Hfl Samstag, een 6. Dezember V;: „ Lsurrnblut. SBOntan von Gerhart v. A m h n t o r (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Aus einem Anbau neben dem gegenüberliegenden Kuh- stall trat die schmiegsame, rundliche Gestalt Friedrich Justs in einem blauen, leinenen Anzuge. Wie er seinen Gönner mit dem Heuwagen bemerkt, eilt er quer über den Hof auf ihn an und fragt miit seiner hohen, klangvollen Stimme: „Soll ich das Äbladen besorgen, Herr Tell?" „Sie, Just? Nein, das ist keine Arbeit für Sie. Sie haben sich schon genug anfgepackt. Was gibt es denn setzt noch in der Milchkammer zu tun? Der Pächter muß die Milch doch schon geholt haben?" Just schaute seelenvergnügt Ku dein Frager empor. „Ich habe den Kühlapparat wieder in Ordnung gebracht. Die fieitte meinten, das müsse einer aus der Stadt besorgen; ich habe ihnen aber gezeigt, daß der alte Just so etwas auch noch versteht. Es ist wieder alles im Schick, den teuren Handwerker können wir uns sparen." „Sie sind ja ein Allerweltsmensch, ein wahrer Tausend-- künstler! Was wäre hier draußen ohne Sie geworden?" „Na, na, Herr Teil, Sie sind uns doch allen über! An Ihnen haben wir ein Vorbild, das wir niemals erreichen können. Aber es bekommt Ihnen prächtig, dem Himmel sei Dank!" Mit Genugtuung sieht er an dem Hünen in die Höhe und seine Blicke bleiben fast zärtlich an dessen sonnenverbranntem 'Antlitz haften. „Sie schauen heute doch anders Uns als damals in Moabit, da Sie jenen Schurken verdonnerten — nur ein kleiner Zug um den Mund, der gefällt mir noch nicht, der muß noch weg!" Dell Kuckt die Achseln und sagt ironisch: „Aber doch nicht etwa schon heute? Meine gute Pflegemama hat wieder Gesellschaft — wenn wir uns doch drücken könnten!" „Das können Sie jeden Augenblick. Das Heu hier — heda, August, kommen Sie mal her! ( das kann der hier besorgen (er deutet auf einen herbeigernfenen Knecht), ich gehe und kette den Nachen los und, wenn Sie sich nmgezogen haben, fahren Sie hinüber zu Herrn v. Brank, mit dem Sie sowieso wegen Anlage des Dohnenstriches sprechen wollten. Ich muß schon hier bleiben und sorgen, daß die Gäste etwas zu essen bekommen." Tell macht eine heftig abwehrende Bewegung. „Heute nach Giesdorf? Nicht um die Welt! Die Damen da drüben find zu Hause und der Majoratsherr ist auch anwesend." „Der junge Herr Walter geht Sie doch gar nichts an." — „Ich kann den hochnäsigen Patron mit seinen Renommierschmissen und seinem zurückhaltenden, gefrorenen Wesen nicht leiden. Laden Sie das Heu ab, August," sagte er mit einer Wendung nach dem harrenden Arbeiter, „und dann," feinen Freund Just beim Arm lassend, fährt er vertraulich fort: „Kommen Sie, wir wollen hineingehen, und unsere' Schuldigkeit tun —- es hilft doch alles nichts!" „Da bist du ja endlich, William," sagt die jetzt nur noch schwarze Seide tragende Frau Julie strahlenden Blickes, wie Dell, der sich in einen Cheviotanzug geworfen hat, -lässig auf die Veranda hinaustritt, wo die Dame des Hauses ihre Gäste um sich v rfammelt hat und, sich an diese wendend, fährt sie mit fast komischer Gespreiztheit fort: „Die Herrschaften kennen ja meinen Pflegesohn, den Herrn Jnstizrat?" Ans das letzte Wort legt sie -eine scharfe Betonung. Der Erfolg dieser Frage bleibt nicht aus: von verschiedenen Seiten erschallt es zugleich: „Guten Abend, Herr Justizrat! — Endlich bekommt man auch Sie zu sehen, sehr verehrter Herr Justizrat! — Nein, Herr Justizrat, wie prächtig Ihnen das Landleben bekommt! Sie werden wahrhaftig immer jünger, Herr Justizrat!" Adolf Dechner allein begnügt sich mit einem kurzen und herzlichen „Guten Abend, William!", indem -er dem Stiefbruder die schwielige Hand bietet. Adolfs Gattin Sabine, geborene Meerholt, schaut von ihrem Schaukelstuhl nach dem Schwager und denkt: „Er must M mir herankommen und mir die Hand küssen, wie er es immer bei Frau Lampert tut." Sabinchen ist erst vor zwei Jahren unter die Haube gekommen; die Trauer um Peter und dann um den Pflegevater ihres Bräutigams hatte die schon wiederholt angesetzte Hochzeit immer wieder verschoben. Die junge Frau ist auseinander gegangen, aber ihr 'Gesichtchen ist immer noch von großem Liebreiz, aus ihren funkelnden Augen blickt der Schelm und aus den Grübchen ihrer Wangen lächelt -eine ganze Schar Liebesgötter. Seitdem Adolf geerbt hat und die Firma Haßlach und Dechner mit dem Hoflieferantenprädikate ausgezeichnet worden ist, trägt sie ihr Köpfchen ziemlich hoch; kein Mensch würde erraten, daß diese kleine, runde, so gern das Näschen rümpfende und außerordentlich elegante Dame einen armen, bescheidenen Subalternbeamten -zum Vater gehabt. Den würdigen Herrn Haßlach hat sie wie eine Circe zu bezaubern verstanden; der steife, altfränkische Hagestolz macht ihr auf seine, d.h. in auffälligster Weise bett Hof, und er fühlt sich nicht wohl, wenn sie nicht täglich zu ihm in die Friedrichstraße heraufkommt, nm etwas Sonnenschein in sein kahles, ungemütliches Junggesellenheim zu bringen. Sabine nimmt die Huldigungen des alten Herrn nicht nur geduldig an, sondern sie kommt ihm gelegentlich auch schlau -entgegen und weiß ihn immer wieder durch einen heimlichen Blick oder durch einen vertraulichen Händedruck in dem ihm noch möglichen Grade von Glut zu erhalten. Alle Welt kennt Haßlachs Vorliebe für die hübsche, kokette Frau, und man munkelt, daß;er sie zur Erbin seines Hauses und seines Vermögens, eingesetzt habe. Tell hat Sabinens Erwartungen entsprochen; er ist an sie herangetreten, führt ihr kleines, sestes Patschchen an seine Lippen und sagt nicht ohne eine gewisse Befangenheit: „Das 762 ist nett, liebe Schwägerin, daß bit wieder einmal hierher gekommen bist." , , . , ,, .■ Sabine hebt ihr hübsches Gestcht und sagt angenehm' überrascht: „Tie siehst brillant aus, lieber Schwager! Könnte ich doch auch nur meinen Adolf mehr an die frische Luft bringen: aber das ist ein Philister, eine wahre Haus- itnt'e; er muß immer in den ^erlstätten hocken und hat es doch wahrhaftig nicht mehr nötig." , Ho, ho, ho, meine hochverehrte Frau Dechuer!" mahnt der hinter ihr stehende Haßlach beinahe erschrocken, »wachen Sie mir meinen Sozius nicht rebellisch! Auf seiner Pslicht- treue und Tätigkeit steht der Ruf unserer Firma; id} bin ein alter Manu und nichts mehr nütze, wenn er nicht für uns beide schafft, dann können ivir nicht mit Ehren bestehen." * „Ach Gott, Herr Haßlach," wirft Frau Mieseke dazwischen (sie sitzt neben Frau Lampert an einem mit. ganzen Kucheubergen besetzten Tischchen itnb kaut eifrig auf beiden Backen), „verstellen Sie sich doch nicht so! Ihre Firma hat doch keine Konkurrenz mehr zu fürchten; wenn Sie wollten, könnten Sie dreist den ganzen Tag mit Herrn Dechuer spazieren gehen." 1 „Das sagen Sie so, Frau Mieseke," bemerkte nun Tech- ner behaglich lächelnd, „wir haben unseren festen Kundenkreis." Y ' .. , . „Der täglich größer wird," fällt Sabine ergänzend ein, , neulich hat erst wieder eine Kapelle eines süddeutschen Regiments alle ihre Instrumente bei Haßlach und Dechner bestellt." ~. „Pscht, pscht!" macht der alte Haßlach geschmeichelt, „eie werden doch unsere Geschäftsgeheimnisse nicht ausplaudern? Auch so schöne Lippen können einem schaden, wenn sie zu mitteilsam find." Sabine beugt den Kopf hintenüber und sieht von unten nach dem hinter ihr schmachtenden alten Herrn gefallsüchtig in die Höhe: „Das ist doch kein Geschäftsgeheimnis? Sie erschrecken mich, Herr Haßlach! Jii diesem Falle bitte ich um . ." „Ich scherzte ja nur, ich scherzte ja nur!" beruhigt sie der Courmacher. Er beugt sich mühsam zu ihr nieder und; flüstert ihr zärtlich ins Ohr: „Von Ihren Lippen, Frau Dechner, kann einem immer nur Huld und Segen kommen!" Der lustige Herr Knoblauch, der trotz der überschrittenen Fünfzig immer noch eine grellbunte Krawatte und eine fast ganz weiße, kurze, stutzerhafte Joppe trägt, ist an das Geländer der Veranda getreten und ruft erfreut: „Hurra, auf daß das Haus voll werde! Da kommt der Professor Volker! Guten Tag, Herr Professor!" schreit er dem kleinen Herrn entgegen, „immer rein in die gute Stube! Run, verehrte: Frau Lampert," fährt er gegen die Wirtin fort, „heute werden Sie wohl ein paar Bullen Schaumwein zum Besten geben müssen; so jung kommen wir hier nicht wieder zusammen. In wenigen Tagen wollen Sie ja schon wieder nach der Stadt ziehen, dann wird es hier recht einsam und still iverbeit, denn der Herr Justizrat liebt keine Gesellschaft und sieht die Gäste lieber fortgehen als ankommen." Teil begnügt sich, dem kecken Maurermeister, der immer noch gern den Lustigmacher und jugendlichen Täusendsassa spielt, mit dem Finger zu drohen, daun verläßt er die Veranda, geht durch das Haus dem Professor entgegen und hält sich, wie er ihn im Vorflur trifft, den Kopf mit beiden Händen, indem er in heller Verzweiflung ausruft: „Ich sage Ihnen, Herr Professor, das Geschwätz der Elstern auf der Veranda ist nicht zu ertragen! Es ist gut, daß Sie kommen und mich erlösen!" „Na, na, mein bester Justizrat, man muß die Menschen nehmen, wie sie sind! Wer gern tanzt, dem ist leicht gepfiffen. Ich wünsche nur, ich könnte so lustig fehl wie das harmlose Volk: aber haben Sie denn schon gehört? Es sind wieder schlechte Nachrichten von unserem Kronprinzen^ein- aetroffen — Sie wissen noch nichts? Hier, hier können Sie's lesen!" Er übergibt ihm die Abendausgabe einer Zeitung, und Teils finstere, erschreckte Blicke fliegen über das Papier. „Barmherziger Gott!" ruft er schmerzlich ergriffen, „warum verhängst du ein so schweres Schicksal über ihn und unser ganzes Volk? Es liegt wie ein Alp auf der Brust jedes Vaterlandsfreundes, und rin Schelm, wer jetzt noch fröhlich sein könnte!" Er geht mit dem Maler nach der Verandä, wo diteser Krau Julie und die übrigen Gäste begrüßt. Mißfällig bemerkt Tell den von Just inzwischen auf- getragenen Champagner und fragt leise dessen Träger: „Wozu denn Inst? Wer hat das angeordnet?" „Frau Lampert hat es befohlen." Tell seufzt und ioirft einen vorwurfsvollen Blick nach feiner Pflegemama. Diese winkt ihn zu sich heran und fragt bekümmert: „Du siehst so unzufrieden aus, William? Vermissest du etwas?" „Ich hätte wohl gewünscht, daß ivir nicht gerade heute diese lauten Gäste bei' uns gehabt hätten," gibt er flüsternd zurück. „Es steht schlecht um unseren Kronprinzen, und hier soll nun gescherzt und pokuliert werden." Völker, der in der Nahe steht und Teils Bemerkung gehört hat, tritt hinzu und sagt begütigend: „Lassen Sie den Leuten ihr harmloses Vergnügen! Nicht wahr, Frau Lampert, Sie geben mir recht? Er ist ein Selbstqualcr und vergißt das alte Wort: Man muß die Feste feiern, Wie sie fallen." ■ „Ganz, meine Meinung, lieber Herr Professor! Setzen Sie ihm einmal ordentlich Sen Kopf zurecht. Er muß wieder lachen lernen — du lieber Gott, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr lachen sehen." Frau Julie nickt und fordert die Gesellschaft ans, sich an die Tafel zu setzen. Es wurde tapfer gegessen und noch tapferer getrunken. Die beiden einzigen Enthaltsamen waren Tell und Just, der ebenfalls an den Tisch geladen worden war. Rach der Tafel empfahl sich Völker und machte sich aus den Weg nach der nahen Bahnstation. Teil gab ihm das Geleit. Die anderen Gäste wollten erst den allerletzten Vorortzug benutzen. , - Es war eilt warmer, köstlicher Herbstabend, von den Wiesen wehte ein würziger Heudnft, Und drüben im See spiegelte sich, fast magisch die fast volle Mondscheibe. Tell schien heute aber unempfänglich für den Zauber der Natur; er seichte aus tiefer Brust und gab dem ehrlichen Bekenntnis Ausdruck: „Gut, daß wir entflohen find! Ich hätte diese Menschen nicht mehr ertragen! Diese Frau Miesere nut ihren Hängebacken und ihrem Klapperschlangen-Appetit und dieser platte Knoblauch als Witzbold - es ist geradezu fürchterlich!" Völker hemmte den Schritt, wandte seiu .Antlitz nach der Seite und sah seinen Begleiter spöttisch lächelnd an: Und wer wollte einst alle Ständennt-erschiede sorldekre- tieren und den gesellschaftlichen Urbrei anrühren? Mein lieber Freund, ich freue mich, daß Ihre wahre Statur immer mehr zum Durchbruch kommt: Sie sind em Aristokrat wie ich, und wenn es noch keine Stände gäbe, Sie würden der erste sein, der durch Absonderung -einen besonderen Stand bilden würde." „Ich bin ein Bauer und will nichts anderes sein." „Das ist nahezu dasselbe wie ein Aristokrat. Der Bauer hat wider die Unterschiede in der Gesellschaft nichts ein« Zuwenden; er findet sie ganz in der Ordnung und ist noch so nackensteif und selbstbewußt, daß er den anderen Ständen ihre Besonderheiten und eingebildeten oder wirklichen Vorzüge neidlos gönnt. Sie aber, Herr Delk, Sie sollten ein Weib nehmen! Wer ein -echter Bauer sein will, darf nicht unbeweibt bleiben." „Und das raten Sie mir, der Sie selber ein hart-; gesottener Junggeselle sind?" „Ich bin ein Künstler, ich tauge nicht zur Ehe. Aber Sie, wahrhaftig, Sie scheinen mir wie vorherbestimmt zur Ehe. Uebertegen Sie sich's." „Gut," erwiderte Tell in scherzendem Tone, und seit langer Zeit schwirrt zum ersten Male ivieder ein leises! Lächeln nm seinen Mundwinkel. „Ich will ntir's überlegen. Und nun Gott befohlen, Völker, kommen Sie bald wieder,, aber ohne die anderen „Gute Nacht, Sell! Sie werden der ganzen Gesellschaft noch begegnen." „Das werde ich nicht, ich gehe ihr aus dem Wege." Er trennt sich vom Professor, verläßt die Straße und! folgt einem Fußpfade, der auf einem kleinen Umwege längs des Sees nach Dober zurückführt. Wie er hinter einer Sträuchergruppe, aus deren Blätter einzelne Beeren im Mondlicht wie Blutstropfen leuchten, am Ufer entlang schreitet, hört er menschliche Stimmen von der Wasserseite her. Er bleibt stehen nnd lugt hinter einem Strauche hervor nach dem See. Dicht vor ihm schwimmt ein Kahn mit Ellen v. Brank, deren Bruder und dem Herrn v. Tollen. Die beiden Herren machen gerade eine Panse in 763 der Führung der Stiemen; auch Ellen, die auf dein Watze des Steuermanns sitzt, hat das Ruder aus ihrer Hand gelassen. (Fortsetzung folgt.) Im voMbeig. Bon Th. Ccl l ari us. Mein Kinderland. (Fortsetzung.) Wenn des Frühlings Odem mild über das Gebirge strich, durste ich, das kleine Mädchen, das bis nach seinem zurückgelegten sechsten Lebensjahr einer zarten Gesundheit halber den Winter über meist ans Haus gefesselt war, hinaus ins Freie. Dann lebte ich auf in unbewußter Freude am Frühling, der feine, Reize endlich auch über das herbe Gebirge gebreitet hatte:, nicht üppig und verschwenderisch, aber unendlich zart und lieblich. Ich dachte nicht nach über all das neue Leben, das mich umfing, aber ich lebte und erstarkte darin. Von der Schönheit meiner Heimat wußte ich nichts zu sagen, aber gerade so, wiie sie mar, liebte ich fie;: wenn ich auch früh — während des Aufenthaltes bei den Großeltern — begreifen lernte, daß es gesegnetere Himmelsstriche gibt, als der, unter welchem ich zuhause war. Ich freute mich am Sonnenschein, an grünen Wiesen, an Blumen und jungen Tieren, an allem einzelnen in der Natur, was ich erfassen konnte, denn die Welt des Kleinen war noch 'm eine ganze Welt. Und unbewußt freute ich mich einer. Frei-, heit der Bewegungen, welche heute nur wenige Kinder genießen; denn ohne die Sorge, mit welcher die heutigen Eltern die Schritte ihrer Kinder bewachen müssen, konnten die meinigen uns Geschwister durch Wiesen und Fluren ziehen lassen auf Wegen, Ivo zwischen Hecken und Feldrainen immer etwas Köstliches zu finden war: Veilchen oder Sommerblumen, Schneckenhäuschen und Beerenfrüchte; und wenn es die letzteren nicht gab, nahmen wir «auch mit der grünen Frucht einer ganz niederen Malvenart, mit „den Kaschen" sürlieb, deren einziger Vorzug in ihrer Unschädlichkeit bestand. Unsere tätige Mutter, welcher durch den kinderreichen Haushalt und ganz besonders auch durch die Landwirtschaft eine Fülle von Arbeit erwuchs, war darauf angewiesen, uns Kinder frühe an Selbständigkeit zu gewöhnen. Es ist dadurch keines zu Schaden gekommen! Aber ganz ohne Schrecken ging eZ doch nicht ab: So zum Beispiel als mein zweijähriges Brüderchen, von dem vierjährigen geleitet, über einen steilen Rain, mit welchem die Wiese hinter dem Haus abschloß, Veilchen pflücken wollte und dabei, zu Fall kam, ohne daß es sich wieder aufrichten konnte! Der Vierjährige lief zur Mutter, kounte aber vor Weinen nur des Brüderchens Namen stannneln! Man denke sich die Angst der Mutter, mit welcher sie nach dein Kleinen lief, den sie Kopf unten, Beine oben, leise weinend, aber unverletzt ani Rain liegend fand; und zwar über einem Vrünnchen, in dem er zwar nicht hätte ertrinken können, denn die einzige Röhre desselben war mit einem Stöpsel verschlossen, damit nichts von seinem köstlichen Naß, das allgemein als Trinkwasser für Gesunde und besonders für Kranke hoch geschätzt wurde, verloren ging; aber seine Lage war doch eine bedenkliche, denn wenn er nicht — dank seines geduldigen Temperamentes — ruhig liegen geblieben wäre, bis die Mutter kam und ihn wieoer a"i bie Beine stellte, wäre er höchstwahrscheinlich auf die Steinplatten gestürzt, welche die Vertiefung vor dem Brünnchen deckten. Auch jetzt, wo die Busenbörner eine Wasserleitung haben,, wandern sie noch immer mit ihren hölzernen Trinkgefäßeir, den Gelzen, die auch mit ins Feld genommen werden, zum Wiesenbrünnchen, , denn so gut und so heilträftig, wie dessen Wasser ist, gibt's keines mehr"! Unser Pfarrhaus, ein Fachwerkbau, der, wie ge,agt, m- initten des Dorfes stand, hatte ebensowenig wie die Bauernhäuser einen abgeschlossenen Hof. Das erleichterte den Verkehr mit den Rachbnrskindern, der von uns Geschwistern eifrig gepflegt wurde. Nicht nur zwei artige Mädchen aus dem gegenüber liegenden Bauernhaus spielten mit uns, sondern auch die Kinder ans den Hütten der Armut. Niemand aber soll denken, die mit deir Kmdern schlichter Leute aufwachsenden Pfarrkinder wären ohne Standes- bewußtseiu! Im Gegenteil: indem sie schon in der .Kinderstube eine bessere, den Verstand und die Phantasie mehr anregende Erziehung erhalten als die anderen Kinder ihrer Umgebung, .ergibt es sich von selbst, daß sie in der Schule den ersten Platz einnehmeir und bei gemeinsamen Spielen die Führerrolle erhalten. Das nehmen sie auch als etwas ganz Selbstverständliches an; und das Psarr- töchterlein fühlt sich in aller Unschuld als Dorfprinzefsm! Erst wenn die Weltluft diesen Kindern um die Nase weht, wird gewöhnlich ihr Selbstbeivnßtsein auf das richtige Maß beschrankt Neben dem Pfarrhaus stand ein immer fließender Röhrenbrunnen, dessen Abwasser in einen mit Wasserlinsen bedeckten, unheimlichen kleinen Teich, genannt die Kaute, floß, vor dessen ge- sahrbringender Nähe man alle Kinder warnte: weil, so sagte man uns, der Krappemann darinnen säße und auf die Stu wer lauere, die ihm zu nahe kämen, um sie hinunter zu ziehen. lieber dieser Kante stand ein kleines Haus, dessen drer Bewohnerinnen — Vertreterinnen ebensovieler Generationen — etwas Fremdartiges an sich hatten. Merkwürdig war allein schon der Umstand, daß sie zu einer Zeit, wo kaum eine Busenbörnerin über Spielen Weiter- ernsten Frenn- junger Bruders war int Grunde die Kehrseite einer Tugend: derber Beharrlichkeit, die er frühe im Spiel •—. z. B. beim mit dem Baukasten, das für ihn den Reiz enter stetigen entwickelung seines Könnens hatte ;— und später den Aufgaben des Lebens gegenüber betätigt hat. . _ In der unteren Dorfgasse wohnte eine meuter besten binnen: bas Grittche. Sein Vater, damals noch ein Mann, war Bürgermeister; und als ich ihn in der zweiten Halste der achtziger Jahre hochbetagt wiebersah, verwaltete er dieses Amt immer noch. Ausgezeichnet durch seine Intelligenz und einen wohlwollenden. biederen Charakter, besaß er bas Vertrauen seiner Mitbürger und die Wertschätzung der Behörden in der Kreisstadt bis hinauf am Ministerium zu Darmstadt. .,, In seinem Familienleben blieben ihm schwere Schicksale nicht erspart, bie er aufrecht mit Standhaftigkeit und entern bem Ewigen zugeweubeten Sinn ertrug. Von seinen bret Kindern, lauter Töchter», war nur bie älteste tadellos gewachsen tote er. Nur sre ist Hausfrau und bie Stammutter gesunber Nachkommen geworden, deren sie sich zurzeit noch erfreut. Ammiche, sein, zweites Kind, war verwachsen, und Grittche hatte ein lahmes Bem. Aber ivah- renb bas Erstere als ein stilles, über seine Jahre hinaus gesetztes Kind in meiner Erinnerung steht, kann ich nur meine kleine Spielkameradin, Grittche, nur heiter und bewegltch vor,tcllcm. Ungehindert durch sein lahmes Bein, nahm es an unseren Spielen und Streifzügen durch Wiesen und Felder teil; und wenn ihm auch im späteren Leben manches versagt bleiben mußte, so hat ihm doch die Erinnerung an eine sröhltche Kindheit das Herz jung erhalten und es zur verständnisvollen Freundin der Ktnber- lucit gemacht. ' ,, . Es kommt im Torfe selten Vor, daß jemaitb ledig bleibt und nicht seinen vollen Anteil am natürlichen Menschenlos erhalt; und ick bezweifele nicht, baß auch Grittche und Amunche als achter einer angesehenen, 'begüterten Familie sich trotz allem hatten verheiraten können; aber sie haben das bessere Teil erwählt, mdem sie lebig blieben. ihre nächste Umgebung hinaus kam, Reisen gemacht hatten: das heißt, in Nürnberg gewesen waren. Aüky int Aeußerti war die Großmutter — die alte Rainhöwern, allen anbereit Frauen unähnlich, so daß anztmehmen ist, daß fremdes Blut in ihren Adern floß. Wenn ich mir ihr Bild vergegenwärtige, steht es wie das einer alten Frau ans bem Süden vor meiner Seele; und ihre Enkelin, bie-Stiiline, ein Kind meines Alters, glich ihr auffallend. Ihre Tochter, die Raiithöwers Kathrine, dagegen war ein kleines, zartes, sehr hellblondes Frauchen. . Wie diese Leute mit Busenborn zusammenhingen, ob die Väter der Karline und Kathrine gestorben waren, oder was es sonst für eine Bewandtnis mit ihnen hatte, ist mir nicht bekannt geworden. Es hat mich damals auch nicht im mindesten interessiert! Desto mehr allerdings ihr Nürnberger Spielzeug, von dem sie die schönsten Stücke in einem Schrank anfbewahrten, den die alte Rainhöwern eines Tages öffnete,, um mir, nachdem fie mir alle Schätze gezeigt hatte, eine Pnppenkommode zu schenken, mit welcher ich beglückt nach Hause ging. Unweit des Pfarrhauses stand auch das Hans eines Mamtes, der sich, wie mein eigener Vater, in drei Berufsarten betätigte. Er war Weißbinder, Landwirt und Kirrnesrnusikant. Als letzterer benützte er zwei Geigen, die in seiner Wohnstube an der Wand hingen; und diese harmlosen Instrumente haben mir fein Haus und ben Verkehr mit seiner kleinen Tochter verleidet! Ich wurde nämlich bei ihrem Anblick die Furcht nicht los, es könnte darauf gespielt werden; und während ich Blasinstrumente und Klavier- fpiel gern hörte, peinigte der Ton von Geigen und Flöten meine Gehörnerven derart, daß ich diesen Dingen aus dem Weg ging wie bösen Hunden. Ob es dasselbe gewesen wäre, wenn ich Gelegenheit gehabt hätte, von Künstlerhand eine Stradivari spielen zu hören, muß dahin gestellt bleiben. Auch das Nervenshstent vieler Der eben genannten itiere reagierte grabe so, wie es oas meinige während meiner ersten Lebensjahre getan hat, auf bie gleichen Töne. Das konnte , ich merken, wenn ich bei beit Großeltern zu Besuch war: Dem Klavter- spiel der Großmutter hörten bet Hund und ichganz anstaubtg zn, aber sowie meine beiden jungen Onkels ansingen nut ber Violine unb mit ber Flöte zu musizieren, fing ber Hund an zu heulen und ich zu fdjreicn. Das Konzert kam erst zustanbe, nachdem ivir beide, hinweg gebracht worben waren. . Mehr Last als meine Eigentümlichkeit hat Eltern unb Grotz- ettern bie meines Brubers gemacht. Sie bestanb in einem hartnäckigen Beharrenwollen beim Alten. Nicht nur neue Gebrauchs- gegenftänbe waren ihm verhaßt, fonbern auch jebes neue Kleidungs- sttick. Als er aus der Wiege in ein größeres Kinderbett umziehen mußte, weil ein kleines Wiegenkind im Anzug war, trug ihn ber Vater schlafend in das letztere. Staunend sah er fich am Morgen darin um, nahm aber doch die vollendete Tatsache schweigend hin. Jedem alten, löcherigen Skrohhut, den et nut einem neuen vertauschen mußte, weinte er heiße Tränen nach: „mein Hut, mein Hut, hu, hn, hn". Aber seine Verziveiflnug erreichte den höchsten Grad, als ihm zweieinhalbjährig ein schöner neuer Hosenanzug, bte, ersten Höschen, aufgezwungen wurden. Ich war bamals fünf ^ahre alt, kann mir aber heute noch ben schreienden Jungen und den Gegenstand seines Jammers: das hübsche Kleinjungengewand, _em Pathengeschenk, gut vorstellen. Diese Sonderbarkeit meines ältesten Bruders war im Grunde bie Kehrseite einer Tngenb: der Tugend Als flute, teilnehmende Tauten, bei welchen besonders die Heranwachsenden Nichten für ihre Anliegen allezeit ein freundliches Gehör fanden, habe ich sie im Sommer 1886 zum letztenmal gesehen. Nicht sehr lange nachher sind beide kurz nacheinander einer schweren Influenza erlegen, als sie noch in den mittleren Jahren standen, in welchen auch ihre brave Mutter gestorben war. Ihr Vater, dem sie den Haushalt führten, hat sie noch beide überlebt. Eine fröhliche Kindheit hat Grittche, dank seines heiteren Temperamentes, wenigstens gehabt! Sein lahmes Bein hinderte es damals nicht am Gehen nnd Springen, und nebst einem gleichalterigen Kathrinchen ist es meine treueste Gefährtin gewesen. Hinter Gritt- chens Elternhaus senkt sich ein Wiesengrnnd zur Talsohle, durch welche der Bach fließt. An seinem Rande blühten die schönsten Vergißmeinnicht, nnd auf den Wiesen die schönsten Frühlingsblumen: Volle, gelbe Sumpfdotterblumen, die im Volksmund Klotzblumen hießen, und rötliche Wiesenhyaziuthen, genannt Kuckucksblumen. Von beiden sammelten die Konfirmanden große Körbe voll, uni bamit zum Pfingstfest, an welchem ihre Konfirmation stattfinden sollte, das Kirchlein, zn bekränzen; und wir kleinen Mädchen ließen es uns angelegen sein, dabei zu. helfen. Sobald dies geschehen war, suchten, itftr so oft wie möglich unseren! Lieblingsspielplatz: die dsm Bilstein gegenüber liegende Höhe, an welcher das Dorf emporsteigt, auf. Von dem rechts am einstigen Pfarrhaus — jetzt Schulhaus —. vorbeiführenden Heckenweg gelangt man zuerst an das über der Pfarrwiese liegende, schon genannte Brünnchen und dann über einen schmalen, terrassenartigen Streifen fruchtbaren Ackerlandes an den letzten, kurzen, von magerem Rasen und Steingeröll bedeckten Aufstieg zu dieser Höhe, die Hasel heißt. Der ganze hier beschriebene Weg ist in zehn Minuten zurückgelegt und ich halte diesen Punkt heute noch für einen der schönsten des Gebirges! Ehe der Berg sich nach der anderen Seite»—- ivo der Kirchturm von Schotten von weiten: sichtbar >vird — zu senken beginnt, trägt er ein nur wenige Schritte breites Wäldchen, das zu jener Zeit aus hohen Hecken bestand, die kleine Lauben bildeten. Die Forstverwaltung hatte mit dem Miniaturwäldchen nichts zu schassen, und so blieb es der Natur und uns Kindern überlassen, die wir unsere schönsten Stunden darin verspieltem Doch nicht nur in den Lauben, sondern auch auf der davorliegendeir freien Höhe waren wir oft zu finden. Besonders wenn im Mai im dürftigen Rasen zahllose Immortellen blühten, die wir Katzenpfötchen nannten. Diese nnverwelklichen, in der Farbenskala vom allerhellsten bis zn.m dunkelen Rot aussteigenden Blümchen wurden von uns eifrig in Körbchen gesammelt, nnd meine Mutter wand Kränzchen um die Bilder lieber Angehörigen: Silhouetten und kleine Pastellbildchen, Photographien haben wir damals noch nicht gehabt. Im späteren Leben bin ich diesen Blümlein nur noch selten begegnet. Einesteils, weil sie nicht in jedem Gebirge zuhause sind, nnd dann, weil ich den Vogelsberg immer erst nach ihrer Blüte aufgesucht habe. Nur einmal trug es sich zu, daß ich im Mai in dis Eifel kam, 1— die mich auch in ihren äußeren Zügen mehrfach an den Vogelsberg erinnert hat — und dort Katzenpfötchen fand. Einen Monat später als sie in deutschen Gebirgen blühen, habe ich welche auf Rigi-Rotstock gepflückt, und zuletzt wiederum einen Monat später — in dem gegen 1900 Meter hohen Fextal in Graubünden. Dort, ans einer felsigen, kleinen Anhöhe, die sich zwischen senkrechten Felswänden, über welche die Gletscherwasser stürzen, aus blumenreichen, vom rauschenden Fexbach durchzogenen Almen erhebt, fand ich — inmitten der Stille einer erhabenen Natur und im Angesicht des Fexgletschers — das Blümchen meiner Heimat, das meiner Seele über Alpen und Länder hinweg, Brücken baute in mein Kinderland. Immortellen. Du Blümlein auf dürrer Heide, Des kahlen Berges Zier, Sprichst von dem Kinderlande, Von Heimatfrieden mir! Dem dürft'geu Grund entsprossen, Von Sonn' und Wind geküßt, Bist du wie Heimatliebe, Die unverweklich ist. Es läßt sich begreifen, daß uns Geschwistern, nach der Ungebundenheit des Draußenherumschweifens, an sommerlichen Regentagen und -Wochen das Zimmer zu enge wurde, und daß wir — besonders wenn noch andere Kinder dazu kamen — auch nicht die angenehmsten Zimmergenossen für unsere Mutter abgaben. Wenn es sich an solchen Tagen traf, daß eine Schaukel in irgendeiner Scheuer angebracht worden !var — weil der erneuerte Lehmboden derselben durch Kinderfüße fest getreten werden sollte — zogen wir gleich den anderen Dorfkiudern selig dorthin ab. Vermutlich jedoch erst während unserer letzten in Busenborn verlebten Jahre, denn für kleine Kinder wäre diese Belustigung zu gefährlich gewesen. (Fortsetzung folgt.) NseZEetzSss. kl Der Ku n st ess e r, wie er sein soll. Jüngst trat i das Zimmer des Leiters eines amerikauiscbeu „Mammutzirkus" ein junger stattlicher Alaun und fragte, ob der Leiter ihn brauche könne, er sei „Enoch, der Eierkönig", der drei Dutzend Hühnereier zwei Dutzend Enieneier und ein Dutzend Gäuseeier mti einmal zu verzehren pflege. Diese Leistung machte einigen Eindruck nut den Leiter des Unternehmens, er glaubte aber doch deu jungen Alaun daraus aufmerksam zil ntachen, daß sein Zirktis vier Vorstellungen am Tage gäbe. Das machte dein jungen Almute gar nichts aus, int Gegenteil, er erklärte, es sei ihm eine Kleinigkeit, viermal am Tage drei Dutzend Hühnereier, zwei Dutzend Enteneier und ein Dutzend Gäuseeier hmtereiuander zu verschlingen. Samstags, erklärte der Leiter des Unternehmend nun weiter, würden gemöhn- lich sechs Vorstellungen gegeben. Der junge Mann erklärte sich lächelnd auch damit euwerstanden, und nun rückte der Zirkusbesitzer damit heraus, daß am Sonntag alle zwei Stunden eine Vorstellung staltsände. Da schüttelte „Enoch, der Eierkönig", den Koch und sagte, meint deut so sei, körnte er einen Vertrag nur unter einer Bedingung abschließen. Ter Direktor mürbe unruhig, weil er fürchtete, diese „glänzende Attraktion" könne ihm entgehen, aber „Enoch, der Eierkönig", sagte: „Tie Vorstelluiigen können von mir aus so schnell auseinander folgen, wie sie ivollen; Sie müssen mir aber Zeit lassen, daß ich inzwischen meine Mahlzeiten im Hotel innehalten kamt." Büchertisch. —r- A dolf Köster, Die bange Nacht, Roman. (Verlag von Albert Langen in München.) — Adolf Köster hat vor einigen Jahren die Aufmerksamkeit des deutschen Leserpublikums! durch den von der ganzen maß,gebenden Presse glänzend besprochenen, seinen unb höchst persönlichen Novellenbandi „Die zehn Schorn- steine" erregt. Heute erhalten wir von ihm seinen ersten Roman, ein dichterisch reifes iund schönes Werk, das wohl geeignet ist, seinem Namen neben literarischer Anerkennung auch Popularität! bei der Menge des deutschen Volkes zu erwerben. „Die bange Nacht", — damit meint der Dichter die schwüle Zeit der Jugend- uud Entwicklungsjahve, in denen vielleicht aml schwersten zu kämpfen hat, lver — mit Horaz zu sprechen ■— aus kleinem Neste die Flügel zu hohem Flug entfalten will. Aber der junge Steen, der Held des Romans, findet sein Erwachen und seinen Weg, man könnte vielleicht sagen: seine erbliche Entlastung. Wir sehen ihn zum Schluß, geleitet von treuer Liebe, hinauswandern in den klaren Tag, auf das Schlachtfeld der Kämpfe von heute. Hamburg und Schleswig-Holstein, die Stadt uns) die Landschaft, sind wohl selten mit solcher Liebe und solcher dichterischen Kraft gesehen und gepriesen worden. — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde (Begründet von Dr. Josef Ettlinger. Herausgegebelk von Dr. Ernst Heilborn. Verlag: Egon Fleische! n. Co., Berlin W.9). Das 1. Dezemberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Walter von Molo: Frederik van (geben. Rudolf Jahn: Alte unb neue Prinzipien ber Literaturgeschichtsschreibung. Marcel Goll«: Löon Deickel. Paul Zech: Zwei Gedichte. Albert Geiger: Herder unb das Drama. Ferdinand Gregors: Vorn' Wesen und Bau des Dramas. Echo der Bühnen. Echo der Zeitungen unb Zeitschriften. Echo des Auslands. Kurze Anzeichen. Nachrichten. Büchermarkt, Gitter-Rätsel. Auflösung in nächster Nummer. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaaaa, b b, d d d d d d, eeee, g g, hh, iiiiiiii, k, 1 1, n n u n n n, r r r r, u u derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Einen Teil Europas. 2. Stadt in Schotiland. 3. Fluß in Sibirien. Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nuiumer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; A — Aß, ü — Unter, Bube, Wenzel; D — Dame, Ober.) Im Skat lagen aD und b8. Vorhand hatte: aK, a9, a8, a7, bZ, b9, cA, c9, c8, c7, Hinterhand die übrigen. Spiclgang: 1. V. cA M. cD H. aA = — 25. 2. V. c9 M. cK H. bK = - 8. 3. H. dZ V. bZ M. dA = - 31. S.: — — 64 Äugen. Redaktion: fi. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Langem Gi«ße»