1912 - Ur. 171 B Donnerstag, den 5}. Mover MG M 8 Die Dame im Pelz. Roman von G. W. Appleton. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) Nach dieser ersten glückseligen Umarmung sagte ich zu meiner Angebeteten: Noch kein liebes Wort habe ich heute an dich richten können, mein Herz. Sie führte meine Hand an ihre Lippen und küßte sie. Ich bin trotzdem glücklich gewesen, murmelte sie. Bist du wirklich glücklich, Marcella? flüsterte ich ihr ins ,Ohr. Oh, so sehr! hauchte sie sanft. Es entstand eine kurze Pause, während der ich mich sammelte. Dann fragte ich sie weiter: Wurdest du noch glücklicher sein, Marcella, Geliebte, wenn du meine Frau märest? Ein halb erstickter Freudenschrei entrang sich ihrer Brust. Sie umschlang mich mit beiden Armen. Oh, welche Freude, welches Glück! antwortete sie leise. Deine Frau, Geliebter, deine Frau! kam es wiederholt von ihren bebenden Lippen. Kann es wahr sein; ist es möglich? Ich liebte dich vom ersten Augenblick an. Als ich zu dir kam als Fremde, warst du so gut zu mir, so großmütig, so lieb, und mein Herz entdeckte gleich seinen wahren Besitzer. Ja, es gehört dir, mein Geliebter, und hat dir igehört von Anfang an. Ich preßte sie an mein wild klopfendes Herz und erwiderte leidenschaftlich: Auch ich habe dich von jenem ersten Augenblick an geliebt, als ich dein bleiches Antlitz im Schnee sah. Meine Liebe wuchs, als ich dir zum ersten Male ins Auge schaute, sie wurde stärker und mächtiger mit jedem Tage, bis mich nur noch der eine Gedanke beherrschte, mich deiner würdig zu erweisen, dich für ewig zu gewinnen, dich meine Frau nennen zu dürfen. Run' gestehst du mir in inniger Umarmung, daß du mich wiederliebst, daß du die meine sein willst. ' Oh, soll es bald sein, Marcella, meine Geliebte? Das hast du zu bestimmen, mein König, mein Fürst und Gebieter, antwortete sie mutwillig scherzend. Dann warf sie sich wieder au meine Brust, und ich hatte das beseligende Gefühl, ein gutes und liebendes Weib in meinen Armen zu halten. 17. Kapitel. Die Zeit verstrich während der nächsten Tage, ohne mir größere Aufregungen zu bringen. Wenn ich eine weiter- schanende Natur gewesen wäre, hätte ich ja den Sturm, der bald über meutern Haupte losbrechen sollte, voraus- ahnen und die dunkeln Wolken, die sich über mir zusammenzogen, vvrhersehen können. So achtete ich aber nur auf mein junges Glück und überließ mich ohne jede Rücksicht auf das, was die Zukunft bringen würde, meiner Freude. Marcella schien mir in ihrer Glückseligkeit mit jedem Tage schöner zu werden. Wir sahen beide alles in rosigstem Lichte — unsere Zufriedenheit war vollkommen und ungetrübt. Selbst Helen war von unserem Glücksrausch angesteckt; und ich bin überzeugt, daß in ganz Richmond niemand ein fröhlicheres Weihuachtsfest gefeiert hat als wir. Die gerichtliche Vernehmung wegen unseres nächtlichen Abenteuers hatte sowohl für Mortimer wie für mich keinerlei unangenehme Folgen, und Marcella wurde zu meiner größten Befriedigung gar nicht in die Sache hineingezogen. Wie ich guten Grund habe anzunehmen, hat Inspektor Beale bei diesem wie bei anderen Anlässen sehr zu meinen Gunsten gewirkt. Meine Erklärung, daß ich mich mit Marcella verlobt habe, hatte überall sympathisch berührt, und eine Zeitung ging sogar so weit, die Geschichte als den „Roman von Richmond" zu bezeichnen, was meiner eigenen Ansicht nach gar nicht so unangebracht war. Ich vermute, daß dieses Blatt auch meiner Tante Marie in die Hände gefallen war, denn schon am nächsten Tage bekam ich die telegraphische Aufforderung von ihr, daß sie mich sofort zu sprechen wünsche. Ich las die Depesche meiner Schwester Helen laut vor. Sie wird wohl von deiner Verlobung gehört haben, sagte sie. Zweifelsohne. Irgendeine gute Freundin wird ihr die Zeitung gezeigt haben. Es wird sicher einen neuen Strauß äbsetzen. ‘ Ich glaube, daß sie sehr wütend darüber ist. Marcella, die mit im Zimmer saß, blickte fragend auf. lieber deine Verlobung mit mir? fragte sie. Warum sollte sie das? — wer ist sie denn überhaupt? Meine Tante, Lieb, antwortete ich. Ist sie nicht nett? Oh, sagte ich, wenn sie will, kann sie außerordentlich liebenswürdig sein, aber sie hat sonderbare Ansichten über — über — lieber mich? ergänzte sie. Rein; das nicht gerade; aber sie ist 'ne alte Jungfer, weißt du, und zwar von reinstem Wasser, die von der Liebe eben nicht mehr Verständnis hat als von höherer Mathematik; und sie hat mir verboten, zu — zu — Zu heiraten. Die garstige alte Jungfer! Wer schließlich ist man doch nicht gezwungen, seinen Tanten zu gehorchen, nicht wahr? Gott sei Dank, nicht, antwortete ich. Immerhin, bemerkte jetzt Helen, hat sie uns beiden viel Gutes getan, und es ist recht schade, daß sie in dieser Beziehung so furchtbar schrullenhaft und eigensinnig ist. Marcella schwieg eine» Augenblick und sagte dann: Das tut mir leid und berührt mich recht unangenehm. Warum habt ihr mir das nicht alles vorher gesagt? Warum? versetzte ich schnell, weil ich gar nicht dran gedacht habe. Außerdem, was schadet's denn? Ich frage keinen Pfifferling darnach, wie sie darüber denkt. Ich gebe 682 ihr in Anbetracht der Opfer, die sie für uns gebracht hat, gerne nach, wenn es sich um allgemeinere und unbedeutendere Tinge handelt. Wer es ist gerade unerhört von ihr, mir in einer solchen Sache Vorschriften machen zu wollen. Mir die Heirat mit einem Wesen verbieten zu wollen, das ich über alles in der Welt liebe, — der bloße Gebaute ist ja schon ganz unsinnig — ist ungefähr ebenso, als wenn sie dem Sturm oder dem Douner Einhalt gebieten wollte. Marcella war anfangs etwas blasser geworden, aber als sie meine seste Entschlossenheit merkte, röteten sich ihre Wangen wieder und ihre Augen glänzten vor Freude bei meinen begeisterten Worten. Dann lenkte ich die Unterhaltung auf ein anderes Thema. Wer innerlich war ich fest entschlossen, heute noch nach Putney zu fahren und meiner Tante ein- für allemal meinen Standpunkt klar- Kumachen. Ich nahm mir vor, mit Entschiedenheit aufzutreten, aber keinesfalls, und wenn sie mich noch so stark provozierte, mich hinreißen zu lassen, wie es das letztemal der Fall gewesen war; vielmehr wollte ich sie, wenn es -.rgeud möglich sei, durch eine ruhige und besonnene Ansprache zn überzeugen und auf unsere Seite zu bringen uchen. Ich nahm mir fest vor, mich im Laufe der nächsten Tage nach meiner formellen oder, wenn man will, uw- kormellen Verlobung zu verehelichen. Ich verschaffte mir die erforderlichen Papiere und würde meine Braut unverzüglich zum nächste» Standesamt geführt haben, wenn sie nicht darauf bestauben hätte, erst für den nötigen Hochzeitsstaat sorgen zu müssen, woran ich natürlich in meinem Glückstraum gar nicht gedacht hatte. Zu ihrer großen Freude hatte sie am Abend ihrer Entführung ihre Börse, die eine beträchtliche Summe Geldes enthielt, vergessen und in einer Schublade ihres Toilettentisches liegen gelassen. Sie erblickte darin einen glücklichen Zufall und, von Helen und Lucy unterstützt, wußte sie meine Ungeduld zu zügeln, bis die verschiedenen Einkäufe erledigt waren. Dieser Aufschub war, wie sich später herausstellte, ein großer Fehler; aber leider kann der Mensch nicht alles voraussehen. Ich ging also noch am nächsten Tage, der Aufforderung meiner Tante entsprechend, nach Putney. Ich war einigermaßen überrascht, als ich von der strengen Heph- zibah an der Gartentüre erfuhr, daß ihre Herrin ernstlich krank sei und mich im Schlafzimmer zu sprechen wünsche. Auch das Wesen der Dienerin kam mir sonderbar vor. Ihr unruhiger und scheuer Blick, als ob sie unsichtbare Lauscher vermutete, die unschlüssigen Antworten auf meine Fragen fielen mir auf; indessen konnte ich doch nichts Böses ahnen. Meine Tante traf ich im Bett an. Ihr Kopf war durch mehrere Kissen gestützt, ihr Gesicht war bleich und eingefallen. Ihr Anblick rührte mich und verscheuchte jeden Groll in mir. Ich dachte nur noch an all das Gute, das sie mir uud Helen erwiesen hatte — uns beiden armen Menschenkindern, die mittel- und elternlos in die Welt gesetzt waren und alles der Güte dieser Frau verdankten. Ich trat ans Bett uud erfaßte ihre Hand. Sie war kalt, und der Puls ging, wie ich bemerkte, nur sehr schwach. Ihr ganzes Aussehen kam mir so eigentümlich vor — gefiel mir durchaus nicht. Es stieg der in diesen Tagen so naheliegende Verdacht in mir auf, daß auch meine Tante ein Opfer meiner unheimlichen Feinde geworden sein könnte; warum und wie, konnte ich mir freilich nicht erklären. Es tut mir sehr leid, dich krank zu finden, sagte ich zu ihr. . Oh, es ist weiter nichts, antwortete sie, das macht der Merger und Verdruß. Diese furchtbare Entfremdung liegt mir schwer aus dem Herzen, das kannst du mir glauben, Edward. Ich will nochmal versuchen, dich aus den rechten Weg zurückzubringen. Deshalb habe ich dich kommen lassen. Wenn du wirklich um mich besorgt wärest, würdest du mich entschieden nicht so behandeln. Sicher bin ich um dich besorgt, Tante, antwortete ich. Ich müßte ja ein schrecklich undankbarer Mensch sein, wenn ich's nicht wäre; und ich will dir wahrhaftig in Gott keinen Aerger und Kummer bereiten. Du tust es aber, versetzte sie. Du hast dich offen gegen mich aufgelchnt. Du bietest mir Trotz. Ich erkenne dich kaum als meinen Messen wieder, der du vor vierzehn Tagen noch warst. Du bist ein ganz anderer Mensch geworden. Meine Wünsche sind dir jetzt Luft — während sie dir, bis dieses fremde Weib zwischen uns trat, alles galten. Und- es wär doch! nur zu deinem eigenen Besten- daß ich dich so energisch von ihr abzulassen drängte. Deinen Ruf und deine gesellschaftliche Stellung hat fie bereits schwer geschädigt, und wenn du in deinem Eigensinn und! deiner Verblendung beharrst, ist dein vollständiger Ruin unausbleiblich. Darüber will ich nicht mit dir streiten, erwiderte ich, ich kann dir nur sagen, daß ich sie sehr, sehr lieb habe. Und sie heiraten will. Die Zeitungen melden es ja schon. Darin haben die Zeitungen recht. Ich habe mir bereits die nötigen Urkunden beschafft und gedenke, sie in Kürze zu ehelichen. Das willst du also tun und alle Konsequenzen in Kauf nehmen ? Welche -es auch sein mögen — jawohl, gab ich bestimmt zur Antwort. Deine Rraxis wird mit diesem Schritt ruiniert werden — soweit sie's nicht schon ist, und- eigene Mittel stehen dir nicht zur Verfügung. Ich kann mir nicht helfen. Mein Beruf bleibt mir schließlich immer noch, und die Welt ist ja glücklichere weise groß. Möglicherweise denkst du auch an das Geld- dieses Weibes. Nach diesem Satze schloß sie die Augen, aber ihre forschenden Blicke unter den halb geöffneten Lidern entgingen mir trotzdem nicht; und es war gut, daß ich die- bemerkte, denn sonst würde ich mich sicher nicht haben beherrschen können und bei diesen beleidigenden Worten wütend- geworden sein. (Fortsetzung folgt.) Dar Gottesgericht. Bon Gerhart Hauptmann. In der ergreifend schlichten Erzählung der Lohengrin-Sage, die Gerhart Hauptmann in den nächsten Tagen im Rahmen von Ullsteins Jugendbüchern erscheinen läßt, ist ein Höhepunkt die Darstellung des Kampfes zwischen deni Helden und Telramund um die schöne Else von Brabant. Wir sind in der Lage, dieses Kapitel des neuen Werkes, in dem sich unser großer Dichter in einem- ganz- neuen Lichte zeigt, schon heute unseren Lesern vorzulegen. (Die Schriftleitung.) Zu Antwerpen, der Residenzstadt Elses von Brabant, Ivar der Tag des Gottesgerichtes herbeigekommen, der über das Geschick der schönen und jungen Herzogin von Brabant und Limburg entscheiden sollte. Der große Turnierplatz am Ufer der Schelde war für einen ganz- besonders großen Zulauf vou Menschen hergerichtet worden. Aber die neuen Tribünen selbst genügten nicht, und meilenweit bedeckte das Volk die -Ebene. Die Schelde war von dichtbesetzten Schissen schwarz, als die Stande kam, wo Telramund seine Anklage wider die Landesfürstin mit dem Schwerte beweisen sollte. Herzogin Else hatte die ganze Nacht int Gebet zu Gott gefleht, daß sich ein Ritter nnd Retter finden möge, der Telramund und feine Verleumdung zugleich in den Staub zu werfen willig und fähig sei. Und bei dem- Gedanken, ein solcher Ritter und Retter werde auftreten, schwoll ihr Herz bereits gegen diesen vor Dankbarkeit. Bevor er erschien, war er für sie mit allem Glanze der Jugend und Schönheit umgeben, und ihre sehnsuchtsvolle Erwartung verbreitete die Glorie eines Cherubs um- ihn. Ist es richtig, daß Gottes Hilfe am- nächsten ist, wenn die Not ihren höchsten Gipfel erreicht, so mußte im Falle Elses Gottes- Hilfe wohl nahe fein. Hatten sich doch bis jetzt Kämpfer, die auf Tod und Leben mit Telramund in die Schranken, zu reiten willens waren, nicht angemeldet. Dieser furchtbare Mensch hatte schon einige der Großen des Landes, die ihn, der Wahrheit gemäß, ins Gesicht einen niederträchtigen Schurken genannt hätten, lange vor dem Tage des.....Gottesgerichts in den Staub gelegt und dem ewigen Schweigen überantwortet. -Der Augenblick kam, wo der Sitte nach- Herzogin Else mit' ihrem großen Gefolge unter einem Baldachin Platz nehmen muffte; um dem Kampfe persönlich beizuwohnen. Sie war sehr blaß, sie hatte ihr Antlitz mit Schleiern verhüllt, weil sie vor der Menge des Volkes ihr Unglück und ihre Tränen nicht preisgeben wollte. Aber der Herzog von Cleve zwang fie, die Schleier abzutun und ihr Antlitz der unübersehbaren Menge preiszugebeti. Sie habe keinen Grund, sagte er, furchtsam zu fein, wenn sie ein reines Gewissen habe. Und wenn ihr Gewissen belastet fei, so müsse sie erst recht durch zur Schau getragenen Stolz den Schein des Rechts zu wahren wissen. Alle Welt liebte und verehrte die junge Herzogin. Sie war gewöhnt, überall, wo sie sich öffentlich zeigte, vom- Jubel d-es 683 Volkes umwogt zu sein. Ms sie indessen jetzt aus dem Turnierplatz erschienen war, Tratte sie nicht die leisesten Zeichen der Freude oder des Beifalls aus der dumpfbrausenden Menge wahrgenomnien. Nun man ihr liebliches, märchenschönes Antlitz wieder erblicken konnte, kam Bewegung in die Menge der Zuschauer. Aber es ist eine sonderbare Tatsache, daß eine große Mcnschenmasse, die auf ein blutiges Schauspiel wartet, zwar bereit ist, den Sieger aus Händen im Triumph davonzutragen, aber fast noch gieriger Darauf brennt, den Besiegten eigenhändig zu steinigen: Wobei die Schönheit des Opfers, fein bisheriges beneidetes Glück die grausame Wollust der Vernichtungsraserei nur nodji steigert. Ter Herzog von Cleve sagte zu seiner Nichte Else von Brabant: Wenn Telramund siegt, wirst du vor niemaud, Weib oder Mann, Kind oder Greis, Fürst pder Lastträger in dieser ganzen ungeheuren Menschenmenge Gnade finden. — Ich weiß es, sagte die Herzogen. — Tann, fuhr er fort, fehlt nur noch, daß Telramund vor aller Welt sein Visier öffnet und mit weithin schallender Stimme öffentlich auf eine Hand, wie die deine, verzichtet. Tann werde Nonne und laß dich einmauern. l Es war nicht anders, als wenn sich ein Sturm auf dem Meere erhöbe, so schwoll das Gebraüse der Menschenmenge, als Telramund in die Schranken ritt. Tie lange, zähe Reckengestalt saß auf einem breiten, schwarzen, brabantischen Roß und war von oben bis' unten schwarz gepanzert. Er schien der Tod, der furchtbare Unüberwindliche selber zu sein, und jedermann bedauerte den, der sich mit ihm in den ungleichen Kamps einlassen würde. Wie ein schwarzer Berg standen Reiter und Roß aufgepflanzt, der schwere Gaul, wie ein Leichenwagen, mit schwarzem Tuch verhangen. Oder wie ein mächtiger Katafalk, ein Sarg, den der grausige Tod uur als Pferd benutzte. Unter alledem steckte Telramund, der sich freute, als er Bemerkte, welches Grausen, hier, am lichten Frühlingsmorgen von ihm ausgehend- fidji unter der blutgierigen Menge verbreitete. Jetzt wurde durch vier Herolde an vier Enden der Bahn und nach vier Himmelsrichtungen die Klage Telramunds, der Gegenstand des Gottesgerichtes, ausgeschrien. . Es wurde gesagt und dreimal nacheinander gesagt, wie derjenige Kämpe jetzt zu. erscheinen und in die Schranke zu reiten habe, der Telramund einer Lüge zeihe. Tie halbe Stunde nach bem ersten Ausruf jedoch verstrich, ohne daß sich zu dem schwarzen vermummten Berg in der Stechbahn ein anderer, ähnlicher Berg gesellt hätte. Als nach dem zweiten Ausruf wiederum eine Zeit vergeblichen Wartens verstrichen war, schien es Elfen, der Herzogin, als wenn ihr ein Henker die Halsschlinge mehr und mehr zuzöge. Wie jemand, der zu sterben glaubt, verhüllte sie sich. Ta sagte der Herzog von Cleve zu ihr: Wenn nun der dritte Aufruf ebenso lange vorüber ist, so Mußt du dich auf eine höchst sonderbare, allgemeine Ehrenbezeugung gefaßt machen. Tu wirst einen Hagel oder einen Regen erleben, der von der sonstigen Art des Hagels oder Regens einigermaßen unterschieden ist. Aber denke nur nicht an Manna-Regen. Auch an die Wachteln bei dem Auszug der Kinder Israels in der Wüste denke nicht. Auch kommt dieser Hagel und Regen nicht senkrecht vom Himmel, sondern wagerecht, oder schräg von der Erde heraufgeflogen. Kurz, ich fürchte, wir werden hernach einen Handel mit faulem Obst und Käse, Brocken von Brot und fettiger Wurst und dergleichen eröffnen können. Und zum dritten Male riesen die Herolde nach lautem Trompetengeschmetter den Rus zum Kampse in alle vier Winde hinaus. Bis diesen Augenblick hatte die Aufmerksamkeit der Menge sich nur zwischen der Herzogin und dem regungslosen Sargreiter auf der Turnierbahn geteilt. Jetzt kam ein Geräusch von der Schelde her, das alle Augen und Ohren dorthin lenkte. Und dieses Geräusch schwoll nach und nach zu einem jubclbrausenden Sturme auf. Noch wußte man nicht, worum es sich handelte. Aber man sah, wie die von Menschen schwarzen Schiffsverdecke int Strom in Bewegung geraten waren und jedermann mit Hüten, Tüchern, Schleiern und Händen wie wahnsinnig in den Strom hinabwtnkte. Ta brach beinahe auf den Tribünen der Stechbahn eine Panik aus und binnen kurzem waren aus der wimmelnden Menschenmengs nur noch wenige auf dem gähnenden Holzgerippe der Bänke des Amphitheaters zurückgeblieben. Wolken und Menschen, wie vom Winde gegen den Strom getrieben, wälzten sich draußen über die Ebene, so daß die schwarze Vermummung in der Arena, ja der ganze Turnierplatz, bald wie nach vollendetem Schauspiel vereinsamt schien. Da sagte der Herzog von Clev-e zu Else: Was ist denn los? Tie Leute sind wahnwitzig. Aber ein Bote kam gelaufen, der, als ob er einen unerschöpflichen Atem und einen unerschöpflichen Vorrat ein und desselben Wortes loswerden wollte, in einemfort: Mirakel! Mirakel! Mirakel! rief. Und wirklich, was auf der Schelde zu sehen war, konnte nicht Wohl anders bezeichnet werden. Auf einer Bretten und stachen Fähre, die ein Schwan vom Meere aus gegen den «traut aufwärts zog, kam eki in Silber gepanzerter Ritter zu Pferde heraugeschwommen. In seinem Helm, der von edelster Arbeit war und einen Schwan darstellte, blitzte das Frühlingslicht. Es funMte von den silbernen Schuppen des Panzers, der die hohe Reckengestalt umkleidete, eine Gestalt deren ruhiger Adel aus alle Männer und Frauen einen hinreißenden Eindruck machte. Unter bem Jubel des Volkes zog der Schwan die Barke ans Land, und nachdem das milchweiße Roß, sie, unter der Last des silberklirrenden Ritters, mit leichtem Sprunge verlassen hatte, kam es, mit den Husen prüfend, durchs seichte Wasser geschritten, bis es auf Blumigem Anger stand. Ta war für den Ritter ein schweres Turchkontmen, denn Wogen von schreienden, winkenden, Heil und Willkommen rufenden Menschen umBranbeten ihn. Lohengrin, nach dem Gebote des Grals, kam mit offenem Visier, und so machte sein mildes von der: Sonne gebranntes Antlitz, mit dem weißlichi-blonden Spitzbart und den blonden, buschigen Augenbrauen über meerblauen Augen, daß ihm die Herzen aller zuslogen. Ta war nicht einer, dem er nicht schon jetzt als ein vom Himmel gesendeter Retter der Frauenehre Elfes und als der Sieger im Gottesgericht erschien. Und nun staute sich als» die Sintflutwoge des Volks und kam brausend gegen den Turnierplatz zurückgeflutet. Man erkannte, wie doch eigentlich die durch Telramunds Behauptung so bitter verunglimpfte Herzogin aller Liebling war. Man erkannte es an der Wucht und Gewalt, womit der eisige Bann über den Seelen der Menge zersprengt und von der Liebe des Volkes in hohen Wogen durchbrochen wurde. Setze dich, sagte der Herzog von Cleve zu Else, die heftig Mit dem Schleier wiukend, ihrer vor Freude und Hoffnung nicht mehr mächtig, aufgefprungen war. Aber sie sagte: Verschont mich mit Euren guten Lehren, Herr Herzog. Ich lege auf eine Vormundschaft wenig Wert, die nicht fähig ist, die beleidigte Ehre ihres Mündels nötigenfalls mit dem Schwert zu verteidigen. Telramund war unter seiner Vermummung inzwischen nicht aus dem Staunen herausgekommen. Nachdem er zuerst recht wohl bemerkt hatte, daß die Menge von seiner drohenden Majestät eingeschüchtert worden war und seine Partei ergriffen hatte, machte ihn jetzt ihr offenkundiger, unvermittelter Abfall fassungslos, und er knirschte das Wort „feige Kanaillen!" durch die Zähne., Er gehörte zu jenen tapferen Leuten, die ihre Pläne mit einiger Ruhe nüchtern durchrechnen und bie es nicht Begreifen können- wenn eine höhere Fügung ihren vermeintlich sicheren und gerechten Gewinn zunichte macht. Bolksgunst trägt, Volkshaß erschlägt. Wie im Triumph ward der silberne Kämpe, gleichsam in einem Meer der Begeisterung, herangetragen. Schon haben mich diese wankelmütigen Massen verraten, knirscht Telramund, und um eines beliebigen Herrschens willen dem Tod überantwortet. Wer ich denke, so schloß er die Uebcrlegung, die Entscheidung liegt nicht in hunderttausend Bier- und Schnapsgurgeln, sondern in meiner eigenen Hand. Er blickte auf und traf auf die Glanzgestalt Lohengrins ihini gegenüber. Ta mußte er sich gestehen, daß in dem lächelnd grüßenden Gegner Kraft und Sanftmut auf eine wunderbare Weise vereinigt war. Und wenn er an Else dachte und sich selber mit seinem Rivalen verglich, so krümmte sich seine getretene Eitelkeit und es gab für feinen Stolz keinen Balsam. Vergeblich aber suchte er in den treuherzig blickenden, offenen Augen des Gegners nach einem Zucken von jenem Gift, das ihn selbst bis zürn Rand mit Morbwnt anfültte. Es befremdete und beunruhigte ibn,, daß der Schwanenritter von dem Mutigen Sinn des Spiels scheinbar gar keine Ahnung hatte, denn wie hätte er sonst wohl, mit tiefer Neigung des Helmes, einem weißgekleideten, kleinen Mädchen, an der Brüstung der Tribüne, lachend eine rote Pomeranze vom Pferd heruntergereicht. Ties konnte ein Ausdruck der Geringschätzung für den schwarzen Koloß und also eine Herausforderung des Gegners sein, aber dazu war in dem harmlosen Vorgang zu viel ungesuchte Anmut!und Selbstverständlichkeit. Er machte bie Menge von Beifall toben. Erstaunt sah ber silberne Ritter sich um und brachte augenscheinlich bie ungeheuere Huldigung nicht mit sich, seiner Pomeranze, noch dem kleinen weißgekleideten Kinde in Zusammenhang. Immerhin war es eine frevelhafte Gleichgültigkeit und unverschämte Furchtlosigkeit, dachte Telramund, einem Feinde, wie er selbst, gegenüber, und so zitterte er vor Begier und Kampfeswnt dem Trompetengeschmetter des Herolds entgegen, das den blutigen Strauß eröffnen sollte. Endlich standen die Kämpfer einander turniergerecht gegenüber. Und nun erkannte Telramund an der Inschrift des Schildes, den sein Gegner trug, daß er ihn schon einmal im tiefen Wald ausgesucht, ihn bekämpft hatte und ihm unterlegen war. Tie Inschrift lautete: Tem Starken ein Trutz, Dem Schwachen ein Schutz. Es war also kein anderer, als Ritter Hilfreich, in dessen, Vermummung er den verschollenen Lohengrin vermutete. Ta fühlte Telramund, wie bie Hanb des nahen Todes eiskalt über feinen Rücken glitt, und daß er den einzigen ihm wahrhaft furchtbaren! Gegner gefunden hatte. . „ ,, Nun aber stellte sich zum Befremden der Menge ein Herold und erklärte im Auftrag des Schwanenritters, daß dieser cm geharnischter Bote des Friedens sei und Telramund im Namen Gottes ersuchen lasse, sich selbst durch Reue und Geständnis der Schuld zu ehren. Dieser Entschluß, so hieß es, werde Blutvergießen verhindern und ihm vor aller Welt zur Ehre gerechnet Kaum hatte der Herold dies gesprochen, als sich die Menge, wetterwendisch, von Lohengrin abwandte, weil sie fürchtete, sie solle um ein blutiges Schauspiel gebracht werden. Man gab. sich den Anschein, als glaube man in dem Schwanenritter nichts 684 anderes, als einen feigen, geckenhaften Schauspieler hör sich zu haben. Man schrie: Feigheit! Feigheit! Schlag ihn nieder! Renn ihn über den Haufen, Telramuud! Rufe, die diesem eine Wut und Verwegenheit der Verzweiflung einflößten. Er ließ durch seinen Herold erklären: Er lehne den knabenhaften Vorschlag des Ritters von der Flaumfeder, mit Entrüstung ab. -Eine -Erklärung, die ihm Stürme des Beifalls einbrachte. In Schauern der neuerwachten Hoffnung und dann wieder dzr Spannung wegen des endlichen Ausgangs, war inzwischen Herzogin Else gleichsam mehrere Tode gestorben. Auch sie war ein wenig enttäuscht, als es so aussah-, als wenn ihr Ritter den unvermeidlichen Kamps umgehen wollte. Kaum aber verhallte in der Luft, aus dem Munde des Herolds, Telramunds beißend bittere neue Herausforderung, als der silberne Ritter, zugleich mit dem schwarzen, ruhig den gehörigen Abstand nahm, das Visier verschloß und blitzschnell, wie ein Knäuel vom Licht und -Glanz, gegen die schwarze Vermummung airprallte. -Tas ganze Ereignis war so schnell gekommen und vorübergegangen, daß die meisten der Zuschauer glaubten, der Kampf habe noch nicht angesangen, obgleich -er bereits entschieden war. -Tenn Telramund hatte einen ebenso jämmerlichen, als furchtbaren Fall getan und zappelte hilflos auf der Erde. Es gelang ihm dann noch mit Mühe, halbkniend, das Schwert zu ziehen, als sich der silberne Ritter vom Pferde geschwungen hatte und mit großen Schritten auf ihn zustürmte. Und nun zeigte sich, wie auch in diesem Ritter Hilfreich, der den sanften Schwan zur Helmzier gewählt hatte, der duutpfe und blinde Jähzorn seines Vaters Parsival auflodern konnte. Der Gralritter riß dem Verleumder den Helm vom Haupt, das Schwert aus der «Faust und schlug ihn mit der gepanzerten Rechten nieder, mit furchtbarem -Laut, wie wenn man ein Tier mit der Axt -erschlägt. Die Weiber kreischten und wurden ohnmächtig. Tie silberne Rüstung des Schwanenritters war, wie bei -einer häßlichen Schlächterei, von Blut gefärbt; das seinem Opfer stoßw-eis aus Mund und Nase stürzte. _______________ Vermischtes. * Der Eherekord der B u r e n i r a u. Aus N a t a wird berichtet: Einen einziaartigen Rekord in der Weltchronik der Ehe dari eine Burenirau für sich in Anspruch nehmen, die in Prätoria lebt, 78 Jahre zählt und sich rühmen kann, mehr Männer gehabt zu haben und mehr Kinder zu besitzen als alle anderen Frauen in Südafrika. Fran Theila de Beer ist heilte Witlve; sie begann die stattliche Reihe ihrer Ehen als 18jähriges Mädchen. Damals heiratete sie Petrus Jacobils Lubbe, der aber bald starb und sie mit einem Kinde zurücklieb. Zean Monate später nahin sie einen zweiten Mann, einen Witwer mit drei Kindern, aber nach einein Jahr und fünf Monaten entriß das Schicksal ihr nncl) diesen Lebensgeiährten und sie blieb als Witlve mit vier Kindern zurück. Zum dritten Male trat sie fünf Monate später vor den Traualtar, auch diesmal schenkte sie einem Witwer ihre Hand, nur daß der diesmal gewählte Gatte gleich sieben Kinder mit in die Familie brachte. 'J9iit ihm lebte sie elf Jahre lang in glücklicher, friedlicher Ehe, schenkte sieben Kindern das Leben, aber dann ward ihr auch dieser Mann eiitrissen. Nun blieb sie fünf Jahre lang Witwe, doch nach Ablauf dieser Zelt heiratete sie zum vierten Male: diesmal einen Witiver mit acht Kindern. Sie schenkte ihrem Manne noch vier Kinder dazu und nach elf Jahren starb der glückliche Vater. Fünf Jahre darauf heiratete sie Hendrik Klapper; nach elf Jahren mußte auch er in die Grube, nachdem er an zehn Kinderir Valer- sreuden erlebt hatte. Nun gingen zivei Jahre ehelos dahin; als aber die Witwe Hendrik van Wyk kennen lernte, sprach ihr Herz noch einmal und sie reichte diesem sechsten Erivählten die Hand; Hendrik vaii Wyck ivar gleich der Mehrzahl seiner Vorgänger Witwer und brachte fünf Kinder mit in die Familie. Vor Kurzem hat ihn nun der Tod dahingerasst, nachdem er elf Jahre lang als glückliches Familienoberhaupt dem höchst stattlichen Haushalte vorgestanden hatte. Die trauernde Witwe ist heute Mutter und Stiefmutter von 4 9 Kindern und zugleich Großmutter von 270. kf. Das Hotel der Nachtschwärmer. In unserer modernen Zeit muß jeder „nach seiner Fasson" leben können. EI gibt Leute, die bei Tage arbeiten und bei Nacht schlaien. Un- streitia gibt es aber auch solche, die bei Tag schlafen und bei Nacht arbeiten. Die dritte Kategorie, die bei Tag und Nacht schläft, mag außer Acht gelassen werden. Also: für Leute, die bei Tage schlaien und bei Nacht arbeiten, ist nun in New Jork ein Hotel gebaut worden, in dem sie nach ihren „Prinzipien" leben können. Die beiden obersten Stockwerke des Hotels sind nahezu hermetisch von den unteren abgeschlossen. Kein Lüftchen, kein Hauch dringt von unten nach oben, geschweige denn von oben >iach unten. Oben wohnen die Nachtarbeiter uitb Tagschlafer, unten Hansen die Nacht- schlafer und Tagarbeiter. Jede der beiden Abteilungen hat ihr Restaurant, ihre Bar, kurz alles, ivas zum Dafein und zunr Zeitvertreib gehört. Nur werden beifpielsweise die Speifen in dem Restaurant der oberen Abteilung zu anderen Zeiten serviert als in dem der unteren. Gefrühstückt wird oben von 4 Uhr nachmittags on, unb daran schließen sich dann die anderen Mahlzeiten in den üblichen Zeitabständen an. Das Tiner wird zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens aufgetragen und das Souper .... ja nun, wenn man es eben haben will. ff. Wer ist der größte ReklaMeheld? Das als etwas indiskret bekannte Pariser Witzblatt „Fantasto" hat jüngst unter seinen Lesern eine Abstimmung darüber veranstaltet, wer der größte Reklameheld sei. Es fragte nach dem größten „raseur“, und unter einem raseur versteht der Pariser jemanden, von demj andauernd geredet wird, einerlei ob mit seiner Einwilligung oder ohne sie. Das Ergebnis der Abstimmung ist nun: der größte Reklameheld ist Roosevelt. Dann folgen in der Liste der Boxer- meister Carpentier, Gunsborg, der Leiter der Oper von Monte Carlo, hierauf Gaby Deslys, die schöne Freundin des einstigen! Portugiesenkönigs, weiter der dichtende Sohn Rostands, hierauf der Schauspieler Le Bargy, von dem bei uns gelegentlich seiner Zweikämpfe viel die Rede war, dann folgt der große Bildhauer Rodin, aber erst ziemlich weit unten in der Liste steht Jaurss. Es ist wahrlich eine recht bunt zusammengewürfelte Gesellschaft tioit Leuten, denen der „Fantasio" den eigentlich nicht sehr ehrenvollen Beinamen „raseur“ verleiht. * Ordnung muß sein. Schaffner (zu einem Bauern)! „Warum klettern Sie denn wieder heraus? - Der Zug fährt gleich! ab!" — „Da steht „Raucher", und ich hab meine Tabakpfeif vergessen." ____________ Büchertisch. •— Die Schaubühne, herausgegeben von Siegfried Jaeobsohn, enthält in der Nummer 43 ihres achten Jahrgangs : Matkowsky-Literatur. Von Julius Bab. — Der Liebende und die Schläferin. Von Felix Braun. — König Heinrich der Vierte. Von S. I. —■ Sommer. Von Alfred Polgar. — Weingartner. Von Paul Schlesinger. —iHerrnfeldtheater, Zirkus, Kino. Bon W. Fred. — Die Schauspielerin. Von Artur Müller. — Mannheim Frankfurt, Darmstadt. Von Hermann Sinsheimer. — Tartüff im Reifrock. Von Kurt Pinthns. — Wie man einen Mann! gewinnt. Bon Artur Sakheim. — Münchens „Bonboniere".. Von Artur Reißer. — Neue Werke. Annahmen. Uraufführungen. Bemerkenswerte Aufführungen. Jubiläen. Theater des Auslands. Neue Bücher. Zeitungen und Zeitschriften. Zensur. Bilanzen. Preisausschreiben. Personalia. Engagements. Nachrichten. Die „Schaubiihne" erscheint wöchentlich im Umfang von 32 bis 40 Seiten und kostet: 40 Pfg. die Nummer, 12 Mk. jährlich. Probenummern durch alle Buchhandlungen und Postanstalten sowie durch den Verlag der Schaubühne, Charlottenburg, Derilburg- straße 25. — D i e deutsche Literatur des neunzehnten Jahrhunderts von Richard M. Meyer, Professor an der Universität Berlin. Volksausgabe: Erstes bis zwölftes Tausend. 704 Seiten 8 °, mit 9 Bildnissen, brosch. 4.50 3Jif.,- geb. 5.50 Mk. (Berlin 1912 bei Georg Bondi). Das berühmte Werk wird von den meisten Kennern für die beste Literaturgeschichte der neueren Zeit erklärt: so kam Professor Otto Haruack in einer eingehenden Kritik zu -dem Schluß: „Wir besitzen bis jetzt keine Darstellung unserer nachklassischen Literatur, die nicht durch R. M. Meyers Buch überholt wäre, und sicherlich wird es für alle Zeit ein Markstein in der Geschichte unserer Literaturbetrachtung bleiben." Aehnlich urteilten sehr viele andere hervorragende Gelehrte, ähnlich urteilte auch das Publikum-, dessen Bilduugs- drang in wenigen Jahren vier Auflagen nötig machte, obgleich eine jede 4000 oder 5000 Exemplare zählte. Um eine noch weit größere Verbreitung zu ermöglichen, läßt der Verlag das Werk jetzt in einer sehr hübsch ausgestatteten Volksausgabe zu einem erstaunlich billigen Preise erscheinen (der weniger als die Hälfte des bisherigen Preises beträgt). Dies ist um so erfreulicher, weil das Buch im höchsten Maße verdient ein Volksbuch zu werden: ist doch diese glänzend geschriebene Literaturgeschichte hierzu wie kaum ein anderes Werk der Wissenschaft berufen. BilderräW. AuflöMlig in Huum.t -wummer. Auslösung des Rätfels in voriger Nmnmerr D a m e n m a n t e I. Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Stemdruckerei, R. Lange, Gießen