WZ - Ur. 155 ii iihtas a i Milin WWi/ $ IH ? «M Igtüül l?l MM M W Lauernblut. Wo man von Gerhart v. Amyntor (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Warum so ernst und schweigsam, Herr Assessor? Sie haben doch keinen Kummer?" schmeichelte die süße Stimme der Begleiterin. Allmächtiger Gott! Wie zart und innig kann dieses Mädchen fragen! Diese unverkennbare, aufrichtige, nicht nur geheuchelte Teilnahme legt sich wie eine weiche, lindernde Hand auf die Wunde, die verborgen in seiner Brust blutet. „Keinen Kummer," wiederholt er, trübe lächelnd. „Wer hätte nicht Kummer auch in den Minuten des höchsten Glückes, die uns-das karge Dasein beschert? Ja, wenn wir den Augenblick festhalten könnten, wenn es kein morgen gäbe und keine Enttäuschung und keine Ernüchterung — dann wäre man nicht nur kummerfrei, sondern auch wunschlos und beseligt." Fast freut sich Ellen dieses Ausbruches, der, wenn er ihr auch den inneren Zwiespalt ihres Begleiters verrät, doch auch den frohen Beweis erbringt, daß der Assessor diesen in ihrer Nähe verbrachten Augenblick für keinen verlorenen erachtet. Das Secufer ist erreicht. Die Wandelnden stehen still und schauen schweigend hinaus auf das mondlichtübergossene Wasser. Zur Linken ragen die schwarzen, regungslosen Massen des träumenden Parkes; zur Rechten leuchtet es plötzlich hell und grell auf uud wirft einen gelbrötlichen Feuerschein auf die silberflimmernde Flut. „Mein Gott!" ruft Tell überrascht aus, „das ist doch kein Brand?" „Nein, Herr Assessor. Diese Illumination haben wir jetzt alle Abende, schon seit einer Woche." ( „Was ist es denn?" : , „Papa läßt da drüben ein neues Treibhaus bauen, nach einem nagelneuen System, das einer seiner Freunde aus England mitgebracht hat. Eine einzige Drehung an einer Kurbel, und alle Fenster des Hauses öfiten oder schließen sich wie durch einen Zauberschlag — dreht man an einer anderen Kurbel, dann bedecken sich die Scheiben mit Holzjalousien zum Schutze gegen den Nachtfrost. Da der Bau noch vor Eintritt der rauhen Jahreszeit fix und fertig sein soll, so werden die Maurerarbeiten möglichst gefördert; sie werden jetzt immer bis zehn Uhr abends bei künstlicher Beleuchtung fortgesetzt. Wollen wir's uns einmal ansehen?" Der Assessor nickt uud beide wenden sich rechts und schreiten unter den hier das Seegestade umsäumenden Linden entlang, bis sie den unfernen Obst- und Gemüsegarten erreichen. Nachdem die ziemlich weitläufige Anlage durchquert ist, betreten sie das eigentliche Revier der Giesdorfer Treibereien. Weit über ein Dutzend niedriger, langgestreckter. Mit schrägen Glasfenstern abgedeckter Häuser erheben sich in drei schnurgeraden Reihen nebeneinander und verkünden schon von weitem, daß hier eine umfangreiche Kultur von allerlei Warmhauspflanzen und edlen Fruchtarten getrieben wird, mit denen der herrschaftliche Olergärtner den Berliner Markt zu versorgen hat. Neben diesen drei Gebäudereihen, gewissermaßen den Anfang einer vierten Reihe bildend, ragt das Fundament eines neuen Baues schon mannshoch zwischen zahlreichen Gerüststangen empor. Aus eisernen, naphthagefüllten Gefäßen, die auf feuerfesten Dreifüßen stehen, züngeln lange, flackernde Spitzflammen, die das Arbeitsfeld rötlich erhellen und ihren gespenstigen Schein weit hinaus in die Nacht werfen. Ein Teil der Arbeitsleute steht dicht gedrängt um einen nicht genügend erkennbaren Gegenstand, der auf dem Fußboden liegt, und ein besser gekleideter Arbeiter scheint auf die Leute einzureden oder ihnen Befehle zu erteilen. „Was gibt es denn da?" sagt Tell und tritt mit Ellen näher an die Gruppe heran. Das, was auf der Erde liegt, ist ein Mensch, ein schwach oder krank gewordener Arbeiter, an den der Bessergekleidete eben die Worte richtet: „Ich hab's Euch doch gleich gesagt, Müller, daß Sie zu der Ueberstuudeurackerei nicht mehr jung genug sind. Nun haben wir die Bescherung. Schiebt ihm doch seine Jacke unter den Kopf (der Zuruf gilt seinen Kameraden), damit er etwas bequemer liegt! So! Und hier — hier ist meine Pulle — er soll einen Schluck nehmen — echter Kognak!" „Mein Gott!" sagt Ellen, die an den Sprecher herangetreten ist, „der Aermfte hat doch keinen Schaden erlitten?" „Einen Schaden wohl, gnädiges Fräulein," tönt die leicht spöttische Antwort, „er hat sich überarbeitet; mit seinen zweiundfünfzig Jahren hätte er keine Ueberstunden machen sollen." „Aber warum tat er es denn?" „Weil er Geld gebraucht für sein krankes Weib!" lacht der Parlier (Polier), der den Bau leitet. „Die vierundzwanzig Mark, die er wöchentlich zusammenschindet, wollen nicht reichen, und da hat er sich freiwillig zu den Ueberstunden verdungen. Ich hätte ihn gar nicht dazu genommen — es ist ja die reine Tierquälerei; jedesmal fünfunddreißig Steine, jeder sechseinhalb Pfund, das sind über zweihundertsieben- undzwanzig Pfund, aufzubuckeln und aufs Gerüst zu schleppen, aber er bat und flehte so eindringlich, und da tat es mir leid und ich wollte ihn für sein Alter, für das er ja nichts kann, nicht büßen lassen. — Ach! da richtet er sich wieder auf, die Schwäche scheint vorüber zu gehen. Nun, Müller, geht es wieder besser?" Ellen beugt sich zu dem nun aufrecht auf dem Erdboden Sitzenden hinab und sagt im Tone wärmster Anteilnahme: „Sie dürfen heute keine Hand mehr rühren, lieber Freund. Sie machen jetzt Feierabend und suchen bei uns im Gesindehause die Ruhe. Und dies hier ist für Ihre kranke Frau." Sie drückt ihm ein Zehnmarkstück, das sie schnell aus ihrem Geldtäschchen hervorgesucht hat, in die schwielige Hand. „Wenn Sie sich morgen noch nicht ganz wohl fühlen, dann 618 Machen Sie auch morgen Feiertag; den Lohn werde ich ^zhnen in diesem Falle ersetzen." , Ein beifälliges Murmeln lauft durch die Rechen der „Nun, Müller, bedankt Euch bei dem guädigen Fräulein'" sagt der Parlier, und indem er sich gegen Ellen wendet, fährt er leise flüskernd fort: „Dem einen hier haben Sie auf vierundzwanzig Stunden helfen können; wer hilft aber den Tausenden, die wegen zunehmender Jahre und Schwächlichkeit brotlos sind, den Tausenden, die beim redlichsten Willen keine Arbeit finden?" _ . Er blickt die so Angeredete mit seinen großen feurigen Augen fast feindselig an. Ellen erschrickt über den Ton dieser Frage, und doch kann sie dem dreisten Fragesteller nicht eigentlich zürnen, da er mit seinem ansprechenden, hübschen Gesicht ut Haltung und Gebärde durchaus nichts an Ehrerbietung fehlen läßt, wenngleich diese Ehrerbietung nicht ganz aufrichtig, vielmehr ein wenig erheuchelt und ironisch gefärbt erscheint. „Sie haben Recht, Herr Dechner," sagt sie gezwungen, „es gibt unendlich viel Elend, dem wir leider machtlos gegenüberstehen." Dabei schaute sie sich nach dem Assessor um, wie um sich seiner Schutz gewährenden Gegenwart zu versichern; der aber ist mehrere Schritte zurückgetreten Und befindet BH auf der iin Schatten liegenden Giebelseite des nahen rchideenhauses, wo -er einen der Gärtner ins Gespräch gezogen hat. Sie hat das blasse Entsetzen nicht bemerkt, das den Assessor ergriff, als er die Stimme des Maurer- parliers erkannte; sie hat das nur halb unterdrückte, wie einen Fluch gemurmelte Wort: „Mein Stiefbruder!" von seinen zuckenden Lippen nicht vernommen. Wie von einem Skorpion gebissen, war Teil zurückgeprallt und dann pfeilgeschwind ins Dunkel -geflüchtet, um von dem Manne nicht erkannt zu werden, dem er überall anders noch lieber begegnet wäre, als gerade hier in Giesdorf, in Gesellschaft der Tochter des Hauses. Wenn seine Verwandtschaft mit diesem Maurerparlier nun Ellen bekannt würde? Wenn sie erführe, daß Peter Dechner, der Hetzer und Verführer, sein Stiefbruder sei? Wäre es dann nicht für immer und ewig vorbei mit allen den angenehmen Beziehungen, die er bisher im Brankschen Hause gepflegt hatte? Nur ein Moment war es gewesen, daß ihm diese Frage durch den Kopf schoß, aber dieser Moment hatte genügt, ihm alle Fassung zu rauben und ihn auf die Gefahr hin, durch sein auffälliges Benehmen das Befremden Ellens zu erregen, in die Flucht zu schlagen. Der Parlier Dechner hatte seinen Stiefbruder trotz dessen jähen Zurückweichens sehr Wohl erkannt, und nicht ohne geheime Schadenfreude sagte er zu Ellen, deren suchenden Blick er bemerkte: „Der Herr, der mit Ihnen war, gnädiges Fräulein, steht dort; soll ich ihn rufen?" „Ich danke, Herr Dechner, ich gehe nach Hause und muß ja dort vorbei meinen Weg nehmen. Gute Besserung, mein lieber Herr Müller! Lassen Sie sich führen, wenn es allein noch nicht gehen will. Gute Nacht, allerseits!" „Gute Nacht!" scholl es im Chor zurück. Die Maurer und Steinträger rückten an ihren Kappen. Wenngleich der größere Teil derselben die Reichen und Vornehmen haßten so schauten doch alle ohne Ausnahme mit freudigem Schmunzeln dem davonschreitendeu jungen Freifräulein nach; so unfehlbar ist die Gewalt, die auch auf das Herz des Ver-l bissensten der Zauber der Jugend und der Schönheit ausübt. „Wo bleiben Sie denn?" fragt arg- und ahnungslos Ellen den Assessor, der ihr am Orchideenhause entgegentrat. Er hatte sich inzwischen gesammelt und raunte ihr vertraulich zu: „Ich will's Ihnen ehrlich gestehen, Fräulein: Ich habe kein Kleingeld bei mir, und es ist mir unerträglich, die Not eines so armen Teufels zu sehen, ohne durch eine Spende helfen zu können." „Ich habe e§. für uns beide besorgt," versetzte Ellen, schon wieder schalkhaft. „O, das war lieb von Ihnen, das werde ich Ihnen nie vergessen!" versicherte der andere mit Wärme. Als sie an einem Heliotropbeete vorüberkamen, pflückte Ellen eine Blüte und gab sie ihrem Begleiter: „Da, riechen Sie einmal — duftet es nicht köstlich?" Beglückt nahm der Assessor die Blume, um sie an seine Nase zu führen, und Ellen rief lustig: „J’y pense, j’y pense! Ich habe mein Vielliebchen gewonnen!" „Wem ranbt eine so reiche Gegenwart nicht die Erinnerung au das Vergangene?" bemerkte galant der Assessor, „ich habe verloren." Er tröstete sich über den Verlust mit dem Gedanken, daß die Gefahr, als naher Verwandter eines Maurerparliers erkannt zu werden, noch glücklich vorübergegangen war, aber seine Stimmung blieb gedrückt und ziemlich wortkarg kehrte er mit Ellen nach dem Schlosse zurück. * ’ Im Flur des Erdgeschosses eines ziemlich neuen Hauses in der Genthiner Straße drückte Friedrich Just auf den Knopf der elektrischen Klingel. Er hatte sein Reisejackett mit einem schlichten schwarzen Rock vertauscht und trug den Sommerüberzieher über beit linken Arm gehangen, denn es wär eilt warmer Tag. Der weiche Filzhut mit der breiten Krempe, den er immer noch auf hatte, wollte nicht recht zu dem schwarzen Besuchsrocke passen; ein Zylinderhut wäre besser am Platze gewesen; aber Friedrich Just war nicht der Mann, der nach Europas übertünchter Höflichkeit viel fragte, und wenn er sich auch nicht, wie Seumes „Wilder", einen Kanadier nennen durfte, so wär er doch so viel zwischen Kanada und Mexiko hin und hergezogen, daß er sich von der Beobachtung der in Berlin W gebräuchlichen Gesellschaftsformen glaubte entbinden zu dürfen. Der Assessor Williaut Teil öffnete eigenhändig die Flurtür, da die Aufwartefrau, die ihm die Instandhaltung der freundlichen Junggesellenwohnnng besorgte, nicht anwesend war. Die Nachmittagssonne sandte gerade ihre Strahlen durch das hohe Fenster des Treppenhauses, imb Jo wurde der Oeffueude von dem auffallend grellen Licht überflutet. Seine großen runden Augen richteten sich, ein wenig blinzelnd, auf den unbekannten Besucher; der strenge, selbstbewußte Ausdruck seines Antlitzes schien nicht gerade zum Nähertreten einzuladen. Scheu und doch mit einer unverkennbaren Neugier schaute Just an dem stattlichen jungen Manne empor und sein Blick blieb fragend an dem glatt verheilten Mensurschmiß hängen, der die linke Wange des Assessors zeichnete und vom Ohr bis unter das blonde, leicht gekräuselte Schnurrbärtchen reichte. _ „„. „Habe ich die Ehre, Herrn Assessor William Teil zu sprechen?" „Was wünschen Sie von mir?" klang die kurze, gemessene Gegenfrage. „Ich glaubte, Frau Lampert hätte Ihnen schon von meinem Kommen gesagt." „Frau Julie Lampert? Nein! Ich war gestern über Land und habe die Dame nicht gesehen." Friedrich Just schwieg einen Moment, ohne sich übrigens im gewissermaßen staunenden Anstarren seines Gegenübers auch nur einen Augenblick stören zu lassen; dann sagte er plötzlich sanft und schonend: „Ich bringe Ihnen die letzten Grüße Ihrer Eltern." „Meiner Eltern? So leben sie nicht mehr? Kommen Sie denn aus Amerika, mein Herr? Bitte, treten Sie näher!" Er machte eine dringlich einladende Handbewegung und schritt nun eilfertig dem Gast als Führer voran. Das Aufleuchten in Jufts sonst meist verschleierten Augen konnte er nicht sehen; der Fremde schien in der Tat in hohem Grade befriedigt, daß der junge Mann durch die Aussicht, etwas Näheres über seine Eltern zu erfahren, so unverkennbar aufgeregt wurde. Der Assessor stieß die Tür zu seinem Arbeitszimmer auf, ließ den Gast zuerst eintreten und fragte erst jetzt, indem' er auf einen der mit grünem Wollrips bezogenen Polstersessel deutete: „Mit wem habe ich die Ehre —?" „Ich heiße Friedrich Just und bin fast ein Vierteljahrhundert lang der Genosse, Reisebegleiter, Geschäftsteilhaber, wenn Sie wollen, auch der Freund Ihrer Eltern gewesen; hätten die Aermsten ihr jähes und gewaltsames Ende voraussehen können, ich würde Ihnen wahrscheinlich beider Segen überbringen; Ihre Frau Mutter hat mir wenigstens oft genug antiertraut, wie ihr von unstillbarer Sehnsucht nach dem Sohne das Herz zerrissen wurde." Den Sprecher schien eine gewisse Rührung zu übermannen; seine Stimme zitterte ein wenig und seine Augen schimmerten fenchß (Fortsetzung folgt.) — 819 — Das Geheimnis. Novelle von Paul Ernst. Auf einer Wiese am Rande des Waldes von Fontainebleau lag das Gras in Schwaden; drei junge Mädchen gingen jede an einer Schwade entlang mit Rechen und warfen es auseinander; sie hatten anmutige Kleider aus weißem Leinen, und ihre hübschen Gesichter, welche durch die Arbeit und Hitze gerötet waren, wurden durch die reizenden Hauben der Erntearbeiterinnen verschaltet. Die Sonne schien blank und strahlend vom blauen Himmel, es war tiefe Mittagsstille; die Zweige und Blätter am nahen Waldrande rührten sich nicht; metallisch glänzende Fliegen summten hinten über dem schon schlaff zusammengesunkenen Gras; die Urbeit ging flink; einzelne und verfitzte Halme wurden von dem Rechen in die Luft geworfen; die Mädchen hatten mit kleinen Händen die Rechen fest gefaßt und traten mit zierlichen Füßen in durchbrochenen Schuhen fest auf die Stoppeln. „Mittag", sagte die eine; sie hörten mit ihrer Arbeit auf, strichen an den Kleidern herunter, nahmen den Rechenstiel in die Mitte, und gingen zu einer Ecke des Waldrandes, wo sie von einem Spitz bewacht in einer Kiepe, in sauberes, weißen Linnen verpackt, ein großes Brot liegen hatten, eine große Schüssel, ein Messer und drei silberne Löffel; zugekorkte Flaschen mit Milch kühlten in einem klaren Bach, der auf 'einem dunklen Grunde leise plätschernd neben ihnen dahinglitt. Indessen der Spitz schwanzwedelnd um sie herumlief und zuweilen ans Freude leise und bescheiden kläffte, stellten sie die Harken zusammen, breiteten das Linnentuch aus, setzten die große bunte Schüssel in die Mitte, in welche der Töpfer einen frommen Spruch gemalt; die eine zerschnitt das Brot in Würfel, die andere entkorke die Milchflaschen und goß die Milch ans die Brotstücken. Dann knieten sie nieder und beteten, lagerten sich, indem sie den K'leidler- saum über die Fußspitzen zupften; jede nahm ihren silbernen Löffel, und eben wollten sie mit Essen Beginnen, als der Spitz wütend bellend auffuhr. Die eine stieß einen lauten Schrei aus, die andern schrien gleichfalls, und alle sprangen auf; da standen sie drei jungen Männern in Jägertracht gegenüber, welche eben durch den Wald gekommen waren und sich wohl durch ihr lustiges Geplauder und das Klappern der Flaschen hatten anziehen lassen. Der Spitz beroch sie, beruhigte sich schnell und ging zurück, die drei jungen Männer zogen die Hüte und entschuldigten sich höflich, die Mädchen lachten über ihren Schreck. Dann trat eine kleine Pause ein, eine leichte Verlegenheit erschien, die Mädchen stießen sich verstohlen an und kicherten: „Lonison" sagte leise ermutigend die eine zu der älteren. Lonison trat kühn ein Schritt vor und lud die Herren mit höflichen Worten ein, an ihrem Mittagessen teilzunehmen, die Herren dankten, man lagerte sich, und da nur drei Löffel vorhanden waren, so mußte ein Pärchen abwechselnd mit einem Löffel aus dem gemeinsamen Napf essen. Darüber wurde viel gekichert und gelacht. Bald war die Schüssel geleert. Nun aber schnallte, auf den Wink des Herrn, der mit Lonison gegessen hatte, einer der jungen Männer eine Jagdtasche ab: da hatte er wohlverpackt drei gebratene Hähnchen, weißes Brot und eine Flasche Wein. Der Wein wurde in den Bach gestellt, die jungen Männer zogen ihre Weidmesser, und nun machte sich jedes Pärchen einträchtig über ein Hähnchen her, bis von allem nut noch ein Häufchen abgenagter Knochen übrig blieb. Dann wurde der Wein entkorkt, in einen zierlichen, silbernen Becher gegossen, jeder der Herren trank mit einem feilten Kompliment auf feine Dame, die Mädchen zeigten sich zuerst schüchtern, aber bann gab Lonison als die erste Bescheid und die beiden andern folgten. Nun wurden die Knöchelchen dem braven Spitz gegeben, weicher als ein wohlerzogener Hund die ganze Zeit getan hatte, als interessiere ihn das Essen gar nicht; das Tischtuch wurde wieder zusammengelegt und in den Korb gepackt; dann setzte und legte man sich nieder, um die übrige Zeit der Mittagspause zu verplaudern. Als die Mädchen aufbrachen, um wieder zu ihren Rechen zu greifen, verabschiedeten sich die jungen Männer; der Kamerad Lonisons fragte nach dem Häufe ihrer Eltern; hocherrötend beschrieb Lonison es ihm. Dann machten sich die Mädchen wieder fleißig an die Arbeit; das Gras flog flink in die Luft, mit raschen' .Schritten gingen sie die Schwaden entlang, und beständig erzählten sie dabei einander von den hübschen Jägern; der Hof hielt sich in der Nähe auf, sie kamen zu dem Schluß, daß sieJagd- hurscheu eines Prinzen oder andern vornehmen Herrn waren. Am nächsten Tage, nach Feierabend, kam auf den elterlichen Hof Lonisons der eine der Jäger; als er in die Torfahrt trat, sah er Lonison, wie sie mit zwei Melkeimern aus dem Stall kam; er grüßte, indem er sein grünes Hütchen schwenkte, errötend setzte Lonison die Eimer ab und ließ ihren geschürzten Rock- nieder ; eine Magd trug auf ihren Wink die Eimer in die Milch- fmunter, sie selber nahm den Fremden an die Hand und führte ihn ins Haus, wo ihr Vater vor dem Tische saß und in ein dickes Rechnungsbuch Eintragungen machte, indefsen die Mutter an deut flammenden Feuer des Kamins am Abendbrot hantierte. Der Vater stand auf, gab dem Fremden freimütig die Hand Und hieß ihn sich setzen; bann holte er aus dem Keller eine bestaubte Flasche, hielt sie gegen das Licht und sagte: „Das ist von unfermi Wein, er ist der beste in der ganzen Provinz; die Händler aus Paris geben mir immer zehn Taler mehr als dem Nachbarn; aber bet uns k-oimnt auch nicht die Spur Dünger auf den Weinberg;" er schloß mit einem Schlüssel von seinen Bund einen Wandschrank auf, holte zwei silberne Becher heraus und setzte sie auf den Tisch, goß ein, hob den Becher und sagte: „Auf das Wohl des Königs;" dann tranken die beiden, der Bauer fragte den Gast: „Nun'?" „Großartig!" antwortete der Jäger. „Das wußte ich, daß Sie ein Kenner sind, das habe ich Ihnen gleich angesehen," schloß befriedigt der Bauer: Louison stand inzwischen an die Wand gelehnt und sah den Bleiben zu. Nun deckte die Frau auf der andern Seite den Tisch mit einem sauberen, leuchtenden Leinentuch mit scharfen Kniffen, und Lonison half ihr; der Gast schaute mit Wohlgefallen auf die anmutigen Bewegungen. „Sie ist ein gutes Kind, sie hat uns immer nur Freude gemacht," sagte der Vater, Louison verbarg ihr Gesichtchen an seiner Brust, ihr kamen die Tränen. Die Mutter fetzte Brot, Butter und Käse auf. „Unser Brot," sagte der Vater, „es ist das beste im Ort, wie oft hat es mir nicht der Herr Pfarrer gesagt!" Nun nahmen die beiden Männer ihre Stühle und aßen, Louison bediente sie. Wie sie fertig waren, setzten sie sich auf die Bank vor der Haustür; gegenüber lag der Stall, in welchem einmal eine Kuh mit der Kette klirrte, ein Pferd auf stampfte; der Spitz hatte sich zu ihren Füßen gelegt; der Vater beschrieb, wie er feine Weinberge in die Höhe gebracht hatte; nach einer Weile kam die Mluttey mit Louison, sie setzten sich auf die andere Bank; die Mutter fragte, ob der junge Mann als Jäger einen anstrengenden Dienst habe, ob die vornehmen Herren sehr launisch seien. Der junge Mann wurde etwas verlegen, der Vater brachte aber das Gespräch schnell wieder auf feine Weinberge; als es dunkelte, brach der Jäger auf, gab jedem zum Abschied die Hand, dankte für die freundliche Aufnahme und ging fort. Er kam nun öfter; Louison wurde immer vertraulicher mit ihm und plauderte zu ihm von allem, das sie auf dem "Herzen hatte, der Vater zeigte ihm feine Weinberge und Felder, und sagte auch einmal: „Wer meine Tochter heiratet, der greift in den Glücks- tops, sie ist das reichste Mädchen zehn Meilen in der Runde;" der gute Pfarrer kam an einem Abend, Bot dem Fremden eine Prise an und sprach von den kriegerischen Wirren. Einmal sagte Louison zu dem Fremden, sie habe wohl Lust, den König und die Prinzen kennen zu lernen; sie habe gehört, es sei erlauBt, daß man am Sonntag von einer Galerie aus zusehen könnte, wenn die Herrschaften speisten; er könne ihr das doch gewiß verschaffen. Der Fremde runzelte die Stirn und schien ärgerlich, dann wurde er aber schnell wieder freundlich und sagte zu ihr: „Versprich mir, daß du nie dort hingehen willst." Louison versprach es ihm, aber sie war doch Befremdet, und sie wunderte sich, was der Jäger wohl baB-ei haBen mochte, ihr das zu verbieten. Wie sie am andern Morgen mit ihren beiden Freundinnen zusammen war, welche ihr damals auf der Wiese geholfen hatten, erzählte sie ihnen von dem Versprechen, das sie hatte geben müssen; die Freundinnen sagten, daß dahinter gewiß ein Geheimnis stecke; Louison weinte, die Freundinnen trösteten sie; aber auch in den nächsten Tagen kam das Gespräch zwischen ihnen immer wieder auf das geheimnisvolle Verbot. Endlich sagte das eine der beiden Mädchen: „Ich fahre am1 Sonntag mit meinem Vetter nach Fontainebleau; wir spannen die Schecken vor den Leiterwagen; wer mit will, kann mitkommen." Die andere Freundin Bat sogleich, daß sie mitfahren dürfe, und nun! bestürmten sie Louison, daß sie sich anschließe. Am Sonntag kam der Jäger nie, weil er da Dienst Bei seinem Herrn hatte; sie stellten ihr vor, wie unwahrscheinlich es fei, daß er sie in der Menschenmenge sehe, felBft wenn er wirklich im Schloß fei; sie sagten, das Versprechen habe er ihr vielleicht nur aus Scherz abgenommen, sie neckten sie damit, er sei eifersüchtig, und solche üblen Eigenschaften müsse man den Männer msrühzeitig abge- wöhnen; und so sprachen sie dann allerhand dergleichen, wie Mädchen in solchen Fällen pflegen. Mit etwas schwerem Herzen, und doch von eigner Neugierde getrieben, gab Louison nach. Noch andere Mädchen aus dem Dorf schlossen sich ihnen an, und so fuhr denn am Sonntagmorgen der Leiterwagen, gezogen von den schönen blanken Schecken im klingenden, messiugbeschlage- itett Geschirr, geführt von dem Vetter im besten Sonntagsstaat, mit den geputzten jungen Mädchen in frisch gestärkten Kleidern, mit flatternden bunten Bändern; nach einigen Stunden kamen sie an. Der Bursche stellte fein Geschirr unter, führte die Mädchen, die sich eingehenkelt hatten, durch die dichtgedrängten Menschen; es glückte ihm, Einlaß auf die Galerie zu erhalten, sie gingen hinauf, setzten sich und warteten; endlich kamen unten alle die feinen Herren und Damen und stellten sich auf, zuletzt kamen' der König und die Königin, alle verneigten sich tief . . . Und hinter dem königlichen Paar kam, in vornehmer, goldstrotzender Tracht, den großen Stern auf der Brust, der Kronprinz, es war der Jager Lonisons. Louison stieß einen lauten Schrei aus und wurde ohnmächtig. Die Herrschaften blickten nach oben, der Kronprinz wurde rot, die Mädchen sahen, daß er sie erkannt hatte; sie Drängten sich um sie, die Freundinnen brachten sie hinunter, führten sie in ihren Gasthof; als sie fich wieder erholt, kamen die andern 620 Mädchen mit dem Vetter, sie hatten noch alles gese^n; dann ivurbeit t>ic tvicbet ;utii> fic 1119reit UßCy Hause. . r) Der Jäger aber kam nie wieder zu Lomsvn, - Liliencron und sein Sergeant. Die Nachricht von dem Tode des Lebensretters Detlev von Liliencrous, seines alten Kampfgenossen und Freundes A Nim- phius, ruft die Verwundung des Dichters in der Schlacht bei Skalitz und die Umstände seiner Rettung, bet der sein Sergeant die Hauptrolle spielte, wieder in die Erinnerung. In seiner soeben erschienenen grundlegeiiden Biographie Liliencrous berichtet Heinrich Spiero nach den Aufzeichnungen des großen Lyrikers von seiner „Feuertaufe", die er im Kriege von 1866 erhielt. Bei der Eroberung eines Hügels, als er auf der eben erreichten Spitze einen österreichischen Jägeroffizier zur Ergebung aufforderte, wurde Liliencron, damals Sekondeleutnant im 37. westfälischen Füsilier-Regiment, durch einen Revolverschnß aus nächster Nähe verwundet. Sein Sergeant A. Nimphius durchbohrte im nächsten Augenblick den Offizier mit dem aufgepflanzten Seitengewehr, und trug den anscheinend Schwerverletzten aus der L-chlachl- linie in Sicherheit. Liliencron hat ihm diesen Dienst, der ihm das Leben rettete, bis an sein Ende nicht vergessen und stets in treuer Freundschaft zu seinem Sergeanten gestanden. „Die Wunde," erzählt er selbst, „war nicht gefährlich. Die Kugel, dre mich in den Unterleib an der linken Hüfte traf, wurde durch mein Säbelkoppel, durch das sie ging, stark abgeschwächt. Trotzdem fiel ich in eine lange Ohnmacht. Ich erwachte in einem kleinen Vorwerk (oder Forsthaus), wohin ich getragen worden war. Ich schwamm in Blut. Nur noch mein zerrissenes Hemd und das linke aufgetrennte Hosenbein waren meine einzige Bekleidung.. Alles andere war verschwunden. Wahrscheinlich hatte man mich für tot gehalten. In den Räumen des kleinen Gebäudes sah es entsetzlich aus. Wir, die Verwundeten und Sterbenden, lagen buchstäblich wie die „Heringe" gepfercht. Aerzte und Lazarettgehilfen „wateten" müde bis zur äußersten Erschöpfung unter uns umher. Nachdem ich „ein Pflaster" in der Eile (wahrscheinlich um endlich das Blut zu stillen) erhalten hatte, fühlte ich mich wieder wohl, obgleich ich zuerst nicht gehen konnte." Liliencron erwähnt bescheiden nicht, daß er sich zunächst nicht festhalten ließ, sondern mit der Kugel int Leibe noch weiter kämpfen wollte, bis ihn eine tiefe Ohnmacht befiel. Seine Ungeduld und seine Sehnsucht nach weiterem Fechten waren so groß, daß er am späten Abend „einfach auskniff", und zwar in höchst seltsamer Bekleidung: er trug die Feldmütze eines gefallenen Füsiliers und dazu seidene Damenballschnhe, die er in dem Hänschen geftrnden hatte. „Mit dieser Kopfbedeckung und mit diesen Schuhen habe ich bis nach Königgrätz, allerdings zu Pferde, in den beiden nächsten Gefechten bei Schweinschädel und Gradlitz als Kompagnieführer aushalten müssen. Von meiner Kompagnie, die ich von nun an als ganz junger Sekondeleutnant während des aktiven Feldzuges führte, wurde ich mit vielen Hoch und Hurra empfangen und von meinen Soldaten, wie die alten merowingischen Könige, in die Höhe gehoben. Bald nach Königgrätz fing meine Wunde an, sehr schmerzhaft zu werden. Ich zeigte sie endlich unserem Oberstabsarzt. Der schlug die Hände überm Kops zusammen: „Menschenkind, um Gottes willen, man hat Ihnen ja ein Pechpflaster aufgeklebt (eine spanische Fliege) in der Eile!" Das Pflaster wurde schleunigst entfernt. Ich wurde regelrecht verbunden und bin ruhig an der Spitze meiner Kompagnie weitergeritten ins Feindesland hinein." Nach dem Kriege erhielt bann Liliencron die für einen Sekondeleutnant hohe Auszeichnung des Roten Adlerordens vierter Klasse mit Schwertern; sein Lebensretter Njmphius. bekam das Militärehrenzeichen erster Klasse. vermischtes. bk. Von allerhand Schmutzfinken. Es ist kein erfreuliches, wohl aber höchst wichtiges Kapitel, von dein der Kreisarzt Tr. Buschmann (Gnoien) unter dein Titel «Erfahrungen über die Körperpflege unseres Volkes und der Schuljugend nebst Vorschlägen ztl ihrer Hebung" in der «Klinisch-Therapeutischen Wochenschrift" erzählt, und über die persönlichen Erfahrungen, die er als Arzt, besonders in seiner amtlicheit Tätigkeit bei Schuluntersuchungen über die Reinlichkeit des Volkes gemacht hat, stehen einem förmlich die Haare zu Berge. Wie sieht es mit dem Sinn für Reinlichkeit bei tmserem Volke aus. Traurig, höchst traurig, so muß Dr. Buschmann feststellen: „Was man als Arzt an tage-, wachen-, ja monatelang angehäuftem und angetrocknetent Schmu!; aus den Körpern der Patienten zu sehen bekommt, spottet jeder Beschreibung. Nicht nur in den untersten Volksschichten, nein, auch in den gut bürgerlichen Kreisen ist der Sinn für die Reinhaltung des Körpers nicht entwickelt. Als ein Beispiel aus unzähligen Erfahrungen diene folgendes Gespräch mit einem Beamten, das ich kürzlich hatte: „Herr Doktor, in letzter Zeit geht es mir viel besser, aber ich gebrauche auch etwas, was mir nicht uoit anderer Seite verordnet wurde, sondern was ich mir selbst verordnet habe." Obivohl ich den Herrn nur geiegentltch in Vertretung eines Kollegen behandelt hatte, war ich doch neugierig und fragte nach den: geheimnisvollen Mittel. „Ja, ich wasche mich täglich' ganz und gar ab." — „So, jetzt erst?" konnte ich mich nicht enthalten, zu antworten. Tr. Bufchmann meint, „es wird kein Fehler sein, daß hier einmal keine große Uebersicht über allgemein-deutsche Verhältnisse, sondern nur ein Ausschnitt nach Erfahrungen in der engeren Heimat, Mecklenburg, gegeben werden kann." Bei der Landbevölkerung ist nach seinen Beobachtungen die mangelnde Reinlichkeit des Körpers etwas so allgenteines, daß es kaum nötig ist, an Einzelheiten zu erinnern. „Ebensowenig, ivie die Verunreinigung des Körpers als etwas ungesundes eutpfunden wird, ebensowenig denlt man sich etwas bei der Verunreinigung der Wohnungen durch lllus- spllcken. Zuweilen muß sich der Arzt den Weg zu einem Lungenkranken durch einen kleinen See ausgespuckten Schleims suchen. Fußmatten habe ich öfters die Funktion von Epucknäpfeit übernehmen sehen. Seitdem ich auf meinem Hausflur einen Läufer habe, wird von den Patienten darauf ausgespuckt/wohl in der Annahme, daß er dazu da wäre, derartige Stoffe in sich aufzunehnten. Bekannt ist die Unsitte, das Sputum aus Stiefeljohle und Fußboden in inöglichst großer Fläche einzureiben und zu verteilen. Nach den ärztlichen Erfahrungen war es deit Medizinalbeamten kein ungewohnter Anblick, auch die Schuljugend in diesem Zustand der Vernachlässigung anzutreffen. Mit Leichtigkeit ließen sich in den städtischen sowohl ivie in den Landschulen etwa 30 bis 50 Proz. der Kinder bei ganz oberflächlicher Beobachtung als kaum gewaschen, mit Schmutzkrusten aus dem Kopf, an den Ohren und am Halse seststellen." f---- * Rentable Vergeßlichkeit. Die trauernde Witwe! „'Ja, ja, mein Seliger! Der gute Manu war so vergeßlich, daß er niemals aus einem Restaurant herausgehen konnte, ohne drei bis vier Mäntel oder Regenschirme mitzunehmen." * Konsultation. „Sagte Ihnen der Doktor, was Sie hätten?" „Nein, er nahm, was ich hatte, ohne es zu sagen." * Man muß sich zu helfen wissen. Der Kellner, der den Herrn aus Leibeskräften auf seine kochende Suppe pusten sieht, eilt dienstfertig herbei: „Einen Moment, mein Herr, ich stelle den Ventilator sofort nach der Richtung Ihrer Suppe ein. . ." ________________ Viichertisch. — „Licht und Schatte n" beginnt mit der dieswöchenk- l ich en Nr. 1 den vierten Jahrgang. Unter den Abbildungen finden wir in der ersten 'Nummer Arbeiten von Hans Meid, Fidus, Willi Geiger, G. Walter Rößner, Max Mayrshofer, Edouard Manet u. a. vertreten. Literarische Beiträge von Haus von Kahlenberg, Wilhelm Michel, Friedrich Wendel, K. I. Carlowitz, glndolf Leonhard und Arno Holz. Die hohe künstlerische Tendenz soll auch im neuen Jahrgang beibehalten werden. — Nr. 52 der illustrierten Familien- und Modenzeitung „Häuslicher Ratgeber" (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9 und Leipzig) bringt wieder einen ganzen Blütenstrauß von Neuerscheinungen auf den verschiedensten Interessengebieten. Neben den Schlußkapiteln der netten Geschichte in Briefen „Das Schreibmaschinenmädel" gibt es wieder Gedichte, Skizzen, Rätsel und Spiele, und auch der Humor ist wohlbedacht. Küche und Haus kommen mit ganz neuen Rezepten und Ratschlägen zu ihrem Recht. Das größte Interesse werben unsere Damen aber den neuen Herbstmoden entgegenbringen, die auf der großen, künstlerisch illustrierten doppelseitigen Modentafel so reichhaltig vertreten sind, daß unfern Damen die Wahl schwer werden wird. Skat-Ausgabe. Mittelhand erhält folgende Karten: Sie spielt Grand ttnb verliert es, obwohl die übrigen Wenzel nicht in einer Hand stehen. Vorhand hatte 14 Augen weniger in ihren Karten als Hinterhand. Wie waren die Karten verteilt und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer ; Manch Kleinod, das von ihrer reichen Habe Tie Jugend himvarf auf der raschen Jagd, Hebt die Erinnerung, die treue Magd, Dem Alter auf als gold'ne Freudengabe. Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Uickversitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»