Donnerstag, örn 6. März aW ■ M WU ™@8 ML 'y><\ _ SM lK MI Frsuenliebe. Roman von Horst Bodemer, (Nachdruck tierboten.) (Fortsetzung.) Einer der Aufsichtsbeamten hatte ihn scharf angeblickt. Er nickte befriedigt mit dem Kopfe vor sich hin. Solche Wöget konnte man in der stillen Zeit gebrauchen, die liehen Federn. Die meisten, die im Herbst hier spielten, hatten kaum dreitausend Franken zu verlieren. Moreth, die eingewechselten Scheine in der Hand, sah sich um. Der Aufsichtsbeamte trat sofort auf Hans-Wilhelm zu, um ihm behilflich zu sein, sein Geld recht schnell los zu werden, denn daß er einen Grünen vor sich hatte und einen sehr leichtsinnigen Menschen, war dem Manne sofort klar; der das Treiben in den Spielsälen kennt, trägt nicht Kwölftausendfünshundert Franken zwischen Daumen und Zeigefinger. Hans-Wilhelm ließ sich von dem Beamten einen Stuhl zurechtschieben, sprang aber sofort wieder auf, als sich ein altes Weib an seine Seite setzte. Alte Weiber bringen Unglück, glauben die Jäger; er war nicht besser in seinem Aberglauben wie der dicke Kerl mit den Brillantringen oder die Frau mit dem zerrissenen Unterrock. Am Nachbartische surrte die Kugel, er warf einen Tausendfrankenfchein auf Rot und — Schwarz gewann! — Also, an dem Tische war nichts los; er ging weiter Und setzte die Fünfhundertfrankennote wieder auf Rot. Diesmal stimmte es. Er ließ das Geld stehen samt dem Gewinn; die Spieler sahen ihn erstaunt an, einer rief ihm im reinsten Kölner-Deutsch zu: „Aber Rot ist ja schon siebenmal herausjekommen!" Moreth mußte lachen. Als blutjunger Leutnant hatte er einmal einen Burschen gehabt, den Joseph, der war ans Köln und konnte so schön singen; es war ihm ordentlich schwer geworden, sich von dem „Kölner Jungen" zu trennen. „Rot kommt noch fünfmal," rief er zurück. Die Leute blickten ihn mit großen Augen an, wer kein Deutsch verstand, fragte den Nachbarn nach der Bedeutung seiner Worte. Ah — noch fünfmal sollte Rot kommen. Die Zaghaftesten fetzten ein Fünffrankenstück wenigstens aus diese Farbe. Einer meinte, er habe diesen Herrn schon in Monte Carlo spielen sehen, der habe der Bank an einem Tage einmal hundertundfünfzigtausend Franken äbgenommen, dann sei er plötzlich verschwunden gewesen. Nach Monaten tote- oergekommen, habe er noch jedesmal gewonnen. Jetzt beziehe er eine Pension von der Bank am Mittelmeer, dafür dürfe er dort nicht mehr spielen, denn er hab« ein System, mit dem man gewinnen müsse. Als der Croupier die Kugel in Bewegung setzte, stand auf Rot eine große Summe, auf Schwarz ein einziges Zwanzigfrankenstück, und — Rot gewann wieder! Wie befreit atmeten die vielen auf, die ihre kleineren oder größeren Summen auf diese Seite gesetzt hatten. Zweitausend Franken entfielen davon auf Hans-Wtl- helm. Er ließ sie wieder stehen. Selbst diejenigen, di« Zahlen spielten, wurden stichig, denn im Nu hatte eS sich herumgesprochen. „Der berühmte Spieler von Monaco ist gekommen, um die Bank zu sprengen!" An den anderen Tischen standen die Leute auf, kamen herbei, alle Welt setzte Rot. Und Rot gewann noch einmal! Da verspürte Moreth zur rechten Zeit ein Knurren in seinem Magen, er strich seine viertausend Franken ein — und ging frühstücken. Mit langen Gesichtern sah man ihm nach. Das war ein Spieler! Ja, so mußte man spielen, wenn man gewinnen wollte! Einige hörten auch auf zu setzen; st« wollten doch lieber warten, bis der „Banksprenger" wieder kam. Sie setzten sich im Restaurant an den Tisch neben Moreth, um ja den Anschluß nicht zu verpassen, und zogen auch ein ordentliches Beefsteak zweifelhaften Gewinnchancen vor. Hans-Wilhelm machten die Leutchen einen heillosen Spaß. Wie sie immer herübersahen zu ihm! Er bezahlt«. Da er fein kleines Geld hatte, muhte er eine Fünfhundertfrankennote wechseln lassen. Er erhielt neben Gold drei Hundertfraukenscheine zurück. Einen behielt er in der Hand, den wollte er auf eine Zahl „brezeln". „Dreizehn ist 'ne Unglückszahl. Setz' ich also auf Dreizehn", sagte er sich. Wie ein Schatten folgten ihm die Herren vom Neben- tische. Er ging wieder an das Roulette, das ihnr Glück gebracht, legte den zusammengefalteten Schein im letzten Augenblick auf die „Unglückszahl" und wandte dem Tische den Rücken. Hatte der Teufel seine Hand im Spiele, oder äffte ihn fein Gehör? „Treize", rief der Croupier. Rasch drehte er sich um. Wahrhaftig! Mit der Null §ab es siebenunddreißig Zahlen, und die Dreizehn war erausgekornrnen! Wieder wurde ein Ruf des Erstaunens laut. Neben seiner Hundertfrankennote wurde fünfunddreißigfachesl Geld, also dreitanseudfünfhundert Franken, aufgezählt. lieber Hans-Wilhelm, der sonst so hitzig spielte, war eine große Ruhe gekommen — er wunderte sich selbst darüber. Gleichgültig strich er das Geld ein — und ging zum Saale hinaus. Alle Spieler sprachen von ihm. Das war ja wirklich sehenswert. Endlich wieder einmal jemand, der gewann l 146 Mn Skeptiker zuckte die Achseln. „Die ersten tausend Franken hat er drüben an dem Tische verloren!" Man lachte den Mann aus. „Wissen Sie nicht, daß ein „großer Spielers erst immer eine größere Summe opfert? Das bringt Glück!" Ein Sachse rief dazwischen: ^„Nadierlich — so is es! Mer sagen bei uns: Wer zuerscht gewinnt, wird zuletzt geschindt!" In der Garderobe ließ sich Moreth Hut und Stock geben, warf dem niedlichen Mädchen ein Zweifrankenstück auf den Tisch und kniff sie dafür in die Backe. Die lachte ihn vergnügt an und zeigte dabei ihre kleinen spitzen Zähncheul Sie kannte die Herren. Wenn sie gewannen, ließen sie Geld springen, aber noch fast bei jedem war der Tag gekommen, an dem sie vertröstet wurde. Man Hatto „zufällig" kein kleines Geld bei sich. Das hieß: das letzte! Fünffrankenstück war flöten gegangen. Hans-Wilhelm bummelte an seinem Hotel vorbei in den Kurpark. Die'Bäume verfärbten sich bereits. Ein unangenehmer Wind blies ihm ins Gesicht. Sein Gewinn war .ihm zu Kopf gestiegen. Mit wenigen Sätzen hatte er abzüglich der verlorenen tausend Franken sechstausend einge- heunst. Er fing an, an sein Glück zu glauben. Aber nur nicht, wie es die meisten halten, blödsinnig setzen bei jeder Gelegenheit! Nur wenn man „Nase hatte", mußte man es tun, und er zweifelte nicht, das würde nun munter so weiter gehen. Wenn er sich täglich zwanzigtausend Frauken holte, das machte in acht Tagen einhundertsechzigtausend — nach deutscher Währung etwa einhundertdreißigtausend! Mark! Da stutzte er. Nein — mehr mußte er haben, oder! länger hierbleiben! Denn der Mutter Erbteil, das er in zehn Dienstjahren allein durchgebracht, betrug allein einhundertfünfundsiebzigtausend Mark, bei Onkel Relendorff hing er auch noch mit zwanzigtausend, und ganze hunderttausend waren als Hypothek auf sein Gut ausgenommen worden. Da erschrak er. Donnerwetter, die schöne Leutnantszeit hatte ihm bis heute annähernd hunderttausend Taler gekostet; außerdem hingen noch einige Schulden, und seinen "Monatswechsel von dreihundert Mark und sein Gehalt mußte er doch auch rechnen! Er setzte sich auf eine Bank. Das hatte er allerdings nicht gedacht. Wo war nur das viele Geld geblieben? Gewiße er lebte gut, zog sich tadellos an, aber das kostete doch nicht hunderttausend Taler. Beim Spiel allein war ihm das Geld unter den Händen zerronnen. Wiederhaben wollte er es, und für den Anfang ließ sich ja die Sache auch ganz gut an. Das vergrämte Gesicht seiner Mutter tauchte vor seinem geistigen Auge auf. Er mußte die Zähne aufeinanderbeißen, so konnte es nicht weitergehen! Wenn ihm hier der große Schlag gelang, dann wollte er ein anderes, besseres Leben beginnen. Und dann würde er überhaupt Schluß machen mit diesem wüsten Treiben. Er war zum Heiraten alt geworden, und Eva Relendorff kam auch in die Jahre. Niemals hatte er sich einen Vorwurf gemacht, daß er sie warten lieh; er hatte sie ja gern, sogar sehr gern, aber so verliebt wie sie in ihn, war er doch lange nicht in sie. Und wenn sie einen änderen genommen, hätte er gezuckt: „Na, denn nicht!" 1 Aber der alte Graf besaß eine schwere Menge Geld und Glossow war eine Besitzung, die sehr verwöhnten Ansprüchen genügte, denn die große Ziegelei, die Molkerei, die Sagemühle, die Spiritusbrennerei brachten guten Gewinn und Eva war lieb und schön, sehr schön sogar. Er griff sich an den Kopf. Eigentliche war er doch ein rechter Esel, die Spielerei hatte er satt, also Schluß mit dem leichtsinnigen Lebenswandel, und ein guter Ehemann werden! Aber erst Umßte er die Verluste wieder hereinholen. Als Bettler wollte er nicht vor den Grafen treten, der überhaupt so eine komische Art hatte, halb mitleidig, halb stolz und dazu noch 'ne Portion Sarkasmus und Rücksichtslosigkeit, wenn er ihm oie Leviten verlas. Das ist oft genug vorgekommen. Gerade das hatte shn Paar. Er suchte, wie alle Charaktere, die Fehler nicht bei verprellt, sonst wäre Eva und er vielleicht schon längst ein sich, sondern bei andern. Er stand auf und.ging tvieder in den Spielsaal, mit dem festen Vorsatz, aufzuhören, sobald er heute sünfzig- tausend Franken aewonnen habe. Sechstausend hatte er! sich ja im Handumdrehen schon geholt. , ; Wieder setzte er tausend Kranken und gewann. Er ließ sie stehen samt dem Gewinn. Diesmal verlor er. Das kam natürlich von den vielen Leuten, die sich sofort hinter ihn stellten und ihm alles nachmachten. Unwillig trat er an einen andern Tisch. Noch schwebte der Mmbus des „großen Spielers", der in Monaco unheimlich gewonnen hatte, um ihn. Und die Sache machte sich. Er gewann, er 'verlor, aber der Gewinn behielt doch oie Oberhand. Freilich, fünfzigtausend Franken schleppte er an diesem Abend nicht nach Hause; immerhin waren es sünfunddreißigtausend; er konnte also recht zufrieden sein. Die anderen Spieler stritten sich erregt hin und her. .Einige behaupteten, er habe hunderttausend, die meisten aber meinten, sein Gewinn sei noch viel größer, und den Aufsichtsbeamte, der ihn beobachtet hatte und genau wußte, wie die Verhältnisse lagen, sagte: „Er hat nicht ganz hundertzwanzigtausend Franken gewonnen." . , Das gab der Bank ein gutes Ansehen, denn die int Verlust waren — den meisten, fast allen, ging es so — schöpften neue Hoffnung. Unterdessen saß Hans-Wilhelm im Speisezimmer des Hotels und aß zu Abend. Die Spielerei, der Spektakeh dazu die Luft, nahmen die Nerven mit. Er trank nach dem Essen noch eine Flasche alten Burgunder und legte sich dann zu Bett. Aber der Schlaf wollte nicht kommen. Immer ivieder hörte er das Rufen des Croupiers, und die Kugel surrte ,und die Leute riefen nervös alles mögliche durcheinander. — Spät war es, als endlich seins Nerven zur Ruhe kamen, spät wachte er ivieder auf. Wie zerschlagen fühlte er sich. Er griff nach der Uhr, fast zwölf. Er sprang aus dem Bett und bestellte sich ein Bad, denn sein Schädel brummte ihm ganz gewaltig. Sofort nach dem Frühstück ging er wieder hinüber nach dem Klub, wo man schon eifrig bei der Arbeit war. (Fortsetzung folgt.) (Ein 200« jähriger altes Mineralwafserbad. Die Reize und Altertümer der Stadt Bath'. Bath, die Königin des Westens genannt, liegt in einem Talkessel in der wunderschönen Grafschaft Somerset, und ist eine der schönsten Städte Englands. Der Fluß Avon schlängelt sich in vielen Bogen an der Südseite der eigentlichen Stadt entlang. Rings um die Stadt erheben sich hohe oder minder hohe Hügel, wohin auch der Blick sich wendet, er begegnet grünen Anhöhen mit Parkanlagen. Garten und Wiesen wechseln mit Gruppen von Häusern und Billen, die zu den Vorstädten von Bath gehören. Der Ueberblick von einer Anhöhe auf die darunter liegende Stadt und auf die gegenüberliegenden Hügel macht besonders des Abends bei Beleuchtung einen fast märchenhaften Eindruck. Was die Aufmerksamkeit des Fremden zunächst in der Stadt selbst erregt, sind die alten breiten Straßen, die offenen Plätze mit den schön gepflegten Rasenplätzen in der Mitte, die im Halbmond erbauten prachtvollen Häuser oben auf der Höhe von Lands- down, die klassische Sud- und Nord-Parade, wo der Schriftsteller von Marmion und andere berühmte Männer gewohnt und gelebt haben. Es ist ganz unmöglich, sich gelangweilt zu fühlen in dieser herrlichen berühmten Badestadt, weil rede Jahreszeit neue Abwechslung und „Amüsement" bietet. Die Umgebung hon Bath ist ebenso anziehend und schön wie die Stadt selbst, im! Frühjahr, Sommer und Herbst findet man täglich Gelegenheit, durch dis Automobil-Gesellschaft alle interessante und historische Punkte kennen zu lernen. Auch für Sport ist in jeder Art Abwechslung geboten. Der Golf-Spieler findet drei verschiedene „Links" auf den benachbarten Höhen, der Jagdliebhaber kann teilnehmm bei den Zusammenkünften der „Bath und Country Harries". Es gibt zahlreiche Klubs für Herrn und Damm, wo auf den dafür bestimUiten Plätzen Tmnis, Kricket und Hockey gespielt wird, ebenso wird der altmodische Sport, das Bogenschießen, geübt. Unter ben jährlich wiederkehrenden Anziehungen sind Baths Pferdeausstellung, die verschiedenen Rosen- und Blumen--Aus- stellungen, das Pferderennen im Herbst, zahlreiche Feste für Athleten usw. Musikliebhaber können dreimal am Tage Konzerte! der städtischen Kap.lle hören, die im! Sommer in den verschied neu Parkanlagen ab gehalten werden, bei Regenwetter in der Hall« der alten römischen Bäder. Im Winter werden klassische Konzerts nachmittags und abends, im großen Konzertsaal des Pumproom> Gebäudes gegeben. m Die heißen Heilquellen Haven schon zur Zeit der alten Römer Wath berühmt gemacht. Der Ursprung dieser heißen Quellen ist schon oft von Sachverständigen untersucht worden, ohne daß, jedoch' die richtige ISrfinrung dafür gefunden werden konnte. Es sind die einzigen Quellen bis heutigen Tagest die während der Kälte des, Winters, der Hitze des Sommers, durch anhaltende Regengüsse oder Trockenheit stets in derselben Stärke und Temperatur Mrs der Erde hervorsprudeln. Für die Heilbäder werden drei Quellen benutzt und über 1100 000 Liter Wasser werden täglich' verbraucht für diese Bäder. Da das Wasser aus der Erde auf- steigend, zu heiß ist zum Baden, wird es durch Röhren in die Näder geleitet. Durch das Phänomen der beständig hohen Temperatur des Wassers steht die Mineralwasser-Heilanstalt Bath als die einzige in ihrer Art in England da und dazu koMmt noch', daß im letzten Jahre bewiesen wurde, daß Radium in den Quellen vorhanden ist. _ Tie Heilkraft dieses Wassers erfreut sich eines 2000jährigen Rufes. Die Einrichtuugeir der Bäder find durchaus schön und bequem. Da sind zuerst die Königs-Bäder, welche neben dem großen „Pumproom" liegen. Sie bestehe!: aus 50 Bäder mit bequemen Ankleidezimmern, große üppige Räume zum Abkühlen, bequeme Rauchzimmer und andere prachtvolle Räume. Die W- kühlzimmer führen vermittelst Durchgang nach dem „Pumproom", nach dem Konzertsaal und dem römischen Säulengang. Man findet tiiele handgreifliche Beweise der Dankbarkeit solcher, die durch die Bäder geheilt wurden, wie z. B. die großen Kupferringe, dw am Königs-Bad des Mittelalters angebracht sind. Die Namen derienigen, die dnrch die Bäder geheilt wurden, sind neben den Rmgen eingraviert; zuweilen findet man auch eine weitere Inschrift, wie z. B. folgende: „Gott sei Dank! Ich, John Revet, des Königs Kupferschnridt, wurde in meinem öOsten Jahre, im July 1674, geheilt von einer Lähmung, vom Kopf bis zum Fuß ÄN eurer Seite". Dort sieht man auch das berühmte Bild des oMadud", der die heißen Quellen entdeckt haben soll, im Jahre 863, B. C. Ebenso findet man dort die Ueberreste einer schönen Steiir-Balustrade, gestiftet von Sir Francis Stoner, aus Dankbarkeit, daß er geheilt wurde, „von Gicht und Schmerzen in den Gliedern". Die neuen Königsbader sind sehr geräumig, besonders tief nach dem Muster der alten römischen Bäder. Für Kranke, die wegen ihres Rheumatismus nicht die Stufen zu den Badern hmnntergehen können, gebraucht Man einen.Stuhl, der vermittelst Rollen zuerst an das Ankleidezimmer gebracht und dann durch hydraulische Kraft langsant in das Bad gelassen wird. Tie 'Tauchbäder sind hoch und wunderschön getäfelt. Einige der oft benutzten Bäder sind Nadel-, Dampf-, Moor- und elektrische heiße Luftbäder; die letzteren werden besonders zum Stärken und Bewegen der Muskeln mit Hilfe besonderer Apparate gebraucht. In dein großen Pumproom, ein eleganter, üppiger Saal in Renaissance-Stil, gehalten, trinken die Kranken oder auch Nicht- Kranken das heiße Mineralwasser, welches dort an den vielen laufenden Röhrchen ausgeteilt wird. Hier hielt die Königin Char- lotte ihren Hof und hier versammeln sich heutigen Tages Herrn find Damen, die ihr Wasser schlürfen, während sie die Zeitungen lesen, sich unterhalten oder der Musik zuhören. In der halbrunden Nische unter dem Standbild« des „Nash" ist die berühmte „Jompion-Uhr", die Tickens erwähnt in seinen „Pickwick Papers". Diese Uhr ist Zeuge gewesen der vielen erergnisvollen Szenen, die sich' in diesem Zimmer abgespielt haben, fest dem' Zeitalter der Königin Anne. Welche Geschichten würde diese Uhr erzählen können, uns, die wir int 20. Jahrhundert so ernst Und geschäftsmäßig sind. Ans dem südlichen Fenster kann man das Basin des alten Königbads sehen. In, den ruhmreichen Tagen von Bath' hatte das schöne Geschlecht in moderner Toilette und schön frisiert, oft mit ihren Kavalieren ein Reudez-vous auf dem Wege dahin. Heutigen Tages ist, nur die Erinnerung der vergangenen Zeit geblreben sind der Mick auf das Basin, in welches die warme Quelle ohne Aufhören fließt. 20 Fuß unter den jetzigen Straßen sind die alten römischen Bäder, der Pfad den Bädern entlang ist aus- Netreten von dm Tausenden von Fußtritten und doch kann man Noch di« wohlerhalteneu Stufen sehen, von welchen die Römer in das Bad stiegen, in der großen Halle hinter den Bädern sind zerbrochene Säulen, Köpfe von Göttern Usw. aufbewahrt, Zeugen der vergangenen Tage der ruhmreichen Römer. Eine Treppe höher und gleichlaufeiü) Mit beit Straßen, ist der römische Säulengang, viel besucht nachmittags und abends von Fremden, die unter den Bildsäulen der alten römischm Kaiser wandeln oder auf bequemen Stühlm der Musik zuhören. Sofie Brill. Abenteuer des Brigadier Gerard. Von C. Doyle. W. iesichderBrigadierbeiWaterlooauszeichnete. (Fortsetzung.) Es war mir aufgefallen, daß ich auf der ganzen langen Jagd keine Flüchtlinge von unserer Armee bemerkt hatte. Ich schloß daraus, daß ich zu weit westwärts voit ihrer Fluchtlinie vpgekommen war und mich mehr nach Osten halten mußte, um zu ihnLn zu stoßen. Wenn mir das nicht gelang, würden mich Meine Verfolger wahrscheinlich in Sicht behalten und, wmn sie - selbst mich nicht einholen konnten, doch so weit treibm, bis mir von Norden her ihre Kameraden von vorne den Weg versperrten. Im Osten sah ich in weiter Ferne eine lange Staubwolke, die sich meilenweit durch die Gegend zog. Das war sicher die Hauptstraße,, die unsere unglückliche Armee zu ihrer Flucht benutzte. Mer ich bekam bald einen Beweis, daß einzelne Nachzügler auch in bie_ Seitenwege eingebogen waren, denn plötzlich stieß. ich auf ein Pferd, das im Gras weidete, und nicht weit davon lag sein Herr, ein französischer Kürassier; er war furchtbar verwundet und augenscheinlich dem! Tode nah. Ich sprang ab, ergriff feinen langen, schweren Säbel und ritt damit los. Das Gesicht des armen Teufels, als er mich mit den sterbenden Augen anblickte, werde ich nie vergessen. Es war ein alter Soldat mit grauem Schnurrbart, einer von den alten, echten Fanatikern, dem diese letzte Erscheinung seines Kaisers wie eine höhere Offenbarung vorkam. Staunen, Liebe, Stolz — malten sich auf seinem totenbleichen Gesicht ab. Er sagte etwas — ich fürchte, daß es seine letzten Worte waren — doch ich hatte keine Zeit, ihnen zu lauschen; ich mußte weiter rennen. Während dieser ganzen Zeit war ich auf Wiesgründen, die von breiten Gräben durchzogen warm. Manche tonnten nicht viel weniger als vierzehn bis fünfzehn Fuß breit sein, und nur zitterte jedesmal das Herz, wenn ich drüber setzte, dmn ein Fehltritt würde meinen Ruin bedeutet haben. Wer wers auch gewesen sein mag, der für den Kaiser die Pferde ausgesucht hat, er hatte seine Sache gut gemacht. Mit Ausnahme von jenem Mal an der Sambre, -wo es versagt hatte, folgte mir das herrliche Tier ausgezeichnet. Wir nahmen jedes Hindernis mit einem Satz. Und trotzdem konnten wir diese verteufelten Preußen nicht los werden. Als ich über all die Wassergräben weg war, schaute ich mich mit frischer Hoffnung um; aber auf seinem weißfüßigen Braunen flog Stein mit derselben Leichtigkeit hinter mir drüber weg, wie ich selbst. Er war mein Feind, aber ich mußte ihn hochachten wegen seiner Haltung an diesem Tag«. Wieder und wieder schätzte ich die Entfernung zwischen ihm! und den« Nächstfolgenden. Ich dachte dran, kehrt zu machen und ihn, ehe ihm sein Kamerad zu Hilfe kommen tonnte, niederzuhauen, wie ichs mit dem Husaren gemacht hatte. Wer die anderen hatten sich auch dazugehalten und waren nicht sehr weit dahinter. Ich überlegte mir auch, daß dieser Stein ein ebenso guter Fechter sein würde, wie er ein Reiter war', und daß es mich etwas Zeit tosten würde, ihn zu. überwältigen. In diesem! Fall würden ihm aber die übrigen zu Hilfe eilen können, und dann würde ich verloren sein. Alles in allem genommen wars also schlauer, meine Flucht fortzusetzen. Bon Osten nach Westen lief eine Straße durch die Ebene, sie war an beiden Seiten von hohen Pappeln umsäumt. Sie mußte mich nach der Staubwolke führen, die den Rückzug der Franzosen bezeichnete. ■ Ich drehte also Mein Pferd um und galoppierte hinunter. Ws ich dahinritt, erblickte ich vor mir auf der rechten Seite ein einzelnes Haus' mit einem, großen Kranz über dem Eingang als Zeichen, daß es ein Wirtshaus war. Draußen standen Mehrere Bauern, Um die ich mich nicht weiter zu kümmern brauchte. Was mich dagegen erschreckte, war ein roter Rock, woraus ich ersah, daß Engländer dort sein mußten. Doch, ich konnte weder umkehren noch halten, es half also alteS nichts, ich mußte weiter und einfach mein Glück versuchen. Ich konnte sonst keine Soldaten bemerken, es konnte sich also nur um irgendwelche Nachzügler 'oder Marodeure handeln, die ich wenig zu fürchten brauchte. Ms ich näher kam, sah ich, daß zwei auf einer Bank vor der Türe saßen und zechten. Ich sah, wie sie aufstanden und taumelten, fie waren offenbar beide betrunken. Einer stand mitten im Weg Und schwankte, „'s ist Boney (Wkürzung für Bonaparte). Helft mir, 's i|t Boney!" schrie er. Er lief mir mit ausgestreckten Armen entgegen, um mich zu fangen, aber zu seinem Glück stolperte er in seiner Betrunkenheit und fiel der Länge nach mit dem Gesicht auf die Straße. Der andere war gefährlicher. Er war ins Wirtshaus gelaufen, und gerade, als ich vorbeikam, stürzte er mit dem Gewehr in der Hand zur Tür 'raus. Er bückte sich und ich drückte mich an den Hals meines Pferdes. Ein einzelner Schuß von einem Preußen oder einem Oesterreicher wollte wenig heißen, aber die Briten waren zu jener Zeit die besten Schlitzen Europas, uud Mein Betrunkener schien noch ziemlich fest und sicher zu sein, als er das Gewehr im Anschlag hatte. Ich hörte einen Krach, und mein Pferd tat einen furchtbaren Satz, so daß wohl mancher Reiter 'runtergeflogen wäre. Im ersten Moment dachte ich, es' wäre totgeschossen, aber als ich mich auf meinem Sattel umdrehte, sah ich, wie ihm am rechten Hinterviertel das Blut hinunterlief. Ich guckte zurück nach dem Engländer; der Kerl biß eben das End« der zweiten Patrone ab und pfropfte sie in seine Muskete, aber bevor er schußfertig war, waren wir außerhalb seines Bereichs'. Es waren Infanteristen, die sich der Verfolgung nicht anschließen konnten, aber ich hörte sie hinter mir her rufen und Hallo schreien, als ob sie auf der Fuchsjagd wären. Auch die Bauern stimmten mit ein, rannten querfeldein und schwangen ihre Stöcke. Von allen Seiten drang Geschrei an mein Ohr, und überall stürzten die drohenden Gestalten meiner Verfolger hinter mir her. Der Gedanke, daß der große Kaiser in der Weise übers Feld gehetzt würde! Ich hätte am liebsten diese Elenden meine Klinge spiiren lassen. 148 Doch ich fühlte, daß ich bald nicht mehr konnte. Ich hatte getan, was ein Mann tun kann — manche sagen sogar mehr — aber endlich war ich an einem Punkt angekommen, von dem ich kein glückliches Entrinnen mehr hoffen konnte. Die Pferde meiner Verfolger waren erschöpft, doch meins wars auch und noch verwundet dazu. Es blutete so stark, daß wir auf der weißen, staubigen Straße eine rote Fährte hinterließen, sein Schritt wurde schon matter, und früher oder später mußte es unter nur zusammenbrechen. Ich drehte inich um und erblickte die fünf unvermeidlichen Preußen — Stein war ungefähr hundert Meter voraus, dann tarn' ein Ulan und dahinter nebeneinander die drei letzten. Stein hatte den Säbel gezogen und schwang ihn gegen mich in der Luft. Ich meiiiesteils war entschlossen, mich keinesfalls zu ergeben. Ich wollte suchen, möglichst viele von diesen Preußen mit mir hinüberzunehnien in die andere Welt. In diesem erhabenen Moment tauchten alle die großen Taten meines Lebens vor meinem geistigen Auge noch einmal auf, und ich hatte das Gefühl, daß diese, meine letzte, wahrhaftig ein würdiger Schluß einer solchen Laufbahn sei. Mein Tod würde freilich ein schwerer Schlag sein für jene, die mich liebten, für meine Husaren und für die anderen, deren Namen ich verschweigen will. Aber sie alle hatten meine Ehre und meinen Ruhm in ihren Herzen, und ihr Schmerz würde durch den Stolz gemindert sein, den sie empfinden würden, wenn sie erführen, wie ich an diesem letzten Tag geritten wäre und gekämpft hätte. Deshalb tröstete ich mich und, als mein Araber auf seinem lahmen Bein immer mehr und mehr hinkte, zog ich den schweren Säbel, den ich dem Kürassier abgenonrmen hatte, uild machte mich zu meinem letzten Und höchsten Kampfe bereit. Ich zog gerade den Zügel an» um kehrt zu machen, weil ich fürchtete, wenn ich noch länger wartete. Womöglich zu Fuß gegen fünf Berittene fechten zu müssen. In diesem Augenblick fiel mein Auge auf etwas, das nur wieder Hoffnung emflößte und meiner Brust einen Freudenschrei entrang. Aus 'einer kleinen BcmMgruppe vor mir ragte der Turm einer Dorfkirche hervor. Es konnte kein anderer fein, als der, welchen ich erst vor zwei Tagen gesehen hatte, es mußte also das Dorf Gosselies sein. Der Turnt hatte nämlich, weil an der einen Kante, wahrscheinlich durch Blitzschlag, das Mauerwerk zerstört und 'rausgefallen war, eine sehr charakteristische und phantastische Gestalt, die nicht zu verkennen war. Doch wars nicht die Hoffnung, das Dorf zu erreichen, was mich mit Freude erfüllte, sondern weil ich jetzt wieder wußte, wo ich war, und daß jenes Bauernhaus, dessen Giebel ich keine Viertelstunde weit durch die Bäum« schimmern sah, das Gehöft St. Aunay sein mußte, wo wir gelegen hatten, und das ich dem Rittmeister Sabbatier als Mendez-Wons der Couflansschen Husaren bezeichnet hatte. Dort waren sie also, meine flinken Jungen, wenn ich sie nur erreichen konnte! Mit jedem Sprung ivnrde mein armes Tier matter. Mit jedem! Augenblick tarnen meine Verfolger näher. Schon hörte ich dicht hinter mir eine Salve germanischer Flüche, schon pfiff mir eine Karabinerkugel am Ohr vorbei. Wie toll spornte ich Meinen Araber und schlug mit dem flachen Säbel auf ihn ein, UM sein Tempo auf der Höhe zu halten. Tas offene Hoftor war vor mir. Ich sah das Blinken der Waffen drin. Als ich durch- dounerte, war Stein keine zehn Meter Mehr von mir entfernt. „Herbei Kameraden! Herbei!" rief ich mit mächtiger Stimme. Ich hörte ein SumImeN, als wenn die emsigen Bienen aus ihrem Korb ausschwärMen. Dann stürzte mein herrlicher Araber tot Unter mir zusammen, und ich fiel aufs Pflaster, womit meine Erinnerung mrfhört. Das war meine letzte und berühmteste Tat, mes chers amis, eine Tat, die in ganz Europa bekannt wurde, und den Namen Etienne Gerard im Buch der Geschichte unauslöschlich gemacht hat. Ach! daß alle meine Anstrengungen dem Kaiser nur wenige Wochen länger die Freiheft erhalteir haben, weil er sich am 15. Juli den Engländern ergab! Doch, es war nicht meine Schuld, daß er nicht imstande war, die Kräfte zu sammeln, die in Frankreich noch seiner warteten, UM ein zweites Waterloo zu liefern, mit einem glücklicheren Ausgang. Wenn andere so ergeben geivesen wären wie ich, so würde die Weltgeschichte eine andere Wendung genommen, der Kaiser seinen Thron behalten, und ein Soldat wie ich nicht nötig haben, sein Leben mit Kobl- vflanzen hinzubringen, oder sich in seinen alten Tagen mit Geschichtenerzählen in einem Coss .die Zeit zu vertreiben. Sie wollen wissen, meine Herren, was aus Stein und den preußischen Reitern geworden ist? Bon den dreien, die zurückgeblieben waren, weiß ich nichts. Einer ist, wie Sie sich entsinnen werden, durch meine Hand.gefallen. Dann warens also noch fünf. Drei davon find von meinen Husaren niedergemacht worden, die, im Augenblick,.wirklich unter dem Eindruck gestanden hatten, den Kaiser zu verteidigen. Stein wurde leicht verwundet und gefangen genommen, e&en|o einer von den Ulanen. Wir sagten ihnen die Wahrheit nicht, weil wirs für besser hielten, keinerlei Nachrichten über den Aufenthalt des Kaisers in die Oeffentlichkeit bringen zu lassen. Ätetn ta&te also immer noch in dem Glauben, daß er bis auf ein t>aar Meter dran war, den furchtbaren Fang zu machen. „Ich tawi jetzt wohl begreifen, daß Ihr Eueren Kaiser liebt und verehrt, sagte er eines Tages, „denn einen solchen Reiter und * Wächter habe ich nie gesehen," Er wußte nicht, warum der htngf« Husarenoberst bei seinen Worten so herzhaft lachte . aber e? hat es spater erfahren. (Fortsetzung folgt) Vermrschtss. ' Verdentschuugstafel » für Kaufleute. Seit seinem Bestehen hat der Allgenieine Deutsche Sprachverein feine mahnende Stimme gegen die Fremdwörterei im Kaufmannsdeutsch erhoben. Sie ist in der Tat lächerlich genug; wird doch dem Kaufmannslehrling zugemutet, sich unter Aufwendung unsäglicher Muhe fremdsprachliche Ausdrücke einzuprägen, für die ihm aus der Umgangssprache gute deutsche Ersahwörler zur Verfügung stehen. Zu dem Zweck nun, zunächst den gangbarsten Fremdwörtern der Kaufmaimssprache auf den Leib zu rucken, haben mehrere Zweig- vereiue Verdeutschungstafeln veröffentlicht, die einen Auszug aus dem Verdeutschungsbüchlein des Sprachvereins „Der Handel" dar- stelleu. Sie sind auf Steifpapier gedruckt, mit einer Oese versehen und bestimmt, in der Aähe des Kontorpultes aufgehängt zu werden. Augenblicklich find noch die Karten des Bonner, des Hamburger und des Remscheider Zweigvereins zu beziehen und zwar die Boiiner durch W. H. Merckens in Bonn (Beethovenstraße 32), die Hamburger durch A. Frederking in Hamburg (Gr. Bleichen 25) und die Remscheider durch W. Witzel in Remscheid. Der Preis der Karten beträgt mir 20—25 Pfg., und bei größeren Bezügen tritt eine Preisermäßigung ein. Die Bonner und die Remscheider Karten sind große Tafeln, die die Wörter auf einer Seite in mehreren Spalten nebeneinander bringen; die Hamburger Karte ist klein und dreiteilig. In allen drei Zweigvereinen find die Fremdwörter und besonders ihre Verdeutschungen aus sorgfältigste Weise von besonderen Ausschüssen ausgewählt morden, so daß die Taselii aufs eindringlichste empfohlen werden können. ff. Menschenfressende Eskimos. Hoch oben im Norden Amerikas an der Hudson-Bai leben in einsamer Eiswildnis verstreut zahlreiche Eskimos, die noch auf einer sehr niedrigen Stufe der Kultur stehen. Erst in jüngster Zeit sind auch Missionare in jene unwirtlichen Gegenden hinausgezogech nm dort das Gotteswort und Zivilisation zu verbreiten. Einer dieser Gottesmäuner, der englische Geistliche W. G. Wal tau, hat .einem Mitarbeiter des „Standard" von dem Eskimoleben ein gutes Bild gegeben. Wenig bekannt dürfte fein, daß unter ben Eskimos der Hang zur Menschenfresserei in gewiffen Zeiten der Not zum Durchbruch kommt. So erzählte der Geistliche von einer Mutter, die ihre eigenen Kinder gegessen hatte, von einem Manne, der sein Weib verspeiste und nur mit Mühe daran gehindert werden konnte, auch Kinder zu vertilgen. Ganz erschreckend verbreitet ist unter den Eskimos die Blutrache, di« alljährlich viele Opfer fordert. Dem Missionar ist ein Fall bekannt, wo ein Mann aus Versehen einen anderen Menschen erschoß und dann die Sippschaften beider sich gegenfeitig ausrotte: ett, bis zuletzt nur noch ein Ueberlebender der beiden Familien vorhanden war. Gesetze tannt man dort nicht. Merdings kommen Diebstahl,. Raub und ähnliche Mgentmusvergehen gar nicht vor.. Dagegen ist der Mord an der Tagesordnung. * Pantoffelheld vor Gericht. „Sie muffen doch irgend etwas zu Ihrer Berteidiguiig anzubringen haben?" — „Ach, Herr Richter, das hat mir meine Frau längst ab gewöhnt." * Motiv. „Wie, Sie haben von Goethe noch nichts gelesen?" — „Nee, das eilt ja noch nicht so sehre, der Mann is ja nnstärblich!" * Fatal. „Als ich weine Tochter verheiratete, habe ich wörnem Schwiegersohn außer der Mitgift auch noch ein Darlehn von 10000 Dollars gegeben!" — „Haben Sie sie schon wiederbekommen?" — „Die 10000 Dollars nicht, aber — meine Tochter!" Sitatenratsel. Aus jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Nun in, ich kann sie nicht verdienen, Deine Krone, nimm sie hin! 2. Wenn der Rat eines Thoren einmal gut ist, so muß ihn ein gescheiter Mann ausführen. 3. Alles Höchste, es fommt frei von den Göttern herab. 4. Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk: mach' es Wenigen recht; Vielen gefallen ist schlimm. 5. Still mit dem Aber! die 'Aber kosten Ueberlegung. 6. Spar' deine Worte; willst du helfen: gib! 7. Nicht in die ferne Zeit verliere dich, Den Augenblick ergreife, der ist dein, 8. Das Glück der Schlachten ist das Urteil Gottes. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Leber, Leder, Leier. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universttäts-Buck» und Steindruck-reh R. Lang», 4i«ßn»