Montao, den Dezember gW^H R«M mO<4 4 Xn fcsSÄH MWMff ^MtzV i M M st yj g U te-iöiii fi Ksurrnblut. Boman Von Gerhart b. Anryntor (Dagobert b. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Peteru traf das Wort lute ein Peitschenhieb; er krümmte sich bei der unbewußten Anspielung des anderen schmerzhaft zusammen; den Ellbogen auf den Tisch gestützt und die heiße Stirn gegen die bebende Hand pressend, so saß er da und verharrte in längerem brütenden Schweigen. Endlich raffte er sich auf und zwang sich gilt der heiseren Entgegn nnng: „Darauf ließ sich manches erwidern, aber es tut hier zu weh." Er deutete auf seinen Hals. ,,Js' auch jar nich nötig, daß Se sich Mühe jeben; mich kriegen Se doch nich herum! Uebrigens wird's Zeit für inich, in die Klappe zu sehen; Sie sollten sich auch legen!" Ein leises Klopfen am Fensterladen machte beide anf- horchen. Peter war heftig erschrocken. Sein böses Gewissen witterte stets die Schergen des Gerichts. „Machen Sie noch nicht auf!" flüsterte er dem anderen zu, „fragen Sie erst, wer es ist." „Wer klopft denn?" fragte Gebauer, der aufgestanden und an das niedrige Fenster gehinkt war. „Ein guter Freund," tönte es gedämpft von draußen, „Friedrich Just; ich habe Ihnen was mitzuteilen." Gebauer kehrte sich nach dem Zimmer zurück und sah Peter verständnislos an: „Kennen Sie diesen Namen? Wenn nicht, dann muß sich der Mann wohl irren." Peter hatte überlegt: von Friedrich Just war, soweit er ihn kannte, keine Verräterei zu befürchten; doch immerhin galt es, borsichtig zu sein und erst abzuwarten, ob Just wirklich zu Gebauer wollte, oder ob er wußte, wer hiev verborgen war, und ob er für den Verborgenen eine Mitteilung hatte. Er erhob sich, machte dem Invaliden ein Zeichen mit der Hand und schlich behutsam ins Neben-, zimmer. Nun erst ging Gebauer mit einer angezündeten Kerze nach dem Flur und öffnete die Haustür. Ein kleiner, rundlicher Herr, den Schlapphut in die Stirn gedrückt und ein Tonpfeifchen mit duftig glimmendem Maryland im Munde, trat gemütlich über die Schwelle. „Herr Gebauer, nicht wahr? Habe Ihren Namen von Fräulein Meerholt nennen hören. Darf ich einen Augenblick bei Ihnen eintreten? Ich komme in nachtschlafender Zeit, aber die Sache ist wichtig und leidet keinen Aufschub." Sie waren in die vordere Kellerstube getreten, und d^e fast geleerte Weinflasche und die beiden Gläser auf dem Tische verrieten für Inst, daß der, den er sprechen wollte, noch anwesend war. „Mein lieber Herr Gebauer", hob er diplomatisch lächelnd an, „lassen Sie mich dreist einmal ins Neben-, zimmer, ich habe dem Herrn da drinnen etwas zu sagen; es handelt sich um einen Rat, für den er mir ewig dankbar sein wird." Gebauer zögerte, er wußte nicht recht, sollte er die Anwesenheit Peters zugeben oder verleugnen. Doch da öffnete sich schon die Tür, und Peter/ der gelauscht hatte, jstandl selbst im Rahmen Und fragte gespannt: „Was bringest Sie mir, Herr Just? Bitte, treten Sie nur hier herqinch und sich zu Gebauer wendend: „Lassen Sie sich nicht stören und gehen Sie ruhig zu Bett; wenn dieser Hers hier fort will, werde ich ihn sheranslassen. Schlafen Sio wohl!" Er zog Just mit sich in das Hinterstübchen, schloß die Tür und schaute voll innerer Unruhe auf den späten Gast. Dieser ließ sich auf einen Stuhl fallen und fragte: „Gestatten Sie? Ich bin hundemüde! Bin vor einer Stunde erst ans Potsdam zurückgekommen mit dem Staatsanwalt Teil, der im Neuen Palais eingeladen war. Nehmen Sie aber Ihre Hand aus der Brnsttasche, es ist nicht nötig, daß Sie nach einer Waffe suchen, ich bin als Ihr Freunds gekommen. Der andere errötete und zog befangen seine HanU wieder unter dem Brustteil seines Jacketts hervor, wo er in der Tat bei der Erwähnung des Staatsanwalts nach seinem dort verborgenen Revolver getastet hatte. „Vorsicht ist zu allen Dingen nütz, Herr Just", mur-i melle er, gezwungen lächelnd, „übrigens glaube ich Ihnen: Sie sind schon einmal als Freund zu mir gekommen." „Freut mich, daß Sie sich daran erinnern, um so schneller wird unser Geschäft erledigt sein." Er schaute uach der Tür und fragte: „Wird per Alte nicht horchen?" Peter schüttelte mit dem Kopfe: „Er ist angetrunken und würde zu solcher Beschäftigung nicht recht fähig sein; übrigens kann man ja nachsehen." Er ging zur Tür und machte sie schnell auf. „Was gibt es denn?" lallte Gebauer, der schon in seinem Bette lag. „Nichts, nichts! Schlafen Sie nur! Will meinem Gaste nur ein Glas Wein eingießen." Peter nahm die Flasche, in der noch ein kleiner Rest Wein vorhanden war und kehrte nach der Hinterstube zurück: „Sie können sprechen, Herr Just; nur nicht zu laut, wenn ich bitten darf." Just tat einen Zug aus seinem Pfeifchen, paffte ein Wölkchen aromatisch duftenden Rauches von sich und sagte, scheinbar ganz unbefangen: „Es wird Ihnen vielleicht schon bekannt sein, daß Karl Ritter, alias Carvalho, verhaftet ist, und daß man einen Teil des in Giesdorf geraubten Geldes bei ihm gefunden hat." „Das interessiert mich ganz und gar nicht", stieß Peter gepreßt hervor. Just gab sich den Anschein, als ob er diese. Zwischenbemerkung gar nicht gehört hätte, und fuhr immer im selben gemütlichen Tone fort; „Wenn nun Ritter oder Carvalho 750 seine Helfershelfer auch noch nicht angegeben hatte, so Ware Ihre Mitwirkung bei beut Einbrüche schon noch durch den Umstand sattsam erwiesen, daß Sie einen an Sie gerichteten Bries unterm Fenster des geraubten Zimmers verloren haben und daß Sie von Fräulein von Brank gesehen und erkannt worden sind, als Sie Ihren durch den Sturmwind entführten Hut wieder dingfest zu machen suchten," Er hielt inne und beobachtete beit Einbruch bett seine Worte gemacht hatten. Wenn überhaupt noch ein Zweifel an Peters Mitschulb möglich gewesen wäre, bas Bild, bas ber Neberführte jetzt barbot, würbe jeben Zweifel endgültig beseitigt haben. Die Stirn finster gefaltet, bie Hände tote tn ohnmächtiger Reue geballt, den Odem hörbar und in besryleu- nigtem Maße durch die Nüstern ziehend und ausstoßeNd, so saß er am Tische: endlich aber richtete er sich energisch auf, schüttelte die.Lähmung von sich und sagte: „Wohl denn, Herr ßuft! Da Sie so viel schon wissen, so sollen Sie auch alles erfahren " Und nun schilderte er seine Beziehungen zn Carvalho, wie ihn dieser umgarnt und zur Teilnahme an etnem Werk verführt hatte, das er anfänglich als beit Bankerott seiner Ehre aus tiefstem Herzensgrunbe verabscheut hatte. Aber ^ust sollte nur nicht benken, baß er, Peter, sich in eigennütziger Absicht an frembem Gelbe vergriffen hätte; pfui, Teufel, nein! Dazu säßen ihm bie ehrenfesten Grundsätze des beut» Handwerkers denn doch noch zu fest im Blute; nicht emen Pfennig hätte er von dem Gelde bekommen, das auf Befehl eines unbekannten Ausschusses der „Mäuuer der Tat" nut Beschlag belegt worden sei, um den Zwecken des Anarchismus zu dienen." „Oder den Privatzwecken des Herrn Carvalho , warf Just spöttisch dazwischen. „Glaubeit Sie nur ja nicht, daß sich solch ein Gauner für andere die Finger verbrennen würde; das tut nur ein gutgläubiger, gern getäuschter, deutscher Schwärmer, wie Sie einer sind. Uebrigens freut es mich, daß ich recht gehabt habe; ich sagte gleich dem Herrn Staatsanwalt, eines gemeinen Diebstahls ist Herr Peter Dechner gar nicht fähig, die Sache, müßte doch anders zusammenhängen; und der Herr Staatsanwalt stimmte mir sofort bei." „Der Staatsanwalt Teil stimmte Ihnen bei? Mein Stiefbruder, der mich haßt und fürchtet? Sagen Sie, Herr Just, seit wann weiß er denn von meiner Mitschulb?" „Schon seit jenem Tage, ba er draußen in Giesdorf war und Ihren Brief gefunden hat." „Nnd er hat sich nicht beeilt, gegen mich einzuschreiten?' „Er sträubte sich immer noch dagegen, er wollte und konnte nicht glauben, daß Sie ein Verbrecher wären," Neber Peters Antlitz flog ein Schein heller Freude. „Das hätte ich vom meinem Herrn Stiefbruder gar nicht vermutet! Will er mich denn auch ferner noch schonen?" Diese Frage brachte Just auf beit eigentlichen Zweck seines Kommens zurück; wenn er auch ohne Wissen Teils hierher geeilt war, so hoffte er boch mit bem, was er zu tun beabsichtigte, Tells innersten Herzenswünschen zu entsprechen, t „Die Zeit ber Schonung hat leiber schon mörgen früh ein Ende, weil bereits aubere von Ihrer Mitschuld wissen. Dechuer, warten Sie es nicht ab, bis Sie verhaftet werben! Fliehen Sie! Reisen Sie sofort ab! Wenn Sie Gelb zur Reise brauchen, ich bin beauftragt, es Ihnen zur Verfügung zu stellen." v ,, Er hatte sein Notizbuch hervorgelangt und entnahm ihm ein paar größere Kassenscheine. „Wer bietet mir dies Geld zur Flucht an? Auch metn Stiefbruder?" _ , „Nehmen Sie nur, das ist die Hauptsache. Sie brauchen nicht zu wissen, aus welcher Quelle dieses Geld stießt." Daß er es selber war, der nur im Interesse Tells dieses Opfe'r bringen wollte, konnte er doch nicht verraten. Aber seine ausweichende Antwort schien dem anderen nur recht zu geben. Peter hob sich, machte eine abwehrende Handbewegung und sagte: „Stecken Sie das Geld ein! Bringen Sie-meinem Bruder William meinen herzlichsten Gruß und Dank! Er soll mir vergeben, wenn ich ihm manchen Kummer bereitet habe; ich bin nicht schuld gewesen, sondern diese ungesunde Welt, bereu Opfer er ja auch ist, denn auch er ist nicht glücklich. Grüßen Sie William und auch Aböls meinen rechten Bruder. Dem wird es nicht fehlen." Er griff in seine Brusttasche und langte ein Schriftstück hervor: „Dies bringen Sie William, es ist eine genaue, wahrheitsgetreue Darstellung des ganzen Vorganges in ber unseligen Nacht, lieber bie brüte Persönlichkeit, bie bei ber Sache beteiligt war, vermag ich näheres nicht anzugebeu; es war unverkennbar ein noch jüngerer Mensch, er wurde Fritz genannt; er hat an ber Sübwestecke bes Schlosses Schildwacht gestanden. Er war aber kurz vorher als Hausierer tut Schlosse gewesen, wo ihn der Freiherr selber gesehen haben muß. Da nehmen Sie! Und nun lassen Sie mich auch noch Ihnen Dank sagen, daß Sie sich noch in so später Nacht hierher bemüht haben. Wenn Sie sich durch meine Hand nicht zu beschmutzen glauben, daun möchte ich wohl die Ihre drücken. „Hier, Herr Dechuer, hier ist meine Hand! Wer so aufrichtig bereut, den habe ich nicht zu richten. Mag Gott Ihnen beistehen uudMhueu nach so viel Sturm und Schiffbruch auch wieder Frieden in einem Hafen schenken! Was haben Sie vor?" „Ich werde verreisen. Sehen Sie, hier mache ich eilt Päckchen Geld zurecht für meinen Wirt da br innen; es ist meine Miete für den Monat. Ich lege ihm das Päckchen nachher auf den Nachttisch. Der alte Mann — er heißt Gebauer — ist eine ehrliche Haut, arm wie eine Kirchenmaus; ich empfehle ihn Ihrem Wohlwollen und der Schonung des Staatsanwaltes, denn er hat auf mein Bitten meine polizeiliche Anmeldung unterlassen." 7 „Ich werde dieses Mannes gedenken, Herr Dechuer. Wo reifen Sie aber hin? Ins Ausland? Haben Sie auch die erforderlichen Papiere? Doch ich will mich nicht aufdräugen." „Ich habe alles, dessen ich bedarf, und bin sicher, daß man mich nicht finden wird." m Er warf noch einen Blick rund durch den Raum und fuhr mit einer Stimme, die nunmehr fast gänzlich unverständlich geworden war, fort: „Wenn es Ihnen recht ist, dann wollen wir aufbrecheu. _ „Binden Sie erst noch dieses Tuch um Ihren Hals. Sie sind stark erkältet, Sie müssen vorsichtig sein." Ein trübes Lächeln irrte um Peters Lippen: „Danke, Herr Inst, ich bedars Ihres Tuches wirklich nicht. Morgen früh bin ich in Sicherheit, und b'tt wird auch meine Erkaltung kuriert sein." '. Peter hatte die brennende Lampe tn bte Hand genommen und lud den anderen durch eine Kopfbewegung ein, ihm zu folgen. Sie betraten das Vorderzimmer, wo Gebauer int tiefsten Schlaf lag. Peter gab die Lampe au Just ab, schlich au Gebauers Bett und legte auf das Tischchen neben bem» selben bas Päckchen mit bem Gelbe. „Möge es bir gut ergehen, bu alte, ehrliche Seele." Es war ein heiser gcmm* melier Abschiebsgruß. Nun nahm er tuieber bie Lampe an sich unb verließ mit Just bas Zimmer. Oben int Hausflur setzte er bie Lampe auf ben Fuß- boben, schloß bie. Tür auf, pustete bann erst bie Lampe aus unb trat, nun mit Just ins Freie. Nachdem er die Tür von . draußen wieder abgeschlossen hatte, bot er Just die Hand und sagte: „Sie wohnen immer noch Genthinerstraße?" Der andere nickte. „ „Dann trennen sich hier schon unsere Wege, ich muß mich norvwärts wenden." „Gott sei mit Ihnen, Sie Unglückseliger!" Justs Stimme zitterte lebhaft. Peter wandte sich und schritt eilig von bannen. Just staub eine Weile still unb schaute bem Davonge- henben nach; er wußte, sie würben sich beide in biesein Leben nicht mehr Wiedersehen. Peter, uachdeui er aus bem Sehbereich Justs gekommen war, verlangsainte seine Schritte unb ließ sich, ohne jebes bestimmte Ziel, vom bloßen Zufall weiterführen. Er wollte aushören, zu leben, bas staub bei ihm fest. Er schritt toeitetf unb weiter wie im Traume und kam eublich in bie Nahe der Schloßbrücke. Scheu sah er sich um: eine Schutzmäuuer-Pa- trouille war in seiner Nähe vorübergegangen, und sie gemahnte ihn, daß er das, was er vorhatte, schnell ausführen mußte, wenn ihn der nahende Morgen nicht daran verhindern sollte. Er schritt-aus die Schloßbrücke zu. In ihrer Nähe führen in die Uferböschung gemauerte Stufen zum Wasser hernieder. Auf diefer Treppe verschwand er. Bald darauf tönte ein Schuß unb dann das Ausschlagen eines ins Wasser fallenden Körpers. Der Schisser aus einem der in der Nähe verankerten Spreekähne hatte den Schuß gehört; er kroch aus ben Federn unb guckte aus seiner Koje in bie Dämmerung hinaus. Da er nichts Besonderes gewahr wurde, zog er sich gähnend zurück und suchte wieder sein Lager auf. Eine Stunde später erschieiten zwei Polizeibeamte beim alten Gebauer unb forschten vergeblich nach Peter Dechner; 6r war, wie der bestürzte Alte versicherte, schon in der Nacht abgereist. Die wl Laufe dieses Tages in der Nähe der Weidendammbrücke aufgefischte Leiche eines Unbekannten war nach dem Leichenschauhause gebracht worden; dort wurde sie erst durch Vermittlung der Staatsanwaltschaft als die Leiche des Maurermeisters Peter Dechner erkannt und dem Bruder des Verstorbenen, dem Instrumentenmacher AdolfDechner, zur Beerdigung überantwortet. (Fortsetzung folgt.) ToZiale Arbeit als Erwerbsberuf. Von Dr. Alice Salomon. Neben der ehrenamtlich geübten sozialen Arbeit, die eine stets wachsende Zahl von Frauen beschäftigt und gebraucht, ist die soziale Arbeit in den letzten Jahren auch in beträchtlichem Umfang als jErwerbsarbeit ausgeübt worden. Die Aussichten dieses neuen Berufs sind noch schwer zu übersehen, und in weiten Kreisen herrscht Unklarheit über die Anforderungen, die dieser Beruf stellt, und die Möglichkeiten, die er eröffnet. Zwei Ausbildungsmöglichkeiten kommen dafür in Frage: der Besuch einer Sozialen Ausbildungsanstalt oder das Universitätsstudium der Nationalökonomie oder Jura, an das aber praktische soziale Arbeit als Teil der Ausbildung anküüpfen muß. Gute theoretische Kenntnisse der Sozialpolitik, des Fürsorgewesens, der gesellschaftlichen Verfassung sowie Hebung utti> Erfahrung in der praktischen Fürsorgetätigkeit werden bon den Bewerberinnen jint soziale Posten verlangt. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß auf diesem Gebiet Frauen mit nichts als „Lebenserfahrung" — ohne besondere Fachkenntnisse — leicht ein Unterkommen finden können. Die Stellungen, die von sozial vvrgebildeten Frauen ausgefüllt werden können, sind sehr verschiedener Art. Sie liegen teils auf dem Gebiet sozialer Hygiene. Es kommen da Wohnungsin- spektorinncn, Säuglingsfürsvrgeschwestern, Trinkerfürsorgeriunen, Beamtinnen an Mütterberatungsstellen, Schulschwestern in Betracht. Ferner liegen sie auf dem Gebiet der Bolkserziehung, ans dem Schulpslegeriuneu, Jugendpflegerinnen, Leiterinnen von Erziehungs- und Rettungshäusern, Landpflegerinnen usw. gebraucht werden. Weiter reiht sich das Gebiet des öffentlichen Verwaltungsdienstes mit Gewerbcinspektoriunen, Waisenpflegerinnen, Helferinnen an Jugendgerichten, Berufsvormünderinnen usw. an. Schließlich das große Gebiet der in Vereinen organisierten Für- sorgetätigkeit, auf dem Geschäftsführerinnen und dergl. gebraucht werden, Leiterinnen und Angestellte von Auskunftsstellen für Rechtsfragen, Berufsberatung für kirchliche oder humanitäre Wohlfahrtspflege. Schließlich werden in der Arbeiterinnenfürsorge Beamtinnen an Arbeitsnachweisen, Arbeiterinnenvereinen, Leiterinnen von Arbeiterinnenheimen, Fabrikpflegerinnen und Sozialsekretärinnen gebraucht. Man hat versucht, unter diesen Stellungen eine Gruppierung vorzunehmen, die einerseits die für akademische Vorbildung geeigneten zusammenfaßt, andrerseits alle die, für die eine Ausbildung durch soziale Frauenschulen oder Seminare besser erscheint. Dabei ist aber bisher keine allgcinein anerkannte Unterscheidung gefunden worden. Die bisherige Praxis scheint einen anderen Weg zu gehen. Es totoben für eine Fürsorge-, tätigkeit im eigentlichen Sinne die vorwiegend praktisch ausgebildeten Kväfte aus Sozialen Schulen und Seminaren anscheinend bevorzugt, während für leitende Stellungen, die eine mehr wissenschaftliche, organisatorische Arbeit, mehr Beobachtung, Berichterstattung, theoretische Durcharbeitung sozialer Probleme verlangen die Akademikerinnen herangezogcn werden. Der Mannigfaltigkeit der Arbeitsfelder und -Zweige entspricht die Zahl der Stellungen noch nicht. In einzelnen Landesteilen (z. B. im Rheinland und Hessen) ist die Zahl der in der Säuglingssürsorge stehenden Berufsarbeiterinnen relativ groß. In anderen Laudesteilen ist die Nachfrage nach Beamtinnen für die Fürsorge an der verwahrlosten Jugend lebhafter. Es ist aus diesen: Grunde nötig, die Vorbildung aller sozialen Berufsarbeiter auf eine breite theorische Grundlage auszubauen und auch die praktische Ausbildung so zu regeln, daß sie genügend Erfahrungen sammeln, uut sich nicht nur auf einem eng umgrenzten Arbeitsgebiet zurecht finden zu können. Einige Ausbildungs- änstalten haben daher auch die Dauer ihrer Kürse auf 2—3 Jahre festgelegt. Es ist weilerhin auch notwendig, daß die soziale Berufsarbeiterin, die einen guten Posten sucht, der Arbeit dorthin nachgeht, wo sie zu finden ist. Der soziale Beruf fordert wie jeder andere — und mehr noch als die meisten anderen —• eine volle Lebenskraft, den Einsatz der ganzen Persönlichkeit. Er kann nicht nebenher, neben einem Leben, in dem Familienaufgaben oder gesellige Pflichten die Hauptrolle spielen, im „Nebenamt", in einigen Stunden täglich abgemacht werden. Wo aber diese Voraussetzungen erfüllt werden, gestalten sich die Aussichten des Berufs erfreulich. Jede tüchtige Kraft findet zunächst jedenfalls leicht Verwendung. Obj das sich dauernd so erhalten wird, ist allerdings nicht vorauszusehen. Doch liegt bei der Entwicklung der sozialen.Fürsorge für gut vorgebildete Kräfte für lange Zeit hinaus die Gefahr eines Mangels an Arbeitsgelegenheit nicht vor. Sind somit die Aussichten auf Anstellung günstige, so können dre. Gehaltsverhältnisse nicht ohne weiteres mit diesem Wort charak- tertfiert werden. Nirgends schwanken die Gehälter mehr als auf diesem noch so neuen Berufsgebiet, auf dem für die Besoldung noch keine Tradition vorhanden ist, und auf dem häufig aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit heraus erst das besoldete Amt gebildet Nnrd. Im ganzen wird man unterscheiden können zwischen Aiv- stcllungen in privaten Wohlfahrtseinrichtungen, Vereinen und dergl. und kommunalen oder staatlichen Stellungen, und es wird in der Regel zutrefsen, daß die ersteren schlechter bezahlt sind. Das liegt vor allem daran, daß die meisten Vereine zu großes Sparsamkeit genötigt sind. Anfangsstellungen bringen int Durchs schnitt 1200—1500 Mk. Jahresgehalt; Halbtagsstellungen entsprechend weniger. Ebenso stellt sich das Gehalt in den Fällen niedriger, in denen •—; wie bei Anstaltsdienst ■— Wohnung und Verpflegung gewährt wird. Eines aber erhöht die Aussichten, daß nämlich die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses und damit auch des Gehalles in sehr starkem Maße von der Persönlichkeit selbst abhängt. Die wirklich tüchtige Kraft schafft sich ihre Stel- liiiig selbst. Wenn sie etwas aus der Aufgabe macht, die man ihr anvertraut hat, so pflegt auch das Gehalt entsprechend zu wachsen. Es gibt solche Stellungen, die mit 3000—5000 Mark bezahlt werden und die zum Teil aus bescheidenen Aufgaben mit geringer Entlohnung entwickelt worden sind. Die Stadt Berlin hat das Gehalt für die von ihr anzustellenden zwei WohnungZ- insvektorimieit einschließlich des Wohnungsgeldes auf 3100 Mk.,- das der drei Wohnungspflegerinnen auf 2100 Mk. normiert. Und diese Stellungen haben Persönlichkeiten, die seit Jahren in wiftenschaftlicher und sozialer Berufsarbeit stehen, angezogen. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß die Mehrzahl der Mädchen, die sich einem sozialen Beruf zuwenden, ihre Arbeit nicht ausschließlich int Hinblick auf den Erwerb ■ ergreifen, sondern um der sozialen Aufgabe willen, die sie anzieht. Wer sich ein leichtes Leben wünscht, wer für möglichst wenig Arbeit möglichst viel Geld ver- bietten will, oder wer überhaupt in einem möglichst hohen Erwerb sein Ideal sieht, der ist für den sozialen Beruf unbrauchbar^ Denn es liegt im Wesen des sozialen Berufs, daß nur der etwas, darin verdienen kann, der zu dienen bereit ist. Nie e'us iiene Menschenrasse entsteht. Von Dr. A. L a n i ck. kos. Tie Völkerfamilien unserer Tage sind etwas Gegebenes, etwas Vollendetes, denn ihre Entwicklung haben mir nicht mit erleben können. Um so wertvoller ist es für daS heutige Ge- schlecht, das; lieb ihm die Gelegenheit bietet, die Entstehung einer neuen Menschenrasse zu beobachten. Es ist das erste Mal seit Bestehen der Menschheit überhaupt, daß mir mit Bewußtsein diesen hochinteressanten Vorgang verfolgen können, lind an diesem An- fäNgertum liegt es, daß noch sehr viele Punkte des ganzen Vorganges in Tunkei gehüllt sind, daß vor allem über die Ursachen noch so gut rnie nichts Bestimmtes verlautet. Wir mosten deshalb nur einen kurzen Blick auf die Tatsachen metsen. Jedem von uns wird es aufgefasten sein, daß man den Nordamerikaner sofort als solchen erkennt, ganz abgesehen von seiner Kleidung und Bartlracht Der Nordamerikaner ist eine Rasse für sich. Die Entstehung dieser besonderen Art führte man zunächst zurück auf die Verinischung der verschiedenen Rassen der Einwanderer; aber es hat sich herausgestellt, daß diese Vermischung, meint sie vielleicht auch mitqemirft hat, doch jedenfalls nicht der einzige Faktor zur Herausbildung einer neuen Rasse gemesen ist. Die Nachkommen der Einwandererfamilien zeigen selbst dann merkliche Rassenver- änderungen, wenn eine Vermischung mit fremdem Blut nicht eingetreten ist. Im Auftrag der Einwanderungskommission der Vereinigten Staaten hat Professor Franz Boas von der Kolumbia-Universität Untersuchungen der typischen Merkmale der Eimvanderer vorgenommen. Wegen der verfügbaren kurzen Zeit befchräukte sich der Gelehrte darauf, die Verhältnisse der Stadt New Port zu untersuchen. Es kamen in Betracht Böhmen, Slovaken, Pommern, Polen, Juden, Sizilier, Neapolitaner, Italiener und Schotten. Bei allen mit Ausnahme der Schotten zeigten sich bemerkeusiverte Veränderungen, die freilich nicht alle nach derselben Richtung gingen. Tie Breite des Gesichts nahm bei asten Typen ab, mit Ausnahme der Schotten. Bei den in Amerika geborenen Böhmen, Slovaken, Ungarn und Polen ist die Köcperlänge größer als bei ihren in Europa geborenen Brüdern. Länge und Breite des Kopfes itehmen dagegen ab, die Gesichlsbreite sogar sehr stark. Bei den Juden ist ebenfalls eine Zunahme der Körperlänge und der Kopflänge zu beobachten, bei den Süditalienern dagegen nimmt die Körperläuge ab und die Kopfbreite und der Kopfindex nehmen zu. Nur bei den Schotten treten fast keine Veränderungen auf. Daß ein Einfluß der geographischen Umwelt dabei mitwirkend ist, unterliegt keinem Zweifel, wie weit er aber ausschlaggebend wirkt, entzieht sich noch vollständig unserer Kenntnis. Bemerkenswett ist, daß die schon vor Jahrhunderten eingeführten Neger ihre Rasiceigen- schaften rein erhalten haben, daß sich also ein Einfluß durch die Ueberpflanzung nach Amerika nur bei den weißen Rassen bemerk- 752 bar macht. Prof. Boas fiettie ferner fest, daß die Unterschiede zwischen eingeivanderten und eittgeborcnen i'lngehorigen derselben Rasse immer größer werden, je längere Zett zw^chen der E n° Wanderung der Eltern und der Geburt ihrer Kinder verstrichen rst. Beachtenswert ist bei diesen Untersuchungen, daß die HanNgkett langer Köpfe bei den Südeuropäern und bte Häufigkeit breiter Kopse bei den Mittel- uud Osteuropäern sowohl bet Emgewauderten wie bei Eingeborenen mit der Zeit abnehmen. Je langer dre EInwohner sich in den neuen BerhaUnllien befinden, "insoinehr gleichen sich die früher vorhandenen Rgssenunterschiede a>w. Em untrügliches Zeichen, daß hier vor unfern Augen eme neue Menschenrasse entstehk. . Vermischtes. bk. Edison und seine Frau. Es gibt in der ganzen Welt nur einen einzigen Menschen, dem Thomas Alv^ Edison, der König der Erfinder, sich unterordnet, nämlich ferne P'ml- B'hne diese - das wissen alle,'die in West Orange, dein Wohnsitze Edtsoiw, wohnen, wäre Edison hilflos, denn sie sehen täglich nut eigenen Augen, wie der „alte Mann" (wie sie Edison nennen), von siiner Frau „gemanagert" wird. In der deutschen »»rache gibt eS nichts das dieses amerikanische „uianagS restlos wiedergibt. Thomas Alva Edison ist nämlich, ivie eine amerikanische Journalistin jüngst bei einem Besuche festgestellt hat, wohl der unbestrittene König im Reiche der Technik und Ersindnng, 'n allen weltlichen Dingen aber ein großes Kind, und ohne seine ,,raii würde er schwerlich mit dem Leben fertig werden. Tie e seine Frail schildert die amerikanische Journalistin, ent gratilem Izola Forrester, in dein in New York erscheinenden „World Magazine als mittelgroße, durchaus nicht schlanke Daitte mit ausfallend reiner, rosiger GesichtS-arbe, die für hanfigen Aufenthalt mt Freien spricht: ihr brannes Haar ist gewestt tmd weht ihr ums Gelicht, wie einem Mädchen: ihr Kinn ist sanft gerundet, ihre Angen sind haselnnßbraun und sie lächelt gern. Fräulein Forrester hat mit eigenen Augen gesehen, wie Edison „gernauaged" werden muß, und dazu hat ihr Frau Edison einiges darüber erzählt. -vaS eilte Lebensbedürfnis EdisonS (wenn er nicht in semen Werkstätten tätig ist), ist die Ruhe. Er muß gegen jedes Geräusch, gegen jebe Störung und gegen jede Unterbrechuna geschützt werden. Er arbeitet zuweilen in seinen Werkstätten 20 Stunden oder langer hintereinander, dann kommt er und) Hause, fällt sowrt »> Schlat, wie ein vom Spiel ermüdeies Kind und schläit daun 20 Stunden oder mehr hintereinander. Eine regelmäßige Tageseinteilung gibt es natürlich nicht- Edison steht au?, roie es sich bei ferner Arbeit ergibt, ebenso hält er eS mit den Alnhlzeitcn und dem Schluß des Arbeitstages. Er ist nicht, wie manchmal angegeben tvird, Bege- tarier, sondern ißt Fletsch und besonders gern Wild und Geflügel. Gemüse und Früchte nimmt er niemals in rohem Zustande zu sich, vielmehr muß alles auf den Siedepnnkl erhitzt werden, damit alle Krankheitserreger abgetötet werden. Wenn Fran Edison ihren Gatten nicht aus den Werkstätten abholle, würde er vermutlich mehrere Tage hintereinander arbeiten, ohne überhaupt zu bemerken, daß" die Zeit vergeht, und Frau Edison holt ihn deswegen täglich im Automobil ab und macht vor Tische eine längere Antoni obiliahrt mit ihm gemeinsam. Dieses Automobilsahren ist nämlich Edisons einzige Erholung; eine andere Art von Sport oder körperlicher llebmig verwirft er für sich nnb tatsächlich hat er sie wohl auch nicht nötig, weil er während seines Ausenthal es in den Werkstätten stundenlang auf den Beinen ist. — Maulen, Forrester hat auch Gelegenheit gehabt, zu sehen, wie Frait Edison ihren Gatten abholte. Thomas Alva Edison kam nach ihrem Berichte seiner Frau entgegen wie eilt Schuljunge, der von seiuer Mutter abgeholt wird und er sah auch so aus, ivenu nicht noch schlimmer: es ist dringend nötig, daß man ihm einen remen Kragen umbindet, er muß rasiert werden, Kämmen und Bm-sten sind äußerst nötig geworden und all dies läßt der ölte, weißhaarige, blauäugige, 66jährige Junge lächelnd nut sich geschehen, * D e r P r e i s. „Ra, Jungens, was macht Ihr denn hier mit dem Taler?" — „Den haben wir eben gefunden, und wer am besten aufschneiden kann, soll ihn kriegen." — „Aber Kinder! Wie ich in Eurem Alter war, habe ich niemals aufgiischnttten. * Vorstellung. Der Spitalskommandant nimmt die An- trittsmeldung des der Spitalskanzlei neu zugeteilten Rechnungs- führer-Stellvertreters entgegen. „Wie heißen Sie?" — „Gallenstein, meld' gehorsamst, Herr Oberstabsarzt." — „Hao ich Sie denn gefragt, was Ihnen fehlt?" * Der arme Hausbesitzer. „Glauben Sie nur, ich habe bessere Tage gesehen!" -- „Wann war denn das?" — „Als ich meine zehn Häuser noch nicht hatte!" * Aha! „Gestern haben wir gearbeitet, bis wir umgefallen sind!" — „Oho! Was habt Ihr denn gemacht?" — „Wem ababgezogen!" * Der Herzenswunsch des Schülers. Lehrer gibt so viele Dinge im Leben, für die wir dankbar sein müsien. Tommy, kannst Du mir etwas sagen, wofür Du so recht oanibar sein müßtest?" Tommy: „Ja, Herr Lehrer. Dankbar wäre ich wenn Sie bett Arm brächen, mtd besonders den rechten. Datm gäb's 14 Tage keine Keile in der Klasse." ' -Auch'eine Kritik. „Nun, was sagen Sie zu memeint neuen Anzug?" „Ach, ich wollte, ich wäre ein so guter Geschäftsmann, wie der Mann, der Ihnen diesen Anzug verkaufte. • Büchertisch. — E v a n g elis che I u g en dpfl e g e. Soeben ist im Berlage von Alfred TöpelMann in Gießen ein Handbuch fiir cvan- gelische Gemeindejugendarbeit, Evangelische Jugendpflege, von Otto Page, erschienen (IV u. 260 Seiten. Gebunden Mk. 4,60). Auf Grund einer bei allen evangelischen Pfarrämtern Hessens veranstalteten Umfrage gibt der .Verfasser zunächst einen' Ueberblick über die Zahl und die innere und äußere Lage der Jugend Hessens sowie über die Geschichte Und den gegenwärtigen Bestand der, evangelischen Jugendarbeit, um sodann eine systematische Darstellung der Jugendpflege zu geben, wie sie int evangelischen Sinne getrieben werden soll. Das Buch, das sich nicht nur an die Geistlichen sondern an alle wendet, denen das Wohl der Jugend am Hcrzr.t liegt, wird besonders für unser engeres Vaterland nicht nur alle», die au der Jugend arbeiten, wertvolle Winke geben können, sondern auch dazu bei- tragen, daß man bei aller Wertschätzung der auf äußere, körperliche, intellektuelle uitb soziale Hebung der Jugend gerichteten Bestrebungen besser als bisher erkennen (ernt, daß der Not der Jugend nur dadurch gesteuert i»erben kann, daß sie zu religiös- sittlichen Charakteren erzogen wird. R o ko ko. Das galante Z e i t al te r i» B rie f e n, Memoiren, Tagebüchern. Gesammelt von Rudolf Pechel, eiu- geleitet von Felix Poppenberg. Buchschmuck von Willy Belliug. Bongs Schön-Bücherei. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin. ----- Das Zaübermittel, durch das diese Toten beschworen tverden, sind zeitgenössische Dokumente, Briefe, Tagebücher, Memoiren usw., welche von Rudolf Pechel mit großer Sachkenntnis zusam- meugetragen und von Felix Poppenberg amüsant und aufschluß- reich eingeleitet worden sind. Frankreich, das klassische Land des Rokoko, spielt die Hauptrolle. Wir lernen den Hof kettneu, besuchen !ihn iu Versailles, machen die Torheiten der Erziehungi und Mode mit, begleiten die Dante durch den geschäftigen Müßiggang eines Tages, nehmen an den geselligen Vergnügungen teil und durchkosten den eigentlichen Mqiz des galanten Zeitalters, das Spiel der Liebe, in all seinen Nuancen, während von fern das dumpfe Getöse der Revolution drohend, herüberdriugt. Wev auch das deutsche Rokoko wacht auf: Sanssouci, Dresden, Rymphen- burg, Würzburg und Wien bevölkern sich mit ihren Fürsten, Damen- und Abenteurern. Die neun vorzüglich reproduzierten Bilderbetlagen geben dem Buche einen netten Reiz. — „D i e O-tt elle", Zeitschrift für Literatur, Kunst und Theater. Herausgeber Dr. Rob. Reinhard. Verlag, C. W. Manisch u. Co., Leipzig. (Jährlich 24 Hefte 5 Mark, Einzelnummer 25 Pfg.) Das erste Heft des 7. Jahrgangs ist Ludwig A uzen - gruber gewidmet und bringt außer dessen Erzählung „.Muttersorge" einen längeren -Aufsatz, von Prof. Dr. Sauer „Anz-en- gruber als Volksdichter", sowie Erinnerungen an Ludw. Auzen- grüber von Prof. Bendel und eine Novelle von dem Sohne des Dichters. Im zweiten, Gustav Frensseu gewidmeten Heft wird dessen dichterischer Werdegang von Hauns H. Kamm unter netten Gesichtspunkten gewürdigt, während Frensseu selbst mit einer seiner schönsten Dorspredigten zu Wort kommt. Besonderes Interesse verdient das dritte Heft, in dem! Gerhart Hauptmanns Dichtertum von Leo Schidrowitz ohne alle Polemik feinsinnig dargelegt tvird, während charakteristische Proben aus! Hauptmanns Werken mit Federzeichnungen von Friedrich Prensj zu dem „Festspiel" abwechseln. reit ge miß lern im Auslösung in nächster Nummer.. Asmgspromenade. Man dar! die einzelnen Wörter und Silben nur in der^Weife miteinander verbinden, daß man — wie der König ans dem Schach- bvelt — stets von einem Feld ans auf ein benachbartes übergeht. den ! den zum doch kampf be- den den znm doch kampf Herz freu rer offen lei dens ein zeit fjeit des denk' schicke trag' sturms bei sen Hof Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nitmiuer: Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder. Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und VKkdq der Brübl'fch-n Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lauge, Gieße«.