Schullehrer zu Dauernheim und von 1635—1657 KMlan zu Echzell verzeichnet von Michaeli 1634 bis dahin 1635: 350 Menschen, welche aus dem einen Orte Dauernheim uutkamen. Am Rande des Sterbeprotokolls heißt es gewöhnlich,: pesta (durch Pest) oder taute (durch Hunger). Dasselbe Kirchenbuch erwähnt von einer am 16. -Oktober 1649 zu Blofeld stattgefundenen Taufe, daß dieses das erste Kind sei, welches seit 15 Jahren (1634) in Bloseld getauft wurde, weil das ganze Dorf beinahe ganz ausgestorben gewesen. •-— Das Totenregister von Nidda, geführt von der Hand des damaligen 1. Pfarrers M. Ludwig hat verzeichnet 1900 Personen in 1634 bis 14. September 1635. An manchen Tagen kamen 30 Sterbefälle vor und dabei wird in einer Note bemerkt: „Ueber Und neben diesen ausgezeichneten sollen mehrere herausgetragen worden sein, so nicht angezeigt gewesen." — Echzell soll jedoch verhältnismäßig weniger Opfer gebracht haben, als andere benachbarte Orte, was die hiesigen Bewohner dem Genüsse des hiesigen Sauerbrunnens zuschreiben. (Anmerkung: Daß lM- teres richtig ist, hat die neuere Wissenschaft glanzend bestätigt. Gesundes Trinkwasscr, rein von Pilzen und Bakterien, ist ein Haupterfordernis für menschlichc Gesundheit. Darum handeln kleine Orte, die sich Wasserleitungen mit bedeutenden Kosten an- legcn, sehr klug, benn sie sparen mit der Zeit au Arzt und- Apotheke, was sie die Wasserleitung kostet. Sobald irgendwo eine Epidemie, z. B. 1892 die Cholera in Hamburg, ausbricht, verordnen die Aerzte reines Trintwasser, womöglich Mineralwasser. Nur diesem hatten es die Echzeller 1634 und 1635 zu danken, daß so wenige von der Post himvcggerafft wurden. In deut stattlichen Dorfe Echzell goß es in früheren Jahrhunderten viele adelige Familien, folgende verdienen erwähnt zu werden. Die Herren von Echzell kommen schon 1239 vor und sind wahrscheinlich 1495 ausgestorben. Familie von Kleen erscheint 1383 in Urkunden. Von Weis zu Fauerbach tritt in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Echzell auf und reicht bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Die jetzige Apotheke daselbst war der Stammsitz der Weise tion Fauerbach. Auf diese folgten von Bronnbach, von Geismar, von Nordeck zu Rabenau. Weitere adelige Familien waren: die Herren von Stockheim, von Löw zu Steinfurt, von Schmalbach, von Karben, von Deres, tion Hohenfels, von Ulsener, Wolfskehlen von Voitsberg, tion Frankenstein, tion Hatstein, tion Berlepsch, von Langlen, Nagel von Bisses, von Gemmingen, tion Dalberg, tion Prcttlack, von Bose, von Harmär. Ueber die Kirche tion Echzell bringen wir folgende kurze Mitteilungen: Sie steht auf einem kleinen Hügel, der geebnet wurde Und ehemals eine kreisrunde Form' (mit einem Radius von 1.5 Klafter) besaß. Jetzt ist diese Kreisform durch Anbauten verschwunden. Wann die Kirche erbaut wurde, weiß man nicht mehr. Der Turm hat gewaltige Mauern von 8 Fuß dicke. Die Mauern des Schiffes sind 4 Fuß> dick. Die Turmspitze ist seit Meuschengedenken etwas schief, steht aber trotzdem fest. Es sind noch viele alte Grabsteine, zum Teil mit lateinischen Inschriften vorhanden, wavon wir diejenige des Pfarrers Vigelius (Wächter, oder Wachter) hier anführen: „Hac Johannes vigilans pastor requiescit in urna Pone cubat dulcem filia cara patrem. Ille vigil vigili vigilavit pro grege zelo, Pro zelo coelum nunc habebit ille Dei.“ Zu deutsch ungefähr: „Es ruhet hier in der Gruft der wachsame Hirte Johanns, und dem Theureu Mr Seit' schlummert die Tochter zugleich. Wachsamen Eifers hat über die Heerde der Wächter gewacht Nun bei der himmlischen Heerd', findet sein Eifer den Lohn. — Im Jahre 1648, also im letzten Jahre des schrecklichen 30- jährigen Krieges schenkte Lairdgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Fuldische Mark seinem Eidame, dem Landgrafen Wilhelm Christoph- von Hessen-Homburg, welcher die Seitenlinie Hessen-, Bingenheim gründete. Er hatte acht Söhne, die sämtlich vor ihm starben und zwei Töchter. Die Linie Hessen-Bingenheim erlosch mit ihrem Stifter wieder. Unter Wilhelm Christoph wüteten die entsetzlichen Hexenprozesse, geführt von dem Justizkommissarius Kas- pari von 1652—1660. Da der „Gieß. Anz." über jene Greuel bereits vor Jahren ausführlich berichtete, gehen wir kurz über die Hexenprozesse weg und fügen nur noch bei, daß Landgraf Wilhelm Christoph im Jahre 1681 starb, worauf das Amt Bingenheim wieder an Hessen-Darmstadt zurückfiel und bei diesem Hause geblieben ist, bis auf den heutigen Tag. — lieber das Dorf Gettenau bemerken wir, daßi es ehemals zu Echzell gehörte, mit dem es Kirche, Schule, (Gemeindehaus, Schultheiß, gleiche Gerechtsame, gleiche Pflichten und Lasten hatte. Früher lagen beide Dörfer einen Kilometer weit voneinairder; jetzt sind sich die Häuser ganz nahe gerückt, nur ein schmaler Grabüi trennt beide voneinander. Früher waren Gettenau, Bisses, Blofeld und Bingenheim nach Echzell eingepfarrt; sie lösten sich aber nach und nach los; Blofeld und Bingenheim gingen voran; Bisses und Gettenau folgten 1863 nach. Obgleich Echzell mehr als doppelt so groß wie Bingenheim ist, gewann letzteres im Mittelalter eine größere Bedeutung durch sein Schloß und seine Gerichtsbarkeit. Das Bingenheinter Gericht, welches eine zeitlang die Stelle eines Gaugerichtes vertrat, erscheint schon 932 in einer Urkunde. Nicht bloß- die Orte der Fuldisäjeir Markt, sondern auch die in der Nähe gelegenen übrigen Orte des Klosters Fulda mußten vor dem Gerichte in Bingenheim (und zwar alle Freigeborene dreimal im Jahre) erscheinen. Als die Fürsten immer mächtiger und unabhängiger tourbeit, zogen sie bie Gerichtsbarkeit an sich und ließen durch ihren Amtleute Recht sprechen. Von dem Bingenheimer Gerichte blieb zuletzt nur noch ein Schein, ein Markgericht übrig, welches alljährlich dreimal: auf Freitag nach Dreikönigstag, auf Freitag nach Himmelfahrtstag und auf Freitag nach Remigiustag, abgehalten wurde. Forst- und Feldfrevel und Bagatellsachen kamen dabei zur Verhandlung. Der steinerne Tisch-, an welchem Recht gesprochen wurde, ist noch vorhandeu; aber die drei Linden, die dabei standen, gingen nach und nach! ein. Die letzte, altersschwach, morsch, hohl und schief, wurde in den dreißiger Jahren dieses Sanlülums gefällt. Noch! leben Leute, welche sich der Linde genau erinnern. Schreiber dieser Zeilen fand mehrere Bingenheimer Gerichtssiegel in alten Akten: sic zeigen einen Baum und darunter einen Tische Da Bingenheim durch! den Wegfall der Gerichtstage viel ein» büßte, gab Landgraf Ernst Ludwig dem Dorfe im Jahre 1721 das Recht, auf die drei oben bezeichneten Gerichtstage drei Märkt- tage halten zu dürfen. Die Stistungsur'kunde ist heute noch vorhanden, aber bte Märkte sind nach und nach verfchwunben. Nur der Markt auf Freitag nach Dreikönigstag ist noch im Gedächtnisse der Bevölkerung geblieben und er wird von der Jugend gefeiert. „Marktabend" heißt jener Tag. Die jungen, ledigen Leute kommen an jenem Freitage, außerdem- aber auch am folgenden Samstage und Sonntage zusammen und unterhalten sich! mit Essen, Trinken, Spielen, Singen und sonstiger Kurzweil. Bon Bingenheim ist zu batnerfen, daß es schon seit hundert und mehr Jahren einen schwunghaften Handel mit Geflügel nach Frankfurt betreibt. Schon in alter Zeit erscheinen interessante Namen als Burgmänner von Bingenheim. Wir nennen folgende: Eberhard von Echzell 1280; Philipp v. Münzenb'erg 1300; Johannes von Beitsberg 1309; Wollrad, Schultheis zu Frankfurt 1317; Luther v. Isenburg 1318; Gerhard v. Bubenstein 1327; Kuno v. Falkenstein 1333; Graf Philipp v. Solms' 1341; Thilo v. Beldersheim 1346; Kraft v. Alse 1352; Markolf v. Hatstein 1358; Heinrich ti. Isenburg-Büdingen 1359; Gottfried v. Stockheim 1374; Werner und Gottfried v. Lesch 1385; Eberhard- Lewe zu SteinUrt 1396; Werner v. Lynden 1398; Friedrich von Kleen 1430; Johann v. Langsdorf 1450; Henne und Mengos von Düdelsheim 1473,. (Schluß folgt.f Aus Len Erfahrungen einer UinLerpflegerin. Wie man Kinder behandeln soll, kann in keiner Schule erlernt iverdeu ; man kann sich durch Uebu >g durch Kurse in Kinderpflege, durch Studium und Ernährung alierhaud Griffe und alle Gesichtspunkte aueignen, die bei der Pflege von Kindern in Betracht kommen,- aber das Schwierigste von allem: die Art, in der kleine Kinder behnndett und genommen sein sollen, ist eine Frage persönlich er Begabteng.. fit tttu- Frage der Fähigkeit, ob eine Kinder» Pflegerin sich wirklich in das Geiühlsleben und in das Phantasie« leben ihres Pflegiinges einzuiübleu vermag. Gerade die Kinder, die am meisten der Pflege bedürien, kränkelnde kleine Menschenkinder und Patienten, sind eriahrungsgemätz am schwersten zu behandeln. Wie ost scheitert da nicht die beste Absicht der Pflegerin 16 ön deut Widerwillen oder dem Trotz der Kleinen, es wird unmöglich, die ärztlichen Vorschriften genau zu erfüllen, wett das Kind sich gegen die Behandlung aiiflehnt. Das sind die Fälle, in denen die Phantasie und die Kenntnis der Kinderseele einzusetzen hat, das liebevolle Versenken in den Fdeenkreis der Kleinen, das Eingehen aus ihre Gedanken und ihr Fühlen. ... .. ...... Welche Erfolge ans diesem Wege mühelos, ja, tut wörtlichen Sinne spielend errungen werden, zeigen die Erfahrungen einer amerikaniscl en Kindervsleaerin, die hn „American" veröffentlicht werden. Tie Pflegerin wird ihren Beruf nur schlecht .erfüllen, die eines nicht vermag: die Kinder zu unterhalten. . Nur im Bündnis mit der kindlichen Phantasie können hier wtrfltche Erwlqe erzielt tverden; die mechanischen Verrichtungen iverden erst möglich und fruchtbar, weint sie Hand in Hand mit dem gehen, Ivas man eine plychologische Kinderpflege nennen könnte. Tie anierikantsche Pflegerin, Alice Jane Trew, erzählt, ivie sie eines -rages die Pflege eines kleinen Jungen übernehmen sollte, der vor ihiem erscheinen schon nut wildem Trotze rief, er ivolle keine Ptlegerm haben. Llnstatt nun ihre Tätigkeit zu beginnen, vermied eu Die Schivester überhaupt, beit Raum zu betreten. Und die Kalkulatton ivar vollkommen richtig: nach einer Weile wurde das Kmd neugierig, die angekündigte Pflegerin kam und kam nicht, vogleich der kleine Patient wußte, daß sie im Hause war. Als sie nach einer Stunde ins Zimmer kam, hatte die Spannung und Neugier lanalt über den kindlichen Trotz triumphiert: der Junge selbst hat e gebeten, dje Pflegerin möge doch nun endlich kommen. rille drei Stunden sollte das Kind mit dem Thermometer gemeffen werben Es sträubte sich; aber es gab soiort mit Vergnügen nach, als ute Pflegerin ihm zu erzählen begann, nun dür>e es rauchen, wie Papa rauche. Von dem Augenblick an hielt es das Thermomeier stolz im Munde. Tas Kind weigert sich, Milch zu trinken. Es weilt das Glas zurück, schüttelt sich vor Schaudern. Die Pflegerin beliebt nickst auf der Leerung des Gefäßes; sie erzählt ihm nur, bau am Boden des Glases ein hübsches, buntes kleines Bild sei, das man erst zu sehen bekäme, wenn das Glas ausgetrunken sei. Und in der Tat, die erstnderische Pflegerin hatte sich eine ganze einzahl Gläser mit Boden der Außenseite mit verschiedenartigen bunten Abziehbildern versehen. Seitdem trinkt der Jnnge seine Milch nut Begeisterung und ist jedesmal atü das neue Bildchen gespannt. Ein ntasernkrankes Kind soll heiße Bäder nehmen und sträubte sich. Ter Widerstand wirb überwunden, indem man bem Kinde erzählt, nun solle es schivinniien lernen. Die Phcmtci' 6 erwacht und dem kleinen Patienten wirb das verhaßte Bab zum nblihcben Schwimmunterricht. Als später Oelbäder genommen werden sollen, beginnt die Not von neuem. Keine Bitten und Ueberredimgskünsle fruchten: aber sofort siegt ein Avpell an bie kindliche Phantasie. Dem kleinen Patienten wirb geschildert, wie alle großen und kleinen Maschinen immer geölt werden müssen, damit sie ganz sanst und doppelt Io leicht lausen, während sie sonst knirschen und guicken. Und das Ergebnis ist, daß der Junge mit Vergnügen ins Oelbad steigt und sich ausinalt, er sei eine Maschine, die nie qutefeu werde. Kleine Mädchen unterhält Fräulein Trew bannt, daß sie über bie Betten kleine Schnüre ipamrt, bie ben Kindern als Waschlemen gelten. Daran werden Puppensiguren unD Pupvenkleidungsstücke aus Seidenpapier ausgehängt, die sich nun bei bem geringsten Hauch wie im Winde bewegen: und stundenlang folgen nun bie kleinen Kranken biesem Schauspiel, lächeln und sind fröhlich, weil ihre Phantasie angeregt ist und sie über bie Not ihrer Krankheit hinwegtäuscht. Vermachter. Ick. Gefälschte Apselsinen. Die Nahrungsmittelfälscher sind unbestrittener Maßen ans der Döhe. Aus London kommt bie Nachricht, daß man dort Apfelsinenfälschungen auf bie es mir gekommen ist. Tie Apfelsinen waren schon in ihrer „Heimat" auf» gemacht worden. Unter den Apfelsinenpflanzern hebt nämlich all» jährlich ein großer Wettbewerb an, um zuerst die Erzeugnisse auf den Markt zu bringen und damit einen Riesengewinn einzuheimsen. Das fährt dazu, die Jrückste vorzeitig zu pflücken, wenn sie noch grün sind. Ein findiger Kopf hat nun den originellen Plan ersonnen, diesen grünen Früchten den Anschein der Reife zu geben. In besonderen Räumen werden sie Schwefeldämpfen ausgesetzt, die ihnen in kurzer Zeit einen gelben Ueberzug verleihen, so daß sie bem Laien als reife Früchte erscheinen. Noch genialer ist bie Methode zur Fälschung von Blutapfelsinen. Gewöhnliche Avelsincn werden so behandelt, baß eine Kanüle mit einer Anilinfarbe unter die Haut der Apfelsine eingeführt wird. Tie Farbe verteilt sich auf das ganze Fleisch der Frucht; ist sie an sich harmlos, so wird wohl nur in den seltensten Fällen der Betrug aufgeeedt werden, da überdies bie Für bim g sehr geschickt gemacht ist. Ter Erfinder dieser Fälschungsmethode, em Italiener, soll damit ein Vermögen verdient haben. "Ein Philosoph am R i ch t e r t i s ch. Vor den Geschworenen des kleinen französischen Städtchens Cosnet erschien in bieieit Tagen ein Bauersmann unter der schweren Anklage, einen Mordversuch auf seine Fran verübt zu haben. Ter Sünder stammt aus dem Dorfe La Charite und als er nach seiner glücklicherweise gescheiterten Tat in seinem Torfe verhaltet würbe, schleppte man ibn zunächst zu bem Friedensrichter der Gemeinde, der das erste Vei hör vornahm und im Vollgefühl seiner plötzlichen Wichtigkeit den imwiderstehlichen Drang in sich verspürte, seine Eindrücke und seine Meinung über den Charakter des Angeklagten in einem großen B e r i ch t e niederzulegen, den er dann dem Oberstaatsanwalt übermittelte. Ties merkwürdige Dokument war so interessant, daß der Staatsanwalt es nicht versäumte, es den Geschworenen vorzulegen, denn der greife Friedensrichter von La CharitS ist nicht nur ein humaner Beamter, sondern auch ein sebr philosophisch angehauchtes Gemüt. In seinem Bericht erklärt er u. a.: „Ich kannte den Angeklagten seit langer Zeit und ahnte längst, daß etwas Derartiges'sich ereignen würde. Er stammt aus der Auvergne, was gegen ihn spricht." Nach einer Reihe tiefsinniger Betrachtungen über den Charakter der Menschen aus der Auvergne fährt der philosophische Friedensrichter dann fort: „Seit langem bildet er sich ein — ob mit Recht ober mit Unrecht — daß seine Frau ihm untreu fei. Tas wurde eine Art fixe Idee. Er ist ein lärmender Geselle, wenn er betrunken ist, und er ist selten nüchtern. Wenn er sich damit begnügt hätte, mit seinem Maul zu lärmen, wäre das einerlei gewesen. Uuglüctlicherweife aber machte er Lärm mit seinem Revolver. Nach meiner 'Meinung ist er fein schlechter Kerl. Er ist nicht imstande, seine Frau zu töten. Er ärgert sich nur, bag sie untren ist." Dann aber schließt der Philosoph : „Diese Tatsache (der Untreue seiner Frans gewarnt für ihn übertriebene Bedeutung Ich sagte ihm, daß so etwas oft vonänie, und daß, wenn man nichts davon wüßte, das nichts auf sich habe. Und wenn man es wüßte, habe es wenig auf sich. In der Tat suchte ich ihm alle Tröstungen der Philosophie zu reichen, aber er schien sie nicht zu würdigen. Er war außer Stande, sich zu den Höhen der Gelassenheit aufzuschivingen, und wurde sehr grob zu seiner Frau wegen ihrer vermutlichen Beziehungen zu einem Schiveinehimbe" . . . Leider weiß man nicht, ob dieser philosophische Friedensrichter, der in der Tat alle HL en einer gelassenen Weltbetrachtung erklommen hat, verheiratet ist und was seine Fran zu seiner Lebensphilofophie sagt. * Der streitbare Go11esmann „Ich muß ebenso gut Detektiv und Preisboxer wie Prediger sein," so äußerte sich der Reverend John Hosking, der im dunkelsten Teil von M e 1 b o u r 11 e eine segensreiche Tätigkeit entwickelt. Ter Geistliche hat dieier Tage durch eine Tat Aufsehen erregt, die uns etwas tmgewühiilich au- mutet. Er predigte an einem Sonntag abend m feiner Kirche, als eine Schar von Roivdies in bas Gotteshaus einbrong und mit Johlen, Pfeifen und Lärmen bie Predigt störte. Vorher Hatten sie schon bie Fenster eingeworfen und der Geistliche konnte sich trotz seiner kräftigen Stimme kaum verständlich machen. Ta verließ Mr. Hosking die Kanzel, warf seinen Talar ad, krempelte die üemds- ärmel in die Höhe und stürzte sich mit einem < ew dtigeu Satz auf den Rädelsführer, einen herkulisch gebauten jungen Burschen, der als Meisterboxer bekannt war. Ein kurzer Kampf, bann schleuderte ein wohl gezielter Schlag des Geistlichen, gegen die Kinnlade seines (Segnete geführt, ben Unruhestifter zu Boden. Seine Geuofseir waren so fassungslos über diese Tat, daß sie dem Reverend keinen Widerstand zu leisten wagten, ihren wimmernden Anführer fort» trugen und stillschweigend die Kirche verließen. Ter Gottesdienst konnte bann in Ruhe und Feierlichkeit fortgesetzt werben. „Niem Mittel, bie Ordnung beim Gottesdienst aufrecht zu erhalten, mag seltsam, vielleicht sogar unwürdig erscheinen," erklärte der streitbare Gottesmann achselzuckend einem Interviewer. „Ader was soll ich tun ? Soll ich meine Predigten einstellen, weil d-e Roivdies mich riicht mehr zu Worte kommen lassen? Es in bie einzige Art, auf die ich nur Respekt verschaffen kann und freie Bahn für die Arbeit, bie mein Lebensberuf ist." * Der Segen der Musik. „Hat sich die musikalische Ausbildung ihrer Tochter gelohnt?" „Aber gewiß, glänzend. Ich habe die beiden Nebenhäuser um die Hälfte des Preises gekauft." _____________ viamanträlsel. —. In Die Felder nebenstehender Figur • I sind die Buchstaben a a a a, b b c. d d, e, i i i i, 1 1, m m, o o, r, s s, v v derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben, 2. Stadt in Italien. 3. Weiblichen Vornamen. 4. Südamerikanische Republik. 5. Biblischen Namen. 6. Musikalische Bezeichnung. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagcrecljte Mittelreihe ergeben bas Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1. Lh2 — d6. Kd5 — c6. 2. Dgl - g8. Beliebig. 3. L. gibt ‘Platt. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,