' fämbäcJf Ct'f »MW vurden aus der Rabenau verschrieben'. Am 7. mufe Merlau und Kirschgarten 3 doppelt bespannte Wagen augen- blicklick nach Grünberg stellen. 13.: Je 152 Mann in Merlan unö Kirschgarten, Lehnheim, Stangenrod, Groß-Lumda. Die Bagage befand sich in Merlan. Zn ihrem Abmarsch verschrieb das Oberamt 14 auswärtige doppelt bespannte Wagen ohne die Mer- laner hierher, und zwar aus dem Amt Burg-Gemünden, deut Somberger Grund und dem Amt Laubach. Im Mai: (der Schultheiß! „mit dem Dritteßl'der Gemeinde auf der Schofler den 2. Tag.. Ein anderes Mal: „mit dem Bierteil der Gemeinde aus der «choste gewacht bei Lindenstruth, wo dieselbe Steine gefahren hat". Demnach würbe immer noch an der Straße gebaut oder ausgeüesiert. I n n i, 20.: Kgl. preuß. Alexander-Regiment mit 172 Mann. 2-> ■ „313 Mann mit den Offizieren, für deren Wagenpferde wir Lieferung geliefert". 23.: Lieferung für die Einquartierung einer Kompagnie „Kaiser Franz" mit 341 Mann mit beti Offizieren und Pferden in Merlan und Kirschgarten. Bericht über die hierher kommen sollende Artillerie.- Ritt auf Grünberg, „weil mir den 24. Juni gleich wieder 100 Mann und 100 Trainpferde nach Merlau und Kirschgarten bringen sollten, wo sie alsdann geteilt wurden und nur 50 Mann und 99 Pferde hierher kamen". Juli, 1.: Einquartierung und Fuhren. 3.: „Nachlieferung der Futterasch/ 11.: Lieferung und Bericht „über das fliegende Feldlazarett der Kgl. preuß. Kolonne, in Merlan und Kirschgarten einquartiert, wo wir zufetzen mußten". 12.: Abmarsch: die Gemeinde leistet Vorspann. 16.: in Merlau 206 Mann kgl. preuß. obersächsische Landwehr; 56 Mann gehörten nach Kirschgarten, aber es gingen nur 36 hin. (Kirschgarten ist ein kleines Dörfchen von heute 8 Wohnhäusern). — „Auf der Schosse bei den Ilniversitätstannen des Merlauer und Kirschgärter Teil in Empfang genommen und an Schultheiß Bötz in Saasen veraecordiert." — Ende des Jahres: Einquartierung kgl. preuß. Invaliden. „Weil es lauter lahme und gebrechliche Menschen waren, sind zu den hiesigen Pferden auswärtige verschrieben worden, um sie fortznfahren." — Die Schulden der Gemeinde betrugen 1815 3400 sl. 1816. (Ohne Datum): „Eine Eskadron von einem kgl. preuß. Kürassier-Regiment hat 6 Tage in Merlau und Kirschgarten gelegen, wo mir alle 2 Tage haben liefern müssen, daß wir unsere große Lieferung geben mußten und noch mehr als 50 Meßen, welche sie nicht quittierten." — Eine Einquartierung kgl. preuß. Invaliden, welche den ersten Rasttag hier gehalten. 20. Juli: 30 Mann Preußen. Daß es um die Mittel der Gemeinde schlimm bestellt gewesen sein muß, als endlich die Einquartierungen aufhörten, das beweisen die Berichte, welche in der 2. Hälfte des Jahres 1816 von der Behörde eingefordert iufrben, nämlich: eine Tabelle über die Schulden, ferner ein Bericht „über gezogene Brotfrüchte und waS einer bis zur nächsten Ernte übrig hat", weiter darüber, „was einer übrig habe und den anderen fehle", endlich über „Saat- frnchte und Setzkartoffeln der ärmeren Klasse". Ob bei der großen Not ivohl noch ein Gefühl vorhanden gewesen sein mag für die idealen Güter, die in den Freiheitskriegen errungen worden sind? Als Moses einst den Kindern Israel verkündete, daß der Herr sie ausführen wolle von ihren Lasten und fi^erretten wolle von ihrem Frönen, da hörten sie ihn nicht vor Sei* eit, Angst und harter Arbeit. Spätere Geschlechter haben aber das Fest der Befreiung gefeiert in vollem Bewußtsein dessen, was der Herr an ihnen getan hatte. Kamen unsere Vorfahren vor Seufzen, Angst und harter Arbeit nicht zur rechten Freude an den Früchten jener großen Kämpfe und Siege, so wollen wir Heutigen nach 100 Jähren uns dankbar des reichen Ertrages an sittlichen und nationalen Gütern freuen, die jene schwere Zeit unseren Vorfahren und uns gebracht hat. Aber die Freude fei nicht zu groß! Im Jahre 1814 mußte eine Merlauer Glocke umgegoffen werden, weil sie zersprungen war. Ist wohl am Ende des Jahres 1813 zu stürmisch Sieg geläutet worden? Haben die Läutenden ihre Anne so mächtig gereckt, tveil sie in überschtvänglicher Freude glaubten, nun habe alle Not, alle Angst und alles Seufzen ein für allemal ein Ende? Sie haben sich getäuscht: die äußere Not lastete noch lange auf unseren Gemeinden, einige tragen heute noch schwer an den Kriegsschulden aus jener Zeit. Noch langsamer aber, als die äußeren Lasten schwinden, entwickeln sich in der Seele eines Volkes die sittlichen und nationalen Gedanken fort, die in einer großen Zeit mit Gewalt hervorbracheir. An den Aufgaben, deren Erfüllung das Ziel der Freiheitskriege war, haben wir heute noch lveiter zu arbeiten. Wir werden die Glocken am 18. Oktober nicht mehr so stürmisch läuten. Sie werden gedämpfter klingen, tveil mir uns der großen Verantwortung" bewußt sind, die die Geschichte jener Zeit uns auf» erlegt. Wir wollen nicht nur Feste feiern im Ruhmesglanz vergangener Tage; davor kann uns die Erinnerung an 1806 bewahren : wir wollen auch an unsere Ausgabe in Gegenwart und Zukunft denken. Dem Druck äußerer Not in jener Zeit entspreche bei den glücklichen Nachkommen das Gewicht einer Verantwortung. Dann sind die großen Opfer der Freiheitskriege nickt vergebens gebrackt. Vermischter. * Der älteste Tunnel. Tas Interesse, das dem projektierten Bau eines Tunnels zwischen Frankreich und England entgegengebracht wird, rechtfertigt wohl die Frag« nach dem 'Alter des Tunnels überhaupt. Soweit die geschichtlichen Nachrichten zurückgreifen, dürfte wohl der Siloa-Tnimel als der älteste Tmmel anzusprechen sein. Er befindet sich in der Nähe des Ortes Miloa in einer unterirdischen Grotte und ist nach einer Notiz im Alten Testament von König Hiskia von Jerusalem, der von 727 bis 669 v. Ehr. regierte, erbaut worden. Eine Inschrift beschreibt den Vorgang der Durchstechung dieses Tunnels, der noch heute in einet Sänge von 533 Metern das Wasser der Siloa- queile aufnimmt. Sie lautet: „Als noch drei Ellen zu durchstechen waren, so vernahm man die Stimme des einen, der dem anderen zurief, beim es war ein Spalt im Felsen von der südlichen Seite her. Und am Tage der Durchstechung schlugen die Stein- Hauer einander entgegen, Hacke auf Hucke. Da stossen die Wasser vom AuSgcmg in den Teich, 1200 Ellen weil. Um 100 Ellen war die Höhe des Felsens über dem Kopi der Steinhauer." Die Inschrift, die sich jetzt im Museum von Konstantinopel befindet, ist in zwiefacher Beziehung interessant, einmal weil sie das älteste bis jetzt bekannte Schriftstück in hebräischer Schrift darstellt und bann wegen ihrer lebhaften und anschaulichen Darstellung. Man ersieht daraus, bas; ber Tunnel gleichzeitig von beiden Seiten in Angriff genommen wurde; es muß also zuvor ein genauer Plan ausgearbeitet worden sein, ber so sicher war, daß die beiden Stollen dis aus wenige Zentimeter amemander führten. Ter Tunnel ist nach Messerschmitt 60 bis 80 Zentimeter breit und etwas gekrümmt, was wohl mit dem Gestein jufanunenbängt. Seine Höhe beträgt am nördlichen Ausgang 1,80 Meter und nimmt gegen die Mitte auf 46 Zentimeter ab, nach der südlichen Seite steigt sie bis 3 Meter an. Das Gefall des Wassers beträgt nur 30 Zentimeter, so daß also die horizontale Sage vorzüglich gelungen ist. * Im U e b e r f I u 6. „Gnädiger Herr, es ist ein Mann draußen, der eine Rechnung bringt." „Sagen Sie, die tonnen wir nicht brauchen, davon haben wir genug." Vücherlisch. — Handbuch der K u n st w i s s e u s ch a s t. Herausgegeben von Dr. F. Burger, München, in Verbindung mit den Universitätsprofessoren EurtiuS-Erlaiigen, Egger-Graz, Hartmann-Straßburg, Herzield und Wulfs - Berlin, Neuwirth»Wien, Pinder-Darmstadt, Singer-Dresden, Graf Vtlsthum-Kiel, Wackernagel-Lcipzig, Weese- Bern, Willich und Oberbibliothekar Leidinger-Müncheii. Silit zirka 3000 'Abbildungen. In Lieferungen i Mk. 1,50 (Akademische Verlagsgesellschaft Alhenaion, Berliu-Neubabelsberq). Lieferung 9: Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst, Hest 5. Die neue Lieserung dieser unvergleichlichen und vedeuteiidsten Kunstgeschichte der Jetztzeit reiht sich den bisher erschieneneii würdig an, und man kann mit Recht sagen, daß diese Kunstgeschichte an glücklicher Anordnung, musterhafter Darstellung, glänzender 'Ausstattung, Fülle und technisch höchster Vollendung ber Abbildungen überhauvt feine ebenbürtigen Vorgänger hat und einzig dasteht. Die Verfasser sind durchweg erste Kapazitäten auf ihrem Gebiete, die es ausgezeichnet verstehen, die Kunst aller Zeiten dem modernen Empfinden viel intensiver näherzubringen als hi ähnlichen früheren Werken. Burgers Handbuch der Kunstwissenschaft übertrifft schon dadurch alles bisher Tagewesene, daß es dem Leser nicht lediglich totes Wissen bringen will, sondern in lebendigster Darstellung wirkliches Kunstverständnis vermittelt, indem es die neue 'Methode des Vergleichens heranzieht und die interessanten kulturellen und historischen Zusammenhänge zeigt, aus denen das Kunstwerk herausgewachsen ist. 'Auch die vorliegende Lieferung, in welcher Professor Wulff- Berlin, ber anerkannt beste Kenner der altchristlichen und byzantinischen Kirnst, seine Schilderung dieser hochwichtigen Kunstperiod« in einzigartiger und vorbildlicher Weise weit erführt und besonders die altchristliche und byzantinische Plastik behandelt, zeigt glänzend alle diese Vorzüge. Nicht weniger als 41 brillante Abbildungen, sämtlich in Dovpeltonbruck, und drei ganzseitige herrlich aus- gesuhrte Tafelbeigaben geben dem Text eine prachtvolle Erläuterung. Rätsel. Maas .... Loire Zu jedem ber nebenstehenden Main Flüsse,ist an Stelle der Punkte bet Gera Name einer Stadt zu setzen, welche Saale an dem betreffenden Flusse liegt. Tie Weichsel Anfangsbuchstaben der gefundenen Oder .... Städtenamen sollen, der Reihe nach Donau gelesen, den Titel einer Oper ergebetu Rhein Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zitatenrätsels in voriger Nummer: 'Alles ist verloren, nur die Ehre nicht. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lauge. Gieße««