»VT MM lösurrnblul. ßöman von Gerhart ü. A m yntor (Dagobert v. Gerhardt). , (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der dicke Lohndiener Müller hinkte mit einem Riesen- vrett herein, auf dem ein Gebirge von Lachs- und Kaviarbrötchen. aufgestapelt war; er sah gar nicht mehr verdrießlich aus; den Aerger über seine Knieverletzung hatte er längst im Champagner ersäuft, den er hinten in der Küche reichlich zu sich genommen hatte, und in seiner weinseligen Stimmung vergaß er sich so weit, die Wirtin nachzuahmen und seine Delikatessen mit den Worten anzubieten: „Langen Sie nur feste zu! Es ist noch viel mehr draußen; nachher bringe ich noch Gänseleber!" Völker stand wieder neben seinem Freunde Tell und meinte verwundert: „Das ist ja eine Abfütterung, als wenn wir sechs Wochen Fasten im Leibe hätten!" „Ich fürchtete dies Uebermaß", versetzte Teil etwas verschämt; „die gute Fran Lampert denkt; je mehr materielle Genüsse, um so angenehmer." „Lassen wir ihr den frommen Wahn. Ich amüsiere mich köstlich! Sehen Sie nur diese unvergleichliche Mieseke; ob sie nicht"einige Kaviarbrötchen einstecken wird? Das Proviantmagazin, das sie auf ihrem Teller angelegt hat, kann sie doch unmöglich vertilgen wollen." „Bitte, zum Contre zu engagieren!" donnerte Knoblauchs Stimme durch den Saal. „Was? Noch immer nicht der Kotillon?" fuhr der enttäuschte Hausherr auf. Er eilte zum Bortänzer, um ihm seine Bedenken vorzutragen. „Bedauere, Herr Lampert, es wird noch ein Contre eiu- geschoben, Ihre Frau Gemahlin wünscht, daß der Kotillon nicht vor zwei Uhr beginnen soll, und es fehlen noch zwanzig Minuten." Mit einem Seufzer der Ergebung zog sich der Hausherr zurück: „Wenn das nur gut geht", brummte er vor sich hin, „meine Frau mutet sich heute zu viel zu!" Die Francaise begann. Der erschöpfte Klavierspieler hämmerte mit schon halb gelähmten Händen, auf die Tasten: wenn er auch noch krampfhaft Takt hielt, so griff er gelegentlich doch grausam fehl; auf eine Hand voll falscher Töne kam es ihm gar nicht mehr an. Knoblauch, der des Komman- dierens-einer Francaise unkundig war, hatte dieses Amt einen', der jüngeren Herren übertragen, und dieser entwickelte eine Kraft und Fülle der Stimme, die eines Bataillons- Kommandeurs auf dem Exerzierplätze würdig gewesen wäre. Nach der Francaise erschien der hinkende Müller mit der in Aussicht gestellten Gänseleber. Dazu präsentierte ein anderer dienender Geist deutschen Schaumwein in Punschgläsern. Frau Juliens Blicke suchten Sabine, die mit ihrem Bräutigam in einer Ecke zusanunensaß und plauderte. „Kind, Du mußt mir einen Gefallen tun. Die Kotillon- sträuße sind in der Eckstube, hinten im Gange, Du weißt ja, hole sie und laß sie von Herrn Knoblauch bereit halten." Sabine war aufgesprungen und huschte leichtfüßig durch die nach dem Hofflügel führende Tür. Peter, der den ihr gewordenen Auftrag vernommen hatte, schlich ihr nach einer Weile nach; kein Mensch bemerkte seine Entfernung aus dem Tanzsaale. Der nach der Küche führende Gang war erleuchtet; unschwer fand der verliebte Bräutigam die Tür zu der Eckstube. Geräuschlos öffnete er, trat schnell über die Schwelle und drückte ebenso schnell die Tür wieder hinter sich ins Schloß. Auf dein Tische in deur Von einer Ampel matt erleuchteten Raume lagen zwei flache Körbe mit frischen Sträußchen, die einen starken Flieder- und Maiblumenduft Verbreiteten. Sabine hatte einen der Körbe erfaßt, als ihr Peter den Arm um die Taille schlang. „Mein Gott. Wo kommst Du denn her?" fragte sie erschrocken und ließ den Korb auf den Tisch zurückfallen. „Ich mußte Dich endlich einmal unter vier Augen sprechen, Geliebte! Da vorn ist man vor den zudringlichen Blicken der anderen teilte Minute sicher." Er zog sie auf das Sofa nieder, preßte sie fest an sich und berauschte sich in flammenden Küssen. „Peter, hör' auf, ich will das nicht — verstehst Du?" Sie war über die Glut seiner Liebkosungen erschrocken, und sich heftig wehrend, suchte sie sich loszureißen. Mit überlegener Kraft hielt er sie fest: „Sträube Dich doch nicht so. Du Närrchen! Ich tue Dir ja nichts." „Du läßt mich gehen, Peter, auf der Stelle! Wenn jemand hier hereinkommt?!" „Dann sähe er, wie ei» Mann und eine Frau zmam- mensitzen; das wäre auch kein Unglück." „Ich bin nicht Deine Frau; ich bin nur Deine Braut." „Das ist genau dasselbe, oder meinst Du, Du wirst eine andere, wenn Du mit mir auf dem Staudesainte gewesen bist?" Sie sah ihn befremdet an; ihre fein gezeichneten Brauen zogen sich leicht zusammen. „Ich verstehe Dich nicht." . . . „Du sollst mich gleich verstehen. Sieh, mein süßes Herz, ich bin so toll in dich verliebt, daß ich nicht länger die Rolle des bloßen Bewunderers spielen will; wir schicken nachher deine Mutter unter Adolfs Schutz nach Hanse, und du ziehst gleich heute zu mir." Sie gab ihm einen leisen Schlag auf die Hand, in i ich er er die Wange streicheln wollte, und sagte ungeduldig: „Jetzt laß' mich gehen, auf solchen Unsinn gebe ich keine Antwort." „Es' ist Teilt Unsinn, es ist mein voller Ernst, und wenn du mich wirklich lieb hast, so wirst du tun, was ich begehre. Und das schwöre ich dir: Zn dem Unsinn einer kirch- 690 lief)en Einsegnung wird sieh Peter Dechner uimnierinehr bequemen !" „Und ohne eine solche werde ich nimmermehr deine Frau werden!" Mit derselben Entschiedenheit hatte sie es gesagt, o, sie konnte auch ihr Köpfchen aufsetzen, und Peter sollte sehen, daß sie keine willenlose Puppe war. Das Blut war ihr in die Wangen geschossen; der Schein der dunklen Ampel floß wie ein Zauberduft um ihren schlanken, graziösen Wuchs und malte einen Rosenschimmer auf den Marmor ihrer entblößten Schultern. Peter staunte die Wunder jungfräulicher Schönheit betroffen au, aber nur einen Augenblick, dann schwoll ihm die Zornader, da ihm der Trotz des Mädchens zu unerwartet kam. Er packte sie am Handgelenk und fragte tu verhaltener Wut: „Ist das dein letzets Wort? Ueberlege dir wohl, was du mir antworten willst! Ich frage dich noch einmal: Willst du heute noch mir als mein Weib in mein Haus folgen? Wenn du Liebe, wirkliche Liebe für mich empfindest, dann kann dir die Antwort nicht schwer werden." „Ich liebe dich, Peter, heiß und wahr, wie nur ein Weib den Mann ihrer Wahl lieben kann; aber wenn du mich so fragst, wie du eben tust, so -gewaltsam, so rücksichtslos, so hart und verletzend, dann — ich weiß nicht, dann scheint es mir, als ob meine Liebe zu dir erkalten könnte." „Sabine!" mit diesem einen Rufe faßte er sie jäh um die Taille und zog sie wild und leidenschaftlich an sich. „Du süßer Trotzkopf! Du weißt ja gar nicht, was du redest! Tu kannst ohne mich ja doch nicht leben!" Und weiter bedeckte er ihr Gesicht mit glühenden Küssen. Einen Augenblick lang überließ sie sich wie gelähmt, nnt halbgeschlossenen Angen, diesen stürmischen Liebkosungen, doch plötzlich stieß sie ihn heftig von sich und fuhr entrüstet aus: „Das sind Judasküsse! Komm' mir nicht zu nahe! Ich sage dir, rühre mich nicht mehr an! Ich rufe um Hilfe!" „Sei doch still, du Törin! Man hört uns sonst wirklich noch!" Zornig stand er vor ihr und flammte sie ans seinen unheimlich glühenden Augen an. „Komm du heute mit mir? Ich frage es znm letzten Male, willst du mein werden?" „Aus diese Weise niemals, so wahr mir Gott helfen möge!" „So suche dir einen anderen, der zu der Narrenrolle besser paßt!" stieß er brutal hervor; „du bist meiner nicht wert!" Sie war blaß wie der Tod geworden. „Ich habe es verdient!" murmelte sie vernichtet; „warum habe ich mich vou Adolf abgewandt?" Dann hob sie stolz ihr Haupt und sah ihn kalt und fremd an. „Verlassen Sie mich!" Peter gab ihr den Blick geringschätzig zurück. „Adieu, Fräulein Meerholt!" tönte es höhnisch von seinen Lippen. Er machte Kehrt und verließ das Zimmer. Die Alleingebliebene preßte die Rechte gegen die .Herzgegend und starrte mit leeren Augen auf die Kotillou- strauße. „Wo bleibst du, Kind? Kannst du sie nicht finden?" fragte Frau Julie, deren erhitztes Antlitz sich durch beit Spalt der halbgeöffneten Tür geschoben hatte. „Ich komme schon, Frau Lampert; ich mußte mein Kleid in Ordnung bringen, man hat es mir beim Tanz zerrissen." Mit beiden Blumenkörbe!» in den Händen trat sie tu den Gang hinaus; sie hatte sich schnell gefaßt und wenn ihr das Herz auch schmerzhaft zuckte, so fand sie sich doch in den Gedanken, daß sie mit einem Manne wie Peter niemals hätte glücklich werden können. Der Kotillon hatte begonnen und Sabine saß unter den Zuschauern, denn Peter, mit dem sie getanzt haben würde, hatte ,ohue Abschied zu nehmen, die Lampertsche Wohnung verlassen. „Sie tanzen nicht, Fräulein Meerholt?" fragte der Staatsanwalt das ernst dreinschauende Mädchen. „Wo ist denn Ihr Bräutigam?" Sie schaute zu dem Fragenden auf und erwiderte: „Ich habe keinen Bräutigam, .Herr Staatsanwalt." Ein feines Lächeln lag jetzt um ihren Mund; sie war ein Mädchen, das sich nicht so leicht durch irgend ein Ereignis ans dem Gleichgewicht bringen ließ. Teil zog einen Stuhl neben den ihrigen, setzte sich zu ihr und fragte verwundert: „Ich denke, Sie sind die Braut des Maurermeisters Dechner?" „Das glaubt alle Welt — ich habe zu dieser Annahme nie Veranlassung gegeben — ich bin nur befreundet mit den beiden Dechnerschen Brüdern." Tell schaut der kühl und gleichmütig Sprechenden in die Augen; sie ertrug ohne Zwang seinen sorschenden Blick. Sonderbar! dachte er, was mag hier nur vorgefallen sein? Er würde die Unterhaltung vielleicht haben fallen lassen, wenn er nicht gerade jetzt bemerkt hätte, daß Sabine in der Tat ein Mädchen von ganz aiifsallendem Liebreiz war, und da die weibliche Schönheit fast aus jeden Mann wie der Magnet auf Eisen wirkt, so rückte er seinen Stuhl noch näher an sie heran und sagte mit gedämpfter Stimme: „Dann habe ich mich tu einem Irrtum befunden; verzeihen Sie, Fräulein Meerholt!" Und nach einer kleinen Pause fuhr er verbindlich fort: „Ich würde Sie um den Kotillon bitten, wenn ich kein zu ungeübter Tänzer wäre; vielleicht aber schenken Sie mir die Gunst Ihrer Nachbarschaft, so daß ich diesen Tanz mit Ihnen gewissermaßen absitzen darf." Sie erwiderte belustigt: „Eine ganz neue Art von Engagement — es wird mir ein Vergnügen sein, Hern Staatsanwalt." So blieb er denn neben ihr und weidete sich int geheimen an ihrer lieblichen Erscheinung. Als die Sträußchen ausgetauscht wurden, holte der Staatsanwalt ein solches aus duftigen Maiblumen und überreichte es Sabine mit der Frage: „Wollen wir nicht auch einmal herumwalzen?" „Auch zweimal, Herr Staatsanwalt." Sie lächelte schelmisch, stand auf und überließ sich ihm zum Tanze. Wie er ihre schlanke Taille umfaßt hielt, durchströmte ihn eilt eigentümliches Behagen. Er trank ihren reinen Odem, und er fühlte, wie die Atmosphäre, die dieser warme, schwellende Körper aushauchte, ihn iu einen Glücksrausch versetzte, wie er ihn lange nicht mehr kennen gelernt hatte. Sie ist noch schöner als Ellen! Unwillkürlich hatte er diesen Vergleich ang-estellt, aber schon verdroß ihn derselbe, wie kam ihm jetzt die Erinnerung an Ellen? Er hatte den ganzen Abend nicht nn sie gedacht! Seine Beziehungen zu Giesdorf waren endgültig abgebrochen; was ging ihn das hochmütige Landfräulein an, das ihn längst aus ihrer Erinnerung ausgetilgt haben mochte? Das Mädchen hier, das er im Tanze drehte, das war wahrscheinlich anderer Art; es wurde sich sicher geehrt fühlen, wenn er um ihre Gunst würbe; sie war ja nur die Tochter eines kleinen Sub- alternbeamten, sie sah zu ihm, dem studierten Manne,i gewiß wie zu einem Halbgott empor. War er ein Halbgott? Er hätte bitter auflachen mögen, er, der Sohn eines umher- ziehenden Gauklers und einer etwas anrüchigen Schönen! Teufel! Wie gut er zu dieser Sabine passen würde! Oder vielleicht paßte er noch nicht einmal zu ihr; vielleicht würde ihm auch dieses anspruchslose Mädchen einen Korb geben, wie sie einen solchen doch wohl auch feinem Stiefbruder Peter gegeben haben mußte? Er schaute mißmutig drein, als er wieder Platz genommen hatte, und ein leiser Seufzer entrang sich seiner! Brust. „Sind Sie unzufrieden, Herr Staatsanwalt?" fragte seine Nachbarin in sorgender Anteilnahme. Wie berückend ihm diese Worte ins Ohr klangen, wie weich und wohlig sich diese Silberstimme in sein Herz schmeichelte! „Wer ist heute nicht unzufrieden, Fräulein Meerholt? Oder sind- Sie ein Sonntagskind, dem das Leben noch nie ein ernstes Antlitz zeigte?" „O, auch ich weiß, daß wir nicht znm bloßen Vergnügen aus der Welt sind- — aber ein Mädchen hat schweigend zu dulden. Wie beneide ich Sie, Herr Staatsanwalt! Als Mann dürfen Sie känipfen und ringen, um das Glück beim Schopfe zu fassen!" (Fortsetzung folgt.) 691 Vie älteste hesstscheRechtshandschrift vonlWund darin ein Mnzenberger Todesurteil vom |9. Oktober 1513. Kon Pfarrer em. Horba ch in Gieße n. (Fortsetzung.) Der hier 1509 um Hilfe angerufene buwemeyster zu Mintzen- berg ist _ Eberhard IV., Graf zu Königstein und Dietz, Herr zu Eppenstcin, Münzenberg und Breuberg. Er war der letzte seines Stammes. Obwohl Graf Eberhard vermahlt war seit 1498, stirbt mit ihm, da er kinderlos geblieben war, 1535 der Mannes- namm der Eppensteiner aus. Dieses Dynastengeschlecht, das dem Mainzer Stuhl 4 Erzbischöfe und Speyer einen Bischof gab, bestand 362 Jahre: 1.173 -1535. Eberhard IV. hatte den Grafen Ludwig zu Stolberg, den Sohn seiner Schwester Anna, zum alleinigen Erben seiner Grasschasten und Herrschaften eingesetzt. Tatsächlich besitzt das Haus Stolberg heute noch, wie oben schon vernrerkt, I0/<8 von Münzenberg. Es ist anzunehmen, daß Graf Eberhard beit Münzenbergern beistand in der Abwehr jenes Versuches, sie mit vßlendigem rechten furzunemen. Es war jene Zeit, in der das römische Recht in Deutschland cinzudringen Begann.36) Die Fürsten aber Haben dessen Ausnahme durchaus nicht begünstigt (vergl. G. v. Below, die Ursachen der Rezeption des Römischen Rechts in Deutschland, 1905, S. 52 ff.). Nun hatte jedoch gerade in Mainz bas^römische Recht fast den frühesten Eingang gefunden. "s.N der 1477 dort gestifteten Universität wurde von Anfang an römisches Recht gelehrt. Fast möchte man vermuten, daß der von den Münzenbergern gebrauchte Ausdruck vßiendig recht auf bas damals in Ausnahme gekommene srcmde römische mit anspiele, jedenfalls haben die Münzenberger mit änßerster Zähigkeit am heimischen Recht scstgehalten. In allen ihren Rechtsaufzeichnungen wird immer und immer wieder betont: auch ist eß biß here vft vns kommen. Zum zähen Festhalten am heimischen Recht ivaren die Münzenberger vom letzten Falkensteiner, Kursürst Werner III., nachweislich geradezu erzogen ivorden. Während seiner 30jährigen Regierung als Erzbischof und Kurfürst von Trier 1388—1418 setzte er dem von seinem drittletzten Vorgänger Balduin (1307—54) begünstigten Eindringen des fremden römischen Rechts Widerstand entgegen. In ausgesprochenster und wirksamster Weise tat er dies -durch seine Schöffengerichtsordnung33) für Trier vom 25 August 1400, die ihr Ziel ausdrücklich in der Festhaltung, Auszeichnung und Verteidigung des bestehenden einheimischen Rechts gegenüber dem eindringenden sremden sucht. Im Jahre 1898 . 28) Unter dem römischen Recht versteht man die im 12, Jahrhundert im Corpus juris civilis zusammengefaßten 4 Rechtsbüchcr (die Institutionen, die Pandekten, der Kodex und die Novellen), die der byzantinische Kaiser Justinianns 1. in den Jahren 530 534 verfertigen ließ. Den Hauptteil bilden die Pandekten, welche die ans den Schriften der römischen Juristen abgeschriebenen Stellen wiedergeben. Nachdem im 12. Jahrhundert in den lombardischen Städten Italiens (Bologna, Pavia, Padua, Perugia) das Studium des römischen Rechts aus den Rcchts- schulcii begonnen hatte und viele Männer auS Deutschland wie aus allen anderen Ländern des Abendlandes dorthin zogen, um sich den Rechtsstudien zu widmen, verbreitete sich die. Kenntnis des römischen Rechts auch nach Deutschland. Doch stand im allgemeinen das deutsche Recht bis gegen den Schluß des 15. Jahr-, Hunderts noch uncrschüttert da (G. v. Below, Die Ursachen der Rezeption des Römischen Rechts in Deutschland, 1905, S. 117). Erst mit der Errichtung des Reichskammcrgerichts 1495 (damals in Frankfurt a. M.) unter Kaiser Maximilian I. begann die Einbürgerung (praktische Rezeption) des römischen Rechts in Deutschland (ebenda S. 122 sf. 127. Schröder, Dtsche. Rechtsgesch., 5. Anfl., 1907, S. 810,811), die sich dann noch bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts hinzog. So gilt nun seit 400 Jahren das römische Recht als aushilflich (subsidiär) gemeines Recht in Deutschland. 29) Abgedruckt bei Hontheim, Historia Trevirensis diplomatica et pragmatica 1750 Tom. II, in kleinem Truck auf Großfolioseite 31.2—315 als Statuta et ordinatioues Werneri Archiepiscopi pro scabinatn urbis Trevirensis vom 25. August 1400. Sie beginnt: „In Gotz nahmen amen. Wir Wernher von Gotz gnaden ertzbischoss zn Triern usw. dun kunt vnd bekennen mit diesem brieue: wan wir vur czyden dicke vnd vil clagen gehöret Hain von mancher nuwerdachtcr handelunge, funden vnd leufsten.....so Hain wir..... geordinirct vnd gesatzt, ordiniren vnd setzten mit diesem brieue diese nachgeschriebene pnnct vnd artickel usw." Mit diesen „neuerdachten Handlungen, Fänden und Läusen" ist das neue (römische) Recht gemeint. Werner wollte mit dieser Schösseu- gerichtsordnung, die übrigens die erste geschriebene Rechtssatzung der Stadt Trier ist und die sich gegen das neue (römische) Recht als gegen „neue böse Erfindungen" wendet und diese verbietet, seine Schösscir stärken in ihrem Widerstande gegen das römische Recht. Bgl. Trierisches Archiv, 1. Hcst (1898), S. 77- 96: „Zur Geschichte des Trierer Schöffengerichts. Bon Dr. Hermann Jsay". — Hontheim a. a. St. führt S. 293—363 int ganzen 33 Urkunden Werners auf. Hermann Jsay in Trier eine auf der dortigen Stadt- btbltothek neu entdeckte, dem Trierer Stadtarchiv zugehörige un- datierte Handschrift (Nr. 851 b) des Kleinen Kaiserrechts näher untersucht und fand sie mit Werners Schöffeugerichtsordmrng in einen Entband zusammeitgebundcn, der erst nach 1449 gemacht worden fern kann, da ihm als Deckel zwei mir ans der Jnnen- lettc beschriebene Pergamentblätter dienen, von denen das vordere eine Urkunde von 1449 enthält. Ta nun aber der Einband sehr abgenutzt ist — der Rücken fehlt infolge der Abnutzung — ,6cibe Handschriften, das Kleine Kaiserrecht rind die Sch offen gerichtsordtiung, noch lauge nach 1449 in Gerichtsgebrauch Aswesen fein. Bei verschiedenem Dialekt stimmt der Text der Trierer Handschrist des Kleinen Kaiserrechts mit dem der Münzen- berger überein. Jedenfalls haben Werner oder schon sein Oheim und Vorgänger, Kursürst Kuno II. von Falkenstem (1362—88), das in Oberhessen entstandene Kleine Kaiserrecht ans der Heimat nach Trier verpflanzt?") Da sich nun Werner auch um seine Erblande eifrig kümmerte, so kann man mit Rücksicht auf seine angebeutete Gesinnung sagen: er hat die Münzenberger zmn zähen Festhalten am heimischen Recht geradezu erzogen. Und sie hielten das hergebrachte Recht fest, so lange sie konnten, jn dem halben Jahrhundert zwischen 1513, wo es, lote oben nachgewiesen, tatsächlich in Münzenberg noch in Gerichtsgebrauch war, und 1571, in welchem Jahre die „Solmser Gerichts- und Landesordnung" dort als Gesetz eingeführt wurde, kam das Kleine. Kai.serrecht außer gerichtliche Geltung. Nimmt man einmal schätzungsweise runde Zahlen an und setzt 1310 als Entstehungsjahr und 1550 als Jahr der Abschaffung des. Kleinen Kaiserrechts, so wäre dieses im ganzen 240 Jahre und speziell die Münzenberger Handschrift von 1418 ab 132 Jahre in Gebrauch geblieben. Indem wir nun von diesem eckst dcittschen Rechtsbuch scheiden, können wir nicht eine Klage darüber unterdrückeii, daß unser deutsches Recht vor 400 Jahren durch Aufnahme und Einführung des römischen in seiner Entwicklung gehemmt, ja teilweise unterdrückt wurde. Ein Recht, das bodenständig sein soll und feinem wahren Zweck entsprechen soll, muß, aus dem Leben des Volkes als dem allein wichtigen Nährboden herausgewachsen fein. Das römische Recht, so logisch scharf und geschlossen seine metallenen Satze gebaut sein mögen, war nur ein fremdes Reis, das dem deutschen Stamm von außen anfgepflanzt wurde und das, alles überwuchernd, dessen gesunden eigenen Zweigen den- Lebenssaft entzog. Sv sagt auch Jakob Grimm 1828 in der Vorrede zu seinen Deutschen Rechtsalterthümern: „Das römische recht Hit einen Hauptmangel, es ist uns kein vaterländisches, nicht auf unserm toben erzeugt und gewachsen, unserer denkmigsart in wesentlichen grundzügen widerstreitend und kann uns eben darum nicht befriedigen." In dem Münzenberger Kodex befindet sich Blatt 56 b—60 a ein Einzelstück, welches das Weistum der Stadt Münzen berg von 1427 enthält. Ter Eintrag selbst enthält diese Benennung nicht: doch ist sie bereits seit dem Mittelalter allgemein gebräuchlich für dergleichen Aufzeichnungen von Rechts- gewohtiheiten. Ter Name ist entstanden aus „weisen" = wissend machen. Zur sicheren Nusbewahrung und um feiner Wichtigkeit willen wurde hier das Weistum in das im Gerichtsgebrauch befindliche Rechtsbuch eingetragen. Tas geschah 9 Jahre "nach Erwerb des letzteren. Doch ist das Weistum von 1427 von anderer Hand geschrieben als das Sichte Kaiserrecht von 1418. Es gehört nicht mehr in den Rahmen dieses Aufsatzes, das Münzeuberger Weistum hier anfzuführen, so interessant dieses auch ist. Nur einige Notizen daraus seien noch hier gegeben. Es beginnt: Item31) zu wissen als man schreyp anno do- Mintzinberg midt rade vnde in bywesen er myde schelten32) vnd etliche der gemeynde, dy darby geheyschen33) wurden, da- selbs Mintzinberg wissen vertzeygen vnde beschriben gegeben, in maissen hernach geschoben steckt, Soliche rechte, ge- wonheit vnd herkomen..... (Schluß folgt.) 30) Vgl. Zeitschr. der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Bd. 19 (1898), S. 145—152: „Zur Geschichte des Kleinen Kaiserrechts. Von Dr. Hermann Jsay". 31) Die wenigsten Weist ümcr unterscheiden, wie die geschriebenen Gesetze, ihre einzelnen Artikel durch Zählung. Da sie regelmäßig zu bestimmten Zeiten den Bürgern vorgeleseit zu werden pflegten, so war es dem lebcitdigen und freieren mündlichen Vortrag angemessener, die einzelnen Artikel durch bloße Partikel zu verknüpfen ober vielmehr aneinander zu reihen. Seit dem 14. Jahrhundert pflegt dazu das Wort item verwendet und mit ihm gleich der erste Satz angehoben zu werden, wie oben geschieht. Es ist aus der lateinischen Redaktion der Weistämer des 13. Jahrhunderts beibehalten worden (Grimm, Dtsche. Rechts- alterthümer, 4. Ausg., 1899, I. S. 7/8). In obigem Weistum wird nachher jeder einzelne Artikel mit „Item" Begonnen. Es hat dann die Bedeutung von „eBenfo", „ingleichen auch", „gleichermaßen", „ferner". M) mit Rat und int Beisein ihrer Mitschöffen. S3) die dazu aufgefordcrt wurden. 692 Vermischte». fc. Der verprügelte Minister. In den ersten No- veni^crtngcn bcd Jahres lbe>3, gerade vor 60 Zähren, machte bnui) die TagesVlätter eine Nachricht die Runde, in der zu leien war, daß der gefürchtete Kurhessische Premicrmimster Hassenpflug am Wend des 4. November auf dem Friedruusplatz in Kauet von dem Schwiegersohn des Kurfürsten, dem Grafen Ferdinand Maximilian zu Yseuburg und Büdingen in Wächtersbach, Chef der Wächtersbacher Linie und damals Standesherr in Kurheuen und dem Großherzogtum Hessen, durchgeprügelt worden sei. Die Veranlassung dazu war folgende: g,:e Gemahlin des Grafen war die älteste Tochter des Kurfürsten Friedrich Wilhelm 1. von Hessen, die mit ihren Geschwistern den Rainen einer Gräfin von Schaumberg führte. Sie war mit ihren übrigen Geschwistern am 2. Juni 1853 zu einer Prinzessin von Hanan erhoben worden. Der Graf Ysenburg strebte nun danach, auch gefürstet zu werden, zumal die Birsteiner und die Büdinger Linie des Hauses Yttu- burg von dem Gros-Herzog Ludwig II. von Hessen ebenfalls in den Fürstenstand erhoben worden waren. Dieser Rangerhöhung des Grafen Ysenburg hatte Hassenpflug Widerstand entgegcuge- feht und er hatte auch den Ankauf des Mainschloftes nt Frankfurt a M von den Erben des verstorbeneil Llurfürsten Wilhelm II. hintertrieben. Gelegentlich einer Hofjagd am st. November 1853 wurde dem Grafen Ysenburg das Treiben Hauenpflugs hinterbracht. Er nahm während des Jagdfrühstucks Gelegenheit, nicht allein gegen dieses Gebühren des Premierministers, sondern auch gegen seine ganze Regierungsmethode, die Gesetz und Recht verachte, gewaltig vom Leder zu ziehen. An dem am feibeit Tage stattfindenden Abendessen setzte der Graf ferne Angriffe gegen Hassenpflug fort, sodaß Oberjägermeister Ferdinand v Baumbach es für geraten hielt, den Preniierminrster vor dem Grafeii zn warnen. Hassenpflug war aber bereits in das Hoftheater gegangen. „Der Liebesbrief" vonBenedix rind „Die Kunst, geliebt zu werden" von Gumbert tvurden gegeben. Nachdem das Stricr bereits begonnen, begab sich auch Gras Isenburg in das Hoftheater, nicht um der Vorstellung auzuwohnen, sondernder ließ durch einen Logenschließer Exzellenz Hassenpflug herausrufen und bat ihn, mit auf den Friedrichsplatz zu gehen. Der Minister folgte Als beide das Theater verlassen und die Königstraße überschritten, schlug der Graf heftig auf Hassenpflug ein, indem, er zu ihm sagte: „Sie haben mich gröblich beleidigt." Ter Premierminister schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Passanten kamen herbeigeeilt, doch als Graf Ysenburg den zu Hilfe Kommenden zu- ries: „Ich bin der Graf Ysenburg und verhaue den Hassenpflug , machte sich das Publikum aus dem Staube. Ter Graf ließ erst von seinem Opfer ab, als sein Stock zerbrach, und der Minister wurde blutend nach Hause getragen. . r Der Gemahlin des Grafen, die sich auf Schloß Wächtersbach aushielt, rind der gleichzeitig mit der Kunde von dem Vorfall auch unterbreitet wurde, daß der Kurfürst eine Untersuchung vordem Oberappellationsgericht eingeleitet habe, war es vor allem nur darum zu tun, ihren Gemahl, dieser Untersuchung zu entziehen. Sie beauftragte deshalb den K«mmerdirektor Wilkens,, den Forstmeister Kayser und den Medizinalrat Bonhard, den Grafen, der von Kassel aus die Reise nach Wächtersbach mit der Main-Weser Bahn angetreten hatte, in Langgöns, der damaligen Endstation der Main-Weser Bahn von Frankfurt a. M. aiis, zu ermatten und ihn schleunigst über Franksiirt a. M. nach Jllenau m Baden in die Heilanstalt zu überführen. Die Beauftragten entledigten sich im Gasthaus zur Plast in Langgöns ihres Auftrages und wußten den Grafen zu bereden, dem Plan der Gräfin zu folgen. Als der Zug eben den Main-Weser Bahnhof in Frankfurt Verlassen hatte, erschien der preußische Gesandte am Bundestag, v. Bismarck, am Bahnsteig und erkundigte sich nach dem Unfall. Er bekam durch die beiden zurückgebliebenen Begleiter des Grafen Aufschluß uujd ließ bei seinen Reden initeinfließen, daß er es nicht billige, diese Prügelszene durch Geistesgestörtheit zu bemänteln. Ueberhaupt war aus seinen Aeußerungen ein Einverständnis mit der Tat des Grafen,Ysenburg zu entnehmen. — Die Untersuchung wurde kiirz darauf eliigestellt. Am 18. Oktober 1855 erhielt Hassenpflug seine Entlassung. Graf Ysenburg wurde 1865 gefürstet. Das Mainschloß aber gelangte in andere Hände und sein schöner Park wurde aufgeteilt. kf. In Deutschland zurNachahin ung empföhlen. In London hat, wie von dort berichtet wird, verstossenen Donnerstag eine Versammlung der „Universal Cookery and Food Asso- ciatim“ stattgesunden hat, an der die hervorragendsten Kochkünstler der englischen Hauptstadt teilnahinen. In einem Vortragenden dieser sachkundigen Versammlung der Direktor Hermann Sonn über das moderne Tiner gehalten hat, kanr er auch aus die noch heute in England, ivie auch sonst in der ganzen Welt verbreitete Unfi fte der französischen Fremdwörterei zu sprechen. Er machte hierüber einige einsichtige und besonnene Bemerkungen, die allen deutschen GasthofZleitern und Speisekartenschreibern nur dringend empfohlen werden können. Hochklingende und pompöse Speise- bezeichmmgen, wie sie die französische Küchensprache liebt, sagt er, sollten von den Speisekarten verbannt werden, um so mehr, da es beinahe für jedes Gericht einen einfacheren, ausdrucksvolleren Namen in der betreffenden Landessprache gebe. Nur wenige Speisenamen, die aus einer Zeit stammen, als französische Sprache und Küche noch allgemein als alleinseligmachendes Evangelium gegolten habe, seien, da sie sich völlig eingebürgert hätten, schwerlich zu beseitigen. Sonn führt den großen Anklang, den französische Speise- namen gefunden haben, im wesentlichen auch auf die schmeichlerische Unsitte der französischen Küche zurück, den belanglosesten, einfachsten Speisen hochtönende und vollkluigende Namen von Fürsten, Prinzen, Staatsmännern und Gelehrten zu geben. Diese Bezeichnungen seien aber durchweg abzulehnen, da sie. die Sache nie richtig bezeichneten oder auch nur andeuteten. Alan stehe einem solchen Namen wie einem Rätsel gegenüber. Es ist bemerkenswert, daß diese Erkenntnis in England, das sonst in dieser Hinsicht nicht so empfindlich ist, ausgesprochen worden ist. BiichertW. — „Der Greis", die neue Cottasche Monatsschrift, der e3 so rasch gelang, sich eine hervorragende Stellung in der Reihe unserer deutschen Revuen zu schaffen, hat soeben ihr Novemberheft erscheinen lallen, das wiederum eine Fiille bedeutungsvoller Beiträge umfaßt. War in dem Oktoberhesie ein Kapitel aus den Lebenserinuerungen des Grafen Zeppelin der Glanzpunkt des Dar- gebotenen, fo tritt in diesem neuen Hefte ein Briefwechsel von einzigartiger Bedeutung besonders hervor: „Der Greii" veröffentlicht zum ersten Male die Iugendbrieie Kaiser Wilhelms I. aus den Jahren der Freiheitskriege! Sechzehn Jahre zählte Prinz Wilhelm, als er im Jahre 1813 mit ins Feld genommen wurden und was in den kommenden Jahren an Leid und Freud, an Zorn über das fremde Volk im Lande, an Jubel über den endlich errungenen Sieg das Jünglingsherz erzittern machte, das findet seinen ursprünglichen Niederschlag in diesen Briefen, die an den wenig älteren Freund und Vetter, den Prinzen von Oranien gerichtet sind. Wunderbare Reinheit, tiefe Religiosität und glühende Vaterlandsliebe fprechen ans diesen Dokumenten eines Werdenden, der bestimmt war, als erster wieder die deutsche Kaiserkrone zu tragen. Neben diesen Briefen bringt der „Greii" einen sehr fesselnden Artikel Th. v. SosnoSkys, der zu der Frage: „Wer ist Franz Ferdinand?" mancherlei ganz neue Aufschlüsse über die „politisch« Sphinx" unserer Tage, den österreichischen Thronfolger gibt. Zur finanziellen und wirtfchafllicheu Kriegsvorsorge bringt General F. von Bernhard! eine Fülle neuer und wertvoller Anregungen, und Hans Rosenhagen wendet sich tapfer und streitbar gegen den „Kunstfnobismus" unserer Zeit, der in Fremdtümelei schwelgt und der schlimmste Feind aller ehrlich schaffenden Künstler ist. Von den lyrischen Beiträgen möchten ivir Bruno Franks kraftvolle Ballade „Herr Campbell" erwähnen — und wer eine Probe echten, feinen Humors genießen will, dem fei Cito Stoesfls Erzählung „Johannes Freudensprung und der Pleister" empfohlen. Neben all dielen Beiträgen enthält das Novemberhest des „Greif', das auch einzeln für eine Mark überall erhältlich ist, noch ein vielseitiges „Tagebuch", Buchkritiken und manchen anderen wertvollen Artikel. ----------- i Schach-Ausgabe. Schwarz. abcdefgh abcde fgh 8 6 6 5 5 3 3 Weiß. Weiß fetzt mit dem dritten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummert Cid Wilna Wilhelm Kreis A 1 k m Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitätr-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gietzew» I t 5 ( ( i I c l t t t c i ( c f y s l s t 1 r t S i e $ S i c i