MU "r’5 W H B »1 NW Zwei Weitend Roman von Emma Wer?. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der weite See lag, vor ihr, schimmernd und glitzernd im Morgenlicht, dahinter stiegen arzurblan, von - Dust Stiln'floffen die Berge empor, wie eine weite, weite Kette Xtitb mitten in der leuchtenden, spiegelnden Fläche schwamm eine Insel mit grünen Baumwipseln, so friedlich, so von Schönheit umhaucht, wie ein Traum der Seligen. Sie machte sich in ungeduldiger Hast fertig, wie in Angst, das zauberhafte Mld da draußen könnte wieder entschwinden, und das Herz klopfte ihr in einem! ganz feierlichen, ganz überschwänglichen Glück, als sie in das kleine Gärtchen heraustrat, die köstliche Lust atmete, der heiligen Stille lauschte und all die süßen Maieuherrlich- keiten sah, die ihr wie tausend Wunder waren: die gelb- grünen Blättchen und Blutenknospen an den Stachelbeer- itnb Johannisbeerstauden, die weiße Pracht der Obstbäume, die Wütenfülle auf den Wiesen, das Sonnengeflimmer, all das Licht, all beit GlanA, dies jubelnde, farbige Leben eines Frühlingsmorgens. In der Laube in der schon der Kaffee stand und schönes Schwarzbrot und frische Butter, fiel sie ihrem Bater in wirrer Fassungslosigkeit atm den Hals. ■ „Ich bin ja so selig! Es ist ja so schön! Ich habe nicht gewußt, daß es so schon in der-Welt ist!" Während er malte, saß sie neben ihm in der Wiese und konnte sich nicht satt" sehen an den blauen Glocken Und gelben Schmalzblumen und an den roten Federnelken und an den feinen Zittergräsern Und den reizenden Ver- igißmeinnichten, die ,so üppig und frisch zwischen dem Gras wucherten, und wenn sie den Kopf emporhob aus der intimen Bewunderung der kleinen Schönheit, dann grüßte sie wieder die große Landschaft, daß sie nur mit staunenden Augen vor sich hinschaute ganz stumm, ganz ergriffen, alles vergessend, das gewesen, nur auflebend in dieser ersten hinreißenden Einsamkeit in der Ratnr. Tagelang blieb sie in diesem Zustand der Verzückung. Grönberg hatte gar nicht ermessen können, wie vortrefflich sein rascher Vorschlag: „Gehen Sie mit Ihrer Tochter auf das Land," gewesen war, wie leicht sich für Hildegard hier die Veränderung ihres Lebens, der jähe Umschwung in ihren Gewohnheiten entließen. Die Einfachheit der Wohnung schien ihr originell. Die Anspruchslosigkeit dieses ländlichen Aufenthaltes hatte den Reiz des Neuen, Urwüchsigen. Sie hatte einen prächtigen Appetit und fand auch das höchst primitive Essen in dem Bauernhaus ganz genießbar. Sie bemerkte in der Fülle neuer Eindrücke gar nicht, haß sie überhaupt etwas entbehrte. Wie ein Kind war sie, dem sich täglich ■neue, nubMirnte Freuden erschlossen. Sie lernte rudern, sie suchte im Wald nach Schwämmen, sie fischte, sie lief mit den Bauern hinaus auf das Feld, utt5> schaute ihnen bei der Arbeit tzu, es machte ihr einest Riesenspaß, wenn sie mit einem Arm voll Grün futter in den Stall laufen und es der Kuh in den Trog werfen durfte. . । Sie aßen in der Laube im Obstgärten des Gasthauses allein, nur Hühner und Katzen waren ihre Gesellschaft. Als es einmal regnete, mußten sie in die Stube flüchten, und hier in dem engen Raum wurde man mit den paar anwesenden Gästen rasch bekannt. Artur van der Tecken wohnte seit Wochen in dein stillen Dorf, ein Mann in den vierziger Jahren, mit einem finsteren, vergrämten Gesicht. Er hatte einmal ein Schauspiel geschrieben, 'das mächtig eingeschlageu hatte, das auf allen deutschen Bühnen gegeben worden !tvar. Aber nachdem ihn eine Glückswellst hoch emporgetragen, sank er plötzlich wieder herab und es wollte ihm nicht mehr.gelingen, sich aurzuschwingen. Der wiederholte jahrelange Mißerfolg seiner Arbeiten, die boshaften Ausfälle der Kritik, die ihn nun mitleidslos behandelte und auch fein erstes stürmisches Erobern des Publikums mit Geringschätzung und Spott überschüttete, hatten ihn vollständig verbittert, und er fühlte sich am wohlsten unter literaturfremden Bauern, unter Menschen, die vom Theater und dessen Treiben nichts ivustten. Der zweite Gast wär just das Gegenteil von ihm': ein rundlicher, bequemer Genußmensch, der unfern Herrgott einen guten Mann sein ließ, mit viel Vergnügen und Behagen in vollem Müßiggang dahiulebre und sich nur mit Segeln, Fischen und Jagen die Zeit vertrieb. Sein Vater hatte fiir Ferdinand Steinberger fü ausgiebig gesorgt, daß dieser wegen seiner Zukunft sich keine traurigen Gedanken zu machen brauchte und bei seinem lebhaften Sinn für Na- turschönheiten wirklich das seltene Exemplar eines ganz zufriedenen und glücklichen Menschen darstellte. .Wenn nun auch feine optimistische Weltanschauung in vollständigem Widerspruch zu der düsteren und skeptischen des Schriftstellers stand, so fanden doch diese beiden grundverschiedenen Menschen einen Punkt, ans dem ihre Ansichten in schönstem Einklüng zusammentrafen: sie brauchten nur auf die jüngst-deutsche Literatur, auf die „Moderne" zu sprechen zu kommen, dann verstanden sie sich. Van der Tecken haßte den jungen Nachwuchs, weil er ihn ans seiner glänzend begonnenen Karriere verdrängt hatte, weil er alle die jetzt viel genannten Dichter für seine Gegner, für seine gegen ihn verschworenen Feinde hielt. Steinberger mochte von den Modernen nichts wissen, weil sie ihm zuviel Elend und trostlose Wirklichkeit schilderten, ihm mit ihren grauen Stimmungen sein frohes Weltbild verdarben. Unwillkürlich drehte sich dis Unterhaltung der beiden asst häufigsten nm dieses Thema, auf dem sie sich friedlich 278 Gegeneinander, wenn auch voll Entrüstung und Groll gegen pie anderen begegneten. Hildegard hörte mit regem Interesse, wie eifrig ihre Tischgenossen über Stücke und Micher und Bilder ihre Meinungen austauschten. Sie schämte sich ja allerdings, daß sie noch so wenig gesehen und gelesen hatte, die ve- rühmtesten Männer kaum dem Namen nach kannte,. selbst so gar kein Urteil besaß und nur schweigend die Behauptungen der Herren hinnehmen mußte, aber mit dem Heißhunger der Jugend nach Wissen, nach neuen Horizonten, nach Belehrung, genoß sie auch diese Anregung, die ihr neues Leben brachte, mit warmer Dankbarkeit und und freute sich, wenn ihr Vater, der ja oft trod} recht zerstreut vor sich hinträumte, sich and) einmal an der Unterhaltung beteiligte und seine Meinung geltend machte. Ja, sie fühlte mit.prickelndem Entzücken, daß sie jetzt draußen stand vor der hohen Mauer, die sich um die Familie Bernhobler herumzog, daß hier ft eiere Luft wehte, daß das Leben reicher flutete und so groß und mannigfaltig und brennend interessant schien, wie sie es sich nur immer geträumt hatte in ihrer Sehnsucht, aus der engen Umfriedung zu entweichen. 1 Eines Tages, als.sie nach einem Mittagessen in der Stube, in die sie ein* rascher Regenguß getrieben, den Kaffee im Obstgarten tranken, wert es wieder wunderbar sonnig geworden, kam ein neuer Gast. Für Hildegard blieb diese Stimmung des Mainach- mittags unvergeßliche < Es war ein solches Glanzlicht in der Luft, so leuchtende, große weihe Wolken schwammen auf deni tiefblauen Himmel. Ter See war vom Ostwind! stark bewegt, weiße Wellenkümtne brandeten an das User, und die Berge lagen in solcher Klarheit, daß man die noch weiß beschneiten fernen Spitzen des Watzmann und des Göll zu erkennen vermochte. Auf der Wiese funkelten die Gräser nach dem Regien und es roch köstlich nach dein sriihjährlichen Boden. „Ja, Grüß Sie Gott, Reichmann!" rief Steinberger plötzlich aufspringend, so rasch seine Korpulenz ihm das erlaubte. „Schön, daß Sie sich wieder herfinden in dieses Idyll," sagte mich van der Decken Mit einer gemessenen Höfliche tot. Hildegard hatte sich eben zu einem jungen Kätzchen herabgebückt unb ihr das weiße Fell gestreichelt. Nun hob! sie die Augen —, ein freudiges Erschrecken durchzuckte sie, färbte ihre Wangen glühend rot. Auch der junge Mann, der nun näher getreten war, starrte sie an, mit einem ganz fassungslosen Erstaunen. Wie im Traum nur schien er zu hören, daß Steinberger ihn vorstellte: „Herr Emanuel Reichmann —| Herr Holst!" — daß dieser lebhaft rief: „Ei, mein junger 'Kollege! Ich freue mich sehr, Sie kennen zu lernen. Habe schon einige Ihrer Arbeiten gesehen, die ich sehr bewunderte." Reichmann murmelte geistesabwesend ein paar Worte, verbeugte sich ganz mechanisch. Er schaute nur immer aus das junge, glühende Mädchengesicht und seine warnten, braunen Augen schienen zu sagen: Hier treffe ich dich, du lang und oft suchte! Ist es möglich? Ist es Wahrheit? „Meine Tochter!" stellte Holst Hildegard vor. Das Wort steigerte nur ReickMünns fassungslose Ueber- xaschung, seine augenfällige Sinnverwirrung. -„Ich wußte nicht, —i ich hatte keine Ahnung," stam- Melte er mit einem Lächeln, das sein frisches Gesicht sehr anziehend! und liebenswürdig machte —. „daß gnädiges Fräulein einer KünftlerfatMie angehören. Ich' sah Sie ein paarmal in einer mir ganz fremden Umgebung. Ich, freue mich so über alle Maßen, -aß ich Sie nun hier begrüßen darf!" । i ftNicht wahr, so ein knorriger alter Einsiedler wie ich hat ein so fröhliches, blühendes Kind?" lachte Holst Mit glücklichen Augen. l -/Ich erinnere Mich auch- daß ich Sie im Theater gesehen habe, int „Meister von Palmyra"," sagte Hildegard mit ihrer natürlichen Aufrichtigkeit. „Das Stück hat mir einen so tiefen Eindruck gemacht." „O, es war so wohltuend- dieses begeisterte Gesicht Unter all den Gelangweiltem Mgsierten, bie viel lieber „Tas weiße Rößl" oder die „Fledertn'aus" zum soundsovieltes Male gehört hätten, als das gedank'eutiefe Werk eines Dichters," rief er lebhaft. Reichmann wurde aufgefordert, bei ihnen Platz zu nehmen. Die Wirtin begrüßte ihn wie einen Stammgast. Aus einem Karren wurde ein Koffer gebracht, dazu Staffelei und Malntensilien. „Bravo, Reichmann! Sie wollen sich also wieder häus- lich niederlassen?" sagte Steinberger. Hildegard stieg eine warme Röte in die Wangen. Man blieb länger als sonst beim' Kaffee sitzen. Es plauderte sich so hübsch in der wohligen Maiensonne bei Vogelgezwitscher unter den blühenden ObstbäuMen. Und Hildegards Augen glänzten, als der Vater später- auf dem kurzen Weg! zu ihrem Bauernhause, mit lebhafter! Anerkennung bemerkte: ( „Ein fabelhaft geschickter Mensch, dieser ReichMauu!,"■ I 13. Hildegard stand mitten in der Wiese, und die Bauern-« linder umringten sie und schauten mit erwartungsvollem seligen Augen M. der Tüte auf, die sie in der Hand hielte aus der sie der Reihe nach Zuckerbrezeln verteilte. Es sah ungemein lustig aus: die blonden und braunen Kinderköpfe, und zwischen ihnen die sck)lanke, helle Mädchen-, gestalt in dem lichtblauen Waschkleid — und ringsum Mai und Bsumen! Reichmann, der von weitem die Szene beobachtete, hatte zu zeichnen versucht. Aber wie Hildegard dann lachend einem der SitBcii die weiße Tüte auf den Kopf stülpte und sich der zudring-i Itdjcn Schar lustig entwand- da sank der Bleistift aus seiner Hand und er schaute nunmehr mitlacheud, mitjubelnd, wie die,Kinder an ihrem Gesicht hingen. „Fleißig? Sogar am Sonntag?!" rief sie ihm lachend zu'. „Es ist ja wahr! Sonntag, da hat der Mensch doch die schönste Ausrede, nick)ts zu tuu!" meinte er vergnügt. „Darf ich nicht nach einem Kahn suchen, gnädiges Fräu- lein, und Sie spazieren rudern? Es ist zu schön heute morgen, die Berge sind von einer Klarheit —ft „O gern, ich hole nur meinen Hut!" (Fortsetzung folgt.) Die vier Iolantherr. Eine Erzählung ans Deutschlands eiserner Zeit von Max Karl Böttcher-Chemnitz. s „Hallo, Herr Erbförster!---Hat er nicht drei Söhne?" Tobias Jolanther, der am! Wildgatter stand nnd einem' jungen Reh etliche Brocken reichte, wandte sich mm Am Gartentor der Bergförsterei lehnte ein Mann in Reisekleidung, bestaubt nnd ermüdet, sah aber trotzdem erwartungsfroh zu dem alten Jagdmanne über den Zaun. — 1 ■ „Mer seid ihr und was soll diese Frage?" „Man erzählte Mir, daß ihr der gastfreieste Mann und dazu der gütigste int ganzen Gebirge seied. Mir scheint, ich bin schlecht berichtet." 1 ' „Freund! Gastfrei und gütig?! Ja, das bin ich tvohl gewesen! Aber man verlernt das in diesen Tagen." „In diesen Tagen?! — Sind sie so schlecht?" „Ihr sprecht deutsche Zunge und scheint doch landfrentd zu sein und nichts zu wissen von den Greueln der letzten Jähre. Und doch, deucht mich, schreit Deutschlands Not und Knechtschaft weit über die Grenzen bis ins Welschlaud und über die Meere." „Ja, ja, die Not ist groß, oder war groß, 'denn es kommt besser. Habe viel von Deutschlands Unglück gehört, habe auch gehört, daß Napoleons Stern im! Sinken ist, Russische Külte und Alexanders Kosakeir haben seinem Siegestaumiel ein Halt geboten, ■— Und nun noch einmal die Frage: Habt ihr nicht drei Söhne?"• „Seltene Frage! Jeder im Umkreis von drei Meilen weiß- daß der fürstlich Pleßsche Erbförster Tobias Jolanther drei Söhne hat. — Und was svll's mit diesen?" Da lachte der aM Zaune auf und rief: „Und sie wissen es alle falsch, Herr Erbförster." — — Deins Alten kant eine Angst an und er fixierte den Frager scharf. ---„Ja, was soll denn das heißen? Oder wißt ihr es besser?" „Das will ich meinen! — Herr Jolanther hat der Burschen vier." „Geht ! Ihr seid hart! Ihr wißt etwas und wollt mich quälen. Kommt herein und berichtet." „Ist schnell berichtet! Also habt ihr vier?" „Nein, — ich hatte vier. Mein ältester aber, der Valentin- ging als Jüngling in die Welt. In ihm steckte das heiße Blut der Mutter, die eine Italienerin war. Ihm gefiel das herzliche, einsame Leben in unseren Wäldern nicht, die Pirsch war ihm nichts 279 itnb unser hundertjähriger Eichenbestand war ihm nichts. .Er ging im Groll von mir fort und ist mm — verschollen." „Und war cs vor zwanzig Jahren?" „Genau vor zwanzig Jahren. — Nun aber sagt, was soll das alles? Brmg't ihr mir Botschaft von dem Jungen oder wißt .ihr fernen Aufenthalt?" , H11^. /r Packte über den Zaun des Fremden beide Hände Urrd drückte mit, dem Knie das Gartentor auf und zog den Widerstrebenden in beit Garten. — „Nun redet, ich will's euch lohnen mit dem, was mir die Brandschatzung der Franzosen Überließ. — Lebt er, der Valentin?" — — — Dem Fremden wurden die Augen feucht und er sagte: „Er lebt!" „Ihr kennt ihn?" — Der andere nickte. • „Ihr wißt seinen Aufenthalt?" — — — Er nickte wieder. „So sagt mir, wo er ist! Sagt mir's und quält einen alten Mater nicht länger!" — „Hier ist er, in eurem Garten, Vater!" und er breitete die Arme aus und drückte den erstaunten Alten an sich. Der schob ihn von sich und sah tfjm in die Augen und schalt sich einen .alten Toren, daß er ihn nicht gleich erkannt. — „Junge. — Gott diese Freude, — dieses Glück! Wo hatte ich meine scharfen alten Weidniannsaugen, daß ich es nicht gleich gemerkt. Nur der Bart, der schwarze, hat es angerichtet!" Und nun umschlang er ihn und schritten selbander in seligem Glück ins Haus. — „Und die Brüder, die drei?" fragte der Wieder- gekehrte. — „Die wollen einen Dachs ausheben! Sind prächtige Kerls geworden, der John, der Franz und der Wilhelm! Mensch, ich werde noch rein verrückt vor Glück. — Und nun erzähle, wo warst du die zwei Jahrzehnte, — und warum hast du dein Vaterhaus vergessen?" „Ach Vater, spar mir das Verzählen! Gut ist mir's gegangen und schlecht ist mir's gegangen, — Mehr schlecht wie gut, wie es just allen Menschen geht, die des Vaters gute Lehr' und der Bcntter Lieb' in den Wind schlagen und der Heimat schlichte Schönheit und des Vaterhauses sichern Bord als Nichts erachten. —; Laß das sein, es möge mir nicht die Wiedersehe.nsfreude trüben. — Gekämpft habe ich mit, — eine Kugel sitzt mir noch im Wadenbein und macht mich leicht hinkend und erinnert mich an den, für den ich kämpfen mußte, an den Fluch Europas." — „Junge! — Valentin! Du wirst doch nicht damit sagen wollen, daß du mit in Napoleons Reihen gestanden?" — Der Vater hat den Sohu von sich weggeschoben und bebte jetzt am ganzen Leib. — Und der sagte traurig: „—Ja, Vater, es ist so." „Gott, o Gott! Mein Aeltester, mein Stolz vor zwanzig Jahren, hat für den Verhaßten Blut und Leben gewagt und mitgeholfen am Niedergange Deutschlands! Geh, — geh mir aus den Augen, ich mag dich nicht mehr sehen!" „Vater!" „Geh!. Hast du erst alle Bande gelöst zwischen mir Und dir, —• jetzt löse i ch sie. — Diese Schwach! Diese Schande! Eilt Jolanther mit Napoleon! Ein Jolanther, der Deutschen Deutschester! Geh mir aus den Augen!" — Und er wandte sich und ließ den Armen stehen. Aber der ergriff ihn und flehte: ;,So höre mich doch erst an, Vater. Ich stand in hessischen Diensten, als Förster meines Herrn, des Herzogs. Und er war eilt Rheinbündler und befahl allen seinen Dienstleuten, Heerspflichtig zu werden. So mußte auch ich mich stellen. Bei Muerstädt traf mich die Kugel und machte mich hinkend. —" Der Vater stöhnte auf. — „Der verruchte Korse! Nicht mir, daß er uns Preßt und aussaugt, die Herzen reißt er auseinander." „Nun mach ich's wieder gut, Vater! Nun ziehe ich gegen den Bonaparte!" — „Das hat gute Wege! — Unser König will nicht, er wagt's picht." „O, er will und wagt es! Und weil er es wagt, bin ich dort fort aus dem Hessischen und bin hier. ■— Ihr, in eurem Waldwinkel, vier Stunden von jedem Orte entfernt, wißt nicht, was vorgeht im Lande." „Die Glocken hört' ich gestern läuten, — drunten von Kirchberg trug der Wind den Klang herauf. Dachte, der alte Herr von Lohenstein sei zn seinen Ahnen cingegangen." „Der Loheitsteiner? Er ward gesund von dieser Botschaft!" — Und er zog ein weißes Papier hervor und entfaltete es und der Vater las: Aufruf an mein Volk! und darunter Friedrich W i l h e l m und Breslau, den 10. März 1813. Der Vater las und las und seine Züge »erklärten sich und als er die letzten Worte las: . . den Sieg verleihen, mit ihm einen sicheren, glorreichen Frieden und die Wiederkehr einer glücklicheren Zeit! — da geriet er fast außer sich vor Freude und er drückte jetzt dem Sohne die Hand. „Um dieser Botschaft willen soll dir verziehen sein!" „Ich will gut machen, was ich ohne meine Schuld gefehlt. Mancher Deutsche, glaub mir's, Vater, ist zähneknirschend für Heu Korsen ins Feld gezogen." „Und was nun?" „Nun? Was nun? — Nun hole ich meine drei Brüder und wir vier, wir vier Jolanthers, wir wollen unser Jägerauge und unsere sichere Hand dem Könige schenken, — er wird sie brauchen können." „Alle vier?" sagte der Vater bebend und ward dann still vnd verhüllte sein Haupt. s n. Siu et Tage später, als die Sonne über den Grat der Berge stieg und ihre leuchtenden Strahlen das Tal in Morgengluten tauchten, da stiegen vier Männer, einer, der Aelteste, hinkend voran, den Berg hinunter. Und droben am Forsthause stand emer, eisgrau im Antlitz, aber aufrecht wie ein Junger, fest und knorrig, und schaute den Vieren nach. — , "Sie gehen in den Kampf!" murmelte er. Da packte ihn wildes Vaterweh, und er wollte aufschreien, wollte rufen, wollte wem ihm doch wenigstens den Jüngsten zu lassen in seiner Bergeseinsamkeit. Aber er kämpfte den wilden Schmerz nieder. Em deutscher Jägersmann klagt nicht, er weiß sein Herz zu bändigen Ex sah ihnen nach, bis das Unterholz sie aufnahM, £r mS c Zwch lauge, lange, — und als von unten eist Plui^.er .^odler fein scharfes Ohr erreichte, da erkannte er -Jüngsten, seines Wilhelm Stimme, und er preßte die Hände aufs Herz und ging in das Hans. Etliche Wochen später. Die vier Jolanthers waren der schlesischen Armee zugeteilt worden. — Mit vielen anderen waren sie nach Breslau mar- Ichiert,' hatten ivohl hundertmal das damalige Schmähliedchen.: Schlagt ihn tot mit Krücke ins Genicke/ den Kujon , . Napoleon! mitgesungen. — Nun waren sie einexerziert und kampfbereit. Jetzt ging es an ein Marschieren nach Nord und Süd. n .. .9ing an ein Kämpfen an der geschwollenen Katzbach steilen Nohen. — Vater Blücher ritt die Reihen seiner Truppen entlang. — Ta standen vier Kerle, wie die Eichen gewachsen, mit Hellem, offenem Antlitz, einer mit schwarzem Barte und Nicht mehr jung, und mit leuchtenden Augen und stolz wie ein Vater. Dem alten Haudegen Blücher lachte das Herz, als er die stämmigen Kerle sah. — Er ritt näher und zeigte mit dem TvN- Pfeischeii auf den Schwarzen. — „Wie heißt er?" „Jolanther." „Was ist er als Bürgersmann?" „Förster." „Ja, ja, der deutsche Wald gibt in dies«t Tagen sein Bestes." Er zeigte ans den nächsten: „Wie heißt er?" „Jolanther." „Was ist er?" „Förster." Ter.alte Marschall stutzte. — /.Brüder?" „Jawohl." „Wie heißt er?" fragte er den nächsten. „Jolanther." „Zum Donner! Auch Jägersmann?" „Jawohl, Herr Marschall!" „Gehört er auch zn den beiden?" „Jawohl." „Sakra! Solch eilt Vater! Gibt dem König drei solche Burschen. — Ter müßte geadelt werden. — Was ist der Vater?" „Fürstlich Pleßscher Erbförster." „Bravo, alter Weidmann! Bestellt eurem Vater einen Gmß vont Vater Blücher, wenn ihr an ihn schreibt." Und er ritt zum Nächsten, — ein blondes, schlankes und doch kräftiges Kerlchen. — „Wie heißt er?" „Jolanther, Herr Marschall!" „Mas znm Teufel, will mich der Kerl frotzeln?! . Ist er der Jüngste?" ^Jawohl, Herr Marschall!" Da wandte sich Blücher ab und eine Träne glänzte in seinen Augen. Und er sagte zu dem ihn begleitenden Oberstleutnant: „Ein solches Volk muß siegen!" Und es siegte! — Himmel, war das ein Balgen und Würgen an der Katzbach. — Die vier Jolanthers schlugen wie mit Eisen- fäusten, und die drei Aelteren waren um ihren Jüngsten besorgt und wichen ihm nicht von der Seite. — Und das war nicht leicht/ denn er war ein Feuerkopf, und wo das Gewühl und Würgen! und Morden am dichtesten tobte, da leuchtete sein blondes Lockew- hanpt, und da siel sein Kolben auf die französischen Frechschädel wie ein Schmiedehammer. Und jetzt fiel ihn ein Rudel Franzosen an, und er wehrte sich mühsam seines Lebens. — Ta bahnte sich Valentin mit seinem Kolben eine Gasse zu dem Jüngsten und schlug dem baumlangen Banduren, der Wilhelm gerade das Bajonett in die Kehle stoßen wollte, den Schädel ein, daß er krachend barst, aber ein anderer setzte dem Aeltesten! der Jolanthers eine große Reiterpistole auf die Brust und schoß ihn nieder. — Und John und Franz, die beiden Brüder, sprangen hinzu und fingen den Bruder auf, und sie sahen, tote Wilhelm in die Knie sank, beim ein Bajonett war ihm in den Leib gedrungen. Er stürzte vornüber. Franz deckte ihn mit seinem Leib und fing so den furchtbaren Säbelhieb auf, der den Jüngsten treffen sollte, und zahlte für diese Tat sein Leben. John schrie auf in wilder, wahnsinniger Wut, und er schlug um sich und schaffte den Gefallenen Luft und drängte mit den Kameraden den Berg hinab, und vor ihnen her flohen die Franzosen; in wilder Hast stürzten sie in die rauschende Katzbach, und Hunderte und Tausende wurden verschlungen von den Fluten, *-*■ 280 •** Droben an Berges Halbe aber lagen bret, ^olantherv, zwei Tote mtb ein Sterbender, imd als die Siegesfausaren über das Totenfeld dröhnten, da lagen drei tote JolanAers am Berge ' Der Vierte mußte marschieren und marfchiereu, imd als bei Leipzig die Völker rangen, ganze Völker nm eine» Mannes Millen, da ereilte auch den Vierten das JBiei. Weit in den Bergen int Walde, da stand Tag für -‘tag eurer mit eisigem Barte und wartete, daß wenigstens einer von den Vieren wrederkehre. , . 0, „ ' Noch hielt ihn die Hoffnung aufrecht, noch, war sein Auge blank und klar, aber als eines Tages statt seiner Sohne ein Bote ernsten Antlitzes front Kirchdorf« auf tue Berge ,ti-g und in feine Halle trat und sagte: „Seid stark, Herr Erbforster! , da lächelte der Alte. Es war ein starres, steinernes Lächeln, und er sagte mühsam: „Ich bin doch ein Jäger und bin em deutscher Jäger!" „ , . t . „Ja, ja, das seid ihr. — Und einem anderen tote einem starken Manne diese Botschaft zu bringen, hätte ich mich anch nicht unterfangen, llnb eure. . ." . Er kmmte nicht weiter sprechen, so ging ihm de» Alten-^ammer ans Herz, und er reichte ihm nur ein großes, versiegeltes Schreiben und murmelte: „Vom Marschall Blücher!" und ging. Wer heute in den schlesischen Bergen Rast halt tn dem ein- sameir Forsthaus, der findet unter Glgs und Rahmen ein vergilbtes Blatt, da steht mit großen und ungelenken Zügen, mit schwcrtgewohnter Faust geschrieben: „Dem alten Jäger Gruß und Dank für die vier Jvlanthers. Blücher." . Es ist das Heiligtum des Hauses. VsröEchtes. * AuK dem Wäscheschrank des „Jmperator_§". Von den eiwrnteit Vorräten allein an Wäsche, die für unsere tnpbcrnen Riesendampfer benötigt werden, gibt ein Bericht des >,Konfektionär" über den Wäscheschrank des „Imperators" eine Vorstellung. Die Kabinen enthalten insgesamt 2476 Betten, für die Ueberzüge und Bettzeug mitgeführt werden müssen. Für «sine vollbesetzte Ausreise von Hamburg nach New Bork und die anschließende Rückreise unter halber Besetzung nimmt der Dampfer folgenden Wäschevorrat für die Passagiere aller Klassen mit': 2500 Badelaken, 150 Bademäntel, 4900 Badetücher, 600 Badeteppiche, 9700 Bettlaken und Deckenbezüge, 2530 Fahrtücher, 800 Gläsertücher, 30 000 Handtücher und 950 Rollhcmdtücher, 12 5PQ große und kleine Kissen-, Plumeaux- und Kopfrollenbezüge, 4125 Piqubdecken, 45 300 Servietten, 13 800 Serviertücher, 1000 speiste Taschen-) 4400 Tellertücher, 6870 Tischtücher der verschiedensten Größe, 800 Toilettentücher, 700 Wischtücher, 1550 Kellner- und Küchcnschürzen, 100 Küchendecken, 2000 kleine Decken und 1375 Wäschesäcke und Wäschebeutel. Der Gesamtwert der Wäscheansrüstung beträgt 200 000 Mark. * Die Vervreitung der Bibel. Die britische und aus' ländische Bibelgesellschaft in London, die größte ihrer Art, hat int Jahre 19J1 7 400 000 Bibeln oder Bibelteile verkauft, 420 000 mehr als im Vorjahre. Ihre Ausgaben betrugen 51/, Millionen Mark, ihre Einnahmen haben sich um 300 000 Mark gesteigert; ein Fehlbetrag et>va in derselben Höhe bleibt noch zu decken. Unter den 1911 mit Schriften versorgten Ländern steht an der Spitze China mit 1 650 000 Exemplaren; es folgen Großbritannien mit anderthalb Millionen,Judien900 000, die deutschen und slavischen Völker Mittcl- europas 700 000 (wobei zu beachten ist, daß das evangelische Deutschland sich durch seine eigenen Bibelgesellschaften versorgt), das russische Reich 558 000, die romanischen Völker in Europa 450 000, Süd- und Zentralairika 270 000, zuletzt kommt Afrika mit 200 000. kf. Eine M in i st e rto ch t e r a l s Tischlermeister. Die Tochter des dänischen Ministerpräsidenten Herrn Berntsen, Fräulein Anny Berntsen, hat, wie au§ Kopenhagen berichtet wird, kürzlich ihr Gesellenstück als Tischlermeister tadelsrei vollendet und ist somit ein vollgiltiges Mitglied der ehrsamen Tischlerei geworden. Es ist eine polierte Mahagonikommode, die sie gearbeitet hat. Fräulein Berntsen ist wyhl die erste Minister- tochter, die eine Laufbahn dieser Art eingeschlagen hat. Sie hat durchaus ordnungsmäßig die Handwerkerlaufbahn durchgemacht und ist zuerst Lehrling im Hause einer Kopenhagener Möbelfabrik gewesen. Ihre erste Lehrlingsarbeit, eine Truhe, mürbe von der Kaiserin-Witwe von Rußland erworben. Uebrigeus war Fräulein Berntsen nicht der einzige weibliche Tischlerlehrling int Hause Horsböl, sondern mit ihr jitfammen arbeiteten als Lehrling auch Fräulein Agnes Torp und Gräfin Agnes Schack-Schackenborg, die jetzt mit einer Ludwig XVI,-Kommode und einem Noleuschrauke gleichfalls ihr Gesellenstück geliefert haben. Ein Schreibiiscb, den FräuleinBerntsen vergangenes Jahr auf der „Hausfleiß-Aus- stelluna' in Kopenhagen hatte, hat bereits großen Beifall gefunden. Die Ministerstochter wird von ihrer Kunstfertigkeit bald den schönsten Gebrauch in ihrem eigenen Interesse machen können: sie hat sich verlobt und sie wird es sich wohl nicht nehmen lassen, ihren Hausrat ganz oder tveuigstens leiliveise selbst herzustellen. * Englands letzte Leuchtturmwärterin. Vor wenigen Tagen, am 23. April, ist Frau Johnson, die letzte Leuchtturmwärterin Englands, aus dem Dienste geschieden. Volle zwanzig Jahre hindurch hat sie, wir dir englische Presse Bei dieser Gelegenheit erzählt, getreulich Dienst getan. Die letzten vier Jahre dieser Zett — so lange ist sie verwitwet — hat sie übrigens den Dienst allein getan, und sie gibt den Beruf nur auf, weil sie ihrer Kinder wegen in einen größeren Orr ziehen will. Als ihr Gatte gestorben !var, übertrug man ihr den Leuchtturmdienst zunächst auf ein Vierteljahr auf Probe, und dann, als sie ihn einwandfrei versehen hatte, endgültig. Wie schwer ihr Dienst zuweilen War, geht aus der Angabe hervor^ daß sie bei Nebclivetter oft stundenlang — bis zu. sieben Stunden zuloeileu! — die Nebelglocke läuten mußte. Die schwerste Arbeit im Dienste hat sie während einer vierzehntägigen Nebelepoch« geleistet. — Der neue Ton in d e r Gesellschaft Washingtons. Die zwei Monate, seit denen Präsident Woodrvw Wilson in Washington seinen Einzug hielt, haben den Frauen der ueuernanuten Staatssekretäre und Würdenträger genügt, um den gesellschaftlichen Ton und das gesellschaftliche Leben der amerikanischen Bundeshauptstadt von Grund ans umzuwandeln. Selbst die amerikanischen Berichterstatter müssen einräumen, daß das Washington von heute ein ganz anderes ist als das Washington während der Amtszeit Tafts. Gesellschaftlicher dlufwand und gesellschaftlicher Prunk sind so gut wie völlig geschwunden, das Leben zeigt überall ein demokratisches Gepräge, vor allem aber, überrascht es die unparteiischen Beobachter, daß die früher so vergnügungssüchtige Geselligkeit Washingtons in so kurzer Zeit ernst geworden ist und sich in den Dienst ernst gewordener Adealtz stellt. Die „Daüchn des Kabinetts", die PväMenLn und die Frauen der Minister haben sich verständigt und einen Art geselligen Trusts gebildet, desseti Ziel es ist, die gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu vereinfachen und beit übertriebenen Luxus und Aufwand der 'letzten Jahre zu beseitigen. Man hat die großen Empfangsabende und Gesellschaften bei den Ministerfrauen, die in den Tagen des repiiblikanischen SiegtnM eine so große Rolle spielten, kurz entschlossen gestrichen: die Damen haben sich zusammengetan und geben fortan alle Gesellschaften und Empfänge gemeinsam. Die erste Probe wurde am Donnerstag gemacht, wy alle „Damen des Kabinetts" im Gesellschaftssaal des Shoreham- Hotels einen gemeinsamen Empfangsabend veranstalteten. Und die Gesellschaft von Washington äußert sich über diese Neuerung und Vereinfachung einstimmig voll höchsten Lobes^ Anstelle der zahllosen Senatoren-Enipfänge, die in den letzten Jahren fast allen höheren Beamten gesellschaftliche Pflichten auferlegten, sollen fortan auch wöchentliche Senatoren-Empsänge treten, so daß Präsident und Minister nicht genötigt sind, Albend für Abend in ihrem Heime Privatgesellschaften zu veranstalten. Nach dem Vorbilde Wilsons und des Staatssekretärs Bryan wird auf allen diesen Gesellschaften .Alkohol nicht mehr serviert werden. Die republikanische Presse begleitet zwar diese sog, „trockenen" Gesellschaften Washingtons mit allerlei boshaften Glossen, aber alle Teilnehmer an den bisherigen Veranstaltungen sind mit dem Wechsel sehr zufrieden und rühmen sogar die raffinierten „Cocktails", die die tonangebenden Damen ans Früchten und Sodawasser kunstvoll herzustellen wissen. * Goldfisch-Quälerei. Hunderttausende der armen Goldfische fallen alljährlich dem Unverstände der Menschen zum Opfer, indem man ihnen als Aufenthalt nur die runden sogenannte» Goldsischhäien gibt, in denen sie wegen mangelnder Luft hinsiecheu. Wer sich einmal in Atemnot befunden hat, wird die'Qual dieser Geschöpfe uachempstndeu können, wenn sie ängstlich an der Oberfläche des Wassers nach Luft schnappen. Frisches Wasser einzufüllen, hilft dem Uebel nicht etwa ab; denn sofern die Wasjcr- erneuerung nicht den gleichen Wärmegrad hat wie das alte Wasser, erkälten sich die Fische und sterben erst recht. Tie Goldfisch-Quälerei kann nur aushören, wenn man die Tiere in passenden Aquarien hält, in denen außer dem Wasser auch Sand und geeignete Wasserpflanzen enthalten sind. Als solche neunen wir die kleinblättrige Wasserpest. Also fort mit dem Marterkasten der Goldfischgläser l Wie ein Aquarium anznlegen ist, besagen Lehrbücher, die in verschiedenster Preislage bis zu 10 Pfennig herunter (Miniatur- Bibliothek) zu haben sind.--- * D i e auch. Sie (schwärmerisch): „Ach, nun kommt bald der herrliche Frühling . . . Die Tage werden immer prächtiger und länger ..." — Er: „Deine Modistiniieu-Rechnungen auch. ■“ * I u ng g c selten--E n d e. Hausfrau (ihren Zimmerherr« am Hochzeitsmorgen zum letztenmal aufweckend): „Herr Müller — aufstehen! Der Morgen graut." — „Mir auch." versteSrätse!. Johannes — Rheingold — Eisengitter — Vogelnest •— Rosen — Regernvelter — Nizza — Hirtenstab — Stalltür — Polen — Watzgenwald — Schnelldampfer — Bücherregal — Pfennig. AUS jedem der vorstehenden Wörter sind der Reihe nach zwei zusammenhängende Buchstaben zu entnehmen, so daß sich daraus ein Sprichwort ergibt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Polarstern (Pol, 31 r, Stern) — polftern. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießeid