Samstag, sen 30. November I8VZ 9 Ml Das Amethyst-Fläfchlem. Eine Erzählung von A. K. Gree it. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ich schnitt sie mit einer Offenheit an, Vie mir die Der-. zweiflung ein gab. ,,, , Beaton, begann ich, wir kennen uns noch nicht lauge, aber ich glaube Vie Menschen auf den ersten Blick hin richtig einzuschützen und deshalb will ich freimütig nut Ihnen verhandeln. Ich bin in großer Sorge. Meine Gefühle sind in eine Sache verwickelt, tief verwickelt, tue mir sehr geheimnisvoll vorkommt. Sie haben — ohne es zu wissen — dazu beigetragen. Er wollte mich mit einer Handbewegung unterbrechen. Ich spiele, fuhr ich unbeirrt fort, auf die Geschichte an, die Sie gestern morgen von einem jungen Mädchen erzählten. Sie wollten cs gesehen haben, wie es sich über einen Felsen am Meere beugte und allem Anscheine nach die Absicht hatte, sich in Vie Wellen zu stürzen. Ich habe ausdrücklich gesagt, daß ich das geträumt habe, bemerkte er in tiefem Ernst. Ich erinnere mich dessen. Aber für mich ist das kein Traum, Beaton. Ich fürchte, ich kenne das Mädchen: ich fürchte, ich weiß auch, was es war, das sie zu der übereilten ^at trieb. Die Unterhaltung, die eben im Spielzimmer stattfand, sollte Sie darüber aufklären. Beaton, irre ich mich? Meine Stimme zitterte, vom Gefühl überwältigt. Möglicherweise bemerkte er das, vielleicht entsprach die Antwort, die er mir darauf gab, auch nur seiner einfachen Gutmütigkeit; er sagte: Es war ein Traum. Vergessen Sie nicht, daß ich darauf bestehe, daß es ein Traum wau Aber verschie- deue Einzelheiten stehen mir sehr klar tm Gedächtnis. Als ich diese Erscheinung vom Monde beschienen auftauchen sah, hatte sie das Gesicht dem Meere zu, von mir abgewendet; ich konnte ihre Züge weder in diesem Augenblick noch spater unterscheiden. Durch ein Geräusch, das ich verursachte, wurde sie gestört; sie kauerte nieder, zog sich zuruck und floh, um sich zu verbergen. Dieses Bersteck war — ich habe gute Gründe für meine Ansicht - nichts anderes, al» dieses '^^Jch^ streckte die Hand aus und legte sie ihm auf die ^^War dieses Traumbild ein Weib? forschte ich, eine der Damen, die sich gegeiiwärtig im Hause hier befinden, Widerwillig antwortete er: Es war ein junges Weib; sie trug cm langes Gewand. Hier ist mein Traum zu Ende. Ich weiß nicht einmal, ob sie helles oder dunkles Haar hatte. . Ich erkannte, daß er zur äußersten Grenze feiner Erklärungen gelangt war. Daher drückte ich. ihm die Hand und ging nun auf die nächste Glastüre zu. Es war, wie ich erkannte, die zürn Musiksaal. Eben wollte ich diesen betreten, da bemerkte ich zwei Damen, die zur gegenüber# liegenden Türe gingen. Laut klopfte mein Herz, als ich stehen blieb, um'die beiden erst vorbeizulassen: Die eme war Frau Lansing und die andere Dorothea. Die Tante war offenbar gekommen, ihre Nichte abzuholen. Sie verließen zusammen den Saal. Allerdings nicht in Eintracht. Offenbar waren hitzige Worte gefallen, wenn ich. nicht em schlechter Kenner menschlichen Gesichtsausdrucks bin. 'Dorothea im besonderen sah aus, als müsse sie sich alle Muhe geben, einen unglücklichen Gefühlsausbruch gewaltsam zu verhindern. 'Als'sie mit ihrer schrecklichen 'Begleiterin vor- übcrging, wurde mein Blick wieder auf ihre Häiide gezogen, Die sie 'in die Seiten gestemmt hatte. Als ich nunmehr endlich deii Saal betreten wollte, wurde mein Ungestüm nochmals zurückgehalten. Eine andere Person saß darin, die ich zu sehen wünschte seit meiner letzten Unterhaltung mit Sinclair. Es war Gil- bertine Murray, die ganz allein dasaß, in tiefe, möglicher- weise keineswegs glückliche Gedanken versunken. Ich hielt inne, um ihr liebliches Gesicht zu studieren. Sie war in der Tat ein wundervolles Weib. Nie zuvor hatte ich sie so schön gefunden.^hre frische Gesichtsfarbe, ihre edlen Züge und deren Durchgeistigung, wodurch sie etwas so Distinguiertes bekamen, verrieten zu gleicher Zeit ein leidenschaftliches Naturell und eine reine Seele. Ich war keineswegs erstaunt, daß Sinclair solch ausgesprochenen und ungewöhnlichen Reizen unterlegen war; als ich sie länger betrachtete und das kaum merkliche Beben ihrer reifen Lippen und den träumerischen Ausdruck ihres Auges bemerkte, das eine große Bewegung im Gesellschaftsleben hervorrief, als es zum ersten Male seinen Schein darauf warf, da fühlte ich, daß Sinclair an meiner Stelle keinen Zweifel mehr an ihr hegen würde, abgesehen von dem Umstand, daß ihre Haltung große Ermüdung — um nicht Erschöpfung zu sagen — verriet. Sie hielt lässig einen Fächer in der Hand, der ihr entglitt, während ich sie noch betrachtete. Als sie ihn aufheben wollte, traf ihr Auge das meinige, und eine auffallende Veränderung ging mit ihr vor. Sie sprang aus, streckte beide Hände wie in stummer Bitte aus, ließ sie dann tötcber fallen, wie wenn sie einsähe, daß ich weder sie noch ihre Stimmung verstehen könne. Sie war wirklich sehr schön. , , . , ,, Ich trat auf sie zu. Hatte Sinclair seine beabsichtigte kleine Unterredung mit ihr zu erledigen vermocht?. Irgend etwas mußte vorgefällen sein; niemals hatte ich ste ui einem solchen Zustande unterdrückter Erregung gesehen, und Tch hatte sie doch oft getroffen, hier sowohl tote tm Hause ihrer Tante, wenn ich Dorothea besuchte. Ihre Augen leuchteten, nicht mit glänzeuöem, sondern mit einem sanften Lichte, und das Lächeln, mit tvelchem sie mich empfing, 750 Hatte etwas merkwürdig Zitterndes und Erwartungsvolles an sich. Ich bin froh. Sie einen Augenblick allein sprechen zu können, begann ich. Ms Sinclairs ältester und bester Freund möchte ich Ihnen sagen, wie sehr Sie sich auf seine Liebe und Verehrung verlassen können. Er besitzt ein unendlich gutes Herz. Sie antwortete nicht so fröhlich und so schnell, als rch erwartet hatte. Etwas schien sie zu reizen, etwas, worüber sie schließlich Meister wurde, wenn auch nur durch eine Anstrengung, nach der sie bleich, aber gefaßt, vielleicht noch lieblicher als zuvor, wenn dies möglich ist, dasaß. Ich danke Ihnen, sagte sie sodann, meine Znkunftsaus- sichtcn sind glücklich. Kein Mensch außer mir weiß, wie glücklich! Wiederum lächelte sie, aber in einer so eigenartigen Weise, daß mir Sinclairs Befürchtungen wieder ins Gedächtnis zurückkamen. Ich verbeugte mich. Jemand rief sie beim Namen; es war klar, daß unsere Unterredung kurz sein mußte. Ich muß wohl gehen, murmelte sie. Dann fügte sie rasch hinzu: Ich habe den Mond heute abend noch nicht gesehen. Ist der Himmel schön? Sieht mau den Mond von der Veranda aus? Ehe ich jedoch antworten konnte, jvar sie von einer Schar junger Leute umringt und in Anspruch genommen, so daß mir nichts anderes übrig blieb, als Sinclair wieder aufzusuchen. Ich fand ihn jedoch nicht an seinem Platze vor, noch konnte mir jemand sagen, wohin er verschwunden war. Es war klar, daß man sein Benehmen eigenartig finden würde. Ich war in Sorge, ob sich dies nicht noch im Verlauf des Abends steigern mußte. Schließlich fand ich ihn in seinem Zimmer, too er, sein Gesicht in die Hände vergraben, dasaß. Bei meinem Äntritt fuhr er auf. Run? fragte er scharf. Ich habe nichts Entscheidendes entdeckt. | E ch auch nicht. Ich habe einige Worte mit den beiden Damen ge- wechselt, sowie Beaton gesprochen. Aber die Sachlage ist noch keinen Schritt weiter gediehen. "Möglicherweise hat Dorothea das Kleinod an sich genommen, möglicherweise aber auch Gilbertine. Aber es scheinen mehr Gründe dafür zu sprechen, daß Dorothea es hat. Diese Tante macht ihr das Leben zur Hölle! Und Gilbertine ist im Begriff, dem Joch zu entrinnen. Ich weiß es; ich habe darüber nachgedacht. Walter, du bist ein edelherziger Kerl. Einen Augenblick sah Sinclair erleichtert aus. Aber ehe ich sprechen konnte, war er wieder tu seine alte Niedergeschlagenheit verfallen. Aber dieser ZweifesEief er aus, dieser Zweifel! Wie kann ich an der HauptpWbe teilnehmen mit diesem Zweifel im Herzen? Ich kann nicht und will nicht. Geh, sag ihnen, daß ich krank bin und heute nacht nicht wieder zu ihnen kommen kann. Gott weiß, daß du keine Unwahrheit damit sagen wirst. Ich erkantrte zwar, daß er seine Besonnenheit gänzlich verloren hatte, aber ich versuchte es noch mit einem andern Beweisgrund, ihn zu überreden. Es wäre unweise, Kominentare herauszufordern, sagte ich. Wenn die Brosche dem Tod zulieb entwendet wurde, -bett, sie in sich schließt, wird der einzige Zwang auf die Besitzerin noch von den gesellschaftlichen Anforderungen ihrer Stellung und den Ansprüchen, die die Stunde an sie stellt, ausgeübt. Jede Veränderung in der festgesetzten Ordnung der Dinge — alles, was sie einen Augenblick sich selbst überließe — könnte das schreckliche Ereignis beschleunigen, das wir befürchten. Erinnere dich, eine Drehung mit der Hand, ttnb alles ist verloren. Ein Tropfen ist rasch eingenommen! Fürchterlich! murmelte er, wobei ihm der Angstschweiß auf die Stirne trat. Welch ein Polterabend! Und da unten lachen sie noch ! Hörst du sie? Ich glaube beinahe, Gil- bertines Stimme zu unterscheiden. Ist das Unschuld oder die Heiterkeit eines verwirrten Geistes, der auf Selbstzerstörung sinnt? Ich weiß nicht! Aus dem Klang läßt sich das nicht entscheiden. Sie hüt heute abend ein liebliches, aufrichtiges Gesicht, mit einem wundervollen Lächelt:. Da sprang er aus. : Ja, ja —. ein Lächeln, das mich um den Verstand bringt; ein Lächeln, das mir nichts, gar nichts sagt! Walter, Walter, siehst blu denn nicht, daß — selbst wenn die verdammte Brosche nicht geöffnet wird und nie etwas mit ihrem Inhalt geschieht — das Mißtrauen sich in meiner Brust angehäuft hat, und ich fortwährend fragen muß: Hat sich meine Braut auch nur einen Augenblick lang von mir abgewendet, so daß sie von Tod träumen konnte? — Das ist der Grund, warum ich die Posse dieser Probe nicht mitmachen kann. Kannst du die Hochzeitszeremonien mitmachet:? . Ich muß — wenn heute nacht nichts geschieht. Und dann? 1 Ich sagte dies, ohne cs "zu wollen. Ich dachte nicht an ihn, sondert: an mich selbst. Aber offenbar fand er in meinet: Worten ein Echo feiner Gedanken. Jawohl, ums „Dann" handelt es sich, murmelte er. Vor diesem „Dann" könnte wohl manch ein Mam: zurück- bebjen. — Nichtsdestoweniger begab er sich nach unten und nahm später an der Probe genau in der Weise teil, wie ich es von ihm erwartet hatte, —■ ruhig und ohne äußere An- zeichen von innerer Erregung. Sobald die Gesellschaft sich trennte, gab nur Sinclair ein unmerkliches Zeichen nut der Haikd. Ich wußte, tvas dies bedeutete und befand mich in seinem Zimmer, sobald ihn die Freunde verließen, die ihn dorthin begleitet hatten. Voi: nun ab ist wirkliche Gefahr vorhanden, rief er, als ich die Türe hinter mir abfchloß. Ich werde mich heute nacht nicht auskleiden. Ich auch nicht. Glücklicherweise haben wir beide in diesem großen Hause eigene Zimmer. Ich werde mein Licht ausblasen und bann meine Türe öffnen, soweit es nötig ist. So wirb mir keine Bewegung im Hause entgehen. Ich werde dasselbe tun. (Silbertine ist Gott sei Dank nicht allein in ihrem Zmuner. Das kleine Fräulein Lane teilt es mit ihr. Und Dorothea! Oh, sie ist Tag und Nacht unter der strengsten Aufsicht. Sie schläft in einem kleinen Zimmer neben ihrer Tante. Weißt du die Türe? Ich schüttelte bett Kopf. Ich werde den Gang hinuntergehen und einen Angeu- blick vor den zwei Türen stehen bleiben, die uns am meisten interessieren. An Gilbertiuens Tür werde ich die rechte Hand ausstrecken. Ich stand auf der Türschwelle und folgte ihm mit den Augen. Als ich mir die zwei Türen fest eingeprägt hatte, begab ich mich auf nteitt eigenes Zimmer und rüstete mich für meine freiwillige Wache. Von Schlaf wäre bei unserer Stimmung Tiicfjt die Rede gewesen, und so konnten wir wenigstens —•wenn tatsächlich irgend etwas Vorfällen sollte — gleich bei der Hand sein. Sobald alles vorbereitet war, drehte ich das Licht aus. Es war gerade elf Uhr (Fortsetzung folgt.) Aus den Schneefeldern Rußlands im Jahre Nach beit Aufzeichnungen des Francois Bourgogue, Sergeanten der franz. Kaisergarde. , .Jeder weiß, daß Napoleons „große Armee" und mit ihr nicht wenige deutsche Landeskinder in Rußland der Kälte und bemi Hunger, zum Teil auch: den Lanzenstichen der Kosaken erlegen sind. Und Manche deutsche Familie hat einen Urgroßvater, her von dort nicht wiederkam, wie die meisten, die damals jm Frühjahr mit nach Rußland zogen. Das weiß man! Aber wer die ganzen Schrecknisse dieses Todeszuges von Moskau zurück erleben' pvill, wie, wenn er selber mit dabei gewesen wäre, der muß ein Buch zur Hand nehmen, wie die „Kriegserlebnisse 1812" von Fran- yois Bourgogne, die im Memoirenverlag Robert Lutz in Stuttgart deutsch erschienen sind. Hier wird Man mitten hinein versetzt in die Grauenhaftigkeit dieses Wintermarsches, und der Verlag, hat die an sich schon packende Darstellung Bourgognes -roch erhöht, indem er dem Buch 15 der besten Bilder Beigab, die; der württembergische Offizier Faber du Faur als Augenzeuge: dieser ~ Kriegsgreuel gezeichnet hat.* Alles, tvas an Jantmer und Elend, aber auch an Heldensinn und Todesmut, was es an selbstloser Hingabe und den gräßlichsten Erscheinungen des Selbst- , *) Eine billige Volksausgabe, ungekürzt und ebenfalls mit den genannten Bildern versehen, ist vor ckurzem im selben Verlag zum Preise von 2 Mk. erschienen, während die bessere .Ausgabe 6 Mk. kostet. 751 rchaltüngstriebes gibt, das ist in diesem! Buche vereint. Lein' man nur wenige in seiner Art an die.Seite stellen könnte. Bald läuft dem Leser -ein kalter Schauer über den.Rücken, loeitn er sieht, wie die russischen (Sefentgelten ihre toten Kameraden auffressen, gleich einem Rudel Wölfe, das über den Leichnam eines der ihrigen herfällt, bald wird sein Herz mit Bewunderung Erfüllt über die herrlichsten Züge von Geschwisterliebe und Kameradentreue, deren SBoiirgogne so viele erzählt. Auch hier hinein freilich mischt sich das Grausen, so, wenn Bourgogite einem alten Kameraden von der Erde begegnet, den er um eine Handreichung ansleht, damit der %u Boden Gestürzte sich an einer vereisten Weg- stclle wieder aufrichten kann. „Tu mußt dich! an meinem Mantel festhalten, dann kann ich dich vielleicht Hochziehen," sagt der Grenadier mit den Eiszapfen in Augenbrauen und Bart. „Eine Hand kann ich dir nicht reichen — habe keine mehr! Alle Finger sind mir erfroren und abgefallen." Und der Grenadier bittet Bourgogne, ihm zum Tank bei seinem Anzug behilflich zu sein, wenn er ein Bedürfnis befriedigen müsse. Solche anscheinend kleinen Tienste aber waren wirkliche Opfertaten und wurden als solche gewertet, denn diese Skelette in den Uniformsetzen waren oft buchstäblich zu matt, einen Finger zu rühren. Wir glauben, das Buch am besten zu empfehlen, indem wir den folgenden Abschnitt daraus zum Abdruck bringen, der den Inhalt des Buches und die Schreibweise Bourgognes genügend charakterisiert. ,,3n diesem todesmatten Zustand überfiel mich die Finsternis. Ter Nordwind blies mit verdoppelter Stärke. Vereinzelte Leute machten ganz übermenschliche Anstrengungen, die Marschkolonne wieder zu erreichen. Einige, die ich anredete, antworteten mir nicht, weil sie zu viel mit sich zu tun hatten, um vorwärts zu kommen, andere brachen sterbend zusammen, während ich an ihnen vorüberging. Bald war ich allein! nur die Toten dienten mir noch als Wegweiser. Ta, wo ich mich befand, war die Straße so mit toten Menschen und Pferden bedeckt, daß man sich nur mühsam hindurchwinden konnte. Ich vermochte kaum noch die Füße zu. heben und stolperte plötzlich. Mir war -es, als ob- mich einer, der da im Schnee lang Hingestreckten festzuhalten versucht hätte. " Noch etwa 10 Minuten taumelte ich wie ein Betrunkener weiter, ohne auf die Richtung zu achten. Meine Knie brachen säst unter dem Gewicht meines schwer auf ihnen- lastenden Körpers zusammen und ich glaubte mein letztes Stündlein sei gekommen, als ich plötzlich über den Säbel eines toten Reitersstolpernd, in ganzer Länge zu Boden schlug, daß ich wie betäubt liegen blieb. 'Sin heftiger Schmerz in meiner rechten Schulter brachte mich wieder zu mir. Mit Mühe gelangte ich in eine kniende Stellung und griff bann nach meinem Gewehr, um mich mit Hilfe desselben völlig aufzuricht-en. Tab-ei bemerkte ich auf einmal, daß mir. Mut aus dem Munde floß. Ich stieß einen verzweiflungsvollen Schrei aus und- sprang gleichzeitig vor Schrecken, Angst und Kälte, zitternd auf. Mein Schrei fand eine Erwiderung. Ich Hörte eine schwache, klagende Stimme: „Kommt, kommt, helft uns'!". In demselben Augenblick trat der Mond hervor und- ich erkannte zehn Schritte von 'mir zwei Männer, von denen einer «saß, der anbere aber ausgestreckt auf ber Erbe lag. Ich sprach zu dem sitzenden. Er begann zu lachen wie ein Irrsinniger und sagte: „Lass' ihn nicht liegen, ist ein Freund, weißt du!". Und darauf lachte er wieder. Ich kannte das schon, ich wußte jetzt, das war das Lachen des Todes. T-er zweite, den ich für tot gehalten, wendete nunmehr den Kopf und stammelte in einem Ton, Len ich nie vergessen werde: „Stehen Sie (meinem Bruder bei, retten Sie ihn! — ich — ich sterbe!" -Er war in einen großen, pelzgefütterten Mantel gehüllt, den er abzuwerfen versuchte. Hierbei bemerkte ich-, daß er die Epauletten eines höheren -Offiziers trug; er sprach von einer Besichtigung und Parade, zu der er gehen müsse. Gleich darauf siel er vornüber mit dem Gesicht in Len Schnee. Sein Geist war entflohen, er war erlöst. Neben ihm -lag eine Art Jagdtasche, die ich aufnahm in der Hoffnung, -etwas' Eßbares darin zu finden, sie enthielt aber nur einige Kleinigkeiten und verschiedene Papiere; dem ungeachtet nahm ich sie mit. Tie Sehnsucht, wieder unter lebende Menschen zu kommen, Trieb mich, meine Schritte so sehr als möglich zu beschleunigen. Ich gelangte an eine Stelle der Straße, die mit zerbrochenen' Wagen und toten Pferden derart überfüllt war, daß ich einhielt, um zu sehen, wo ich durch könnte. Im selben Augenblick sank ich wider meinen Willen nieder und kam auf den Hals eines Pferdes zu sitzen, an Lessen Körper verschiedene Stellen zeigten, daß man es hatte anschneiden wollen. Ter Kadaver war umgeben von den Leichen derer, deren Kräfte an ihm erlahmt waren. Als ich mich so gänzlich erschöpft, einsam' und verlassen in ber schauerlichen Stille dieses ungeheuren Tvdenfelbes sah, überkamen mich die düstersten, schwermütigsten Gedanken und ich begann zu meinen wie ein Kind. Die Tränen verschafften mir aber einige Erleichterung und gaben mir den verlorenen Mut wieder. IM Begriffe, meinen Marsch wieder anzutreten, bemerkte ich iM Schnee mehrere kleine, rot aussehende Eis stücke. Ich hob eins davon auf Und erkannte, daß es gefrorenes Pferdeblut war. Jedenfalls war das Tier, wie es -oft geschah, getötet worden, indem man ihm Albern geöffnet halte, um das Blut zu gewinnen. Wein Fund war für mich kostbar. Ich'.aß sofort einige Stückchen des Eises und fühlte mich auch bald etwas gekräftigt. Tarauf sammelte ich noch davon so viel ich sand, packte es sorgfältig in meine Jagdtasche, und trat bann mit Gott meinen Weg wieder an, fortwährend darauf achtend, den Leichen auszuweichen. Nach einiger Zeit sah ick etwas vor mir, was ich zuerst für einen Trainwagen hielt, als ich jedoch nähemkam, erkannte ich den Wageir einer Marketenderin, dem ich feit Krasnoi schon mehrmals begegnet war und in welchem zwei Verwundete transportiert wurden. Die Pferde, die ihn gezogen hatten, waren tot und zum! Teil aufgegaffen, rings umher lagen, halb vom Schnee bedeckt, sieben fast nackte Leichen. Ich wandte mich dem einen Pferde zu. Indessen blieb auch diesmal alle Mühe vergeblich, und als ich'in wilder Gier mit aller Gewalt Herz, Leber ober sonst irgend etwas aus dem Leibe des Tieres zu reißen suchte, büßte ich fogaribabet einen Finger meiner rechten Hand ein. In meinem fürchterlichen Hunger würbe ich jeden Fetzen Fleisch, dessen ich hätte habhaft werden können, auf der Stelle roh verschlungen haben. -Ein jammervoller Schrei tönte plötzlich aus dem' Wagen. Bestürzt drehte ich mich demselben zu, ein zweiter Schrei bringt heraus: „Marie!" ruft es, „Marie, zu trinken! ich sterbe!" Noch immer stehe ich regungslos, da stöhnt dieselbe Stimme: „O mein Gott, mein Gott!" Nun kommt mir endlich die Erinnerung, daß ja die beiden Verwundeten in dem Wagen liegen, und jedenfalls gar nicht ahnen, daß sie verlassen sind. Ich steige auf die Deichsel, indem ich mich auf den Rand des Wagens stütze und frage: „Kann ich etwas für euch tun?" Mit einer erlöschenden Stimme haucht -es mir entgegen: „Wasser, Wasser!" Mir fällt das gefrorene Blut in meiner Jagdtasche ein und ich will heruntersteigen, um es heraus zu! -nehmen, da verschwindet in dem Augenblick der Mond hinter einer schwarzen Wolke, ich trete fehl und falle auf drei dicht aneinander liegende Leichen. Die kalte Hand des einen Toten berührte mein Gesicht. — Nun war ich seit einem Monat doch wirklich genugsam daran gewöhnt, umgeben von Leichen zu schlafen, aber ich weiß nicht, war es die Einsamkeit ober was sonst, mich packte jetzt etwas, was schrecklicher war als Furcht. Ich keuchte eine Zeitlang ohne einen Laut fierüorbringen zu können, dann aber plötzlich begann ich wie sinnlos zu schreien. In diesem Augenblick tritt ber Mond wieder vor und läßt mich sehen, was mich umgibt. Mich durchrieselt ein kalter Schauer; ich lasse meinen Stützpunkt los und falle abermals zurück. Nunmehr wechselt plötzlich das Wesen meines Zustandes. Ich schäme mich meiner Schwäche und an Stelle der Furcht tritt eine Art Wahnsinn. Fluchend springe ich auf und trete dabei rücksichtslos auf die Gesichter, Arme und Beine ber 'unter mir Liegenden. Mit schrecklichen Verwünschungen strecke ich meine Fäuste gen Himmel, als wollte ich ihm- Trotz bieten. Ich raffe mein Gewehr auf und schlage wie toll und verrückt gegen den Wagen und, ich weiß wirklich nicht mehr, ob 'nicht auch auf die Toten zu meinen Füßem Nich diesem Ausbruch wieder ruhiger geworden, entnahm ich meiner Jagdtasche ein Stück Eisblut, stieg in den Wagen und suchte tastend den, welcher hatte trinken wollen und- der, wenn auch schwach, so doch unablässig schrie. Ich fühlte, daß ihm Las linke Bein amputiert war. Auf meine Frage, zu welchem Regiment er! gehörte, erhielt ich keine Antwort. Als ich seinen Kopf g-efunben hatte, steckte ich mit Mühe ihm das Stück Blut in den Mund. Der Mann neben ihm war kalt und hart wie Marmor. Ich versuchte, ihn aus dem Wagen -zu heben, um seinen Platz einzunehmen und den Tag zu erwarten. Aber es ging nicht. Ich hatte nicht Kraft genug, ihn auch nur zu rücken, geschweige denn über den hohen Rand des' Wagens zu heben. Die beiden Mäntel, biei über dem Toten lagen, deckte ich über den andern, merkte jedoch, daß auch dieser sie bald nicht mehr bedürfen würde. Noch einen Augenblick blieb ich auf den Beinen des Toten sitzen und- durchsuchte den Wagen nach Dingen, die mir vielleicht nützlich werden .konnten, fand jedoch nichts. Ich sprach noch einmal zu dem Amputierten und als er stumm vlteb, fühlte ich fein Gesicht an; es war kalt und- int Munde lag noch mein Stück Eis. Auch er war hinüber. Der Uirchhof der Lebenden, so nennt der italienische Korrespondent Renzo Lareo in einem Bericht des (Sortiere della Sera Hademköi, das noch vor kurzem das Hauptquartier der Türken war und jetzt ein furchtbares Massengrab geworden ist. Die Bilder, die ber Italiener hier, wo die Chvlerakrankeu zu Tansendeit verenden, mit ansehen mußte, übersteigen an Grausen alles, was ber Krieg bisher an schrecklichen Schaurigem zeitigte, „was bas Auge sieht, übersteigt jebe menschliche Fähigkeit ber Schilbernng. Auf ewig hat Hademköi für uns einen furchtbaren entsetzlichen Klang unb nie, fürchte ich, wird ein barmherziges Vergessen mich von der Erinnerung an diese Bilder erlösen". Formell ist das Land ringsum durch die Sanitätspolizei abgesperrt, aber diese Maßnahme ist mehr Schein als Wirklichkeit: ohne angehalten zu werden, kann Lareo mit seinem Automobil bis mitten in den Ort fahren. Niemand kümmert sich unt sie, „wir hätten weiter fahren können, hätte das furchtbare Schauspiel, das wir hier vor uns sahen, uns nicht allen Mut zur Fortsetzung der Fahrt genommen. 752 Wenn ich an jene wenigen Mimiken zürückdeuke, die ich in diesem grauenvollen Kirchhof der Sterbenden, und der Laoten durchlebte, packt mich noch jetzt das Entsetzen wie ut jener Stunde, da ich dem Chauffeur zurief, nein, zubrüllte, zu wenden, zu fliehen, zu flüchten. „Rechts und links der Straße türmen sich bte Karren, auf die die Leichen der Gestorbenen. geworfen „werden. Hastig sckLeudert man die irdischen Ueberreste dieser Unglücklichen da hinauf und man Yaim kaum noch erkeimen, daß es menschliche Korpeü sind, denn die Leiber und die Kleider vermengen sich zu einem jn= entwirrbaren Chaos. „Und in diese Gefährten des Todes, inmitten der Berge von Leichen, gerät dann in der blinden Hast der Arbeit ein noch Lebe-ider, ein Kranker, oder ein Sterbender, der noch atmet und noch die Hände bewegt. Mit einem Schänder müssen wir sehen, wie auf so einem Karren unter einem Haufen zu- sammengeworfener schwarzer Leichen eine Hand sich noch bewegt und int Krampfe zuckt. Jenseits der Hauptstraße sahen wir Soldaten, die große Gruben anshoben: und,daneben lagen zu Hunderten die Leichen, noch in der Stellung, in der der Tod sie überrascht und erlöst hatte. Und dazwischen sterben andere, wahrend unmittelbar neben ihnen das Grab bereits gegraben wird. Ich näherte niich einem Leichenhaufen, um eine Auftiahme zu machen: dann erst sah ich, daß die Hälfte davon noch lebende Menschen waren, Sterbende. Während ich meinen Apparat am- stellte, sehe ich plötzlich, wie der mir am nächsten liegende Körper sich bewegt uiid eine andere Haltung annimmt. Und als wir dann genauer Hinsehen, entdecken wir überall letzte verlöschende Lebenszeichen: noch warm werden diese Opfer der Seuche m die Grube geworfen. Und uns überfällt ein Gefühl, einem Massenmord beizuwohnen, ja beinahe einem Verbrechen. Gewiß, der furchtbare Umfang des Unglückes niacht jedes bedachte Vorgehen unmöglich: unmöglich ist es, hier noch zu helfen, ja nur Erleichterung zu schaffen, unmöglich Barmherzigkeit zu üben: hier wird Milde zum Mord. Die entsetzlichen.Umstände kennen nur ein Gesetz und eine Pflicht: Schutz für die noch Lebenden, Rettung für die Gesunden. Fort mit allen, denen nicht geholfen werden tarnt. Wir waren an den Anblick Cholerakranker schon gewöhiit, hatten die endlosen Züge von Wagen gesehen, auf benen Kranke und Sterbende fortgeschafft wurden,, wir sahen Menschen auf der Straße hinsinken, zuckend und mit ihrem Todeskampf den Weg versperrend: aber was wir in Hademköi erlebten, stellt alles frühere in den Schatten. Wir haben in Hademköi nur ein Gebiet von 150 Metern durchschritten. Und auf diesem schmalen Raume sahen wir mehr als 2000 Tote mitten unter einer noch zahlreicheren Menge von Sterbenden. Wohin das Auge flüchtet: überall nur, erstarrte Körper. Auf einem kleinen Platze zahlen wir 500 Leichen, mit weitaufgerissenen starren Augen und gespenstisch emporgereckten Händen. Hier und dort sehen wir improvisierte hastig aufgeschlagene Baracken: aber sie sind überflüssig und nutzlos. Wir sahen viele Aerzte, die in furchtloser Verachtung des Todes inmitten der Kranken ausharrten, neben den Gräbern. Mer wir wechselten mit keinem von ihnen ein Wort, .um nicht den Mund in dieser verpesteten Atmosphäre öffnen zu müssen. Und in uns erstand die Ueberzeuguug: hier gibt es kein anderes Mittel, als die Menschen dahinsterben zu lassen, hier ist jeder Versuch einer Hilfe nutzlos und eine Gefahr für die Mitwelt." Dann aber berichtet der Italiener von einer anderen Statte, an der sich Tausende von Cholerakranken zusammendrängen: unmittelbar an den Toren Konstantinopels. Das ist in Santo Stefano. Hier finden sich die weniger Kranken zusammen, die Opfer, die noch gehen und sich bewegen können. „Sie leben auf den Plätzen, in freier Luft und jammern, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden wollen. Aber bis man sie holt ober isoliert, leben sie Mit ihrer Ansteckungskrankheit mitten unter der gesunden Bevölkerung des Landes. Die noch gehen können, stehen auf und taumeln durch die Straßen, hocken sich auf die Bänke, drängen auf die Landungsbrücken, streifen mit ihren verpesteten Gewändern alle Vorübergehenden: um nach Konstantinopel zu kommen, muß man sich mitten durch diese schar von Kranken drängen. Niemand denkt an Desinfektion ober an Isolierung der Lebenden. Sogar auf das Schiff, mit dem ich fortfahre, drängen sich einige dieser Kranken, setzen sich mitten zwischen Frauen, die ihre Kinder säugen: und niemand verbietet es ihnen. Später werden sie ausgeschifft, aber auf die Stühle, auf denen sie saßen, setzen sich sofort andere Menschen und es scheint, als ob die Größe des Unglücks die Gleichgültigkeit nur steigern könne." Der Mann mit der roten Mütze. Ein höherer Eisenbahnbeamter schreibt uns: Sehr ergebenst teile ich verehrlicher Redaktion mit, daß ein großer Teil der Ausführungen des Artikels: „Der Mann mit der roten Mütze" auf Irrtümern basiert ist, die im einzelnen zu widerlegen außer meiner Absicht liegt. _ Auf größeren und mittleren Stationen hat der F a h r d i e n stleiter mit dem Publikum gar nichts zu tun. Der Fahrdienstleiter befindet sich auf einer sogenannten Befehlsstelle, die ganz isoliert ist und 1 hak sich nur mit der Freigabe der.Ein- Und Ausfahrten, also nW mit der Betriebssicherheit zu befassen. , • Auf den Bahnsteigen befindet sich der Aufsi chtsb eam te,- der mitten im Verkehr mit den Reifenden steht, den Befehl zup Abfahrt gibt, wenn durch den Fahrdienstleiter hierzu die Erlaubnis erteilt wurde. i _ , „ „ Auf solchen mittleren Bahnhöfen, wo sich keine besondere Befehlsstelle befindet, ist neben dem B a h n st e i g b e a m t e n noch ein besonderer Streckenfahrdienstleiter vorhanden, der für die Betriebssicherheit der Strecke zu sorgen hat, bezw. denk Beamten meldet, wenn Fahrhindermsse vorliegen. . Die sehr ansführlichen Darstellungen in dem Artikel sind daher vielfach unzutreffend. Die bezüglichen Einrichtungen beb preußisch-hess. Staatsbahnen für die Betriebssicherheit sind anerkannt die besten der Welt — in keiner Weise wird das Personal überanstrengt — unausgesetzt wird darüber gewacht, daß der Betrieb und die Einrichtungen der prenß.-hess. Eisenbahnen die besten sind und bleiben. , ■ o- Wir geben diese Ausführungen gerne wieder, müssen aber betonen, daß die Meinungen über die Ueberanstreng- ung der Beamten eben auseinandergehen. Zudem war in unserem Artikel gar nicht von Ueberanstrengung die Rede: lediglich die Zahl der Dienststunden war angegeben und daraus der Schluß gezogen, daß die Beamten kein beneidenswertes Los haben. Daß im übrigen die Zahl oev Beamten durch Krankheit, Urlaub, Abkommaitdierung usw. fast nie ausreichend ist, ist doch allgemein bekannt. Daß aber trotzdem — wie auch von uns ausgeführt — der deutsche Eisenbahnbetrieb der beste der ganzen Ende ist, das. beweist wieder, mit welchem Pflichtgefühl unsere Ersen- bahnbeamten ihren schweren Dienst erfüllen. Humoristischer. * Kasernenhofblüte. Feldwebel: „Sie sind ja iuieber nicht rasiert, bilden Sie sich nur ferne Schwachheiten cm; ob die Jetreidezölle hoch ober niedrig sind, mit Ihren paar jammer- licheu Stoppeln machen Sie deshalb doch keen Jeschast! * Seine Anschauung. „Aber Herr Mühlberg, es war doch ausgemacht, daß jeder etwas zu unserem Picknick mitbringcu soll." — „Na ja! Ich hab meine Frau und meine zwei Buhen miigebracht. Ich denke das genügt." Hücherttsch. — H a u s h a l t u n g s k n n d e. Was muß jedes junge Mädchen, insbesondere jede junge Frau von der Haushaltungsrunde wissen? Eine lcichtfaßliche Darstellung alles Wissenswerten über praktische Wirtschaftsführung, über die Ernährung des Menschen, die Zubereitung der Speisen und das Kochen. Von Luise O e st c r - Witz, staatl. geprüfter Haushaltungslehrerm. München. K. B, priv. Kunst- und Verlagsanstalt Piloth u. Loehle. 1912.. Das Buch enthält in übersichtlicher Anordnung alles Wissenswerte über Haushalt und Küche und wird vielen jungen Mädchen und Frauen ein 'schätzenswerter Berater sein — Schönheit ist der Sieg des Lebens über die Materie: Die Beseeltheit" — mit diesem Wort begrenzt Egger-Lienz den Begriff der Schönheit in einer Sammlung von knappen und charakteristischen Aeußerungen bcdeuteriber Künstler über die Schönheit, die in der soeben erschienenen „schonheits-- nurnmer" des „Salonblatt" veröffentlicht werden. Künstler und Kunstgelehrte erörtern unter Begleitung von reichem erläuternden Bilderschmuck die Auffassung der Schönheit, wie sie unsere Zeit aus der langen einheitlichen Entwicklung der Kunst zweier Jahrtausende abgeschlossen hat. Enthalten ist in dieser „schönherts- nurnmer" ein Preisausschreiben mit einem Preisbetrag von 5000 Mark, dessen Bedingungen aus der Nummer zu ersehen sind. Silbenratfd. aa, ar, as, be, e, fe, gel, ha, ja, k, ti, mit, ne, ni, tut, o, or, up, Dfei, po, re, ftr, vel. Ans vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs- buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten „ach oben gelesen, den Nanten eines Astroitomen ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes; 1. Einen Monatsnamen. 2. Teil eines Musikinstruments. 3. Deutschen Fluß. 4. Dänischen Dichter. 5. ffrauenname aus der griechischen Sage.' 6. Schutzpatron eines österreichischen Landes. 7. Biblischen Namen. Auflösung in nächster Nummer. ( , Auflösung des Königszugs in voriger Nummer: Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen. Redaktion: K, Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»,