»ST UMWU Lommerleulnants. Roman von Walter Bloem. Copryght 1910 by Grethlein 8c Co. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Oberst ging die Reihe entlang und wiederholte die Frage nach Namen und Stand. Dann trat er mit ein paar raschen Schritten vor die Mitte der Herren, streifte noch einmal kreuz und quer mit den Augen ihre Front ab und sprach: „Meine Herren, ich begrüße Sie. Ich habe mir erzählen lassen, daß das Regiment, das zu führen ich seit kurzem die Ehre habe, einen überaus tüchtigen Ersatz an Reserveoffizieren sein eigen zu nennen das Glück hat. Ich kann also mit vollem Vertrauen Ihrer Mitwirkung an unserer gemeinschaftlichen Arbeit entgegensehen. Wer, wie ich, zwei Feldzüge mitgemacht hat, weiß, was die Armee an den Offizieren des, Beurlaübtenstandes besitzt. — Sie kommen zu uns, um bei uns.zu lernen — ich bin aber überzeugt, daß Sie uns auch etwas mitbringen: Sie bringen uns einen Gruß des Volkes, zu dessen Schutz wir bestimmt sind. — Sie, bringen uns einen Gruß der Geistesarbeit, die unterm Schirm unserer Waffen gedeihen soll. — In diesem Sinne begrüße ich Sie alle —als das lebendige Band zwischen dem aktiven Offizierkorps und dem Volk, um dessentwillen wir alle da sind. — Ich wünsche Ihnen, daß Sie sich Wohl fühlen in unserer Mitte, und daß Sie nach Ablauf Ihrer acht Wochen nicht nur gebräunt und gekräftigt, sondern auch an militärischen Kenntnissen bereichert und durch freudige Erinnerungen gefördert an die Stätte Ihrer Lebensarbeit zurückkehren mögen. Ich danke Ihnen, meine Herren!" Er grüßte, und wiederum flogen die Hände der eingezogenen Herren an die Helmschienen. Nun wandte er sich zu den Stabsoffizieren, welche bisher, von den Hauptleuten und aktiven Leutnants umringt, den Worten des Obersten zugehört hatten, und schritt im Geplauder dem Korridor zu, der auf das Regiments- burcau führte. Kaum war er verschwunden, da löste sich die feierliche Erstarrung, und die Gruppen der aktiven und Reserveoffiziere vermischten sich zu lautem Gelächter, schnarrendem Geplauder — und säbelrasselnd, sporenklirrend schritten die Herren über den hallenden Kasernenhof zum Kasino hinüber. An allen Fenstern der endlosen Fronten wurden neugierige Köpfe sichtbar — an allen Wasch trögen standen Gruppen von Soldaten in Feldmützen und Drillichzeug, die nun ihre Arbeit unterbrachen und, Bürsten mtb1 Monturstücke in der Hand, zur vorgeschriebenen Haltung erstarrten, bis die Gruppe der Offiziere an ihnen vorüber war. Und als nun Hie ersten der Herren die Stiegen der Treppe zum Kasino betraten, da scholl von drinnen der schmetternde Klang der Regimentsmusik, die den Einzugsmarsch der Gäste aus Tannhäuser den einrückenden Kameraden entgegensandte. Nach wenigen Minuten, die man harrend und plaudernd im Rauchzimmer zugebracht, erschien der Kasinovorstand Oberleutnant Menshausen und bat die Herren zu In breiten Güssen fiel die langsam sinkende Nachmittagssonne durch die hohen Fenster des Speisesaales über die hufeisenförmig aufgestcllten Tische, auf denen heute zur Feier des Tages der reiche Silberschmuck des Regiments blinkte, umgeben von einer wahren Ueberlaft bunter Herbstblumensträuße, die dem Garten des Kasinos entstammten —. und .um die Tafel gruppiert etwa vierzig blühende Jugendgestalten r— von dem Kommandeur des ersten Bataillons, Major von Sassenbach, der als einziger Stabsoffizier an der Tafel teilnahm, bis herunter zum blutjungen Fahnenjunker, der kaum der Presse entschlüpft war und sich im Rock des Füsiliers uno angesichts so vieler Vorgesetzter kaum zu rühren — kaum den Mund aufzutun getraute. Allen diesen Erscheinungen gemeinsam war der vorschriftsmäßige Schnitt des Haars, soweit sich dies nicht schon verflüchtigt hatte und spiegelnde Stirnen oder Glatzen sreiließ — war gemeinsam der modische Bürstenschnitt des Schnurrbarts, gemeinsam die straffe Haltung, die lebhaften und doch gemessenen Bewegungen, der scharfe Klang der Stimmen, die gewohnt waren, im Gelände weite Entfernungen zu beherrschen oder sich durch das Rollen des Schnellfeuers hindurch Geltung zu verschaffen. Auf den ersten Blick aber waren die Herren des Beurlaubtenstandes an der bleicheren Hautfarbe, der etwas nachlässigeren oder steiferen Haltung, dem mehr ins Geistige gewandten Ausdruck der Gesichter und Augen zu unterscheiden. Doch das alles würde sich nun bald verwischen — waren doch diese sechs Männer nur hierhergekommen, um wieder Soldaten zu werden, um sich wieder einzufügen in den gewaltigen Organismus, in dem auch sie nichts als dienende Räder sein sollten und sein wollten. Diese Einfügung ,und diese Anpassung, so sagte Flamberg "sich stillsinnend, diese Verschmelzung würde ihnen der Geist der Kameradschaft erleichtern. Der Geist der Kameradschaft, der alle, denen Seine Majestät Epaulettes und Schärpe verliehen hatte, zu einer.großen Schar von Verbrüderten zusammenschloß, in der ungeachtet aller Abstufungen der Begabung und militärischen Befähigung, ungeachtet aller Klüfte der Herkunft und der Anschauungen, jeder gleichberechtigt war, in der es keine andern Unter!» schiede gab, als die der Dienststellung — und auch diese Unterschiede galten nur im Dienst — außerhalb des Dienstes gab es nicht Vorgesetzte, nicht Untergebene — gab es nur ältere und jüngere Kameraden — gab es nicht aktive Offiziere und nicht Offiziere des Beurlaübtenstandes — gab es nur Offiziere, das heißt: Träger des einen preußischen 470 Soldatengeistes, der inmitten aller Wandlungen der Weltanschauung und der sittlichen Begriffe das alte Ideal der Ritterlichkeit verkörperte, das die Heere des Großen Kurfürsten, des Alten Fritzen, das Heer der Befreiungskämpfer, wie die Scharen Wilhelms des Siegreichen durch Nacht zum Licht, durch Kainpf zum Siege geführt hatte. Und dieser Geist der Kameradschaft, so ernst er sich betätigte im Dienst und in dem, was dem Dienste gleich galt: in der Auffassung feder großen Lebenspflicht — in der Sphäre der Geselligkeit erwies er sich als ein heiterer Geist, ein Geist freudiger Lebenslust. Munter schwirrten die Gespräche hinüber und herüber — noch war kaum der erste Gang serviert, da traten an die Stelle der hellgrünen Moselflaschen die goldbekapselten der Sektspezialmarke des Kasinos. Munter knallten die Pfropfen H und in den Spitzgläsern perlte der weiße Schaum: „Luxus rind Wohlleben griffen um sich." Major vou Sassenbach schlug ans Glas. Er war kein großer Redner vor dein Herrn — es fiel ihm schwer, selbst nur ein paar formelhafte Begrüßuugsworte znsammenzu- stottern, und sein Adjutant, der Leutnant Blowitz, den er mit diesem ausdrücklichen Auftrage sich gegenüber gesetzt hatte, mußte ihm soufflieren. Aber aus den ungefügen Worten des alten Soldaten leuchtete herzliches Wohlwollen, und obwohl manches Lächeln der Hörer seine gewaltigen Kraftanstreugungen begleitete, klang doch das dreifache Hurra auf die eiligem zogenen Herren, in das er seine Rede ausmünden ließ, kräftig und munter durch den Saal. — Die Begrüßten beeilten sich, mit dem Major anzustoßen, und nun die letzte offizielle Handlung des Begrüßungstages überstanden war, atmete alles auf, und es löste sich der letzte Rest von Förmlichkeit und Zurückhaltung. Kreuz und quer durch den Saal schollen die Rufe der Tafelndeu, die einander zutranken. Mit vorschriftsmäßigem Ruck schnellten die Angerufenen in die Höhe, wenn der Major oder einer der anwesenden Hauptleute einem der Leutnants oder gar der zur Tafel zugezogenen Vizefeldwebel der Reserve, Fähnriche oder Fahnenjunker zutrank; aber regelmäßig winkte der Anrufende, Platz zu behalten — nur die Pflicht blieb bestehen, als Dank für den Zutrunk des Vorgesetzten sein Glas bis auf die Nagelprobe zu leeren. Flamberg saß zwischen seinem Kapitän, dem scmmel- blonden Herrn von Brandeis, und dem flaumbärtigen Kompagniekameraden, Leutnant Carstanjeu, dein Sohn einer- reichen niederrheinischen Fabrikanteufamilie. Zunächst mußte natürlich Flamberg erzählen. „Na, Flamberg, Sie sind ja inzwischen sowas wie'n berühmtes Tier geworden — alle Augenblicke hat inan int Lesezimmer in den illustrierten Zeitschriften irgend so 'ne Pinselei von Ihnen abgebildet gesehen — natürlich immer die schönsten Weiber des europäischen Kontinents — Sie Schlemmer, Sie. . ." „Haben Herr Hauptmann etwas anderes von mir erwartet ?" , »Ne, ne — ich weiß Wohl, Sie hatten ja damals schon 'nen starken Hang fürs ewig Weibliche! Erinnern Sie sich noch, tote wir damals in Mechernich in der Eifel mit der ganzen Kompagnie in der schauderhaften Kneipe einauar- ttert wurden und für Sie und für — na, wer war's doch damals? Quincke wohl . . ■ „Jawohl, ganz recht, Quincke, Herr Hauptmann!" ,, "Na also — für Sie beide nur dadurch Quartier zu schaffen war, daß bte beiden Töchter des Wirts aus ihrem Jungfernstübchen 'rausgewiesen wurden und oben auf dem Heuboden kampieren mußten. Damals haben Sie die beiden Mädels gezeichnet. Erinnern Sie sich noch? Na, nachher waren sie nicht von Ihnen weggegangeu — alle beide i- was? Ja, an sowas läßt man sich natürlich nicht gern 2»unnern, wenn man inzwischen Bräutigam geworden ist!" „Oh!, was das anbetrisft, Herr Hauptmann: das Wort „bereuen" kommt in meinem Lexikon nicht vor." Der Heute Carstanjen spitzte die Ohren und rief da- zwtschen: „Donnerwetter, Herr Hauptmann, das scheint ja ne verflucht interessante Geschichte gewesen zu sein! ">chlen Herr Hauptmann die nicht etwas ausführlicher erzählen?" ' „Sttö>fen Sie sich die Ohren zu, Sie Kiekindiewelt," antwortete Brandets, „sind noch viel zu klein für - für solche Geschtchten!" ,,'Herr Hauptmann unterschätzen mich!" lachte Carstanjen. Brandeis fragte seinen Gast: „Wissen Sie auch schon, daß wir nächstens im Kasino ein feenhaftes Zauberfest in Aussicht haben?" Flamberg erbat genauere Auskunft/ und der Hauptmann berichtete: „Also am 18. August feiert doch das Regiment die siebenunddreißigste Wiederkehr des Tages von Gravelotte . . . Na, das wissen Sie doch aus der Regimeutsgeschichte?!" „Ei gewiß: Sturm auf Point du jour, 118 Tote, 326 Verwundete! ,2 Eiserne Kreuze erster und 18 zweiter Klasse ins Regiment!" „Alle (Achtung!" meinte Carstanjen, „so hab, ich's ja nicht mal am Schnürchen!" „Eh . . . tote oft hab ich das schon meinen Kerlen in der Jnstruktiousstunde eingebläut ... da werd ich's doch selber nicht vergessen haben! — So . . . und das wird also diesmal in großem Stile gefeiert?" „Ja," erklärte Brandeis, „Sie wissen: der neue Kommandeur ist erst vor vierzehn Tagen angekommen, und so soll das alljährliche Regiments fest diesmal zugleich als Begrüßung für die neue Kommandeuse int Kreise der Damen gefeiert werden... es gibt ’ne große Gartenfote int Kasino — Diner — Theatervorstellung — zuletzt natürlich Tatiz!" „Theatervorstellung?" fragte Flamberg interessiert. „Nanu . . . das kann ja interessant werden . . . was gibt's denn?" „Bei der zweiten Kompagnie steht ein einjährig-freiwilliger Unteroffizier, ein Referendar seines Zeichens, zugleich in seinen zahlreichen Mußestunden Reiter auf dem Musenklepper . . . bett hat Frau von Sassenbach — bie ist nämlich Patroneß der Veranstaltung — ’raugebänbigt und zum Dichten kommandiert. Er hat sowas wie ’n allegorisches Festspiel verübt. . . ihre beiden Töchter spielett natürlich mit; das war wohl auch der Hauptzweck der Hebung, die zwei Mädels mal wieder gehörig in Szene zu setzen — übrigens meine Frau wirkt auch mit —" „Herr Hauptmann sind verheiratet? . . . das erste, was ich höre . . . seit wann denn, wenn ich fragen darf?" „Seit eineinhalb Jahren!" sagte der Hauptmann, „übrigens eine Landsmännin von Ihnen, ein Fräulein Cäcilie Jtnhof... na — der Name wird Ihnen ja nicht unbekannt sein!" — Cäcilie Imhof . . . Bei diesem Namen stieg in Martin Flamberg eine Erinnerung auf, die Erinnerung an ein braunes, kapriziöses Mädchenköpfchen, Has durch seine Jugend hingehuscht war wie so viele andere, ohne just eine dauernde Spur in seiner Seele zu hinterlassen . . . Immerhin war seine Erinnerung lebhaft genug, daß ihn die Vor- stelluttg, dieses Gesichtchen neben dem platt-behaglichen Puppenkopf des Hauptmanns von Brandeis auftanchen zu sehen, mit seltsamen Empfindungen erfüllte . . . In Gesellschaft hatte der junge Maler, damals noch ein völlig Namenloser, zuweilen das junge Mädchen getroffen und war von ihr ganz und gar nicht beachtet worden! . . , das war kein Wunder; betttt sie war ein gefeiertes und da- mals schon, in ihrer zartesten Backfischjugend, vielumworbenes Geschöpfchen ... bte Tochter einer alten Familie reicher Bankiers unb Industrieller . . . unb' er, Martin Flamberg, mußte sich bamals noch zu jeher Gesellschaft für zwei Mark fünfzig einen Frack ausleihen. . . In den Tagen seines jungen Ruhms, war er ihr nicht mehr begegnet. Ihr Vater hatte sich von den Geschäften zurückgezogen und war nach Wiesbaden übergesiedelt, um den heilkräftigen Quellen nahe zu sein, deren beständige Einwirkung seine Gicht verlangte. . . und nun war das verwöhnte Kind die Gattin eines braven, unbedeutenden Jnfanteriekapiitäns... merkwürdig. . . ( , „Na? entsinnen Sie sich, meiner Frau noch?" fragte Herr von Brandeis. „Herr Hauptmann sehen, ich- versuche mich zu besinnen, aber ich finde nur eine sehr blasse Reminiszenz." „Na, i§ ja auch egal," meinte der Hauptmann, „Sie werden ja nächstens Ihre Erinnerungen auffrischen können; denn selbstverständlich hoffe ich doch, Sie recht bald in meinem Hause zu sehen . . . meine Frau wird sich jeden-! alls sehr freuen . . Flamberg verneigte sich. 471 -,Na, und nun erzählen Sie mal von sich! . . . Sie haben sich ja inzwischen auch verankert . . . hoffentlich recht vorsichtig gewesen in der Wahl. Ihres Herrn Schwiegerpapas?" „Mein Schwiegervater ist Beamter!" sagte Flamberg, „übrigens, ich bin, Gott sei Dank, seit einiger Zeit auf besonders Vorsicht in dieser Beziehung nicht mehr angewiesen." „Aha . . . na natürlich . . . verdienen jetzt aasige Däuser . . . das versteht sich. . . Porträtmaler — Portemon- naiemaler —- alte Geschichte! — Ja, sehen Sie, so gut geht's unsereinem nun nicht, das ist noch das einzig Schöne an unserm Beruf, daß es uns kein Mensch Übelnehmen kann, wenn wir unserer Zukünftigen nicht nur in die Augen, sondern auch ein bißchen ins Portemonnaie sehen . . . Na, und in der Beziehung kann ich ja nicht klagen, wie Sie sich denken können . . . übrigens auch in anderer Hinsicht hab ich direkt märchenhaften Dusel gehabt . . . meine Frau heißt nicht umsonst Cäcilie ... die sollen Sie mal Klavier spielen hören — und singen . . . Na, ich sage Ihnen ja: Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf!" Er füllte sich und dem Gaste die Sektkelche und hob ihm das Glas entgegen. „Na also in diesem Sinne, lieber Flamberg: unsere Damen! — So . . . Sie wollen auch mit« trinken, kleiner Carstanjen ... ach Unsinn . . . verstehen Sie ja noch gar nichts von . . . aber mit anstoßen dürfen Sie doch . . . Kommen Sie mal her mit Ihrem Pokal!" „Ich kann nur noch einmal wiederholen: Herr Hauptmann unterschätzen mich!" schmunzelte Carstanjen mit spitzbübischem Lächeln auf seinem verwöhnten Geckengesichtchen. . „Sie, Flamberg," sagte der Hauptmann, „ich hoffe. Sie werden mich bei der Erziehung dieses kleinen Windhundes da ein wenig unterstützen — das ist auch einer von denen, mit denen 's der Herrgott gar zu gut gemeint hat — und das ist ihm zu Kopf gestiegen — wenn er also üppig wird, danil hauchen Sie ihn nur gehörig an —- weinen Segen haben Sie — und einen Gotteslohn verdienen Sie sich überdies !" t „Na, wir zwei werden uns schon vertragen! — Was meinen Sie, Herr Carstanjen?" Das herzliche, offene Lachen, mit dem der Reserveoffizier dem jungen, aktiven Kameraden das Glas entgegenhielt, verscheuchte den Ausdruck von anmaßender Gekrankt« heit, der das hübsche, eitle Gesicht überhuscht hatte. Und so leerte die Königliche Erste eine Flasche Spezialmarke nach der andern in ungestörter Harmonie. (Fortsetzung folgt.) Erinnerungen aus dem Kriea zwischen Hessen und Preußen (866. Von Justizrat Fr. Krafts (Büdingen). (Fortsetzung.) Eine Spionagegeschichte muß ich noch aus Schotten berichten, deren Richtigkeit mir von den dabei beteiligten Hauptpersonen bestätigt worden ist. Am 5. oder 6. Juli traf in Schotten der Großh. Oberförster von W e i t e r s h a u s e n, genannt die Büchs, ein. Er war in Schotten sehr bekannt, ein Studiengenosse des Landgerichtsassessors Fresenius. Er .äußerte seine Absicht, nach dem Hauptquartier zu gehen, wo er mit seinem Bruder, dem hessischen Oberst von Weitershausen, zusammentreffen wolle. Man riet ihn dringend von dieser Tour ab. Assessor Fresenius (der sogen. Grüne), sagte: „Büchs, nimm dich in Acht, du wirst ganz gewiß als Spion wieder hergebracht." Weitershausen lachte seinen Freund aus. „Wie kann ich, der Oberförster von Weitershausen, der Bruder des Obersten von Weitershausen im eigenen Land als Spion in Verdacht kommen?! lächerlich!" — „Nimm dich in Acht!" warnte Fresenius nochmals. Weitershausen ging seines Wegs. In Eschenrod, eine Stunde von Schotten, empfand er Durst und kehrte in einer Wirtschaft ein. Tort traf er einige Unteroffiziere, ich weiß nicht mehr von welchem Truppenteile. Er setzte sich zu ihnen und vertraute ihnen an, daß er ins Hauptquartier zu seinem Bruder, dem Obersten von Weitershausen wolle. Tiefe und andere Aeußernngen kamen den Leuten verdächtig vor. Sie fragten ihn nach seinem Namen und Wohnort. Er war damals im Odenwald, ich glaube in Michelstadt, angestellt und da ihnen auch das verdächtig war, so fragten sie ihn nach seinen Legitimationspapieren, und da er keine hatte, erklärten sie ihn, als der Spionage verdächtig, für verhaftet. Zum Glück fiel ihm ein, daß in Eschenrod ein Pfarrer wohnte mrt dem er studiert hatte, namens Köhler. Er teilte dies seinen Wächtern mit und erklärte, daß der Pfarrer sofort seine Identität bestätigen werde. So wurde denn Weitershausen ins Pfarrhaus gebracht und der Pfarrer gefragt, ob dies wirklich der Grvßh. hessische Oberförster von Weitershausen sei. Nun war Pfarrer Köhler ein etwas boshafter Mensch. Er betrachtete den Gefangenen von oben bis unten, erhob die Hand und sprach mit den Worten der Schrift; „vrö kenne den Menschen nicht!" — „Aber Köhler, du kennst mich doch, wir haben doch zusammen studiert. Tu weißt doch, daß ich der Oberförster von Weitershausen bin, du kennst doch die Buchs." — „Ich kenne den Menschen nicht," wiederholte der Pfarrer, und damit war das Geschick des Oberförsters besiegelt. Er wurde unter starker Bewachung nach Schotten gebracht und dem Assessor vorgeführt. „Hab ich dirs nicht vorausgesagt," lachte dieser und entließ die eifrigen Krieger. Tie Büchs aber gab ihren Besuch im Hauptquartier auf. Tiefe heitere Geschichte begab sich, nachdem ich bereits in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli um 1/22 Uhr die Heimreise: angetreten hatte. In den Ortschaften, durch die die Post kam, bis nach Hungen, konnte ich keine Einquartierung wahrnehmen. In Hungen waren kurhefsische Husaren im Aufbruch, die den Schluß machten. In Gießen traf ich alles voll kriegerischen Lebens. Am 4. Juli war die badische Division, 5000 Männ stark, eingezogen, mit Artillerie und Train. Tie Bürgerschaft hatte die Truppen mit offenen Armen ausgenommen. Tie Gießener Jungfrauen fertigten für sie schwarz-rot-gelbc Armbinden an. Ueber- wurden die Soldaten freigehalten. Tie Leute waren kriegerisch gesinnt, sie hofften, bald mit den Preußen zusammen zu treffen. Es steckte in ihnen noch ein Ueberrest von Groll gegen die Preußen aus der Zeit des badischen Aufstandes von 1849. Anders war es mit den Offizieren. Ihnen war die Einmischung Badens in den Kampf Preußens mit Oesterreich um die Vorherrschaft offenbar nicht sympathisch. Auch waren sie wegen des Erfolgs sehr skeptisch, zumal an diesem Tage bereits die Nachricht von dem entscheidenden Ausgang der Schlacht von König- grätz nach Gießen gedrungen war. Am Vormittag des 5. Juli erschienen Truppen oben am Abhang der Hardt. Mit bloßem Ange konnte man einzelne, wie es schien Ofsiziere, hin- und herreiten sehen. Tann und wann tauchte auch eine Gruppe von Helmen ans. Ich konnte dies mittelst eines Fernglases feststellen. Es war in einer Entfernung von 20 Minuten von der Stadt. Tie Badenser fuhren infolgedessen auf der Lahnbrücke und auf 'dem Galgenberg (Rodberg) Kanonen auf. Tabei blieb es aber, zumal die preußischen Truppen offenbar nur demonstriert hatten. Nachrichten aus dem Hauptquartier hatten die Badener nicht, es war für sie ganz neu, daß am 3./4. Juli dasselbe 0 st w ä r t s nach Rixfeld verlegt worden w a r,■ was i ch einem badischen Offizier mittetlen konnte. Von dort nach Gießen war eine Strecke von 14 Wegstunden. Eine Verbindung bestand absolut nicht. Insbesondere war damals keine Rede von Telegraphen, außer an den Eisenbahnen. Solche gab es aber im Osten unserer Provinz noch nicht. In Ermangelung von Weisungen durch den Oberbefehlshaber verließen die Badener am 6. Juli in aller Frühe unsere Stadt und zogen sich dahin zurück, woher sie gekommen. Sie sind auch erst einige Tage darauf wieder in die Verbindung mit den Streitkräften des Prinzen Alexander eingetreten. Damit sollte der badische Verrat, unter welchem Titel eine besondere Broschüre erschien, begonnen haben. Als Vorhut des linken Flügels des Korps und zur Aufklärung waren zwei Regimenter Kavallerie gen Norden gezogen, ein Regiment Württemberger Dragoner und unser Chevaulegers-Regiment. Sie standen am 6. Juli im Walde auf der Höhe von Neustadt (Main-Weserbahn) an der Staatsstraße von Wahlen. Ihre Vorposten befanden sich am Waldesrand, etwa 400 Meter von dem Städtchen, 10 Wegestunden von Gießen und etwa 12 vom Hauptquartier bei Lauterbach. Sie wußten weder, wo dieses war, noch wo die Badener standen. Etwa um 10 Uhr erschienen auf der Main-Weserbahn von Norden kommend, kurz hintereinander zwei Züge mit Militär. Der vordere Zug hielt bei Neustadt. Es formierte sich eine Kolonne und es wurden sofort Schüsse auf die Vedetten am Waldesrand abgegeben. Das Ergebnis war, daß die beiden Regimenter Kehrt machten und in e i n e r Tour über Kirtorf, Grünberg, Hungen, beziehungsweise Lich, Butzbach, bis in die Gegend von Friedberg zurückritten. Tas war eine Wegstrecke von 14—15 Stunden. Diese Tatsache erfuhr ich bereits anderen Tags durchweinen noch lebenden hessischen Ofsizier und durch die int Edelhof zu Ober- Mörlen bei Bad-Nauheim einqnartierten Chevaulegers. Tie Schwadron war spät Abends angekommen und 26 Mann wurden im Schlosse resp. den Oekonomiegebäuden untergebracht. Es gehörte damals zu meinen Obliegenheiten, in Abwesenheit des Eigentümers, im Schlosse nach dem Rechten zu sehen. Ter Eisenbahnzug, der mich am Nachmittag des 7. Juli wieder nach Gießen znrückbrachte, war der letzte, der auf der 472 Strecke ging. Noch am nämlichen Tage würde die Bahn unfahrbar gemacht, von welcher Seite weiß ich nicht. . Wenige Tage später sich weih nicht genau an welchem ^,age), erschien ritt Hua preußischen Militärs ttt Gießen und nahm von der Stadt 'Besitz. Ter Großherzogliche Provinztaldtrektor Tr. Goldmann, der spätere Oberkonsistorialprastdent, wurde aufgefordert, die Verwaltung für Preußen Wetter zu fuhren. Als er lick dessen weigerte, wurde er verhaftet und nach der Festung Wesel verbracht. Von da ab erschienen fast täglich Abteilungen von preußischen Mannschaften auf dem Bahnhof von Gießen, meist Abends. Es war eine lächerlich geringe Zahl, die von Wetzlar aus die hessische Umgegend beherrschte. Nach mentet Schätzung sind es höchstens eine bis zwei Kompagnien gewesen. Aber Abteilungen davon waren überall und nirgend, in Butzbuch wurde Einquartierung von 8000 Mann angesagt. Es wurden überall für die nächste Zeit Fuhrwerke requiriert, kurtz es schien, als sei eine bedeutende Truppenntacht in Anmarsch. Es war aber alles Spiegelfechterei. Denn die ganze Rheinprovinz war damals tatsächlich von mobilen Truppen entblößt, und die fliegenden Truppen-Kolonnen die unser Land tmd Nassau unsicher machten, ließen stch tm ganzen auf den Bestand kaum einer Brigade zurückführen, und es war scherzhaft zu hören, daß die Festung Mainz aus etmgeit Feldgeschützen beschossen worden sei. Ueber alle diese bringe fehlen die preußischen Berichte. Von Homburg vor der Höhe aus wurde während jeiter Zeit, wo die Verbindung mit den Behörden in Darmstadt abgeschnitten war, durch den preußischen Regierungskommissär unsere Provinz regiert, das heißt, er ließ alles gehen wie es ging. Nur etn Kreisrat Tr. D. hatte sich zwischen zwei Stühle gesetzt. Nach Herstellung der Ordnung weigerte Preußen sich, ihn zu übernehmen, Hessen wollte ihn natürlich nicht. So wurde er als junger und sehr tüchtiger Mann pensioniert. Ein Verwandter von mir, der Großh Kreisrat Trapp in Friedberg, weigerte sich entschieden, für Preußen zu verwalten, von dessen Verhaftung wurde aber abgesehen. Tie Kreise Alsfeld und Büdingen wurden ganz unbehelligt gelassen. 1 ' ' ! >5 Landrat Dietz-Taber residierte im Landgrafenschloß in Homburg v. d. H. Ich habe ihn dort während des Interregnums einmal geschäftlich aufsuchen müssen und fand einen sehr konzilianten Herren in ihm. Am 6. Juli standen die beiden Württemberger Regimenter, die ich in Schotten kennen gelernt hatte, ttt der Nähe von Lauterbach, das eine war auf der Straße nach Fulda vorgeschoben. Ter Stab lag in A n g e r s b a ch eine Stunde von Lauterbach ostwärts, der Oberst mit Mehrereit Offizieren war im Pfarrhaus, bei einem Onkel von mir, einquartiert. Das Regiment hatte nur kurze. Ruhe. Ein weiterer Vorstoß wurde nicht beliebt, man wäre wohl sonst mit preußischen Vorposten zusammengetroffen. Plötzlich erhielt das Regiment mitteit in der Nacht den Befehl, den Rückmarsch anzutreten, so daß es bei den Leuten hieß, die Truppen hätten flüchtete müssen. Diese Idee hatte Wohl darin ihren Grund, daß bald darauf auch hessische Truppen durch das Torf kamen und später preußische Reiterpatrouillen eintrafen. Mag man es nun Rückzug oder Flucht, Wunsch rin Ren- kontre an dieser Stelle zu vermeiden, oder Klugheit nennens sicher ist, daß das einheitlich ausgezogene Armeekorps den Rückzug über den Vogelsberg antrat, der Verband war gelockert. Tie Badener und Württemberger gingen hinter die Mainlinie zurück. Die hessische Division und die Division Hahn blieb bei Aschaffenburg unter dem Befehl des Prinzen Alexander. Tie ^Bereinigung mit den Bayern war durch die Dazwischenschiebüng der preußischen Truppen vereitelt. Die Schlacht von Königgrätz war geschlagen, ihr vernichtender Ausgang bekannt. Tie Bayern waren bet Hammelburg, Kissingen usw. unterlegen. Welchen Zweck hatte da die Fortsetzung der Feindseligkeit? Was ich jetzt über den Verlauf der Tinge bei unserer hessischen Division erzähle, entspricht den Mitteilungen, wie sie mir durch befreundete Offiziere und auch von preußischer Seite geworden sind. Am 12. Juli abends standen unser erstes und zweites Regiment ostwärts Aschaffenburgs bei Frohnhofen und Laufach an der Straße nach Lohr-Würzburg. Man wußte noch nichts Bestimmtes über die Gefechte bei Kissingen und Hammelburg. Es bestand offenbar noch das Bestreben, sich mit den Bayern zu vereinigen. Tie Nachrichten von bayerischer Seite kamen von der Telegräph-eitstation Lohr nach Aschaffenburg. Oberleutnant Buff hatte über die etttgegangenen Nachrichten zu rapportieren. Der Beamte in Lohr telegraphierte, daß die Verbindung nach Gemünden unterbrochen sei. Dann meldete er die Annäherung preußischer Truppenteile. Tie Depesche: Eben ziehen preußische Truppen in Lohr ein, brach plötzlich ab. Oberleutnant B. meldete sofort die Tatsache, das war am 12. Juli. Tie beiden vorgeschobenen Regimenter der 1. hessischen Brigade wurden zurück- Sdgen, (Schluß folgt) Vermischte». * Launen des Blitzes. Auch in diesem Sommer richte* der Blitz wieder viel Unheil an, und mir empfinden lebhaft nach, welche Schrecken der aus der Wolke zuckende Strahl auf einfachere Gemüter anSübcn mußte, die noch nichts von den natürlichen Vorgängen der Lu!telektrizität wußten. Wie inan int Altertum im Blitz das furchtbarste Strafmittel des Tonnerers Zeus sah, so erblickte man in ihm im Mittelalter eine höllische Erfindung des Teufels. Hat doch sogar vor noch nicht allzu langer Zeit ein Arzt aus den Wirkungen des Blitzes die besondere Tücke und Bosheit des Gottseibeiuns Nachweisen wollen, und tueitn man seine wunderlichen Launen und Ränke betrachtet, könnte matt wirklich glauben, daß der Blitz das Spielzeug irgend eines schiimmeit Schalks sei, der die Menschen ebenso ost höhnt, neckt und ängstigt, als tötet und schädigt. Von solchen Launen des Blitzes erzählt Dr. Cabanes im .Journal': Der himmlische Poltergeist, der in dem elektrischen Strahl sich äußert, scheint eine Freude daran zu haben, den armen Sterblichen die Kleider auszuziehen. So riß der Blitz einer Bäuerin, die in einem Gebüsch vor dem Unwetter Schutz gesucht hatte, all ihre Kleider vom Leibe und ließ sie nackt und besinnungslos liegen. Im Juli 1896 wurde ein Mäher bei Chalons-sur-Saöne in dem Augenblick vom Blitz getötet, wo er sich eine Zigarette anzündete. Vier Leute waren während eines Getvitters auf die Spitze des Hauptmastes eines Schiffes geklettert, als der Blitz hineinschlug. Zwei von ihnen wurden getötet und aller Kleider entblößt; die beiden anderen blieben völlig unverletzt, aber die Beinkleider wurden ihnen uont Leibe gerissen. Doch der Blitz entkleidet nicht nur die Menschen, er rasiert ihnen auch die Haare ab. Dies passierte einer Tarne int Juni 1886 in einer Gemeinde des Jssre-Gebietes. Ein Fräulein von 20 Jahren, Laura L..., ging während eines Gewitters von dem Torfe Tuinesnil nach Fresuaux unter dem Schutze eines Regenschirms; der Blitz schlägt neben ihr ein, ohne daß sie irgend welche Erschütterung verspürt. Als sie aber zu vaufe an« gekommen war, bemerkte sie zu ihrem Entsetzen, daß sie keine Haare mehr auf dem Kopie hatte, sie waren ihr glätt abgeschuitten worden, rote mit einer Maschine. Das gleiche passierte übrigens am 12. Februar 1812 einem chifssleutnaut, der von Lorient nach Brest fuhr. Ein andermal fuhr der Blitz durch den Schornstein in ein Häuschen, wart einen Kochlops mit Deckel vom Herde und riß oen Schlüssel aus der Tür, der bann später unter einem Schrank wiedergestmden wurde. Als Detektiv erivies sich der Blitz tm Sommer H65. Einem Arzt war sein Portemonnaie gestohlen worden, das auf der einen Seite in Stahl sein Monogramm, zwei gekreuzte D, zeigte. Der Dieb konnte nicht ermittelt werden, jedoch ivurde der Arzt drei Tage später zu einem vom Blitze getroffenen Manne geritten, der leblos unter einem Baume lag. Man entkleidete ihn und was findet man ? Zwei gekreuzte D, die auf das Fleisch des einen Schenkels wie tätowiert waren. In seiner Tasche fand sich das gestohlene Portemonnaie; die Elektrizität hatte den Stahl geschmolzen und dabei hatte das Metall seine Spuren dem Fleisch aufgedrückt: der Blitz hatte den Dieb gezeichnet. Sehr merkwürdig sind die Bilder und Figltren, die der Blitz bisweilen ans dem Körper der von ihm betroffenen zurückläßt. Aber der Blitz verwundet nicht nur und tötet, er soll auch heilkräftige Wirkungen haben. Die „Gazette de Sanlü" von 1781 bringt einen authentischen Bericht über die Heilung eines gänzlich Geläiunten durch den Blitz, und auch andere derartige Fälle sind registriert worden. Wenn man sich nun auch diesen Mitteilungen gegenüber skeptisch verhalten wird, so ist es jedenfalls eine Tatsache, daß man noch vor 200 Jahren glaubte, gegen den bösen Blick und Überhaupt gegen alles Unheil gefeit zu sein, wenn man einen „Domier- stein" in der Tasche trug. * Lohnende Schrift st eile re i. A. : „Sagen Sie, wer ist denn jener Herr dort drüben mit der Dame am Arm?" — B.: „Das ist ein Schriftsteller. Denken Sie, dem haben vor einem! halben Jahr sechs Zeilen 100 000 Mk. eingebracht." — A.: „Ah, nicht möglich !" — B.: „Doch, doch — es war eine Heiratsannonce." * Eine Seele. Die Gnädige (zur Köchin): „Anna, Ste haben aber in einem Tage mehr Besucher in Ihrer Küche, als ich in meinem Salon in der ganzen Woche!" — Köchin (wohlmeinend)! „Vielleicht probierens gnä' Fran mal mit etwas mehr Freundlichkeit ?" Hötfel. Ein Flüßchen, das links in die Elbe rinnt, Verwandelt fielt in etwas Böses geschwind, Sobald man die vordersten Zeichen vertauscht. Doch wird auch mein Flüßchen, das friedlich rauscht, Sobald nur das zweite Zeichen fällt ans, Zur prächtigsten Blume im herbstlichen Strauß. Wird aber das dritte Zeichen genommen, So seht ihr die andern mit Bangen kommen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Aach getaner Arbeit ist gut ruhen. Redaktion : I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieß«t»