Donnerstag, -en 2. Oktober I W [ MSM „ Lauernblut. SiPJnan von Gerhart v. Amyntor (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Unbefangen sieht ihm die Tochter des Hauses ins Angesicht uitb erwidert: „Gewiß, Herr von Tollen, was meinen Wte dazu? Darf man die Frage aufwerfen, ob ein Mädchen, dem ent Antrag gestellt wird, Ja sagen werde?" „Warum nicht?" „Weil es doch darauf änkomint, wer den Antrag stellt." ,,v>ch glaube, das ist ganz egal," versichert Tollen in Ktitet- neckischen Weise: „wenn der Bewerber nicht geradezu ein Quasnnodo oder ein Idiot ist, dann wird er genommen." „Pfui, Herr von Tollen!" ruft Ellen in komischem Abscheu. „Sie setzen also voraus, daß jedes Mädchen sich nach den Ehefesseln sehnt, gleichviel, wer sie ihr auferlegen will?" „Das tst vollkommen meine Ansicht: jedes normale Mädchen will durchaus heiraten, und kann sie Herrn A., den sie vielleicht bevorzugen würde, nicht bekommen, dann tröstet sie sich schnell mit Herrn B. oder C." „Das sind ja recht erbauliche Ansichten, die Sie vom weiblichen Geschlecht haben!" bemerkt freundlich drohend Frau Klara, die mit den anderen Herren nun auch näher kommt; „jetzt begreife ich Ihre hartnäckige Jnnggesellen- schaft, Herr von Tollen; aber Sie irren sich; es gibt manche junge Dame, die ledig bleibt, nicht lveil sie nicht begehrt wurde, sondern weil sie anderseits nach der Ergänzung durch das „stärkere" Geschlecht kein Verlangen trägt." „Mit Verlaub, meine gnädigste Frau," wendet Tollen unbeirrt em, „das stimmt nicht ganz. Sie kennen doch die Geschichte von den Windbeuteln? Nicht? Nun, dann hören Sie. Ein reeller Heiratskandidat forderte in den Zeitungen diejenige junge Dame, die auf sein Gesuch reflektieren sollte, auf, in einer bestimmten Konditorei zu einer bestimmten Stunde erscheinen zu wollen. Das Erkennungszeichen für ihn sollte die junge Dame durch das Verspeisen eines Windbeutels geben. Was geschah? Zur festgesetzten Stunde waren die Säle der Konditorei von Dämchen aller Altersstufen überfüllt und jedes dieser Dämchen verzehrte einen Windbeutel, so daß der schlaue Konditor, der das Heiratsgesuch selbst verfaßt hatte, alle seine in den letzten Tagen altbacken gewordenen Windbeutel zum vollen Preise glücklich an den Mann, richtiger an das Mädchen, brachte. Was sagen Sie dazu, gnädige Frau? Ist das nicht schlagend?" Und er kichert höchst belustigt über seinen eigenen Scherz. „Sollte das Alter dieser Geschichte nicht das der Windbeutel haben?" fragte der Maler und er kniff boshaft sein finkes Auge ein wenig zu. „Nichts für ungut, Herr von Tollen; Sie haben uns sonst immer viel neuere Anekdoten zum Besten gegeben." „Sie unverbesserlicher Spötter und Hagestolz!" rief der Hausherr und klopfte dem Oberleutnant auf die Schulter. „Geben Sie meiner Frau den Arm und führen Sie sie zu, Tische. Wir müssen zeitiger als sonst zu Abend essen, weny Ihr Herren durchaus schon wieder um neun Uhr an der Bahn sein wollt." An der Tafel herrschte, wie immer in diesem Kreise, eine zwanglose und sehr fröhliche Stimmung. Der Assessor saß zur Rechten der Hausfrau, und hatte seinerseits Fräulein Ellen zu Tische geführt. Brank saß seiner Gattin gegenüber, zwischen dem Pfarrer, der das Tischgebet gesprochen hatte, und dem Maler, der hier in Giesdorf hartnäckig das Prädikat „Professor" erhielt. Die beiden jüngeren Ulaneuoffiziere flankierten den beiden Brankschen Nachbarn. Es wurde deutscher Schaumwein getrunken; die Damen liebten diesen Wein und Tollen erklärte ihn für das allzeit angemessene Tafelgetränk, da man, wie er sich ausdrückte, von diesem Zeuge die unglaublichsten Mengen ohne jeden Nachteil für seine Repräsentationsfähigkeit vertilgen könnte. Brank berichtete dem Herrn von Gotenberg, der als großer Pferdekenner und Pferdearzt galt, daß seine „Betty", die er erst vor vier Wochen im Tattersall gekauft hätte, schon auf drei Beinen stünde; es schiene ihm leider eine unheilbare Buglähme. „Werde mir nachher das Tierchen ansehen," erklärte Gotenberg, „will nicht hoffen, daß Sie so 'reingefallen sind." „Aber Kurt," schmollte die Hausfrau, „Du wirst mir meine Gäste doch nicht in den Stall entführen? Mein Mann ist unverbesserlich," wandte sie sich an den Assessor: „sobald er Herrn von Gotenberg nur erwischt, wird das Thema der Pferde verhandelt." „Nur zu erklärlich," erwidert Tell, „denn Herr von G.o- tenberg sieht die Pferde als Künstler." „Als Reitkünstler?" fragt Ellen, die diese Bemerkung gehört hat. „Wenn Sie es so verstehen wollen, auch als Reitkünstler exochen „Was heißt daS? Ich bin keine Griechin." „Als ganz besonderer, vorzugsweiser, recht eigentlicher Reitkünstler." „Herr Assessor, die Reitkunst des Herrn von Gotenberg in allen Ehren, ich glanbe aber, daß mein Papa kein schlechterer Reiter ist; er ist als solcher weit und breit berühmt." „Ich habe auch keine Vergleiche anstellen wollen. Wenn ich sage, Herr von Gotenberg sehe die Pferde als Künstler, so meine ich, daß er an ihnen sofort das Wesentliche herauskennt." „Und das soll eine Stunft fein?" „Gewiß, mein gnädiges Fräulein; jeder, der an einem Dinge aus den ersten Blick das Wesentliche sieht, hat das Ange des Künstlers; die anderen Sterblichen sehen alles nur nach einem Schema, wir sehen es halb, flüchtig, unvollkommen, und ergänzen das Uebersehene unwillkürlich nnd unbewußt aus dem Vorräte allgemeiner Erkennungszeichen, den wir in unserer Erinnerung aufgestapelt haben. Dort 614 tttzt ein Künstler; fragen Sie den, ob ich Recht habe." Er deutete dabei auf Völker. Dieser nickte beistimmend und sagte zu Ellen über den Tisch hinüber: „Der Assessor trifft den Nagel auf den Kopf. 'Ich glaube, daß außer mir hier nicht einer an der Tafel ■$, der, wenn er einen Baum betrachtet, ihn wirklich so sieht, wie er ist." t„ „Und wie sehen wir denn den Baum?" fragte die Hausfrau. „Erklären Sie näher, Herr Professor." „Sie sehen ihn grün," erwiderte dieser, „vielleicht auch hier und da ein wenig bräunlich oder gelblich, wenn das Laub schon vom Hauche des Herbstes getroffen ist. Wenn Sie ihn malen sollten, so würden Sie lauter grüne oder auch einige bräunliche oder gelbliche Blätter malen." „Und was sieht der Künstler?" „Er sieht, weil er die Gabe hat, das Wesentliche zn erkennen, auch weiße, auch blaue Blätter und malt sie, und der Laie, der vor dem Bilde steht, merkt das nicht einmal." Der Pfarrer schüttelt ungläubig den Kopf und brummt: „Ihr Wort in Ehren, Herr Völker — aber auch weiße und blaue Blätter?" „Gewiß, Herr Pfarrer. Ein Blatt, auf dem die flimmernde Mittagssonne liegt, erscheint dem Künstlerauge, dem unmittelbar blickenden und durch kein Schema betrogenen, azs weiß, und ein feuchtes Blakt, in dem sich die Luft spiegelt, erscheint ihni blau, und so malt auch der Künstler ein weißes oder ein blaues Blatt und erreicht damit die wunderbar? Wirkung, daß der Beschauer doch nur einen grünen Baum sieht, aber einen so natürlichen, als wenn er leibhaftig und wesenhaft mit seinen Aesten und Zweigen aus bet Leinwand herauswüchse." In Ellen dämmert ein Verständnis und sie nickt mit dem hübsch gesormten Kopfe; doch plötzlich nimmt ihr Gesichtchen einen furchtsamen Ausdruck an und sie raunt fragend deni Nachbar zu: „Sehen Sie denn auch als Künstler?" „Wieso, mein gnädiges Fräulein?" „Nun, dann müßte ja jede Dame vor Ihren Blicken auf der Hut sein; Sie würden jede Runzel und Falte entdecken." „Dieser Gefahr sind Ihre achtzehn Lenze noch nicht ausgesetzt." „O bitte, neunzehn." „Gut, wenn Sie befehlen: Ihre neunzehn Lenze. Gott sei Dank, ich bin aber kein Künstler, sondern ein sehr prosaischer Aktenmensch." „Wäre es nicht schön, wenn man auch Künstlerblut in den Adern hätte?" „Der Weise muß zufrieden sein mit dem, was ihm Gottes Güte heschieden hat. Ein Künstler ist init allen seinen Organen in erhöhtem Grade dem Schmerze preisgegeben, rinüm empfindlicheren und tiefer bohrenden Schmerze, als Mr übrigen ihn je erfahren." „Dann müßte man ja jeden Künstler bedauern." „Er wird entschädigt durch die Götterlust des Schassens und vielleicht auch durch das, was für alle Menschenkinder die große Pgnacee ist." „Was ist das?" „Die Liebe, mein gnädiges Fräulein." Ellen erwiderte nichts. Sie blickt stumm auf ihren Teller nieder, auf den sie sich, fast nur mechanisch, ein paar Rosinen Mit Schalmandeln des Nachtisches gelegt hat. Eine etwas tiefere Röte überfliegt den Pfirsichflaum ihrer Wange, und um die verlegene Pause auszufüllen, kracht sie eine der Mandelschalen mit ihren zarten Fingern entzwei und zwei dicht aneinander geschmiegte Körner fallen auf den Teller. „Ein Vielliebchen!" sagt Tell, der ihr Tun schweigend beobachtet hat. „Wollen wir es auf J’y pense essen?" „Da! es soll gelten!" Das Fräulein hat die beiden Mandeln auf ihren Handteller gelegt und bietet sie dem Assessor an. Dieser nimmt einen der kleinen süßlichen Kerpe mit den Worten: „J’y pense” und steckt ihn in hen Mund. Nun verspeist auch Ellen die andere Frucht und droht lachend: „Ne.hmen Sie sich in acht, Herr Assessör! Ich habe ein gutes Gedächtnis." Der Hausherr fordert die Gäste auf, ihre Spitzgläser auszutrinken, damit man noch eine Havanna rauchen könne. Die Gesellschaft erhebt sich. Der Assessor nimmt mit einem geflüsterten „J’y pense ‘ Ellens Arm und führt sie in die öftene Gartentür. Es ist tri dtzr achten Abendstunde; das silberne Horn des wachsenden Mondes steht über dem See und erzeugt auf deut leicht bewegten Wasser einen langhin zitternden, flimmernden Lichtstreifen; ein weicher, laulicher West trägt den Heliotropduft von den Blumenbeeten herüber. „Welch ein Göttcrabend!" sagt Tell, in tiefem Atemzuge die Brust weitend, „wenn man doch diese Luft mittrehmen könnte nach der stickigen, staubigen Stadt!" „So lassen Sie uns noch einen Gang am See entlang machen. Aber halt! erst Ihre Zigarre!" Schon ist Ellen davongehuscht, um gleich darauf mit einem brennenden Licht und einer geöffneten Zigarrenkiste zurückzukehren. „Sie verwöhnen mich über die Maßen, mein gnädiges Fräulein; aber einer so liebenswürdigen Versuchung kann ich nicht widerstehen." Er greift nach einer der köstlichen Importen, schneidet sie mit dem vom Leuchterfuß genommenen Messerchen ab und zündet sie an. „Die anderen Herren sind richtig nach dem Stalle ge- gegangen!" sagt Ellen schmollend, „nun, wir können sie ja entbehren." „Auch Völker und der Pfarrer?" „Der Pfarrer? Nein! Der hat jetzt meine Mama ins Gebet genommen; sicherlich handelt es sich um eine Kollekte — Sie wissen ja, diese Herren haben immer ein Anliegen. Aber der Professor? Nun, der bekommt es am Ende fertig, seine Nase auch in einen Pferdestall zu stecken — er wittert überall Motive." Sie schreiten nebeneinander über den knirschenden Kies der Wege und nähern sich dem See, der den Garten begrenzt, am Ufer des Sees, zur Linken, dehnt sich der Park aus, der mit dem Garten in unmittelbarer Verbindung steht. Der Assessor genießt die Weihe der friedlichen Abendstunde, die träumerische Stille, in der sich die Nachtruhe vorbereitet; gleichzeitig schwelgt er in dem Bewußtsein, zur Seite dieses jungen, liebreizenden Mädchens zu wandeln, deren duftiges Kleid ab und zu seine pendelnde Haitd streift. Ist es nicht eine Tollheit, sich dem Zauber dieses durch keinen Dritten gestörten Beisammenseins hinzugeben? so fragt er sich im geheimen, während er die Rauchwölkchen seiner Zigarre in die Luft bläst. Wozu soll es denn führen, wenn er sich mehr und mehr in die Reize dieses liebenswürdigen Kindes verstrickt? Er, ein unvermögender bürgerlicher Beamter, und sie, die verwöhnte Tochter eines reichen Laudedelmannes, ein Freifräulein von märkischem Vollblut! Aber sie ist doch so freundlich, so zutraulich gegeit ihn; wenn ihn seine Eitelkeit nicht zu einem voreiligen Schlüsse verführt, so may sie ihn gern; seiner Werbung würde sie vielleicht keinen Widerstand entgegensetzen. So sucht er sich wieder Mut zu machen und die Zweifel und Unsicherheit aus seiner Seele zn scheuchen. Doch schon ruft ihm eine andere innere Stimnte zu: Sei kein Tor! Und wenn sie dich zehnmal liebte, würdest du den moralischen Mut finden, als Freiwerber vor ihren Vater hinzutreten? Würdest du die Selbsterniedrigung soweit treiben können, daß du ihm gewissermaßen bätest, dein dunkles Herkommen gütigst übersehen zu wollen? War dein Vater nicht ein Gaukler, der in Jahrmarktsbuden seine Kunststücke gemacht hat? Und hat deine Mutter wahrscheinlich nicht unzählige Male an der Kasse sitzen und mit ihrer Schönheit der Köder sein müssen, der einen hohen Adel und ein verehrungswürdiges Publikum in die Schaubude hineinlockte? Er baut die Fäuste in ohnntächtigem Groll über sein Schicksal; die Liebesgedanken muß er sich aus dem Sinn schlagen. (Fortsetzung folgt.) Die Nüche im Oktober Mn A. Burg. Der Oktober ist der letzte Erntemonat, das letzte Sommerobst und die wichtigen Kartoffeln werden geerntet. Auch von den letzten Achseln wird gewünscht, daß sie bis zum 16., dem St. Eallustag, unter Dach und Fach sind, dem alten Bguernspruch getreu: „Am St. Gallustag Muß jeder Apfel in seinen Fach." Wie man schon hier und dort hört, ist der Ertrag der Apfelernte in diesem Kahre hinter dem des vergangenen zurückgeblieben. Bäume, die 1912 reich mit Früchten beladen waren, haben nur sehr mäßig oder fast gar nicht geiragen. Daran ist natürlich das ungünstige Wetter zur Blütezeit schuld gewesen. Wie schon zu Ende des vorigen Winters bemerkbar war, wird dem Apfel in der uralten Form dös Bratapfels wieder ein Platz auf dem Nachtisch eingeraumt. So wird der unmoderne Bratapfel 615 wieder modern, wenn er auch nicht mehr in die Ofenröhre gelegt wird, sondern in eine feuerfeste, schwach mit guter Butter aus- gestrichene Form oder Schüssel oder auf das mit weißem Schreibpapier belegte Blech. Die Aepfel müssen in gelinder Hitze ganz langsam, sozusagen von innen heraus', braten, so daß sie ordentlich aufgehen und zuletzt sich die Schale goldbraun färbt. Platzen soll sie möglichst nicht. Deshalb wählt man Aepfel mit weißem, aromatischem Fleisch und fester Schale, z. B. die Stern-Reinetten. Aber auch Gold-Reinetten, Parmänen und Borsdorfer eignen sich dazu. Amerikanische Baldwin und graue Reinetten kommen lveniger in Frage, weil sie wohl saftig, aber nicht ^"o aromatisch sind. Manchmal besprengt man die Aepfel, ehe sie tn den Ofen gestellt werden, mit etwas feinem Rum und bestreut sie ipit Zucker. Ueberhaüpt werden sowohl warme als auch kalte Apfelspeisen jn diesem Winter sehr üblich sein, nicht zum wenigsten ist ja der einfache Bratapfel aus dem Grunde wieder in Erscheinung getreten, weil nicht noch andere Ingredienzien, namentlich nicht die kostspieligen Eier dazu notweudig sind. Recht unbekannt sind noch gebackene Apfelrollen, die für den bürgerlichen Familientisch ein gutes zweites Gericht nach einer dicken, sättigenden Gemüse-, Kartoffel- oder Hülsensruchi- suppe bilden. Dazu brät man 12—14 Aepfel im Ofen, zieht vorsichtig die Haut ab, streicht die gebratene Masse durch ein Sieb und gibt Zucker, gestoßenen Zimt, geriebene Zitronenschale, ein Ei und so viel fcingeriebene Semmel oder feingestoßenen, gesiebten, gerösteten Zwieback dazu, daß ein haltbarer Teig entsteht. Aus diesem formt man kleine Würstchen, wendet sie in geriebener Semmel und backt sie in siedendem Schmalz schäumend zn schöner Farbe, um sie auf erwärmter Schüssel, mit Zucker und Zimt bestreut, aufzutragen. Auch die nordische Apfelgrütze sei, namentlich sür Kindcr- sestlichkeiten, empfohlen. Sie wird wie andere Fruchtgrütze bereitet, nur daß, sobald man die weichgekochten Aepfel - durchrührt, es Nicht Saft, sondern Brei gibt. Dieser Brei wird nach Bedarf Verdünnt nnd gesüßt, wieder anfs Feuer gestellt. Wenn die Masse kocht, rührt man mit Wasser klargequirltes Kartoffelmehl hinein. Man kann auch Gries oder Sago oder Reismehl nehmen. Wenn man die Speise nicht naturfarben liebt, so kann man sie mit etwas Alkermessast oder ein paar Tropfen Cochenilletinktur rot färben. Die Menge des Mehls usw. muß man ausproben, je nachdem man die Speise steifer oder weniger steif liebt. Jrn allgemeinen rechnet man auf 1 Liter Flüssigkeit resp. Apfelbrci 55—58 Gramm Kartoffelmehl. Eine warme, in der Form int Ofen oder in der Kasserolle oder Pfanne aus offenem Feuer gebackene Speise von geriebenem, mit Zucker, Zimt und gehackten Mandeln gemischtem Schwarzbrot und eingcznckertcn oder in etwas Wasser mit Zucker und Zitronensaft vorher leicht übcrgcdünstctcn Apfelscheiben, ist ebenfalls eine wohlfeile Rachtischspeise, an der man Eier spart. Backt man diese Speise, die übrigens Äpfel-Bettelmaun heißt, in der Form, so wird letztere gut mit Butter ausgestrichen nnd Brot und Apfelscheiben werden schichtweise hincingclegt. Die Weintrauben, die ebenfalls echte Oktober-Gaben sind, werden meist roh verspeist und kommen für die Küche nur als Auflage auf Mürbteigbodeir in Betracht. Die Berivendung von Berjus, einer ans halbreifen Weinbeeren hergestellten Essenz, die man zum Pikantmachen mancher Gerichte verwendet, kennt die deutsche Küche nicht. Jü Frankreich wird es viel gebraucht. Eine billige Frucht, die für die Küche im allgemeinen nicht ost angewendet wird, ist der Kürbis. Wenn man Kürbis kauft, muß man darauf achten, daß er aus lustigen, nicht dumpfen Räumen kommt, denn der Kürbis, selbst ohne eigenes Aroma, nimmt, 'gleich seinen Verwandten, der Gurke und der Melone, gern und leicht fremdes Aroma an. Deshalb gibt man ihm beim Einmachen auch dasjenige Aroma, welches man vorzugsweise wünscht, z. B. Vanille oder auch Ingwer. Wenn man Kürbis als Gemüse zubereitet, mischt man ihn »leist mit Reis oder Hirse, wodurch er bekömmlicher wird. Einen Kürbis-Pndding oder -Auflauf, der in der englischen Und amerikanischen Küche ganz gebräuchlich ist, findet man in der deutschen selten. Dazu wird das in Stücke geschnittene Kürbisfleisch, von dem alle Fasern sorgfältig entfernt sein müssen, mit etwas Wasser nnd Wein recht weich gekocht und durch ein Sieb gerührt. Der Brei, den man nach Gefallen mit etwas geriebener Zitronenschale oder mit Vanille würzen kann, muß erkalten. Man rührt dann Butter zu Sahuc (auf 500 Gramm Kürbis ungefähr 200 Gramm Butter), fügt fünf bis sechs Eßlöffel Zucker, drei bis vier Eidotter und das Kürbisinus abwechselnd mit geriebener Semmel (auf zwei Löffel Müs einen gehäuften Löffel Semmel) zuletzt den steifgeschlagenen Schnee der Eiweiße dazn, schmeckt nach Zucker ab, füllt die Masse in die mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute, feuerfeste Form und läßt die Speise im Ofen 1 bis IV4 Stunden backen. Sie wird sofort in der Form gereicht. Als notwendiger Bestandteil saisongemäßer Obstkörbe erscheint die große frische Walnuß, von deren Kern man noch leicht die braune Haut entseruen kann. Von Gemüsen ist die Teltolver Mbe eine echte Oktobergabe, da sie. Ende Juli gesät, in der Mark tat Oktober geerntet wird. Die kleinen Ruben mit fielt sehr sorgfältig bei und nach der Ernte behandelt werden und bei den hohen Löhnen kommt .für den Produzenten jetzt ein größerer Gewinn kaum mehr heraus. Rebhühner werden noch gern für die feine Küche zubereitet, fiir den einfachen Tisch pflegen sie int allgemeinen zu kostspielig zu sein, da ist denn der Hase willkommen, der aber auch Von Jahr zu Jahr im Preise steigt. Neben dem Hasen gibt es vortreffliches Rehwildbret. Dann auch Wildschwein, dessen Hochsaison man eigentlich von Oktober bis Januar rechnet, obgleich es auch bis zum Frühling und später im Frühherbst schon wieder erscheint. Ein in milder Essigbeize mit Gewürzen, oder in Weinbeize mariniertes Stück Wildschweins- leisch, das man nach Belieben schmort oder in Butter brät, ist mmerhin ein ganz vorteilhaftes Gericht, jedenfalls kaum kost- piefiger als anderer Schweinebraten. Wie es in diesem kommenden Winter mit den Schlachtfleisch- preisen bestellt sein wird, läßt sich noch gar nicht sicher sagen. Boraussichtlich werden sie, wenn auch vielleicht .nicht steigen, doch nicht wesentlich billiger werden. Und wenn schon einmal während ganz kurzer Zeit z. B. der Schweinefleischpreis sinkt, so betrifft das stets nur das fette Fleisch: Bauch, Liesen- und Rückenfett, vielleicht auch noch Pfoten, Beine und Ohren. Alle anderen Teile: Kamm, Rücken, (Rippespeer) und auch Keule, pflegen stets ihre Preise zu halten und Schwankungen find da kaum zu beobachten. Dadurch sind natürlich auch alle Wurstwaren, ebenso Schinken und Rauchsteisch usw. teurer geworden, so daß der kalte Aufschnitt, der in manchen Gegenden Norddeutschlands, besonders aber in Groß-Berlin zum Abendessen üblich ist, immer kostspieliger wird. Vielfach wird als Hilfsmittel das einfache warme Abendessen empfohlen, wie es im südlichen Deutschland und im Norden auch auf dem Laude gebräuchlich ist. Da gibt es ja reiche Auswahl: Kartoffeln in der Schale, Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Reste- verwendnng von Fleisch oder von Kartoffelgemüsen, Puffer Und Plinsen und die oft noch unbekannten Sterz- oder Polentaspeifen, erstere ans den steiermärkischen Alpen, letztere aus Italien. Besonders Polenta, die man nach dem Erkalten in Scheiben schneiden, panieren nnd ausbacken kann, ist ein gutes, sättigendes Gericht, das nicht zu kostspielig wird. Das ist hervvrzuheben; denn zu den landlänfigen und üblichen Mehlspeisen gehören fast dnpchwegEier, und die Eier sollen, wie man hört, im Winter so hohe Preist bekommen, wie noch „nie dagewesen". Der Grund soll in den Kriegsunruhen des südlichen Europas zu suchen sein, die.großen Eierspeicher Oesterreichs sollen nicht so reiche Vorräte bergen, als sonst. Rußlands Eierspeicher (in Riga befinden sich solche auch) dürften zwar anshelfen, aber bei einem so notwendigen und auch in der Krankenküche so wichtigen Nahrungsmittel ist der Ausfall doch zu merken. Die Preise, die sonst erst Anfang September zu steigen beginnen, wurden schon Mitte August Höher, so daß die Aussichten sehr trübe sind. Wenn der Efeu blüht. Ein sonderbarer Kauz, dieser Efeu! Er zieht, wie die Derbst» zeitlose, als einsamer Nachzügler dem Sommer nach; er blüht, wenn die übrigen Pflanzen sich bereits zum Winterschlaf rüsten oder in Früchten prangen; seine Früchte reifen, wenn die ersten Blnmen des Frühlings sich zum Blühen rüsten. Ein wirklicher Sonderling! Auch in der Wahl seiner Wphnorte, alte Mauern/ Ruinen, Kecken und Dächer, Bäume und Sträucher, aber auch Unterholz nnd Waldesdickicht sucht er sich mtt Vorliebe aus« Aber er blüht nur an sonnigen Orten; in dieser Beziehung ist eß durchaus konsequent und sehr wählerisch. Es muß ein außerordentlich sonniges Plätzchen sein, auf einer Mauer oder auf etaeitt Breiten Ast, wo er sich wohlig ausbreiten und seine Blüten treiben' kann. Im Schatten blüht er nicht. „Efcublüten? Gibt es das? Und wie sehen sie aus ?" Man braucht sich über diese Frage, die man häufig hören kann, durchaus nicht zu verwundern, da der Efeu selbst mit seinen Blüten sehr spärlich ist und diese außerdem sehr unscheinbar hält. Wie sieht eine Efeublüte denn aus? Mindestens zehn einzelne Blüten vereinigen sich zu einer runben, beinahe kugelförmigen echten Dolde; sie find sehr unscheinbar und haben keinen verlockenden Duft, sondern riechen eher etwas faulig. Sie sind nach der Fünfzahl aufgebaut und somit der umfangreichen Familie der Doldengewächse verwandt. Der mitten in der Blüte sitzende Fruchtknoten trägt an seinem oberen Ende einen schmalen, bräunlichen Rand mit fünf winzigen Spitzen. Es ist dies die Andeutung eines Kelches. Zwischen ihnen erheben sich je fünf kleine hellgrüne Kronblätter, die bald nach dem Oeffnen der Blüte sich zurückschlagen. Schließlich legen sie sich ganz der Außenfläche des Fruchtknotens an. Der Fruchtknoten ist kuppelarttg gewölbt und mit einer grünen Nektarscheibe bedeckt, die wie ein kleiner Diamant in der Sonne funkelt. Um ihn herum strecken sich fünf kräftige Staubgefäße mit bräunlichen Beuteln empor. Scharenweise kommen die Bienen zu diesem letzten Fest, das ihnen das Fahr bereitet, angeschwärmt. Begierig trinken sie den köstlichen Nektar, der ihre letzte Blumennahrung ist. Auch Hummeln, Wespen und die letzten Herbstschmetterlinge erscheinen zu dem Schmaus. Nach dem Verblühen setzt sich die Frucht an, Zuerst nur eine harte, grünliche Beere, aber die allmählich schwarz und weich wird, und im Frühjahr, im April ihr Reisestadium erreicht hat. — 616 Sie wird von Vögeln gern gegessen. Allmählich trocknet sie ein und fällt ab. Der Efeu ist aber auch in anderer Hinsicht -interessant Der Bolksmund bezeichnet ihn häufig als Mörder; er soll schon oft junge Bäume, an denen er sich emporgereckt hat, erwürgt haben. Ferner soll er gelegentlich alten Mauern gefährlich iverden, indem er sich in die Ritzen einpresse 'und allmählich die Mauer auseinandersprenge. Dies sind wohl Fabeln. Der Efeu ist für Mauerwerk ein ganz ausgezeichneter Schutz, indem er Regen und Feuchtigkeit von der Mauer fernhält. Auch sür die Wildwirtschaft ist er in vielen Fällen bedeutungsvoll, da er in strengen, schnecreicheir Wintern gelegentlich die Hauptnahrung deS Wildes ist. Der Volksglauben schreibt ihm zn, dass der Schnee nicht auf ihm haften bleibe; er habe eine geheime Wärme in sich, die den Schnee schmelze. Es kommt tatsächlich sehr häufig vor, dass Efcnbüsche sich grün aus einer dichten Schneefläche emporrecken. Aber in vielen Fällen kommt das davon her, das; der Schnee auf den glatten Flächen der Blätter nicht haften kann. In der Volksmedizin und im Volksaberglauben spielt er eine bedeutende Rolle. Wer mit Löffeln, die aus Esenholz geschnitzt sind, ißt, soll von Halskrankheiten verschont bleiben. Efen- beeren und ein Absud von Efeulaub sollen den Menschen innerlich säubern. Wildschweine sollen sich, tvenn sie verwundet sind, durch Efeu heilen und die Bache soll, wenn sie ihre Jungen zur Welt bringt, die Schmerzen durch das Fressen von Efeublätiern zu lindern suchen. Das Gummiharz, das in gelblichen wohlriechenden. Klümpchen gelegentlich aus den Stämmen sickect, ist als Heilmittel gegen innere Krankheiten weit verbreitet. Finnigen Hausschweinen wurde früher eilt Efeukranz um den Hals' gebunden. Er sollte die Krankheit heilen und die Tiere vor Verzauberung schützen. Die alten Griechen haben sich dagegen Eseuzweige zu entern ganz anderen Zweck um den Kops gebunden. Die Pflanze war dem Bacchus geweiht und .wurde bei allen Bacchusfesten ausgiebig Verwendet, weil sie angeblich den Kater vertreiben sollte. Goethe hat dem Efeu den kleinen Vierzeiler gewidmet: „Efeu und ein zärtlich Gemüt, tieftet sich an und grünt und blüht. Kann es weder Stamm noch Mauer finden. Cs muß verdorren, es muß verschwinden." Vermischtes. • Der Rückgang der englischen Gebnrts- ziffern» Aus London wirb berichtet: Die von dem englischen statistischen Amte soeben herausgegebenen UebersichtStafeln über den Bevölkernngsstand des vereinigten Königreiches gipfeln in der melancholischen Feststellung, daß die Geburtenziffern im Jahre 1911 einen vordem noch nie erreichten Tiefstand ausweisen und daß die bisher bearbeiteten Ziffern aus den ersten Monaten des Jahres 1912 die scheinbar unaufhaltsame Tendenz zu einem weiteren Absteigen sehr deutlich erkennen lassen. 1*176 betrug die Geburtenziffer 36,3 von 1000, 1911, dem letzten Jahre, aus dem genaue amtliche Ermittlungen vorliegen, betrug sie 24,4 und die provisorischen Zahlen für 1912 „deuten auf ein weiteres Fallen um 0,6 von 1000 hin." Im engen Zusammenhang damit sicht die immer schärfer hervortretende Verschiebung des Heiratsalters: sowohl die Männer wie auch die Fraueu treten immer spater in den Stand der Ehe, was nach dem amtlichen Berichte das Sinken der Geburtenziffer zur Folge hat. Das Hciratsalter der Frauen ist so sehr gestiegen, daß die Anzahl der Ehefrauen zwischen 20 und 25 Jahren von 13,9 aus 9,4 von 1000 sank, während die Zahl der Ehefrauen zwischen 25 und 35 Jahren von 45,5 auf 46 und die der Ehefrauen zwischen 36 und 45 Jahren sogar von 39,3 aus 44,1 von 1000 emporging. Diese Verschiebung der Eheschließung in ein reiferes Alter wirkt nicht nur unmittelbar auf die Geburtenziffer ein, sondern steigert bei den Eheschließenden auch die Abneigung, elterliche Verantwortung auf sich zu nehmen. Es zeigt sich, daß von 1881—1911 das Verhältnis der Geburtszisfern zu der der ge- burtSsähigen Frauen sich um nicht weniger als 34 Proz. verschlechtert hat. Mit anderen Worten: tvenn die allgemeinen soziologischen Verhältniffe sich in den letzten 13 Jahren nicht in ungünstigem Sinne verändert hätten, hätte sich die Geburtszisser für 1911 auf 1273 698 belaufen müssen; sie. betrug aber nur 843 505. * Ein neuer Weg zur Identifizierung P o n Verbrech e n. Dttrch die Einführtmg des sogen, daktyloskopischen Verfahrens, der Erforschung der Fingerabdrücke, in die kriminalistische Praxis ist sowohl die Aufdeckung von Verbrechen, als auch die Identifizierung von Personen sehr erleichtert worden, so daß diese Entdeckung einen nicht geringen Fortschritt gegenüber den bisherigen Mitteln bedeutet. Da aber das Bessere stets der Feind des Guten ist, dürste an Stelle der Dactylsokopie, die sich mit den Abdrücken der wellensörmigcn Linien der Fingerbeere begnügt, bald die Poroskopie treten, über die Dr. Locarn in den „Archives d'Anthropologie critn." aussehenerregende Mitteilungen macht. Mit Poroskopie bezeichnet man die Untersuchung der Poren der Schweißdrüsen der Fingerbeere. Attf den Abdrücken finden sich oft mehrere hundert, aber schon ein Dutzend genügt, tun eine sichere Diagnose zu stellen. Die Poren ändern sich im Lause der Jahre nicht an Zahl, ebenso wenig iverden sie durch Veränderungen der Haut beeinflußt. Dabei sind sie, ivas die Uebersicht und Unterscheidung erleichtert, von verschiedeiter Größe. Um ein klares Bild zu ge- winneit, muß matt die Fingerabdrücke behufs poroskopischer Registrierimg stark, nm das 16- bis 45fache, vergrößern. Dann aber übertreffen sie die dactyloskopischen Ausnahmen beträchtlich, da diese nur dann eimvandssrei sind, wenn ein großer Teil der Fingerkuppe zum Abdruck gelaugt, was bei der Poroskopie nicht nötig ist. * D i c Liebeserklärung des Trinkers. „Meine angebetete Juliette, mein Leben war eine Wüste, bevor ich Sie kennen lernte. . ." „Ah, so, also darum hatten sie immer jo viel Durst." Büchertisch. -1- „Der Greif", die neue Cotta'sche Monatsschrift, hat mit dem 1. Oktober zu erscheinen begonnen, und das vorliegende erste Heft erfüllt in vollem Maße die hohen Erwartungen, die man an ein neues Zeitschriftcn-Unternehmen dieses Verlages zu stellen berechtigt ist. Eine reiche Fülle erlesener Beiträge ist hier vereint. Rach einem kurzen Geleitwort der Herausgeber und des Verlages, das von den Wegen und den Zielen des „Greif" spricht, eröffnen Jugenderinnerungen des Grasen Ferdinand Zeppelin beit Jtetgen. Warmherzig und liebenswert sind diese Ausführungen, m denen der gefeierte und vielleicht volkstümlichste Deutsche unserer Tage von den Jahren feiner Kindheit erzählt, und als eilt Zeugnis schönsten Familienglückes muß der Brief seiner Mutter bezeichnet werden, in dem diese feinsinnige und edle Frau den Kreis der Ihrigen schildert. Es folgt ein Artikel Heinrich Friedjungs, der über den Inhalt des Dreibundes neue wichtige Ausschlüsse gibt. Dieser Beitrag zur politischen Geschichte der neueren Zeit findet ein wertvolles Gegenstück in Reinhold Kosers Ausführungen zur Politik des großen Kurfürsten. Sehr fesselnd und inhaltsreich tst auch der von Professor Ermatinger mitgeteilte Briefwechsel Mischen Gottfried Keller und Georg von Cotta, der interessantes Material zur Kenntnis dieser beiden starken Persönlichkeiten bietet. Joachim zu Putlitz', des Stuttgarter Generalintendanten, gehaltvolle Ausführungen über die Stellung des dramatischen Schriftstellers zum Kinodrama bilden neben Hermann Sudermanns farbenreichen Tagebnchblüttern aus Ceylon den llebergang zu den dichterischen Beiträgen, aus bereit Reihe wir „Balladen" von Borries Freiherrn von Münchhausen, ein Gedicht „Meerfahrt" von Rudolf Herzog und Paul Enderlings knappe und wuchtige Novelle „Die Hunde des Pandolsaccio" nennen. Daneben sind ein reichhaltiges Tagebuch, das zu aktitellen Fragen Stellung nimmt, und ein vielseitiger kritischer Teil zu verzeichnen. — So findet hier jeder Gebildete zu billigem Preise liebes Heft kostet 1 Mk.) wahrhaft gute und dauernd wertvolle Lektüre. Wer geben dem netten „Greis" unsere besten Wünsche mit aus den Weg! — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Li- teraturfreuttde (Begründet von Dr. Josef Ettlinger. Herausge- geben von Dr. Ernst Heilborn. Verlag: Egon Fleischet tt. Co., Berlin W. 9). Das 1. Oktoberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Lon Andreas-Salome: Aus dem Briefwechsel Leo Tolstois. Engelbert Pcrnerstvrser: Bernhard Kellcrinann. Carl MüllerMastatt: Ein Hamburger Roman. Helene Raff: Willielin Hertz. Oskar F. Walzel: Zur Kenntnis W. v. Humboldts. Fedor V. Zobeltitz: Bibliophile Chronik. Echo der Bühnen. Echo der Zeitungen und Zeitschriften. Echo des Auslands. Kurze Anzeigen.- Notizen. Nachrichten. Büchermarkt. Uönigspromenade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in bet Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht. Auflösung in nächster Nnmmer. dem gold ne gäbe den gend magd treue alter als freu manch hin jn ner die auf der klei ivarf die reichen ttng in hebt ra auf nob ihrer habe die er jagd scheu von das Auflösung des RätietS in voriger Nummer: Imttich, Orleans, Hannu, Erfurt, lVaumburg, «l^rai.denz, Hatibor lngolüadt, Neutmeb. Lohengri n. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, R, Lange, Gießen,