Samstag, den November .He/thScK » i 1 p'lifeo Wsi^iÄÄ'S TCT5TIJ MUMM W MMu NN I I' MM! Q M3 - M. M / ■ c Ad. l'IUiuii Gsurrnblul. Roman von Gerhart v. Amyntor (Dagobert v. Gerhardt). (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Das Herz der guten Frau Lampert schmilzt bei dem ungewohnten Gebaren ihrer sonst so nachgiebigen Hälfte. Wahrhaftig, es ist das erste Mal in ihrer langjährigen Ehe, daß Wilhelm so entschieden auftritt! Und wahnsinnig fürchtet der arme Mann zu werden! Nein, das soll er nicht! Sie hat ihm am Ende doch ein wenig zu viel zugemutek. Sie schlingt ihren steifen Arm —< er erinnert an eine prall gestopfte Blutwurst — um den Nacken des Gatten und sagt begütigend: „Geh', mein liebes Männchen, du hast ganz recht, dieser Wirrwarr ist nichts für dich. In deiner Abwesenheit werde ich alles besorgen, und wenn du zurückkehrst wirst du dein Haus in schönster Ordnung finden." Sie drückt ihm einen fast mütterlichen Kuß auf die nervös zuckende Wange. Herr Lampert ist überwunden. O, seine Alte hat doch! ein Herz wie Gold! Sie ist das beste Weib auf Gottes weiter Welt! Dankbar und versöhnlich lächelt er ihr zu; dann begibt er sich nach dem inzwischen zum Schlafzimmer gewandelten Stübcheir im Hofflügel, um dort nach längerem Suchen endlich seine durcheinander geworfenen Kleidungsstücke zu finden und sich zum Ausgange zu rüsten. Mit einem Seufzer der Erleichterung tritt er auf die Straße und prallt aui einen Jungen, der eben in das Haus eintreten will. „Ho, ho, wohin denn so eilig?" „Zu Herrn Lampert." „Der bin ich. Was bringen Sie?" „Die bestellten Tanzkarten." „Tanzkarten? Ich wüßte nicht... Ach so, meine Frau wird sie bestellt haben. Na, geben Sie nur her. Was kosten sie? Sie haben doch quittierte Rechnung mitgebracht?" Nachdem Herr Lampert bezahlt und den Boten entlassen hat, macht er noch einmal Kehrt und öffnet während des Treppensteigens das kleine Paket, das er seiner Frau überbringen will. Er bleibt steh'n, hält eine Karte in der Hand und liest: Polonäse. Walzer. Galopp. Contre I. Walzer. Polka. Tafelpause. Walzer. Contre II. Kotillon. Kaffeepause. Zweifelhaft schüttelt er den Kopf. Diese Festordnung hat seine Gattin entworfen, und es kommt ihm eine Ahnung, als ob der Text dieser Karte nicht ganz dem Brauche entspreche, der in der vornehmen Welt Geltung hat. Er erinnert sich einer Tanzordnung, die er bei einem ihm befreundeten Lithographen gesehen hat; sie war für den Ball bei einem Minister bestimmt, aber wenn ihn sein Gedächtnis nicht im Stiche läßt, so hieß es darin nicht „Contre", sondern „Francaise"; auch die Angabe „Kaffeepause" will ihm etwas verdächtig erscheinen; er möchte darauf schwören, daß sie auf jener Karte gefehlt hat. Lampert öffnet mit dem Drücker die Korridortür und stößt aus Julie, die gerade mit Hilfe des Mädchens einen Blumentisch aus ihrem Salon nach dem improvisierten dritten Gesellschaftszimnrer über den Flur trägt. „Liebe Frau", sagt er sanft, „hier sind die Tanzkarten, die du bestellt hast." Die Angcredete läßt den Tisch los und wendet sich gegen den Gatten: „Danke, liebes Männchen; aber warum hast du dich noch einmal bemüht? Das konnte doch der Bote heraufbringen." Statt aller Antwort hält ihr der Gatte die heraus!- genommene Karte unter die Augen, deutet auf das Wort „Contre" und lispelt: „Ob das auch ganz richtig ist? Ich fürchte, es erinnert ein wenig an ein Tanzfest in — Rix- dorf." Frau Julie wird puterrot; beleidigt erklärt sie: „Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben; übrigens sei unbesorgt, es ist in völliger Richtigkeit; ich habe Frau Mieseke gefragt, und deren Mann war Hoffourier, die muß es doch wissen." „Dann verzeihe. Auf Wiedersehen." Herr Lampert verläßt zum zweiten Male das Haus, und er, der sonst am Sonntage regelmäßig den Gottesdienst besucht, geht heute in ein Bierlokal, um hinter einem Glase Kulmbacher über die Eitelkeit der Frauen und über das Sprichwort nachzudenken: „Hoffart will Zwang leiden." Der Abend dieses denkwürdigen Tages ist herangekommen. Die blumengeschmückten Zimmer der Lampertschen Wohnung strahlen im Scheine festlicher Majolika-Lampen und zahlreicher, auf Kandelabern und Wandleuchtern auf- gesteckter Kerzen. Die für die Abendtafel im Gange des Hof- slügels schon aufgestapelten Blöcke und Tischbretter hemmen etwas den Verkehr der dienenden Geister, die zwischen den Gesellschaftsrüumen und der am Ende jenes Ganges gelegenen Küche sich hin und her zu bewegen haben; der dicke Lohndiener Müller hat sich schon harc ans Knie gestoßen und er hinkt eben mit einem Brett voller Teetassen, schmerzliche Grimassen schneidend, in Frau Juliens Salon, um den dort eingetroffenen Güsten den Tee zu präsentieren. Es ist Frau Mieseke, die verwitwete Frau Hoffourier, die neben Herrn Knoblauch, dem reichen Maurermeister, zuerst in den festlichen Raum hincingerauscht ist. „Lieber Herr Knoblauch", bittet die Wirtin mit etwas belegter Stimme (sie hat heute schon gar zu viel kommandieren müssen), „nicht wahr, Sie nehmen sich des Tanzes ein wenig ctft und verteilen auch die Tanzkarten an die junge Welt?" Der in seinem vortrefstich sitzenden Ballanzug noch ziemlich flott und beweglich aussehende, wenn auch nicht mehr ganz jugendliche Junggeselle fühlt sich durch die Betrauung mit dem Amte eines Bortänzers nicht wenig geschmeichelt: ,^Sie haben über mich zu befehlen, verehrte Frau Lampert." Er wirft einen Blick auf die Tanzkarte und fügt 682 selbstbewußt hinzu: „Das wollen wir schon herunterarbeiten." , v ~ _ o Frau Meerhold erscheint mit ihrer Tochter toamitc. Dav junge Mädchen mit dem duftigen weißen, mit Rosen geschmückten Tüllkleide sieht reizend ans. Tief kinxt sie vorder Wirtin, und diese streicht ihr wohlwollend die Wange: „Amüsiere dich gut, Sabinchen", flüsterte sie ihr zu, „und zähme deinen Herzallerliebsten, daß er nicht trotzig tut gegen seinen Bruder, den Staatsanwalt!" Sabine schüttelt beruhigend das blonde Köpfchen: „Ohne Sorge, Fran Lampert; er wird schon artig sein." „Nun, ihr lieben Jungens, kommt ihr endlich?" Mit diesem Gruße wendet sich die Wirtin an die Brüder Dechner, die beide vor sie hintreten und ihr die Hand drücken. Sie sieht in Adolfs bleicheres Gesicht, mustert dann Peter, der in kecker Zuversicht ihr lächelnd ins Auge schaut und sagt: „Ihr seid doch die alten Freunde .... trotz alledem?" „Die sind wir", erklärt Peter und klopft seinem Zwillingsbruder kameradschaftlich die Schulter. Adolfs Wangeu röten sich plötzlich. Liebevoll schaut erden bevorzugten Nebenbuhler an und sagt darauf: „Ich bin ihm niemals böse gewesen. Die Ehen werden im Himmel geschlossen; daran kann der Mensch nichts ändern. So wie es gekommen ist, hat es kommen sollen. — Du siehst, Mutter, wir sind die alten Freunde." Und wie er Sabine bemerkt, geht er tapfer auf sie zu, bietet ihr unbesaugen die Hand und sagt, mit dem Kopfe nach Peter deutend: „Da ist er. Wenn du nicht alle Tänze deinem Bräutigam anfsparst, danu fällt vielleicht auch einer für mich ab." „Ein seelenguter Mensch, dieser Adolf!" raunt Frau Lampert dem Peter zu, „halte ihn dir warm. Einen solchen Freund findest du nicht wieder. Und nun nochmals meinen Glückwunsch zum Meisterbriefe! Dir zu Ehren geben wir das Fest. Und wenn William kommt, so sei lieb, Peter, und fange nicht etwa Händel mit ihm an." „Aengstige dich nicht, einen Staatsanwalt sehe ich gar nicht an". Er nickt der Pflegemutter übermütig zu und eilt zu seiner Braut, die noch mit Adolf im Gespräch ist. „Wenn inan die drei sieht", sagt Knoblauch, der mit dein inzwischen eingetroffenen Herrn Haßlach in einer Fensternische plaudert und heimlich auf Sabine und die beiden Zwillingsbrüder deutet, „so wird man wahrhaftig nicht klug daraus, wie sie eigentlich zueinander stehen." „Nun", versetzt der Fabrikant, „mein zukünftiger Sozius ist jedenfalls nicht mehr der Bräutigam; er soll die Braut feinem Bruder abgetreten haben." „Also ein dreieckiges Verhältnis!" spottet Herr Knoblauch, „nun, mir würde das nicht passen." „Warum nicht ?Mir ist es ganz recht, wenn Adolf Dechner nicht mehr ans Heiraten denkt; auch ich bin Junggeselle; um so besser werden wir zueinander passen." „'n Abend, Herr Kollege", grüßt Peter, der an Knoblauch herantritt, um sich eine Tanzkarte geben zu lassen. „Sie haben mich in der Prüfung weidlich schwitzen lassen; hentc abend schwitzen wir zusammen." „Wer so gut beschlagen ist, wie Sie, Herr Dechner, dem kann man nichts anhaben." „Hätten mir wohl aber gern etwas angehabt, he?" „Im Gegenteil, ich habe mich gefreut, als Ihnen die Prüfungskommission einstimmig den Meisterbrief zuerkannte." „Das glaube Ihnen ein anderer!" lachte Peter offenherzig. „Machen Sie mir nichts weiß. Wcnn's nur gegangen wäre, ihr alle hättet mich mit Vergnügen durchrasseln lassen; ihr könnt nun einmal meine politischen Anschauungen nicht leiden." „Es wäre uns freilich lieber, wenn aus dem Saulus eilt Paulus würde und Sie auf unsere Seite träten." „Daraus wird iiichts, darauf hoffen Sie nimmer." „Das tut mir leid, denn Sie selbst werden den größten Schaden davon haben." „Ihr möchtet mich wohl ein wenig boykottieren, mir die Kundschaft vertreiben, wie?" „Das wäre sehr itnkameradschaftlich. Handwerk hat goldenen Boden, aber nur, wenn mau's in Frieden und Segen treibt; wer aber den Frieden stört und den Nmstnrz pre- öigt, der wandelt den goldenen Boden zum Wüstensande, der nichts hervorbringt als Disteln, auch wenn er mit Menschenblut gedüngt wird." „Schön gesägt, Kollege! Die Autivort geb ich Jhneii ein andermal, heute, denke ich, tanzen wir und begraben solange die Streitaxt." „Soll mir recht fein, ich bin kein Kampfhahn. Schauen Sie mal hinter sich: da kommt ein ganzer Schwarm netter Mädchen." Peter drehte sich um und erkannte einige Freundinnen seiner Brant; es waren die Töchter kleinerer Kanfletite nnd Beamten, die mit ihren Eltern und Brüdern zum Feste erschienen. Er eilte auf die jungen Damen zu und bat sie um Tänze. Immer dichter füllten sich die beiden vorderen Zimmer, die Luft wurde knapper, die Hitze stieg in lästigster Weise. Frau Julie blickte erwartungsvoll nach der Tür, ob nicht William, das Hauptschaustück des heutigen Abends, endlich erscheinen würde. Wie, wenn er wegbliebe? Wenn er ein Zusammentreffen mit Peter doch für allzu bedenklich hielte und sich noch int letzten Augenblick zu einer Absage entschiede? Doch nein! Da ist er! O, er ist doch ein Manu von Wort! Das soll ihm uiwergeffeit bleiben! Der Staatsanwalt hatte die Schwelle überschritten und bricht sich durch das Gedränge Bahn; unmittelbar ihm folgen Just und der Maler Völker. Glücklich bringt er bis zu seiner Pflegemutter durch und küßt ihr glücklich die Hand. Frau Juliens Herz schwillt ihr voll Entzücken empor. . . dieser Handkuß! Es ist der erste, der ihr heute abend zuteil wird —, ob ihn auch die anderen gesehen haben? Ja, der William weiß sich zu benehmen; er hat die Manieren der guten Ges. llschaft. _ William wird auch Frau Juliens Sohn etwas von dem Duft und Glanz der feinen Welt abgebeu und das Haus Lampert hoch hütausheben über die Menge der anderen schlichtbürgerlichen Häuser. „Mein Pflegesohn, der Herr Staatsanwalt Tell!" stellt sie ihn mit besonderer Betonung des Titels den Damen in ihrer Umgebung vor. „Du kommst etwas spät, William; sieh' schnell zu, ob du noch einen Tanz bekommst." „Danke, liebe Mama, ich werde nicht engagieren." „Was! So ein junger, flotter Herr, ein so ausgezeichneter Tänzer? Nein, William, das darfst du mir nicht ait- tun; du darfst nicht müßig zusehen." „Ich werde ein paar Extratouren tanzen." Extratouren! Herrgott! Ja, das war das Wort, nach deut sie schott immer gesucht hatte. Wie dankte sie es dem Staatsanwälte, daß er den Begriff der Extratour in ihr Haus verpflanzte, in dem inan bisher immer nur ganze Tänze getanzt hatte! Ob sie nicht auf der Tanzkarte das Wort „Extratouren" hätte anbringen lassen müssen; sie suchte Herrn Knoblauch und teilte ihm ihre Bedenken mit. „Nein," lachte dieser, „das wäre nicht gegangen. Aber wir können die Polka noch immer in Extratouren zerlegen." „Wie soll das aber geschehen?" „Sehr einfach, Frau Lampert. Wenn es so weit ist, dann kündige ich der Gesellschaft an, daß die Polka eine Null- Polka ist, bann wird zu ihr nicht fest engagiert." „Vortrefflich! O, Sie sind ein Vokativus. Sie wissen immer Rat. Jetzt, denke ich, könnte es aber losgehen; das Teegeschlapper muß ein Ende nehmen; lassen Sie zur Polonaise aufspielen." Der Maler Völker strahlte vor Vergnügen, als die in seinen Kreisen schon längst nicht mehr gebräuchliche Polonaise begann und die ältesten Herren mit den ältesten, zimperlich nnd verschämt dreinschauenden Dämchen in feierlichem Zuge im Berliner Zimmer einherschritten. „Eine Fundgrube von Motiven!" raunte er entzückt dem Fabrikanten Haßlach ins Ohr, der grundsätzlich nie tanzte, wenn er das doch schnell ab- photographieren könnte! „Sehen Sie nur die Frau Mieseke dort, wie sie ihre seidene Schleppe trägt, gerade wie ein; Metzger das Fell eines geschlachteten Hammels! O, diese Hoffonriers-Witwe ist unvergleichlich! In jeder Falte ihres Rockes blähen sich die stolzesten Trabitionen des Königsschlos- ses, in dem ihr Seliger sehr wahrscheinlich einmal Lakai gewesen ist!" „Pscht! Herr Professor! Daß man Sie nicht hört!" mahnte vorsichtig der andere. „Die hören uns nicht! Die sind vor Stolz und Vergnügen blind und taub wie die Auerhähue in der Balzzeit!" (Fortsetzung folgt.) (583 Die älteste hessrscheNechtshün-schrift vonHWund darin ein Münzenberger Todesurteil vorn H9. Oktober Von Pfarrer em. Horbach in Gieße n. (Fortsetzung.) Seit 7 Jahren nun waren die Münzenberger in Sorge und Unruhe wegen der weiteren Zukunft ihres Städtchens. Im Jahre 1410 war Kurfürst Werner III. von Falken st ein, Erzbischof von Trier (seit 1388), in der Regierung zu Münzenberg gefolgt. Er_ war der letzte des Falkeusteincr Mannesstammes, und da er sich als, Erzbischof nicht verniählcn konnte, so mußte dieser mit ihm aussterben. Nach Werners Tode mußte Münzen- berg an seine 7 Neffen — 4 Söhne zweier Schwestern und die Gcmahlc dreier Nichten als an seine einzigen Erben fallen. Was sollte unter diesen 7 fremden Herren mit Münzenberg! werden? Ob die bisherigen Rechtsverhältnisse der Stadt nicA würden angetastet werden? Die 7 Erben gehörten 5 verschiedenen Herrenländern an. Wessen Recht sollte dann wohl gelten? Man kann es verstehen, daß Rat und Bürgerschaft von Münzenberg den Wunsch hatten, ein geschriebenes Recht zu besitzen, und zwar ein Rechtsbuch, in welchem, wie oben schon gesagt, das bisher geübte Recht versaßt und niedergelegt war. Das schriftlich festgelegte Recht sollte ein Tamm sein gegen etwaige künftige Nenerungsversuche seitens der 7 Herrschaften. So haben sich denn die Münzenberger 1417 eine Abschrift des frei ihnen heimischen Rechtes bestellt. Und dieses war im „Kleinen Kaiserrecht" enthalten. Dev Schreiber begann die Abschrift mit dem neuen Jahre 1418 und vollendete sie binnen o1/» Wochen, am 8. Februar. Umd dies war im Sinne der Münzenberger hohe Zeit. Denn am 4. Oktober 1418 starb Kurfürst Werner III.17) Seine 7 Erben waren: die Grafen Bernhard.1. und Johannes von Solms (die Herden Söhne seiner Schwester Agnes); Graf Ruprecht von Virneburg, Graf Gerhard I. von Sayn und der Dynast (nachheriger Graf) Diether von Isenburg-Büdingen idic Gemähte der drei Töchter derselben Schwester); die Dynasten Gottfried VIII. und Eberhard II. von Eppcustein idie beiden Söhne seiner Schwester Lntgard). . „ Bereits 9 Tage nach dem Tode Werners III., nm 13. Ok- fober 1418 traten die 7 Erben zusammen und bestätigten den Munzenbergern aus ihr Anliegen die hergebrachten Rechte und Freiheiten in einem „Beibrief". Die Münzenbergcr hätten, wie die Folgezeit lehrte, wegen Gefährdung ihrer hergebrachten Gerechtsamen lind Freiheiten gar nicht brauchen in tzsorge zu sein. Die 7 neuen Herren hatten kein Interesse an denr Gedeihen oder Nichtgedeihen Münzen- bergs. Sie ließen sich nur die Gefälle und Einnahmen durch ihre Amtmänner auszahlen; im übrigen aber blieb die Stadt sich selbst überlassen. Mit dem Aussterben der Dynasten von Falkenstein 1418 hörte die Hofhaltung auf Burg Münzenberg gänzlich aus. Keiner der Besitzer hat seit diesem Jahre mehr dort residiert. Somit beginnt jetzt der dritte, der 500jährige Abschnitt in der Geschichte Münzenbergs. Es ist der Zeitraum allmählichen Verfalls, wenigstens der Burg. Diese blieb sich selbst überlassen. Zwar wurde ste Tiir 30jährigen Kriege einmal im Märzl628 von Tillyschen Truppen beschossen, doch durchaus nicht zerstört. Die Zerstörung dieses altehrwürdigen Edclsitzes und einst so prachtvollen, ausgedehnten Schlosses ist zurückzuführen auf die allmähliche Beraubung durch die Münzenberger selbst, die das Schloß als billigen und bequemen Steinbruch benutzten. Infolge der schnöden Vernachlässigung durch die Besitzer waren im 18. Jahrhundert alle 17) Werner starb nach 30jähriger Regierung auf der am rechten Rheinufer über Wellmich, % Stunden unterhalb von St. Goarshausen, romantisch gelegen, von seinem vorletzten Vorgänger, Erzbischof und Kurfürsten Boheuiund II. (1354—62), als Grenzschutz des kurtrierischen Gebietes angelegten und von seinem Oheim und letzten Vorgänger, Erzbischof und Kursürsteil Kuno II. von Falkenstein, 1363 vollendeten und stark befestigten Burg Thurnberg oder Teuren bürg, gewöhnlich die „Maus" genannt, im Gegensatz zn der über St. Goarshauien gelegenen und 30 Jahre später erbauten „Katz" (Neukatzenellnbogen). Er ist beigesetzt zu Koblenz in der an der Moselmündung beim Deutschen Eck malerisch gelegenen und Ende des 12. Jahrhunderts erbauten viertürmigen Kastorkirche, in der sich in einer gothischen Sarkophag-Nische i>es Chors noch heute sein Grab>- wal findet. Gegenüber, ebenfalls in gothischer Sarkophag- Nifck-e, steht das Grabdenkmal Kunos, der 30 Jahre zuvor, mit 21. Mai 1388, gleichfalls auf der „Maus" nach 26jähriger! Regierung starb, und dessen Eingeweide unter einem Grabstein in der kleinen Torskirche zn Wellmich bcigesetzt sind, während icut Leichnam in der Kastorkirche zu Koblenz bestattet, lvurde. Beide, Kuno und Werner, liegen auf den Sarkophagen, deren jeder ein prachtvolles Kunstwerk darstellt. Die Nische Kunos ist zugleich wik einem aus jener Zeit herrührenden schönen Wandgemälde auf Goldgrund, etncm seltenen und höchst bedeutsamen Kunstschatz, geschmückt. So ruhen dort die letzten Falkensteiner unter dem Wellenschlag der Mosel und des Rheins. Abbildungen der beiden Grabdenkmäler finden sich bei Georg Moller, Denkmäler der deutschen Baukunst, 1. Teil, Tafel 46, 55. Tore verfallen; der Burghof und die Zwinger dienten nun als Viehweide. Bon den heutigen Besitzern der Münzenberger Ganerbschaft hat L-olms-Braunfcls lö/48, Solms-Laubach 5/48, Stolberg 1(,/4S inib »eifcit 18/48. Doch kehren wir nach dieser Darlegung zu unserem Ausgangs- puilkt, deni oahre 1418, zurück. Die Münzenberger erfreuten sich des Gerichtsgebranches ihres damals erworbenen Rechtsbnches, des Kleinen Kaiserrechtes, niindestens, wie oben nachgewiesen wurde, ein volles Jahrhundert hindurch. Ihre 7 Erbhcrren und deren Nachkommen haben sie nicht daran gehindert. Tie Münzen- berger wachten übrigens eifrig und eifersüchtig darüber, daß ihre lelbständige Gerichtsbarkeit und deren althergebrachtes Herkommen nicht geschmälert wurden, und wehrten jeden Versuch, sie mit yßiendigem18) rechten turzunemen kräftig ab. Dafür liegt in dem Münzenberger Kodex ein Beleg vor. Auf Blatt 61a findet I sich ein Eintrag von 1509 mit der Ueberschrift: Burgkmans trey- heidt betreffend. Darin wird dem wolgeborn Grauen vnd hem hern Eberhardt Grauen zu Königstein vnd Dietz hern zu Epp- steyn vnd Mintzenberg vnßem gnädigen hern ein Bittschreiben gesandt vorn Burgkman, burgermeister vnd radt zu Mintzenberg. Jvl Eingang heißt es: ......Gnediger herr wir thun E. g. vndertieniglich zu wissen das prister, burgkman19) vnd burger zu Mintzenberg dieß eynigkeit vnd freyheidt haben, das vnßer keiner den andern mit vßlendigem rechten furnemen sali. Sonder so eyner forderung zum andern vermeint zu haben, sali er den selben mit burgkmans gericht vnd recht noch altem herkommen furnemen. Nun hatte der Hanauer Keller79) zu Münzenberg einen dortigen Altaristen-1) wegen einer Schuld beim Münzenberger Bnrg- mannsgcricht verklagt. Aber der Altarist vor solichem burgkmans gericht ongehorsam gewest vnd vßplieben ist vnnd geyn Mentz22) gangen vnd ein inhicicionem23) pracht vnd domit yne Hanß Lant- tougden24) eiteren 2S) wißen, das den Widder vnnßer burgkmans freiheidt vnnd alt herkommen ist. Herumb vnßer vndertienig vleißig bitte das E. g. als buwemeyster26) zu Mintzenberg vns 1S) ausländischem. 19) Burg in anne n waren ritterbürtige Edelleute der Umgegend, die sich zum Schutze der Burg verpflichtet hatten. Sie brauchten zwar nicht ihren ständigen Wohnsitz auf der Burg zu nehmen, hatten sich aber zu bestimmten Zeiten oder in Notfällen zur B u r g h u t einzufinden. Sie mußten regelmäßig dem Ritterstand angehören, d. h. von ritterlicher Abstammung (ritterbürtig) sein. Der Stand der Burgmannen war eine im Mittelalter ganz allgemeine Einrichtung, die ihre Stelle im Lehnrecht fand. (Bgl. Schröder, Deutsche Rechtsgesch., 5. Ausl. 1907, S. 418.) — Unter den Falkensteinern, als Münzenberg als Residenz eines so mächtigen und angesehenen Herrschergeschlechtes der Mittelpunkt des adeligen Lebens der ganzen Wetterau war, war die Zahl der Burgmannen sehr groß. Es werden deren aus mehr als 30 Rittergejchlechtern erwähnt, und es ist anzunehmen, daß auch eilt großer Teil derselben in Münzcnberg selbst wohnte, meil um diese Zeit, d. h. im 13. und 14. Jahrhundert, öfters Burgmannen als seultcti (Schultheißen) und scabini (Schöffen) von Münzenberg erwähnt werden. Als mit dem Aussterben der Falkensteiner 1418 die Hoshaltnug auf der Burg aufhörte, verminderte sich die Zahl der Burgmannssitze und die der Burgmannen sehr, wie aus dem Münzenberger „Gassenbuch" von 1423, in dem alle „gemeinen Wege, Gassen und Flecken der Stadt" genau ausgezeichnet sind, ersichtlich ist. Doch werden darin noch adelige Häuser der Herren von Bellersheim, Crüftel, Londorf, Stockheim und Trohe genannt. Siehe das Verzeichnis von 30 Burgmannen in den Mitteilungen des Oberhess. Geschichtsvcr. Bd. 5 (1894) S. 98 ff. 20) Die Keller waren ursprünglich königliche Verwaltungs- bcamte der Krongüter und wurden in Karls des Großen Capstulare de villis von 812 eellarii (von cella, Borrratskammer) genannt, woraus jenes Wort entstanden ist (vgl. Schröder, Deutsche Rechtsgesch. 206). Später wurden mit dem Namen herrschaftliche Berwaltungsbeamte bezeichnet, die auch Rentnteister genannt wurden. Jede der antcilsberechtigten Herrschaften hatte in Münzcnberg einen solchen Keller. Er hatte die herrschaftlichen Güter zu verwalten und die Abgaben und Gefälle zu erheben und zn verrechnen, sowie auch die Rechte seiner Herrschaft gegenüber den Mitherrschaften zu wahren. Zu der in Rede stehenden Zeit (1509) saßen 4 Keller in Münzenberg. An obiger Stelle handelt es sich um den Hanauer Keller. 21) Altarist war ein Geistlicher, der nur für einen bestimmten Altar der Pfarrkirche zur Verrichtung des Gottesdienstes bestallt war. Die Kirche hatte 7 Altäre, die alle reich dotiert waren. Die damalige. Kirche steht noch heute. 22) Mainz. # 23 Ein Erlaß, der dem Münzenberger Gericht Einhalt gebot, indem der Altarist eilt geistliche s Gericht zu Mainz anricf. Die Geistlichen waren der Gerichtsbarkeit der weltlichen Gerichte entnommen. 2i) So hieß der Hanauer Keller. 25) Nach Mainz vor das geistliche Gericht zitieren lassen. , 26) B a n m e i st e r in dem hier gebrauchten Sinne ist die tm Mittelalter allgemein gebräuchlich gewesene Bezeichnung für 684 darinn geraden vnd beholfflich sein wolle, das wir bei vnßer freiheit eynigkeit vnd Herkommen pleiben mögen. Wollen wir mit vnßern schuldigen willigen diensten vmb ewer gnade verthienen. Geben vnder der stat Mintzenberg ingesiegel samb- stags noch innocanit anno etc. XVc IX.27) (Fortsetzung folgt.) den obersten herrschaftlichen Beamten bei Ganerbschaften (zusammengesetzt aus der die Gesamtheit andeutenden Borsilbe Ge und Unerbe = Mit-Anerbe, Miterbe). Seit dem Aussterben der Falken- steiner 1418 ist Münzenberg eine Ganerbenburg bis zum heutigen Tage. Die Siebenherrschaft von 1418 hatte sich bis zu dem hier in Rede stehenden Jahre 1509 im Erbgang zu einer Vierherrschaft vermindert. Unter diesen 4 Herrschaften, den Ganerben, wechselte jährlich das sog. Bau amt, das im Namen aller 4 Herrschaften die laufenden Geschäfte führte. Bauamtsverweser oder Baumeister war ein von der betreffenden Herrschaft! mit Zustimmung der 3 anderen ernannten Beamter, gewöhnlich deren Amtmann. Mer auch der Inhaber der betreffenden Herrschaft wurde während des Jahres gelegentlich „Baumeister" genannt. So wird an obiger Stelle Graf Eberhard von Königstein, dem 1509 das regierende Bauamt zugefallen war, selbst buwemeyster zu Mintzenberg genannt. Als er dagegen nach 4 Jahren, 1518, wieder an der Reihe ist, das Bauamt zu führen, wird in dem unten folgenden Protokoll beS Todesurteils sein Amtmann „Baumeister" genannt. Diesem stand die höchste Gerichtsbarkeit, so besonders auch das Urteil über Leben und Tod und dessen Vollstreckung, zu. Doch hatte er dann noch 3 Beisitzer: den Zentgrafen (Stadtschultheiß) von Münzenberg und die beiden Schultheißen der Nachbarorte Oberhörgern und Eberstadt. — Die höchste Justiz- und Verwaltungsbehörde bildete die Versammlung von Deputierten sämtlicher Herrschaften aus dem sog. Baurechnungstag, der jährlich am Gallustage, dem 16. Oktober, stattfand. Jede der 4 Herrschaften durfte dazu beliebig viel Deputierte senden, hatte aber immer nur eins Stinime. Die Versammlung nahm zunächst die Whör und Prüfung der Schloß?- und Staotrechnungen vor. Dann, wurden die etwaigen Eingaben der Gemeinde beraten und Beschlüsse über die verschiedensten, das Schloß und die Stadt berührenden Angelegenheiten gefaßt, die dann als Bauamtsabschlüsse der Bürgerschaft zur Nachachtung vom Zentgrafen von Münzenbcrg bekannt gemacht wurden. Dieser hatte als herrschaftlicher Beamter den Vopsitz im Schöffengericht, das nur für geringere und unerhebliche Zivil- und Strafsachen zuständig und dem Bauamt tmterworsen war. , 27) 9tjm Samstag, den 3. März 1509. Veemrs^tss« * Peter Rosegger hat am 31. Juli dieses Jahres seinen 70. Geburtstag in stiller Zurückgezogenheit begangen, beschäftigt mit der Neuausgabe und Neueinteilung seiner Werke, die im Verlag von L. Staakmann in Leipzig als Ausgabe letzter Hand zu erscheinen begonnen hat. In einfacher, guter Ausstattung wie alle Bücher dieses Verlages sollen sämtliche Schriften des „Bauerndichters", in vierzig Bänden erscheinen, von denen bis jetzt zwei herausgekommen sind. Die Schriften des Waldschulmeisters und Das Buch der Novellen (Bd. 1). Der erste Band enthält „Die Schriften des Waldschulmeisters" und als Einleitung eine „Lebensbeschreibung des Verfassers, von ihm selbst" in der der greise Poet mit seiner liebenswürdigen, humorvollen Plauderkunst von seinem Leben und von seinem Wirken erzählt, das immer beseelt war von dem brennenden Wunsche, der leidenden Menschheit zu helfen, sie zu führen nach 'hohen Zielen, sie zu leiten in ihr eigenes Innere, um sie gut und gütig zu machen. So sagt er in dem einleitenden Lebenslauf: „Ich habe mein schwaches Talent nicht vergraben, ich habe mich nicht betören lassen von jener Lehre, daß der Poet neben dem Schönheitsprinzipe keine Absicht haben solle, und auch nicht von jener, die im Dichterwerk n u r Zweck will, sei es nach dem Moralischen oder dem Materiellen hin. Ich habe die Gestalt genommen, wie sie das Leben gab, aber sie nach eigenem Ermessen beleuchtet. Ich habe die hellsten Lichtpunkt dorthin fallen lassen, wo ich glaube, daß das Schöne und Gutes steht, damit entschwindende Güter wieder ins Auge und Herz der Menschen dringen möchten. Des Niedrigen habe ich gespottet, das Verderbliche bekämpft, das Vornehme geehrt, das Heitere geliebt und das Versöhnende gesucht. Mehr kann ich nicht tun. — Soll es nun heute sein oder in noch späteren Tagen, willig mag ich meinen morschen Wanderstab zur Erde legen, willig meinen Namen verhallen lassen, wie des heimkehrenden Aelplers Juchschrei verhallt im Herbstwind. Aber ich — i ch selbst möchte mich an dich, du liebe, arme, unsterbliche Menschheit klammern und mit dir sein, durch der Jahrhunderte Dämmerung hin — den Weg suchen helfen —■ den Weg zu jener Glückseligkeit, die das menschliche Gemüt zu allen Zeiten geahnt und gehofft hat." — Diesen hohen Zielen ist Rosegger Zeit seines Lebens treu geblieben, und weil er sich selbst getreu geblieben ist in all der Effekthascherei Und Sensationshast unserer Zeit, darum ist et so stark und so eindrucksvoll geblieben von seinem ersten Werk? an, und darum wird diese Gesamtausgabe, deren Preis recht mäßig gehalten ist, auch in den breitesten Volkskreisen die ihre Örende Aufmerksamkeit erregen und hinleiten zu den ewigen len allen Menschenwesens, dem Gemüt, der Seele. Der hohe Optimismus eines erlauchten Poeten hat immer die Welt besser verstanden, als die, denen in der Hetze des Alltags der Buck verloren ging und das Gefühl für das Leben in deut Menschen. Wenn alles äußerliche abgelegt ist, Reichtum, Besitz- Würde, Amt — dann bleibt nur der Mensch, dann spricht Mensch' zum Menschen — und die Maske, die im öffentlichen Leben von so vielen getragen wird —■ deckt keine Fäulnis und keinen Um-, wert mehr zu. Dann bleibt nur der dauernde, der ewige Wert., lnd den hat von unseren lebenden Dichtern vielleicht kein zweiter o erkannt, als der Schneiderlehrling von Kathrein am Haucn- 'tein, Peter Rosegger. * Z u in Schmuck der Wohnung sind ichöne Bilder neben frischen Blumen am empfehlenswertesten und auch am begehrtesten, aber trotz der Vollendung, die die Drucktechnik erreicht hat, sind gute Bilder zu erschwinglichen Preisen immer noch nicht allzu häufig. Nun bringt der bekannte Verlag Tromitzsch & Sohn (Frankfurt a. d. Oder) zu seinen vielen schönen Kunstdrucken Pieter de Hooch 8 wohlbekannte und viel verehrte „H ollän- dische Wohnstub e", die Perle der Alten Pinakothek in München. Die noch immer wachsende Beliebtheit dieser Hooch- schen Glanzleistung hat eine Unzahl von kleinen und großen Reproduktionen hervorgerufen, von denen mau ja in der Regel sagen kann, daß sie ihren Zweck insofern erfüllen, als sie eine leidliche Vorstellung des Originals ermöglichen. Aber eine Wiedergabe, die wirklich den vollen, saftigen Reiz des außerordentlichen Werkes umschloß, fehlte bis zur Stunde. Ueberraschend sind, in wahrhaft künstlerischem Mühen, die Schwierichetten der Reproduktion überwunden worden. Der immer ernst arbeitende Verlag hat sein Bestes geliefert, ein Meisterstück, das des Hoochschen Meisterstückes würdig ist. Nicht nur der ivundervolle Dämmerklang im hohen Gemache, nicht nur das berühmte Spiel der aufprallenden und zurückgeworfenen Sonnenstrahlen ist mit verblüffender Treue wiedergegeben, sondern auch den anderen Feinheiten der Kunst Hoochs ist volles Recht geschehen. — Bon den anderen farbigen Kunstblättern, die der Verlag eben jetzt herausbringt, seien die schönen Landschaften von Corneille Max „Frühling am Starnbergersee", ein duftiges Gedicht, dann Pattl Vorgangs ernster, von innigschlichtem Heimatgefühl durchwebter „Grunewaldsee". Fritz Bayerleins „Alte Brücke" und die bravouretise „Schueeschmelze" von Müller-Landeck hervorgehoben. Auch Hermann Hoffmanns sarbenüppige „Tulpen" und Reynolds liebenswürdiges „Alter der Unschuld" werden in der Trowitzschen Wiedergabe viele überzeugte Freunde finden. Das Original des letzteren Bildes befindet sich in der National-Gallery, London; die Originale der anderen dürften vielen von den Kunstattsstellungen in Berlin, München und Düsseldorf her bekannt sein. Bis auf das Reynolds-Blatt, dessen Preis Mk. 12,50 ist, kostet jedes Bild Wik. 25. Büchertisch. — Meister-Novellen neuer Erzähler. Neuester Band (1913). Mit Bildnissen und Einleitung von Richard W enz. In Bibliotheks-Band 2.50 Mk. Leipzig, Hesse u. Becker Verlag. Auch dieser Band der Meister-Novellen neuerer Erzähler hält, was er verspricht: Alle Geschichten sind meisterhaft erzählt. Der Kreis ist weit gezogen. Neben alteren Berühmtheiten wie Rosegger, neben Beyerlein, Holzamer und Salus kommen Autoren wie Kurt Münzer und Erich Pauls ,sit Wort, neben Helene Voigt-Diederichs treten Luise Glaß, Elisabeth Goedicke> M. Herbert. Besonderes Interesse dürfte der Beitrag von Walter 831 o ent, des Verfassers der erfolgreichen Romane der letzten Jahre „Das eiserne Jahr" und „Volk wider Volk", erregen, zumal in der hier erstmalig in Buchform erscheinenden! Erzählung „S o l d a t e n b l u t" ein ganz ähnliches Thema ßca handelt wird. Arithmogriph. 1 2 2 5 niederländischer Bildhauer. 2 112 landwirtschaftliches Gerät. 3 14 5 ein Tier. 4 2 3 5 Werkzeug. 2 5 4 2 deutscher Strom. 5 3 4 2 5 5 2 ein Insekt. 1 2 3 4 2 5 lyrischer Dichter. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wenn, was Gott dir zur Freude beschert, Deine Torheit in Leid verkehrt, Wird er dich künftig der Miih' entheben Und das Leid dir schon fertig geben. E. Geibel. Nedaktioit: K. Neuratb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch» und Steindruckerei. N. Lange, Gieße»,